RXTOMOLOfilSCnE
ZKITING.
-OO-
HERAÜSGEOEBEN
E\TO)I()LOGIS( UFA VEREINE
zu
STETTIN
NEl NZEHNTER JAHRGANG
STETTIN. IH.iH.
DIL'CX VON F HKSSg!«L\.Hb
i:iitoiiiolo;;^i<>«c*lie Keitiiiij
herausgegeben
von dem
enlomoloaisclKMi ViTciiic zu Slciiin.
Redaction ^" (■omini'ni')n bei d..-n ßnohhandl.
▼. E. 8. Mittler in B<Tlin, u. Fr. Flei»eher
C. A. Dohrn. verein» -Präaident. in Leipzig.
^••'-•'^« 19. Jahrgang. Jan.- )l;lrz. IS5S.
Neujahrsnovelle
pro 1858
nebflt PreiNfmKen.
1.
lu einer lauen Spätsommernacht, kalcnderpemiiss mond-
scheinig",
Hat Ht-rr Violaz .sich aut^emacht aus IVmmern höchst
.st'C'lmheinig.
Kr fluchte: .Das halte der Teufel aus im philiatrögen Ger-
manien —
Mich drän^ die Sehnsucht hinwe;:, hinaus, nach Frankreich
oder na<h Spanien.
Hier haben die Schönen vor lauter Fett Ei.sbcine statt
zierlicher Schienen,
En France ist alles so sauber und nett, da giebt« Jltnte-
Carabinen !
0 Carabine, mein Traum-Ideal, ahnst Du, das« ein lieben
der I'uninier
Kach Dir verpeht in j^creimter Qual ? noch dazu im hearigeu
S<tniriier I "
So und nicht schlechter phra.«iirto der Wicht, was ihm
die Tracheen bedruckte.
Bis er bei des Mondes mattstrahlcndcm Licht Telegraphen
dräthc erblickte.
2.
Flugs kroch er die erste Stange hinauf und spazierte keck
auf die Leitung,
Just waren Depeschen im eiligen Lauf für eine Pariser Hof-
zeitung,
Und eh Violaz bis drei gezählt, war er weit, weit weg schon
gerissen
Bis jenseit des Rheins — da hat er's verfehlt, da ward er
vom Drathe geschmissen.
Auf dem Rücken lag er und schrie: „corbleu! Das war eine
Teufels - Affaire ! ''
Da hört er ein Stimmcheu so zart: „mon dieu, quel beau Ca-
j-abin temeraii'f !"■
Er rasch wie der Blitz auf die Beine, und ha! im hochzeit-
lichsten Staate
Steht Carabinens Urbild da, und sagt: „je mappelleCrenate.''
Was weiter sich noch die Beiden erzählt, das lässt sich
allenfalls ahnen.
Und wer sich darum besonders quält, schlag's nach in
11,000 Romanen.
[Von diesem Capitel sind die Verse in einem wirklichen
Geheimen Ausbruche des Vesuv zu Grunde gegangen
und nur folgendes prosaische Summarium wurde ge-
rettet : ]
Einführung des Violaz in die Crenatenfamilie. Die
Männer finden seinen decatirten Rock abscheulich, die Da-
men elegant. Das Beibringen eines Heimathscheins winl
ihm erlassen aus Gründen französischer Geographie: la Po-
meranie touche de tres prei^ b la rcgion polah-e, WO die Tinte
einfriert. Wegen gewisser Gerüchte, als ob Violaz schon ver-
heirathet und geschieden gewesen, wird eine Partie Schach
gespielt. Berlin, Weiss, versucht die Partie hinzuziehen;
Gotha, Schwarz, macht kurzen Prozess und gewinnt. Die
Mandarinen des Muckerthums und der Gross - Mogolei ver-
fallen in wütheuden Grimm, was man erwartete, und schlitzen
sich den Bauch nicht auf, was man ebenfalls erwartete.
Violaz und Crenate werden dreimal von Cicada Tibicen pro-
clamirt und dann von Atenchus sacer unter Assistenz von Oi^rno-
derrna Eremita rite copulirt. Crenate weint während der Trau-
rede so heftig, dass sie (um sich einigermassen zu beruhigen}
sofort nach der Ceremouie sich in Ameisen-Eierpunsch betrinkt.
Nach 3 Wochen hat Violaz seine Muttersprache schon vergessen
nnd schreibt an seinen Herrn Vater nur noch in /.weifelhaf-
teni Französisch. Crenate hält ihr erstes Wochenbett aaf
dem Ardenner Walde, das zweite in der Champa^e, das
dritte in den Vopresen. Die Kinder sehen bald dem Vater,
bald der Mntt r. bald keinem von beiden ähnlich; ein»
sofrar, ein sit^'enaiintes lebcrpinps-Exeranlar, flicht sich sel-
ber Flieht im (ierin^'sten ähnlieh. Deutsche Oelehrte nehmen
hieraus Anlass. die Sache ^'rllndlich /.u beleuchten. Einipo
beweisen, dass jedes Kind eine besondere Species sei, dass
sopar eines wcpen Sommersprossen, die nicht pleichmässig
vertheilt sind, w<»hl einen Doppelnamen nüthip mache für
rechte und linke Hälfte. Andere (belehrte bestreiten dies,
ohne eine eigene .Meinung autzustellen. Noch andre ziehen
die .Sehöprunpspeschichte, die Arche Xoäli, die Hacen-rntcr-
schiode, die Zulässipkeit der Sclavcrei als nothwendipe
Momente mit in den Bereich der vorliegenden Frape. Andre
Gelehrte be8tr>'iten dies, ohne eine eipnc Meinung aufzu-
fetellen. Noch andre, die im Hewusstsein ihrer anircbornen,
folglich durch nichts zu ruinircnden Hescheidenlieit stolzes
Oberwasser haben, c(m<truiren o'm solches Lafiyrinth aus
Punkten. Streifen. Ketten und Kijipen. durchkreuzt von
unregelmässig punetirten Streifen und regelmässig gebroche-
nen Kippenketten . dass die lichtvollste Ueberfiihrung und
die Anführung abschreckend schlagender und breitgeschlag-
ner Beisjiiel.- ni.'manden liberfilhrt oder anflihrt. als die vor-
hinein .Hchnn überzeugten Kappenbrlider. Andre Gelehrte
bestreiten dies. oUnc eine eigene Meinung aufzustellen.
l'nter diesen Umständen, oder wie jener Hegistrator
ad marginem der an das nbnrg<richt eingeschickten Acten
bemerkte: »Da vorlieg«>nde Sache nunmehr so weit gedie-
hen, d:iss kein vernlinftiger Mensch mehr daraus klui,' wer-
den kann" war stark di»' Hi'i\o davon, die .Sache wegen
ihrer weltgeschichtlichen Medeutung vor den Bundestag zu
bringen Jedoch um eine so wichtige Kut.sch'^idung bei die-
nen kurzen Tsigen und der langen mereantilischen Krisid
nicht der (Gefahr der lehcr^tlir/iing ansznsetzen, wurde die
.^tcllnng von l'reisfragen beliebt.
\.
\N ar die Khe /\> [.»«eden \ loi;i7. uml t reii;»l;t eine ver-
plinte oder nicht'.'
An matrimoniuni ipiacstioniH incestiioHuni t'ucrit aiit
potias sodoiniticiim ."
B
(»e.Helzt, (Ur hinterpomnurs« ii«* A'ii< »f. Iiatie in seinem
schaurig orthodoxen \ nterlande ausser einer geschiedenen
6
Kreusa noch V2 Dutzend alimentenberechtigter Didonen sitzen
lassen, würde er seine Lavinia-Crenata in eine pr. Wittwen-
Casse haben einkaufen können?
C.
Wie stellt sich das hypothecarische Recht der Kinder
aus dieser Ehe bei künftigen Ausgaben des seit der classi-
schen vierten Edition durch auffallende Nachlässigkeiten
romantisch gewordnen Catalogus coleopt. Europae? Werden
sie als rechtlose S p u r i i spurlos übergangen, oder wird ihnen
als Localratzen eine schwache Existenz „in schiefer Schrift"
zugebilligt? Oder werden sie in den Limbus der Infanten mit
ungewissen Sedes verwiesen? Bei der letztern Frage sind
natürhch die pharmaceutischen Mitglieder wegen persönlicher
Debit- Interessen frischen Löwenzahns und alten Fliegen-
papiers ausgeschlossen.
Die endgültige Entscheidung dieser Tusculanen ist
offenbar nur von den Propheten der Elntomo - Mormonen am
-salzigen Plötzen -See zu erwarten. Einstweilen verbleibt es
trotz aller schäkerhafter „Eingesandt's^' bei jener heillosen,
unlogischen Verwirrung, von welcher Göthe im Divan sagt:
Wo man nicht zu sondern wusste
Mäusedreck von Coriandern.
Sollte aber — wir wagen es zu hoffen — unsern Ta-
gen das unverdiente Glück beschieden sein, dass ein genialer
Jüngling, mit dem höheren M. & Coriander-Sonderungsblick
begabt, die Sache vor sein geheimes Obertribunal und Fo-
rum papale zieht und in seinem Moniteur Imperial (einer
Zeitschrift, welche eben keine Zeitschrift, sondern eine
Ewigkeit Schrift ist), einen Strahl seines Hydro -Oxygen-
Leuchtgases auf diese obscuren Fragen blitzen zu lassen
geruhet, — dann, ja dann wird es den bisherigen blinden
Hessen wie Schuppen von den Augen fallen und sie werden
im Chorus einstimmig jubeln:
Köstlich ist's ; wenn Scheidler, Prey ssler, Purpurascens
und Crenatus
Sämmtlich in die Luft verstieben als locale Ratzen-
Flatus :
Kann Er vollends wegpurgiren den vertrackten
Mollii,???
Schalle unserm Abführdoctor dreifach Hopp, Hopp,
Hoppiiü!
G. A. D.
Vorzeichniss
Häiiiiiitlic'lif^r .TIit;;li(Mli'r den Vereins.
Protector des Vereins.
Der Oherprasidtul iler i'rovinz rummcrn, Herr Freih. Sen ff t
von PiUach.
Ehren-Mitglieder.
Sc. Kön. Höh. (lor rotierende (irossherzop von Oldenhnrp.
Se. Diirehl. Richard Fürst zn Khevenhliller-Mctsch, Präsident
des zool.-botan. Vereins zu Wien.
Herr Dr. Anb6 in Paris.
- V. Bär. Exe. Staatsrath n. Akademiker in Petersburg.
Hohe man. Intendant d. entom. Museums in Stockholm.
V. Brandt, Staatsrath und Akademiker, Director det
Kaiserl. zool. Museums in Petersburg.
Bur nie ister, Professor in Halle.
Chevrolat in Paris.
Dr. Frankliu-Bache, Präsident der philos. Gesell-
schat^ in Philadelphia.
Dr. rWay. Director des zool. Departements im British
.Museum, London.
Dr. Httrsficid, Director des zool. Departements im
ostindischen Hause in London.
Freiherr Alexander v. Humboldt. Excell.
Lacordaire. Professor der Zoologie in Li6gc,
E. Mulsant. Bibliothekar in Lyon.
\V. 8 n e n c e in London.
Frau Isabel Stainton. treb. Dünn, aof Monntsfield (Lewi»-
ham) bei London.
Herr Dr. r. Steven, Staatsrath in Sympheropol. Eicellenz.
Uhden, Geh. Staatsminister. Exe. in Berlin.
B. W. Westermann. Kaufmann in Kjöbnham.
J. 0. Westwood in London.
Vorstand des Vereins.
Herr Dr. Bebra. .Medicinalrath in Stettin.
Dassel. .\ppollations-Gcrichtsrath in Stettin. Rendant.
Do hm. Director in Stettin. Pnisident.
(tillet de Monniore. K i in Stettin.
Hering. Pn-fessor in ^
Hess. Rector in Stettin.
Lincke, Lehrer an der BürgerteboJe in Stettin.
8
Herr Dr. Loew, Director in Meseritz.
- Pitsch, Gymnasiallehrer in Stettin.
- Dr. Ratzeburg, Professor in N./Eberswalde.
- Schaum. Dr. philos. et med., Prof. in Berlin.
- Schmidt, Geheimer und Ober - Pegierungsrath in
Stettin.
Dr. V. Siebold, Professor in München.
- Dr. Suffrian, Schulrath in Münster.
- Prof. Zeller, Oberlehrer in Glogau.
Ordentliche Mitglieder.
Abdul Eflfendi in Damaseus.
Herr Arthur Adams, Wundarzt bei der Flotte in London.
- Ahrbeck, Kanzellist in Hannover.
- Albers, Stadtgerichts-Auditeur in Hannover.
- V. Alerg, Oberförster in Duninowo in Polen.
- Andersch, Kaufmann in Königsberg.
- Andritzschky, Apotheker in Zwickau.
- G. d'Angiolo in Pisa.
- Assmuss, Stud. nat. in Podolsk (Moskwa), derzeit in
Leipzig.
- Bach, Lehrer an der höheren Stadtschule in Boppart.
- Bachmann, Lehrer in Insterburg.
- Baly, Dr. med. in Kentish Town bei London.
- Dr. Barth, pract. Arzt zu Königsberg in Preussen.
- Dr. phil. V. Babo in Weinsheim bei Heidelberg.
- Dr. Bauer, Kreisphysikus in Nentershausen.
- Dr. Beck in Napoli.
- Alb. Becker in Sarepta.
- Bellard i, Prof. an der Univers. Turin.
- Belli er de la C ha vi gnerie, Justizbeamter in Paris.
- Bernheim, Professor in Chur.
- V. Bernuth, Oberförster in Jägerndorf.
.-- Dr. Stefano Bertolini, K. K. Beamter in Trient.
- Bertoloni jun., Prof. an der Univ. Bologna.
- Bianconi Prof., Director des zool. Museums d. Univ.
Bologna.
- Dr. Bibow in Garz a. 0.
- E. A. Bielz, K. K. Finanz beamter in Herrmannstadt.
- Bigot in Paris. ^
- Billig, Studiosus der Forstwissens chaften in Stralsund.
- Bilimek (Dominik f Hochw., Kapitular am Keukloster
zu Wiener Neustadt, und Prof. der Naturgesch. am
Gymnasium.
- Blanchard, Conservator des entom. Museums, Jardin
des plantes in Paris.
Herr Rlauel, Kector in Osterode.
Bog eng, Apotheker in Putzig.
V. IJodenicver in Zosselwitz.
Ernst Hallion, an der Iniversität in Kasan.
Br)ttchtr in Ntn^tadt-Eln-rswalde.
Boic, Justizratli iu Kiel.
Dr. Böse in Ortonherg.
Bowring in Hongkong.
Brandt. For.'^t-Candidat in Xeustad^Eherswalde.
B r asf Im a II n. Lehrer in Düsseldorf.
Fr. Brauer in Wien.
Bremer. Areliiteet in Petersburg.
Brehm. in ."^ondersleben.
W. Briek, Lieut. im Feldjägereorps in Koselehen.
Brisehkt . Lehrer in Danzig.
Britt ingcr, .Vpotheker zu Steyr in Ober-OeBterreich.
Em. V. Brück. Kaufmann in Crefeld.
Bllttner. Lehrer in r;rab(t\v bei Stettin.
Burchard, Professor und Director des GymnauiuiDS
zu HUekeburg.
A. Butleroff. Privat-Docent an der l'niversitüt in
Kasan.
Dr. Caesar. Arzt in Bremen.
Dr. Calw er in Stuttgart
Dr. Cand^ze in IJege.
Chabrillac. Naturf. in Paris (derzeit in Brasilien.
Baron von Chaudoir in Kuzmin bei Sbitomir.
Hugo Christoph in Xisky.
F. W. ('lasen. Lehrer am Cymnasium in Rostork.
Cornelius. Lehrer an der Realschule in Elberfeld
.\chille Costa. I>r. in Naf)oli.
Cramer, Stadtrichtcr a. D. in St« penit/..
Crelinger. Oberforstmeister in Stettin.
Cand. phil. Czech in Breslau.
Dr. Dahlbom, Intendant d. entom. Museumi >n Land.
Damkc. Orundsteiierrcvisor in Hannover
Damm, .Ju'<tiz('<»mmissarius in .Magdeburg.
Daniel. Advokat. Bürgermeister zu Srhwaan im
(»rosijh. .Mecklenburg.
Franz Degenhardt, Bergrevisor in ("lau.sthal.
Desmarets. .Secretair der entom. fJegellgehatt zu
Paris.
Dietrich. Lehrer im Kanton Zllrioh.
Dr. Dfibner, l'rofessor in .VschafTcnburg.
Heinr. Dohrn. Stnd. peolop. (derzeit in Bonn •
V. Dommer KjMifniann in Daozig.
10
Herr Dr. Dorn heim, Oberlehrer in Minden.
- J. W. Douglas in London.
A. Doue in Paris.
C. Drewsen in Strandmiihle bei Kjöbenhavn.
- Drude, Rector in Hettstädt.
- Aug. Dutreux, General-Einnehmer in Luxemburg.
- Jacquelin Duval in Paris.
- Dr. Edgren in Sköfde (Schweden.)
- Dr. Egg er in Wien.
- Ehlers, Cand. phil. in Lüneburg.
- W. Eichhoff, Forst-Candidat in Schleusingen.
- Eigenbrodt, Regierungsbeamter in Ehrenbreitenstein.
- Elditt, Lehrer an der höhern Bürgerschule in Königs-
berg in Preussen.
- Endrulat, B., Literat in Hamburg.
- V. Er lach, Director in Hall (Tyrol.)
- Dr. Eversmann, Staatsrath und Professor in Kasan
Exe.
- Ewald, Maler in Berlin.
- V. Fahraeus, Minister in Göteborg, Exe.
- Leon Fairmai re, Vice-Präsident der soc. ent. Paris.
- Fehr, Lehrer in Gunzenhausen in Baiern.
- Eugen Felix, Kaufmann in Leipzig.
- Graf Ferrari in Wien.
- Marquis de la Ferte Senectere in Paris.
- Dr. phil. Fieber, Appellations - Kanzlei - Director in
Hohenmauth in Böhmen.
- Dr Filippo de Filippi, Prof. der Zool. in Turin.
- Fischer, Edler von Rösslerstamm in Wien.
- Dr. Fischer, Privat-Docent in Freiburg im Breisgau.
- C. Fischer, Lithograph in Berlin.
- Förster, Prof an der Realschule in Aachen.
- R. Forst, Kaufmann in Hamburg.
- Frank, Subrector in Annweiler.
- Dr. A. von Frantzius, Prof. in Breslau.
- Felix Fraude, Kaufmann in ZüUchow bei Stettin.
- G. Frauen feld, Gustos des K. K. Natural. - Gab. in
Wien.
- Heinr. Frey, Prof. an der Univ. Zürich.
- Frey er, Stiftungs-Cassirer in Augsburg.
- Frings, Fabrikant in Uerdingen.
- Frische, Kaufmann in Naumburg.
- Dr. Frivaldszky, Gustos in Pesth.
- Alex. Fry, Kaufmann in London.
- Füldner, Gymnasiallehrer in Neustrelitz.
- Funke, Cantor in Rochlitz.
tl
Herr Carl Fuss, Professor io Herrmannstadt.
Gas pari, C'andidat der Mineral(»gie in Poppeisdorf
bei Bonn
Gassner. Commissarins in Prag.
(ich in. Apothekrr in Metz.
Dr. .Max (Jeni minder in München.
Georp, Kiinipl. Förster in Bcvensen bei Lünebarg.
Edaard Gerden in Bielefeld.
Görard, Secretair der Linneischen Gesellschaft in
Lyon.
Gerhard in Hambarg.
Dr. Gerstäcker, Casios des Kgl. zool. Mnseams za
Berlin.
(ihiliani, Cunscnator am zool. .Mnseam zn Tarin.
Dr. C. Glaser in Friedeberg (Hessen.)
von Glöden. Freiherr anfBlitzow in Meckl.-Schwerin.
Glitz. Revisor in Hannover.
Gaabil. Capitain a. D. in t^uillan (Pyren.^
V. Gödel, C(»ngiil in Trapezunt.
Grebe, acad. Lehrer in FLldena.
R. Grentzenberg, Kaufmann in Danzig.
Gressner in Rochlitz.
W. Grey. K. Hofgärtner a. D. in Petersburg.
Grimm, Hofstaatssecretair in Berlin.
Grube. Geh. Keg.-Kath und Professor in Breslau.
.\. von Gruber, K. K. Forstmeister, jetzt in Ttlrk.
Diensten in Konstantinopel.
Grüner, Kaufmann in Leipzig.
Gutsch, Cabinets-C'-urier in London.
A. Haag. Dr. juris in Frankfurt.
H ah (1 mann. Kuptcrstrchtr in Berlin.
Dr. Hagen, pract. .\ntt in K«»nigsborg.
Freiherr Halbhnber von Festewill. Landes-Präsidcnt
des Herzogthums Schlesien in Troppau.
Dr. Clemens Hampe. fürstlicher Leibarzt in Wien.
Hanak, Professor am Gymnasium zu Ofeo.
A. H. Haliday in Dublin.
Harer in Frankfurt a. M.
Lieut. V. Harold in .München.
r>r. Hart ig, Forstrath und I'rof. zn Brannscbwcig.
Otto Hassel. Auditor in Wolfenbültcl.
Baron Hausmann in B«itzen.
Dr. Hecht. . "^ ■
Hederirh. 1 ubQrgen.
Heeger in Mocdling oei Wien.
Dr. Heer, Professor in Ztlrich.
12
Herr v. Heinemaon, Zollsccretair in Braunschweig.
- He 11 mann, Apotheker in Kasan.
- Hensche, Apotheker und Stadtrath in Königsberg in
Preussen.
- Hering in Brttnn.
- Dr. Herrich- Sc häffer, Kreis- und Gerichtsrath in
Regensburg.
- V. Hey den, Senator in Frankfurt a. M.
- Heyer, Stadtschreiber in Lüneburg.
- Hildebrandt, Prof. an d. Maler-Acad. in Düsseldorf.
- Dr. Hille, Apotheker in Hanau.
- Hochhuth, Director des botanischen Gartens in Kiew.
Ho ff mann, Professor in Bamberg.
Hoffmeister, Pfarrer in Nordshausen bei Cassel
- V. Holle, Stud. in Göttingen.
- Holmgreu, Cand. in Stockholm.
Holtz, Rentier in Barth.
Homeyer, auf Darsin bei Poganitz in Pommern.
- Hopffer, Custos am K. entom Museum in Berlin.
• Max V. Hopffgarten, Gutsbesitzer in Mülverstedt br-i
Langensalza.
- Hornung, Apotheker in Aschersleben.
- V. Hornig, K. K. Ministerial-Beamter in Wien.
- E. W. Janson in London.
- Javet in Paris.
- Jekel in Paris.
- Dr. Imhoff, prakt. Arzt in Basel.
- J. F. Jude ich, Forst- Conducteur in Dresden.
- Junker, Oberfinanz kammer-Registrator in Cassel.
- Kaden, Director in Dresden.
- Kaltenbach, Lehrer in Aachen.
- V. Kämpff, auf Kiederiaulbrück bei Schweidnitz.
- Karelin, Collegienrath in Moskau.
- Karow, Pastor in Roggow bei Daher in Pommern.
- A. Kar seh, Professor in Münster.
- Dr. Kaup. Custos in Darmstadt.
- Kawall, Pastor in Russen bei Windau.
- Dr. Kay 8 er in Halle.
- Keferstein, Gerichtsrath in Erfurt.
- Kelch, Oberlehrer in Ratibor.
- Adolph Keller in Reutlingen.
- Kellner, Oberförster in Georgenthal in Thüringen.
- V. Kiesen Wetter, Regierungsrath in Bautzen.
- Dr. Kirchner in Kaplitz in Böhmen.
- Kirsch, Apotheker iu Chemnitz.
- Prof. Kirschbaum in Wiesbaden.
18
Hfrr Kli ngel hoffe r, ilaaptiuaiin in Darmstadt.
Eugen Klug, in Olmlltz.
Jos. Klu^. «iyinnasiallehrer iu Mährisch Trübau.
Klupsz, Professur in Hastenburg.
J. Kuörleiii, K. K DirectioDS-Iugenieur in Linz lu
Oberöfrterreiih.
(Jabr. Koch in Frankfurt a. M.
Koch, Geh. Amtsralh ia^SUlz m .Mecklenburg.
C. Köder mann, Custos des N'atnralieD-CabiLets im
Stift St. Lambr<'eht (Obersteyennark».
Kokeil, Taxamtdoftieial in Klag* ofurt
Kollar. Directur am K. K. N'aturalieo - Cabinet io
Wien.
Kuppen, Kautmann in Stendal.
Kraat/, Dr. phil. in Berlin.
Dr. K ratter, Kreisphysikuä in Zloczow (Gallüieü).
J. f. Kraus. Lehrer in Trier.
Knist Kreussler, Dr. med. in Arolsen.
Dr. Kriechbaumer in .München.
Kr«) 8 mann, Lehrer in Hannover.
K, Krupp. Prof. an der ForstUhranstait in Weisawasscr
(B^)hmen'.
Krllper. Dr. phil. in Herim.
Kud. K rzi z, in iJrünn.
Grat KUenburg, K. K. Herg- und Saliuen-Directions
Assessor in Bransdorf v österr. Scblettien;.
C. Komm, Kaufmann in Danzig.
KUf«ell, Gut.sbositzor bei vStettin.
[>r. Küster, Tilegraph.- Beamter in Anspacb.
l'rof. Dr. Lanza in >palato.
W . V. Lan?sdorf in Lahr im Breisgaa.
Leder»'r in Wien.
Prof. Lenz in Königsberg.
Leanifi. Profess^^ir in Hildf.sheim.
G. dl' L«'vrat in Lyon.
I..ogan in Kdinbon*.
Dr. Lowe in Edinborö.
Lui>a<<. Ansistent im Mu'^eum des Jardiu de« plante«
in V&Ti».
l)T. Lachs. Badearzt iu Wanubrunu.
Lnben. Pastor in Mersebor;:.
E. Ltiders, Kentur in l^uterbiTg am Harz.
Ly noker. Sekretair in Kan.sel.
I'. .Massen iu ('r»>feid.
Mae hier, Dr. med. in Heidelberg.
Mäbaert, Candidat in Svida bei Asobertlebea.
14
Herr Fr. Märkel, Cantor in St. Wehlen bei Pirna.
- G. Märkel, Cantor in Leuben bei Lommatsch.
- Mäklin, Dr. phil. in Helsingfors.
- R. Maitland, Conservator des entom. Museums der
Gesellschaft Natura Artis Magistra in Amsterdam.
- Malirz, Rechnungsbeamter in Ofen.
, V. Manderstjerna, Hauptmann in Petersburg.
- Mangold, Königl. Forst-Inspector in Stettin.
- Alfred de Manuel in Chambery.
- de Marseul, Abbe in Paris.
- Fr. Martens, Seminarlehrer in Segeberg.
- Job. Martens, Conrector in Rendsburg.
- Martini, Hofrath in Weimar.
- Joseph Mayer, K. K. Ministerial-Revident in Wien.
- L. Mayer, Hofgärtner in Monbijou, Berlin.
- Mann, Maler in Wien.
- G. Mayr, Dr. phil. in Pesth.
- Melly, Kaufmann in Liverpool.
- Menetries, Director des entom. Museums in Petersburg.
- Prof. Dr. Menzel in Zürich.
- Dr. Mess, Dirigent der Strafanstalt Plassenburg bei
Culmbach.
- Messow, Rentmeister in Wernigerode.
- Messing, Hof- und Schloss-Cantor in Neustrelitz.
- Metzner, Hauptsteueramts -Rendant in Frankfurt a. 0.
- Meyer, Cand. phil. in Hamburg.
- Meyer-Dür, Hauptmann in Burgdorf (Schweiz).
- Micklitz, K. K. Förster in Tolmein bei Görz.
- Mickisch, Bergwerks-Inspector in Pilsen.
- Mielke, Apotheker in Posen.
- C. J. Milde in Lübeck.
- L. Miller in Wien.
- Miller, Kaufmann in Stettin.
- Milliere in Lyon.
- Mink, Oberlehrer in Crefeld.
- Dr. M 0 e b i u s , Lehrer am Johanneum in Hamburg.
- H. R. Möschler in Herrnhut.
- G. Molinari in Pisa.
- Dr. Monti in Pisa
- M oore, Beamter am zoolog. Museum des ostind. Hauses
in London.
- V. Motschulsky, Hauptmann in Petersburg.
- Moe, Universitätsgärtner in Christiania.
- Dr. Morsbach, pract. Arzt in Dortmund.
- Dr. Mühle npfordt, Professor in Hannover.
- Mü hl ig in Frankfurt a. M.
15
Herr Dr. MUllcr, Lehrer in Schwerin.
- ('. Müller in Horlin.
- MUllcr, Stacltwundar/t in Neiistadt-Ehcrswalde.
- Jiil. .MUlU-r, Fabrik P.nclihaitcr in Hrlinu.
Ci. Muller. Mcchanicus in Dresden.
- Mutzen, Maler in lierlin.
Murdfield, Apotlu-kcr in Rheine.
- Andr. Murray in Kdinhnn».
- Dr. Nebel, Uht-rarzt in Darnistadt.
- Neu8tä«lt in Urtslau.
E<lwaril Niunian in London.
Graf Nieelli, Lieutenant im Kaiser Alex. -Keg.
Xickerl. pract. Arzt in Prag.
Dr. Nicolai in Arnstadt.
G. Nicpold, Lieutenant in f'olberg.
• Nie tu er, Plantagen- I)irL'ktor in Colouibo (Ceylon).
Oberst v. Noleken Ingenieur in Riga.
- Nördliuger, l'rotessor in Hohcubeini bei Stuttgart.
- Dr. N y 1 a n d e r in Helaingfors.
Ubert. Lehrer in Petersburg.
A. V. Uertzen in Mecklenb. -Friedland.
Baron Franz v. Oezkay . K. K. Kämmerer in Oedenborg.
- Orsiui, Professor in Aseuli.
Baron Osten -Sacken, Kais. niss. Legations-Secretair
in Washington.
- V. d. Osten, Kittergutsbesitzer zu Warnitz bei Soldin.
Fächer, Pfarrer in Tröpolaeh (Kärnthen).
- Dr. Palliardi, Medieinalrath in Kranzonsbad.
- Pape, akadcmi.scher Kupfernteeher in Petersburg.
- Perroud in I.,yon.
- Dr. Peters, Medieinalrath in Neu-Strelitz.
- Pfeil, Staatsanwalt in Kr.ni^'sberg.
- Dr. l'fund, Assistent am Naturalien -Cahinet in Prag.
- Piccioli in Florenz.
O. Pirazzoli, Civil -Ingenieur in Imola.
- G. Pirngruber. Benetieiat in TirUnwald bei .Mlinrheii
- T. d. l'lanitz auf NeidsrhUtz bei Naumburg.
- Carl Plötz in Greifswald.
Poggc, Kaufmann in Greifswald.
Pop off, (ollegien-Assessor io Kjarhta.
- V. Prittwitz, Notar in P.rieg.
Putzeys, Directur im .lustizminist^iriuni in Brtlssel.
- Rahtz, Forster in Neumark.
Keer. Kaufmann in Hamixirg.
Heidemeister, Candidat in Cummerow.
- Dr. Reinhard, .Medizinalrath in BaoUen.
16
Herr Dr. v. Renard, Sekretair der Kaiserl. naturf. Gesell-
schaft in Moskwa.
- Prof. Dr. Redte nb acher, Custos am K. K. Naturalien-
Cabinet in Wien.
- Re issig, Ober-Forstsecretair in Darmstadt.
- K. Reutti in Freiburg im Rreisgau.
- Richter, Kammer -Musikus in Berlin.
- Richter, Hofgärtner im Luisium bei Dessau.
- Richter, Oberförster in Klütz bei Stettin.
- Richter, Pastor in Punschrau bei Naumburg.
- Richter, Oberförster in Stepenitz.
- Riehl, Ober -Zahlmeister der Haupt-Staats-Casse in
Cassel.
- Jul. Rietz, Musik-Direktor in Leipzig.
- Dr. Ritter, Hauptlehrer am Gymnasium in Marburg.
- Dr. Roger, Leibarzt Sr. Durchlaucht des Herzogs von
Ratibor in Räuden.
Rohde, Lehrer in Berlin.
- Cam. Rondani, Professor in Parma.
- Roth lieb in Hamburg.
- Rosenberge r, Pastor in Groesen (Kurland).
- Dr. Rosenhauer, Privatdocent in Erlangen.
- V. Roser, Geheimer Legationsrath in Stuttgart.
- Professor Dr. Roth, Mitglied der K. Akademie in
München.
- Russ, Lehrer in Hanau
- Ruthe, Oberlehrer in Berlin.
- R. V. Sacher-Masoch, K. K. Hofrath in Prag.
- R. V. Sacher-Masoch, K. K. Hofrathin Pestb.
- Dr. Sachse, prakt. Arzt in Leipzig.
- Dr. Sahlberg, Professor in Helsingfors.
- Sand, Candidat in Königsberg.
' W. W. Saunders in London.
- H. de Saussure in Geneve.
- Dr. Saute r in Königsberg.
- Schaschl, K. K. Hüttenbeamter in Forlach (Kärnthen.)
- Seh auffelberger, Architect in Petersburg.
- Christ. Sc he dl in Wien.
- Scheibe, Lehrer in Kemberg.
- Scheibge, Lehrer in Garz a. d. Oder.
- Seb. Alex. Scheidel, Bankbeamter und Custos der
entom. Sektion im Senkenbergschen Museum in Frankfurt.
- S c h e n c k , Professor zu Weilburg.
- Dr. Schiefferdecker, pract. Arzt in Königsberg.
- Schindler, K. K. Pfannhausverwalter in Hall.
- Schindowsky, Förster in Proebbernau bei Elbing.
\1
Herr Dr. IL Schinor. S( entair des zool -Ixjot. Vor. in Wien.
- Schiüütc, Insj). am K. zool. Mus<'nm in Kjühcnliavu.
Sc lili iliti np-, Su|)frintrnil«'nt in Isin^'cr hei Pyritz.
- Scliliiii^er, Diai'oniis in Jona.
- A. Selnnid in Kranklurt a. ^f.
Fcrd. Jos. Sthniidt in Laihaeli.
Dr. Selnnid t. Direetor in KHiin;;.
- Schmidt. Kr<is\viin<larzt in Winmar.
Dr. Schmidt (ioebel, l'rofVssor in Lcmberg.
- Schmitt. rJciMTal-Superiiittnilt nt in Mainz.
- Dr. phil. .Sclmr ide r in iJrcshui.
- M. Sc hr.nl) ach, Oberförster in Keinwiese bei Hemia-
kret.schcn.
Schreck, Lehrer in Zeulenroda.
- Sc hrce ken baeh, Diaeonus in Chemnitz.
- Schreiber, C()ilal>nrator in WollVnbllttcl.
- K. Schreiber. Cand. niath. in llossla.
• Schreiner. Kepistrator in Weimar.
Dr. V. Schumann, Arzt in Kcichcnbach CSchlesicn).
Schultz, Uberlehrer in Berlin.
- Schulze, Cand. theol. in l'ölitz.
Dr. Schwabe, practischcr Arzt in Stadt Rcmda bei
Hndolstadt.
- Scriba, Pastor in Selijrenstadt.
- Scccer, Dr. med. in Hall (Tyrol.)
Cavalierc Handi di Sehe in Turin.
Harun de Sei ys-Lonpch amps Senator in Lllttich.
Dr. M. Seubert, Prof. in Karlsrnlic
- Dr. 0. Seyffer in Stutt^'art.
- William Sharswood in Cavendisliam t Vorein. Staaten.)
- Sheppard. VA., Zojlbeamttr in London.
- Sievers. Kaufmann in Petersburg.
Smith, Assistent am Hrit. Museum in London.
Sn eilen van Vollonhovon. r'n«;»o<ä do« ontom. Musoumi
der rnivorsitiit Leydon.
Dr. Sodoffsky in Hitra.
M. C. Sommer, Kaufmann in .Mtona.
Dr. Souvorbie in H<trdoanx.
Dr. Fr. Sperk in Novo Tscherkask.
Dr. med. Adolf Speyer in Rhoden.
Sponholz. IVdicer zu Rlllow in Mecklenburg.
St ä per, .lustizrath in KJöbuhavu.
Dr. med. Stac he Ih a u sen in Barmen.
H. T. .^^tainton. in I>owi>;hani bei London.
Standfuss, Pastor in Sehroiborhau hei Hirschberg.
Stäl, Candidat in Stockbolm.
a
i8
Herr J. Stark, Bezirks-Geometer in Immenstadt.
' Hr. Staudinger in Berlin (derzeit in Spanien.)
- Dr. Steffahny, pract Arzt in Putzig.
- Stein, Rentier in Berlin.
- Dr. F. Stein, Professor in Tharand.
- Stein ecke, Cantor in Swinemünde.
- Dr. med. Stiebel in Frankfurt a. M.
- Dr. Sti^rlin in Schaflfhausen.
- Stollwerk, Lehrer in Uerdingen.
- Dr. Stricker, Kreisphysikus in Greifenhagen.
- Strübiug, Seminarlehrer in Berlin.
- Dr. Struve in Dresden.
- Dr. F. Sturm, Kupferstecher in Nürnberg.
- J. W. Sturm, Kupferstecher in Nürnberg.
- Stülpnagel. Rendant in Prenzlau.
- Dr. Sunde wall, Professor und Intendant der Museen
in Stockholm.
- X. Tarnier in Dijon (rue Vauban).
- Dr. Taschenberg in Seesen am Harz.
- Tetschke, Oberlehrer in Stralsund.
- Thorey in Hamburg.
- V. Tiedemannn, Ritter-Gutsbes. auf Russoczin bei
Danzig.
- T i e f f e n b a c h , Maler in Berlin.
- C. D. Tiemann in Magdeburg.
- Tischbein, Oberförster in Herrstein bei Kirn.
- Tollin, Apotheker in Berlin.
- Truqui, K. sard. Generalconsul in Rio.
- Türk, K. K. Beamter in Wien.
- Ulrich, K. K. Official in Wien.
- V. Vareudorf, Regierungs-Secretair in Arnsberg.
- Frangois Yenetz, Ingenieur in Sitten (Wallis).
- Dr. Verloren in Utrecht.
- Vigelius, Steuerrath in Wiesbaden.
- E. Vogel in Dresden.
- Voigt, Maler in Gross-Schönau in der Lausitz.
- Dr. Völker, Gymnasiallehrer in Elberfeld.
- Waga, Professor in Warschau.
- Wagen Schieber, Kupferstecher in Berlin.
Wagner, Lehrer in Aschersleben.
Wagner, Oberlörster in Wildenbruch.
- Wahlberg, Professor in Stockholm.
- G. Wailes in Newcastle.
- Dr. Waltl, Lehrer in Passau.
- Wartenberg, Oberforstmeister in Marieuwerder.
- Wasle, Apotheker in Schlitz.
H'Tr Julius Weeren. Stndionas in Berlin.
E. Wehncke, Kauiniann in Harn hu r^.
Weidehas»'. Stml. rnrd. in Hcrliu.
Dr. V. W»'i(l tu hath. pract. Arzt in Aug^barp.
V. \N' ei 8 se ü bor II . (icht.'i' '/.rath in llalberstAdt.
- V. Wels er, Freiherr in N
Werneburp. K<ini;:l. Forstmeister iu Krtnrt.
- W e 8 ni a e 1 , FrolV-ssor in BrUsuel.
Westerman, Uireetor des z«>ol. Gartena der Gesell
»ch&fX Natura Artis Mapistra iu Amsterdam
Dr. Wetz el. I)irector in Biinnon.
Westrinp. D<'nanen-In."*peot<ir in Göteborg.
- G. Weymer. Kantinann in Klberfeld.
- A. White. Assistent am Hrit. Museum in London.
W i e p k e n , Custos am prossherz. Museum zu < lldenbarjf.
Wie schutter, (iärtncr bei (ilopaa.
Dr. Wilkens. prart. .\rzt in Bremen.
- Wilms. (iynmasial-Director in Minden.
J. Wilson. Ks«i. in Kdinburjrli.
Joh. Winnertz in Creteld.
Ph. Wirtpen. Vorsteher des naturhifitorisehen Verein«
in Coblenz,
- Wi 8 8 mann. Obertor!»ter in Hanmiv. -Münden
- Dr. med Wocke in Breslau.
Gabr. Wolfi', Apotheker in Klausenbare.
Vemon Wollaston iu London.
Dr. Zaddach, l*rivat- Doccnt in Könipsberp.
- Z e be, Ben.. iJbertVirster in Vol|>crsdorf. • irafschal^ Glati.
G. Zehe. jun.. in Neumark bei St. rtin.
• Graf V. Zepelin bei ('onstanz.
- Zetterstedt, Professor in I.nnd.
- V. Z i e p 1 e r u. K I i p p h .1 n « e n . « H.erf«'»rster in SchmletU»
berp bei Schleusinp»'n.
• Dr. Zimmermann in (;eorptown (Slldi-.iroiina).
• Z 80 hörn. (»b««rlohrer in Halle a S.
Ernst Zur hold in [.»^ipzic
Ehren -^' — 20
Vorstani - ;<»«!. t 1')
Ordentliche Mitglieder 4fi6
621
20
Rede zur Stiftungsfeier des eiitomologischen
Vereins
am 8. November 1857.
Meine Herren!
Seit ich vor einem Jahre die Ehre hatte, Ihnen meinen
Bericht über den Zustand des meiner Leitung anvertrauten
Vereins vorzulegen, hat sich in seinen innern und äussern
Verhältnissen wesentlich nichts geändert Das frühere mo-
natliche Ausgeben der entomologischen Zeitung ist zu fast
allseitiger Zufriedenheit in ein dreimonatliches verwandelt
worden und soll demnach beibehalten werden. Abgesehen
von einer Erleichterung für die Redaction und Correctur
( — weil bei der jetzigen Einrichtung die verschiedenen Ord-
nungen gleichmässiger berücksichtigt werden können, und
weil sich die mühselige, eben so langweilige als augenver-
derbende Arbeit der Correctur wenigstens auf einen kleinern
Zeitraum concentriren lässt, als früher — ) achte ich es für
einen wesentlichen Gewinn, dass die meisten Arbeiten jetzt
unabgebrochen gegeben werden können, was gleichzeitig
dem wesentlichen Interesse der Autoren und der Leser för-
derlich ist. Auch sind wir seit der neuen Einrichtung we-
niger mit Gesuchen um Ersatz verlorner Nummern behelligt
worden, da die Post, wie es scheint, so starke Hefte weni-
ger verzettelt, als dies vordem öfters geschah; vielleicht
auch, weil sich seit Jahren immer mehr Leser entschlossen
haben, dem langsameren und unerheblich mehr kostenden
aber auch viel zuverlässigeren und reinlicheren Wege des
Buchhandels den Vorzug zu geben.
Von der Linnaea entomologica befindet sich der
zwölfte Band mit Arbeiten von Hagen, Suffrian, Gerstäcker
und Speyer unter der Presse. Die sechste Auflage des
Catalogus coleopterorum Europae findet more soUto ihren
Absatz. Leider kann ich nicht das Gleiche von dem sechsten
Bande des Illigerschen Magazins rühmen, dessen Wieder-
abdruck uns von verschiedenen achtbaren Seiten sehr drin-
gend und als einem allgemeinen Wunsche begegnend ange-
rathen wurde: der bisherige Absatz hat dieser Empfehlung
nur ungenügend entsprochen, offenbar, weil der directe Bezug
von hier und die Einsendung des Betrages hierher manchen
Kauflustigen abgehalten haben, und ich behalte mir über
dies Object meinen Vorschlag* vor.
31
Im rohri^'on befinden sich flie Finanzen des Vereine
in befrirdipender Lap»-, wozu nicht nur die noch auf 1 Jahr
pHltijre Subvention Sr. Majestät, sondern auch der Tnistand
wesentlich bciträ^-t, dass es die Verhältnisse gestattet haben,
den Zinsfuss dos Vereins Kapitals ohne Gefährdunp der
Sicherheit zu erhrdicn.
Pas unerl'ittlicli« Fntuin hat un*i natllrlich auch in dem
abgelaufenen .Fahre maiiclu'n wtrthcn Tienossen aus unserer
Phalanx abgertiOn. Wenn der Xame des in \eustadt Ebers-
walde verstorbenen lA'hrers Hraasehe auch der cntomolo-
pisch«'!! I'ubjirität f'-ni geblieben ist, so wusstcn floch die
mit ihm \('rkt'hrtMi(Kn r'^Irojitcrophilcn. dass er ein flcissiger,
im Dt'tcrmiuircn mancher sehwicrijren Familien pellbtcr und
im Auftinden seltener Arten pllieklicher Forscher seiner
reichen Localität war. Ich konnte desshalb mit putem Ge-
wissen die von ihm hinterlassene Sammlunfr dem brittischen
Museum in London zum Ankaufe emj)fehleii. da es dieser in
vieler H<zi( hunp reichen und prächti^'cn Sammlung gerade
an sdlchcn khinen und meist genau determinirten Arten
fehlte, als sie hier vuriianden und Hlr einen äusserst mäs-
eigen Preis angeboten waren.
Der in Fircnzc verstorbene Dircctor des dortigen gross-
herzoglichen zoologischen Museums, Passerini, hat sich,
namentlich in frlllHTcn Jahren, rlurch Zusammenbringen einer
(l\T italieni'^chc \'erhältiiissr nicht nnbedentcndi'n Sammlung
von f'oleoptereii und durch einige kleinere Publicationen
tlher Hymenojitera und lll»er »ilbaumverwUstendc Insectcn
bekannt gemacht Sein liohes .Mter und das seit einer Heihe
von Jahren auf ihm lastende Verhängniss einer geisteskran-
ken Frau hinderten ihn in fier letzten Zeit v.illig an der F\»rt-
Setzung seiner frühen n Lieblingsbeschäftigung.
Schweren nixl in mehrfacher Hczichung unersctrlichcn
Verlust hat die Kiitonnil<>^'i<' und unser \'ercin durch den
Tod Hrenii-Wf»lfs in Ztlrich erlitten. Fr war ein Auto-
didart im besten Sinne des Wortes; der gänzliche Vcrinft
des Gehrtrs in seinen /wanziger Jahren hatte den geistig
lebendigen und fllr licsehäftigung mit der Natur in den
Mu'-'-i stunden mines Handwerks schwärmejiden jungen
Dr»! lisj.r vorzugsweise auf Knt<>n.M|n;xic hingeleitct, und man
kann nicht ohne Erstaunen und f{llhrung sehen, wie liebe-
voll ihm Mutter Isis seine harte unfreiwillige Isolirung vom
gewrdinlichen menschliehen Verkehr durch sein sinniges nnd
verständiges Eindringen in ihre reichen Mysterien gemildert,
ja sogar mit Resultaten gelohnt hat. welche vielleicht gerade
deswegen ihm zu Theil wurden, weil er mit uncrmlldlichem
FIcisse und eiserner ( onucqucüi sciüc reinste Freude darin
22
fand, die Zeicliennprache der Natnr zu stndiren, da ihm die
Muttersprache verkümmert war. Wir dürfen einem ausfähr*
liehen Nekrologe das Verewigten von befreundeter Hand
entgegensehen.
Wenn es mir im Jahre 1856 durch meine Reise in
Italien gelungen war, dort ausser der Befestigung bereits
brieflich angebahnter Verbindungen noch einige neue zu
begründen, von denen zu hoffen steht, dass sie immer mehr
dazu beitragen werden, die natürliche Verbrüderung aller mit
uns Gleichstrebenden in factisches Licht zu stellen, so hat
meine Reise im Früblinge dieses Jahres dem Vereine mehrere
werthvolle Anknüpfungspunkte zu wissenschaftlichen Relatio-
nen mit Holland geboten. Auch wurden in Belgien, Paris
und London die alten Verbindungen erneuert und neue ge-
wonnen. Mein verehrter Freund, der Professor und Akade-
miker Wesraael in Brüssel, war so gütig, dem Vereine
eine ansehnliche Zahl Separata einer Reihe hymenopterischer
Abhandlungen zur Vertheilung zu überweisen und es hat
mich aufrichtig gefreut, dass sich dazu eine so grosse Zahl
von Petenten meldete — nicht als ob ich nicht wüsste, dass
Wesmaels Arbeiten classisch sind und jeder entomologischen
Bibliothek zum Nutzen wie zur Zierde gereichen, aber weil
es mir die angenehme Ueberzeugung gab, dass die reiche
Ordnung der Hymenoptera allmälig ein immer grösseres
Publikum gewinnt. Ich kann es nicht oft genug empfeh-
len, dass diejenigen, welche auf angehende Entomologen
einen Einfluss üben, diesen wenn irgend möglich dahin gel-
tend machen mögen, den vernachlässigten Ordnungen —
d. h. allen, welche es nicht mit Käfern noch mit Schmetter-
lingen zu thun haben — neue Jünger zuzuführen. Solche
Männer gerade wie der wackere Bremi beweisen, dass
auch ungelahrter Dienst der Mutter Isis und ihrem
Caltus gedeihlich und wohlgefällig ist.
Kaum habe ich nöthig, Ihnen, geehrte Herren, meine
schon öfters direct und indireet ausgesprochene Ansicht zu
wiederholen, dass ein Naturstudiura wie das unsrige seinem
innersten Wesen nach alles Exclusive und was irgend an
Kaste erinnern kann, ausschliesst. Araicus Plato, sed
magis amica natura, so heisst unser Wahlspruch, und
es ist dafür gesorgt, dass die Natur noch Räthsel genug in
Vorrath hält, auch wenn ein ganzes Concil von Piatonen,
Linnö's und Latreille's hundert Jahre hintereinander sich
mit deren Lösung unablässig beschäftigt hätte. Es giebt
keinen noch so hochgebildeten menschlichen Scharfsinn, der
sich zu schämen brauchte, seine Beobachtungen und seine
Combinationen auf unsre Mikrokosmen angewendet zu haben.
23
wie es eben aoch kein Individuum pieht, dem die freie
Wigsenschaft und ihr iinoiuIlichcK [Joinininm als Lclin zu
monoiMtlistisclu'iii Scli:ilt»n illu-riii-k'rt worden. Je weni^rcr
wir (leni bescheideiistin Laien das ihm anfr»lMirne lioehl
verschränken, sein Lieht auf ilen Seheffel /.u strlhn, drsto
freier und naehhaltipr int «lie Verehruujf, die wir für au»
gezeichnete uud herufene \ orkäinpfer uns«rs \atur>tu«iiuni»
hegen.
Diese rrincipitn >ind \t.r Allem nia.'is;,'cl)end p'W( •« n.
al« der verewigte Dr. >chmi(lt in \ erliindunj; mit wenitren
wackeren Freunden unsern \'erein ^tift« te. Frankreich und
Kn;:Iand waren mit ^'utem licihpiele vuran;,'eKaupeu, und •**
mus8 der Wahrheit zur Steuer zu^'egeljou wenlen, da^H die
deutsche Kntdnndo'rie hinter der l'ran/.ösischen und en^dischen
zurUckldiel), nicht weil et» den DentM-lien an tllelitiL'en Fn-
tonndopen. widd aher, weil es ihn«'n an einem Mittelpunkte
gehrach. Hatten jene Lander in ihrtr |i<>iiti.seh« n (lotalt
natdrliciicn Anlass, das < iitumnln^nM-he (eutruni in ihre
Liaunt.städtc lü verlegen, und damit ihren Vereinen alle die
Vortneile 7.0 versehaffen, welche nnthw endig daran»« hervor-
gehen, so wäre es in Deutschland, wenn auch nicht v(»ll-
konimeu entspreehend , so doch annäht rnd gleichhedeutend
gewesen, wenn Wien oder lUrlin sieh an die .Spit/e eine»
ent^»ino|«igischen \ ereins gestellt hätten. Das alier ^'eschah
nicht, aus (Irlinden. wtd<he /u enirtern lii«'r nicht die Stelle
ist. Es uiusste also eine andere Stadt den ersten Sehritt
thun, und Stettin that ihn. An weisen uud zum Tlieil
hochstehinden und einflus>reiehen Männenj hat es idcht
gefehlt, welche dem rnt«rn«hmen geringen odi r trar keinen
Krfolg lind jedentalls kurzen llesland vorhersagten. Di«>e wei-
sen Männer hallt n sieh, wenigstens Itis jt'tzt g«täuscl»t. Zuerst
sollte d«r Verein wesentlich nur an Dr. ."Schmidts I'er-
s^tnlichkeit gebunden sein, an sein rasch entwickeltes Ta«
lent fllr de8cri|)tive ('<de<»pt4 ndogic. Schmidt starb, als der
Verein erst im se<hst«n Jahre bestand — er iMsteht heate
im zwanzigst«*n Fs hat also nicht an .S'hmidtn i'ersön.
Ii<hkeit gelegen, eljen so wenig wie das seither 1
und \S achsen an «ler mein igen. Mir steht v s
nicht an, mit |tseudoehristlicher Demuth /u prunken, und
ich habe in und ausser Deut.schland der ehrenden Anerkea-
nungen genug aufzuweisen, um mit gutem (»ewis.ten und
ohne \crdacht falscher Fie.Hchcidenheit sagen zu •
Der Stettiner Verein hat die Hllrgschatl seine»* Ar.:
und seiner wirksamen Fortdauer nicht in dieser od. r |. i« r
Persönlichkeit zu suchen, sond« ni einlach uud alleiu in d« m
Symbol: Viriboi Loiti».
24
Das ist freilich theoretisch leichter ausgesprochen, als
empirisch zu handhaben. Denn jedes Ego hat und postn-
lirt seinen gesetzlich erlaubten, ja nothwendigen Egoismus;
und je weiter sich der Verein ausdehnte, je hervorragender
zum Theil die Männer waren, die ihm beitraten und deren
ausgezeichnete Beiträge in den Vereinsschriften niederge-
legt sind, desto schwieriger wurde es, Jedem nach seiner
Ansicht gerecht zu werden. Die im Vereins -Archive vor
mir liegenden ansehnlichen Stösse von Correspondenz, wel-
che ich seit 14 Jahren geführt habe, können dazu Beläge
genug liefern. Ich habe mir, soweit ich mich zu erinnern
weiss, pflichtschuldige Mühe gegeben, gegen Jedermann
zuvorkommend zu sein — er raüsste sich denn durch no-
torische Unehrenhaftigkeit oder ungeschliffne Provocation
dieser allgemeinen Rücksicht unwerth documentirt haben
— ich habe nach Möglichkeit mein Ego verleugnet, wenn
es mit einem fr e m d e n unbequem eitlen oder kränklich
reizbaren Ego in Reibungen gerieth, falls ich Ursachen zu
haben glaubte, meine Individualität ausser Acht zu lassen,
weil es Rücksicht auf das Beste des Vereins und jenes
Princip der Socialität galt. Aber ich bin nur ein Mensch
und folglich der Selbstverleugnung höchstens bis zu einer
gewissen Gränze fähig. Wurde ich über diese hinausge-
drängt, so blieb mir keine andre Wahl, als mich recht-
schaffen meiner Haut zu wehren und mich, falls dies zum
momentanen Nachtheile des meiner Leitung anvertrauten
Vereines gereichte, damit zu trösten, dass der Bestand
des Vereines eben nicht von der Gnade oder Un-
gnade einer einzelnen Persönlichkeit bedingt
.st, sei sie entomologisch auch noch so eminent.
^Dies vorausgeschickt und zugleich zugegeben, dass unsre
Societas eine zwangfreie ist, die jedem Mitgliede die voll-
kommenste Freiheit lässt, ihr anzugehören, so lange sie
seinen Ansprüchen genügt und sich von ihr loszusagen,
sobald dies nicht mehr der Fall ist, wird sich Niemand, der
menschliche Einrichtungen kennt, darüber wundern, dass
gerade der blühende Zustand unsers Vereins den Gedanken
hervorgerufen haben mag, auf analoge Principien einen
analogen Bund zu basiren. Zunächst hat dies schon vor
Jahren in Breslau stattgefunden. Es ist aber der dortige
entomologischc Verein ein fast ausschliesslich localer, oder
doch auf die Provinz Schlesien beschränkter und sein Jour-
nal auf einen verhältnissmässig geringen Leserkreis ange-
wiesen geblieben.
In neuester Zeit haben Vorkommnisse bei Vorstands-
wahlen, deren Specialisirung nicht hieher gehört, mehrere
26
EDtoinologen in Wien veranlafJBt, au» dem dortiKon zoolo-
gisch botanischen Verein anszntreten und einen hcHonderen
entoiiiolopiticlien /.u ^'rllnden, der unter der Hedaetion der
Hernn Lederer und Miller hcHondre „entomolopißche Mo-
natshefte" herauspieht.
Ferner hat sieh in H«'rlin ein entomolo^ischer Verein
untt r d« m Vorsitz des Herrn Dr. Kraat/. eonstituirt . der
pleiehfalls entnuKtiopisehe Tuldieationen anp«'kllndii:t hat.
Jedenfalls \vir<l die entdnudnpigche Wisnensehaft im
Allgemeinen von diiscn neuiii l nternehniungen zunächst
den unhtstriitharen \ Ortheil ziehen, dass dieselben nach
MiSplichkeit hestreht sein mtlssen. sich filr ihr«' l'uhlicati(»nen
durch niitpliehst gedivirt lu- Artikel einen au>riiehendeii Le-
Berkreis zu schaffen. Ott die deutsehe Kntdnuddpic bei
dieser vermehrten Deecntralisation auf die Lanpe etwa«
gewinnt, ol» der Stetfiner ^'er«'in dadurch in seiner bishe
rigen \S irksamkeit ir;:end wesentlich gehemmt oder beein
trächtig! werden wird, ist vorläufig eine mlisüige Frage, da
sie nur durch die Krfahrunj: mehrerer Jahre entscheiilend
beantwort( t werden k:inn und wird.
Von mehnnn Seiten ist mir. namentlieli auch bei
Gelegenheit meiner letzten Heise im Auslande, zu erkennen
gegeben worden, das.s die seit Jahren mitpetheilte Kegistra-
tar der letzten laufenden Correspondcnz d( n auswärtigen
Lesern ein lebendiges Hild der Vereins\\ irksamkeit vor
Augen stellt. Ich gehe deshalb zu den in letzter Zeil
eingegangenen Briefen ttber.
\. Herr Snellen van Vollenhovcn I>eyden. 'M)
Angnst und ^1 September dankt fllr seine Aufnahme in den
Verein, so wie fllr die erhaltne Sendung von HUchern und
Insccten. Kr hat tlbcrschen, zu notiren, welche Nummern
seiner Fortsetzung des Werkes von Sepp er dem Vereine
geschickt hat und bitt*t. ihm dies gelegentlich mitzuthcilcn.
1^. Herr l>r. Moebius Lehrer am .b'hamieum in
Hamburg, .'{., ö., September und <». (Utober sjirieht über das
Verhaltniss seiner Arbeit „Ub«-r den Hau der Wespennester"
tQ der von H. de Saussure darül>er anl'gcstelltrn Th.^orie
ond glaubt, die letztere, deren bahnbrechende Venlicnste er
aufrichtig anerkennt, in mehreren nieht unwetJcnHiehen
Punkten dureh Inti rsuehung des ibin zu «Mlnite hti h< nden
Materials beri«htigt und vervol|j»tän<ligt zu haben. FUr
seine Aufnahmi- in den Verein spricht er seinen Dank au«?.
3. Herr B. Wm. West er mann in faLiobenhavn 13..
20., 30. AugOBt, 13., 20. October. 2. Novbr. giebt mir auf
mehrere .\nfraL'en dctaillirte .Vnsknnft fragt, wo die (rattung
Folyupülui« auigestcllt mi , ordnet »eine L'assiden nach Bo
26
heman'g Monographie nm, freut sich über die ihm tnitge-
theilten Insecten aus Old Calabar und Madagascar, fragt
nach einer Spedition Insecten für Stockholm , möchte bei
der vorrückenden Jahreszeit nicht gerne die ihm behufs
einer Monographie abverlangten Doryphora für den ganzen
Winter missen, hat die Freude gehabt, Mr. Cuming auf Be-
such bei sich zu sehen, äussert sich beifallig über die ihm
und Hrn. Drewsen gemeinschaftlich zur Theilung proponirte
Sendung piemontesischer und mexicanischer Insecten, ersucht
mich um die Determination seiner unbenannten Doryphora
nach Massgabe meines inzwischen mit Namen versehenen
Materials und giebt mir die Erlaubniss, die von ihm gelie-
hene Buprestiden- Monographie von Castelnau und Gory so
lange zu behaltciu, als ich sie zur Umordnung meiner Samm-
lung gebrauchen vv^ürde.
4. Herr Chr. Drewsen in Strandmöllen bei Kiöben-
havn 7. October wünscht in der eben berührten Angelegen-
heit der ihm angetragnen piemontesischen und mexicanischen
Insecten wo möglich ein Verzeichniss zu sehen, ehe er sich
darüber erklärt.
5. Herr A. White Assistent an der entomologischen
Abtheilung des British Museum in London schreibt mir im
Auftrage des Dr. Gray unter dem 12. August, dass dieser
die ihm zum Verkaufe angetragne, vom Lehrer Braasche in
Neustadt hinterlassne Sammlung europäischer Käfer auf
meine Empfehlung zu dem geforderten Preise erwerben will
und mir dankbar verpflichtet sein würde, falls ich sie auf
dem vorgeschlagnen Seewege direct nach London expediren
wolle.
6. Herr ß. Endrulat Hamburg 14. und 20. Septem-
ber schickt surinamesische Insecten aller Ordnungen, dankt
fnr die dafür überwiesenen Aequivalente, bezweifelt dass
die Conchylienfauna in Surinam eine erhebliche Ausbeute
gewähre.
7. Herr Hauptm. Meyer- Dtir Burgdorf (Bern; 16.
August bittet um 6 Käferkataloge, ist von seiner Reise
nach Corsica ziemlich angegriifen heimgekehrt, hofft dass
Prof. Heer einen Nekrolog Bremi's liefern werde und bittet
um die genauere Adresse von Achille Costa in Napoli.
8. Herr Senator C. von H e y d e n Frankfurt a. M.
18. August stellt einen ihm durch irrige Bestellung in duplo
zugegangnen Band von Lacordaire's Genera zur Verfügung
und erwähnt bei dieser Gelegenheit, dass der durchreisende
Rev. Hope die Nachricht mitgetheilt habe, Lacordaire sei
gestorben. Seine Hoffnung, dass dies auf einen Irrthum
beruhen werde, ist begründet, wie eine später zu erwähnende
autopraphische rorresp. «Ift* berühmten F^ntomol*)pen df»co-
mentircn wird.
9. Herr Dr. Kirchner zu Kapht/. in |{<ihnicn '^l.
Ang. nnd 7. Sept. arbeitet an einem Katalo^'C der europ.
Hymen(tptera und uilnschi /n dieKcm Behüte die Henutzunjf
verseliiedener Hiiebtr aus der Nereiii'^biMidtliek. sclicnkt t i-
nen Separatdruck Hiin» r .Vrbeit .die Ichneumonen um Kap-
litz" und vtrlan^'t den Catal. c«il. Kur. un<l The Knl<«molo-
giBt'g Annual.
!<•. Herr .\ndr. .Murray Kdinboro 17. Aup. 2., 24.
Uct. hat sieh über die erhaltene Sendnnt: ^'efreut, weniger
über die ZersplifteriMiL' d<r deutsclien Kiit(>m<>h>^'ie in ver-
gchiedene Zeitschriften, erhielt durch Herrn Chevrolat die
Dejeansehen Nitidularien. wird bei erster (iehpenheit seine
anstralisehen Cryptoeeiihalen zur BetV»rderung an Freund
Snffrian schicken und bewirbt sieh um eine Professur der
Natur^'esehichte, wobei er Testimonia fllr zweckdienlich hält.
11. Herr ( U)erf«ir>ter von Hernuth Jä^cerhof L'o. (Jet
bittet um verschiedene liileher ans der V. -Bibliothek und um
.Auskunft über \'eit Kahr.
12. Herr i'nd. Z ad dach Krmitrsber^' 2'i. Sejit. zeitrt
an, das8 dem „Vereine fllr die Fauna der l'rov. Preussen*'
die Portofreiheit fllr I'riete und l'aketc entzogen worden.
Da dies Schicksal nach und nach sämmtliche naturwissen-
echat'tliehe Anstalten, die Küiiifrlichen iiatllrlich ausgenom-
men, ereilt hat. zuletzt auch als entscheidendes .Motiv rehj-r-
bUrdung der l'ost ange^'cben worden, liir W( lebe durch die
eingetretene l'ortominderung keine Beschönigung mehr vor-
liege, 80 ist e» immerhin tnistlieh, zu erfahren, dass neuer-
lich die P(trt(»freiheit der Missifmsvereine auch auf deren
Provinzialfiliale ausgedehnt worden. — Nfonsieur le Pr«J^si-
dent ne veut |)aK (|u'on le jou»*. Proeumbit liumi bos.
13. Herr Canclidat Stäl Stockholm 2s. Sept. nendet
mir die ihm behufs seiner mono^rraphisehen .\rbeit über
Doryphora anvertrauten Speeies meiner Samnduni: /urliek,
bittet /ugleich um Beförderung des vom B« rlincr Museum
entliehenen Materials und ftlL-t tllr Herrn SuflTrian die Au-
stralier des Stoekholnii r Museums bei.
lt. Herr ( M>er/.jildmeister Biehl in ("as^el 2.'». Sept
and IM. Oet. wäre ^:ern mit Freund .Mark« 1 der Dritte im
Bande gewesen, besehenkt mich mit ausgewählten Mcxira-
nem, dankt fllr die Aeqnivalente nn<l iVapt nach der Ctat-
tÄng Tipnus. Da diese Ptinidcn (Jattung ( Sp. gibboidee »
eine von (Jenö errichtete, aber unbeschriel>eDC gi'blieben '\»t,
so dient es auch andern Coleupt« rophilen wfdd zur \a( bricht,
daii8 Buieldieu sie in Heiner neut^teu MoDu^Taphie der l'ü*
28
niden (aut si mavis Ptiniores, damit es doch den abge-
schmackten Cncußpes nicht an einem Pendant gebreche)
unter die ältere von Solier errichtete Gattung Trigono-
o-enius als synonym bringt. Annales de la Soc. ent. de
i^rance 1856 pag. 667.
15. Herr H. de S a u s s n r e Geneve 20. Aug. 8. Sept.
10. Oct. ist kurze Zeit, nachdem ich in diesem Frühjahr
Paris verlassen, dort gewesen, wünscht zu wissen, in wel-
cher Weise er mir am bequemsten eine kleine Summe für
in seinem Auftrage gekaufte lusecten zugehen lassen kann,
hat die Hymenopternsammlung des Herrn de Romand ge-
kauft; stellt mexicanische Dupla in Aussicht und giebt mir
einen Auftrag für Hamburg. Die Mossambik-Insecten, wel-
che ihm auf meine Veranlassung Prof Bertoloni geschickt
hat, beschränkten sich auf 48 nicht eben ausgezeichnete Ar-
ten. Er ist der Meinung, dass es den deutschen Hymeno-
pterologen nicht leicht sein werde, in dem Werke von Dr.
Moebius genau zu sondern, was darin dem ersten Aufstel-
ler der Wespenbautheorie gebühre, und was dem spätem
Autor.
16. Herr Rudolph Krziz K. K. Rechnungsbeamter in
Brunn sendet im October einen lepidopt. Artikel für die
Zeitung.
17. Herr Dr. Staudinger Granada den 10. October
theilt mir mit, dass er am 15. Febr. mit seiner jungen Frau
in Malaga angekommen und dort einen Monat geblieben ist.
Die grosse Schwierigkeit, am Südabhange der Sierra Nevada
einen Wohnsitz zu finden, zwang ihn, nach Grauada selber
zu ziehen, wo er auf Alhambra wohnt. Mit seiner Ausbeute
an Insecteu ist er zufrieden und hat dieselbe an seinen
Schwiegervater Herrn L. Grabow Linienstr. 23 in Berlin
abgeschickt, welcher erbötig ist, Liebhabern davon zu ver-
kaufen. Es sind beiläufig 8000 Lepidoptera, 8000 Coleoptera,
1000 Hemiptera, 600 Hymenoptera, 600 Diptera, 100 Neurop-
tera, 50 Orthoptera. Unter den Schmetterlingen hat er mehr als
3 Mal so viel Arten aufgefimden, als Dr. Rosenhauer in sei-
nem Werke über Andalusien aufgeführt; in den Käfern hat
er nicht die gleiche Anzahl von Arten, doch glaubt er, man-
che Species aufgefunden zu haben, welche in Rosenhauer's
Werke fehlt. Besonderes Vergnügen hat ihm die Jagd auf
Paussus Favieri, Asida Rarabiiri und eine Species Rhizotro-
gus gemacht, welche 9000' über der Meeresfläche Morgens
bei Sonnenaufgang flog. Er ersuclst mich, ihm bei dem Ab-
sätze der Dupla hülfreiche lland zu leisten.
18. Herr Stefano de Bertolini Trento 13. August
zeigt mir an. dass dort im Laufe des Jahres das neue na-
tarliist. Musenm eröffnet werde and glaul>t, dass durch Zu-
seutliin:; von txotisilun Praclit-lnntHttn zur AussU'lluiif; im
Museum uiani-lie Zusrüaui-r vor der Entouiolo^ii- mehr Ke-
spcct bt.koniiU(-n wUrdeu. Uli habe die« (Jesuch hüHich ab-
gelehnt mit dem lienicrken , da!?s ich künftig wie bisher
gern i'rbüti^ sein werde, wissen.srhalilii lien Leuten, welclie
mein \ ertrauen b< sit/eii. ^nOsere iHJer kleinere 1 lieih- mei-
ner .Sammluii;; zu wissfiisehatilieiicr lienut/.iing zur Verfü-
gung zu stellen, obwohl bei dem 'l'ransporte «iie meist zer-
breehliehen Tliiere nur verlieren können und der scheinbar
gewoiMhiie typische Mehrwcrth unter l nistandeu auch nur
j)rol»leiiiatiseli ist — dass ieli aber zu dem angedeuteten
Zwecke um 80 weniger dis|M»nirt bin. die gewünschten
, Pracht Inseeten*" auflieisen zu sehicken, als mir die davon
gehotlte vortheiihalte Hin Wirkung auf profane neschauer in
hohem (irade unwahrscheinlich dUnkt. Auf Herrn de Ber-
tolini's Wunsch, ihm ein systematisches Vcrz«'ichniss von
Conchylicii zu nennen, eniplahl ich das bekannte llaiiill)iieh
von IMiilippi.
r.». Herr l'r«»f. Wesmael liruxellcs L'<). An-. tVagt
an, ob mir das l'aket, in welchem er Separata seiner hy-
racnopt. Ai)han(ilungen an den Vorein zur unentgeltlichen
Vertheilung al)gisan(lt hat. auch zugekommen. Mein lirief,
in welchem ich ich ihm liber die richtige Ankunft und den
her/liehen Dank der mit seinen ausgezeichneten Schriften
bedachten Interessenten berichtete, muss sich mit dem vor-
liegenden gekreuzt haben.
20. Herr Dr. Speyer in Rhoden 7. Sept., «., 14. OcL
sendet Mscr. fllr die Vercinsschriften , r'^nittirt die ihm ge-
liehenen VercinsbUchcr und stellt mir eine hllbsche Zahl
bymenopt. und und dipterischer aus Haupen und l'uppen ge-
zogener, durcli die meist specielle Angabc der Wirthc und
der Entwicklungszeit wissenscliaftlich dnpi)elt werthvoller
Parafsiten zur Verfll^rung. Ich habe dieselben Herrn Chr.
Drewsen in Strandnudlen llbersendet, von dem mir bekannt
ist, dass er seit Jahren sich eifrig und grllmllich mit den
Irtlhcren Stünden und d<r Fütu i-k-lun:: .'.r n\ iiun.ij.ti'rÄ
beschäftigt.
21. Herr Prof. .Menzel Zürich ."»..Aug. «ehreibt einen
sehr reichhaltigen au>tiihrlichen Brief Über den am 27. Fe«
bra«r d. J. erfolgten liintritt uiiHcres waekcrn Hremi, und
dessen naturwissenschaftliche Hinterlassenscha^. .Vuf sei-
nen Wunsch, das von Hremi dmi \'erein«*rchive überwie-
sene Material von Ptianzendcfnmiatiouen und bandschriftli-
eben Notueu dazu durebHcbeu zu dUrlen, ut der \ erein»-
vorstand natürlich bereitwilligst eingegangen. Herr Prof. M.
verspricht uns für die Zeitung Bremi's Nekrolog.
22. Herr E. Menetries Custos des entomol. Mus.
der Akademie in Petersburg schickt mir Anfangs Septem-
bers Geld für gesandte Vereinsschriften, sibirische Käfer,
gegen welche er Mossambikinsecten wünscht, beschäftigt
sich derzeit mit Insecten vom Amur und bestätigt, dass die
von ihm unter seinen Balkankäfeni als Euchlora viridis auf-
geführte Art Rhombonyx aurata heissen sollte.
23. Herr G. Koch Frankfurt a. M. October dankt
für eine Spedition nach Moskau und bittet um Aufnahme
eines Zeitungsinserendum.
24. Herr Lehrer Mink Crefeld IH. August u. 2. Oc
tober dankt für die ihm zur Benutzung geliehenen Vereins-
bücher, die ihm namentlich zur Determination der von ihm
auf einer Reise in die Pyrenäen gefangnen Insecten von
grossem Nutzen gewesen.
25. Herr Emil vom Brück Crefeld 20. August u.
19. September ist von seiner mit Herrn Mink gemeinschaft-
lich im südlichen Frankreich gemachten Reise heimgekehrt
und verspricht einen entomol. Bericht davon für die Zei-
tung. Mit seiner Ausbeute ist er sehr zufrieden.
26. Herr Dr. Renard, erster Secretair der Kais. Ges.
d. Naturforscher in Moskau, 14. August und 5. Octbr., hat
die von mir für die K. Ges. gesandten Mossambik- Insecten
in bestem Zustande erhalten. Herr v. Karelin soll sich in
Gurieff aufhalten , doch weiss man nichts Bestimmtes dar-
über. Anfrage über den zweckmässigsten Modus, die Bulle-
tins de Moscou nach Stettin zu befördern. Die nächste No.
wird eine Arbeit von Kolenati über russische Cicaden
bringen.
27. Herr Vittore Ghiliani, Custos der entomol.
Sammlung der Universität Turin, 16. August und 27. Sept.,
hat eine Sendung abgeschickt, deren Weiterbeförderung er
mir anheimgiebt. Er theilt mir die Beschreibung eines
scheinbaren Hermaphroditen von Anthocharis cardamines L.
mit, welche ich der Zeitung einverleiben w^erde. Von Herrn
Truqui in Rio sind nur unzureichende Nachrichten da.
Herr Prof. Bellardi hat seine Sammlung um ein allerliebstes
$ vermehrt, aber nicht aus der sechsfüssigen Ordnung, son-
dern aus der zweifüssigen.
28. Herr Schulrath Dr. Suffrian, Münster, 17.,
Rheua, 31. August, Münster, 21. Septbr., 15. Octbr., schickt
seinen Artikel für Bd. XII der Linnaea Entom., diverse
Determinata und Determinanda, begehrt und remittirt Vereins-
bücher, will zunächst die australischen Cryptocephalen bear-
Sl
beiton, <1. Ii. di»» polyn«*»irtcli<Mi mit inbcpriffcn, nimmt dabei
meine V.Twendnnp für das Ausland in Anspruch und wllnHcht
von den Duplis der VcrfinH-liibliothok einiges einzutauschen.
Eine Arbeit von Ko;,'ers Über die Cbrysonicb^n der Verein.
Staaten in den /'hiUniflphta procffd\n<ji wäre er peneit^t fUr
die Zeitunj; /.u aualysiren. Kr schickt eine Auseinander
setzunf^ «les verwirrt, n \ i rhältniHscs von Atoj)a cerviiia zu
cinerea, spricht über den Tod Lichtcosteins und die daraus
mijjfliilierweise abzuleitenden Kvcntualitüten, (ragt, wo Bo
beniaii die Kntoniolofrica zur Weltuinsof^lun-; der Fregatte
Kupenic publicirt .' i — sie sind geschri»'bcn, aber noch nicht
erschienen — i niaeht schalkhaOe (ilossen libi;r zoologisches
('oryphiienthum und wünscht meinen liath über eine ihm
ar)getrap'nc. umfassende entomologische Arbeit.
'2\). Herr Li^"n Fairmaire, Paris, 1. und 3n. Sept.,
bescheidet mich über einige persönliche Fragen, äussert
sich über mancherlei l>is8(»nanzen und sehismatiseh«? Conate
ic Paris und lindet seine angenehmste Krliolung in Kxcur-
sinnen in dem schönen Gehr»l/. von Ftmtaincblcau, das ihn
an den herrlichen Hnchwald bei Stettin erinnert. Kr wird
sich Mülie geben, möglichst viel australisches r'ryj)tocephalen-
gcthier /.nsammen /.n bringen. Herr .lavct hat eine Heise
nach Deutschland angetreten, auf der er vielleicht auch
HcHin und Stettin berühren wird. Herr Chabrillac gedenkt
Mitte (»ctnbers seine transatlantische Meise anzutreten.
3U. Herr C. D. Mclly, Kivcrsley bei Liverpool, 25.
August, dankt für eine Sendung, bei welcher ihm namcnt
lieh die l'aussiden besondere Freude gemacht haben. Kr
ist im Hegriffe, mit seiner Familie eine Krholunpsreiie nach
der Schweiz anzutreten.
31. Herr Tantor Maerkel Wehlen 1*.^. Aug.. 1 Sept
18. Oct. bedankt sich \\\r die ihm behufs Wr^'leichuni: ei-
ner Stelle aus den dänisch pcschricbenen l>anmarkfl Kleu-
tberata Schiödtes von mir gelieferte l'eberset/.nng. in Folgr
deren es sich heraustfcstellt hat, dass der auch ir Sachwn
vorkfimmcnd«- .\pabu«» K>^t*chyi Letiner synonym mit Schi-
ödtes Ajrab. fri^'idus ist. Der Intall. der seiner letzten Sen-
dung <lurih etwas eilipe \ erpackun^' auf dem Transporte
begegnet ist. '»<»ll gejetrcntlich wieder aasgcjriichen werden.
Ein Transport nordamcric Insccten bat durch einige I)er-
mesten -Piraten gelitten . namentlich die grossem Sachen.
Maerkel hat die Freude gehabt, die Herrn Oberförster Kell
ner und Capt. von .Mauderstjerna bei sich lu sehen, lept
einen Artikel für die Zeitung' bei und bctt«Ut einen llli^er
S2
32. Herr Baron Chaudoir Kuzmin 22. Aug. und 14.
Sept. hat die Beantwortung meines letzten Briefes bis zu
meiner wahrscheinlichen Rückkehr von der projectirten Früh-
jahrsreise verschoben. Director Putzeys hat die von ihm
gewünschten Arbeiten Chaudoir's erhalten. Die von Thom-
son in seiner neuen Monographie der Cicindeliden gelieferte
Abbildung der Platychile pallida (iudet er wesentlich unge-
nügender, als die ältere in Klug's .rahrbüchern. Die ihm von
mir als Anthia ßanzanii Bertoloni gesandte findet er von A.
alveolata Bremi durch die Zahl der Deckenfurchen unter-
schieden, 6 bei Ranzauii, 5 bei Alveolata. Eine Zusendung
von Mexicaneru durch Salle giebt ihm Anlass, mir eine
Reihe von Duplis als Aequivalente vorzuschlagen- Er hat
12 Separata seines Artikels in der entomol. Zeitung erhal-
ten, desgleichen einen Probedruck der vom Prof. Schaum
dagegen geschriebenen Erwiederung. Tauschvorschläge we-
gen Agrius fallaciosus.
33. Herr Maler Mann Wien 5. Oct. bittet, eine In*
sectensendung nach England gelegentlich befördern zu wol-
len, und ein Verzeichniss an Herrn Prof. Hering zu behän-
digen.
34. Herr Dr. Böse in Ortenberg 12. Oct. dankt für
seine Aufnahme in den Verein, sendet die Beschreibung ei-
nes neuen Rhinosimus für die Zeitung und fügt eine Tausch-
sendung bei.
35. Herr Dr. Hagen Königsberg 17. Aug., 5., 22.,
23. Sept., 14., 20., 25. Oct. hat das Mscr. für Linnaea XII
an Mittler abgesandt, wünscht zu wissen, wie es sich mit
der Situation der eisensinternden Sand schiebt am pommer-
schen Strande verhalte, in welcher nach der ihm von mei-
nem Sohne Heinrich gemachten Mittheilung fossile Conchy-
lien sich finden. Das bei seiner Termiten -Monographie im
Gebrauch gewesene fremde Material soll nunmehr wieder
den gefälligen Darleihern restituirt werden. Die an Stain-
ton versprochne Arbeit ist gemacht, die für Wollaston be-
gonnen. Die von mir eingesandten Ceyloneser Neuroptera
waren meist brauchbar, eine Art neu. Auf Baron Osten-
Sacken's Veranlassung wird wahrscheinlich ein schönes Ma-
terial nordamer. Neuroptera zur Bearbeitung eingehen. Ex-
pediendum, welches ich an Boheman befördern soll. Problem
über Bastard-Zeugung. Das von Bordeaux verschriebene
Buch enthielt die darin angeblich niedergelegte Abhand-
lung von Boffinet über Termiten nicht. Haliday hat sich
als ein gewiegter Kenner von Neuropteren documentirt. Ein
pseudocholerischsr Anfall ist tapfer abgeschlagen. Nietner
hat ceyloueser Neuroptera angeboten. Die in Gemeinschaft
SB
mit Sölys- Limpihaujps horansknniim'iKli- .Mtnioi^rapliii' der
Goinpliiden ist bis Hoiren 'M* •roilrurkt. Was ich v<»in Bri-
tish Muscnin /nr l>it('rminati(»ii npedirt haho, ist wohlhohal-
ten t'injri'trolVfii. Die von mir l»ri;,'i'sti*(kt«-n Surinam Tct-
mitrii sind Arhoiter von T. Kippcrti. Dii' Arln'it für Wol-
laston ist hfcndct. Kiii Artiktd tllr die '/a'iUiuk l'hcr rus-
sische Xcnroptera; es wird gehcten, mit d«Mi l'hry;,'aniden
anzufangen
.H»;. Herr Prof. Zeller, (Jlonrau 7., 27. Auijust, 18.,
L'(">. September, -*•. Octniier l)'sj)richt die neue entomol.
Zeitschrift vtm Miller und L«Mlerer. lindet den Aufsatz von
Standin;:er lllur Islands Kanna ^'anz inten-ssant , nur dass
er mit der Form der Diairnosen weni;:er ein\ erstanden ist.
Kr wird den hcp-hrten Hühner an Dr. Speyer schicken,
lehnt die Zusendung: der holliinilischen Zeitschrift we^cn
S|iraehunkunde ah, liat manche lU-denken pegen An;;licismen
in der fran/r.sisehtn l'artie der tetia;;lottcn Tincina. hcspricht
Hurmcister's systiMn. leliersicht der SidiiuL'idcn Brasiliens,
hat «lie rmordiinnf: einer Kirfhinliil»li<'tln'k lihiTnommen
und in «len .Mi( haelisferien Herrn .Metzner hesncht. Der
aus Curland p'san<lte Wickler, den er früher fllr neu gc-
halten, ist wahrscheinlich ( wcnif^stcns die weissrandij^e
Varietät) von 'I'hunluTp: ( Dissert. 07. tah. V. fip. H. ) all«
Tnrtr. timhriana heschrichen und j^idiürt zur (iattuni: Teras.
.■?7. Herr ('Hstos Dr. (J e rst äc k e r. lierlin 1<». Au^'ust.
'J'2. Se])teniher ]'>. u. 'SA. Oetoher hat eine Nietnersche
Sendnnj,' aus Ceylon frekaut^ und ist erhötig, die Dupla
davon zu eedircn, sendet eine von Westwood fcekommne
Schachtel mit determinirten Sandalidt n fllr mi<di, hat die
Klatcridcn der K. Saminlnn.i: ircordnct, soweit der erste
Hanil der M<>nn;:rapliie von ('an<leze reicht, mit der er sich
sehr zufrieden erklärt, erhielt die von Stockholm tlher
Stettin spedirten Doryphora in putem Zustande, hat ein
Kxpediondum fllr Westermann, das er meiner S«)rpfalt cni-
ptiehlt und ersucht mich, in .\ ihm nicht zur Hand hetind-
lichen Münden der Moskauer Mulletins nachzusehen, ob
darin llher Knmorphidi-n pdian<lelt wird.
;W. Herr Forstmeister Werne hur?. Krfurt l.{. (»cto-
bcr. sendet eine .Arbeit fllr die Zeitung'.
3i». Herr Tastor Kf»8en berper, Nerfl I.}. Aupust
hat cinipe brauchbare Looalarten von Kiifem nnd eine
Ueihe des in N'o. :jii. erwähnten Wicklers zusanunenpchraeht
und wünscht sich dafllr exotische Inseeten. Da» Frllhjahr
Kü ist sehr aru) an Inseeten gewesen. Von der entom«d.
ZeiHtnp hat er die N'o. 4— «'> erhalten.
4'». Herr l'r.»f. I, acor«l aire. Lie^ 2«i. Oetoher int
3
34
seit 5 Wochen von seiner Ferienreise nach Burgund und
Paris heimgekehrt, ist in diesem Jahre Rector der Univer-
sität und hat deshalb mit Solemnitäten und Ritualien mancher-
lei zu schaffen. Er spricht über die ihm mitg-etheilten
Sagra- Arten aus Ceylon und bestätigt meine Ansicht, dass
ein ihm ebendaher mitgetheilter Käfer ein achtes Chelona-
rium sei, eine (Gattung, die bisher in der alten Welt noch
nicht gefunden war. Er freut sich , dass die von ihm in
seinen Genera tom. IV. p. 307. aufgestellte Vermuthung,
eine Larve aus Ceylon sei die einer Luciola, durch meine
Zusendung bestätigt wird, obwohl Larve und Käfer einer
kleinern Art angehören. Dr. Candeze wird in 3 Wochen
einen grossen Theil der behufs seiner Monographie verei-
nigten Elateren zurückschicken. Er hat ihm von der Na-
turforscherversammlung in Bonn und von dem neuen Vereine
in Berlin erzählt. Auf den XL Band der Memoires de la
Soc. de Liege, welcher Selys-Longchamps und Hagen's
Gomphiden enthält, wird der 2te Band der Monographie von
Candeze folgen.
4L Herr Prof. Boheman, Intendant des entomol.
Museums in Stockholm 26 October war einige Zeit kränklich
und hat ausserdem mit dringenden Arbeiten viel zu thun
gehabt. Er hat sich über die ihm von mir verschafften
nachträglichen Beiträge zu seiner Monographie der Cassidi-
den sehr gefreut, und hat die Absicht, mir den nöthig ge-
worduen 4ten Band zu widmen. Der 2te Band der Insecta
Cafft-ariae (gegen 400 Lamellicornen enthaltend) ist beendet.
Herr Staatsrath Fohiaeus bittet um Determination einiger
bei Ems gesammelter Käfer; einige Separata von einer
Abhandlung Holmgrcn's liegen zur Beförderung bei.
42. Herr Stainton, Mountsfield bei London 2().
September, 15., 27. October war einige Zeit unwohl, hat
sich aber vollständig erholt; von seinen und meinen Be-
kannten war keiner bei dem in seiner nächsten Nähe vor-
gekommenen Unglücke auf der Eisenbahn betheiligt. Die
für das British Museum gekaufte Käfersammlung Braasch
ist gut dort angekommen. Sendung von Insecten und
Büchern tür verschiedene Interessenten.
43. Herr E. S. Mittler, Berlin 29. October erklärt
sich mit meinen Vorschlägen über die in Linnaea XII.
aufzunehmenden Artikel einverstanden.
44. Herr W. Sharswood, Cavendisham (Verein.
Staaten) 13. October wünscht, in den Verein aufgenommen
zu werden, und beabsichtigt, zunächst die leuchtenden
Coleoptera zu bearbeiten.
45. Herr Studiosus H. Dohrn, Bonn 4. November
3:')
Ijat auf seiuer Heise die Sjunuilunfreu dir llcrriu iti.lil
und K. voui iirmk ^'cm lu n und von trstireni line Zahl
von ('uhauischeu FurliLulidi-n und Hlattidtn zur Ik-m^lireibuug
erhalten, l'eber ^'ewisse l)in^e bei Anordnnn;; der X. F.
\ iTHainiulting in li. war man all^'cnirin erbittert.
40. Herr K. A. Hiel/,. lltrniannstadt In. (Jctober hat
durrb seine vielen Hcrnfs^'i-Mt liiilU- und sein /wiseben ( "oneby-
lien un«i ('(deoptcriii ^'etbeiltes Interesse /u s. Hiilauern
seit liiui^erer Zeit ni« lits von sieb lniren lassen, benutzt aber
jfcrne diese Ciele^^eniieit. den ('i>nebylien Air H, l)idirn aueh
^wllnsebte Coleuptera dortij^er Fauna beizutlieen, wogegen
er sieh vor/.u;rsweise Kxotiea ausbittet, utn iladureh dilet-
tuutisehe Antanixer zum Sainnieln anre^'en zu k«'»nnen.
47. Herr Kanieralliirster .Mieklitz. Ttiinn in Istrien
IH, Septendnr sendet einif::e Kater und t'll^'t eine Keihe
Det« rniinanda aus mehreren Ordnungen bei. Kr bittet um
einige Kät'erkatahige.
48. Herr (J. d'Angiolo, Pisa i). September bntTt,
dass ieh inzwiseben die auf dem Seewege per Livurnu
und liambtir;: ab;resebiekte Sendung von toseaner Insecten
orhalten haben wi rde ( — sie kam sehr spät und in ziendieh
desolaten Inisianden au, da vermutidieh das SehitV dureh
eindringendes Seewasser gelitten hatte — ) und cxpedirt
eine Landsendnng. Derselben sind ausser den von mir als
wllnsehenswertb für nurdeuropiiische Sammlungen bezeich-
neten Arten eine grosse Zahl I)et( nninanda beigesellt, um
deren gelegentliehe Kriedigung er mich » rsueht.
4'.». Herr Dr. .Monti, Pisa 2«'. August hat seine
Käfersammlung d. h. den europäisehen I'heil derselben noch
nicht nach dem Stettiner Kataloge ordnen können uu«l
bittet sieh daher als Ac(|nivalent lieber Kxoten aus. .\ueh
er fügt eine Zahl Deterniinanda bei.
;')<». Herr (). .Molinari, Pisa 1>. Au^'ust HchlieHst
sieh den beiden v<»rher;;enannten Freumlen an. bittet um
üntersuehung einer mögliehenveise neuen Art von (»nitis
( — dieselbe wurde bei dem Vergleiehe mit den Unitis des
Ikrlioer Museums von Herrn Dr. Oerstiieker tllr das 9 von
()n. fureifer erklart — ; und bittet um Auskunft über Fa
milienverhiiltnisHc der naeh Deutsehland lilK-rgcsiodelten
.Namensvettern.
Ol, Herr Haron von Harold, MUnrhen, 21. 8ep
tcmber hat in HetrelT der gegen seinen Plan, in (»emeiu-
sehat^ mit Herrn Dr. (Jemniinger einen allgemeinen Käfer-
kataU»g herauszugclKMi, auf^'estellten liedenken ;;enaue
Int'ormation eingezogen, uml ersucht, nunmehr die gewünschte
.Vnkündiuung in die eniunnd. Zeitung einrücken zu lassen.
36
52. Herr Od. Pirazzoli, Imola (Kirchenstaat) 2. Au-
gust und 26. September beklagt sich über die geringe
Ausbeute der diesjährigen Excursionen, bittet um specielle
Bezeichnung von Desideraten, hat sich neuerdings mit seiner
Arbeit über die in Mittelitalien gefundenen Coleoptera
beschäftigt, und macht eine Sendung, welche ausser manchen
werthvollen Arten, z. B. der noch äusserst seltenen Lepto-
mastax hypogaea eine Reihe zweifelhafter Minutien enthält,
um deren Begutachtung er bittet.
53. Herr Leibmedicus Nicolai in Arnstadt 5. No-
vember sendet die Zeichnung einer Blattwespe mit mon-
ströser Antenne ein, welche gelegentlich durch die Zeitung
mitgetheilt werden soll, und schlägt ein neues Mitglied vor.
54. Herr Bibliothekar Dr. Pfund, Berlin 7. November
bezeugt das richtige Eingehen des Pflichtexemplars der
Zeitung pro. 1857.
55. Herr Jul, Le derer, Wien 4. Norember sendet
eine Partie Kindermannscher Insecten mehrerer Ordnungen
aus Kleinasien zur Auswahl und ersucht um Begutachtung
der unbenannten Arten. Neben manchen bekannten und
verbreiteten Arten finden sich darunter sehr hübsche und
zum Theil neue, und ich ergreife gerne diese Gelegenheit,
die Sammler auf die gut gehaltenen und im Verhältniss
entschieden billigen Kinderraannschen Sachen aufmerksam
zu machen, mit deren Distribution Herr J. Lederer (Wien,
Stadt No. 393.) sich aus anerkennenswerther Theilnahme
für den eifrigen aber bedauernswerth situirten Sammler
befasst. Mancherlei dringende Geschäfte und die verzögerte
Ankunft der letzten Kindermanuschen Sendung haben ihn
abgehalten, diese Expedition früher an mich zu adressiren.
56. Herr J. C. Sievers, Petersburg 27. October Ex-
pediendum für Prof. Zeller, und Personalnachrichten über
die Petersburger Collegcn im entomol. Weinberge.
57. Herr V. Kollar, Director der entomol. Section
des K. K. Naturalienkabinets Wien 6. November bittet
um Beförderung einer Insectensendung an Boheman in
Stockholm.
Ich glaube, meine Herren, dass diese Keeapitulation
und Registratur, ( von der ich manches ausgeschlossen habe,
was für unsere auswärtigen Mitglieder von untergeordnetem
Interesse ist oder was sich auf reine Persönlichkeiten bezieht,
welche nichts mit dem Fortschritt der Wissenschaft zu thun
haben,) dazu angethan sind, einem unbefangnen Leser die
Ueberzeugung zu verschaffen, dass die bereits oben von
mir angedeutete Idee des VereinsgrUnders, hier in Stettin
37
nirlit «iiH-ii IjIos locahn. stuidern ciiu-n riitoiiiol. Wrciii für
Dciitsrlilaiid /u scIiaflVn. eine Tliatsaclir frtwitrdrn ist,
welche weder durch einzelne unvi rnieidliehe Mängel noch
durch die laue Thcilnahnie. IndifTcrcnz oder den hall) (»ffen-
kiindi^'cn. hallt niinircndcn Widerstand einzelner, mehr (»der
minder eiitnmitl. iMlahi^'trr IN'r«ir»idi«-likciten wesentlich in
Frap' ^'cstcllt werden kann. Wir werden also nichts Vcr-
»tUndi;;eres thnn können, als auf dem hisherijren Wc^'e pe-
nicsscn fori/.usehreiti'n, hesonnen festhaltend, was wir als
zweekniässi;r Zeit und (Jelef,'enheit hatten zn erproben und
jederzeit hereit, vorpeschlapic Neuerungen ohne ein^^erostete
Vornrtheile zu prillen.
Die bereits im Kingan.:;e dieser Ketje berührte ;:lln8tige
Finanzla^'e der Vereinskasse danken wir prossentheil« der
klaren und umsichtijren Administration des \'ereinsrendanten
Herrn Appellations^rerichtsrath Das sei, und ^'ereicht es
mir zur Freudt-. ihm für seine erfolLTeiehen r.emllhun^'en
den wohlvenlicnten Dank dafür hier (ifVeutlieh aussprechen
zu kCtnnen.
Für die Kxeerptc *\{.'^ Inhalts der im Tau.schc und .als
ilankenswcrthe (Jeschcnke fUr die Vercinsbibliofhck einpe
ganpnon Schriften bin ich Herrn Titsch verpflichtet, eben-
so fllr Hesorpnni: der Zeitungs Corrcctur während meiner
Abwesenheit im Frühjahr.
Mein Sohn Wilhelm verdient eine lobende Anerkennung
für die bei C)rdnung und Verwaltung der Vereins Bibliothek.
Abfassung eines neuen Hiiiherverzeichnisses und Kxjiedition
der BUcber»endungen nach auswärts bewiesene tieissigc
BcibUlfe.
Die Kxpedition d«r Zeitung für die Tost und fllr den
l'.uchhandel hat Herr «Jillet mit gewidniter Fünktlichkeit
be!ȟrgt.
In HetrefT dt r noch vorräthigen Kxemplare des r.ten
liandeg von IIliger'H Magazin möchte ich vorsehlagen, mirh
im Interesse der \'«'reinskasse zu einem Verkaufe m hhr
an einen lUiehhündler o«Ur Antiriuar zu l>evollmiichtigen,
falls sieh mir eine (ielegenheit dazu liietet. Ich wllrdc
nattlrlirh im gpeciellen Falle die (fenehmi;:ung des Vor
Standes vor Abschluss dts Verkaufs einholen.
Dieser Vorsehla;^ wurde von den .\nwesenden geneh-
migt, die ausscheidenden Mitglieder des Vereinsvorstandes
cinrtimmig wiedergewählt on<l folgende neue Mitglieder in
den Verein atifgenonimen
Herr Ffirster Axmann in Amtgehren bei Arnstadt.
Herr W. Sharswood in (avendishaan (.Ver. Staaten
38
Herr R. Krziz in Briiun.
Herr C. Klotz in Pirna.
Hierauf wurde die Sitzung geschlossen.
C. A. Dohrn.
Für die Bibliothek sind eingegangen :
Ohio agricultural report 1850 — 55.
Transaction of the Michigan State agricultural Society 1855.
Eeport of the Superintendent of the U. S. coast — survev
for 1855. Washington 1856.
Smithsonian contributions to knowledge Vol. IX. Washing-
ton 1857.
Act of incorporation and by-laws of the academy of na-
tural Sciences of Philadelphia. 1857.
Proceedings of the academy of the nat. sc. of Philadelphia
Sept. 1856— March 1857.
Transactions of the academy of science of St, Louis St.
Louis 1857.
An accouut of the Smithsonian Institution, its founder, buil-
ding etc. By William J. Ehees. Washington 1857.
The natural history of the Tineina. Vol. IL cont. Lithocol-
letis P. I. By H. T. Stainton, assisted by Prof. Zeller
and ,J. VV^ Douglas London 1857.
The transactions of the entom. society of London. Vol. IV.
P. 4. 5. London 1857.
Darin: Revision of the British Atomariae by V. Wollaston
On the reccut progrcss of Micro- Lepidopterology on
the continent. By H. T. Stainton.
Observations on genera. By H. T. Stainton.
Observations on the difficulties attending the Discri-
mination of the genus Stylops. By Fr. Smith.
The natural history review. N. III. , IV. July, October.
London 1857.
Darin : List of the genera and species of British Diptera the
earlier stages of vvhich are more or less perfectly
known, with references to the principal authorities.
By A. H. Haliday.
Ichneumologica otia auctore C. Wesmael, prof. Bruxellense
1857.
Adnotationes ad descriptiones ichneumonum Belgii auctore
C. Wesmael. Brux. 1848.
Annuaire de TAcademie royale des sciences de Belgique.
1856, 1857. Bruxelles.
39
()l)8er\ati(>iiH det» iihcnoinrncs |i(Tio(li(|iu-H. KxtrHil dcts mo
iiiniris tie lacad. loy. <lr Meliriqiu-.
Kapport Mir It-tat i( les travaux de iohHonatoirc royal jtar
A. l^Uftoht. MniXflU's 1 *>;")<;.
Mriiioiros (rKntuiijolo^qc, pjildits par la sociite ciituni. dis
rays-iias. Ire LivraiKOii. La Haye Isf)?.
I H'scriptiiHiH de i|ii«l(|n(*< criKtacrs nnuvcaux. l'ar M. H
«k' Saiissiir«'.
Notes pour stTvir a 1 liistoirc ik'ü inscetcH nuisihlcs a I a^'ri-
tulturc daiis I.- «It'parttiiuMit de la .Mcsill»- p;ir .1. ]{.
(Mdiiu. N. 2. Iiisectos. i(iii atlai|iitiit Ic8 b'cs. Metz 18ö7.
Mniiat a Kiitoinolo^iea. Zt'itsclirilt licraiiti^cfrohcn V(»ni Entoni.
Vereine in .Stettin. 12ter lian«l mit 4 Tafeln.
I'aitliiilt: Spoeii'lle M<m<»;:ra|»Iiic der 'l\ rniitt-n von H. Ila^'iii.
Herielitiptes \'erzeirliirss der nordainerik (i n ptocepli.
N(»n SiilVriaii.
Heiiurkim^'tii iilnr dl«' walnxlu inlielie Zahl der aul
der Krde existirendeii S«-Iinuttrrlin^'sarten und iilier
das nuuieriselic N'crliältni.ss der Ta^'l'alter zur Ord-
nung: im (ianzen von A. Speyer.
l>ic Chilcniselun Arten der (lattuii;: Caralms von
A. (ierstäeker
Fauna Anstriaea. Du- KiitVr \on J^. Uedtenbaelier: L'tr Auf
la-e. Wien \^iü. Heft 1 -«'..
liiM'eta CatVrariae deseripsit ('. II. r.nJM man I'. II •. tai» I
Coleoptera ( Scarabat.'ides. i
Nalurpei*eliiehte der Insectcn I)ents«ldands be^'nnnen von
Krielison. f<>rt;resetzt \»>u Schaum. Kiaatz und v. Kiestii-
Wetter, (oleoptera. i'ter Hand snn Kraatz .")te n. t»tc
Liefirnnc: Merlin 1n')X.
Inrieht Über die wissen.scbaftlielien Lciftun^'en im (Jebieto
der Kntonndo^ie während des .labres iWifi von A.
Gerstäcker Herlin \<u.
berliner Kntum. /.» itsrbrifi. ITrauiüircfrebcn vom Kutom
\t reine in Herlin It -r JalirLrau:,' 1>^.')7.
Miiti. liii-.n d. n.iturf.iicMelU. in /ilrieb. IKft X. Zürich 1><5<'.
\ er iandlnn_en de«» Vereins i\\r .Naturkunde in rrenburp
Ihr Jaiir;:aiij; i^vx». l'tcr .lalir;:. l<>7 Ites Hcl^.
l.iKoi«., ZeitMcbrift tlir NaUirwisticuKcliaften bcraiinp-^cbcn
^ "Ui nalurbisCori.scbcn Vereine l.oi- •- \''m- tti-r. .'»t-T,
"hr Jalir^'. I'rapr l^^>4- r>r».
11» liebte Ul>cr «lie \ crban<llnnpen der uulurl. licueilNebaO
zu Kreiburu i. H. Il.it III. Freiburf: IrtT»?.
liiandluniTon des imturbist. Vereinen der prensKisebeii
libciol&nde int'l W ■ hHiIiiI. ns I Iti-r .labrc l.*tes Heft
l'.onn is.'.T.
40
Archiv des naturbist. Vereins in Mecklenburg. 2ter Jahrg.
Neubrandenburg 1857.
Verhandlungen des siebenbürgiscben Vereins für Naturwis-
senschaften. 5ter Jahrg. Herraannstadt 1854 und 7ter
Jahrg. N. 7 — ^12. Herinannstadt 1856.
Darin: Hampe über die neue Käfergattung Pleganophorus.
Berichte des naturwissensch. Vereins des Harzes für die
Jahre 1855 und 1856. Wernigerode 1857.
Correspondenz- Blatt des zoologisch-mineralogischen Vereins
in Regensburg. 10 Jahrg. Eegensburg 1856.
lOter Bericht des naturhist. Vereins in Augsburg 1857.
Darin: Euprepia Flavia beschrieben von Bischoif.
6ter Bericht der Oberschlesischen Gesellschaft für Natur-
und Heilkunde. Giessen 18.57.
Darin: zur Na Urgeschichte von Deilephila Euphorbiae von
Laubcnheimer.
34ter Jahresbericht der schlesischeu Gesellschaft für vater-
ländische Kultur, Breslau 1856.
Bericht über die Thätigkeit der entomol. Section im Jahre
185G von Gravenhorst.
Chronologischer Eaupenkalender von Chr. Fr. Vogel. Ber-
lin is37.
Die Ichneumonen der Umgegend von Kaplitz von Dr. Leopold
Kirchner. Prag 1856.
Uugarn's Ameisen von Prof. Dr. G. L. Mayr.
Beitrag zur Fauna Dalmatiens von G. Frauenfeld.
Die Linsengallen der östreichischen Eichen von demselben
Moskau 1856.
Beiträge zur Naturg. der Trypeten nebst Beschreibung eini-
ger neuer Arten von demselben. Wien 1857.
lieber Kaymondia Fr., Strebla Wd. und Brachytarsina Mcq.
von demselben. Wien 1857.
lieber die Paludinen aus der Gruppe der Paludina viridis
Poir. von demselben. Wien 1857.
Verzeichniss der bisher in Oberschlesien aufgefundenen Kä-
ferarten von J. Roger. Breslau 1857.
Die Käfer Siebenbürgens beschrieben von K. Fuss, Pro-
gramm des Gymnasium zu Hermannstadt. 1857.
Zwei entomologische Oden. Hierzu ein Commentar von
Fried. Märkel, Cautor zu Stadt Wehlen.
Separatabdruck naturwissenschaftlicher Abhandlungen aus
den Schriften des zoologisch -botanischen Vereins in
AVien. 1 856.
Darin : Neue Dipteren-Gattungen von J. Egger.
Vergleichende Beschreibung der Sialis fuliginosa Pict.
und lutaria L. von Fr. Brauer.
41
Revision der vov IWniiiihHrhfn KutuMdBKin aaff^p
tlthrtfn I)ipt«r«'n von J. K. Schincr.
Hoitrap zur Fauna Dalniatiens von Frauenfeld.
Die Kttter Kuropa's. Nach drr N'atar beiwhrieben von H.
C. Kll8ter J'JtiH nud 'JMvh Urft N'limberjr iHnl a. n2.
Flora der |»r»^a8f»it«clien Kiirinprovinz von l'h. Wirtgen
Bonn 1x57.
SeparatH auH den l'nhiicationen der Stockholmer Akademie:
a. Stäl, Hcniiptcra samla^lc af Victorin i Caplandet
«Hemi|)t»ra ans dtm ra|>-Lande. i
b. Holm^ren, Ophionidslä^^tet Anomalon (das Ophio-
nidenire«»rhlecht Anomalon. i
Gerstacker Dr. Versuch einer Hystematigehen Aoseinan
dersetznnp dt-r (iattunccn Knroorphas Weber nnd
F n d o m y c h u s Pay k.
( üeparatdrnck an« dem Wiepmannsehen Archiv. )
H. de Sanssare Nooveanx Vespides da Meiiqac et de
lAmerique septentrionale.
Derselhe: Deseription de f|u»'K|n«'s Crnstac^« noaveaax
de la cöte f>ooidcntale dn .Me.viqne.
Separatabdrücke an» (iaerin'« Kevne et macazin dcZoologi?.
Bastardzeugung bei Insecten.
Vno Dr. H. Hitir«>n-
Die Fra^e. „ob es unter den Insecten Bastarde picbt^',
hatte mich eine Zeit hindurch lebhaft beschäftipt. und ich
war bemüht, mir die betroff« nde F^iteratur über diesen Ge-
penstand zu eiL'tn zu niach«n, aU nur durch die pOtipe
Mittheilunp des Herrn Stainton folgende intercs<»ante Notii
zopinp: In ..the Kntomolopigts weekly Intelli;:encer* T. II.
lKr)7 No. ,V>, p. IHM, n. No. 51. p. VJl', berichtet Herrn Tho-
roa« Hapue wie folpt: ^Es ist mir p'penwjirtip pelnn^en,
■'.istarde aus Smerinthut» ' * nnd l'opuli zu " k
.' i<«t erst 1» Wochen h«^r h Hi»» K.i»T rn » i
bepanuen. und lctzt«n 1 '-
terlinpe in meinem Bn; _ :;
Sie »ind »ehr scli^n nnd i -ic alle Zeichnnr.
ftn nnd Farben beider Aii<ii ».iiwn Kinipe haben die
Zeichnunp von S. ooellatn»* auf emem FlUpel , die von 8.
l'opuli anf dem andern: ejnitre haben Leiber von S. Populi
andere von i>. oceUatus and die Flügel vic< versa. "^
42
ünzweifelbart ist eine nähere und genaue Beschreibung
jener Thiere durchaus wünschenswerth und wichtig, da
eine derartige Vertheilung der Zeichnung und Farben den
bis jetzt für Bastarde bekannten Thatsachen widerspricht.
Jedenfalls ist die Thatsache von Werth, dass es gelungen
ist, künstliche Bastarde zweier so sicher ditferenten Arten
zu erzielen , und dürfte selbe zu ähnlichen Versuchen bei
anderen namentlich Nachtschmetterlingen auffordern. Ferner
berichtet in derselben Zeitschrift No. 60, p. 03 Herr Weir
wie folgt: Auf einem Felde bei Keyuicr beobachtete ich
Anthrocera Trifolii und Filipendulae beisammenfliegend,
und entdeckte einige Männchen von Trifolii in Paarung mit
Weibchen von Filipendulae. Da die Vermuthung nahe lag,
dass derartige regelwidrige Paarungen auch schon früher
öfter stattgefunden haben möchten, suchte ich an) selben Platze
sorgfältig nach Bastarden und entdeckte auch bald einige
( Ende Juni ) obschon abgetlogene Stücke. Meist standen
sie Trifolii näher als Filipendulae.
In einigen Fällen hatten die Uuterflügel den schmalen
Rand von Filipendulae mit nur fünf Flecken; andere ähnel-
ten durchaus Trifolii, hatten aber die sechs Flecke von
P^ilipendulae.
Ausser dies^en beiden Mittheilungen liegt über Bastarde
verschiedener Insectcn -Arten nichts vor.
Von Bastarden von Insecten-Racen finde ich gleich-
falls nur eine Nachricht, nämlich von Apis mellifica und
der italienischen Biene in v. Siebolds Parthenogenesis p.
V3 und 98. liier richten sich die Männchen ausuahmelos
nach der Mutter, und auch bei den Weibchen sind die
Mischlinge in der stärksten Minorität, denn bei manchen
Stöcken sieht man nur selten einen, bei manchen gar kei-
nen Mischling, die Hauptmasse schlägt immer in die deutsche
oder in die italienische Kace ein
Da es mir nicht gelingen wollte, über die Bastarde
der Insecten genauere Angaben zu ermitteln, hoffte ich in
den Nachrichten über Bastarde anderer Thierklassen Anhalts-
punkte zur Lösung der Frage zu finden. Aber auch hier
ist die Litteratur — soweit sie mir wenigstens nach man-
nigfacher Bemühung vorliegt — auffällig dürftig, mit Aus-
nahme der wenigen weltbekannten Thatsachen bei Säuge-
thieren und Vögeln.
Wie immer in solchen Fällen, wo für wichtige Fragen
wenig vorliegt, hat meist jeder spätere ohne weitere Prüfung
seinen Vorgänger wörtlich abgeschrieben. Es hat mir Ver-
gnügen gewährt, vermöge eines Druckfehlers (Pap. Junira
statt Janira) den rothen Faden dieser Kopien bis zu seiner
43
C^iH'IK' zn \rrft'l^'» II, wiiImi ikmIi ^';in/.lnli Ul)ersc'lieii wurden
ist, (lass jrii»' ScliiiK ttiiliii^'i' ^.ir uicht lier^cliörLii; sii-
( Tap. Jmtiiia urnl .lanira i l»iUlt'n nur die viTscIiicdcueii
(ies« lilt"?litt'r einer Art, wie C. F. Mueller llydraehnae pap.
XIX., widier die Xotiz entnommen ist. selion sehr riehtig
bemerkt. Allerdinf;s hat »ich Niemand die Mühe genommen.
H'nes Werk seihst /.ii \er^deiehen. sundeni ruhig seinen
.Imiira NOrmami knpirt. I)ie tiii/.igi ii ^^'erke, in wehhen
ieh ein .sen»stjuidi;r»s Kiiii:ehen in «lie Frage der J'astard
Zeugung antrert'e. sind 'J'rt\iranus Diolugie, lUirdachs l'hy
siohtgie und » ii" Werk, in \>iU'hem wenigstens Kntomoh)geu
nieht leieht etwa» vermuthen wurden, Ilnfaeker, l'eber die
Kigensrhaften, wileho sich hei Mensehen >ind Thier-ni von
den Kitern auf die Xaehk<»inmen vererhen mit hesouderer
KU<'ksieht auC die rtenh-zueht 'I'uehingen L^L'^. >to. Ohne
der für Säugethiere, \'(igel und Fisehen gedachten Bastarde
näher zu erwähnen, tindet sieh hier die l'aarung verschie-
dener Inseetenarten erwähnt, wobei der gebrauchte Ausdruck
„dass diese Inseeten mit einander zeugen" Jcdenl'alls uu
riehtig gewählt isi, da nirgends eine Nachkommenschaft
heobaehtet ist. Die heohaehtcten l'aarungen sind folgende:
1. Chrysomela aenea und Chrysoniela ( (ialieruca)
ahii nacli eigener Henbaehtunir von (\ F. Mueller Ilydrach
nae p. XIX. Mueller corrigirt dabei die von Linne nach
feinem Üriele gemachte irrige Angaltc Syst. Nat. XII. p.
f)S7 von Chr. aenea und graminis. Linne giebt an dem
citirten Orte an, dass er selbst Chr. aenea und alni in
Paarung getroffen habe, und Mueller verwahrte (1. c. p.
XIX.) da.s im Jahre 17(14 getangene l'äreheu Chr. aenea
und alni noch ITsl auf einen Zettel p«'steckt mit der Note
mas et femina. Suft'rian vermuthet Linnaea V. p. UM, dass
die Heobaehtung vielleicht nur auf einer Nerweehselung mit
der blauen .\bart der Chr. ai-ma beruht hal>e.
'J. Caiitharis nielaniira und Klater iiiirer, der l»ekannte
von Kossi .Meiiiorie della Societa llaliana V. Vlll. p. ili*
beschriebene Fall. K<»h8i fand ihn so wichtig, dass er
ein von sieben Professoren beglaubigtes und unterzeichnetes
rrotokolj darüber abdrucken liess. da« (u-rmar im .Mapazin
der Kiit«>mMl<»pie. T. IV., p. 4<^4 mittheilt. Der Klaler war
das Weibehen. Wichtig filr diesen Fall ist die v«.ii (iermar
naidi lleyers lieobachtung pegebeiie Notiz, «lass ein Weibchen
von Cantharis rui'a mit zwei Männehen zugleich in lU'pat-
tung getrofTon wurde, insotem dadurch der UbermiUsige
(ieschlechtstrieh dieser flatlung darpethan wird.
3. Chrysomela polita nias und Chr. praminis femina
(Dach buffriau I. c. p. 'J2 wuhl C hr. Meotha^itnj wurden vom
44
Pfarrer Mucller in Odenbach Gerniar Mag. T. IV., p. 407
in Begattung getroffen und die Vereinigung der Gesclilechts-
theile unter der Lonpe sicher gestellt.
4. Donacia simplex mas und Attelabns Coryli temina
begatteten sich nach Angabe desselben Beobachters Germar
I. e. p. 408 in einer Flasche. Mit Gewalt getrennt begat-
teten sie sich nochmals und trennten sich erst nach zwei-
mal 24 Stunden.
5. Melolontha agrieola mas und Cetonia hirta femina
beobachtete in Begattung Wolf cf. Voigts Magazin T. IX.,
p. 232 (nach Treviranus vermischte Sehr. T. I, p. 22).
6. Hofacker 1. c. p. 82 führt noch Scarabaeus vacca,
ovatus und nuchicornis und ausserdem mehrere Fliegen
Muscae an. Woher er die Notiz entnommen weiss ich nicht,
vielleicht aus dem mir nicht zugänglichen Artikel Metis im
Diction. d'hist. nat.
7. Pastor Hansemann sagt in Wiedemanus Zoolog.
Mag. T. II, p. 154, bei Agrion Puella ( Agr. pulchellum);
„ihre Verschiedenheit von Agr. Pupa (Agr. Puella) ist, da
jedoch höchst einzelne Uebergänge und regelwidrige Paa-
rungen vorkommen, nicht völlig in Klarem." Da Hanse-
mann jene beiden Arten sonst gut aus einander hält, ist
seine Angabe glaubwürdig, jedenfalls mehr als die von
Fabricius, der alle von Hansemann richtig getrennten Arten
in seine Agr. Puella vereint „weil sie sich untereinander
begatten".
Ausser der schon erwähnten Beobachtung C. F. Muel-
lers über Begattung von Pap. Jurtina und Janira, die ob-
wohl oft wiederholt nicht hergehört, weil sie wirklich nur
die beiden Geschlechter einer Art sind, finde ich gegen-
wärtig weitere Fälle nicht angemerkt, ohne jedoch behaup-
ten zu wollen, dass damit die betreffende Litteratur erschöpft
sei.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur folgende drei
Fälle anführen, und besitze die betreffenden Pärchen selbst.
8. Libellula depressiuscula mas mit Lib. striolata femina
von Fr. Brauer bei Wien in Begattung gefangen.
9. Libell. pectoralis mas mit Lib. caudalis femina bei
Neu Strelitz von Fueldner in Begattung gefangen.
10. Lestes sponsa mas mit Agrion najas femina von
mir selbst bei Königsberg in Begattung gefangen.
11. Nach brieflicher Mittheilung hat Herr Dr. Ger-
stäcker die Begattung verschiedener Arten von Zygaena
mehrfach beobachtet.
Wie schon erwähnt, ist für keinen Fall nachgewiesen,
dass die Begattung eine fruchtbare gewesen sei. Jedenfalls
46
läsfit sich aber iim'-i iliii uiuilo^en \'orpäii^'on bei hiihereu
Thitrcii und der von Tb. Iia|:iie er/ielteii Mrut der beiden
Snurintlius Arten an eim- .Möf^iicbkeit tierselbrn ni»lit zweifebi.
und es seheint desshalb eine nliherc Beleuehtung der etwa!
jren Folgen {;erechttVrti'rt.
So weit mir bekannt, hat (Jravenhorst allein bei Sta-
jihylinen und lehneuinonen bestimmte Art«'n prrade zu hIk
Hastarde amlerer anL^MiMniincn . ohn«' sein»' Angaben dureh
ciuHchhigige Heobaehtungm erhiirten zu können. Mir sind
diese NN'erke nieht zur Hand, doch seheimn jtnc Angaben,
wenigstens für Sta|)hylinen, durch Kriehson als irrig erwie-
sen zu sein. Sonst ist die Annahnu* von Hastardarten von
allen Kntonjologen stets zurückgewiesen . und durch sie der
Instand dis Systems im liüehsten (iraile gctahniet erachtet
worden. .Mieh dlinkt mit l nreeht, wenn man folgende Tunkte
iu lietracht zieht, die von deii Hastarden höherer Thierc
entlehnt, auch auf die Inseeten Anwendung finden nillssen.
1 . Jl e i höheren T h i e r e n w e r d e n H a s t a r d e u i e h t
n ur k ünstlic h von H a u sth i ere n, sond e r n au eh
i ni frei e n wild e n Z u s t a n d e e r z e u g t.
lud 7.\\:\r sind «lerartii'e Hastarde In-kannt:
bei Fischen: von ( yprinus carrassi«» und gibclio, Cypriuns
carrassio und ('. earpio, (yjir. latus und brania. ('. ery
throphthalnius und brama. lIolack»-r I. e. p. H2.
bei Vögeln: Tetrao intermedius od. hybridus vom IJirkhahn
und Auerhenne. Tetrao lagopides vom Hirkiiaiin und Schnee
huhn. Iiber beide giebt Naumann. Naturgesehichte der
Vögel Deiitsehlamls, T. VI. sehr vidlstandi^'e Nachricht.
Ert ist zu beachten, dass von beiden die Bastarde stets
fi^enau in Form und Färbung gleich gebildet sind , so
dass sie vielfach als eigene Arten ange8prt>chen wurden
Conus corone und cornix; iiiirdach I. c. p.
bei Säugetbitren: nach Tschudi nou Fuchs und Hund.
Wolf und Hund. Steinbock und Zi.'g»' : na«h Ihdacker
von <»enise und Zieg»*.
Ich habe mit Absieht eine Anzahl weniger sicher ver-
bürgter Fälle bei Seite gelassen.
J. Bastarde von verschiedenen Arten zeif^en
im .\llge meinen bestimmte, re gel massige
gleiche .Merkmale, zum Theil vom Vater,
r.nm Theil von der .Mutter, und sind fast
immer u n fr u c h t b a r.
Bastarde von vc rseli ieden eu Kaccn, zei
gen entweder die Kennzeichen der Kitern
vermischt, oder ach nein einem derselben
ausschliesslich, nnd nind fruchtbar.
46
Es stützen sieh obige Sätze auf die Untersuchungen von
Geoffroy St. Hilaire über die Hastarde der Mammiferen 1826
und auf die instructiven Berichte von Seiys - Longchamps
über die Bastarde in der Familie der Anatideeu in Bull.
Acad. Brux. Tom. Xll und Tom. XXIIL Sam. Mortons
wichtige Schrift : Hybridity in Animals in Silliman Journ.
Mars 1847, ist mir leider nicht zugänglich gewesen. Der
Bericht von S^lys ist von um so höherem Interesse, als der
Verfasser Jahre lang mit grosser Sorgfalt einzelne Fälle
verfolgt hat und 40 Bastarde, darunter 30 durchaus sichere,
selbst beobachtete anführt. Von AVichtigkeit sind folgende
daraus abgeleitete allgemeine Folgerungen. Die bis jetzt
unter den Vögeln beobachteten Bastarde gehören alle zu
den in Polygamie lebenden Vögeln (Hühnern^ Gänsen) oder
zu jenen, deren Geschlechtstrieb sehr entwickelt ist, und
die mehrfach im Jahre brüten (Sperlinge, Tauben, Enten).
Im freien Zustande sind Bastarde bei Vögeln äusserst selten,
und werden nur bei Tetrao und Phasianus angetroffen, bei
denen die Heftigkeit der Brunst das Unterscheidungsver-
mögen theilweise zu trüben scheint. (Einige Bastarde an-
derer Vögel werden von Selys und Naumann vermuthungs-
weise angeführt, ohne sicher bewiesen zu sein.) Die Bastarde
sind im Allgemeinen unfruchtbar, obwohl sehr geil. In den
sehr seltenen Fällen, in welchen sie Nachkommen erzeugen,
sind sie weniger fruchtbar als die Stammarten, und ihre
Race scheint zu erlöschen. In den bekannten fruchtbaren
Fällen haben die Bastarde nicht unter sich sondern mit den
Stammeltern gezeugt. Sehr merkwürdig ist der im zoologi-
schen Garten in London beobachtete Fall, wo ein Bastard
von Anas boschas und Strepera mit Anas penelope einen
Bastard zeugte, um so mehr als neuere Zersplitteruugssucht
aus jenen drei Arten drei verschiedene Gattungen schaffen
will. Von den 40 beobachteten Bastarden hatten nur 5
Nachkommen.
Ein wichtiger und durch neue fortgesetzte Beobachtun-
gen sicher zu stellender Umstand ist der, dass nach Selys
Bemerkung die Regelmässigkeit der Merkmale bei Bastarden
von verschiedenen Thierarten gewisse Einschränkungen er-
leidet. So sind in einer und derselben Brut die Bastarde
selten durchaus gleichgebildet. Sie schlagen theils dem
Vater theils der Mutter nach, und zwar in der Farbe des
Gefieders dem einen, in Form von Schnabel und Füssen
dem andern, in der Grösse gewöhnlich dem grössten ihrer
Eltern. Allerdings sind diese Angaben von Selys nur Ba-
starden, die künstlich von Hausthieren erzielt wurden, ent-
nommen, während die im wilden Zustande erzeugten Tetrao
47
hyltridus und lat^opidrs >«UtH ^eiiau in Knnii iiiul FärhiiiiK
jflt'irb iri'hildet »iiid. Nicbts dfhtowniifrrr l)ild«t «lirs'*r l'imkt
llir die Kiifoinuldjrii' » i^'cntluli dio lljiii|itaiij,'i'l dir Fruf;i:,
insofern entschieden werdt-n hoII. üI) wir unter den Insccteii
IJastardi* liahen. die /idlilli^'- er/eii^t huld Vater bald Mutter
iia<-lis(lda;ren (also nielit konstante l'astani Arten liilden)
<idtr nh die Insirtm liastarde \(in denscllicn lliu-ren stets
mit dt nselhen Form- und Farlutmierkmalen lieslimmte Arten-
reilien Uilden. NatUrlicIi wird dies nur dnreli (dtere sorgsame
/uclit von Bastarden aus verschiedenen Arten /u ermittehi sein,
/ahln ieh und /um Theil weltbekannt sind die in
«ii'tanirensehatl »r/euirten Bastanh* vom Kanarien\opeI mit
\ielen s|ierlin^'sart'^^en \r>ireln. von den Finliiitern iM'erd,
Fsi I. Zelira. tjiiairira, \(im Kaimel und Dromedar, von W ie
derkauern. von Kat/.en, vom Löwen und Tipr.
li. Nor sehr nahe verwandte 'I'liitrre er/, eueren
Bastarde.
Dies (Jeset/. lindet in dui (d»i;ren Ansahen reiehliehe
Bestiitiirunjr. und kann \oiliiiili;r durch die ent;:e^'en stehen
den siimmtlieh uinerhitrfrten An^al»en nicht ers liiittert wer-
den. Dahin y-ehören Sonniiiis Bastarde Non Hahn und
Knte. uinl die ^ielen Fabeln von Bastarden zwischen Ksd
und Kindvieh (Jomards'. Hirsch und Kindvieh, Fischutttcr
und Schaf, Katze und .Marder. Künstliche Bid'ruchtun;; von
Katz.en mit Samen vom Hunde \ ersuchte Spallanzani ver
jjebens.
4. Die Bastarde sind höchst >elten und dann
wenip frue htbar, u nd zwa r nicht u nt e r sich,
sondern mit d t; n Staminraeen. l)ie .Inneren
schlafen in den Stamm bald zurück.
Auch dies (Jesetz tindet in d«*n t'rllhercn .Angaben hin
reichende Bestilticunir. reb» nlies bcsehriinken sich die
Iteobachteten Falle \oii NaeJikommen der Bastarde bis jetzt
auf in <ler (letan^mseliari ;:ej»aarle Ibiere untl meist Haus
ihiere. Die im freien jährlich erzeupten Bastarde \on Te-
trao hybridus haben keine eigenen Bal/plat/e und keine
.Nachkommen. .Mlerdin^'s beruht ihre stets neue Hildunf?
aus den Stammeltern nach Nilsons plaubhatler An^'abe auf
den eigeuthlindit hen .lapht rhältnis.sen jeui r (tcfreuden. Der
wenif;er seh«ue .\uerhahn wird näudich im L'cbermaxss fort-
p'schosscn und zwingt die .\iurhemien die Balz|)Ut/.e dcf
scheueren Birkhahns aut/.usurhen.
Halten wir die erwähnten l'unkti- zusammen . so ver-
liert die l<lee von Bastt»r<bn imt.r den Ins«Tten. wie mich
dUnkt, jede (Jefahr für das Bi stehen «br Arten, und reizt
oder gebietet sogar zur sorglaltigcn Krtursi-hung und .Sieher-
48
Stellung der Hybriden -Arten, Meiner Ansicht nacli lassen
sich für Insecten diese Verniuthungen in ioli^ender Art zu-
sammenfassen :
Es existiren wahrscheinlich auch unter den Insecten
Bastardarten; ihre Zahl wird sicher eine vergleichsweise
sehr geringe sein; sie werden unfruchtbar sein, oder in
die Hauptarten zurückschlagen, und stets von Neuem er-
zeugt werden; eine weitere Bildung neuer Formen durch
Vermischung von Bastarden mit andern Arten ist wenig
glaublich; die Bastardarten haben wahrscheinlich stets die-
selben Form- und Farben-Kennzeichen, können also bis auf
sicheren Nachweis fälschlich für eigene Arten gehalten
werden.
Natürlich wird die Ermittelung der Bastardarten Auf-
gabe der sorgsamsten Forschung und nicht der Hypothese
werden müssen, und zwar werden bei derartigen Bemühun-
gen vorzugsweise die am Besten und Sichersten bekannten
Gattungen zu berücksichtigen sein. Auch hier giebt uns
die Analogie der höheren Thiere einen sehr deutlichen
Fingerzeig. Wir müssen zuerst und vorzugsweise unter
den Gattungen suchen, deren Geilheit notorisch ist. Also
bei Chrysomela, Cantharis, Zygaena, Bombyx, Libellula und
ähnlichen Gattungen.
Die Ermittlung von Bastarden bei Insecten kann aber
möglicher Weise noch in anderer Hinsicht von Wichtigkeit
sem. Ich meine, wenn zwischen nahe stehenden aber sonst
gut zu trennenden Arten Uebergänge vorkommen, so würde
ein Nachweis derselben durch Zucht als Bastarde vor Miss-
griffen schützen , und dazu dienen, obwaltende Streitpunkte
zu schlichten. Ein Sanguiniker könnte sogar der Industrie
goldene Berge durch Insecten-Bastarde und Erzielung neuer
und schönerer Seide, durch mannigfache Kreuzungen und
Mischlingsarten vorschwindeln.
Nachschrift der Redaction: Während vorstehen-
der Aufsatz unter der Presse war, fand sich in dem Journal:
das Auslavd (October 1857 p. 948.) folgende hieher einschla
gende Stelle:
Aus K. Schlagintweit's Bericht über einige Thie-
gattuugen Tübet's.
Die Bastardart des Yak ( tübetauischen Rindes )
und der indischen Kuh heisst Tschubn und ist durch ihre
Fruchtbarkeit besonders ausgezeichnet.
49
Wir hatten Gelcgeubcit, die Abkümmlinge von
Tschubu's bis zur siebenten Generation zu geben und zu
prüfen, und fanden in allen Füllen die letzten Generatio-
nen weder viel verändert nocb entartet , vielmehr belehrte
man uns, dass man in dieser Beziehung noch keine Gränz-
liuic wahrgenumuK'u habe.
üeber einige Schmetterlinge älterer entomologischer
Schriftsteller.
Vom Köui^l. Fur>lmri»ti'i %% eriieburn in Krfurt
A. ÜDDelsche Species.
1. Xoitua tri|tti'r:i L. Syst. nat. ed. XII, pag. 848,
No. 14f). Ph. spirilin^uis cristata , alis maculis tribus
longitudinalibus rutundatis atomisque sulphureis ad-
spersis. Habitat in Lusitania.
De Script. Corpus magnitudine fcre Phal. cajae,
seu inter paganos majus, cinercum. Antennao crassiores,
quam in ulla mihi nnta uoctua. Alae superiores cinereae,
liluris minimi.s nigris et passim atomis .sulphureis
adspersac. Maculae 3 longitudiualiter juxta margiuem
crassiorcm exteriurem digestac, maju.sculac, j)allidae.
Uiiea nigra marginatae, quarum prima ad basin, uvalis,
secunda orbiculata. minor, tertia subcordata, quac cum
media constituit Stigmata ordinaria. Postice sunt alae
pallidiores. Inferiores alae suhtus albidae absque lu-
nula et puncto.
Wenn ich mit dieser Beschreibung die nnctun ruticinct*
H /usaiiimenhalto, so scheint es mir unbedenklich, in ihr
Linnö's Noctua trij)tera wieder zu erkennen. Sobald man
die hellen Stellen , die Noctua rulicincta längs des Vorder-
randes hat, niiliiT ins Auge fasst, muss man gestehen, das«
Linn«i sie vortrefllich characterisirt un<l sehr glfhklich als
Erkennnnsgzeichen dieser Species aufgefasst hat. Dabei ist
es ohne Gewicht, dass Linn»'* sagt, die HinterflUgel seien
auf der rntcrseitc ohne Mondlleek und Punkt, während ru-
ticincta in der Kegel davon nieht fnMU'esprorhen werden
kann. Denn Linne macht auch bei andern Noctuen unter
gleichen Verhältnissen dieselbe Bemerkung und man hat
daran bei Anerkennung der Art keinen Anstoss genommen.
4
50
2. Geometra testata L- Faun. äuec. ed. IL pag.
331, No. 1262. Phal. seticornis, alis superioribus ful-
vescentibus : maciila pallida, lineolaque apicis alba.
De Script, majuscula, alae superiores colore cinna-
momeo: in anteriore ala macula ciirva marginem exte-
riorem tangeus, in posteriore striga albida, exterius
recta, interius curva, lineola ut in chenopodiata ad
apicem alae, sed alba, cui postice adjacet macula sa
turior. Subtus alae pallidae puncto centrali nigro et
arcu fuscescente, sed ex duabus strigis constante.
Diese Geometra testata finde ich nirgends citirt, darf
also wohl annehmen, dass sie bis jetzt noch nicht erklärt
ist. Linne beschreibt ohne Zweifel und ganz treffend Geom.
achatinata H.
3. Geometra citrata L. Faun. suec. ed. II. pag. 332,
No. 1265. Phal. geom. seticornis, alis griseis, macula
subterminali albo-fulva strigaque alba, apicis lineola fusca.
Descript. magnitudo phal. piniariae. Alae superiores
supra griseae, juxta marginis crassioris postica macula
magna albida, postice ferruginea, quam excipit striga
alba tenuissima undulata; in apice alae litura linearis
nigra, ut duabus praeeedentibus (chenopodiata und co-
mitata) subtus cinereae, postice pallidius
Hier beschreibt Linne die Geom. russata H. — trun-
eata Hufn. Auf den ersten Anblick und wenn man Treitsch-
ke's Beschreibung der russata liest, mag meine Behauptung
verwerflich erscheinen. Dies dürfte sich aber anders gestal-
ten, wenn man die Linne'sche Beschreibung näher ins Auge
fasst. Truncata Hufn. ist einer von den Spannern, die sehr
variiren und deshalb, so wie ihrer ganzen Zeichnung nach
schwer mit Worten zu beschreiben sind. Linne musste daher
nach etwas besonders Characteristischem suchen, um mit
wenig Worten die Art sicher zu bezeichnen. Dies ist ihm
meines Erachtens sehr gelungen durch Auffassung der
weissen, nach hinten rothgelben Makel des Vorderrandes,
die von einer feinen gewellten, weissen Linie umschlossen
ist. Man kann kaum deutlicher beschreiben, als hier von
Linne geschehen ist, und wenn man seiner Auffassung folgt,
so findet man auf jeder Geom. truncata die gedachte Makel.
Ueberdies ist dieser Spanner ein im Norden nicht
seltener Schmetterling, der Linne's Aufmerksamkeit nicht
leicht entgehen konnte. Auch stimmt das, was Linne über
die Raupe sagt, die er als viridi-pallescens bezeichnet, mit
dem, was Treitschke Band 6, Seite 189 nach Freyer über
dieselbe anführt.
51
4. Geometra li vi data L. Faau. succ. ed. 11. pag. 337
No. 128.'). Thal, gcoin. seticomis, aus autice pallidis,
ßtriga fusita, ptistice fuscis, striga pallida.
De Script facics et statura omniuo sequeutis (geom.
aversata) alao (»iniKs puncto contrali utrinqiic ; antice
pallidae vel pallidc sululmreae striga corva iusca ; pos-
tice ul)S(»lctc l'u.scac stnga pallida et poue strigani fus-
eus colur iiiiuus saturius. Subtiit> umnes pallidae, striga
fusca puue punctum; t'ascia dein uhsoleta inter punctum
et strigam.
Dieser Falter scheint mir uuzwcifelhaA die Geometra
bisctata Ilufii. zu sein , auf welche, namentlich auf Exem
plare, wo das scliwär/.liche Colorit längs des llintcrraudes
stark ausgeprägt ist, Linnc's Beschreibung genau passt.
Schon Laspeyres hat die lividata L. l"Ur bisetata Hufn. er
klarL Er hat sie aber für eins mit Geom. scutulata gehal
tcn, eine Verwechselung, die in früheren Zeiten öfters vor-
gekommen und wohl darin ihren Grund hat, dass die ächte
bisetata, oligleich in manchen Gegenden keineswegs selten,
früher nicht ;,'enau bekannt gewesen ist. In Wirklichkeit
ist bisetata wesentlich verschieden von scutulata. Was
Treitschke im 2. Thoile des ♦;. Bandes pag. 2^1 seines be-
kannten Werkes anlührt, um zu begründen, dass die livi-
data L. nicht die bisetata Hufn. gei. halte ich nicht für
geeignet, meine obige Ansicht zu entkräften. Linne ver-
gleicht seine lividata mit aversata, und der steht sie in der
That naiie. TreiLschke sagt, die Beschreibung der üintcr-
flügel sei ganz unpassend; ich finde aber gar nicht, dass
Linn»^ die Hintertiügel beschrieben hat. Es scheint also hier
ein Missverständniss obzuwalten, ebenso wie bei Treitschke's
Angabe , dass Linne die lividata mit bilincata verglichen
habe. Was Illiger's Angaben pag. 171^ Band II. seines Ma-
gazins betrifft, so lege ich auf diese keinen Werth, da es
mehr als wahr.scheinlich ist, dass er die ächte bisetata gar
nicht in der Natur gekannt hat.
5. Geometra incanata L. Syst, nat. ed. XII. p. 871.
No. 263 Thal. geom. seticomis, alis omnibus canis, pos-
tice striga alba repanda, disco puncto margineque mgro
punctato: habitat in silvis.
DeScript, minor: alae oninrn supra canac: striga
undulata nigricans versus ba.<iin; punctum nigrum in
mcdio; striga postica nigricans repanda; mox striga
alba repanda, margine postiro nigro puuctato. Subtus
omnes albido ciDcreac, puncto centrali nigro; striga
postica repanda, margineiiuc nigro punctato: alae pog-
ticae fcre angulatac.
4»
52
Gewöhnlich wird diese incanata L. für gleichbedeu-
tend mit incanata H. und W. V. genommen; ich kann dies
aber nicht für richtig halten und zwar aus folgenden Grün-
den: 1. hätte Linne die incanata W. V. vor sich gehabt, so
würde er deren Grösse wohl eher durch „parva'' als durch
„minor" bezeichnet haben; denn incanata W. V. gehört zu
den kleinsten Spannern. 2. soll incanata L. in Wäldern
leben, während incanata W. V., ein sehr gewöhnlicher
Spanner, meines Wissens immer in oder an Gebäuden, nie
aber in Wäldern gefunden wird. 3. passt Linne's Bemer-
kung: „alae posticae fere angulatae*' nicht auf incanata W.
V., die ganz gerundete Hinterflügel hat. 4. ist incanata
W. V. nicht vor den Franzen schwarz punctirt, sondern
gestrichelt, so dass fast eine schwarze Linie vorhanden ist.
Dagegen passen alle Angaben Linne's ganz vortreff-
lich auf Geom. mutata H. 5. fig. 98 — 100 und es scheint
mir unzweifelhaft, dass Linne diesen Spanner vor sich ge-
habt habe.
Geom. immutata L. ist Geom. sylvestrata Borkh.
6. Tortrix avellana L. Faun. suec. ed. IL pag. 344,
No. 1316. Phal. tortr. alis superioribus testaceis; fasciis
ferrugineis sesquitertiis.
Descript. Phal. seticornis spirilinguis, alis incum-
bentibus flavis: fasciis duabus griseis obliquis, pos-
tica interrupta. Faun. 882. Habitat in corylo. — Phal.
magnitudine muscae carnivorae : alae deflexo-incum-
bentes, breves, latae; superiores pallideflavesceutes:
fasciis duabus retrorsum spectautibus fuscogriseis, qua-
rum postica in medio interrupta. Pedes spinosi.
Ich glaube nicht zu irren, wenn ich diesen Wickler
Linn'es für Bombyx testudo erkläre. Auf das ockergelbe
Weib dieses Falters passt die Beschreibung in der Faun,
suec. ohne allen Zwang recht gut. Namentlich aber ist es
bedeutsam, dass Linne sich gerade bei der Beschreibung
dieser Species bewogen gefunden hat, über die Flügel und
deren Haltung in üer Ruhe eine besondere und umständ-
liche Bemerkung zu machen, durch welche nachgewiesen
wird, dass ihm die Tortr. avellana eine beachtenswerthe
Abweichung im Bau von den andern Wicklern gezeigt hat.
Und in der That sind die Worte : „alae deflexo-incumbentes,
breves, latae" ganz bezeichnend für B. testudo, dergestalt,
dass man über die Worte: „habitat in corylo" — da die
Hasel allerdings meines Wissens nicht eine Futterpflanze
des B. testudo ist — wohl hinweg gehen kann, da in dieser
Beziehung bei Linn6 manche Irrthümer untergelaufen sind.
7. Pyralis secalis L. Syst. nat. ed. XIL pag, 882.
5.^
No. 33S. Pyr. ali» griseo-faBcis striatis: niacnla reni-
formi A latino inscripta. Roland act Stockh. p. 62.
Habitat intra sccali.s culniug, cok intra vapinam ex
edens, ex iino in altcruni niiprans, undc spicae albae.
Durch dicst: r>otlircil»iinf: ist Pyr. stranientalis H. —
— clntalis H. (iL*. deutlicli bczoiilinot und die Vcrglcichunp
der Makel auf den CHteriliipcln mit einem lateinischen A ist
eiae sehr glllckliehe /u nennen, da in der That jene Makel,
vom llinterrande des FlUpels aus betrachtet, dem erwähn-
ten Buchstaben sehr ähnlich ist. Ich habe Pyr. strameo
taliß stets in Getreidefeldern *) {refangen und es ist daher
auch die Angabe Linne's über den Aufenthalt der Raupe
obiger Bcstinmiung nicht \vidersj)rcchcnd.
8. Tortrix Icdiana L. Syst nat. ed. XII. pag. ^70,
No. 81 '1 Tortr. ali.s fuseis, fasciis 2 rubro- argenteis:
ftosteriore puncto intniso. Clerk, phal. Taf. 10, Fig. 12.
labitat in ledo.
De Script, alae nigricantes, maculis cinereis et nna
altcrave rufa. etiam ad auuni, iuterlui'cntibus passim
squamis argenteis, s(|nama major basi alae incumbens,
apice rufeseens. Similitudo quaedam pomctnellae.
Fann. suec. ed. II. Xo. 1.S30, Tortr. alis fuseis; fasciis
2 rubro-argenteis: posteriore puncto intruso. Clerk.
Tab. 10. Fig. 12. lediana. Habitat in ledo palustri.
De Script, alae sujieri(»res fuscae, fasciae J argen
teae , rubm colore superinductae; harum posterior in
mcdio puncto magn(» intruso. -\ntenuac nigrac, corpore
breviorcs. Magnitudo culicis.
Es sind schon vielfach Knirterungcn darüber ange-
stellt worden, welchen Schmetterling Linne unter seiner Tortr.
lediana verstanden habe, ohne dass bis jetzt eine Hntschei-
dnng erzielt wurden ist. Auch die Clerk'sche Figur, die
ich leider nicht vergleichen kann . hat keinen Anfschluss
gewährt. Dazu k(mmit, dass beim Vergleiche der Beschrei-
bung im Syst. nat. mit der in der Faun. suec. ein Zweifel
anftaacht, ob Linne. bei beiden Beschreibungen dieselbe
Species vor sich gehabt habe. Indem ich es dahin gestellt
sein lasse, ob letzterer Zweifel bcgrlhulct ist, halte ich
dafllr, dass mit der Tortr. lediana L. in der Faun. suec.
die tortr. amocna II. gleichbedeutend ist. Dieser Schmettcr
ling zeigt alle Merkmale, welche die Diagnosen Linne's und
dessen Beschreibung in der Faun. sncc. angeben; nament
•) Noch im Sommrr l^Sl h%hf |.-h di«fen Zäniirr aal trorko^n
Hohtn b«i Em« so Ack«rf«]d«rB io mcbrcrtn Extsplarcn gefangco.
54
lieh wenn man die Varietät incarnatana H. 191 in Betracht
zieht. Der schwarze Fleck am unteren Theile der 2ten
Querbinde entspricht recht wohl dem puncto intruso Linnö's.
Erwägt man dabei, dass Tortr. amoenana vielfach variirt,
so ergiebt sich auch die Möglichkeit, dass Linn6 bei der
Beschreibung im Syst. nat. denselben Schmetterling vor
sich gehabt habe. lieber die Lebensweise der Tortr. amoe-
nana ist mir nichts Näheres bekannt, ich weiss also nicht,
ob Ledum palustre ihre Futterpflanze ist.
9. Tinea cembrellaL. Syst. nat. ed. XII. pag. 892,
No. 405. Tin. alis fuscis, atomis albis irroratis. Habi-
tat in pinu sylvestri intra folliculum scabrum.
Faun. suec. ed. II. No. 1422. Tin. alis fuscis atomis
albidis irroratis. Habitat in pinu sylvestri; larva intra
folliculum scabrum, more Ph. pellionellae.
De Script, minor musca domestica. Alae obtusae,
fasciae punctis albidis conspersae, unde cinereae ad-
parent.
Schon Dr. Zinken spricht in dem bekannten Werke:
„die Zünsler, Wickler, Schaben und Geistchen etc." von
Charpentier, Anmerkung 160, Seite 120, die Vermuthung
aus, dass Tinea cembrella L. eins sei mit Tortr. duplana
H. Er sagt, dass die Worte Linne's: „alae obtusae, fasciae
punctis albidis conspersae, unde cinereae" seiner Vermuthung
günstig seien, dass volle Gewissheit in der Sache aber erst
durch die Entdeckung der Raupe zu erlangen sei. Treitschke
widerspricht Zinkens Ansicht, Band 8. pag. 139, indem er
meint, dass Linne, wenn er eine duplana vor sich gehabt
habe, gewiss das breite, goldbraune Feld der Vorderflügel
hervorgehoben haben würde. Nun hat allerdings duplana
in vielen Exemplaren eine merkliche braune Färbung auf
den Vorderflügeln; allein bei vielen andern Exemplaren ist
dieses Braun in so untergeordnetem Grade vorhanden, dass
es kaum besondere Erwähnung verdient und es gar nicht
auffallen kann, wenn Linn6, nach einem matt gefärbten
Exemplare beschreibend, jenes Braun nicht als characteri-
stisch hervorhob. Man betrachte Hüb. flg. 230. Ich glaube
daher, dass die Ansicht des sehr sachkundigen Zinken, der
die duplana in der Natur beobachtete, durch Treitschke's
Widerspruch nicht entkräftet wird. Erwägt man dazu noch,
dass von Linn^ und seinen Zeitgenossen gerade die an dem
Nadelholze lebenden Schmetterlinge besonders sorgfältig
beobachtet worden zu sein scheinen, und dass, wie ich im
Jahresbericht des Weimarischen Tauschvereines für 1853,
S. 83, nachgewiesen habe, die Raupe der Tortr. duplana H.
wenigstens die Fähigkeit besitzt, einen Sack, ähnlich wie
f>f)
Tinea pellionolla, in fertitriMi. ko stei^'crt Hieb ZinkcnK Vcr-
mnthtinpr /nr (Jowisshcit. Ich liabo zwar danialK die Kiffen
fliliniliflikt'it «Irr llaiiju.' dcrTortr. duj)lan:i, einen Sack zu
verfortipMi, nur in Ho/.Ui: auf die Verpnppunp crwalint, weil
meine Krfalirnn^' nicht weiter gehet; ck ist aber kcinc8wep>
iinwahrHeheinlich . da88 die pcdaehte IJaupc auch vor der
\'trjinpj»uii^', wenn auch vielleicht mir nntcr gewissen Ver
hältiiisKcn in einem Sacke lebt. *i
B. Species aas Rossi's Fanna Etrosca.
1. l'bal. h am ata. pag. 37 der Mantis8e. No. 44H
Tab. IV. li.ir- 0. Phaj. sctieorni.';, ali« anticis virescen-
tibus, basi t'aseiatiue postiee nnidenfata, niv«'it>.
Vi\ major T. Ii-mnata (was sieh atit" den Mann bezieht,
der t^ub Xn. 1 1.") l»e.sehrieben istj Capnt thurax(iue alba.
.Mae antice viresecnteK ad lia.sin niveae spatio viridi
intrus(t; in medio faseia nivea juistiec nncnni sen den
teni reeurvuni niajusenlnm exserente, et at cftstani macula
pariter ni\ea: siibtus t'useescentes. I^•sticac fusco
einercai' mar^ino albido: subtus albidae. Ilabitaf in
Silvia in. Jun.
Hier ist NOctua clichrysi Kamb.**) 8(t deutlich
beschriebeu, dass es keines weiteren Beweises bedarf, Koggi
ba1)e diese Species vor sieb gehabt. Da nun die Hossische
Benennung älter ist, al.s die von IJandiur, so wird ihr das
lu cht der I'rioritiit zu Theil werden müssen.
'J. rii. oehrearia. pag. 83 der Mantisse No. 42t*,
Tab. VII. lig. N. und n. Thal. |iectinicornis, alis anti-
cis «quanimoRo-Iutescentibus, posticis albidis: subtiis
omnibus, atomis, puncto, strigafpie repanda subniarginali
fuscis.
Mafrnitudo praeeedentis (tasciataria). Antennarum
eogta alba, radii fusci. Alae ad costani atomis cnnfcr
tius aspersae, praesertini inlerius. Habitat in silvis
freqncDS.
. Möglkh, d«M dl« Rttup* nur dann sich Mr »rptippan^; rintn
>iM-K «pinoi, wnan »\r »«• dem IVi^t«», wnria «i« in d<>r Hfgrl sn wnh
OCn pftflH, diifh irgrod rin Krrignit« %crlrirh«ii i«i. I)*t( »tc abrr
einen (olrhon .*^ark (pinnro kann und tplnnl, mu*« ich *l»
iinn m • tA ml i rh <> Thai'fh« b«»ielrhn«n.
■•*) Nach inr<4ll«r Aiiff»'-«i:i.|' il--« llrt-rilTr« »nn .inor - Sti*ciei**
kmttn ich N. «iMhrjtn nicL '• H.
halirn. Beide lind in der / rnend.
da.«« jede F.in/elnhelt dcr»e!b<-n bri der rlirlirvti wir bri dpf nininia in
ftnd^n Ut. Leiilere hat nur itn Allcmoinrn di» f«>«ahnte Mittelhindr
brr "er, alt rlirhrroi nnd eine mehr criin;;f!»ue, »Ui« branngriMe ftrtind
Urbe. Ich ««racf hict »l«o nur eiae Rac'^D-Vcrichitdtnltcit ui erkennet..
56
Diese ochraria ist nichts anders als Geom. citraria H,
Die Beschreibung passt ohne allen Zwang auf jene Exemplare
dieses Spanners, bei denen die Querbinden verloschen sind.
Völlige Gewissheit giebt aber die Abbildung der Unterseite
des Schmetterlings unter n. auf Tafel VII., obgleich sie im
Ganzen, wie alle Abbildungen in dem Rossi'schen Werke
sehr mangelhaft ist.
Wäre die Rossi'sche Benennung älter als die Hüb-
ner'sche, worüber ich nicht in Gewissheit bin, so würde sie
einzutreten haben.
3. Ph. fasciataria. pag. 33 der Mantisse II. No. 428,
Tab. VII. fig. H.
Phal. pectinicornis, alis angulatis, fusco-griseis,
in medio obscurioribus , subfasciatis , strigosis, puncto
nigro centrali. Magnitudo Ph. piniariae. Alae supe-
riores in parte antica et postica griseae, margine exte-
riori striga abbreviata punctoque nigris. In medio fascia
obscurior, ad apicem nigra, anticeque striga nigra ter-
minata, postice sinuosa. Inferiores angulatae fere simi-
liter pictae, omnesque subtus pallidiores, atomis, striga,
punctoque medio nigris. Affinis Ph. liguariae.
Habitat in silvis sat frequens.
Beschreibung und Abbildung, obgleich diese sehr man-
gelhaft ist, passen gleich gut auf Geometra petrificata H.
Der Umstand, dass Rossi die Hinterflügel „angulatae" nennt,
während petrificata dieselben nur etwas busig nach Aussen
erweitert hat, ist um so weniger von Gewicht, als in der
Abbildung von einer Ecke am Hinterflügel durchaus nichts
zu sehen ist, vielmehr derselbe hier ganz der Wirklichkeit
entspricht.
4. Phal. dimeralis pag. 38 der Mantisse Nr. 451. Tab.
VII. Fig. R. Phal. palpis porrectis, thorace longioribus,
alis ad basin fusco-viridibus, ad apicem griseis, lineola
alba aequaliter in triangulum bipartitis.
Statura ac magnitudo P. verticalis. Corpus griseum.
Antennae setaceae ad basin superius albae, et in
masculo pubescentes. Palpi porrecti, approximati api-
ceque superius retorti, thorace longiores. Alae omnes
supra et subtus griseae nitidulae, at anticae ad basin
fusco-virides, ad apicem griseae, Stria alba aequaliter
in triangulum bipartitae, punctoque minutissimo nigro
prope marginem exteriorem ante medium notatae.
Frons pilosa. Color fusco-viridis , in aetate provectis
plumbeus evadit et saepe omnino evanescit.
Primnm bis lecta insidens muro externo domestico m.
Majo; mox vero incnnti Septcmbri in loro hcrbido in
rulto horti Acad. Pi«;ani plnrcs adinvcntar.
Diese BeBchreibnnp lässt auf Pyr. lividaliß U. Pchlies
nen and die Ahbildnnp erhebt diesen Sehlnss zu voller Oe-
winebeit und wir haben so die ersten authentischen Xach-
richten durch Rossi Itbcr diesen Srhmctterlinp. Die an der
Mauer gefundenen beiden Kxemplarc lassen darauf sehlieB-
8eD, dass der F'alter überwintert.
f). Tin. Prunnerclla, pap. 4«) der Mantisse \r. 484.
Tin. alig nubaureis cinercoquc fnscis albo-bifasciatis
punctis arpentcis sparsis, diseo, apiceque maenlis atri«
arpenteo punctatis.
Minuta, alac primnrcs cinereo-fuscae, quasi nstnlatae,
fasciis duabus snbnitidis aibidis , quarum prima latior.
In diseo apiceque puncta, sen maculae tres atrae ar-
geutc - punctatae , sedenti , in cireulum eoramunem ad
fasciam postirani distributae. InferioreR fusrae striga
albida. Corpus cinereuni. Pcdes cincrei nigro annulati.
Antennac corpore brcviorcs, annulatae pilosae.
Habilat imago frequens in foliis Inulac Helenii, ibique
snb vespemm ineuntc Augusto choreas agen.«;, relebrat
nuptias. In honorem illustris Viri mihique amicissimi
Leonardi de Prunner, qui naturalem historiam Entorao
logiamque Pedeniont. Glossatorum Kaiendario erudite
loenpletavit.
Ist Pyralis vibralis Tr. Beschreibung, Flugzeit und
Fntteri)flanze bestätigen dies gleiehmässig. Es wäre wtln-
»*ehenswerth. wenn die Prioritäts- Verhältnisse es grstatten,
dass (Irr vnn Hossi diesem Schmetterlinge beigelegte Name*)
beibehalten würde , da er <len Zweck hat , einem um dift
Naturwissensrhaften verdienten Namen ein Gedächtnis« zu
stiften.
Erfurt, den 9. Oetobcr lftf)7. Werne borg.
*) Und tw«r nnTcrmndcrt, nachdem di« K^fläadtr bereift teil län-
KtT'T 7.*it den Rndtilbeniwanfi m't Recht brieitifl hshen. Man lollt*
unhrdingt die r«>chtigülti((f n Namrn |f&nt iin*erÄnd<>rt b^ihelititcn, *elbi'
ohne di^ Fndtiihfn ntch dem fietm« lu Sengen. Denn »och d&t führt in
fortwährenden AendemnRen, je narhderD der betreffende Filter in die
•ia« oder andere Gattung tertetil wird.
68
Synonymische Miscellaneen.
Vom Scbulrath Dr. Suffrian in Münster.
XV.
inn MB
Ueber das Verhältniss der Atopa cinerea und cer-
vina zu einander haben bis in die neueste Zeit sehr ab-
weichende Ansichten Geltung gefunden, ohne dass dasselbe
jedoch schon vollständig aufgeklärt scheint. Vielleicht kön-
nen die nachfolgenden Bemerkungen etwas zu genauerer
Feststellung jener Beziehung beitragen.
Linne kannte von dem genannten Käfer nur eine
Form, und hat diese zuerst in der zweiten Ausgabe der
F. suec. n. 575 unter dem Namen Chrysomela cervina (durch
einen Druckfehler corvina) beschrieben. Welche? darüber
sind die Autoren nicht einig. Fabricius bezieht diese
Beschreibung auf den (seltenern) Käfer mit fuchsröthlichen
Deckschilden, den er auch selbst als Atopa cervina auf-
führt, Gyllenhal dagegen auf den (gewöhnlicher vorkom-
menden) Käfer mit pechbraun gefärbten, einfarbig greisbe-
haarter Oberseite, welchen Fabricius als A. cinerea be-
schrieben hat. Vermuthlich ist Gyllenhal dadurch geleitet
worden, dass Linne in der Descr. u. a. 0. den Käfer als
„supra fuscum" bezeichnet; erwägt man jedoch, dass in
der Diagnose, selbst die Farbe als „lividus" angegeben, und
jenes „fuscus^*^ durch den im syst. nat. (II. 602 u. 115) ge-
machten Zusatz: „Color dorsi constat e pilis vix conspi-
cuis glauco-fuscis" näher bestimmt wird, so möchte sich
kaum bezweifeln lassen, dass Fabricius hier das Richtigere
getroffen habe. Indess gehört die Beantwortung dieser Frage
nicht unmittelbar zur Sache.
Die erste jener oben berührten Ansichten geht nun
dahin, dass die jetzt allgemein unter dem Namen A. cervina
L. und cinerea Pub. bekannten Käfer zwei verschiedene Ar-
ten bilden. Hierher gehört vor Allem Fabricius, welcher
jedoch bei der ersten Erwähnung der A. cinerea (Ent. Syst.
IL 42. n. 2) sogleich hinzusetzt : „Mera praecedentis [cervi-
nae] varietas, observante Hellwigio", und statt dessen in
dem Syst. Eleuth. IL 16. n. 2. bemerkt: „Vix a praece-
dente [cervina] satis distincta", und damit auch seinen eige-
nen Zweifel andeutet. Gegenwärtig scheint diese Ansicht
so ziemlich aufgegeben zu sein: am längsten finde ich sie
festgehalten in dem Sturm 'sehen Catalog, der auch noch
09
in den letztin Aus-rahen flH4;j) p. 73 beide Küfer als pe-
trenntc Arten autllllirt; und nach Dr. Sehaiim's Ar.f^ahc (im
Jahrcsb. 1841». S. IH!^) ist ein Cleiehes aueli in CJnc^rin'e
mir nielit zu Oesiehte ;;i'kniuiinMH'r M(»nnf:ra|)liie der (iat-
tnnf: Daseillns Latr. (~ Atn|ia Tk.' L't'schclieii.
Eine zweit»' Ansieht erklärt heidr K:if«'r fllr Varietäten
Einer Art. Wie Fahrieins a. a. O. anhiebt, rUlirt nie von
Hellwijx her. und dem entspreehcnd findet sie sieb bei llli-
{^er (Mair. III. bU) sehr bestimmt aus^'esproehen, wenn
pleieli ilire nähere lieprrMndunf^ vermisst wird. Aneh die
»ehwediscben Autoren von l'aykull at» sind ilir zu^a-than ;
doch sind dem sorirf^iltifrcn (Jyllenhal die ausser der
Favbrnversehit'denheit vorhandenen Abwiiehnufren im Kr»r-
perban. namentlieh der breitere KTirper der Form mit röth-
lichen Deekschildin. nieht entpran^'en, weshal!) er der f'ha-
raktcristik dieser seiner var. b. (Ins. snee. I. ^574) die Worte
hinzusetzt: ,, forte femina'*.
Diese letztere, von Oyllenhal eipentlieh nur pole
pentlieh und ohne weiteren Naehweis hingeworfene Ver-
mnthunpr ist, wie es seheint, in der neuesten Zeit zu ziem-
lieh alljremeiner Annahme gelan^'t. leb habe sie in den
meisten von mir ver^lielienen Samndnn^en ;.refunden, aueh
Dr. Sehaum (a. a. (>.) bat sich dafür ausires|>ro('h»'n, und
eben so hat der Stettiner Catalufr. weh-her noch in der Kd.
III. nur der A. cervina L. p'denkt, \<m Kd. IV. ab die .\.
cinerea Fab. als deren (f bezeichnet.
Soweit bis jetzt meine eignen Erfahrnnfren reichen,
vermag' ich keiner dieser drei Anscbauunj^en beizutreten.
Die dritte, nach welcher .V. cinerea Fab. das d* und A.
cervina Fab. (Und nach Fabricius .Annahme auch L.) das
*? einer und derselben .\rt sein soll. widerle;^'t sich dadurch,
dass von A. einen-a Fab. mir beide (Jeschlechter bekannt
j»ind. Der ersten widerspricht der Man^'el scharf trennender
.Artnnt<*rsehie<1e, und der zweiten der l'mstand, dass alle
mir bis jetzt vorgekommenen StIIcke der A. cervina in l'e-
bereinstimmuni: mit (;\llenh:ils neobacbluupi-n den breitern.
pedrJin^'cnern Körperbau zelfren, in welchem (Jyllenhal. und
pcwi«H nicht mit rnrccht. ein charakteristisches Merkmal
des 9 zu erkennen >:laubtc. Sollte deghalb, was keincswe^'s
nnni<"»plieh. auch noch das (^ des Käfers mit n'ithlichen
Decksehildern autl'cfundon werden, sm würde ich der .\n
sieht beitreten, dass beide Formen nur Varietäten einer und
derselben .\rt seien: bis dahin »her iH-traclite ich die in
beiden (Jcschicehtcrn \nrhandcncn .\ cinerea Fab. als die
normale Form des Käfer»«, ni welcher die A. cervitm Mnn.
Fab. eine dnreh die fnchsn'U bliche Färbnnir der FlO^-
60
decken und auggedehntern röthlichen Färbung des Hinter-
leibes abweichende Nebenform des 9 bildet. Welche
Benennung nun für die Art zur Anwendung zu bringen sei,
mögen gewichtigere Auctoritäten entscheiden.
Der Unterschied beider Geschlechter zeigt sich zu-
nächst in deren Körpergrösse, indem das cT ^^ der Regel
um den 4. Theil länger ist, als das 9 (die Deckschilde des
erstem so lang als der ganze Körper des letztern); dabei
ist das c? noch etwas schmaler und dadurch dem ganzen
Habitus nach schlanker, mehr Elateren- förmig, mehr gleich-
breit, und vom letzten Drittel der Länge ab allmälig im
gestreckten Bogen sich verschmälernd, während das bei
kürzerem Körper breitere, hinterwärts etwas bauchig erwei-
terte 9 sich erst vom letzten Viertel ab kurz und breit zu-
rundet. Im Einzelnen sind die Taster und Fühler des Ic/
kräftiger als bei dem 9, was namentlich bei dem (vorn
leicht verbreiterten) Endgliede der ersteren und dem Wur-
zelgliede der letzteren bemerkbar wird; das dritte, bei dem
9 nur leicht nach oben gekrümmte Ftihlerglied ist bei dem
cf am untern Drittel deutlich auf der Hinterseite einge-
schnürt und dadurch gewissermassen unter einem sehr stum-
pfen Winkel gebrochen; die Flügeldecken des cf sind stär-
ker gerippt, weit über den Hinterleib hinaus verlängert, die
Beine merklich länger und schlanker, der letzte Bauchring
zu beiden Seiten stark ausgeschweift und dadurch die Mitte
als ein stumpfer Lappen vorgezogen, bei dem 9 fast halb-
kreisförmig, mit kaum angedeuteter Schwingung zugeruu-
det; auch die Dornen an den Schienenenden des 9 kleiner,
bei den Hinterschienen fast unscheinbar,
Uebrigens scheinen die beiden Formen des 9 theil-
weise lokal zu sein. So habe ich sie im Harze unterein-
ander und in ziemlich gleicher Anzahl angetroffen, während
mir hier in Westphalen bisher nur die röthliche Form des
9 (= A. cervina Fab.) vorgekommen ist. Eben so schei-
nen die cf im Allgemeinen seltener zu sein als die 9.
Literatur.
Vom Professor H. Frey in Zürich.
The natural history of the Tineina. Volume I, con-
taining Nepticula Part 1.; Cemiostoma Part I. by H. T.
et
Staiutun asbisted by Professor Zellcr and J. W. Üouglaa.
Londou, Paris, Berlin 1855. — Die Naturgeschichte der
Tineen. Erster liaiid enthaltend Nej)ticula. Hrster Theil.
CemioHtuuia. Krster Tluil von li. T. Stainton unter Mit-
wirkun-: der Hcrnn l'rolVssor /i-lltT und J. \V. Douglas.
London. Paris, Hi-rlin (hier bri K. S. Mittler A. Sohnj.
— Volume II , coiitainiiii: LithoeoUetis Part 1. 1857.
Zweiter Band enthaltend Lithoeolktis erster I'heil.
Uusre Zeit, weU-hi- die materiellen (iUtcr des Lebens
mit so {,'rosseni. nachhalti^'cm Krt'olge pflejrt. hat sich auf
der anderen Seite der Cultur wissenselialllichen Besitzes
mit dem j^rüssten, j,'l:in/enil.stcn Krfol^'i; hinj^egeben. Nicht
allein jene Zweige der Naturwissenschaften, welche einen
sogenannten practischeu Nutzen gewähren, wie z. B. Physik
und Chemie, auch diejenigen, welche dem industrielleu Le-
ben ferne liegen und ihre Bedeutung in sich tragen, sind
in dem grüssten nachhaltigsten Aufschwünge begriffen, so
dass zwischen dem Wissen der Jahre is:i(( und IHös eine
unendliche Kluft liegt, grösser als sonst ein Jahrhundert
sie brachte.
Unter diesen Zweigen der Naturwissenschaften steht
die Entomologie gewiss nicht in letzter Linie. Das beweisen
die Journale, welche wir in Deutschland, England und Frank
reich fllr die Insectcnkunde besitzen, und die zahlreiehen
monographischen Arbeit>n der Neuzeit.
Die .Mikrolepidopteren und unter diesen namentlich die
Tineen sind in den letzten Jahren Lieblingsobjecte des
Sammcls und Studiums geworden; gewiss mit Hecht, da
hier Jeder, welcher eine kur/.e Zeit aufmerksam beobachtet,
zum Entdecker und Kürderer der Insektenkunde werden muss.
l'nter den .Mikrnle|)i(loptt'r<>l(igen der dcgenwart steht
wie bei uns Zeller, m» in England der Autor, dessen Namen
die oben angeflihrten Schriften tragen, voran. Seine mannich-
fachen trefTlichen Arbeiten, wie (lie Insccta britannica, Le-
pidoptcra, Tineina , Lonilon \>^')\, das seit einigen Jahren
erscheinen<le ,,Annual' und der von ihm begrllndete .,Iutel-
ligencer", liefern dafllr den voHgiiltigstcn Beweis. Der Im-
stand, dass diese .\rbciten in englischer S|)r.iclie gcst hrie-
ben, mag manchen deutschen Entomologen verhindert haben,
von diesen Werken die schuldige Kenntniss zu nehmen.
Das neue literarische rnternchmcn, welches wir hier be-
sprechen, ist bestimmt, keinem Entomologen „ein versiegeltet
Buch" zu bleiben. Der in vier Sj)rachen zugleich gelieferte Text
«engli.sch. deutsch, französisch undlateini wird vielmehr einen
Jeden in den Stand setzen, die Arbeit zu lesen und zu
stadireu. lu der That steht dan Werk einzig da, indem ei
62
nicht allein die Systematik dieser kleinen Insekten, sondern
ihre ganze Naturgeschichte behandelt und so dem staunen-
den Auge eine noch vor wenigen Jahren unbekannte Welt
in ihrer zierlichen interessanten Schönheit enthüllt.
Aber noch in einer anderen Weise ist Stainton's Buch
vor allen anderen ausgezeichnet. Es ist auf den Gemein-
sinn der Mikrolepidopterologen Europa's gegründet und be-
stimmt, unter der Mithülfe von Zeller und Douglas Beiträge
aus allen Ländern zu bringen und zu verarbeiten. Und in
der That hat der treffliche Verfasser vor Jahren nicht um-
sonst an diesen Gemeinsinn appellirt, da schon jetzt die
geachtetsten Forscher auf diesem Gebiete ihm fördernd zur
Seite stehen, so dass manche Tineenraupe in kleiner Büchse
die Reise über den Canal antreten musste und gewiss die
Theilnahme immer höher ausfallen wird.
Der erste Band, im Jahre 1855 erschienen, behandelt
neben einigen Arten des Geschlechts Cemiostoma die Na-
turgeschichte von 21 Species des Genus Nepticula und
liefert in meist vortrefflich gezeichneten und vergiösserten
Zeichnungen Falter, Raupe, Puppe und Mine, so dass ein
Blick auf die betreffenden Abbildungen oft besser als eine
lange Beschreibung die Art erkennen lässt.
Der Tod des Zeichners, Herrn Wiug, während der
Herstellung des ersten Bandes führte eine etwas längere
Pause herbei, so dass der zweite Theil, welcher im Jahre
1856 hätte kommen sollen, erst im Herbste 1857 die Presse
verlassen konnte. Er beschäftigt sich mit der Naturge-
schichte des reizenden Genus Lithocolletis. Wir erhalten
hier in noch viel schönerer bildlicher Darstellung fnament-
lich sind beinahe alle Raupen ganz ausgezeichnet) 24 zum
Theil sehr nahe verwandte Arten und können uns in einem
sehr gut und gründlich geschriebenen Texte über sie ge-
nügend belehren, wie wir auch die Unterschiede gegenüber
nahe verwandten Species genügend hervorgehoben finden.
Ein vortrefflich geschriebener allgemeiner Theil entwickelt
Bau, Lebensweise, geographische Verbreitung des Genus
und führt die zur Stunde bekannten zahlreichen Arten auf
Ein dritter Band , dessen Erscheinen binnen Jahresfrist
sicher zu erwarten steht, macht eine siegreiche Entdeckungs-
reise in das Gebiet der noch so wenig bekannten, grasmi-
nirenden Elachisten, ein vierter soll eine Anzahl der Co-
leophoren erörtern und ein fünfter entweder Depressarien
bringen oder einen neuen Schub der Nepticulen und des
Genus Bucculatrix (was wir vorziehen würden).
Sind auf diesem Wege auch nicht alle Arten eines
Genus zu erwarten, so werden die sicher und genau vorge-
63
tltlirten für alle Zeit einen Kern hiklen, au welchen die
Ubri^'en «ich Iciilit anlehnen werden. I)as8 die (JptVr,
wclehe unser Virlassor in Ite^'eisturter Thäti{,'kcit fllr die
F.ntnmolo^M'e hierl)ei hrinj^t, solir bedeutend sind, bedarf
wold keiner Erwähnuni:. Sull da.s Werk nicht das fleschiek
80 manches andrrn /. It. des Fischer von Hoesh'r>taniiii'sehen
finden, s«» wäre drinu'end /u wlinschen, dass in Deutschhmd
der saniinehide Theil der .Mikrnh|»(|(.pterohj^aMi ähnlich dem
wissenschaftlich arbeitenden in recht au«>^'edehntcr Weise
bcthiltifren niü/;en, dass er (\&n liuch nicht aliein lese, son-
dern auch kaufe, um s<» dem Verfasser die \ erdiente Aner-
kennung: /u zollt n und ilim in seinem kostbaren l'ntemeh-
men iiilltVeich unter die Arme zu f;reifen. Dann werden
wir nach •> — 10 Jahren flir die Tineen ein literarisches
Material besitzen, so schon und zweckmässig {:earbeitct,
wie es kein anderer Theil der Schmetterlingskunde aufzu-
weisen hat. Dann ist der Verfasser vielleicht auch im
Stande, was so h»"»chst wllnschenswerth, jährlich mehr als
einen P.and erscheineu zu lassen. Jeder, welcher weiss,
wie unendlich gerini: der Al)satz entomolo^MScher Kupfer-
werke ist und welche Erfahrungen z. H. Herrich-Schäffer
mit seiner klassischen Arbeit ^'iniacht hat. wird den Wunsch
des Referenten gewiss unterstützen. F'nglischc Werke sind
tUr unsere continentalen Verhältnisse in der Kegel sehr
kostbar. Die .,Naturgeschi<hte der Tineen" macht davon
eine hr»chst rühmliche Ausnahme. Die beiden Hände kosten
zusammen etwas über 8 Thaler. kommen also billiger zu
stehen, als sie ein deutscher Buchhändler liefern könnte.
Eine unbedeutende jährliche Ausgabe wird so den Mikro-
lepidopterologen in den Stand setzen, sieh allmälig ein un
schätzbares literarisehes Material zu erwerben.
Brief von Prof. Dr. Seh ü um
an die Kedartion der Knt<>nio|. Zeitung.
Flir «len Fall, dass der Ke«!' r Fulouiolo^'. Zei
tuu^' daran gelegen ist. da.«-« li >. die mittelst der
Zeitung vtr breitet worden sind, in derselben berichtigt wer-
den, Übersende ich tolgeude Notiz zur Aufnahme. ,.i,uii>
64
Eingesandt.
Im Widerspruche mit den von H. W. Scriba über
Carabus violaceus und purpurascens in der Ento-
molog. Ztg. 1857 S. 378 publicirten Beobachtungen sagt D e-
jean Spec. gen. IL S. 126 über das Vorkommen des C.
purpurascens „On le trouve dans les b o i s, dans les
champs et courant dans les chemins dans presque toute la
France".
Ueber die Sculpturverschiedenheit des C. violaceus
und purpurascens sagt Erichson Jahresber. s. 1842
S. 19. „Am Harze bilden beide eine Mittelart, C. exaspe-
ratus Duftschm., von welcher icli in der hiesigen Samm-
lung vom Harze eine Reihe vor mir habe, deren Endglieder
das eine von violaceus, das andere von purpurascens nicht
zu unterscheiden sind. Es giebt noch einige andere For-
men des violaceus, welche als eigne Arten im Umlauf sind ;
auch bei andern Arten sind örtliche Abänderungen, haupt-
sächlich von Insectenhändlern, als Arten verbreitet worden,
welche Dejean auch gegen seine Ueberzeugung als solche
zu beschreiben die Bescheidenheit gehabt hat".
Berlin, den 12. Nov. 1857. Schaum.
Nachschrift der Redaction. Herr Professor Dr.
Schaum wird schwerlich im Stande sein, irgend einen po-
sitiven Fall anzuführen, in welchem die Redaction sich ge-
weigert hätte, in die Zeitung eine wirkliche oder angeb-
liche Berichtigung eines durch sie verbreiteten Irrthums
aufzunehmen. Die conditionale Fassung des Introitus zum
vorstehenden „Eingesandt" war folglich gelinde gesagt ziem-
lich unmotivirt. Nebenher enthält der darin gebrauchte
Ausdruck „Irrthümer" ein ungerechtfertigtes Dementi der
von Herrn Pastor Scriba nicht als allgemeine Regel sondern
als seine an verschiedenen Localitäten gemachte Wahr-
nehmung mitgetheilten individuellen Beobachtung. Diese wird
offenbar weder durch das Citat aus Dejean noch durch die
Bemerkung Erichson's über Carabus exasperatus als irrig
nachgewiesen. Es wird dem Scharfsinn des Herrn Prof.
Schaum nicht entgangen sein, dass gelegentliche Aeusserun-
gen verstorbener Coryphäen über Streitfragen, welche, da-
mals kaum angeregt, erst jetzt in das Stadium genauer
Formulirung getreten sind, keine Vota decretoria abge-
65
bell, Suust wünle pM;ui«' l>rjaan ficgtü tlit« in l>a|re sto-
lufiid» ( 'ontractioo protüstireo. der ('. violuceiih und ('. pnr-
purasrciis in /wi-i viTscliicdcuc SiMtiom-n stellt, im Allff^
uieincn lasst sii'li mit Kiiu niid lifclit vnii der Hcs<diL'idcii
bcit Jodes jriiliild«'tcu Kiii^^uu»lox<'ii «rvsartfii. daHs. wenn er
eine Theorie al» uiu anlMlellt. wrli-lie mit «leii hislieri^^eo
Ausit hteu viehiiliii: collidirt. rr den Karli;n'iio8Sün Zeit
lÜMt, die Xellerilili.' ilielit Hut(irt <i> rrrba tuaifiAtri t'Ur en'V'ie-
*ien zu aehleu. sondmi er«t nach reilliehtT PrUtnii^' und Au
hören jrleiehstrt In uder iuhI siimmlM-iechtiiittT (V)Jlejreu sieh
eine sellisiiindim Meinung» Über die Streiltrafce zn l'il
deu. Dass uueh iiaidi niehrlachen nnd s(diarri-n Prütiui«. n
irrthUnier und Mrinunj^Hilntleriinitn niilg:lieh niiid. wird iierr
Prot". Scliauiu irewiss niiht bentreiten. wiuiu anders Htrr
Ja<qnelin iJuval K«cht hat. weleher iu deu Annalcs de
Frauee \HiKt pajr. •).").? die Hehauptun^ auJstt llt. Herr l'rul".
Schaum hahe liiier heuddtiiuin nehuhiHum nieht weuig;ei
aU droiiiial seine Meinnuir geändert.
Entomologischc Notizen aus Kurlaud.
Vuui Pn-t.)) H. Mawall.
K<irtift/uii|{ de» Artikeln Jalirg. 1866 \>Aft. '2W.
,*,i» . I , , . . . . , , , ,1
30. Ani pedii ft e )ibi )»fi i u ui Fb.
wurde am .'3 .Mai i i.Juuij l'^JO von mir iu meiueni Garten
uU >|onHtr«»>il.it ^etan^reii. \ oii dir \\ urzel des «icehstetti
' rlitide» d< r r< ehlcu Aldi uih* ^eht nach Innen eine Fühler'!
abzwci^nn^ an«, die aiin: Hfdhs (Gliedern besteht, VdO denen
daü letzte ;rekrUD)int 7.u;re»|iit:<l int und iiaeh Inura einen
starkuii Zahn hat. Im 1 ehiixen ist der Kiif< r rctfelnci«^ _'
:.-ebil«leL \ach ANniUü i M«>ii loriim. « <
luentationeui |i:itiitd<i;riri> < i. -A i>r. li
Ahuuk. Adjeetiu' nnnt taltuiin- !<• iiöio^i f«;iLM<' etl)<>i
l&35i iab u« duintiiMdi ein .\l<ii)i>tr(iiu )iej- e\eehMim iil.
parte.«« Mupernuinerariae antennaruni, der li«i AthoUH hirtUh
<pa^'. •i't) anp-tlihrten MonRtro.sitiit iihniirh. (üe von lihHAi iu
den Alpen d«r L«>mhardei i. J. l^^l g« iuuden ward..
M. (*auipylu8 höre ah «t l'k
Mcbeiut iu DeutHühlaial nieJil vorzuköminei ;en>4 hat
dm Zcbe iu »eincitt VerzeichniMt uidii .i...i^v . urL Mir.
66
flog einer vor einigen Jahren vor meinem Hause im April
geradezu in die Hand Seitdem habe ieh aber keinen
zweiten gesehen,
32. Pachyta i nterrogationis L.
ist bei Petersburg gefangen und einmal auch von mir in
Kurland bei Pussenanken eine Varietät; seheint mehr dem
Nordosten von Europa anzugehören und, wenn sie westlich
vorkommt, Gebirgsgegenden zu lieben.
3o. Aphodius bipunctatus Fb.
ist in manchen Jahren hier nicht selten; ich habe ihn aber
dann nur in der Zeit vom 1. bis 20. Mai (a. St.) gefunden.
Er dürfte gleichfalls mehr dem Osten von Europa ange-
hören und kommt südlich auch bis Kiew vor.
34. Oplocephala haemorrhoidalis Fb.
Diesen Käfer, nebst Maden desselben, fand ich am 5. [17. |
September in schwarzgewordenem modrigem Eichenschwamm
in mehreren Exemplaren, beiderlei Geschlechts, etwa drei
Meilen von meinem ^^'ohnol■te entfernt.
ob. Ditylus laevis Fb.
tindet sich ab und zu in Kurland; ebenso Lepturavariieornis
Dalm. Dendropbagus ereuatus Pk. (unter der Rinde von
Pinus abies L.), und (hlaenius 4 sulcatus.
36. Dermestes domcsticus Gebier (Insectornm spe-
eies etc. aut. «{crmar Vol. 1. 1824 p. 83 1,
den ich nicht in Zebes ^ erzeichnisse. auch nicht iu dem
Europ. KäferkataK)g (v. 184*») linde, kommt gleichwohl iu
Kurland vor. Ich erhielt ihn aus dem Pastorate Kabilleu,
wo er in den Mauerfugen der KUche, woselbst auch Bhitta
germanica hauset, sich autliält und entwickelt. Dei* Käfer
ist i'" lang. Die Larve, von gleicher Länge, ist dunkel-
braun, mit langen rothbraiinen Haaren besetzt und hat oben
am letzten Abdominalsegnn^nt zwei Dornen. Ihre Breite
beträgt 1'". Der grosse, eben so breite Kopf ist runzlieh
punktirt. Gebier fand den Käfer bei Baroaul iu Sibirien.
37. Ol er US formicarius L.
Ihn sah ich oft, wie er im April begierig den ßostrichiden
nachstellte und sie verzehrte.
38. G a 1 e r u c a v i b u r n i Pk.
Der Käfer, gegen Ende des August und zu Anfange Sep-
67
teinbers sich begattend, lept ^epjen die Mitte des Scptem-
bern seine Kierhftut'cli»*n an die Kndeu der jungen Triebe
vuu Vibiiruuni Opulus L. ab, su wie Katzebur^ nach Harti^
(Foratl. Cunvers. Lex. p. SX)^ beschrieb iu Forstinsccteu
1 B<1. Xaebtra^ p. .Y». Zwini-heu den AbsÄt/en der Hliitter-
koospeu l'and leb binwfjbMi d<-r Liüiire naeb hinter einander
je l.'i suloher ein;:extnk!er und mit d«Mi aiis;,'ena^t«'n wei
eben Hol/ und MarktheiU-hen bedeckter Häut'elieu. jedes
aus 5 bin H Kiern bestehend. lui Anfange den Juni, wo
aueb die jiuijfen KalVruiaden den Eiern entsrhIUptteu. erzog
ieh aus dienen Ki»'ru als* Srhniarotzj'r d»'rselbcn einen klei
neu }'tiri>niabi>. Diener ist <«h\viir/lieh ; Tibien. Tarsen
uud lia»is des lliiitf ib*ib«'s bräunlich ::clb. Fllhlcr ziemlich
lang uimI dick Das riiiercheu ist '-, bis -j'" lang. Ich
ujüchte es l'terüinalus (nittuuus nennen, wenn es nicht be-
reits beschrieben ist Ich fand es zuerst im J. 1MÖ2. uud
gab eine kurze Naehrieiit darüber in dem ' '»»rrespondenz
blatte des naturlorscheinltn Xi-reins /u Riga im 7. Jahr
gang (18ö.'ir>4) pag. »jü.
.39. (inoriniuR variabilis I.,.
fand ich in Begattung den 'Jl. Juni (9 Julij 1^52 um 3 L'hi
Nachmittags an einem alten umgestürzten Eichenstamm.
40. TelepboruB fuscus L.
Ich sah einen solchen am 4. Juni einen andern seiner Art
Iressen.
41. <'ry pt US ru tu I us L.
Ein PKreheu sah ich den 11. (2^^.{ Juli 1HÖ2 in lA Secundeu
langer Copula. Lissonota s.gmentati»r Fb. habe ich trleicb-
falls aut' pMpulus niirra in Hcgattung t:c^eheu.
•t2. Banchns falcator Fb. T
log ich mehrfach aus den T Linien langen schwarzen Pup-
pen von .\gnifi«j segetnm. <» Tr.. der» n liaupe sich zu
Ende des April vorpuppt.
43. Timpla instigator cf Fb.
,\m '21. Juli ting i«h ein ungew^bnlicji grosses Exemplar.
Es war lu" lang, während (Iravenhorst ftlr das </ höch-
stens 7. und fllr das 5^ h'lchMtens 9' angiebt
44. Exochus coronatas «irv.
tindet sich mit E\. erythron^»tns <ir. der wohl nur eine
Varietät desselb.-n isti /u End«- de« Jidi und /u Anfange
6«
68
des Aug'ust in Menge auf Populus uig'ra L. flatternd, wo die
Madeii von Cladins viminalis Fall, an den Blättern fressen,
höchst wahrscheinlich um diese anzustechen. innvil 110/
4Ö, Khyssa curvipes 9 Grv.
sticht die alten Eliernstöcke hantig- in der zweiten Hälfte
des Juni, dann auch im August an. Diese Schlupfwespe
variirt. Ein Männchen ting ich. das keine Areola hatte. —
In der Nähe derselben hält sich auch Odontonierus deuti-
pes Grv. gern auf.
4li. A n 0 ni a 1 u n hi g u 1 1 a t u ni (Tr^'.
Am .'). [IT.J Juni 1S5T erhielt ich aus einem Kiefernwaide
unter Moos g-esammelte Puppen, etwa oO, v<»n Fidonia pi-
niaria, aus denen bald mehrere Falter c/ und 9 , hen^or-
kamen. Am 24. Juni [n. Juli] erschien aus ihnen ein
Cryptus cT in einer neuen Species, wenigstens ist er weder
in Gravenhorst's noch in Katzeburg-'s Werk zu linden. Nach
sechs Tagen erschien das wahrscheinlich zu demselben ge-
hörige $; endlich vom IX. [3u.] Juli bis 27. Juli [X. AugustJ
kamen nach einander vier weibliche Exemplare von Auo-
malou big'uttatum hervor. Wahrscheinlich ist es eine Irrung,
dass^ nach liatzeburg, diese .Sehlupfwespe aus Borabyx
pini gezogen worden.
47. All an t US nigcrrimus Kl.
Die Afterraupe richtet bisweilen an den Eschenblättern auch
hier grosse Verheerungen au. Die Wes])e umschwärmt in
der ersten Hälfte des Mai die Bäume, um die Eier al»zu-
setzen. Am 14. |2G.] Juni fand ich nur noch wenige dieser
Afterraupen; die Tt^brigen waren bereits zur Verwandlung
in die Erde gegangen. Ich fand die Kaiipe 9"' laug, grlju,
auf dem Kiieken weisslich durchscheinend mit dunkelgrün
durchschcinendenj Mittelstiii-li. Kopf ziemlich klein; matt-
grüne Augen. xMandibeln au der Eudhälfte. hrAun.
4S. Tenthredo viridis L.' _; ...
ist sehr gefrässig. selbst der eigenen Gattung gegenüber.
Ich sah den 1. *( 12.| .luni; J8r)7 wie ein solcher einem le-
benden wciblielien Teuthredo scc.;laris, den er auf einem
Lindeublatte unter sich vorn getasst hielt, die Brusl ans-
frass und dann den Kopf verzehrte.
49. r e n th r ed 0 ruh ec vil a :?: E v er s m. (Bullet, de Mos-
cou T. XX- 1«47.) • U'jc
habe ich auch aus der Gegend des Schwefelbades :^j^i
Kenmiern in Ijvland. an der riron/.r von Kurland, er
halten.
.)(). ("iiiiIm'.x.
Hatzohnr^' iiinmit in sciuer DarsttMlunp vim C'imbcx Hnm
hnliltii (Entoni. /»-it. Stettin 1X44 p. 14s tX. und Forstinsec
fen H Tli. p. l.Vi) k<iiu- N'utiz vn ("liri>t ( Natur^vscliichtc.
("lassiticatinn und Xuminrlatur dor Insoctrii. I'iankf. n. M.
ITJU— '.Ml. Dii.'scr hex hrciltt dir AfUMraupi* viui Tcntlirrdo
Intoa. bildet nie ah auf Tah.4>', und «a^rt dabei : „Die Larve
erreieht «ine Lan^'c vuii 1 ' ^ >^oll und hält sich vornelimlich
auf Erlen und öfters an eh auf Birken auf. Auf dem
Kitckfu lauten zwei Hrhönc lnll;:elb»' Linien l»is flureli den
\;ulisfhieber. Au^^ser den ;:cuölinli(iien neun I.uttlöchern
an jeder Seite strliet n"cli über denselben jedesniBl eine
Ik'eihc V(»n \'J seliwarzen J'nnklen." Die bezeichneten
l'nnkte sind in der .\bbildunf: etwa s<» ;:r«»s.«, wie dieStipmen-
tle«ko. - Nun faiul ieh auch am .»1. Juli | I I. .Vn^ruKt'i IX-VS
auf einem /aiine nnt»rhalb z\\«ier Kirken . von deren
niäftern sie sieh .»ifenltar nährte, da sie aueh :in einem ihr
:reL'ebenen l'.latt. Irass. »ine ähi\lielie .\lferranpe. die zu
einer Abart \mii Cimhex ^;lrial»ilis ;ielM»ren nia;:. Zu
Cimhex Huniliiddtii kann sie niehf ;;ehören. weil sie nieht
auf Krlen irefiinden worden »ind aueh auf solchen nicht ge-
lebt hatte, da keine l.jinme der .\rl in der Nähe waren,
nml weil aueh die /iciehnun:: nieht mit <ler liltereinstimmt.
welehe l\«»sel a:iebt. der von IJat/eburür hier eitirt wird.
^leine lianpe war 1" >< " lan;r. in der Form der nou C
variabilis ähnlieh, hatte nnhts von crliner oder ^'rllnlieher
Fürbun;:. sondern war weisslich, bald mehr ins IMaue. bald
mehr ins (tcldiehe überziehend (vielleicht weil sie dem
KinHpinnen nahe war . Di«* «chwar/.e Hllckenlinie Ither
'," breit, und beiderHi'ils pelblieh eiiiirefartst. Die '.' ."^ti^rmen
an jeder Seite länjrlieli. luT/lormip. schwarz, klein: (Iber
diesen und /wischen dem llllekcnstrcil dreizehn schwarze
Flecke jeder^eitH. die wohl «ine Linie bn'it nnd oben «o
ho.h war«'« und jeder einen achtl'a<h ;:r«ii!n<eren Kaum ein
nahmen, als einer der >ti}rmentlecke Am /.wiiten und
dritten Kinire ichlten die .Misrnienflecke und der crHte der
proHseren Flecke t"*o wie der letzte, etwa* kleiner al» die
ithripni nach dem K.ipfi m. stand etwas hrther aU die
'IbriKen in einer iJeihe «tehenib-n. Kopf weiss, die Augen
-r'iwanr.. Die Kaupe kam bei mir leider nieht znr Ent
wi< kelnnjT.
>1. 0;yssus coro natu»» F'h. 'vcnpertilio « Fl'.
Va bohrten am .{. Ilö.l Mai K>4 zwei Weibchen an eio^m
70
alteu trockenen Kiefern-Zaunpfosten: eine mit zwei Unter-
brechungen von etwa je drei Minuten, und einer dritten
von 20 Minuten, — J-V* Stunden lang, — die andere, mit
zwei kurzen Unterbrechungen, 54 Minuten lang, und fing
auch au einer dritten Stelle wieder an zu bohren ; ich
konnte aber das Ende nicht mehr abwarten. Die Be-
wegungen waren lebhaft und rasch, so dass der Bohrer
dreimal in der Secunde niederfuhr. Die "Wespen sassen in
dem senkrechten Pfosten mit den Köpfen nach unten, beim
Sonnenschein, — es war zwischen 2 und 4 Uhr Nachmit-
tags. Der Bohrer, aus dem zweiten Drittheil des Hinter-
leibes hervortretend, senkte sich nach hinten etwas schräger
Richtung ein. Die Thierchen waren so emsig bei ihrer
Arbeit, dass ich sie mit einer Lupe dabei beobachten
konnte, ohne dass sie sich stören Hessen. Das Ende des
Hinterleibes war an den Pfosten angestemmt , und die
Ftthler ruhten mit den Enden an demselben. — Bohrer
rothbraun, von derselben Länge des Leibes.
52. He lorus ater Ltr.
wurde von mir während des Juli 1852 auf Vicia Faba L.
gefunden, worin Aphis viciae Kaltb. Colonien waren, deren
süssem Safte er wohl nachging.
53. <Torytes campestris L.
sah ich Ende Juli über eine Stubenfliege herfallen und sie
verzehren.
54. Tort rix.
In den grünen Schoten der Gartenerbsen an deren Früchten
zehrte i. J, 1855 und machte fast die Hälfte der Schoten
wurmstichig, eine Tortrix-Eaupe, deren Falter zu erziehen
mir nicht gelang. Vielleicht weiss sonst Jemand über sie
Xachricht zu geben.
Die Raupe. 4" lang, ' Z" dick, ist gelblich Aveiss. hat
8 Fusspaare. auf jedem Ringe querüber 6 mattbräunliche
Punkte , und hinter den mittleren derselben noch zwei,
weiter auseinander stehende. Oberseite des ersten Ringen
blassbrännlich. aucli wohl braun, mit hellem Mittelstrich
und Flärchen an jedem der Punkte, welche die äussersten
an der Seite jedes Ringes sind. Unten querüber B sehr kleine
braune Punkte auf jedem Ringel. Der 2te und 3te Ring
haben jeder auch 6 Punkte, aber die beiden hinter den-
selben stehen nicht hinter den mittleren, sondern hinter
den seitlichsten. Aftersegment behaart, mit bräunlichem
Fleck. Das erste Segment hat überdies zwei Querstrich-
71
lein zu jeder Seite nnlcr der Binde. Kopf p:clbhrRnn,
dunkler pe«.Hnnit. oder panz hrÄiin. Die Aupen bilden
/.wigehcn sirli vorn ein pIciehHehcnkli^eg Dreieck, dessen
Bafiip unten ist.
.")ö. D re pa n opt p ry X p halsen o ide 8 L.
loh fand dit^s* Thierchen den -\. Mai 1>*.'».S ^epen Abend in
einom ^<•^ Bhtfläusrn /iHaninienfrerolltrn Blatto de« Fanl
baums I Prunus I'adus \..\ an den sliHsen Kxrretcn der Blatt-
länKC .'raupend. Der Hint«*rleib ra^te w\f ein vertrocknete*
2n8ammen^en»Ilt»'> braune« Blaltstih k horv<»r.
rWV V. ni p i s
F.ine Knipic Speeieg zehrte zu Ende de*. Novembers mit Wohl
gefallen an rsocus quadrigutfatus.
ö7. Dipteren Maden.
Dir Mittheilung im Archiv flir Naturpeschichte von Wirp-
raann. Frichgon etc. XIX p. 2>>l' tlber Fliepenlarven, die an
den Aupen zweier Knalien gefunden ^\ erden, erinnert mich
an ein«'n Fall, der vor eiuicn .lahren in dem Privatgutr
n<^'ndan^en i nördliche .spii/e \uu Kurland' vorkaut, wo bei
'»incm \ bis .'>iährigen Knaben ein I'aar Maden, die eine
von drm linken ."^chullerblattc nach dem Kopfe in unter der
Haut sich finen (lang gemacht und hinter dem Ohre (»ber-
halb ein Lager gebildet, die andere von der RllckonReite
desselben Kinde«, auch den Hinterkopf hinan eben so ihren
\\>g grn(inmi<n hatte Dir eine war von dem Vater det»
KindcM, als er >ie bemerkt, ausgedriiekt und beseitigt wor-
den, die /weite, etwas .-päter wahrgenommen, wurde zn
dem dorfigen Arzte, Hrn. Dr. Baar gebracht, der aUbald
auch prr\önlich den Knaben untersU'hte und die Spuren der
• rünge. «40 wie die letzte Lagerstellp erkannte ans der man
die Made L'cnommen. und webhe die Grösse derKclben hatte
Hr. Dr. Baar •.chiekte ntir die Xjade in .Spiritus zu. mit dem
Wunnehe, ich ni^^'e Hber dieselbe nähere .Xuskunft geben,
wo «8 sich dann zwar leii-ht herausstellte , da»» die etwa ^
Linien lange und 1 Linie breite Made einem Zweiflüfler
angehf^rte ; doeh ;;elHng e» mir nicht, sie jrenauer bcfttimraen
zu können, weshalb ieh sie ||rn Prot. \. >ifbold nach MUn
■'h« n s'hi'ktc, in d« r Hoffpunj;. dur\ h ihn das ( orpu« delicti
aaf *»'ine Hingehörigkeii l'estgestellf nx sehen : ieh habe aber
kein*» .Antwort erwartet und weiss nicht . ob von ihm diet
Ft' 'um irpend wo zur Sprache gebracht int.
.S>^. F'ilarien.
Zwar nicht m die Geschichte der Invecteo. aber doch m die
i72
der Fädenwürmer , die hier mehrfach besprochen sind, ge-
hörig-, mö^f! die Notiz hier stehen, dass im November 1853
mir eine trockene Samenkapsel des gewöhnlichen Mohns ge-
bracht wurde, in welcher ein Jiiliis vertrocknet lag, neben
welchem, gleichfalls bereits vertrocknet, zwei Filarien sich
befanden, die offenbai' in dem Julus gelebt, und , diiesen ye^--
lassen hatten. /' ^' ' '^ ' '^"^- ' .J- '»^'^ ^'•■
Nachtrag zur Fortpflanziiugs-Geschichte
der Blattläuse.
Ich habe es übersehen, dass Ratzeburg schon im 5.
Jahrgang dieser Zeitschrift, l^- t2, seine Reobachtnng mit-
-getheilt hat, dass dieselben Blattläuse, die im October le-
bendige Junge zur Welt brachten, im November Eier leg-
ten. Meine gleiche Beobachtung (18, Jahrg. ]). 83.) lindot
"hierin ■ eine Bestätigung.
• C. von He V den.
Chaudoir: Briefliche Mittheilung.
Nachstehender Brief des Herrn Baron von Chaudoir
wird auf sein Ersuchen hierdurch veröffentlicht:
Kuzinin, den 15. September 185'7.
Hochgeehrtester Herr Träsident!
.Sie waren so gütig, mir Dr. Schaums Erwiderung
auf, meine in .der Entomol. Zeitung für 1857 S.. 75 — 82
gedruckten Beiperkniigen mitzutheilen. Eine Polemik von
meiner Seite wird sie nicht hervorrufen, denn diese endigen
gewöhnlich durch l'ersönlichkeiten ; daher übergehe ich mit
StillsCiiweigen, was etwa zu scharf in seinen Ausdrücken.
oder sonst streitig sein, mag, es dem Leser überlassend,
beider Gründe zu erwägen und selbst ein rrtheil zu fällen.
— Das Gesagte will, ich nur, Schaum's Wunsche gemäss,
.yprvollständigen. —
'73
J. Wio CS Dr. Sriiauiii v«.n dcni oinen ihm von mir
mitpftlu'ilfpn K,xtMH|»l;irv dir Ciiindeln <• a m prs t r is
Nar. |Mii)Uca ri<'litij: iK-mcrkt. .h<' sind alle lilMJfrcii iumIi
'»••i mir \nrliHii<U'iirii ui'\t ciin'uj ^psii^rten HintcrraiifU-
«Um* l*'lti;c«'l(lrck('n vi rsolicii.
tl. I'u'i Tracli ypaoliys (v«m mir T ra <|i y p a cli u s
mir «li's \\'olilklaii-«'s liallirr ^;rs«-liriohi'ii) sind tihiac . . .
oalcarilms hinis l e r m i iial i Im s , tcrtio snpcriorr,
nie bei Mctrius.
Ik'i Bracliy cao Ins reiolit-n die Kpimcron der Mittel
hnxsX bis an die Mittelhlirteii ^'niiz wi«' bei Nebria. Diese
liabrii jranz der L;in;rr narli ans;r(Tandote Nonb-rscbicnfn
wie CaraluiH: bei lU aeby c ae I ii s ist dit Aiisramlun;:
si'hriijr, wie bei HUthisa, aiieb sind die Sponu «•• an^'e-
br.iebt wie bri diiscr, inul (\iH\\ sibc ieb keinen if^ntiffcn
den (irunil, liriicbyeaf Ins von Nebria zu entlemen. mit
d«ir er «mihI so vi<|c Atlinitiit darbiet4t. nm ibn in die
Niilie von UletluHH zu >l(llen. mit der «r Inst nirlit-j jr^
iihin lial. hrsballi trsclicinl mir die von l>r. Srbanm an
u'enomnuiu' liintlniiiui^ nirlit ^an/ natnrermass.
1.). Naeb wiiMltriinJicr trewiHsenbaltcr rntirsii» lump
linde ieb die Vordertarucii nuin»s i treilicb einzigen; Indivi-
diinnis de» <'Äral»n9 Adonis wie ieh sie besrbriibon
habi-, dat* vierte «ilicd ist unten pan/ und pnr
n»ehi sebwanimip. F> bleibt also nur zn erörtern, ob
Mivin K\em|dar dir Ke;,'il oder nur ein«.- Ausnahme bildet
Mit an^^e/iiebnetrr lloclia<-lifiin;:
y.w . iti-. ctf.
Xaehstbri lt. \\ u- Hi-rr Dr. (rcrxtheker bereit* in
(Wm \'J. Bande der Linn. Kniom. p. 1:^4 bmierkt. haben er
lind irh bei einer p'iueinsehaltliehi'n I nt«»rsuchnn;: vnn
mebr al« oiin'in Dntiretid tf des ('«r;«l>us Aflonis frprnndon.
d««H «lir fra^'lube Hi idfidnn- der Soble det» vierten
\ ordcrtar-« nK'li' dcH . .: i/.li<h Irhit: wo nii« \oihnndcn
ihI, ern'irlit sie iiiemaU «in- \ olUtandickeif. wojrho d««
aiiÄJo^ce Olied eine« ('. intriratu»' n' /«mi:» ho« hstons zci^r
ndi die Bllrnle auf der BnMalbiiltte.
74
Verzeichniss der im Fürstcnthumc Waldcck
im geflügelten Zustande überwinternden
Schmetterlinge.
Von Dr. \, Üipeyer.
Herr Prof. Zeller hat in eineüi iVtihem .Jahrgange die-
ser Zeitung flS5o. S. 49 fg-g. u. S. ^2 fgg.i ein „Verzeich-
niss der in den mittlem Odergegenden im geflügelten Zu-
stande überwinternden Lepidopteren'^ mitgetheilt und den
Wunsch ausgesprochen, sein Beispiel möchte Nachahmung
finden und bald ähnliche Verzeichnisse aus verschiedenen
Gegenden erscheinen. Soweit mir bekannt ist dies bis jetzt
aber von keiner Seite her geschehen. Ich theile hier die
Erfahrungen mit , welche ich in meiner Heiraath . in der
Umgebung von Arolsen. Khoden und Wildungen, über das
Ueberwintern der Schmetterlinge gemacht habe. Diese Ge-
genden liegen unter fast gleicher gcogr. Rreite mit Glogau.
wo Zeller beobachtete (zwischen .'>!" ö' und .M" .-»T n. B.).
aber <i — 7 Längengrade weiter gegen ^Vestcn (zwischen
'JG^' 30' und 2H" öO' ö. L. v. F.) und unterscheiden sich da-
bei durch ihre geognostische Beschatt'cnheit, Oberflächenge-
stalt und Meereshöhe beträchtlich von Niederschlesien und
der Mark. Das 'rerrain ist dnrchgehends hügelig und ber-
gig, grösstentheils der Formation des bunten Sandsteins,
zum geringen Theil der des Muschelkalks und bei Wildun-
gen der Thonschiefer- und Grauwackenformation angehörig.
Die tiefsten Punkte, wo die Beobachtungen stattfanden, lie-
gen bei <i(X)', die höchsten bei 12<H>' Meereshöhe, alle somit
innerhalb der Höhengrenzeu der Hügelregion. Ich habe
hier eine lan;:e Keihe von .laliren hindurch, unterstützt von
meinen beiden l-rüderii und einigen Freunden, gesammelt
und glaube nicht, dass mir viele als Falter überwinternde
Arten unbekannt geblieben sind. Dies gilt indess nur in
Betreft' der Makrolepidoptcren bis einschliesslich der Span-
ner. Von den Kleinschmetterlingen wurden nur die Pyrali-
den, Crambiden und Ptcrophoriden aufmerksamer beobachtet,
ganz ungenügend dagegen die Tortricinen und Tineacecn.
Meine Beobachtungen stimmen fast vollständig mit denen
Zeller's überein. Mit Ausnahme eines Wicklers, mehrerer
Motten und einer einzigen Noctua (Car. cubicularisi fand
ich alle Arten Zeller's auch hier überwinternd und kann
sein Verzeichniss nur durch 7 Arten (o Makrolepidop-
tern und 2 Tortricinen i vervollständigen, welche Zeller ent-
weder gar nicht auffuhrt oder nur mit Zweifeln an ihrer
75
}libernalion. E« sind dien: Van atalanta, C'ei. glahra, Xyl.
pctritirata und (»riilata, TIum ^'anima, 'IVras ahiotann und
tanllacfana. Diese prosso l ••hcroinBtiiiiiniinj: beweist, «las.«
die Stoiperiirif,' der Winterkalte iiu ^«tli« lien Deutschland
nitht nierklieh auf dir 1 Überwinterung' influirt oder aber
durch die frrossrre Mc«r«-Hh/thp der (Ie>;cnden. wo ich bc-
-»bHchtcte. anspc^'-liclicn wir«l. Sie beweist aber auch, dasn
die Zahl der in \nrddeut-»chland llberwint» rndeii Kalter
nicht "ehr heträchtliih ist und sehwcrlicli n<>ch einen erheb
liehen ZuwH<hfi durch tortpset/te Beobachtungen ^u er
warten hat, wenigstens in iletreff der gröHsern Fonnen
\ on den Ta;:s<hine|ferlingen überwintert im Aollkoniniencn
/uf>landc ausser der Mehr/.ahl der Vanessen nur (ron
rhaniui , es liberwinieni ferner mehrere Noctuinen, beson
ders HU8 den <lattur)gen Xylina und Cerastis. ein einziger
Spanner, ein einziger Zünsler, v«m den Wiekhrn au>sehlies^
lieh die Arten der (Jaftun^^ Teras. von den Motten beson
ders Arten «1er (iatiungen Dcjtressaria und l'lutella. endlieh
ein paar I*tero|)horiden. Nieht ein Schwärmer od«r Spin
ner cliese llezeiehnniigcn im weitesten Sinne l'( noniimn > über
lebt als Schim tterlin;: den Winter Nitrddcntschlands. Zcl
Irr beobachte überhaupt *u Uberwintcrn<le Arten, e»» sind
demnach jetzt 72 mit Sicherheit bekannt. Wahrscheinlich
ist die Zahl der überwinternden Makrolepidoptcren dur«-h
unsere •:emeiuscbaftlichcii ricobaehlunu'en tilr Norddeuts<'h-
land nahe/u erschöpft. Zeller liczweifelt sogar, das» di<>
Zahl .\il«r '-'i Ubcr^tei;:en werde. Da indess fast alle Te
ras- und Depreß^aria - Arten zu überwintern seheinen und
unter d-Mi kleinen Tineaci'cn wohl noch manche der Heob-
aehtung entgangen «ein worden, so nWiehte diege .\nnahme
etwas niedrig und \ielleieht auf |iM» zu erlnihen «ein F>
würde dann der .'.<Kte Theil der bekannten Schmetlerlin;:^
Deutschlands idie>e /n .H«ki Art« n ^u;:en<»iiiiMcn im gcfltt-
gelten Zustan<le einen Wintcrschlal halt<n. wenn nicht in
erwarten stünde, dags «.üd<leutsehe Keohaehtnngcn um» mn'h
manehe Art kennen lehren wer<bn. die dort, aber nicht
mehr bei uns den Winter zu ertragen vermag. Treitschke
behauptet die I «berwintermig \*>u mehreren Arten, welche
in Norddentshiand b( «.tmimt ni«ht überwintern, i. B. von
Hib. pr"g''mmaria und delM|i»ria; \iellci<ht j:ilt die^ ftlr
die <io;rcnd \on ^^'ien. aber Treifschk«- » Angaben nind
nieht immer zuverlaHsi;;.
Ich führe nun die v(m mir hei'bachteten Artrn in ny
»tematiseher Folge auf und schalte aaeh die von Zeller
und bis jetzt nicht von mir überwintert pefundmen Arten
an ihrer Stelle ein, aoi die l ebersicht de» bisher Bckaao-
76
ten vollsitändig- zu machen. Die Namen der von Zeller al
lein beobachteten Arten sind eingeklammert {..■), die von
mir allein beobachteten mit einem Sternchen * bezeichnet
Vanessa.
1. C. alb um,
2. Polychloro 8,
3. Urticae.
4. Antiopa.
6. Jo,
(>. *Atalanta und
7. Cardui kommen hier im Friihlinge siimmtlich in
einem Zustande vor, der keinen Zweifel darüber trestattet,
da8!i« sie schon im Herbst vorher lleissig: nmherg-eflogen sind.
Ein ganz frisches Exemplar habe ich vor der Mirte des
Juni von keiner dieser Arten bislier im Freien auflinden
l<:önnen, so dass mir eine l'cberwinterung der Puppe für
unsere (Jegendcn sehr zweifelhaft ist. -lo, Polychloros und
l'rticae habe ich selbst im W inter angc troffen. Sie hatten
sich in unbewohnte Zimmer und auf Köden cinquartirt.
waren anfangs bewegungsh)S. wurden aber in der Hand
oder im geheizten Zimmer l)ald munter und ilatterten um
her. Cardui und Atalanta bemerkte ich im Freien nicht
vor Anfang Mai (die iibrig(-n sclion im März und April),
aber mit so zerfetzten Flügeln, dass sie fast noth wendig
überwintert sein musstcj".
Gonopteryx CRhodocera;.
>^. Rhamni. Ich habe frlther an der Leberwinternng
dieser Art gezweifelt, weil ich im Herbst nur wenige Exem-
plare derselben, auch bei ganz günstigem Wetter, bemerken
konnte, während sie an schöHen Märztagen, im April und
Mai zahlreich am Saume der Gehölze und auf Liehtungen
lierumtlattert. Auch waren iMnzelne Stücke, die ich probe-
weise ting, weder ,')bgcblichen noch erheblich beschädigt.
Seitdem ist mir alier fl(>r Beweis der Ueberwinterurig in die
Flaud gekommen. Ich fand am 21. Februar, bei einer den
\ull])unkt wenig übersteigenden Temiteratur, in einem
Walde bei Hhoden eine männliche Khannii (M-stairt. aber
noch lebend, am P)oden liegen, deren Flügel durch abge-
wischte Stellen und zerrissenen Saum den längern Flug
ausreichend bekundeten. (Genauere Beachtung der im März
und April gefangenen Exemplare Hess denn auch bei der
grossen Mehrzahl derselben Spuren der Feberwinterung
77
^(H^raolltlkcu, uud himui (Ück um'Iu Ihm aJIcii üti i'ull war.
«»u mag der 1 uistaud. «1hü> dit- Kln;,'i-Uelui|i|i('ii Ijoi dicKcr
Art sehr I'f>t siUcu uud. äij; iu, der UuIjc die |-'lUgcl e^^
au finaiidi'r srlditsst, so iIhms dit« Oliersfit«' ^'csrlilltzt ist.
diese Hrsilu-imiiifr erkliirru.v^l^ dir Tliat /ritrteii di«- ^e-
t'an^'eueii StlUke liiiiilifrer al>_'(ritli«-iu' Stellen aiil dir l n-
ter- als auf der » »herseit.- <l. r Klli^rl. Auf diesm riitstaiid
hat selioii l'xtrkJiaHscii aiMin« rksaiii ;.'eiiiarlit \u\i\ daraus <ias
l'riselie Aiiseliii «ler lilurwinterten Kxcinplare erklilrt. Der
Verfasser d» r ( >lMrlnssis«lieii l.e|»id<'|(tern|o;rii- erzählt, ei
hahe einmal in» .lannar d^-H -cntHety.ljeli *.tn'nir«M»'" Winters
voll 17h«» <>ine Khanini in einem hohlen Aiifelhannie ireftui-
den. welehe in d<i warmen Stiihe frendiir anfh-hte. Kork
hausen suli den l'altti im .lannar IT'.U schon iindierllie^cu
idessen Kheinisehe« .Mairazin. I7i».*i S. -i^JI t. loh sellmt Ik*
obachtett' ihn im Herlxt am spiUenttMi. und nur einnial. am
31. Oetohrr.
Anm. I. .M aero^H imsa stdlatainm und
(JaKtr. lanrntris halie ieh so wenii' aU /eller llhen^iu
tert ^etunden. Krsfere liiert hei uns von Knde .liini his in
ileu (»etoher. letztere taud ieh noeli nieht als Schmettorliiiir
im Freien. Die hiinh;: erzoirenen Kaupen üherwiuterteu
aber stets aU Pupiieii, ans welcher sieh die Falter im war
aien /innner im Februar oder Miirz eutwiekclleu. zuweilen
erat naeh zwei oder drei Jahren.
Caradrioa.
iibiei^l;^nK .Xaeh /ellcr „iui Wiulcr eyi/x'ln
IU Kaii< II Kauuuern. hUutifcer im Frlddiiig im beschädigten
Zuiitandi AImimIs an l'iuslerir . Sie f1ie;^t Im-I nn- iViseh
cutuiekcit im Juli, kam mir aber aurlt Keb<»n im Mai und
Juni \«>r. In \\il<h<ni /nslunde dir im Mai ^retuuileueu
F^ieinplare sii h bel'auden, habe ieh in nieim-m Tairtdjuche
"i'bf «n*{c^^tvki
^cniin;)irryx < :»i|m- i
In. I.i hattet, /tdl.r fand *u' lih Wiiiti^r. it^ selb)«t
wirderhrdt im April ndl deutlielnu Zeiehen der leberw-iu
temti«r. .Atifadj»' fhf<»h«»r kfn' •■' 'i'^"*'« 7ri«eh ent-
wiikelt vor. • j •
Jiidld ll<'|i..niia '
11. i . ix I W i..i..u^< w in iuaQcbeu Jahrcu
78
sehr häufig vou Ende August bis Anfang- December und
einzeln den ganzen Winter hindurch bis zum April, im
trockenen Laube der Eiehenbllsehe versteckt.
Cerastis.
12. Satellitia. Frisch entwickelt im Herbst, mit
deutlichen Spuren der Ueberwiuterung im März mehrmals
gefunden.
13. Vaccinii. In überwinterten Exemplaren noch
häutiger als die vorige, im April in trockenem Laube und
au den BlUthenkätzchen der Sahl weiden.
14. 'Ery throcephala, var. Glabra. Ich fand ein-
mal ein verflogenes Stlick bei Wildungen an einem blühen-
den Sahlweidenstrauche im April.
15. Ruh ig in ea. Es kamen mir bisher nur wenige
verflogene Exemplare im März und April vor. Im Herbst
fand ich sie noch nicht und hatte auch noch nicht Gele-
genheit, sie aus der Raupe zu erziehen.
Xylina.
1»), Vctusta und
17. Exoleta wurden mit Zeichen der L'eberwinteruug
mehrmals im April gefunden. Bei Wildungen traf ich einst
in diesem Monate ein Pärchen vou Exoleta in Begattung.
Das Weibchen legte in der Gefangenschaft seine Eier ab,
aus denen sich auch die Räupchen entwickelten,
18. Conformis. Verflogene Exemplare einzeln im
April und Anfang Mai.
19. Rhizolitha. In überwinterten Exemplaren alljähr-
lich, gleichzeitig mit der vorigen, nicht selten.
*20. Petrificata und die viel seltenere
*21. Ocul ata fliegen frisch im September, fanden
sich aber auch mit deutlichen Spuren der üeberwinterung
mehrmals im April.
Anm. 2. Ast. cassinia ist hier als Raupe sehr häufig
und kam mir auch mehrmals als Schmetterling im Freien
79
v«»r. abtr nur im (.)• tober und Nuveuibcr, wi» uiib «iu"L
utetM die >*uppeii eutwiekelten Dipt. piiiaütri faudeu
wir uiir im Juni und Juli
Plasia
*'2'J. (lamma. l)ie Iimt im .Mai ein/.«lu Hievenden
Kxeinplare tund ii-li immer in selileelitem Zustande und da
mir alle Puppen nueb vur dt-m Winter auskrueben eine
U<»eb am Jli. Uelobers 8u zw eitle ieb niebl uu der l eber
wiuteruiiar des Srhuietterlinjrs.
Hypeui
L'3. Kustralis. In lll»er\vinterteu Kxemplareu vnni
Miirz bis in den Mai biiiein unirenicin biiutig.
Sarothripas
\'J4. Ke\ayanuv land /eller llborwinlirf im Krllbjabr,
leb uur Lude Juli und Aiitanir Auirust.i
Larentia.
2.'). Psitt acuta. Idi babe sie. wie Zeller. mebrumls
in verHopenen Kxrmplareii im April ^r^troffen.
Anm. .■*». So weni^ als Zclier babe ifb je eine andere
•Spaanerart 'wenn uirbt Dubitata. ». u. ' als Scbmetterliug
öberwintert ^'(Munden. liilj aiirantiaria. det'uliaria und ba
jaria. Anin ai-oiaria, (bim. brumata und bureata erscbeiuen
bei uns aii'-siblies-iieb im (»ittdier und Nt»\ember: Hib.
leueopbararia nmi rupi»apr;iria, Anis, aesi uUiria. Ampbid.
birtaria. pilovaria und prodrumaria ausscblicsslicb im Ke
bruar und Mär/. Da t'aM alle diene Arten wiederbolt und
iu betriiebtiieber ZabI \«»n uns g-efan^en oder er7.<»g:eü wur
•Ifu. *«• ist ih nii'bt wabrsi beinlieb, das» ein aueb nur am-
nahnisw eines I rberwinteiu derselben al" Falter in lindem
• n-^j-nden \i>rkiimnit.
Anm. 4. I.ar. dubitata kommt vom rrllblinge bi»
in den Herbst taut in allen Monaten im \o||k,ommeuen
Zustande im Freien \or Wir landen «ie ani J'rMhesten 7.u
Knti«- de» Mär/, am Hpüienlen /u Antan^' de» .November aU
^ibmetterlinf: .'»Collie di^-se .Art IIb« r\v intern .'' Frzo^on
baben wir sie nur einmal und bier eiitwiekelleu »ieb aua
den im Mai und .Funi K^et'nudeneii HaupcD die Falter Dämmt
lieh im Juli
Stenopteryx (Botys).
26. H ybri duli s. Im Spätsommer und Her))st in
veiueii Exeuiplareu häulig, im Mai mir einzeln r.nd vertlo-
^•eu, also g^ewiss überwinternd.
Teras.
Die meisten bei uns vorkommenden Arten diese)' (^at-
tiiug überwintern als Sebmetterlin^e. Mit Bestimmtbeit liahe
ich dies beobachtet bei folgenden:
27. *Abietana. Einzeln zu Anfang des April an
Fichten.
28. *F a V i 1 1 a c e a u a , im Herbst in Laubwald imgeu
gemein, überwintert häutig.
29. Mixtana und
30. Lipsiana auf Heideplätzen vom Herbst bis zum
April einzeln.
31. Ferrugaua. lu allen Laubgehölzen zahlreich
und nach der IJeherwiuterung bis in den J^ai hinein in
Menge anzutreffen,
32. Treueriaua. Auch bei uns den ganzen Winter
hindurch an Birkenstämraen zu tinden.
33. Asper^naund
.34.' Literaua vom Spätsommer bis in den A])ril an
Eichen nicht selten.
Zeller beobachtete ausserdem noch:
(35. Hastiuna L. [Sparsana T.], die ich ebeufalis
einmal im Frühling gefunden zu haben glaube.;^ jii, -»ni
Anm. 5. Chi m a b a c ch e p h r y g a n e 11 a , sehr häufig
bei uns im October. habe ich so w^nig als Zeller jemals
im Frühling bemerkt.
a^%oti.t'J Plutella. ^^a
36. Crui;i^^eijaru,m^Zfit4iXyjl<)Stelia Auet,): uucl
37. Fissella kamen mir, wie Zeller, im ersten Früh-
91
lingc uicht selten vor. zumal die letztere. Zeller beobach-
tete ausserdem:
(3ft. Bicingulata, .i'J. Aspcrclla und 4ü. Cul-
trellii .
Anni. 6. C'ostolla ist in uiisern Buciienwäldcrn eben
nicht selten von ];lui\e Juli bis in den September, ich traf
sie aber nie im FrUhjahr an.
Hypsolophns.*)
i41 Atinellus Überwintert nach Zeller).
Oecophora.
\4'2. La et Ol- Ha ebenso).
Depressaria.
Ich verniuthe. dass alle oder last alle Arten dieses
GeDU8 bei ww^ «len Winter im {»(»tliijrt'lten Zustande verle-
ben. Die mei?>ten fanden wir sopar ötler im ersten Früh
linpe als im llrrbst, doch fast injmer mit deutliehen Spuren
der L'eberwintcruii^'. Nicht selten besuchen sie die Hiiuser
und flieg:en dann Abends nach dem Lichte. Mehrere Arten
klopften wir aus Gartenhecken und in besonders grosser
Zahl trafen wir Ul)erwinterte Depressanen unter der halb
abgelösten Kinde und in dm Hühliini'-in alter oder abire-
storbenrr Liehen. Da ich iu den letzten Jahren keine Be-
obachtungen über diese (iattun;^ aufgezeichnet habe und
das früher Ein{;esammclte nicht mehr in meinen Händen
ist (es wird sich noch l)ei Hrn. I'rof Zeller befinden, dem
ich CS behufs seiner Monographio zusandte), so sehe ich
mich ausser .Stande, die von mir im Frllhlinp^e bemerkten
Arten namentlich aufzufuhren. Zeller giebt als Ül)crwiu-
tcrnd an:
43. Pallorclla. 44. Chiractcre I la. 45. Alstroe-
meriaua, 4«». Vaccine IIa, 47. Latcrella, 4'<. -\p-
plana, 4*J. Caprcolclla, .'/). Impure IIa. 5L Deprcs-
sana, 52. AI bi punc to IIa. .'>.'$. Daucdla. .'>4. Pim-
pincllae, .Vi. Chaeroph y I li . hi\. herncleana).
Geiechia-
57. Hnmeralis. Auch von mir im FrlibliDg mehr
*) Von t/'v'o«, Höhe, und >,t(^«<, »Im> nicht Tptolopbas.
C
82
mals an jungen Eichen in nicht mehr frischen Exemplaren
gefunden.
Röslerstammia.
(58. Assectella. Von Zeller im Winter beobachtet).
Gracilaria.
59. Elongella. Die einzige Art dieser Gattung, die
ich nach der Ueberwinterung im ersten Frühling mehrmals
gefunden habe. Zeller führt ausserdem an:
60. Stigmatella, 61. Falconipennella, 62. Po-
puletorum, 63. Phasianipennella.
Coriscinm.
(64. Substriga Haw. [Quercetellum Z.]).
Elachista.
(65. Eine nicht näher bestimmte Art überwintert nach
Zeller.)
Lyonetia.
(66. Clerckella.)
Phyllocnistis.
67. Suffusella. Ich fand sie mehrmals überwintert
im April.
(68. Saligna.)
LithocoUetis.
(69. Pastorella, 70. Populifoliella.)
Pterophorus.
71. Pterodactylus. Findet sich alljährlich im April
nicht selten, auch wohl schon früher.
(72. Acanthodactylus kommt bei uns nicht vor.)
Älucita.
73. Polydactyla. Ich fand sie den ganzen Mai
83
liiiHliiri-li l)ip Antau^' .Iiini, dann wieder, und liiinli^er, im
August. ZcUer hält die FrUhlinfjsexeniplare mit Sicherheit
für (Ihorwinterto.
(74. 11 (• \;idac t \ la. Ini uns n«»eh ni<lit lieobacbtet.;
Ueber Noctua (Cucullia) Lictucac WV.
und die mit ihr verwechselten Arten.
Von Dr. .%. ^iM*)«T.
Soviel ich weiss, ist Nickerl *) der erste gewesen,
welcher darauf aufmerksauj inaehto, dass in den meisten
Sammlungen das Weibehen von Tnibratiea unter dem Namen
Laetueae steeke und dass die wahre Laetucae von Hcrrieh-
Sehiirter als Cami)anulae Fr. ali^rebildet sei. Wenigstens
waren es diese liemerkungcMi und eine iihnlielie von Ass-
mann **), welelie mitli veranlassten, meine Samndung und
die mir zugiingliehen wichtigern Sebrilten in llezug auf Lae-
tueae einer Prüfung zu unterwerfen. Das Resultat dieser
Prüfung war: dass weder 11 Ubn er, noch Treitschke,
noch llerrieh-Sehiiffer Laetueae W V. richtig er-
kannt haben, dass die beiden ersten /u der richtigen
Kaujie eim n falsi hen Schnu tterling geben, den wahren aber
gar nicht gekannt zu halten scheinen, während Herrich ihu
zwar abbildet und beschreibt, aber mit der sehr verschie-
denen Campanulaj Fr. verwechselt. Als natürliche Folge
dieser Irrthüm« r der anerkanntesten Autnritaten ist eine
grnssartige Verwirrung in den nach ihn« n bestimmten Samm-
lun;.'« n tntstandcn und dauert, wie mich C'orrespondenzeu
und /usenduuL'en von verschiedenen Sciteu lehren, bis aut
diesen An-«nbli»'k fort. Die nachfolgenden Zeilen sind be-
stimmt. di«se Verwirrung zu beben, soweit die» nuin leider
sehr unvoU.stiindigcs literarisches Mat«rial gestAltcU loh
bedauere in dieser Heziehuug bcsondern Freyer's Beitriige
nicht vergleichen zu k«inn«'n, einmal wegen Campanulae, dann
weil i»h(irund hab«- zu \ermulhen, tlas« Hr. Freyer die oben
erwähnten Irrungen bei Treit,Hchke u. s. w. ebenfalls erkannt
uad also \ie|I.i.1it !•. reitn «;fl\-iitii( h Lerilirt hat. Lr>lcre»
84
ßchliesse ich daraus, dass mir Hr. Director Dr. Schmidt in
Elbing ein Paar Lactucae WV. zusandte, welche er von
Freyer unter dem richtigen Namen empfangen hatte, während
alle übrigen angeblichen Lactucae, die ich kürzlich zu Ge-
sichte bekam, entweder Umbratica 9 oder Lucifuga WV.
waren.
Die Arten Lactucae und Lucifuga wurden (wie die
derselben Cucullien-Gruppe angehörigen Tanaceti und Cha~
momillae) zuerst von den Verfassern des Wiener Ver-
zeichnisses unterschieden und benannt. Wir müssen also
auf diese Quelle zurückgehen, wenn es sich darum handelt,
zu entscheiden, welchen Arten diese Namen von Rechts-
wegen zukommen. Das „ Systematische Verzeichniss der
Schmetterlinge der Wiener Gegend " erschien bekanntlich
als Einleitung und Inhalts-Verzeichniss eines grössern, mit
Abbildungen sämmtlicher Arten ausgestatteten Werks, wel-
ches leider nie an's Licht getreten ist. Es giebt deshalb
keine Artbeschreibungen (wenige Ausnahmen abgerechnet),
sondern nur eine „ systematische Nomenclatur," und wir
würden hier, wie in so vielen andern Fällen, in Ungewiss-
heit darüber bleiben, was die Verfasser unter ihrer N. lac-
tucae und lucifuga verstunden hätten, allenfalls auch das
Recht in Anspruch nehmen dürfen , sie als blosse Katalog-
Namen völlig unberücksichtigt zu lassen, erhielten wir nicht
durch einige Bemerkungen der Verfasser über die Raupen
der genannten Arten Aufschluss über ihre Meinung. Sie
bringen nämlich die acht (oder, mit der in den Nachträgen
als eigene Art anerkannten Lucifuga, neun) Arten ihrer Fa-
milie J., „kappenhalsige Eulen" mit „Tigerraupen," nach
der Farbe dieser letztern in 3 Abtheilungen, wie folgt:
* Weiss mit roth und grün: Absinthii L., Abrotani,
Chamomillae.
** Weiss mit schwarz und gelb : Verbasci L., Tanaceti,
Linariae, Lactucae.
*** Braun mit röthlich gelb: Umbratica L.
In der Anmerkung (*) zur dritten Gruppe heisst es
dann (S. 74 — 75) weiter: „Es sind zweierlei merklich ver-
schiedene Raupen, die daher gehören: eine ist braun mit
rainienrothen Punkten in mehreren Reihen oder auch ohne
Ordnung bestreut (Umbratica), die andere schwarz auf jedem
Ringe mit drei oraniengelben Flecken besetzt (Lucifuga).
Man findet gemeiniglich und an einem Ort nur Raupen von
einer, ein anderes Mal und anderswo von der anderen Farbe,
Die Schmetterlinge sind doch nicht wohl zu unterscheiden,
welches sich aber auch bei jenen der Lattich- (Lactucae)
und Hasenkohl-Raupen (Umbratica) ereignet, ob sie schon
85
pcwiss verschiedene Arten sind. Wir wollen die ^'Cf^enwär-
tipen nnr als Ahänderunpen ansehen, bis uns mehrere Er-
fahrunp: das Wid(^rspiel picher lehrt,"
In den Xaclitrii^'cn (S. .'512i wird endlieh die zweite Abän-
dcnin;:: unter dem Namen Schildanipfer-Kule, N. Incifnpi, als
eipenc Art autV'cstcllt un»l da/.u (Anmcrkunf^ **) bemerkt:
,\<>n dieser Haiipcnart ist schon in der Anmerknni,' der 74
und 7ö SS. Meldung peschehn. Wir sind jetzt vornehmlieh
durch eine artip gezeichnete Haupc dieser Eule tiberzeupet,
dass sie von Jener der Ilasenkohl-Eulc (X. Umbratica) wirklich
als eine bes<»ndirc Art unterschieden ist. Es ist doch son-
derbar, dass die meisten Selimetterlinpe dieser Familie un-
tereinander so ungemein ähnlich sind, dass auch angestrengte
scharte Augen kaum einen rnterschied bemerken, obsehon
ihre Haupen an Zeichnung und Earbcn sehr beträchtlich und
standhält verschieden sind u. 8. w."
Aus diesen 15emerkungan lernen wir also in Betreff
der Imagines von Laetueae und Lucilnga nur s<» viel, dass
beide unter sich und mit l'mbratica in nächster Verwandt-
schalt stehn, und mlissen uns, um sie zu erkennen, also an
die Kaupen halten. I>ic Kaupe von Lueifuga ist durch die
Diagnose, schwarz, auf jedem Kinge mit 3 oraniengclben
Flecken besetzt, ausreichend charakterisirt. Denn dass nicht
diese, sondern die andere, in der .Anmerkung zuerst er-
wähnte Kaune zu Fnibratica gehurt, hat sch(»n Treitschkc
bemerkt und ich kann es aus eigener Erfahning bestätigen.
Ullbner bat die IJaupcn beider venvechselt und dadurch an-
fänglich auch Treitschke zu dieser Irrung verleitet, die dieser
aber in den Nachträgen (X. 2. 12«]) selbst verbes.sert. Luci-
t'uga W \'. ist somit Jene Art, wclclic aus einer
schwarzen mit 3 L ä n g s r e i f e n r o t h g e 1 b e r P" 1 e c k e n
besetzten Raupe entsteht und als Schmetterling der
l'mbratica sehr ähnlich sieht.
Von der Kauj)C von Laetueae erhalten wir nur die
rinippen- Diagnose: weiss mit schwarz nnd gelb. Da aber
zugleich der 8chmellerlinp dem von l'mbratica nächst ver-
wandt sein muss und llber die X. tanaccti der Verfasser nie
ein Zweifel geherrscht hat, so bleiben in der That nnr 2
Arten til)rig. welche diesen Antordcrnngcn entsprechen,
nändich X. campnnidae Fr. nnd jene viel länger bekannte,
schon von liösel d. Taf. -VJ) abgebildete, deren Kaupe Illlbner
(Lar>'. Torpid. IV. Xoct, II. Genuin. V. b. c. Fig. l.a.) wirklich
unter dem Xamen Laetueae — und zwar sehr naturgetreu
— dargestellt und Treitschke unter demselben Xanien be-
sehrieben hat. f ampanulae war schwerlich den Verfassern
des Wiener Verzeichnisses schon bekannt, scheint Überhaupt
86
bei Wien nicht vorzukommen und hat zudem eine andere
Xahrungspflanze. Als Lactucae WV. hat also jene,
als Schmetterling der Umbratica ähnKche Art zu gelten,
welche aus der von Hübner unter dem richtigen
Namen 1. c. abgebildeten Raupe entsteht.
Diese Raupe nun habe ich wiederholt erzogen und bin
dadurch in den Stand gesetzt auf das Bestimmteste zu ver-
sichern, dass der von Hühner als Lactucae abgebildete und
von Treitschke unter demselben Namen beschriebene Schmet-
terling nicht zu derselben gehört. Da unter Hübner's Bil-
dern überhaupt keins ist, welches ihm gleicht, und eben so
wenig eine der Treitschke'schen Artbeschreibungen auf ihn
bezogen werden kann, so will ich hier das Nöthigste über
ihn und seine Unterschiede von den nächst verwandten Arten
mittheilen. Meine Angaben stützen sich auf vier selbsterzo-
gene Exemplare (3 9, Icf), mit welchen drei aus andern
Gegenden Deutschlands erhaltene in allen wesentlichen Punk-
ten übereinstimmen.
Der Schmetterling hat die ungefähre Grösse von Um-
bratica. Im Bau der Körpertheile, der Fühler, Palpen, Beine
u. s. w. bemerke ich keine wesentliche Verschiedenheit von
den verwandten Arten. Was ihn aber von diesen und am
meisten gerade von Umbratica auf den ersten Blick unter-
scheidet, ist die Flügelform. Er hat unter allen Verwandten
die breitesten Vorderflügel, die stumpfste, fast
gerundete Spitze und den con'vexesten Hinter-
rand derselben. Auch der Vorderwinkel der Hinterflügel
tritt weniger und nicht so spitz vor, als bei Umbratica. Die
Farbe der Vorderflügel ist schiefergrau, eigentlich ein lichtes
bläuliches Grau, welches durch ziemlich groben schwärzlich-
braunen Staub mehr oder minder stark verdunkelt wird.
Die lichtesten Stellen sind der Vorderrand bis zur zweiten
Querlinie und die Gegend der Makeln. Hier ist die Fär-
bung ein bläuliches Weiss grau, Sehimmelgrau,
ohne all e Einmischung von Gelb. Nur bei dem dun-
kelsten Weibchen ist auch diese Stelle durch dunkle Be-
stäubung verfinstert. Eine Reihe verwischter Längsstriche
(Strahlen) vor dem Hinterrande hat dieselbe lichte Färbung.
Ein von der Fliigelspitze schräg inwärts ziehender Schatten,
sowie die Querlinien sind dunkelgrau-braim. Die erste Quer-
linie ist vollständig sichtbar und zieht wie gewöhnlich in o
grossen Zacken zum Tnnenrande. Ihr Anfang ist tieckartig
erweitert und bildet am Vorderrande einen bis in die Mit-
telzelle ausgedehnten schiefen dunkeln Streif. Parallel mit
demselben stehen 2 ähnliche dunkle Flecke am Vorderrande
über der Querader, der eine vor, der andere hinter dersel-
87
1)011. Der vordere hanfrt mit einem verwischten, rnndlichon
(lunki-In Flock auf tkr (Jucrador selbst /usaniiiuii. Die
/weite (.^Miorlinie ist nur in iliri-r Innonraudsliäiltc dtutlicli.
In Zolle IT) (zwischen dem ersten Ast der Modianador und
der N'orsalader) Idldot sie einen starken Zacken mit dop-
pelter Spitze, der hei manolien Kxeinplar»'n ziondiih deutlich
die FiiTiir eines licircnden. ircL'cn den llinterrand ^a-üflneten,
M darstellt. Ausser dem verwischten dunkelhiaun-irranen
Fleck auf der (Juerader und i-iner irlcichlarlii^en hi>ri/.nn-
talen I'o^'onlinie als Andeutung i\cs untern Kndos der .Nie-
renmakel (die nicht einmal hei allen Exemplaren deutlich
ist) tauden sich weder I'unkte noch Striche, noch
überhaupt eine Zeich nun;; auf der Stelle der Ma-
keln. Aus der Wurzel läuft der ^'ewr»hnlichc tiefschwarze
Längsstrich ^'e^in die Flllirelmitte. Kr bildet die ein-
zig e entschieden t i e f s c h w a r z e Zeichnung des
FlUpels. Statt der starken tiet'schwarzen Zeichnun^'on im
Sanmfelde bei Lucit'u^'a und rampanulae linden sich hier
nur schwiirzliehe, ei^'entlich dunkel^^rau-braune. mehr oder
minder dunh einzelne tief schwarze Schuppen venlunkelte.
So ist dt-r kurze, s(diiefo ^o^'on den Innonrand woisslieh be-
;rränztc Strich im Innenwinkel, in Zelle 1 b., un<l eine woni^
sichtbare (bei dem dunkeln \\'oibehen ^'anz tehlendc) feine
Länpslinie in Zelle 4 dos Saumfoldes (über dem letzten Ast
der Medianader». Die dunkeln Adern endigen als feine
schwarze Linien vor den Franzen in weisslichon Floekehen.
Zwischen diesen Fleckchen stehen dlinnc sihwiirzliehe Stri-
ehclchen auf der kaum merklich gewollten Saundinie. Die
Franzen sintI braun-grau . durch eine unterbrochene weiss-
lielie Mittellinie ;ritlieilt, am iiussorsten Kndo wieder weisslich.
Die llintertlUgel sind an der Ausscnhälftc schwärzlich grau-
braun, in der Wur/elhälfte lichter, weisslich, heim Männchen
Weniger, beim \N'eibclnn stärker ranchfarbig angethtgon. mit
dunkeln Adern und Mitteltifck. Ihre Franzen sind an der
Innenhälfte erst schmal gelblich, dann graubraun, auf den
Adern li«dit unterbrochen, in der i b«im Weibchen schmälern)
Aussoidiälfle wiisslich. K(tpf und Hrustschild haben die
Farbe der V<irdertlU;:el, der llalskragen die gewöhnliche
schwarze Fiogenlinie auf etwas lichlerm (irunde. Der Hin-
terleih ist golblichaschgrau. gegen die NN'urzcl lichter, gelldich
oder weisslich, mit grau-braunen KilckenbtlHchen. Das Männ-
ehen unterscheidet sieh durch etwas perinp-re ( Jnisse, kaum
merklich sehmalere Flll;:el und di«- wci^^sere Wurzelhälfte
der llintertillgil vom Weibchen.
Lactucae ist mit keiner der mir bekannten Arten leicht
zu verwechseln, am wenigsten mit rnibratica. Die breiten,
88
stumpfen Vorderfliigel, ihre bläulich-graue Färbung ohne alle
Beimischung von Gelb, zumal an der Stelle der Makeln, wo
Umbratica stets einen deutlichen holzfarbigen Wisch führt
und auch die beiden andern Arten (am merklichsten Cam-
panulae) etwas gelb bräunlich gemischt sind ; der völlige
Mangel von Punkten oder schwarzen Strichen an der Mit-
telzelle, endlich der Mangel aller auffallend tiefschwarzen
Zeichnungen, mit Ausnahme der Längsliuie aus der Wurzel
(Lucifnga und Campaiiulae führen starke tiefschwarze Striche
in Zelle 16 und 4 des Saumfeldes), lassen sie leicht und
sicher erkennen.
Ihre Eaupe ist von Hübner vortrefflich abgebildet worden
(Esper's und Rösel's Figuren kann ich nicht vergleichen),
weniger gut ist Treitschke's Beschreibung. Sie hat keine
Aehnlichkeit mit einer andern mir bekannten Cucullien-
Raupe. Ihre Grundfarbe ist bläulich-weiss , aber schwarze
und gelbe Flecke nehmen einen grössern Raum ein, als die
Grundfarbe. Es läuft nämlich mitten über den Rücken eine
Reihe zusammenhängender , unregelmässig rhombischer
orangegelber, daneben beiderseits eine Reihe grosser tief-
schwarzer Flecken, von welchen letztern abwechselnd einer
mitten auf dem Ringe und einer in dem Einschnitte steht.
In den Seiten, um jedes Luftloch, steht wieder ein blasser
orangegelber, verflossener Fleck. Der Bauch ist schwarz
gefleckt, der Kopf schwarz mit weissem Winkelzeichen auf
der Stirn; die Beine, die Afterklappe und die kurzen ein-
zelnen Börstchen auf den Wärzchen sind schwarz. (Ich
habe die Raupe früher für die der Lucifuga gehalten und
unter diesem Namen in der Isis, 1846, S. 43, beschrieben.)
Wir linden die Raupe hier einzeln von Mitte Juli bis
Ende August auf Lonchus oleraccus. Die beiden letzten,
welche mir vorkamen, sassen bei Tage frei an einer ziemlich
hochstengeligen Pflanze und verzehrten deren Blüthenköpfe
und saftigen Stengel, welche sie auch in der Gefangenschaft
den Blättern vorzogen. Sitten, Verwandlnngsart und Puppe
gleichen denen der übrigen Cucullien. Die Puppe ist trüb-
roth-gelb, ihr Oberlippenhöcker ist schwarz-braun und rauh,
die Schwanzspitze und die Luftlöcher ebenfalls schwarz-
braun, erstere so lang als die beiden letzten Ringe (auf der
Rückseite) zusammen, an der Wurzel ein wenig breiter als
am flachen, stumpfen Ende, der Hals dazwischen wenig ver-
schmälert. Der Afterringeinschnitt läuft oben dicht um die
Wurzel der Schwanzspitze und ist deutlich. Der erste
Schmetterling entwickelte sich im geheizten Zimmer am 10.
April, die übrigen, welche im Kalten stehn blieben, Ende
Juni und in den ersten Tagen des Juli. Diese Art scheint
89
also durch die Stnbcnwärme zu einer schnellem F.ntwickliing
gobraclit zu werden, was ich keineswegs bei allen Cucullien
bemerkt habe.
Cnc. lactucae c:ehr»rl bei uns (ich fand sie bei Wil-
dungen, Arojsen und Hhoden) unter die seitnern Arten and
scheint Ubcrhanjit nicht hiiulig zu sein, l'cbcr ihre geogra-
phische N'crltrcitung liisst sich wegen der rnsiclurhcit der
Sytionyniie winig Zuvcrlässi;:ss sagen. Slld- und .Mittel-
Deutschland besitzen si»? an vielen Orten; ausser den oben
erwähnten weiss ich dies von Wien. IJrünn, Trag und .*^chlc-
sien gewiss. Im letztem Lande seheint der Sehnietterling
nur im fJebirge, bei Salzbrunn und in der rirafschaft filatz
vor/.uk<Mmneii (Assmami a. a. (>.). Ol) er in der norddeut-
schen rietebene getunden wird, weiss ich nicht. Eine Cue.
lactucae findet sich treilich in allen Localfaunen verzeich-
net, aber in den meisten Füllen ist darunter ohne Zweifel
die Treitschke'sche, d. h. Imbratica \ zu verstehn. In l'om-
mcrn und Preusseu wurde La<'tueae WV. wahrscheinlich
noch nicht beobachtet; die Lactucae in den Verzeichnissen
der Herren Trof. Hering in Stettin und Dr. Schmidt in Llbing
ist riiibratica i, wie ich aus von erstcrm bestimmten und
von let/.term mir mitgetheilten Kxemiilarcn entnehmen kann.
In Britannien lehlt Lactucae bestimmt. In Schonen soll sie
nach Zetterstedt (lesecta Lappon.) häufig sein, vermuthlich
ist aber auch Zetterstedts Lactucae die Treitschke'sche. Ob
Eversmann's I'ustulata, wie Herrich-SchiiflTer anzunehmen ge-
neigt ist. mit unserer .Art (= Campanulae Il.S. ) zusammen-
fällt, deren Verbreitungsbezirk damit eine weite Ausdehnung
nach Osten gewinnen würde, weiss ich nicht. —
Den ersten (irund zur Verwirrung über Lactucae WV.
hat Wohl lilibner gelegt (Ksper und Horkhausen kann ich
nicht ver^'leiehen) , indem er unter diesem Namen einen
Schmetterling: abbildete, welcher verschieden gedeutet wor-
den, Laeliicae WV. aber je<lent"alls nicht ist. Trcitsrhkc
nnd Ilerrich ziehen diese Figur (L't»4i zu ihrer Latiiuac
(= Inibratica i i. Lederer und Xickerl erkliiren sie fllr Ln
cifaga. Die Vordertlllpel filhren einen braun-gelben Fleck
am Vorderrande, «ler jede MtJgliehkeit, die Figur flir unsere
Lactucae zu nehmen, aussehliesst . welcher llbrigens auch
der (tr^talf u. s. w. nicht entspricht Da Ich HUbners Ta
fein nicht mehr zur Hand habe, um einen nochmaligen Vcr
gleich vorzunehmen . so will ich mioh eines bestimmten l'r-
theil« darüber, ob I ig. L'<>4 zu Lmbratiea i* oder Lucit'uga
gehrirt, enthalten. Nach meiner Krinnerung hatte sie mehr
mit Erstercr pemcin: gewiss ist nur, dass weder diese noch
eine der andern HUbucr'schcn Figuren zu Lactucae WV.
90
gerechnet werden kann. Es ist dies um so auffallender, da
Hübner die Raupe kannte und oifenbar nach dem Leben
abbildete.
Wenn über Hübners Figur Zweifel entstehn können, so
ist es dagegen ganz unzweifelhaft, dass Treitschke als
Umbratica und Lactucae die beiden Geschlechter
der ersteren Art beschreibt. Die Worte: „der gelbe
Fleck in der Flügelmitte ist deutlicher (als bei der vorher-
gehenden Art, nämlich Umbratica c/), so wie die darauf lie-
genden (schwarzen) Punkte," beweisen dies augenblicklich
— denn beide Kennzeichen unterscheiden gerade Umbra-
tica von den nächstverwandten Arten. Sie sind übrigens
bei dem Weibchen keineswegs constant deutlicher als beim
Männchen. Was sonst Treitschke zur Unterscheidung seiner
Lactucae von seiner Umbratica angiebt, kennzeichnet nur den
Unterschied der Geschlechter dieser letzgeuanntenArt. Als we-
sentlichstes Unterscheidungsmerkmal betrachtet er die Farbe
der Hinterflügel — und mit Recht, wenn es sich um die Ge-
schlechts-Differenz handelt, denn die dunklere Vorderflügel-
Farbe und die grössere Flügelbreite, welche Treitschke bei
seiner Lactucae ebenfalls hervorhebt, kommen zwar in der
Regel, aber nicht ohne Ausnahme, dem Weibchen von Um-
bratica vor seinem Männchen zu. Wie Treitschke zu seiner
Irrung kam , ist schwer zu begreifen , da man in Wien am
wenigsten ein Verkennen einer i\.rt des Wiener Verzeich-
nisses hätte erwarten sollen. Vielleicht verliess sich Treitschke
hier, wie in manchen andern Fälleu, auf Hübners Tafeln,
deren Lactucae unterschriebene Figur, wie erwähnt, einer
Umbratica 2 jedenfalls ziemlich ähniich sieht. Treitschke
will zwar Umbratica mehrmals selbst aus der Raupe er-
zogen haben (X. 2. 126), das muss doch aber nicht gerade
oft geschehen sein, sonst hätte er auch wohl Weibchen er-
zogen und sich überzeugt, dass nur d a s M ä n n c h e n w ei s s-
liche Hinter flügel besitzt, während sie beim
Weibchen dunkelblau-grau, nur an der Wurzel
mehr oder minder gelichtet sind. Beide Geschlech-
ter von Umbratica unterscheiden sich durch ihre schmalen,
scharf gespitzten Vorderflügel, mit sehr schrägem, fast ge-
radlinigem Saume, die stets deutliche holzgelbe Färbung
der Mittelzelle, den Mangel der Makeln, 2 bis 4 schwarze
Punkte (zuweilen zu kurzen Strichen ausgedehnt, selten ganz
verschwindend) an der Stelle der Ringmakel, dann durch
die Feinheit der schwarzen Striche in Zelle 16 und 4 des
Saumfeldes und des Bogenstrichs am untern Ende der Nie-
renmakel, die zuweilen kaum sichtbar, wenn vorhanden aber
immer tiefschwarz sind — von den 3 Verwandten, mit de-
91
neu das Miinnchcn wegen Beincr fast pan?, weissen llinter-
Htlpel tihcrliaiiiit nicht zu vcrwccliscln ist.
nie Kaiipe von Inihratica habe ich früher ol't jrefun-
(len. meist zutallip: und nicht auf ihrer Nahrunpsiiflaiize
selbst. \nr einmal traf ich eine tast erwachsene Kaiipc
Ende Auirust auf einer Wiese an Lcontodon auetiunnalis,
dessen l'.lliten sie sich schmecken Hess. Nur dies Exem-
plar habe ich erzofjen und »rhiclt daraus einen miiuniiehen
Kalter. Durch die Kr/iehuni: kann ich daher den Beweis
nicht liihren, dass Trcitschkes rmbratica und Lactncae zu-
sammen crehriren. Aber alle die zahlreichen Kxemjjlare des
hier, wie w(dd Überall. i:en)einen Schmetterlings, mit weissen
llinterllli;:eln, welche ich untersuchte '). waren Männehen,
alle nicht minder zahlreiche, mit dunkeln llinterflüjrelo,
NN'eibchcn. Hin anderer eifri},'ir hiesiger Samndtr. Hr. Dr.
Haruch, versichert ausserdem ausilrlieklich. beide in Uejrat-
tunu" iretiinden zu hatten. Sie zci.^cen in der That auch nur
solche Verschiedenheiten, wie sie als rein specielle in ^mvA
analofrer Weise auch bei einer Menjje anderer Xoetuinen
zu bemerken sind. — Hilbners Fifrur Larv. Lepid. IV. Noct. II.
Geruinao V. ••. Fip;. e., tälschlicli Lucifupra unterschrieben,
soll olfenbar die Haupe von rml)ratica darstelb'u. ist aber
kein sehr peluncrencs Bild. Besser ist Treitsehke's Be-
schreibung', die aber von > ier rothtreiben Streifen auf dem
letzten Hinpe spricht, wo ich nur drei bemerkt habe (Sehmett.
V. Kur. V. :\. 117, bei Eucit'utra, und X. 2. 12«)). Ich habe
mir Über ihr Aussehn Fol;,'endes notirt: Schwärzlich mit
dnrchseliimnurdem <Jell), den Spuren vim 4 ^ erloschenen
rothL'eUxn Kiiekenstreifen und ;i starken rnthfrelben Liings
^treitVn .'Ulf dem letzten Ilin;:e. Die Luftbieher liegen in
schwarzen Fleckchen un<l llber jedem dersellien steht ein
rothgelber Fleck. Kopf mattschwar/. Sohlen (Kr Bauchlllsse
weiss, (Jewebe und Puppe wie bei den verwamiten Arten.
Trcitsehkes Irrthuin hat. bei der grossen Verbreitung
der ».^Schmetterlinge von F'.nropa- und der .\ut<>ritat. df^ren
sieh dies Werk — und im .MU'emeineii ^renoinmen mit liecht
— erfreut, ohne ZwcifVI die Vcrwirrunjr llber Eactueae
hanptsiichlieh vcrsrhuldet. Inibratica ** unter diesem Namen
in die meisten Samndungen eingehllrgert und schliesslich
auch M er rie b Sc h a fte r verhindert, «lie Wahrheit zu er
k»»nnen Sein»* I,acturae it*t die Treitschkesehe . er citirt
*/ Icii habe »cht.« l>ei frührreo «-clr^fiilFiiro dkriiuf aiirincrkvain
gemafht, da«« die Bcirliaffrnhcit drr II«ftH«.r»l.- lU» »irlirrn l'nterirhci-
dong dor CnrMerhirr Vrnntit wrrd« n kai n. Hrim (^^ \ßt nio rinfarh
aber «tark. heim 9 *<i* einem Böodti fnnt r Bor«tcn (ti>an>nPBge«rtaU
92
ebenfalls Hübners Fig. 264 dazu und nennt diese Figur
„gut". Freyer's Lucifuga, die er auch anführt, gehört aber
nach der Eaupe („oben schwärzlich mit 3 Längsreihen
scharf runder oranger Flecke") wirklich zu Lucifuga WV.
Der erste, von Treitschke übernommene, Irrthum gebar aber
bei Herrich-Schäfifer einen zweiten. Da er in Umbratica 2
bereits eine Lactucae besass, so glaubte er nun in der
wahren Lactucae WV., über die er bei Hübner und Treitschke
nichts fand, eine spätere Entdeckung und zwar Campanulae
Fr. vor sich zu haben, beschrieb sie als solche und bildete
sie (Fig. 188) unter diesem Namen ab. Liessen Beschrei-
bung (Systemat. Bearbeitung u. s. w. H. 316 und VI. 58)
und Figur darüber Zweifel, so würden diese durch das in
den Nachträgen Bemerkte beseitigt werden. Es heisst hier
(VL 59): „Dabei muss ich erwähnen, dass ich 1850 ein
Weib von Campanulae aus einer angeblichen Lactucae-Raupe
erhielt und dass ich von Umbratica nur Männer und von
der angeblichen Lactucae nur Weiber kenne. Sollten da-
her diese beiden Arten nicht Eine sein und von rothflecki-
gen schwarzen Raupen herrühren, während meine Campa-
nulae und Pustulata von der als Lactucae beschriebenen
Raupe herstammen und ebenfalls zusammen gehören?"
Man sieht, wie nahe Herrich-Schäfifer daran war, das wahre
Verhältniss zu entdecken.
Uebrigens ist man in Wien selbst allem Anschein nach
bis auf die gegenwärtige Stunde über Lactucae, Campa-
nulae u. s. w. nicht im Klaren. Denn Leder er citirt
(Noctuinen Europa's. 1857. S. 165) zu Lactucae W. V. Hüb-
ners Lucifuga fig. 262, und zu Campanulae Fr. (die mit
einem + vor dem Namen versehen, also Herrn Lederer in
natura nicht bekannt war) Herrich-SchäfFers Campanulae
flg. 188. — Diese jedoch mit einem ?. Nun mag man
Herrich-Schäifer darin nicht beistimmen, dass er Hübners
Lucifuga fig, 262 für eine gute Abbildung dieser Art er-
klärt, dass sie aber auch nicht einmal für schlechte Abbildung
von Lactucae W. V. gelten kann, ist völlig unzweifelhaft:
Die Vorderflügel haben einen grossen gelbbräunlichen Fleck,
fast wie Umbratica, fig. 263, von welchem sich bei Lactucae
auch nicht eine Spur findet, ferner tiefschwarze starke Zeich-
nungen im Saumfelde und im Discus, eine andere Gestalt
u. s. w. Auch Treitschke nimmt Hübners Lucifuga fig. 262
für die seinige und die des Wiener Verzeichnisses und, wie
mir scheint, mit Grund, wenn ich in diesem Falle die Ab-
bildung auch keineswegs für eine gelungene, zumal in Be-
ziehung auf den braungelbeu Fleck der Vorderflügel, erklä-
ren möchte.
93
Lncifupa W. V. und Campanulac Fr. hatte ich noch
nicht Gelogonhcit aus clor Haupc zu erziehen, da sie in
hiesifrer (Jepeud nicht vorkoiniiun. Von (.'anipanulae sab
ich überhaupt erst zwei Seliniettcrlinpre, die nicht zusaninien
stimmten, und eine ausjrehlasene Raupe. Letztere ist sehr
verschieden von den drei andern melirerwähiiten Arten, vom
Anschn der Kaupe von Tanaeeti, \'erhasei u. 8. w., also
ans der (Irujipe, auf ^velehe der Name „Ti^crraupcn** des
Wiener \'erzeiehnisses am besten |)asst. Eine Lucifu^a-
Kaupe fand ich einmal bei Salzburg', sie pnp aber als
Puppe zu Grunde. Dass beide Arten, Campanulac so put
als Lucifufra, pute Arten siml, unterließt keinem Zweifel.
Eine genaue und zuverliissipe Auseinandersetzung ihrer l.'u-
terschiede im N'erpleieh zu den verwandten Arten wiire aber
der vorgefallenen \'erwechselunpen wepcn sehr erwünscht.
Vielleicht libernimmt sie einer der Leser dieser Zeilen, dem
eigne Erfahrungen und ein reicheres Material zu (Gebote
stehen als mir. Noch verdienstlicher wäre eine Monogra-
phie oder wenigstens eine kritische Sichtung des gesamm-
ten Genus Ciicullia. da ausser den grauen Arten zumal die
zahntlllgeligeu i Gruppe der Verhascij einer solchen dringend
bedürfen. —
Ich stelle sehliesslich die Synonymie von Laetueae
und L'mhratiea bei Hühner, Treitschke und Herrich zusam-
men. Es gehören
ai zu l'mhratiea L.
IlUbner, Noct. Tab. Ö4. fig. 2tKi (d*). X. l'mhratiea. [V fig.
2«>4 (ii. N. Laetueae). — Larv. Lcpid. IV. Noct. H. (ie-
nuin. \. b. fig. 1. c. d. N. lucifuga.
Treitschke, Schmctt. v. Eur. V. 3. S. 105. Cuc. Umhra-
tica ( nur der Schmetterling). — V. 3. S. 100. Cuc.
Laetueae (nur der Schmetterling i. — V. 3. S. 117.
Cuc. Lucifuga 'nur die Raupe,). — X. 2. S. 126
(Haupc).
Herr ich Sehäffer. Europ. Schractterl. H. S. 317. Nr. 410.
Cuc. Inibratiea [■:{], Nr. 411. Cuc. Laetueae (?).
b) zu Laetueae WV.
Hubner. Larv. Lepid. IV. Noct. IL Genuin. V. b. c. (ig.
1. a. b. c. N. Laetueae.
T r e i t s eh k e . Sehmett. v. Eur. V. 3. S. 111. Cuc. Laetueae
' nur die liaupe '.
Ilcrrich-Sehiiffer. Eur. Sehmett, IL S. 310. Nr. 407.
Cuc. Campanulac. VI. S. nS — 50. — Tab. 37. tig. ISd.
Campanulac.
94
Bericht über die Erziehung von Euprepia
(Pleretes) Matronula in einem Jahre.
Von R. ]i.rziz in Brunn
Im Sommer 1856, wo Matromüa-Falter flogen; habe ich
vom 13. bis 19. Juni mehrere Exemplare gefangen.
Unter denselben waren drei gepaarte Weibchen, von
denen ich, obwohl sie schon in der Natur Eier legten, doch
noch über 300 Stück Eier erhielt, aus welchen vom 21. bis
27. Juni gegen 280 Käupchen sich entwickelten.
Mir war der Aufsatz von H. Keller in Reutlingen,
„Jahrgang 16, Nr. 11, Novbr. 1855, Seite 337," über die
Erziehung der Matronula-Raupen bekannt, dem zu Folge
ich den Räupchen gleich auch das in diesem Aufsatze an-
gegebene Futter gab, von welchem ich sehr frische und
saftige Triebe wählte, täglich wechselte, und jedesmal die
Raupen mittelst eines Pinsels mit sehr frischem Wasser
stark anspritzte.
Sie frassen sehr begierig, häuteten sich überraschend
schnell und erreichten gegen Ende September eine solche
Grösse, dass ich mich veranlasst sah, nachdem ich nie
früher eine Erziehung derselben zu beobachten Gelegenheit
hatte, mehrere Entomologen auf diese überraschend schnelle
Entwickelung aufmerksam zu machen.
Niemand konnte mir hierüber eine genügende Aus-
kunft geben, bis die Herren Hering und Julius Müller, ge-
stützt auf die Abhandlung Fauna Böhmens vom Professor
der Naturgeschichte Herrn Dr. Nickerl, welchem seine eben
so schnell entwickelten, jedoch mit Lactuca und anderen
Plantago- Arten gefutterten Matronula-Raupen nach der Ue-
berwinterung zu Grunde gingen, den Ausspruch thaten, die
meinigen würden ebenfalls zu Grunde gehen.
Diese Ansicht schien überdies der Umstand zu bestä-
tigen, dass diese Herren gerade gegen Ende September im
Freien durch Abklopfen Matronula-Raupen erhielten, die
nicht einmal einen Zoll gross waren, und auch in dieser
Grösse zur Ueberwinterung sich anschickten.
Hierdurch entmuthigt, habe ich die Raupen, obwohl
sie im besten AVachsthum waren, nicht mehr mit der Vor-
liebe gepflegt, als ich dies früher that. Allein dessenunge-
achtet entwickelten sie sich doch so, dass sie gegen Ende
October fast durchgehends zu fressen aufhörten, und sich
zum Winterschlafe anschickten.
95
Ich Hess nun dieselben bis pepen 23. Deccnihcr in
ilironi Futterkasten in einen» massig warmen Zimmer .stehen,
und pah sie erst da, in einer mit Erde und darüber mit
Moos petllllten Kiste ins Freie hinaus. Hier Hess ieh sie,
obwohl sie bereits .Mitte Mär/, aus dem Wintersehlafe er-
waeht waren, dueh noch bis H, Ajiril. Als ieh die am Le-
l)en pelilieltenen liaujun (die sehwiieheren Kxemplare waren
/u (iruude pepanpen» wieder in den Futterkasten brachte,
hatte ieh pleieh nach t'iliit' Tapcn die Freude, wahrzuneh-
men, dass die mcistt^u zur Verpuppung zu spinnen antin
pen. Ich licBS sie nun ruhip stehen, und nahm Anfang
Mai die schön entwickelten l'ujtjjcn heraus, die ich in den
Gespinnsien in eiiieni panz duurclen Verwandlunpskastea
aufhinp.
.\m 1»'). Mai war ich anprcnehm Überrascht, 'das erste
F.xemjdar zu erhalten, und bis zum 1^7. .Mai waren bereits
alle Falter pes|)annt.
Zwei schöne Kxemplare habe ich der l'aarunp ge-
opfert, und erhielt vom 31. Mai bis 4. .luni 1. J. die frische
lirut. die ich nach der im N'orjalire pemachtcn Krfahrung
j)tie^e uud bis jetzt habe ich das N'erpnlipen. die Kaupen
vollkumuRMi ausgebildet zu l)esitzen, und horte, im Früh-
jahre eine bedeutende Anzahl Falter zu erhalten.
Abgesehen davon, dass es mir gelang und hotTentlich
gelingen wird, binnen einem Jahre .Matronula-Kaupen zur
l'erfection zu bringen, muss ich im Allgemeinen bemerken,
dass in der Färbung und Zeichnung der (Jezogencn und
der im Freien Oefangenen folgender rntersciiied staftlindet :
Nielit allein dass die Obertlügel lebhat'tcr und dunkler ge-
färbt erscheinen, so 8in<i besonders die schwarzen Flecke
an den rnterflügeln so zu Binden verbunden, dass diese
Flügel gleich denen von Catocala-Faltern sich ansehen, nur
dass die llindiii unregelmässig gezeichnet sind. Ob dies
auch bei der vorliegenden Zueht der Fall sein wird, wird
die Folge darthun.
Brllnn im Octobcr 1857.
Rudolf Krziz,
R«chnonKi-Offi>ial der k. k, Finani-Land«« DirccUon.
Brunn, 0)««re Brünnerg««»'» Nr. 28.1.
96
Bhinosimus ruficeps uov. spec.
Beschrieben von Dr. Böse in Ortenberg.
Rufo-testaceus, nitidus, antennis apice, pectore abdo-
mineqiie fuscis, elytris viridi-cyaneis, striato-punctatis.
Long. 1— IV4'".
Dem Rh. ruficollis zunächst stehend, von diesem durch
breiteren Rüssel und ganz rothen Kopf verschieden. Kopf,
Halsschild, Vorderbrust und die Beine sind röthlich gelb,
die Fühler, die Brust und der Hinterleib braun, erstere an
der Wiirzgl, letzterer an der Spitze heller. Der Rüssel ist
flach, breit, deutlich kürzer als das Halsschild, und wie
der Kopf tief, massig stark und ziemlich dicht puuktirt.
Das Halsschild ist so breit als lang, an den Seiten vorn
gerundet erweitert, hinten verengt, fast herzförmig. Es ist
oben flach gewölbt, tief, massig stark und ziemlich weit-
läufig punktirt, und hat jederseits vor dem Hinterrand einen
seichten, queren Eindruck. Die Flügeldecken sind lang
eiförmig, am Grunde doppelt so breit als die Basis des
Halsschildes, in der Mitte am breitesten. Sie sind glänzend
grünlich blau, in Reihen punktirt, die Punkte der Reihen
massig stark, die Zwischenräume flach, mit sehr vereinzel-
ten, feineren Punkten. —
Es wurden von demselben im Laufe dieses Sommers,
und zu verschiedenen Zeiten mehrere ganz gleiche Exem-
plare unter faulender Birkenrinde von mir gefunden.
Ortenberg, den 12. October 1857.
Beitrag zur Odonaten-Fauna des Eussischen
Reiches.
Von H. Hagren.
Im Jahrgange 1857 p. 363 dieser Zeitung habe ich
alle bisher in Russland gefundenen Arten zusammengestellt.
Herr v. Motschulsky hat mir neuerdings eine Anzahl Arten
mitgetheilt, die auf der Amur -Expedition des Herrn Maak
am Flusse Wilni gesammelt sind. Der Wilni fliesst unter
97
iloni i»4" linkerseits in die Lena, es bildet also diese Oert-
liciikoit (mit Aosnahme von Lapphuid) den nördlichsten
Punkt, von welchem überhaupt eine Odonaten-Fauna vor-
iie;:t, und ist schon deshalb von hohem Interesse. Die Ar
ti'n sind :
I. Lib. llavt'ola L. mas. fem., die Flllf^el der Weib
chen von der irt'lb tinirirten Itaoe.
*J. IJI). seotiea Oon fem., von gcwübniieher Grösse.
.'». Ijb. rr.hieiinda I.. nias. iVm.: die apj). infer. raaris
jfc^'en die Spitze hin bttriiehtlieh crw.'itert, die Stirn der
fem. gegen den Mund hin dunkler; Scheitelhücker ganz
schwarz. Da sonst alles Übereinstimmt, kann ich die Thiere
nur für eine Al)^rt von L. rubieunda ansehen.
4. Cord, aene.'i L. fem.
.'). Kjtith. bimaeulatü Chj). fem., von der europUischeD
Form.
6. Acsehn. borealis Zett. mas.
7. Acsehn. crenata Ilair. (1. e. p. 369) mas. Den In-
dividuen aus Irkut/k iihnlich. aber die membranula access.
wie bei Aeschn. juncea gefärbt, die Spitzen der app. sup.
etwas liinger und gerade ausgezogen, die Zähne vorher et-
was zahlreicher.
8. Lcstes sponsa Hans. mas. fem., mittlerer Grösse.
9. Agrion nov. spec. mas. fem., Ntztere in schlechtem
Znstande, dem A. puella nahe stehend.
Obwohl die Zahl der .\rten nicht bedeutend ist. sind
nie, wie schon envälmt. durch ihren Fundnrt von NVcrth.
nie früher 1. c. p '.U\i\ tllr Sil»irien ang«'gebcnen Arten
stammen meistens aus Irkutzk, «licse aus einer iL*" nörd-
licheren Hreite und viel östlicheren Länge, etwa v. Jakut/k.
Neu für die Fauna Sibiriens ist Aeschn. borealis als vor-
trefflirhos Bindeglied zu dem von mir angegebenen Fund-
orte Sitka, und das Agrion. Das StUek von Ep. bimaculata
beweist, dass ich mit Kceht das bei Irkutzk gefang»nc
Weibrhcn scinrr etwas abweichenden Färbung uncrachtet
Dar als Abart aufgeführt habe. Die Bildung des app. infcr.
7»
98
bei L. rubicunda mas ist auffällig, und ich finde unter den
Stücken, die ich gerade vergleichen kann, keine Uebergangs-
form. Die Uebereinstimmung aller übrigen Merkmale ver-
bietet eine Abtrennung als eigne Art.
Von grosser Wichtigkeit war mir die Erlaubniss, das von
Pallas für seine Insecta Rossica völlig druckfertig ausgearbei-
tete Manuscript benutzen zu dürfen. Die Arten sind da-
nach meistens sicher und leicht zu bestimmen. Pallas sagt
dabei, dass er mehr als die angeführten Arten gesammelt
habe, bei der leichten Zerbrechlichkeit derselben sei aber
ein Theil auf der langen Reise zerstört. Uebrigens zweifle
er nicht, dass namentlich die Gegenden um das Kaspische
Meer und im Süden Sibiriens mehr Arten beherbergen. „In
istis regionibus, quamquam Libellarum magna sit abundan-
tia, tamen illae ad minuendum Tabanorum, quos acriter
venantur, numerum non sufticiunt, continui equorum pere-
grinantium utut socii.'^
Es heissen die Libellen im Allgemeinen bei den Russsen
Strikosa und Karamysla, in der Ukraine Babka, bei den
Kirgisen Enelik, bei den Tungusen Luruki.
Die beschriebenen Arten sind:
1. Lib. grandis = Aeschna grandis. Ad Volgam in
totius Rossiae temperatis aquosis et circa Barabensium cam-
porum lacus frequens, vario colore.
2. Lib. Caspica Pall. = Anax formosus Vander Lind.
In arundinetis circa mare Caspium rarior, in littore Persico
frequentior.
3. Lib. cornuta Pall. = Lib. cancellata L. Circa in-
feriorem Jaicum et mare Caspium frequens. Ich halte die
Bestimmung für sicher, obwohl die Angabe, dass auch der
Thorax blau bereift ist, nicht recht passt.
4. Lib. depressa = L. depressa L. In australioribus
Rossiae frequens, semper a nativitate instar anticedentis
glauco polline colorata, quo detrito, subtestacea evadit. Die
Angabe, dass der blaue Reif gleich nach der Häutung vor-
handen sei, ist hier, wie stets bei Libellen, sicher ein Irr-
thum.
5. Lib. forcipata = Gomph. forcipatus L. Ad Volgam,
Jaicum, Tanain, Borysthenen vulgaris.
6. Lib. rubicunda. Die beiliegende schlechte Abbildung
(colorirtes Original) beweist, dass hier nicht L. rubicunda
99
L., 8on(lern L. Roeselii Curt. oder eine nahestehende Art
penioint ist. Die Heschrcibiiuc ist un^'enUfrend: L. alis liy-
ahnis, ahdomine niodio i,'ra(iicsccnte niltro liavovc. In nia-
xime australihns Kossiar, pracscrtim in Casjiio desert(» fre-
(jucns. al)d(aucn ni«>d(t tlavum, niodu rubcrrimum, ut in se-
quenti, modo suhtestaccum. Citirt ist Linn6 II. 902. 4;
Kocsel II. tal). h; Schaff. Icon ratisb. tah. 92. f. 4. Aller-
dings könnte hier auch an L. vulgata, Fonscolumbii, nieri-
dionalis ^'cdacht werden.
7. Lih. scioptora l'all. == L. pcderaontana F. Die Ab-
bildungen ans Talias Icdu. tab. k. f. 19. a. b. mas et fem.
liegen bei. in australioribus Tatariae magnac et usque in
Dauriam passim ob.scrvata, ad rivos interniontanos praesen-
tim ad Tucht<tr. Das Citat aus Lcpcchin und Gmcl. Linn.
Syst. Nat. sichern die Bestimmung.
8. Lib. vulgatissinia =« Gomph. vulgatissimus L. In
aqnosis Kossiae ubique frcquens.
9. Lib. acnea = Cord, aenca L. cum praeccdcntc pas-
sim vulgaris.
10. Lib. decemmacnlata Pail. = L. (juadrimaculata
Pall. nach bcigefllgtem Citat. Ad rivos Kuschum et Useln,
inque australibus Volgae et Tanais non infrc(iuens.
11. Lib. larvata Pall. Ich halte diese Art fllr Lib.
ampullaroa Schneid., die vielleicht nur Lokalvarictiit xon
Lib. Sabina Dr. ist. Die Beschreibung heisst:
]j. thorace tlavo, nigro striat«», alis posticis basi ilavis,
abdominis semicingulis tribus luteis. V Lib. cancellata Linn.
Syst. Nat. II. p. 9<»2. 7. In australihns lecta. .Magnitudo
jiaulo supra Sciojttcrain. Facies lividd-jiallida, iinpres^^ioni-
bus variis, ut larvam scenicam ex|»riniat; tubcn-ulo uiirro
inti-'r antcnnas, «piod stenunata circuinstant ; pnnc oculos
crepido Hava. Squama foliucea, integra pilis ciliata, erecta
in coljo produrtiusculo. Tln»r3x livido flavus lineis in dorso
et lateribus simnl 1 1 parallelis. Abdomen junceum, basi
ventricosa flava nigris lineis doliata, dein teres. nigrum.
ntriiKiue niaculis tnbus lincaribus nigris. Pedcs primi pa-
ris tlavi. rrliqui linea hingitudinali nigra. Alae hyalinae,
vci.is fnscis, puncto versus apircm albo, sccnndariae vix ima
ba.-«i tiavac.
Im (lanren stobt meiner .\nnahme kaum etwas entge-
gen, da L. ampullacca in KlciuasicD llicgt, so ist es sehr
100
gut möglich, dass sie eben so wie Gomph. flexuosus sich
auch in Südrussland finde.
12. Lib. lutea Fall. Ich halte sie für L. brunnea
Selys. Eevue) Die Beschreibung lautet: L. abdomiue luteo
prismatico, thorace supra bifasciato, alis posticis basi flavis,
tuberculo frontis bipapilari. Observ. cum praecedenti.
Magnit. L. depressae. Frons pubescens cum ore ferruginea,
inter oculos didyma lunaque flava. Tuberculum inter an-
tennas bipapillare, ferrugineum, quod stemmata circumstant.
Oculi Caput p(^tice excedentes, crepido pone oculos flavo
nigroque variegata. Squama colli brevis, cum fasciis 2 me-
diis thoracis truncato - marginatis flava, pilis marginata.
Latera tkoracis et colli inter alas flava, interjectae fasciae
2 luteo ferrugineae. Abdomen prismaticum, sensim attenua-
tum, griseo luteum. Pedes fusco grisei. Alae diaphanae,
lineola versus apicem grisea: posticae ima basi flavis-
simae.
13. Lib. nigra Fall. = L. scotica Don. In Sibiria
praecipue ad Jenissam fluvium habitat.
14. Lib. glaucopis Fall. = L. pectoralis Chp. ^.
Die Beschreibung lautet:
L. facie virescente alba, labio flavo, thorace alarumque
basi punctisque atris. ? Lib. juncea Linn. Fassim in au-
stralibus lecta.
Magnit. circiter praecedentium. Facies vesicularis,
virescente alba, sed labium supra os flavum. Tuberculum
inter antenuas obtusum nigrum, ut et squama intercalaris
colli. Thorax niger, pubescens. Abdomen junceum, ferru-
gineum, pubescens. Alae hyalinae lactescentes, puncto ver-
sus apicem latiore nigro; basis alarum posticarum interius
aterrima, vix priorum. Fedes nigri.
Die Magnitudo circiter praecedentium bezieht sich
nicht auf L. nigra, die erst später auf einem besondern
Zettel beigefügt ist, sondern auf die vorhergehenden Arten.
Die Farbe der Stirn und Oberlippe bezeichnet ein Männchen
aus der Gruppe von L. rubicunda; die Worte „abdomen
junceum, ferrugineum schliessen L. albifrons und caudalis,
die ungefleckten Vorderflügel L. dubia aus. Es bleiben
also nur L. pectoralis und rubicunda über; da aber bei
letzterer Art das Männchen ein rothes Fterostigma hat, ziehe
ich L. glaucopis zu L. pectoralis. Die Beschreibung passt
durchaus auf diese Art.
101
15. Lib. carinata I'all.
L. tlioraois lima carinata. rristnlis ante alas dcntion-
latis, abdoniinc jirisniatu-o au^'ulis crfnulato, alis hyalinis.
Passini ohscrvata rarins.
Dc'scr. rrai'ccdcutc paulo major. Facies livida, iiiae-
qualis ru^'is transvcrsJR. nia\ilIiK et labio lutcscentihns, ha-
ju8 puncto impresso t'usco. Crepido pone oculos pallido ni-
groqiie varia; tuhcrenlum intcr antcnnas l<iiia|)iilare ni^Tum.
Squama colli intcnaiaris. hrevis. n iiilurmis. Thorax t'usens,
piibcsecns. eristiilis ant»* alas crcnulatis eoneurrcntibus ad
lineam lonj;itudinalem subcarinatam. Al)d(tmen prismatienm,
alteuuatum. frlabrum. jutescens, angulis subtilissinic crcnu-
latis, commissuris nip^ro lineatis.
Dil' siclicr«' Hestinimitni: dieser Art will mir vorläu-
fig nicht {Illingen. Ich halte Sie fllr L. vulgata, oder flir
(las "Weilichen von L. eocrulcseens.
1<». Lib. Hamadrvas Tall. = C'alopt. splcndcns fem.
.\d magna Kossiae lluvia, praesertim in anstrali(»ribu8
et intcr arundineta Caspica rarior j)raeccdente.
17. Uli. IJyblis I'all. = Calojit. sjjlendens mas.
In liossia etiam Ixtrealiore «-irea aquas frcqucntior
praccedente. l'allas bchauiitet wdhl irrig, dass sie von der
vorigen Art sieh dureh die Metamorphose trenne.
IB. Lib. Salmaeis Tall. = Lestes barbara.
In Chersonesi Tauricai' maritimis rarins apparct
aestate, alis semipatentibus sedens.
1!'. Lib. Leucothoc Pallas r^r I'latycncmis pennipcB
I'all. mas.
In australioribus ad Volgam. Jaicum et mare Caspiuni
frcqucns.
Die Heschreibung lügst keinen Zweifel, «iass dieses die
von ralbis selbst in seiner Keise beschriebene Art sei,
obwohl l'allas aufTiillig genug sie nicht hier erwähnt.
L'O. Lib. Clymenc Pallas — PI. pennipes fem.
C'opiogc circa Volgam, inde a primo vere apparct sola,
postea pronjiseue cum L. Cyane.
2L Lib. Cyane. Pall.
I'bique in aquosi» Kossiae et Sibiriae, scd non admfv
dum copinsa.
L. alis crectis puncto fuRco notatis. corpore »ericco
cocmleseente variegato.
Lin kleines nicht zu bcstiroiDendcfi Agrion ans der
Gruppe von A. puclla.
102
Vereinsangelegenheiten,
In der Sitzung am 21. December 1857 wurde der
Versammlung der am 8. November erfolgte Tod unsers
Mitgliedes, des Herrn Professor Dr. Apetz in Altenburg an-
gezeigt. Sein Sohn
Herr Dr. Th. Apetz in Altenburg
wurde in den Verein aufgenommen. Ebenso
Herr Dr. Mess, Dirigent der Strafanstalt Plassen-
burg bei Culmbach.
In der Sitzung am 18. Februar c. wurde die Rech-
nung des abgelaufenen Jahres von dem Herrn Rendanten
vorgelegt und ihm darüber Decharge ertheilt. Als Mitglied
wurde aufgenommen:
Herr Joh. v. Frivaldsky, Custos am National?
Museum in Pest.
C. A. Dohrn.
Einnahme und Ausgabe
des
entomologischen Vereins für das Jahr 1857.
I. Einnahme.
Kassenbestand aus dem Jahre 1856 48 Thlr. 23 Sgr. 9 Pf.
Zinsen von belegtem Capital o39 - 11 - 6 -
Geschenk Sr. Majestät des Königs 100 - — - — -
Für Zeitungen, Linneen und Käfer-
Cataloge 619 - 19 - 9 -
1107 Thlr. 25 Sgr. — Pf.
II. Ausgabe.
Für Zeitungen und Käfer-Cataloge 274 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf.
Buchbinder-Rechnungen 33 - 19 - 6 -
Gratification für den Vereins-Biblio-
thekar 30 - — - — -
Miethe für das Vereins-Local 100 - — - — -
Remuneration des Vereinsboten
und Portiers 18 - — - — -
Porto und andere Auslagen 80 - 14 - 8 -
Zinsbar angelegt 436 - 11 - — -
Cassenbestand in die Rechnung
pro 1858 tibertragen. 134 - 29 - 4 -
1107 Thlr. 25 Sgr. — Pf.
103
Ermässigter Preis von Westwoods Introduction.
Er wird doii (Itiitsclion KntoniMlopoii pclir cnvUnscIit
Rcin zu litiron, d.iss jetzt Wcstwc^uds Introduction 2 vnl.
statt des frllhcren Preis, s von 'J rfund Sterling fllr IH
Schill, enirl. — 4 Tlilr. lo Spr. durch den liuelihandel he
2ogcn werden kann. Ks seheint diese Hrniässif^nn;^ den
Bachhlindlern des C'ontinents unhekannt i:ehliohen zu sein.
Sie ißt eine Folpe des in England übliehcn Verfahrens
nacli bestimmter Frist den ganzen Kost einer Anflage un-
ter den Hammer zu hrinccn.
Intelligenz
Herr Dr. iihil. Otto Standin^'er hereiset pcpcnwJirtif»
in ontomolupischcn Zwecken Slid-Spanien. In dem Zeit-
räume von MUrr bis Anfanf^s Sept. IJ^ÖT haben seine He-
n.Uhunp^n reiche Ausbeute jreliefert. Die Sendung:, welche
im Novbr. bei mir in Berlin anlangte, enthält Lepidoptera,
Coleoptcra. IIymenoj)tera, Orthoptcra, Diptera, Neuroptcra
und Ilemiptera hetero|itera.
Den Freunden der Entomologie mache ich daher be-
kannt, dass von diesen Sachen Dupla abzulassen sind.
Vorläufig ist nur das Vcrzeiehniss der Lepidontcrn und
namentlich das der Macropteni fertig. Das der Coleoptern
Hvmenoptern etc. wird demnächst folgen. Von Coleoptern
wird die C'enturie grosscntheils determinirter Arten flir
sechs Thaler, und wenn dabei ein reines Exemplar des
I'aussus Favicri Fairm. gewünscht wird, fllr acht Tlialer
abgegcbcu. Man wende sieh in portofreien liriefen an den
cntomol. Verein in Stettin oder an
L. G r a b o w ,
Linieoacruit Nr. 23 in B«rlia.
Der Herr Superintendent Dr. Ilcydenrcich. Verfasser
des svstcmatischen \'erzoirhnisses «ler Eumpäisrhcn Schmet-
terlinge, der auch anderweit als einer der ausgczeicbnetern
Entomologen Deutschlands bekannt ist, ist im vorigen Jahre
verstorben. In Folge dieses Todesfalles soll die von ihm
binlerlaasenc Sammlung Europäischer Schmetterlinge, welche
f04
Ton wenigen andern Sammlungen an Eeichhaltigkeit, so-
wohl der Mikrolepidoptern, als der grösseren Arten erreicht
oder Ubertroffen wird, verkauft werden. Sie ist vorzüglich
erhalten, und umfasst die neuesten Entdeckungen, ein-
schliesslich der sibirischen Arten, und hat nach der eigenen
massigen Schätzung des verstorbenen Besitzers mindestens
einen Werth von oOOO Thlr., wird aber nach vorläufigen
MittheiluDgen zu einem sehr erniässigten Preise veräussert
werden. Zahlreiche Dubletten aus allen Gattungen, zusam-
men mehr als 3000 Exemplare, können zugleich mit abge-
geben werden. Nähere Auskunft ertheilt gern die Redac-
tion der Zeitung, oder direct die Frau Superintendent Hey-
denreich in Weissenfeis.
Herr Dr. Mess, Dirigent der Strafanstalt Plassenburg
bei Culmbach in Bayern, ist bereit, gegen ihm fehlende
Schmetterlinge und Käfer, (Europäer und Exoten) eine Reihe
gutgehaltener Nordamerikanischer Käfer im Tausche abzu-
geben. Auch hat er (was vielleicht Schmetterlingssammler
interessirt) einige tausend Glaskästchen für curop. Schmet-
terlinge in 3 Dimensionen gegen ihm brauchbare Lepidop-
tera und Coleoptera abzulassen.
Von Linnaea Entomologica ist Band 12, Berlin,
bei Mittler & Sohn, erschienen und enthält Arbeiten von
Hagen über Termiten, Suffrian über Cryptocephalus,
Speyer über die Zahl der cxistirenden Schmetterlinge und
der Tagfalter insbesondere, Gerstäcker über die chileni-
schen Carabus. 29 Bogen, 4 Tafeln, Preis 2 Thaler. Ver-
eins-Mitglieder, welche sich direct an den Verein wenden,
erhalten gegen portofreie Einsendung des Betrages diesen
Band oder frühere Bände der Linnaea Entom. für 1 Thaler
15 Sgr.
Inhalt: Nenjahrsnovelle. Mitglieder-Verzeichniss. Dohrn: Rede zur
Stittungsfeier, Vereinsangelegenheiten (Bibliothek), Hagen: Ba-
stard-Erzeugung bei Insecten. Werneburg: Schmetterlinge älterer
Autoren. Suffrian: Synon. Miseellaneen. Frey: Literatur (Stainton
Tineina). Schaum: Brief. Kawall: Entom. Notizen. Hey den:
Nachtrag (Aphiden). Chaudoir: Briefl. Mittheilung. fcpeyer:
Ueberwinternde Schmetterlinge. Speyer: Noctua (CueuUia) Lactucae
und damit verwechselte Arten. Krziz: Erziehung von Euprepia
Matronula. E'>ose: Rhinosimus raticeps. Hagen: Russische Odo-
naten. Vereinsangelegenheiten, Rechnungslegung. Intelligetiz.
Diack Too F. Heitenland m Stettin.
|]iitoiiiolo;;iM'lie Keitiiiig
hiTausgegehen
von dem
iMUoiiioloirlsclKii \v\r\\w zu Siedln.
. In Conitnioiion bei lirn Buchhandl.
K .• u » c 1 1 i. n : V. E. 8. Mitüer in Uorlin, u.Fr. Fleijcher
C. A. Dohra, Vproinü-PräüidiMii in L'-ipzig.
No. I — ß. 19. Jahrgang. April Juni. IS3S.
Ueber die Naturgeschichte und die Artrechte von
Noctua cerasina Fr., HS. (N. castanea Esp.) *)
^'^n Dr. A. Hpe)«*r.
Vor etwa sechs Jahren erzoj^'on wir zuerst ein sdiünes
Weibehen die.scr, wie es seheint, noih wen.^' beohaehteten
Art aus einer mit anderen von Heidekraut und Heidelbeeren
im Frllhlin^r pekütseherten und nieht weiter beaelitcten
Raupe. I);i<hireli aufmerksam gemacht, suehten wir im
tolfrciiden Jahre eit>i;.'er nach und es ^'elan^' un.s, die Raupe
in Mehrzahl zu erhalten. Seitdem hal'en wir sie alljiihrlieh,
/uweihii nieht selten, ^^jAinden. aber in verhältnissmässig
»ehr geringer Zahl zur Kntwiekclunff gebracht. Ich weiss
nicht, ob sehon genauere Angaben Über ihr Aussehen and
ihre Lebensweise publieirt sind und theile dcsshalb mit,
was ich darüber nntirt habe.
Die Raupe tindet sich hier (bei Amlsen und Rhodcn)
auf liebten Waldstellen und Hhissen am Hiiilekrant (Cal-
luna vuljrarisj. Wann sie das Fi verlUsst. habe irh nieht
beobachtet, doch tinden wir die Räupehen im jüngsten
Alter, wo sie kaum «lie erste Häutung Überstanden haben
konnton. in dem ansserordentlieh miblen Winter \xi^2 -53
•*chon zu Kn<le des Deeembers, in gewrihnlichen Jahnen
iwiscbcu Februar und Anfang April im Freien. Da im
•) Hrrrich- Schiffer giobi Eip<>r aU Aolor fSr den Ntmen Cer»-
•ioa an, Ledrrer (die NortaJnen Kuropa't) ornnl die An Caalaaea Kip.
und (otzt C«<ra«ina Kr. al* .S\nonTm ütira. t^a ich wvdtr Kapcr't noch
Frevrr'» Werke zur Hand habo, ••' kann Irh nicht «aUcheiden, wer »on
beiden Kccbt und welcher Naia« die rrioriiät hat
106
Spätherbst, wenigsteoa im October, auf den bekannten
Plätzen noch keine Raupen anzutreffen sind, so wird das Aus-
schlüpfen sehr wahrscheinlich während des Winters, je nach
der Witterung zwischen December und März, vor sich gehen.
Es scheint die gleiche Temperatur die Raupe von N. cera-
sina zum Aussehlüpfen aus dem Ei zu treiben, welche Hi-
bernia rupicapraria treibt ihre Puppenschale zu sprengen,
denn auch diesen Schmetterling sahen wir in milden Wintern
bereits Ende December frisch entwickelt im Freien, wäh-
rend er gewöhnlich erst Ende Februar und im März er-
scheint. Erwachsene Raupen, die nach heftigem Gewitter-
regen an den Heidekrautbüschen in die Höhe gekrochen
waren, fanden wir Ende Mai. Um diese Zeit und bis gegen
die Mitte des Juni's waren auch die jung eingezwingerten
Raupen zur Verwandlung reif. Sie gehen zur Verpuppung
ein paar Zoll tief in die Erde, bauen sich daselbst eine
leicht geleimte, zerbrechliche Höhle und liegen in derselben
gegen vier Wochen, ehe sie die Raupenhaut abstreifen.
Werden sie vor dieser Zeit aus der Erde genommen, so
gehen sie meist zu Grunde, indem sie sich in dem vergeb-
lichen Bestreben, ein neues Verwandlungslager zu bauen,
erschöpfen. Bei unserer ersten Zucht mussten wir dies zu
unserem Schaden erfahren und andere Sammler werden die
gleiche Erfahrung an allen den Raupen, welche längere
Zeit unverwandelt in ihrem Verpuppungslager zubringen
(z. B. N. rhomboidea, exoleta u. a.) zu machen Gelegenheit
gehabt haben, üie ersten Schmetterlinge erschienen am
3. August, die letzten in den ersten Tagen des Septembers.
Im Freien habe ich den Falter nie lebend gefunden, einmal
indess, Mitte September, ein todtes, vom Regen abgewa-
schenes Exemplar, welches an einem Heidekrautbusch hing.
Er scheint demnach, gleich seinen Verwandten, am Tage
sehr versteckt zu leben.
i\Ian sucht die Raupe am erfolgreichsten im Nach-
winter und ersten Frühjahr, sobald nur die Fundstellen
frost- und schneefrei sind. Erwachsenere Raupen erhält
man nur selten durch den Kötscher; ohne Zweifel verbergen
sie sich in diesem Alter sorgfältiger als in der Jugend und
kommen vielleicht nur während des Nachts zum Vorschein.
Auch hierin gleichen ihre Sitten vielen anderen ihrer Gat-
tungsgenossen, die ebenfalls fast nur im frühen Jugendalter
bei Tage hoch genug an ihren Futterpflanzen autkriechen,
um mit dem Kötscher abgestreift werden zu können, wie
N. brunnea, herbida, tincta u. v. a.
Im Freien trafen wir die Cerasina-Raupen ausschliess-
lich auf Heidekraut (Calluna vulg.), in der Gefangenschaft
fraHHcn sie alicr auch die Blätter und iukIi liclit-r die uu
reiten Friifiite der HeiilclUcori-u . und das junpe Laub der
Stjiilii ll»c»'iin und rrauln'nkirsrlKii (i'runus ]>.'h1usk Sie
gedeihen dabei pan/ gut, hi« nie fant ihre volle Grösse er
langt haben lin diese Zeit ist uns aber stets die grosse
Melirzabl aller jinig gefundenen Uanpcn /u (iruudo gegan-
gen, an jener bekannten Krankli^it, die «Inreh an sieh zu
tiatUeiehe oder diireh Kinnteeken in \\ anser /.u sehr ver
wässerte Nahniiii,' ln'r\orgeriil"eu wird. ^S ahrselieinlieh
würde sie sieh \ern>eiden lassen, wenn man die Jiaupeo
mit täglich trieb gegebenem otler in Töple eingcptianztem
Heidekraut ernäiirte. Das glUekliehste Hesultat . welcheB
wir er/ielteii . war. dass wir von .'Jn Kaupen ♦> zur Eiit-
wiikclung brachten, in den meisten Füllen gingen aber 9U
l'rocent verloren. I>ie uaeh <ler letzten Häutung gtfuode-
neu Ilaupen gediehen dagegen ohne .'^ehwierigkeit. weiiD
man sie nur in ihrem \'erpuppungslager nicht stört. Von
.Sehmarotzern scheint die Haujie wenig heimgesucht zd
werden: ieh erinnere mich nicht, auch nur eine einzige mit
lehueuninncn oder I'aehinen besetzte iiaupe gehabt zu
haben.
Die erwachsene Kaupe ist von gewöhnlicher Gestalt,
ziemlich dick, am stärksten auf dem 11. iiingc , nach vorn
hin sieh etwas verjüngend. Der Kopf glänzend bräunlieh
gell), «lunkel gegittert, uiit brauneu Hogenstriehen. Die
Grundfarbe tU> Kr>rpers wechselt zwischen Grün und röth-
liehem (ielb oder Ockergelb. Ganz grüne und rein roth-
gelbc liaupen sind seltner als s(»lelie, w<» die roth- oder
bräunliehgelbc Gnindt'arl)e mehr od»'r minder stark mit
(Jrün gemischt ist. Sie i>t stets dielit braun (bei der grünen
Varietät sehwärzlichgrau) gerieselt. Ein breiter, kreideweis-
ser, meist etwas bräunlich punktirter Scitt^-nstreif zeichnet
die llaupe am meisten aus Hei der grünen Varietät bleibt
. r am reinsten weiss, bei den rölhliehen ptlegt er etwas
ittirt zu sein und gränzt sieh gegen den Hauch minder
irf alt, als gi gen den Kücken, l ebrigens hat die Kaupe
keine scharte Zeichnungeo. Die Küekenlinie ( Ub( r dem
Kilckengelass ) ist lein, kaum sichtbar . weisslich. Obere
Seitenlinien (zwischen KUckcDÜnic und Seitenstreif >-ft'bleD.
Nur auf dem sonst wenig ausgezeichneten Nai ' ' -Ide
tntcn sie nebst der Kückenlini«* als .'i weissliehe 1 m
hcr^■or. Di»- gewöhnlichen W sind nur aU dunkle
I'Unktchen kenntlich, selten er rothgelbcn Kaupe )
deutlicher und etwas licht aufgetiiickt. Sie tragen nur durch
die Lupe hichtbarc Hörstchcn. Die LafUucher stcbeu Über
dem beiteostrcif und sind gelMichweits, dunkel geriogt-
108
Die Beine grünlich, und, wie der Bauch, heller als die Grund-
farbe. Der Bauch ist unter dem Seitenstreife ebenfalls
stark dunkel gerieselt.
In der ersten Jugend ist die Raupe fast immer grün
und der Seitenstreif reinweiss, beiderseits scharf begränzt.
Diagnose der Raupe; Ziemlich dick, nach vorn
massig verjüngt (nackt), grün oder röthlich, dunkel gerie-
selt, mit breitem weissem Seitenstreif, feiner weisslicher^
kaum merklicher Rückenlinie (ohne obere Seitenlinien) und
feineu braunen Punktwärzchen.
Von der Puppe habe ich leider keine nähere Beschrei-
bung genommen und erinnere mich nur, dass sie den ge-
wöhnlichen Habitus der Noctuenpuppen hatte. Auch über
die Flügelhaltung des Schmetterlings in der Ruhe finde ich
nichts notirt. Wenn ich mich recht erinnere, war sie flach
dachförmig.
Das erste Exemplar, welches wir erzogen, hatte ganz
die Farbe, welche Herrich -Schätfer von Cerasina verlangt
„zwischen Leberbraun und Rostroth'^ Aber die später
durch die Zucht erhaltenen Exemplare (etwa ein Dutzend)
lehrten, dass diese Färbung keineswegs constant, ja nicht ein-
mal die gewöhnlichste ist. Sie wechselt vielmehr in allen
Uebergangsstufen zwischen lichtem, fast grünlichem, Grau
mit kaum merklicher röthlichcr Beimischung, (am stärksten
auf den Fransen), bis zu jenem einfarbigen von Hevrich
sehr entsprechend bezeichneten Roth. Die meisten Exem-
plare sind grau mit etwas röthlichem Staube, feinem röth-
lichgelbem Saume lcs Vorderrandes, solcher Einfassung der
beiden (ziemlich kleinen» Makeln und trübröthlichen Fransen.
Nur 3 Exemplare (IcT, 2 $) sind ganz Rostroth und 2 grau
mit so starker rother Beimischung, dass min sie mit gleichem
Rechte der einen, wie der andern Varietät zuzählen kann;
bei den übrigen herrscht das Grau entschieden vor.
Cerasina hat, soweit mir bekannt, nur eine nahe Ver
wandte: Neglecta H., die ich bisher nur aus Treitschke's
und Herrich-Schäffers Beschreibungen kannte. Beide Schrift-
steller geben die Farbe der Vorderflügel ihrer Neglecta als grau
(„dunkelaschgrau^^ nach Treitschke, „braungrau'' nach H.-S.)
an. Treitschke kannte Cerasina nicht, Herrich-Schäifer unter-
scheidet sie von Neglecta wesentlich nur durch die Fär-
bung. Dieser Umstand erregte mir, seit ich die Unbestän-
digkeit dieser Färbung kennen gelernt hatte, einigen Ver-
dacht gegen die specifische Verschiedenheit der beiden
Arten. Die Ansicht der Hübner'schen Abbildung von Ne-
glecta hat diesen Verdacht seitdem im hohen Grade be-
stärkt. Hübner's Figur (Noct 160) weicht in folgenden
109
Punkten von nioinom ^'raucn CeraBina-Excmplart- ab: die
Tiestalt der VordorflUfrel igt nicht ganz zuti\fl\ iid , sie sind
f:e^'i'ii die Wur/el, im Verliältniss zu ilinr Hreitc am Hiii-
terrandr, zu sclunal (Ilerrieli nennt sie, wohl des letztem
Tm^iandrs -.e^'i-n .. /.ii hnit "Y Die Farhe drrs^elben ist
brauii^Taii. w»'it dunkler al< an meinen Kxcniplaren , die
Zeichnung ini All;.enieincii damit ilhereinstimmend . aber
etwas zu stark au>gedriiekt, besonders die äussere dunkle
liegränzung der Wellenlinie, welehc an unsern Exenijtlaren
keineswegs, wie am Hilde, eine seharfe Linie bildet. Die
innere liegränzung der M'ellenlinie ist zu röthlieh (was auch
Herrieh-Sehiitl'er tadelt), und zu gl.iehflirmig. in der Xatui
tleekiger. Der sehwar/.e Fleck am Fnde der Nierenniakel
ist zwar bei alU'n unsern Stileken \<irliamlen. aber nur bei
einem so stark als in der Figur. Die llinterllUgel sind bei
letzterer gegen die Wurzel zu lieht un<l übcrhauiit zu braun,
während sie schwärzlich-grau sein sollten. Die Figur zeigt
hier keine Verdunkelung aut' der Querader, welche bei der
Mehrzahl iiii>erer Kxemplare zu erkennen ist. Auch haben
ditsi^ sämmtlicli einen r"thliclien .Mterbusch, welcher ln'i Hüh-
ner nicht a.is;:edrilckt ist. Alle diese Versehiedenheitcn
zwischen Hühners Hilde von Negleeta und meiiu-n natür-
lichen Fxeniplareu können recht wohl theils individuelle
sein, theils durch F'ngenauigkeit der Figur erklärt werden
und ich ;:laube nicht zu irren, wenn ich — auch ohne ein
typisches d. h. mit llübuer's Figur in der Farbe gleiches,
Exemplar von Neglecta geschn zu haben Cerasina
HS. oder Castanea Esp. für die rüth liehe, Xe
glecta Hübn. für die graue \arietät einer und
derselben Art erkläre, welcher der Name Neglecta als
der ältere zu bleüx-n iiat.
In England scheint man diese Wahrheit schon früher
erkannt /u halien, wenigstens beschreibt Stainton in seinem
Manual «»fbrit. mnths und buttertlies (Ennd«>n, l"^öT, p. 2.37)
anter den) Namen Neglecta unverkennbar unsere Cerasina
und nennt dabei deren VnrdertlUgel .blassgrau, mit einem
schwachen «»kerfarbi^en Anfluge (tinge), oder röthlieh".
Auch die kurze von (iucnee entlehnt»-, .\ngabc über die
Raupe, Erscheinungsperiode und Fun«lort > -on heaths") be-
wei.>»en. dass .*>taintun s Ne^'lecta unsere Cerasina Ist
Diese Art erinnert durch ihre staubigen, wenig ge-
/eiclioeten Vonlerflügel, die lichte ziemlich gerade herab
lau.' nde Wellenlinie und die Verdunkelung am untern Ende
der Nierenmakel an die Orthosien. denen Rie auch als Kaupe
glei' ht. Die deutlichen Dombor-t' n an den Schienen auch
der Vorderbeine) zeigen aber, da«» Herrich-SchätTcr Hecht
110
getban hat sie an ihre jetzige Stelle zu bringen, und Gue-
n6e und Lederer. sie nicht von derselben zn entfernen.
Russlands Neuropteren.
Von Dr. II. Hag'en.
Familie Phryganiden.
Von russischen Phryganiden ist bis jetzt nur wenig
beschrieben. Zuerst findet sieh bei Uddraan novae insee-
torum Species dissert. Aboae 1753 4to p. 26 eine Art aus
der Pfarrei llmola unfern Wasa in Finnland als „Phr. nigra
alis pallidis. maeulis plurimis nigris'^ bezeichnet. Die Ab-
bildung Fig. in und die Angabe „tota exceptis alis atra"
passen durchaus auf P. phalaenoides L. Linn^ beschreibt
diese Art Fn. Suec. ed. 2, 1701 p, 37.^ genau unter obigem
Namen mit dem ,, Habit Finnlandiae, Aboae et alibi." Ob
Uddman damit auch die uahAcrwandte P. atrata verwech-
selt habe, wird durch seine Worte „alae inferiores ad api-
cem Serie macularum insigniuntur" wenigstens zweifelhaft,
wogegen Linnes ,,alae inferiores margine postico fascia
nigra" bestimmt nur zu P. ])halaenoides gehören.
Lepechin in seiner sibirischen Heise T. 2. 1772 Tab.
10 Fig. 9 führt eine Art aus Sibirien auf. Beschreibung
und Abbildung bezeichnen sicher die später von Fischer
P. altaica benannte Art. Da Gmelin Linn. Syst Nat. ed
13 p. 2634 schon früher selbe als P. atrata aufführt, ver-
bleibt ihr dieser Name.
In Pallas Reisen finde ich keine Phryganiden er-
wähnt. In seinem Handexemplar von Linn. Syst Xat. sind
folgende Bemerkungen beigeschrieben. „P. phalaenoides
circa Tschussovajam ad torrentes montanos Junio 1770. —
P. grandis circa Waldai et alibi. — P. longicornis copiosis-
sime ad Volgam, Samaram et Jaikum Majo, Junio. — P.
Waeneri circa Nevam et Ladogensem lacum copiosiss. prirais
dieb. Junii. — P. albifrons circa Nevam Julio exeunte fre-
queus.^' Mit Ausnahme von P. Waeneri, die ich nicht zu
deuten vermag, sind diese Arten sicher.
Fischer Naturgeschichte Lievlands ed 2, 1791 p. 338 sagt :
„von Phryganea findet man bei uns verschiedene Arten, die
man aber wegen ihrer Kleinheit nicht leicht von einander
unterscheiden kann. Ihre aus Sand gebauten Puppenge-
häuse findet man im Frühjahr an den Wassergräben häufig
111
g«io^.' Er lllhrt Ph. rbombica, nigra, striata an. Die erst«
nni! zweite sind wahrgclicinlich ricTitig, die dritte wohl Stcn.
pair.lierinus P.
(.'cderlijelin Fanuao Iii;rrieae prodr. 17i<.^ citirt 11 Ar
teil. V. retieulata, tiisea, pilosa. ^randis. rhumhiea, grisea,
tennica, nigra, a/.nrea. longicurnis. niinuta. Die Diagnosen
sind stctK wiirtlieli aus Fahriciu» entlehnt, die liestim-
uuingen daher iinsieher. Nur hei P. pilosa liudet t>ieli l'ul-
geinier eigener /iisat/.. ..Magnitud»» eorpuris linearuni novem;
auteni:ae, corpus, aiae. prdes, tota t'>laeea. iumiaeulata ; Ver-
tex et thorax pilis tehtaeeis «ii)du«'ta: ad a(juas Junio." Ich
\erniag diese Art nieht zu dcuteii. und tinde den einzigen
Gewinn auK Cederhjelnis Arbeit darin. da8ft wir auf min-
destens 11 \ersehiidene dort tliegende Arteu aut'nierksara
gemacht werden.
In Faliricius Werken tindet sieh au.s Russland nur
1'. ii nnica .Mantissa p. 24.'i und Kntoni. s}steniat. 11. p. 78.
in der ich «ine. My>tacide .sicher /u erkennt'H glaube.
Fischer von W'aldhciut bescbriel» Entomogr. I^oss. T. 1.
p. 02 l'h Dauriea und Altaiea. Naeli ßesclircibuug und
Abbildung ist iiire Deutung als Pii. pbalaenoides und atrata
»icher.
Nun lluininels Essais Entoni. kann uli nur Heft 6
\ergleieben. Es tindet sich darin p. 1 l'h. variegata schon
tür den 17. .Mai lllr Petersburg angeben, und p. 17 Ph. pi-
losa (alis apjce infuscatis). Letztere vermag ieli nicht zu
deuten. Ph. variegata soll nach Kohnati die Ph. varia F.
«ein. Von den früheren Heften citirt Kolenati 2 p. 2.3 bei
Ph. variegata. .{ p. .Sl bei Ph. Dauriea. i p. Ki bei P. hirta.
Die Übrigen lletle habe ich \ erglichen, linde aber nicht
meine dabei g«inachten .\nfzeichnungen. Ich glaui)e mich
bestimmt zu eriinieni, dass jene Hefte nichts Wesentliches
enthalten
Peroheron bildete aus Pb. phalaenoides, die auch
liambur nach « incm rus.sischen ."^tllcke beschrieb, die (tat-
tuju' Dlo^toniis, wchhe .Mannerheim s|>rachrielitiger in Mo
lostumi.s umänderte.
Wlihrend die Angaben d<r erwühntcn Schrit^stcller
höchsten.s 17 Arttn umfa.ssen. fin«len wir b<M Kolenati (ienera
et .^pecies* Trichopt. Ihi"* ein beträchtlich reicheres Mate
rial. Leider nmfa«st dies Werk nur die ein«' HältV der
PI.. Nganiden, nämlich die Heterupalpen. Bei tVilgcnden Ar-
te« linde ich Fundorte ans dem russiHchcn Keichc ange-
gc .en.
Chactot. flavicorni«» f'aacajius; rhombicus Pe-
tersburg, Juli, .Vugubt. Finnland. Ladogasee, Caucasus,
112
Turcomanien bei Samarkand; signifer Petersburg Juni.
Goniot. griseus Petersburg Juni. Kasan. Cau casus, Cir-
cassien Juni ; c o n c e n t r i c n s Petersburg Augnst : D e s m o t.
fnmigatus Petersburg Juni; Phacopt. granuiata Pe-
tersburg Juui ; S t a t h ni 0 p h. fu s c u s Petersburg August,
September, Caucasus bei Stauropolis, Armenien; Lappo-
nicus Petersburg August: Stenoph. pantherinus Pe-
tersburg Juni bis August, Caneasus; Halles digitatus
Petersburg August, September, Caucasus. am Don im April:
Agrypn. pagetana Petersburg Juni bis August; Ana-
bolia analis Petersburg Juni; clathrata Nowgorod
Juli; phalaenoides Petersburg, Finnland Juli, Caucasus
Juni, Sibirien bei Barnaul. Abo, Kasan, Daurien; altaiea
im Altai; Triebost. grandis Petersburg im Juni, Finn-
land, Caucasus, Armenien, Turcomanien; varia Finnland,
Petersburg Juli August, Caucasus; minor Petersburg Juli;
Notidob. ciliaris Petersburg im Juli, Caucasus am Ku-
ban, Circassien am Urap Juni; Hydronautia maculata
Petersburg Mai bis August. Finnland, Ladoga, Caucasus
bei Elisabethopol. am Alpensee Ballochgöll Mai, Juni; al-
bicans Finnland, Petersburg, Ladoga Mai, August; Spa-
thidopt. capillata Petersburg, Caucasus Juni, Juli;
Goera hirta Petersburg Juni , Juli ; Silo m i n u t u s Cau-
casus, Armenien Juni; Hydrorch. sexmaculata Peters-
burg August; Hydropt. tineoides Petersburg Juni bis
August; pulchricornis Petersburg Juli, August.
Von den hier aufgeführten 28 Arten sind höchstens
11 in den früheren Schriftstellern enthalten. Bei Kolenati
finden sich überdies noch interessante Angaben über die
Erscheinungszeit und das massenhafte Auftreten der einzel-
nen Arten bei Petersburg.
Unter denen von Lehmann mitgebrachten Insecten
wird Phr. fulvipes aus Turcomanien aufgeführt; die Type
liegt mir vor.
V. Motschulsky Etudes Entom. L p. 76 führt für Pe-
tersburg im Juli an: Mystax azureus, longicornis, albifrons,
Phryganea detrita (P. varia) Rhyacophila (Cyrnus) bimacu-
latus, und IIL p. 28 P. detrita und Rhyacophila paludum.
Letztere Art ist mir nicht bekannt.
Im Ganzen belaufen sich die bisher publicirten Arten
auf höchstens 35. Die Sendungen der Herren Menetries,
von Motschulsky und von Osten -Sacken erlauben mir, hier
89 sicher russische Arten aufzuführen, von denen 30 neu
oder unbestimmbar sind.
113
Familie Phryganiden.
Aprypnia Curtis.
1. A. Papetana Ciiriirt. d ^ IVtc-rshur^: nach Kolo-
nati im Juni bis August auf der Insel riirrstowski bei
Pctersburfr. Den bei Kolenati anfceflihrtcn Fundorfc n
kann icli liinzutlipen: Kii^'land bei Varmouth Aupust,
Curtis; Taris i'anibur ( ( »lijrotrielia stri^'osa* l : P'.lbcrfeld.
Wien Juni; Neusiedler See April: Sehlesicn bei Glopau
Mai; in Preusscn, Königsberg' und Littbauen im FrUhjabr
niclit selten. (ieliürt. wie ieb vermutbe. Pbr. laevis
Zcttstdt. bor. ist sie au b in Torneä Lappmarken, bei
Kengis August gemein; Schonen September.
2. A. picta Sebnoider. . Petersburg August l'mei
Lapjimarkeii. Scblcsien bei CJlogau Preussen um K<i-
nigslterg im Juni niebt >elten. K»»lenati l)esebriob sie
aus lieiiHTz Juli.
Neuronia Lieach.
1. N. rufierus Scopol, nacb Kob-nati im Juni bei Pe-
tersburg selten. Den Fundorten ist beizufllgen bei Lon-
don im Sommer selten; Cbamouni (Ölig, cbloronenra Kbr);
Genf; ZUricb; Preussen im .luni. leb babe mir Areban
eel ^ notirt. kann jedoeb das betreflfendf Stück niebt
nnden, vielleiebt ist dies ein Irrtbum.
2. N. clatbrata Kol. Lb bat)e ein Weibchen ans Kuss-
land verglichen; nacb Kolenati bei Nowgorod und Peters-
burg Juli. Als Fundorte kann ieb beifllgen Oesterreich
Wien, Lüneburg. ILamburg. P<tmmern, Preussen nicht
selten.
X. reticulata ist in Ivussland nfteh niclit nachgewiesen, aber
sieber dnrt zu linden. Sie liegt mir in Menge aus l'meä
Lajipmarken vor.
Holostonus Percheron
1. H. p h al aeno i (1 (• 8 l'jldman. liussland :f (Rbr.*);
cirea Tsehussovajan ad torrentes montai)<>s Juni. PaÜM
nach Kolenati bei Petersburg und in Finnland im Juli;
In Sibirien bei Pamaul i wahrsebcinlich ist Hamburs Type
ans Dejeans ."*»amndnng daben, bei Abo und llmolaildd-
mam . in Daurien und bei Ka«an In Preussen local
häufig; Schweden Polieman. Kamburs Type und der
grösste Theil der .Stllek«- aus Preusnon hat ganz schwarze
FUsse. Eine Anzahl .Nliinnchen und NN'eibcben vom sei
ben Fange hat gelbe Hintcrschiencn. Ich besitze diese
Art auch aus Lappland und ein 'freilich sehr nnvcrbtirg
tes Sttk'k I aus Slidfrankreieb. Da sie Latreille Hist.
114
nat. XIII. als Phr. speciosa aus Italien beschreibt, und
auch im Berl, Mus. ein Stück aus Italien vorhanden ist,
bleibt ihr Vorkommen in Südfrankreich möglich.
2. H. a t r a t a L e p e c h i n (Altaica Fischer.) Petersburg, Si-
birien bei Nertschinsk cf ; im Altai Fischer. Umeä Lapp-
marken Zettst. Ein Weibchen aus Lycksele (Umea) 25.
Juni in meiner Sammlung stimmt genau zu dem Männ-
chen aus Nertschinsk. Das etwas kleinere Männchen
aus Petersburg ist weniger und sehr abweichend gefleckt.
Es sind die Flecke auf den Vorderflügeln theilweise zu
drei Längsbinden zusammengeflossen. Am Vorderrande
der Hinterflügel ist nur ein schwarzer Fleck. Es scheint
mir dies Stück nur eine Farbenvarietät, besonders da
der eine Oberflügel etwas verkrüppelt ist. Lepechins
Autorität (der Name ist von (imelin Linne Syst. Nat.) ist
zweifellos.
Phryganea liinne.
1. Ph. graudis L. Petersburg Juli c/ v- Waldai Pallas.
Da Kolenati, wie die in meinen Händen befindlichen Ty-
pen beweisen, diese und die folgende Art zusammenge-
fasst hat (nach späterer brieflicher Mittheilung will er
sich durch häufige Zucht von ihrem Zusammengehören
tiberzeugt haben"), werden die von ihm angeführten Fund-
orte einer neuen Prüfung bedürfen. Namentlich mögen
wohl Caucasus, Armenien, Turcomanien zur folgenden
Art gehören. Das einzige von mir untersuchte Männchen
war ohne Abdomen, schien mir aber sonst sicher. Ich
habe in meinem Aufsatze Linnaea E. Vol. 5 die mir be-
kannten Fundorte angegeben, und besitze diese Art aus
Preussen, Schlesien, Oesterreieh, Baiern, Schweiz, Frank-
reich.
2. Ph. fulvipes Burm. (striata Hagen in Linnaea) d %
Petersburg Juli, Archangel, Sibirien bei Turuchansk, Ir-
kutzk , Turcomanien. Letzteres die Type von Lehmann.
Ausser diesen von mir verglichenen Stücken besitze ich
sie aus Preussen, Schlesien, Hamburg, Lüneburg, Schweiz,
Marseille, Oestcneich, Krain, Umea Lappmarken. Mir
scheint die Artverschiedenheit gesichert.
3. Ph. varia F. </ $ Petersburg Juli; Archangel. Nach
Kolenati in Finland und im Caucasus. Zu den Fund-
orten bei Kolenati kann ich Umeä Lappmarken, ;Marseille,
Schweiz, Belgien, Baieru zufügen.
4. P h. o b s 0 1 e t a Nov. s p c c. Der Ph. varia in Form und
Färbung nahe stehend, aber bestimmt verschieden. Die
app. anales sehr different gebaut. Petersburg August,
115
Sibirien von Irkui/k und v<»ni Irtygch. AuKnordcm habe
iib Stücke ans PriMisscn. IVrlin. Hnnibur^', Llinoburg
pcsebcn. K»tlen.iti bat nach den mir von ihm bezettelten
Typen P. obsolcta nicht von F. varia petrennt.
ft rh. minor Curtis. Pftt-rsbur;: im Juli selten, nur
nach Kojenati. I)i»'Sf Art ist bt i Köni^'st)erp: im Wi'ler
pprneb mit KoU'iiatis Antrabe im Juli stbr gemein, und
findet sieb in l-ranlireich ( l'h. tortrieeana Kbr.* i bis
Bordeaux.
Familie Limnophilideii.
Glyphotauhus Steph.
1. <";. bi n e IV (IS u s NilU-rs ilae\is \N alker* . Ich hcsiizc
aus Iniea Lappniarkrn cT V kleiner, dunkb-r und stärker
;rcHeckt als die l'reus.siseben Stücke {(i. umbraculnm K.J.
WabrselH'inlifb sind die Lappliindi.sehen StUeke die eebte
Phr. fiunetatd - lineata Degeers. Ihre Artrechte sind mir
zweilelbalt , <la ein Weibehen ans Prtersbur;.' ein Mittel-
^'lied bildet, und die (irösse der Pn ussischen Stücke
besitzt, mit dir wenn auili itwas belb reu Kleekiiizeieh
unni: d<^r .Stiieki' ans L;i[i|il.-intl.
Grammotauliu.s.
1. G. nitidus .Müller ilmcola Schrk.i / Donisebcs Ko-
saken Lanil. Wabrsebeinlieb auch im übrigen Kussland,
da s'w in pranz .Sebwedcn und Preussen nicht selten ist.
2. (I. atomarins F. .Vnban^'rl V Sieber auch im übri
pMi lltissland. «ia sie in Schwedin und Prenssen sehr
fTcnn in i>t. Zu den bek;mnt<u Fiimlniten kann ich Haiern,
Ik'Igien , Frankreich und K.-irntbcn tilgen.
X (1. iuterrogationi s Z. Mir unbekannt, aber w(dil auch
in Kussland, da sie Kolenati aus Torneä Lappmarkcu
beschreibt.
Limnophiius Stepb.
1 I,. s u bi- .• 11 1 ra I i s n«'V. spcc Pctcrsburi: cf ?• Ks
»teht diese Art in Form und Färbung dem L. vitratu«
nahe, ist jedorh durch die Fleckcnzcichnung und App.
analen verMchieden Irli watf«' daher nicht behtimmt an-
zugeben, idi dir für .'^chwcilcn ang«-gi'bcnc I^. \itratuH
hergehört. Ich besitze den nicht seltenen L. ^nbcentralii
ans Prenssen, .S-hIcsien, Hamburg. Frankl'nrt n. M.
2. K. Vitra tu s Deg. Au.-» Kusslan«! mir noch nicht ein
gesendet, jedoch in den preussisehcn lirenzdistricteu
nicht selten, alsn sicher I»cn bekannten Fundorten ist
Frankreich bcizulllgcn.
116
3. L. borealis Kol. Zeit. Ich bin in der Bestimmung
dieser Art nicht sicher, glaube aber ein Stück aus Pe-
tersburg von Sacken herziehen zu müssen. Da diese Art
in Torneä und Umea Lappmarken fliegt, ist sie gewiss
auch russisch. Im Berl. Mus. finde ich von Kolenati mit-
getbeilt und bezettelt als L. borealis dunklere Stücke von
L. rhombicus.
4. L. rhombicus L. Petersburg. Nach Kolenati im Juli
und August dort häufig, auch in Finnland, am Ladoga,
im Caucasus, in Turcomanien bei Samarcand,
Vielleicht gehört ein sehr zerstörtes und entfärbtes cf
aus der Kirgisen-Steppe (Dscherguin) auch zu dieser Art.
5. L. signifer Zett. Petersburg Juni nach Kolenati. Mir
nicht sicher bekannt.
6. L. decipiens Kol. vom Bogdo aus den südlichen Salz-
steppen Russlands c/. Zu den Fundorten Krain, Ungarn,
kann ich Oesterreich fügen.
7. L. flavicornis F. Petersburg 2, nach Kolenati auch
im Caucasus. Ich besitze diese vreitverbreitete Art auch
aus Belgien , Frankreich , Ungarn.
8. nov. spec. Petersburg 9 von Sacken. Der vorigen
ähnlich, aber diflferente Art.
9. L. affinis Curt. (striola Kol.) Petersburg </ 9; vom
Fluss Ichim in der Kirgisen - Steppe. Eine kleinere Va-
rietät aus Petersburg ist wohl nicht davon verschieden.
Ich besitze sie auch aus Hamburg, Oesterreich, Schlesien,
Preussen.
10. nov. spec. Insel Kenai Russ. Amerika. Der vorigen
Art in Form und Grösse ähnlich, die Färbung etwa wie
bei G. fuscinervis.
11. nov. spec. Insel Kenai Russ. Amerika. Von der
Grösse des L. rhombicus, Färbung ähnlich G. obscurus.
12. nov. spec. Krym. Ein sehr zerstörtes Stück von der
Grösse von L. flavicornis, Färbung ähnlich L. affinis.
Goniotaulius Kol.
G. vittatus F. In Russland noch nicht nachgewiesen, jedoch
im angrenzenden Schweden und Preussen so häufig, dass
an ihrem Vorkommen in Russland nicht gezweifelt wer-
den kann.
G. fuscinervis Zettst. Es gilt dasselbe wie bei der vorigen
Art auch für die folgenden Arten.
G. trimaculatus Zettst.
G. subpunctulatus Zettst.
G. femoratus Zettst.
G. ignavus nov. spec aus Preussen, dem folgenden ähnlich.
117
0. ffijcstratns Zettst.
1. <i. priseus I.. l\ttrsf»iirf: cf 9. Archan^'cl, Irkutzk.
Nach Kolenati im Juni hei Petersburg selten, auch bei
Kasan, im Caueusiis und Circassien im Juni, und bei
Sitka. Ks tiiidet >ii<h diese weit verbn'itete Art auch in
Knglanil , HeL'ien . Frankreich iremein.
2. (i. t'enestrali> Turt. (sfii:niatieiis K(»l.t lVtersl»nr^',
Kryni. l)en bekannten Fuudtirten kann ieh Lugland und
Frankreieh heirilp-n.
3. X«)v. spee. IVtersbnrp Seiitenil)er cf 9; SUdnissIand,
Sibirien. Sie steht /wischen (I. irriseus und anastoniosis.
Ieh besitze sie auch a«is Preusscn.
4. Nov. spee. T. ter>bur^' September, Arohangel. Dem
C». fulvus Kbr. zuniiehststehend.
Desmotaulius Kol.
1. 1». liirsutus r. i'ctersburg.
I). Me^M-rlei. Diese in l'reussen nicht seltene Art findet
sich aueh ■wohl in Kussland wieder.
'J. D. l'uniigatus Kul. Arehan;,'el. Nach Knknati bei Pe-
tersburg im Jnni. Ieh kann als Fundorte Fr.- nkreich,
Hamburg, Uniea r.a]>pn)arken beitllgen.
Phacopteryx Kol.
1 . l' h. g r H n u 1 a 1 a K »• 1. IVtersburg cf ; Sibirien vom Ir-
tyseh \. Nach Kolenati im Juni daselbst selten. Ich
kann als Fundort ]'reu.ssen, im Juli nicht selten, und
Hamburg beitligen.
Anabolia Steph. (Stathmophorus Kol.j.
1. A. fusca Kol. Petersburg <f ^, Arehangel. Nach Ko-
lenati im August und September gemein. Kolenati fuhrt
noch (,'aueasus und Armenien an, doch bedürfen beide
(wie die Übrigen von ihm angezogenen Fundorte) einer
neuen lUstatignng. da er nahverwandle .Vrten nicht ge
schied» n hat. Ich kenne diese .\rt t»i> jet/t nur auü
Kussland und l'reussen
2. A. La|)pouiea Kol. Mir nicht sieber bekannt. Nach
Kolenati im August bei INtersburg.
Stenophylax Kol.
St. Vibex Steph. In Kus^land noch nicht nachgewiesen, in
Preussen, P.aiem, Oestcrreich häutig
1. Nov. sjiec. Der vorigen nahe stehend, vom Flnsn lehim
der Kirgisen-Steppe.
113
2. St. hierogly phicus Steph. (striatus Kol.) Tifiis d".
Auch hier werden Kolecati's Fuudorte einer Revision be-
dürfen, da drei nah verwandte Arten nieht gesondert sind.
Ich kenne diese Art aus Frankreieh, Elberfeld, Hamburg,
Preussen, ßaiern, Belgien, Pi(^inont und Duar in Klein-
asien.
3. St. e 0 n c e n t r i c u s K o 1. Petersburg Augustcf 9. Si.birien
Kolenati stellt diese Art wohl unrichtig zu Goniotanlius, Zet-
tcrstedts Phr. eoncentrica, die ich aus Umeä zu besitzen
glaube, ist davon sehr verschieden, und wohl auch in
Russland heimisch.
4. St. pantherinus P. Petersburg cT ?. Nach Kolenati
dort Juni bis August sehr häufig, auch im Caucasus.
St. arcticus in Lap])land nicht selten, und wohl auch im
nördlichen Russland.
Hallesus Steph.
1. Xov. spec. Dem H. mixtus nahe stehend aus Armenien.
2. H. digitatus Schrk Petersburg, Georgien cf 2. Nach
Kolenati bei Petersburg im August, September, im Cau-
casus October, und am Don. Den Fundorten Kolenati's
kann ich England, Preussen, Baiern, Frankreich, Schweiz
beifügen. Aus Sibirien vom Irtysch liegt noch ein zer-
störtes Stück, vielleicht ein neuer Hallesus, vor.
Familie Chaetopterygiden
Thaumastes nov. Gen.
Diese Gattung ist äusserst merkwürdig durch die ab-
normen Abweichungen vom Phryganiden -Typus. Der kräf-
tige breite Kopf hat drei Nebenaugen, die Fühler sind dick,
etwas länger als die Flügel. Die Maxillartaster sind beim
Männchen und sehr abnormer Weise auch beim Weibchen
(wenigstens lässt sich an dem einzigen vorliegenden Weib-
chen keine Bruchstelle entdecken) dreigliedrig. Die Füsse
sind lang und in beiden Geschlechtern verschieden. Beim
cT 0. 2. 4. Sporen, Vorderschenkel dick, breit, Tibia an
der Basis verdickt, Tarsus der Vorderfüsse mit quadrati-
schem Basalgliede, drei folgenden kurzen, und einem län-
geren Endgliede. Beim 9 1. 2. 4. Sporen, der Vorderfuss
in der Bildung von den übrigen Füssen nicht verschieden.
Die Mittelschiene bei c/ und 9 aussen an der Basis mit
einem Haarpinsel, der Tarsus unten lang behaart. Das
Thier ist wohl ein Wasserläufer. Die Vorderflügel in der
Form bei d" u. 9 verchieden. Beim Männchen lang, schmal,
119
lanzettfJirmi;; , die S|)it/(* lanj^ ans^^ezofjen , zuu^Piif<irrni^.
lU'iin WcihclKMi hn'it . stumpf, dio Spit/e vorn sohräj^ g^e-
stiit/L Bei Heidon stt'hoii aiit (U'U Ad«-ni. beim Weiliohon auch
d:iz\visc'lieii lan|.'i' krätti^'i» Haare Das (icNdt^ hat ungefähr
• Icii 'l'vpus von Knoccvla. \)\c Hintcrtlllu'»'! "iiiid vt-rklliiniurt.
und uur in Form sehr kh'inrr ltlattartip«r Schnjipi'M vi»rhan-
ilcii. Dor Li'ih ist kiir/. an d«'r Spit/c* jn-stut/t,
I. Th. diptcruM nov. sp. Von d«r Orösse und Farbiuifj
riner Stui)entlit'{;e. Sibirien hei Irkntzk auf Lerehenhäu-
inen von SidakolT im Juni ^'rfan;:»'n. loh verdanke diese
monströse Art, deren ;renaue l'ul)lieation ich mir vorhe
halte, Ucrrn l'rul". L«".\v. und hahc 4 cf nud 1 i geBcbcu.
Familie Sericostomiden.
Notidobia Steph.
X. miliaris L. Nach KoliMiatin An^'ahf in l'etcrshurj^
Juli, im Caucasus am Kuhan, in Circassien am Lrup
im
im .iiuii.
Brachycentrus Curti«. i Ilydronautia KUI. i
1. ){. suhnuhilus St» ph. ill. maculata Kok) i'eterdbur^,
Sibirien bei Omsk. Naeh Knh'nati hei Petersburg im Mai,
August, in Finnland, rinjrs um di-n hnnischen Meerbusen,
am Ladn^'a. Im ("aiuasus am J5all«ti-h;rhöll im Mai. Juni.
Die mir vorliep-ntb-n deutsehen und i'etcrsbur^'^er Stileke,
beide sind \*>\\ KoUnati bi-stimmt. unterscheiden sicli in
(IröBSC und Zeichnung nicht unbeträchtlich. Doch ist es
mir bis jci/.t nicht ;rtlun^'cn. anderwt.'itipc ^enUpcude
Artuierkmalf /.u cnuilteln.
2. I'.. albicans Zcttst. K«.k l'etcrsbur^' <^ V 23. Mai
Nach Kolcnati auch in Finland. La<ln^'a Mai, August
Ks liiert difsr .\it mit der M'riircn ;:cnau zur selben Zeit
und an den.Helben Stellen. Sie Heheint sieh nur «iureh
ihre hellere Farbunj; zn unterscheiden, umi ist vielleicht
von ihr nicht zu tnimcn.
3. Nov. «pec. ("ancajinrt.
4. Nov. 8 pec. Irkutzk. Heid«- haben den llabitiiH von B.
gubnubiluH, hind aber gni.>«scr und eintarbi^' hellgrau.
Goera Steph. i Spathidopteryi Kol.i
1. 0. capillata 1*. Petersburg </. Nach Kolcnati bei
Petersburg im Juni un<l Juli im gau/cu Cauca9Udj,uin
dieselbe Zeit
120
Aspatherium Kol.
1. A. picicorne. Petersburg von Sacken.
3. Nov. spec. Armenien, der vorigen nahe stehend.
Silo Kol.
L S. minutus L. Nach Kolenati im Caucasus und Arme-
nien im Juni.
Mormonia Curt. (Goera Kol.)
1. M. nigromaculataSteph. (G. hirta Kol.*) Petersburg.
Nach Kolenati daselbst im Juni und Juli. Ich kann die
von Kolenati angegebene Verbreitung um Frankreich er-
weitern.
2. Nov. spec. Sibirien <^.
3. Nov. spec. vom Baikal-See.
Apatania Kol.
1. Nov. spec. Archangel, Irkutzk. Es ist mir noch zwei-
felhaft, ob diese Art wirklich zur Gattung Apatania
gehört.
Familie Hydroptiliden.
Agraylea Curtis.
1. A. sexmaculata Curt. Petersburg. Nach Kolenati bei
Petersburg im August.
Hydroptila Dalm.
1. B. tineoides D. Nach Kolenati bei Petersburg im
Juni bis August.
2. H. pulchricornis P. Petersburg. Nach Kolenati da-
selbst im Juli und August.
Familie Rhyacophiliden.
Chimarrha Curt.
Ch. marginata L. Sehr wahrscheinlich ist diese in Schwe-
den nicht seltene Art auch in Finnland anzutreflFen.
Bis jetzt habe ich aber Russische Stücke noch nicht
gesehen.
Glossosoma Curtis.
1. Nov. spec. Armenien $. Der G. fimbriata in Form u.
Färbung nahe stehend.
121
Rhyacophila P.
1. Nov. spec.y Ein sohlecht erhaltenes StUck ans Aroh-
an^el, der Rh. vul;r.'iris nalie stehend
'J. Xov. 8pee.y Hin StUck ans Armenien, der Rh. tnrron-
tiuni nahe. VielKiilit ist dies die von Tluerin beschrie-
bene mir nnr dem Namen naeh bekannte Rh. Armeuiaea.
Familie Hydropsychidcn.
Diel meist srhlecht erhaltenen einzelnen Stllekc nöthigen
mich. (\\r diese sehwcr zu bestimmenden Thiere meine
An^'uben fast nur auf dit- (fattunt:«'n zu be«ehränken.
Plectrocnemia Steph.
Zwei Arten aus der Kirgisen Steppe von Dseherpaiu and
ans Arehanijel, bride in Form und Färbung' dem P.
senex nahe.
Polycentropus Curt.
Drei Arten aus l'etersburp von Bar. von Sacken dem P.
irn>ratU8 und conciunus nahe.
Oyrnus Stepb.
1. ('. bimaculatus L. Petersburg: Sibirien vom Irtyseh.
Wahrs(litinli( li ist diese weit verbreitete Art identisch
mit i'b. TiiTuriuensis F.
2. N o V, s p ec. Vom Bogdo aus den Salzstejjpen SUdrnsslands.
Hydropsyche P.
Drei Arten aus i'ettrsburg von Har. vcm Sacken der H.
cinerea und variabilis nahe. Kine aus Sibirien voni
Irtyscli viilli'i( lit II. atnmaria. eine aus Armenien, und
vom Pn'irdn. ikii kleineren Arten bei Pictct angehürig.
Psychomia P.
1. IV pusilla Fabr. Petersburg.
Familie Mystaciden.
Neue Arten aus Petersburg vom Har v«»n Sacken.
Leptocerus Leach.
1. L. Kcnnicus F. ( barbata /,< ii«it<it.) J'itrrsburg.
J. L. seminiger Steph. (\etula Rbr.» l'ctcr.sburg.
»
122
3. L. fulvus Rbr. Petersburg; Sibirien vom Irt,ysch.
4. L. 110 tat US uov. spec. Sibirien vom Irtysch; bei Kö-
nigsberg nicht selten.
5. L. bifasciatus Kol. Petersburg.
6. L. filosus Kol. Petersburg. Juli.
Drei Arten aus Petersburg, Taurien und vom See bei der
Station Kuli. —
Mystacides Latr.
1. M. atra P. Petersburg. August.
2. M. 4-fasciata F. Petersburg.
3. M. albifrous L. Petersburg. August.
4. M. pilosa Müll, (hectica Zett.) Petersburg. Juli, und
vom Bogdo.
M. longicornis L. An der Wolga bei Samara, am Ural
im Mai und Juni sehr gemein, Pallas.
Setodes Rbr.
1. S. dissimilis Steph. (lacustris P.) Petersburg.
2. S. punctata F. Petersburg.
3. S. spec. Petersburg.
Molanna Gurt.
1. M. cylindrica P. Petersburg.
Familie Myrmeleoniden
Pallas beschreibt 1771, Eeise T. 1., p. 469, No. 57 eine
Art, die er in den südlichen Steppen häufig antraf, M. tri-
grammus. ObAvohl vielfach verkannt, scheint mir diese Art
durch die treffende Beschreibung gesichert. In Pallas
Handexemplar von Linne Syst. Nat. findet sich beige-
schrieben „ M. forraicarium , obs. prope Samaram 1769,
corpus fuscum ano pallido annulato'- und ,,M. formicalynx,
obs. circa Askola ad Yolgam Maio 1769.^' Sein M. formi-
carius ist nach Erwähnung der gelben Zeichnung des Hin-
terleibes wohl M. tetragrammicus F., die zweite Art ist
M. formicalynx Burm. In dem Manuscripte von Pallas In-
secta 1-ossica finden sich auf einzelnen Zetteln drei Arten
beschrieben M. dasypterus (formicalynx), M. cruciatus
123
(tri^raiunuiH , M. bilnnis (lincatns). Dag» Pallas in M. cru-
ciatiis seinen tri;.'r:ininuis nicht ^'leicli erkannt hat, ist um
8u weniger autVällig. als die Hesihreibuni,' eine stärker aus-
gefärbte Varietät bezeiehnet und nach dem abgerissenen
Papierstuck zu urtheilen, auf der Heise gemacht ist.
Fischer in seiner Naturgeschichte Livlands 1778 led.
2., 171U. p. 'S.V.U erwähnt als einheimisch M. formieariuni.
Nach seinen unNollständigen Angaben scheint es jedoch der
auiij in Preusscn gmiiim- M. f«»rniicalyn\ l>r. zu sein. Die
autVällige Form des Thieres macht es nicht glaublich, dass
Fischer das Genus verkannt hal)c und sichert es somit je-
ner (icgend.
Fabricius Sujjpl. Entum. Syst. 170», p. 2l>5 beschreibt
drei Arten, die ihm Hüber ans Slld - Hussland eingesandt
hatte. M. letragranniiicniii, wobei der Zusatz ..I'allas her-
ein Irrthuni ist, da sich in Pallas Reise ausser M. trigrani
mus kein .Myrmcleon erwähnt lindet, .M. lineatum und M.
pictuni. Alle drei sind sicher bestimmi)ar.
Oliviers Fncycl. nieth. T. VIII. kann ich nicht vcr
gleichen. Die v<>n Walki-r niitgifheiltcn Diagnosen bewei-
sen jedncli , dass sein .M. rapax gleich .M. tctragraniniicuni,
sein M. ornatus gleich .M. lineatum, sein M. pictus dieselbe
Art bei Fabricius ist. Oliviers Arten stammten aus SUd-
Kussland.
In der Fntomographie von Fischer v. Waldhcim sind
t> .\rten beschrieben. M (ieorgianum (Aeanth. oecitanica),
M. neutruni > fnrniiealynx ), M. Sibiricum ilineatus), M. tetra-
granmiicuin dineatus \ ar. i M. |)ietuni itrigramniiisi , M. li-
neatum, in den A<l<lendis M, punctulatum benannt. Letztere
allein ist neu. Die Abbildungen und Beschreibungen genü-
gen, die Art zu erkennen.
Gebier sagt in Ledeburs Reise, dass sich am Irtysch
die von Fischer beschriebenen Myrmeleonen Nortinden.
Kversmann Hüllet. Mose. 1>41 gii'bt von zwei Arten
.\bbildung und Heschreibung. M. tlavomaculatus vom Cau-
casus und der unteren NN'nIga .Mai- Juni, ist (wie schon
EnchsoD Bericht fllr ix4l bemerkt» sicher M. tetragramniicus.
Die andere Art«. M. tabidus, im Jtini bei den Ilezkischen
Salzwerken, 70 Meilen von Orenburg. hält Kriehson mög-
licher \N eise fllr .N|. murinn»» Klug. Die Abbildung und Be-
schreibung sind nicht genllgcnd. tliese Art sicher zu stellen.
In den In^<cten. die Lehmann auf seiner Reise sam-
melte. Meni. Petersbg. VI., p. 8«i. IMM. findet sich M. Ge-
orgianuH und .M. lineatus Fischer citirt. Letzteres ist zwei-
felhaft , cla die aus P'ischcr aogezogeDe Figur T. l. f. 5
M. pictus darstellt
9*
124
Endlich hat Kolenati in Meletem. Heft 5. 1846 vier
Arten beschrieben, M. Nordmanni (P. libelluloides), M. Ge-
orgianum (A. occitanica), M. laetiis (M. pictus), M. plum-
beu8 Oliv., sämmtlich aus Transcaucasien.
Dies ist alles, v^as meines Wissens bis jetzt über
Russische Myrmeleonen veröffentlicht ist.
Ueberdies lagen mir 4 Arten von Motschulsky, 2 von
Sacken, 2 von Eversmann, 5 aus dem Berl. Mus. und 1 aus
Winthem's Sammlung vor, die zusammen 6 Arten angehören.
Die mir bis jetzt aus liussland bekannten Arten sind :
1, Palpares libelluloides L. (Myrmeleon Nordmanni
Kol. Meletem. fasc. 5., p. 115). Ich habe bis jetzt kein
in Russland gefangenes Stück gesehen, glaube aber nach
Kolenati's Beschreibung die Identität erklären zu können.
Die angeführten Differenzen sind bedeutungslos. Da sich
diese Art in ganz Süd-Europa um das Mittelmeer herum
und nach Stücken meiner Sammlung auch in Kleinasien
findet, ist ihr Vorkommen in Transcaucasien nicht auf-
fällig. Ueberdies sind die Stücke aus Kleinasien (M.
aeschnoides Illiger Fn. Etrusc.) weniger gefleckt, was mit
Kolenati's Angabe übereinstimmt.
Nach Kolenati auf den Abhängen bei Elisabethopol
am Fusse der Berge Ssarijal und Gaendscha-Dagh.
2. Acanthaclisis occitanica Villers. (M. Georgia-
num Fischer. Kolen. Melet. ö., p. 117). Die Identität ist mir
um so weniger zweifelhaft, als meine Sammlung zwei
Stücke aus Süd -Russland aus Winthem's Sammlung be-
sitzt. Fischer und Tauscher fanden ihn in den Caspischen
Provinzen, Kolenati zweimal bei Elisabethopol an einem
Maulbeerbaum sitzend. Auch diese Art findet sich in
Süd-Europa, Portugal, Mallorca, Provence, Italien, Ungarn,
und ist neuerdings merkwürdiger Weise in vier auf ein-
ander folgenden Jahren in Preussen am Ostseestrande
auf der frischen Nehrung von andern und mir selbst
mehlfach gefangen. Die Abbildung und Beschreibung bei
Fischer Neur. I. f. 1. p., 43 stimmt mit meinen Stücken
überein, nur sind in der Figur die Antecubitalen wohl
irrig als in der Mitte getheilt angegeben. Ein russisches
Stück im Berl. Mus. hat bei gleicher Flügelspannung
Kopf und Thorax weniger massiv, die Farbe mehr gelb-
grau, Stirn und Oberlippe hellgelb, Taster ausser dem
letzten schwarzen Gliede hell braungelb; Füsse mehr gelb,
die Schienen am Knie und mit zwei Ringen gelb, Hinter-
schienen mehr gelb; Leibsegmente an der Spitze gelb
geringt. Die Stücke meiner Sammlung bilden Mittel-
stufen. Eine sehr schöne Farben -Varietät aus Sarepta
125
Muh. Bcrol. hat doii ^täiizcii Raum /.wisclicii «ler 1 und
ö Ader scinvar/, , und noch etwas wiitiT darunter: llUer-
diesu einen schwarzen Lim^Kwiseh unter dem So(t(»r deH
liadiu» von der Mitte des Flüpels bi» {<e^cen das Ttero-
stipnia hin. Da.s Thier erhiilt dadurch ein sehr t'renid-
artijres Aussehen ohne sonst zu ditlVrircn. Fitjcher erhielt
ihn vom Caspisehcn .Meere und aus Georgien i Add«ntla
p. 20*h. und j:iel»t an. dass er sieh von M. pisaiius dureh
die KetrelniässiL'kcil der ThoraxHecke und ^costae duae
praecipuae (luplicatae*" unterHcheitlet. Die letzte An^'ahe
ist mir unverstiindlieh. .Vucli unter den von Lehmann
auf seiner Heise nach Hokhara f;e.sammelten Insecten
findet sieh M. (lcor;rianum Fischer an^'c^'ehen.
3. M. te t ra j: ra m m i e 11 s \\ iM. liavnmaculatus Kvcrsni.
tab. ('), 1". r>). Ich habe russische Stücke nicht pesehcn,
doch .sind Heschreibun/,' un<l AbbiUlun;: }.'enll;:end. Pal-
las fand ihn an der Samara, Kversmann im .Mai und Juni
au der untern \Vol;.'a und im Caucasus. Im slldlichcii
Kuropa und sclb.st noch bei Wien ist diese Art nicht
selten. Ihre Larve lebt ohne Trichter und läuft vorwärts.
l. M. formicalynx Hu rni. W'alirscheinlich <lie von
Fischer iu Livland und vt)n l'allas bei .Vseola an der
Wolga gefundene .\rt. Sie ist in fast ganz Kuropa local
gemein, namentlich in Freussen unfern der russischen
Crrenze. In l n;^'arn hat sie Kinderman (.NL innotatus Kbr.)
gefunden. Pallas Mspt. besclui'ibt diese Art als .M. da-
gypterus, und fan<l sie im Juni in den Sandgegenden von
\'olhynien nntl Schlesien auf .»«einer Küekrei.se aus der
Krim. Fischer hat sie T. IL f. (». p. .'>I als M. neutrum
an.H Nertschinsk aulget'Uhrt. Im Mus. Herol. findet sie
sich auch aus Astrachan.
ö. M. trigrammns Pallas. (M. iiictus Fabr. Oliv.).
Pallas tand ihn geniein in den siidliclicn Steppen, Höber
in Sud- Hussland. Mir liegt er aus dem Caucasus und
von C'asan (FLvrrsmann», aus Charkow (v. Sacken», Ir-
kutzk (Motschulskyi vor. Febcrdies besitze ich diese in
Süd-Knropa nn« das gante Mittelmeer verbreitete .\rt aus
'^'adix. Provence. Kumelicn, Creta. Len». Kanibur erhielt
sie aus Malat:» und Italien. Sehncidor aus Spanien. Meg
^ina. Klcinasicn. M. lutcus Klu;,' aus Krypten hat den
Körper heller gefärbt . sonst aber genau die Zeichnung
von M. trigrammns, dagegen l>eginnen die Adern braun
punktirt zu werden. Ich vcrma»,' ihn nicht von M. tri
(.rammus zu sondoni. M. lactus Klup aus Syrien ist gc-
i'an wie M. trigrammus gebaut, und der Körper gleich
dunkel gefleckt. Dagegen erhalten die Flügel durch die
126
tiberall vorhandenen schwarzbraunen Punkte und den
braun beraucbten Hinterrand ein fremdartiges Ansehen.
Finden sich Mittelstufen, so würde auch diese Art nur
als sel;r ausgeprägte südliche Varietät anzuführen sein.
Dagegen glaube ich den M. laetus Kolen. Melet. fasc. 5.,
p. 118 „aus den Steppen 'rranscaucasiens bis nach Per-
sien hin'' für M. trigrammus sicher halten zu dürfen. Im
Mscpt. von Pallas finde ich eine Art aus der Krim im
Juli gefangen als M. cruciatus beschrieben, die sichtlich
nur mehr ausgefärbte Stücke mit schwarzem Kreuz auf
dem Kopfe sind. Fischer T. I. f. 5., p. 48 beschreibt ihn
als M. pictum aus Süd -Russland. Im Mus. Berol. sah
ich ihn aus Astrachan. Lehmann führt aus Novaia
Alexandrovskaia die bei Fischer I. f 5 abgebildete Art
an. Da er sie als M. lineatum Fischer bezeichnet, bleibt
es ungewiss, ob er diese oder die folgende Art meint.
6. M. punctulatus Steven vom Bodgo aus den süd-
lichen Salzsteppen. Aus der Gruppe von M. trigrammus,
von demselben Bau und ähnlicher Färbung, aber halb so
klein. Vielleicht ist diese Art identisch mit M. virgatus
Klug oder einer der andern von ihm aus Syrien beschrie-
benen Arten. Fischer hat diese Art T. I. f. 4., p. 49 als
M. lineatum aus Süd - Russland und Addenda p. 210 als
M. punctulatum Steven beschrieben. Im Mus. Berol. steckt
sie aus Kasan. Fischer erwähnt dabei, dass Steven noch
zwei neue Arten aus Russland besitze.
7. M. lineatus F. (M. ornatus Oliv.) Diese bis jetzt
nur in Russland gefundene Art liegt mir vielfach aus Si-
birien, Süd-Russland, Casan, Charkow und von Dscher-
gain aus der Kirgisen - Steppe vor. Gleicherweise eine
Varietät mit einem schwarzen Halbmond in der Spitze
der Hinterflügel. Pallas Mspt. beschreibt diese Var. als
M. bilunis; er fand sie in der Krim häufig. Die Haupt-
Art hat Fischer T. II. f. 7 u. T. I. f. 2 p. 45 als M. Si-
biricum aus Irkutzk angeführt, die Varietät aus Süd-
Russland als M. tetragrammicum T. I. f. 3., p. 47.
8. M. plumbeus Ol i vier (M. lineatus Latr., M. pictus
Burm., M. glirinus Klug., M. pallidipenne Ramb.) Es
liegt mir ein Stück aus der Kirgisen-Steppe von Dscher-
gain vor, das sich von den Europäischen aus Spanien
(Andalusien, Pyrenäen), Portugal, Marseille, Nizza, Sici-
lien, Albanien, Malta, Giiechenland, und den aus Klein-
asien (Brussa, Mermeriza), Syrien, Persien, in nichts
unterscheidet. Diese um das ganze Mittelmeer verbrei-
tete Art ist meist gemein. Kolenati Melet. 5., p. 126 fand
sie in den Steppen Armeniens.
127
9. y\. taltidus Kversinauu ist mir niclit holiaiiut, gehört
iihvT mit der voriireii Art in (lieüclhe Gruppi' iiiid stliclnt
kUiiKT y.ii sein. Mein»' Stllck«' v<»ii M. inuriniis Kln^' sind
vom C'ap. I>. sji. , ich weiss dahiT niiht. ob der M. iiiiiri-
iius aus Syrini, den Krichson zwfilVIhafl anzieht, damit
xusammtn fällt. Jedenfalls wini M. tahidus einer neuen
Bestiitiü:un;,' bedürfen.
Ks ist wahrseheinlieh. dass «lie argefUhrten Arten
nnr einen Hrnehth«!! der .Mvrmrl.onen ■ P'auna Kusshinds
bilden. Sehon das ani:reuzende Inpirn besitzt drei Arten,
die bis jetzt in Hussbmil nieht naeh;:ewiesen sind, und die
ferner peleprtMien l'rovinzen NN.i-i.n /u.If.U.»^ iioeh eine An-
zahl ift.'uer Arten beherberi,'en
ABcalaphidcn.
Laxmann besehreibt Nov. Act. I'etrop. 177o. vcd. 14,
|t. .V.i'J tab. 2;"), f. W eine Art als M. Kolyvanense aus den
Alpen .Mdloi Altai, Siric Sopka und seltener aus den Tscha
ffircnsischen Silbergruben. .*^ie lebt von Fliegen und .Mlleken.
Die Resehreibiing und Abbildung' seheinen zur I^•stimnlung
aiisreiehentl.
In l'allas iland-Kxeniplar linde ieli bei M. lungieorne
L. beigesehrieben ..ad .laikum leetum a Stud. \. Sokolof
177i>; eopiose in gramiiMsis deserti inter Jaik et l'sen init.
.hin. 177.'{; etiam in Dauria obs. 1772." Welehe Art er ge-
meint hat, wage ich nieht zu entscheiden.
Hurmeister Hihrt .\se. bmgieornis aus Süd - Hussland
an. Kanibur Ase. laeteus. Knlyvanensis und pupillatus. Ihre
Hestininning ist sielnT.
Kolenati beschreibt .Melet. r>, p. 1 l'.i, As. hamatus Klug
aus Transraucasien und Menetries .Memoir. Aead. Tetersb.
IJ^*^, T. »'). tab. «;, f. l.'l als neue Art Ase. intermedius, zwi
«eben \. Italiens und laeteus stehend aus «lern Hasehkiren
lainb" (7. Juni gefangen) und von Lenkoran. .\ueh erwilhnt
(M'.!«r in Ledeburs Krise, dass am Irtyseh ein .\sralaphus
fliege.
F^versinanns Beschreibung «l« r rii.H^i.Hohen AseAlaphen
HuIl. Moscou l'i.'iO ist luir nicht / 'i. Kr fUhrt nach
.Schaums Bericht vier oder eigentii- n umi ,\rt«n auf. A»c.
longicornis (*hp. mit einer kleineren Vari» Uit Ase dubios
(nn'h Schaum ghieh .\sc. Kolyvanen>is. n ih, u.
ociilatnsi, .Vsr. u«(tulatus n<iv. sp. aus dem " ■ Cau
ca>ns, Asc. ."sibiricus nov spec. aus < Nt Sibirien, und .\sc.
fopipatus nov. spec. (nach Schaum gleich .A«i li:uM,-»fn«
King) ans dem südlichen Caucasus.
128
Die mir aus Russland eingesendeten Neuropteren ent-
halten keine Ascalaphen, meine Sammlung nur Asc. pu-
pi IIa tu 8 aus Sarepta. Ich kenne sicher Asc. Macaro-
nius (longicornis) , Asc. Kolyvanensis (die Identität
mit dem vorigen ist möglich, aber noch nicht erwiesen),
Asc. lacteus, Asc. hamatus, und es ist mir wahr-
scheinlich, dass, wie angegeben, diese Arten in RussKnd
fliegen. Asc. us tu latus ist möglicher Weise der Asc.
rhomboideus Schneiders aus Kleinasien, Asc. Sibiriens
ist mir unbekannt. Es würden also nach den angegebenen
Nachrichten höchstens sieben Arten für Russland nachge-
wiesen sein. Von Interesse ist, dass die Ascalaphen in
Russland viel weiter nach Norden zu gehen scheinen, als
in Europa. Hier ist ihre bis jetzt nachgewiesene nördlichste
Grenze Saalfeld in Thüringen, und der Johannisbader Spru-
del in Böhmen.
Mantispiden.
1. Mantispa perla Fall.
Pallas Spicil. fasc. 9, p. 16, tab. 1, f. 8 beschrieb als
Mantis Perla eine Art aus Süd-Russland. In seinem Hand-
Exemplar von Linue Syst. Nat. findet sich notirt: .,ad Vol-
gam in floribus vagabuuda jaculat insecta captans aestate.
In superiori Irtis regione circa flores Rosae sylvestris So-
kolof. Ad Volgam Lepechin In Dauria semel ad Teckum."
Später beschrieb Charpentier 1825 Horae Entom. p. 93 die
selbe Art nochmals aus Süd - Russland als Mantispa Chri-
stiana. Endlich hat Guerin nach einer Mittheilung von Mot-
schulsky dieselbe Art als M. Victorii aus Armenien in sei-
nem Magaz. Zool. beschrieben. Von den beiden letzteren
besitze ich Typen. Auch aus Elisabethopol habe ich sie
von Kolenati als fragliche neue Art erhalten. Herr von
Sacken fing sie bei Slaviansk unweit Charkow. Es ist bis
jetzt die einzige in Russland beobachtete Art. Vielleicht
findet sich in den südlichen Provinzen die auf Rhodus hei-
mische M. apicalis Loew.
Nemopteriden,
Soviel mir bekannt, ist bis jetzt auf Russischem Boden
eine Nemoptera nicht nachgewiesen. Da jedoch N. Coa
in der Moldau und in ganz Kleinasien fliegt, ist ihr Vor-
kommen in Russlaud als sicher anzunehmen. Wahrschein-
lich werden sich in den Persien zunächst gelegenen Län-
dern auch die von Olivier gefundenen Arten wiederfinden.
129
Dilariden.
Dilar Rbr.
1. I). 'Piircirus mihi. Kiii MiinncluMi <lio8or Art ist mir
v(.n Frivaldsky aus der Tllrkri mitpctlieilt, ein zweitos
aus Annonion. Ks untersihcidot sich v<»u D. Nevadensis
Hl»r. hauptsächlich nur dunli den tchlciiden braunen
l'unkt in «Icr Mitte der Flltpl. den Iiand)urs Typen und
ein Stück aus rortiifral im Mus. Hen»l. /,eij.'cn. Die von
Hamhur erwühnten Nehenau^ren ^rehörtn nur in die Ka-
tegorie der hei riclen Phry^'anid«n anzutreOenden Kopt-
wUlsto, und sind zum Sehen sicher nicht hestimnit. Ob
1). Turcicus eine ei^'ue Art hihlet, bleibt immer noch
zweikdhatt.
Hemerobiden.
Palla.s in seinen Annierkun;,'eu im I.inn. Syst. Nat.
ULgt: „H. phalaenoide8 ad Jeniseam in lacu a<l Lu^'aKkoj;
Metamorphosis ap. Scucnnk( V ).** Ks ist nicht ^'laublich,
dass er diese Art verkannt hat. ('edi'rhjelm t^ihrt nur den
Hemernbins hirtus an. uml Mi(bb-ndnrf hat in seiner Sibi-
riHohen Keiwe einen Ilementbius ai;:idus bcHchrieben. (b'ssen
Type mir vorlie^'t. Aut" diese .Mitlheilun^'cn und das Citat
von 3 Chrysopa-Arten untt-r den von Lehmann gesammelten
In.secten beschränkt sich alles, was bisher llber Rus.sische
Hemerobiden publicirt war. Meine Anpalien beziehen sich
vi.rzufrsweisc auf die von Herrn von Sacken niit^'ethcilten
Arten, da« Uhrige Material ist vergleichsweise gering.
Drepanopteryx Leach.
1. I). p lialae noi'l es L. Ich habe kein russisches Stück
gesehen, l'allas Mittheilung und der l'mstand , dass sie
in ganz Schwcd.-n und Lajipland . rrcusscn, Schlesien
anpetr'iffrn wird, siehern sie der russischen Fauna. Oh-
wr>hl weit iti Fur<»jia verbreitet, ist diese Art fast Über-
all nur vereinzelt und selten.
2. I). algiduH Krichson. Jch habe den betretTenden
Thcil v<»n Middcndorfs Keisc nicht gesehen, doch liegt
mir eine von Krichsons Han<l bezettelte Type aus Sibi
rien von der IJoganida vor. Dieselbe Art besitzt das
Mus. lierol. un<l meine Samndung aus dem Iral von
Kversmann. Nach Hrain rs Versicherung ist Hemerobiu**
KoUari (tocszy ihr nahestehend aber ^Tösser. Jedenl'allH
wird sich, wenn auch in manchen Stllcken abweichciui.
H. algidas vorläufig, am lieston bei Drepaooptcryx unter
bringen lassen.
130
Megalomus Rbr.
1. M. hirtus Fabr. Neben der geAvöbnlichen Stammart
findet sieb eine etwas kleinere, dunkler und lebhafter
gefleckte Form. Ich bin noch nicht sicher, ob letz-
tere nur Abart ist. Schneider ist gleichfalls ungewiss.
Von letzterer liegen mir Stücke aus Preussen, Schlesien,
Petersburg (Juli) und Irkutzk vor. Letzteres (allerdings
nur ein Fragment) hält Brauer für M. hirtus.
Micromus Rbr.
1. M. dipterus Burm. Es liegt mir nur ein schlecht er-
haltenes Männchen aus Jecatarinoslaf vor. Diese seltene
Art findet sich bei Berlin, Halle, Zürich und in England.
Uebrigens hat nur das Männchen verkümmerte Hinterflügel.
2. M. intricatus Wesm. Von dieser weit verbreiteten
Art liegen mir Stücke aus Petersburg (im August), Süd-
Russland, und aus Irkutzk vor. Wahrscheinlich ist diese
Art Hem. aphidivorus Schrank.
3. M. paganus Villers. Gleichfalls weit verbreitet. Ich
habe sie aus Petersburg, aus Umeä Lappmarken, und ein
unausgefärbtes Stück ohne nähere Bezeichnung der Lo-
kalität gesehen.
Hemerobius Linn»
1. H. lutesceus F. ( cylindripes Wesm.) Petersburg im
Juni; vom Irtysch aus Sibirien. In Preussen im August
auf der frischen Nehrung nicht selten. Der Cocon ist ei-
förmig, 6 mill. lang, weitmaschig aus groben Fäden ge-
sponnen.
2. H. nervo £5 US F. (conspersus Burm.) Petersburg Juni;
von der Lena ; von Ajan am Meerbusen Ochotsk. Es
scheint mir noch fraglich, ob einige bei Petersburg im
Juni von Bar. von Sacken gefangene Thiere mit 4 Secto-
ren, etwas grösser und lebhafter gefleckt, hergehören.
Ich besitze ein ähnliches aus Glatz.
3. Nov. spec. Aus Irkutzk, von Brauer zu H. nervosus
gerechnet, mit 3 oder 4 Sectoren in den Oberflügeln. Der
gelbe Prothorax, hat in zwei Keihen fünf eingedrückte
braune Flecken, sonst ist die Form und Zeichnung des
Thieres dem H. nervosus sehr ähnlich.
4. Nov. spec. Petersburg im August, steht zwischen H.
nervosus und Humuli.
f>. 11. lliiinuli L. IV'torshurp im Mai uiul Juni, Armenien,
Irkutzk nnci von der Insel Kenai in Huss. Amerika.
fi. H. riexuoHnR nov. Hpec. Kine in Prcussen nicht sel-
tene noch nicht viillii; pesirherte Art, von Brauer als Ah-
art zu 11. Iliimuli /::e/.opcn. IVtcrshur^'. .hini.
7. 11. nitidiilii'* F. (uchraceus Wesm.i retershurg.
8. Nov. 8|M'c. l'cterahurg, dem 11. phaleratus nahe stehend.
Sisyra Br.
1. S. t'usc.-ita 1". retershurg'. Mid-liussland und nach der
Type auch llom. fumatus v. Mutsch. Ktudcs I. p. 20 im
Mai von Walaam, einer Insel im L.ido^'a.
Coniopteryx Halid.
Obwohl mir kein Kussisches Stück vorliegt, ist c«
doch zwrifVlIos. dass die in Schweden und Preussen häu-
fige ('. tineiformis auch in Kussland zu finden sein werde.
Osmylus Latr.
1. ü. chryso|)S L. imaculatus autor.) Aus dem Caucasus.
Ist in ganz Kuropa heimisch.
Chrysopa Leach.
1. rh. vittata Uesm. l'i tcrshnrp. Der Ch. flava nahe-
stehend, in Preussen nicht selten. Ich habe dieser .\rt
• meiner trilheren C. inte^rra^ Wcsmaels Benennung l)elassen.
da er mit derselben ('. flava Scop. (vittata Schn.i ver-
mengt hat.
2. rh. vulgaris Sehneid. Petershnrg; Buchara im Miirz .
von der F^ena.
.T. Nov. .'<pec. aus Turcomanien, der Ch. flaveola Sehn, nahe
stehend.
4. Ch 7 punctata Wexm. aus Irkutsk
f>. Chr. \cntralis f'nrt. vnm NN iini Fluss.
rt. Vh. ahhrrviata Cnrt. ans dem Canrasus.
7 f'h. phyllochroma Wesm aus der Kirgisen Steppe
und ans .Armenien
8. Ch. Pcrla L. von Smcinogorsk in Sibirien, aus der Kir-
gisenStepi>e und TarromtnieD, •u«« Danrien vom Onon.
132
In Fischer's Naturgeschichte von Livland ist H. perla
und chrysops, bei Cederhjelra H. perla, chrysops, albus
erwähnt. Obwohl sich nach den Beschreibungen die Arten
nicht sicher deuten lassen, scheint doch H. perla = Ch.
vulgaris, H. chrysops =■ Ch. perla zu sein. Ch. albus ist
in Preussen häufig, wahrscheinlich also auch in Russland
anzutreffen.
In dem Catalog der von Lehmann mitgebrachten Insec-
ten finden sich angegeben: 1. Ch. Perla, gemein bis Bokhara.
Die einzige vorliegende Type ist die unter No. 3 erwähnte
neue Art. 2. Chr. alba aus Turcomanien; die Type fehlt.
Unter den mir eingesendeten Thieren ist eine Chr. vittata
von Wesmael als Chr. alba bezettelt. 3. Chr. reticulata
aus Turcomanien; eine Type als Chr. chrysops bezeichnet
liegt mir vor.
Sialiden*
Raphidia L.
1. R. ophiopsis L. Caucasus.
2. R. xanthostigma Schumm. Ein Stück ohne Kopf
und Prothorax, das herzugehören scheint, aus dem Cau-
casus, und ein zweifelhaftes Weibchen aus Irkutsk.
3. Nov. spec. Aus der Krim und Armenien, der Rh.
chalybocephala Ratzeb. nahe stehend.
Pallas sagt in seinen Anzeichnungen bei R. ophiopsis :
„In australibus ad Volgam rarius obs. Larva in sicco ambu-
lat in pinetis aridis Berolini uon infrequens. Currit retror-
sum et lateraliter". Auch Cederhjelm giebt für Ingerman-
land R. ophiopsis in pinetis an. Es ist wohl unzweifelhaft,
dass Russland mehr Arten beherbergt.
Sialis Latr.
LS. 1 Utaria L. Petersburg im Mai, am Baikal-See im Juli.
Es sind hiernach im Ganzen 46 Arten Hemerobiden
(im Sinne Erichson's) nachgewiesen. Es lässt sich mit Sicher-
heit behaupten, dass diese Zahl nur ein Bruchtheil der gan-
zen Fauna sei. Leider ist für diese Familie noch zu wenig
sicheres Material vorhanden, um auch nur einigermaassen
wahrscheinlich bestimmen zu können, welche Arten sich
ausser den genannten noch in Russland vorfinden dürften.
Sicher werden wohl die von Zetterstedt in Lappland, von
mir in Preussen, von Schneider in Schlesien und von Brauer
in Oesterreich entdeckten Arten, sämmtlich auch in Russ-
land anzutreffen sein. Also aus Lappland Hem. strigosus,
13.^
vnrio^'atn«? , liite»ri'iiH, limhatolltix , pnuciin'rviH, SciodoR lar-
teuH. Ans PriMiHsi'H Cliry«, flava , nlha. praHina, ventrnli«,
aMptTsa, ilorsulis; HciiM-r. puiutattiH, inioanK, nchtilofinR,
py^riuaiMiH; Kaph. lucdin, crahsicitrniH. Auh ScIili'Hien Chr.
stoiiMptila . tiMitlla. |ialli(la. capitata: Hein, liinitatiis, pliaK-
ratiis; Kapli. altinis. iinfata. An> Ocstcrroicli Myriii. paii-
tfuriiuiin . Hein, artiiiirt . (lins, iiohilis. nini , forniosa, tiavi
trHiis, nipricostata : Sial. t'iili^inosa. Kunlicli noch die vOn
Krivahlsky in l'npirn ent(Uckt«*n Arten Chr. bipunctata,
Myrm. Nfniansiensis. Mepistopus flavicornis Hdssi. Mit die-
sen ;J7 Art«n wllrd«' »ich die. Fauna Husslandn auf K2 Ar-
ten hcransstellcn: womit W(dd nnch nicht die Hiilffe der
dort heiniiHchcn Arten erreicht sein dllrtte.
Panorpidcn.
Panorpa L.
1. W ctininiunis L. I ral. Irkutzk. nns dem arctinchen
Sibirien vom Flusx Wihii und Tura. Hin Stllck auH der
Mongolei vom Kainar Dalian ziehe ich ^'leichfalls her;
nach InHCcte« recuedlis par feu Lehmann . ain h aus
der KirpiHcnsteppc.
'J. Nnv. 8pcc. Caucasus. D.t V. aljuiia \i\\v. in Form
und Zeicl)nun^' ähnlich.
3. Nov. spoc. vnn Kislar, grö8.«<er als V. communis, doch
ahnlich pefleckt, die FlUpel pell». Ich hahe nur zwti
Weihehen ^'csehcn : wahrscheinlich gehört hicher ein we-
ni^'er pclhen Weihchen ans Armenien.
4. r. variahiÜH Hrauer i P. punctata lircmi) l'ral.
Inter l'allaH Msept. findet sieh auf einem Zettel eine
lUsehreihnnL' cimr nein-n .\rt aus Taurien als V. reticulata.
Die Hcschrcihunp ist nach einem Weibchen gemacht und
7.\\ kurz, um eine sichere Hestimnninp 7.u7.nla.««en. Mög-
licherweise ist CH l*. germanica f. . die ich auch aus Ti.n-
stantinopcl hoMttxe.
Bittacus I>atr.
1. l\. italicns Mali Fin Milck aus dem Hlldlirbcn Rasa-
land.
Bor«us Ijatr.
1. H. hiemalis. Nach Kolenali Melet. fi, p. 113 im ('au-
eaana in der S^hncerepion d«'s Kanhek. Ich halie kein
StUck gesehen.
134
Von früheren Publicationen ist nur zu erwähnen, dass
Fischer für Livland und Cederhjelm für Ingermannland P.
communis anführen.
Psociden.
Uddman Novae Insect. spee. 1753, p. 25 beschreibt
zwei auf Birken in Finnland lebende Arten ohne Trivial-
naraen, nämlich Ps. cruciatus L. und Ps. nebulosus Burm.
als Hemerobien. Sonst ist ausser Cederhjelms Angabe
von Ps. bipuuctatus und pulsatorius nichts von russi-
schen Arten bekannt. Die mir zugekommenen Sendungen
enthielten nur eine Art Paradoxenus tuberieola Motsch. aus
Petersburg. Motschulsky's Genus Paradoxenus (früher Pa-
radoxides Bullet. Mose. 1851, T. 24) ist identisch mit Lepi-
notus von Heyden und dem älteren Clothilla Westw. Nach
den Typen vermag ich P. psocoides nicht von tuberieola
zu trennen. Von Lepinotus inquilinus liegt mir nur ein
nicht ganz ausgefärbtes Stück vor. Sind, wie ich vermuthe,
jene Artcu mit dieser identisch, so würde die Art Clothilla
inquilina heissen. In den Etudes T. 1, p. 19 spricht Mot-
schulsky noch von einem offenbar hergehörenden Thiere,
dass er Liposcelis bruuneus nennt. Der dort erwähnte
Liposcelis Museorum ist wohl Atropos pulsatorius. Unter
Pallas Mscrpt. findet sich auf einem Zettel als Hemerobius
minutus ein Psocus beschrieben, der wohl Ps. lineatus F.
sein dürfte. Der Zettel fand sich unter den Insecta Rossica
vor, das Thier ist also wohl in Russland gefangen. Jedoch
fehlt eine Angabe des Vaterlandes bei der Beschreibung.
Termitiden.
Termiten haben mir bis jetzt aus Russland nicht vor-
gelegen. Es scheint ziemlich sicher, dass selbe sich in
den südlichen Provinzen finden müssen, da C. flavicollis und
T. lucifugus in der Türkei und Kleinasien leben. Selbst
eine in Griechenland gefundene Embia (vielleicht E. Savig-
nyi dürfte im Süden Russlands möglicher Weise angetrof-
feo werden.
m
Zusätze zur Monographie der Siiigcicaden
Europa«.
Von I)r 11. Ilaiii-n.
Da gerade wälireiid meines Aufenthalts in London die
lJnn«*iHolie (nsoUscIiaft in ein neiux Lokal llhersiedelte,
waren die Saninilun;:(!i ni<'lit ^reöflnef I)er froundliclien
/uvnrkoniiiH'nlieit dts llcmi Kippist habe ich es /u dan-
ken, dass mir gestattet wurde, wenige Munden vur meiner
Abreise die mir wichtigen (Gattungen in Ijnne» und lianks
Sanindnng «InrehzuHehen. Die Ktirzr der mir zu Ciebote
stehenden Zeit maehten Küder ein Studium jener Tvpen un-
mrtglieh. wenn aueh «iie Wir bestimmte Linzelheitcu gcwou-
ncne lUdehrung wirthNoll g<niiL' erscheint.
l)i«' Typen v(tn ('icada haematodes in Linnes Saniiu-
lung «in«! noch vorhanden und bestätigen genau die in die-
ser Zeitung l><ö<» p. .'JS2 Über sie gemachten Mittheilungeo.
Alle drei Kxemplare gehören nicht zu jener Art, die (Jer-
mar. v. Siebold. Newport. Fabricius. Leach, Fallen als C.
haematodes beschreiben, und der als iiltester N'anie ('. mon-
tana Scop. v» rbleibt. Linncs (' haeinatodcs genau zu be-
stinimen, war mir nicht m<'>glieh. Ks ist eine mir unbe-
kannte Art au.s «Kr (iruppe von C. atra, jedoch grösser,
etwa wie (\ lineola. In der sehr reichen Oieadcn-Sainm-
lunp des Hrittischcn Muscunis «ichien mir bei einer letzten
Hliclitigcn Durchsicht diese Art zu fehlen; dagegen halte
Ich eine im ncrlin<r .Museum als (". cantans Fabr. bezettelte
Art (von l{ui|uct mitgcthcilt , also wohl aus Algier i fllr
Linnes Art. Ihr I'.llrgcrrecht in Kun>pa winl noch einer
Bestätigung bcdllrf« n f.inn«- erhielt sie aus der Barbarei
lind aus Itnlien.
rieada Angli<a ist nach d^n verglichenen Tv|>en in
Cortig, Sttph'HH und Westwoods Sammlung sicher C mon-
tana Scop.
Die Type von <'. viojacea fehlt in Liimcs Samiu-
innjc.
Der tiberwMltigende Heichthum von mir neuen Neurop-
teren in den Samndungen des Briitischen und Berliner Ma-
seums ' ' ir hidiT nicht. «Iie Cienden gründlich
zn um _-en vcnlanke ich Um Dr. (ierntacker
die Kriaiii»m'«s. »ian »Irnckfertig gearbeitet« Manuscript von
Pallan iUnr di«* Cnaflen Husslands benutzen zu dtJrfcn. Ich
tinde die BcHohrcibungen vortretTlieh Die hoiireftlgten Be-
merkungen Über Fundort und Lebensweise der Thierc ma-
chen Talla« Arbeit sehr wiyihvoH, und wtlrden auch jetit
136
noch einen unverkürzten Abdruck als wlinschenswerth er-
scheinen lassen, da es lange dauern dürfte, bis seine Beob-
achtungen in diesem Umfange in Russland wiederholt wer-
den können. Von Interesse war mir dabei zu finden, dass
die Kupfertafeln zu Heft 5 von Pallas Icones Insectorum
wirklich gestochen sind. Während die vier publicirten Hefte
mit der Tafel H. abschliessen, citirt Pallas in seinem Ma-
nuscript die Tafel K. bei Cicaden und Libellen, und hat
aus dem nur handschriftlich mit der Nummer K. versehenen
Probedruck die ausgeschnittenen Figuren beigelegt. Ich
finde daselbst fig. 15 Cicada campestris (querula), fig. 16
Cicada prasina, fig. 19 a. und 19 b. Libellula scioptera (pe-
deraontana). Von der mit Nr. 2. bezeichneten L. rubicunda
liegt nur die illuminirte Zeichnung vor. Der Stich ist übri-
gens sehr wenig gelungen. Von AA'^erth wäre es mir zu er
fahren, ob auch die Tafel I. sich gestochen vorfindet, und
ob der Text wirklich gedruckt ist. Pallas beschreibt sehr
kenntlich 6 Arten ; die ausführlichen Angaben über Fund-
ort und Lebensweise theile ich hier mit:
1. Cicada Orni.
Tauro-Tataris Oraxi, ut et sequens. In nemorosis et
hortis Tauricae peninsulae et ad Terecum fluvium inque ca-
lidis Caucasi et in omni Hyrcania frequentissima, in —
mense copiose in ramis arborum cantillans, sed fugacissima,
visu acutissimo pollens. Neque pro Fraxinis, nee pro alia
quacunque arbore praedilectionem ullam apud nos monstrat,
et forte Mannam ex Orno eliciendi bis Cicadis attributa
virtus, fabula est. Larva subterranea, fodiens primo vere in
hortis et vinetis crebro effoditur.
2. Cicada major. Pallas (plebeia).
In sylvis et hortis Tauriae atque Caucasi, totiusque
Hyrcaniae cum praecedenti et fere frequentior, eodemque
tempore Stridens in ramis, sono penetrantissimo.
3. Cicada campestris, Pallas, als synonym der frühere
Name C. querula beigefügt. Pallas. Icon. ins. Tab. K.
f. 16; C. turcica Petiv. gazoph. Tab. 15, f. 1.
Calmuccis Tyrghun. In campis arridissimis deserti
easpici, inter Volgam et Jaicum copiosissima Majo. Larva
subterranea. Insectum in ipso terrae exitu e larva enititur
et licet adhuc molle, cito perfectis alis statim volat. Mas
Stridore continuo, praesertim ventosa tempestate, cautissi-
mus, cito evolans, foemina paulo tardior, rauco et interrupto
Stridore. Inter Hedysarum Alhagi versari non amat, neque
nostra planta Mannae ullum vestigium edit, quod de Per-
sica proditum est
137
4. (irada oalopti-ru l'alla». >ntrai
«'um practMih'iiti rariiis nt in Taurinc (juoqiio cainpe-
stribus obstTvata. Siiiiilliina s»M|Utnti »t prarjrdrnti, sed
ah utra(|Ue couHtanter divcrsa.
t ('. haoinatoda. riiniitana. i
Ma^'is in tciiiprrata cva^atiir. in arbustis ad Sainaraui
»•t Oc'cani jaiii »K'ciirri'iis. iiide mtm ptr nimicm aiistraliurciii
plagani et por imiiim-iii Tatariaiii iiia;:iiani uscjiic ad < M)uiii tlu
vium Sibiriat' in arbustis tVtMjiHns. siibsiditaria, Majo i-t .lunio
stridula. Ad «aucasiini tn'(|m'ntii>r, ni^'rior. vcnis alaruui
saepe oniuibiis ni^r*) i-inumtUHifl, alibi tantuin anastoinosi
una vcl altera vorsu«« ba«<in. iinn xarpt* nulla. Haoc spceies
multuni variat.
Pallas hat dir \jii. adiista aiuli nur als Abart be-
trachtet.
tt. ('. prasina.
Ad JaifUin ft ad Irtm tlu\i<.>K in desortoruin australio
rum vt'pn'tii* Spiroa vcl KobiiiÜH obsitis ab initio Junii co-
piosc per totam acstatoni volitat, cantu crobro, prrylli dome-
stici arniulo, si-d ina^is s(»norn rt gratd stridens, etiarn intcr
volandutn non sihns. Circa incridicni pracst-rtini et ardcD
tissimo sub st»le caiu»ra. Larvani esse subterrancain pelles
suh frutetis relictae docuerunt. Klc^'antissinial
Ausser diesen •> Arten habe ich noch tllr Husslaud
nachgewiesen: ('. haiMnatodes. byalina, tibialis.
Antikritik
TOD K. ^»-Mfiri«'» . •-<)rris|<iiii(lir<'mifm Mitglied«» der .\J(ftdeini«
der WiÄsentichaften iu Pfferüburg.
I
Wiirtlicher Abdruck ans dein Hcncht des Herrn Dr.
A. G e rs t Hr k »• r über die wissenschatll. Leistun^'cn in der
Kntoinwiogie IKTö.
'Wi.-;;tiiHi... . An-hn .I«brj< XXII. 1W6. Sopamtdrurk l'm- 144
Na<h dem Beispiele de» I.,ondoner und ParJHcr .Mu
»€om hat auch die St. lVt«'rHbur^er KntoujolopiHche Samm
Inog damit begonnen, einen Catalog ihrer Inseeten zu ver
/iffentlichen. Der erste Thed desHelben, welcher den Au
fang der Lepidopteren enthiilt . lie^t unter dem Titel
..Catalogue de la ctdleetittn ent(m)t>lMgique de lacademie im
p^riale den gciencet de St Pcterttbour^' . I>pidopt^rc<i, Ure
10
138
partie: les Diurnes'' von E. Men^triös vor. (Ein zweiter Titel,
unter dem das Werk mit einem Vorwort von Brandt er-
schienen ist, lautet: Enumeratio eorporum animalium musei
imperialis aeadeniiae scientiarum Petropolitanae. Classis
Inseetorum. Ordo Lepidopterorum. Pars I. Lepidoptera
diurna. Petropoli 1855.) Der Catalog enthält eine Aufzäh-
lung sämmtlicher im Petersburger Cabinet enthaltenen Rho-
paloceren mit Einschluss der Hesperien. deren Arten-Zahl
sich auf 1105 stellt. (Das Berliner Museum besitzt deren
3600.) Für die Reihenfolge der Arten ist das Doubleday
Westwood'sche Werk zum Vorbilde genommen und bei jeder
einzelnen Species eine treffende Beschreibung und Abbildung
citirt worden. In einem Anhange finden sich mehrere neue
oder noch unzureichend bekannte Arten beschrieben und
auf sechs colorirten Tafeln kenntlich abgebildet : zu letzteren
gehören auch mehrere der jüngst von Bremer beschriebe-
nen Chinesischen Arten, welche auf Taf 5. und 6. abgebil-
det sind. Die als neu beschriebenen Arten sind ihres Orts
einzeln namhaft gemacht worden.
Aus den Abbildungen lässt sich leicht ersehen, dass
einige der als neu beschriebenen Arten mit bereits bekann-
ten zusammenfallen; so ist z, B. Sericinus fasciatus Brem.
nur das Weibchen von S. Telamon Donov., ferner Colias
Wosnesenskii Menetr. eine nicht selten vorkommende Va-
rietät von C. Cesonia Boisd., von deren regulären Indivi-
duen sie sich nur durch grössere Ausbreitung der schwar-
zen Farbe auf den Vorderflügeln unterscheidet; Terias he-
cabeoides und Aesiope M^n. nur lokale Varietäten von T.
Hecabe , deren erste übrigens schon von B o i s d u v a 1 als T.
suava, die letzte als T. blauda beschrieben worden ist.
Iiflesosemia coelestina Men. fällt mit der bekannten M. (Hes-
peria) Geminus Fabr. zusammen, und ebenso Charis Syl-
vestra M6n. mit Lemonias Ptolemaeus Fabr. — Die Rich-
tigkeit der Vaterlands - Angaben muss bei einer Reihe von
Arten als «ehr zweifelhaft angesehen werden . denn es ist
gewiss Thais Oerisyi noch nie in der Schweiz, wahrschein-
lich auch noch niclit in Sicilien, P. Eupheno gewiss nicht
in Oesterreich und Sat^^rus Anthelea ebenfalls nie in der
Schweiz gefunden worden,
II.
Lettre ä Mr. le President de ja societe entomologique
de Stetin, etc. etc.
Monsieur,
Connaissant votre 6quite, surtout en matiere de science,
je n'ai pas bösite ä vous prier de faire inserer dans votre
joiirual üui i\i»ousi' a lu reviio «Titiqiir (in Catalo^ue des
Lcpidupteres ile rAracUiiiie dr St. I'itc'islxiiir^'. (|iii a etö
iuipriuK'c daiis Irs : Art-liiv für .\atiir;;t'>»iliiclit<' von Wiej^-
inann J'J aunce (lSö»'n.
Si ccttc rriti(|iic ciit parur istdciuont, je ny auiais
\)Süi fait ^raiulc utt*nti<iii, iiiais dann uii Journal, ot'i , potii
iL-ntniiiolo^rii', Kri( lisoii imuM avait haliitiH' a mit* j^raiide
ri'ctitudi' de iu^'cniciil, liasco «iir «li'h comiaissaiift's de« plus
vahtcsi 8ur t<»U8 l<-s urdr» s d'iusi'clt-H. if jouniul dis-je avait
acqius les droits inconti'r^taldcH d»> jugr vu dcniiiT«' nistain«-
sur ccttr iiiaticro: jo ino Hnin doiir mi oldip* dapportcr
ii'i qiU'IqncH nioyriis de juKtitication.
halxird. i;ti articie des Anhiv d«- \\ ioginann in'a paru
irdi^'i- HVit- i|ij«l(|iie prt'Mutioji. oii totil an inoins cntaclie
dl- partialite. et il cu rcsnort iiniiu' «|Uf K* (-riti(|iu> na pHK
lu la prcta«T df .Mr. I Atadrnii<itn lirandt. ni la mitMine,
placfc's toulcs di'UX t-n töto dt- jonvra^jo: il y auraii vu:
i{nu la <ri-atioi) do iiotro Mii8ee u<* ronionU* giicret) pluH
Idin (|uc 24 :i '2'> ans . — *\uo les soinincs alloucrs ä cch
itdloctions t'taiont «ics pluh inodiijucs. et «pi il ny est pa« dit
IUI iiiot daus if luit d'ctaldir unc couiparaison :i\rv i\iU'U\üv
.Muscr quo »•»* Hoit; alors «a ri'niarcjii«'. placi-»- a cött- du
tdiilTrc deh csprct's dr notro ( afHlo;,MH'. qui- Ic .Muhcc de
Berlin*) en »oniptt- .'1('»<H», n est nullennnt inotiv^e et
des pluH insoliU-H: <{Ue \rut dir«* lautrur par iäV le but
dun t«'I ('atal(»pi»' i'Ht il «Ic .•*(• pavanerV - Du rcste, ec8
t'uornit's riiitVrc». de«* (olropteres , dc^ Lepidoptt-re«, etc.
ilu Mu-iee dl- Berlin, nir tont im p«'U l't'rt'et de «es .Mythes
t|Ue les lecendr- nouh <»nt irauMiiises. Je ne sais si le
MuHer de lierlin d<iit »»<• n»ontr«T lort reronnai>hant dr son
appreeiah'ur ! il e^t de tait quonauradela peine ä le eroire;
ear })our hien «(»niprentlre ce eliitTre de .HtüM» I^'-pidopt^res
(linrneH. il taut id»s«'r\er qin- Doultleday, dann Hon<ienera
o t' diurnal Lepidoptera etc. ipii rt^nnit len enpdces.
tanthentitjues et «JouteUH««»» eonnues juhqu ä ee jour. n atteint
paH ee eliilTre. il n enuni*'re que tout au plun .l-P«i espi'e«*sl —
Kt meine, HJ il n y u pah d exa^< ration, il n en est que plufs
deplorable qu un pareil Munee ue Hoit pa« eataloK'iii^^'. i'ar,
qae n apprendrait uii pa^V la Hcieuee \ ga^nerait da\antafct-
que par ee» eriliquc?» au nioin» Iren haKardeeo.
II y a loin «lunr niniple cKtiuiation <1 une eoilectioii
.<)oit (linant etiqn<-iee. it I imprei^sion ilun t'atalu^uc: pour
an pareil travHÜ. Ion m du epurer I«h deiinition«, etudier
Mn-o" •l<iot I» <Tt*alion d*i«- au moia« d« It^ll'
10*
140
la synonymie, etc. et uii tel ouvrage ne mauque pas d'etre
fructueux en (iecouvertes. — Voyez, Monsieur, votre Cata-
logue des Coleopteres d'Europe, quoiqne simple
Enumeration, n'a-t-il pas donne lieu a bien des recherches,
exeite des eontroverses, voire meme aiguise l'arme stridente
de la eritique , et cependant quel est l'entomologiste con-
scicncieux qui n'en reeonnait pas le merite? — O'est pour-
quoi Ton devrait encourager tout Catalogue de grande
collection, car ä moius que celui-ci ne soit par trop mauvais,
il surgira toujours d'un pareil travail quelques faits impor-
tants pour la science.
L'auteur de la eritique continue assez naiveraent; aus
der Abbildungen lässt sich leicht ersehen dass
einige der als neu Arten mit bereits bekannten
zusammenfallen. — II me semble qu'un homme raison-
nable, au lieu de regarder seulement les images, devrait
un peu s'euqu^rir du texte, alors il aurait trouve plusieurs
6claircissements qui eussent moditie son blärae. — Afin
de proceder par ordre, je suis l'auteur, article par article.
1) D'apres lui: le Sericinus fasciatus, Brem.
serait la femelle du S. telanion, il faut convenir que le
eritique u'a pas ete heureux dans ee mariage; ces dcux
especes sont aussi voisines l'une de l'autre que les P. Macha-
otiet Podalirius] mais c'etait au S. Fortune i, Gray, Catal.
of Lepidopt. of Brit. Mus. I, PI. XIII, fig. 5, qu'il eut fallu
le rapporter, ainsi que je l'ai dit dans raon Catalogue, p. 71 ,
— mais puisqu'il est de fait que le eritique ne lit pas le
texte, — n'en parlons plus. — Les differences que j'ai cru
trouver entre le fasciatus et le Fortunei, (publies tout
deux, la meme annee, 1852) m'ont d^termine ä reproduire
ces caracteres par une description et une bonne figure,
sauf plus tard ä effectuer ce rapprocheraent d'apres des
donnees plus completes. — Mr. Schaum, dans son compte
rendu etc. Archiv für Naturg. 1853, s'est moutre plus
indulgent pour l'ouvrage de Gray, Catal. of Lepid. of Brit.
Museum; il n'a rien bläme, meme pas pour les especes du
Gß. Sericinus, quoique la eritique eusse beau jeu.
2) La (v 0 1 i a s W o s n e s e n s k y i Xob. ne peut etre
reunie ä la C. Caesonia qui est une espece fort commune
et dont nous avons vu un grand nombre d'exemplaires, parmi
lesquels je n'ai rencontre aucune variete qui puisse faire
le passage avec mon espece nouvelle. — Dans mon Cata-
logue, j'ai cherche ä exprimer l'importance que j'ai cru
trouver chez les Colias, dans la largeur de la bordure
noire des ailes superieures , et de ses decoupures sur le
foud jaune du disque de l'aile! — Boisduval considere cetie
Ml
pspcpc r«»mino nniivolle. tt Uli h iiiciue inipoRC^ Ic n(im d'Eo-
rydit «•; Aniuil. de la »ov. entmin, tle France, ixö.'). Bullet.
XXXIl.i nous avous regu dcpuiH. un cxcmplaire nommc'
ainsi par re Ma>ant. — II faut doiie plutüt admettre que
cctlo ospi-ie in t'aif pa*; juirtif des '.\iH)i) esp^ees du Mu«ee
de Berlin.
.'li La reria>« li < r a I» eo V d e w. aiiini '|ue je le dis dans
je textt' nie parait <li»uteuse. iiiai»* ((»mme j'a<lniets la T.
guava du .lapoii, Jai \nulii d«'si;:ner rette forme d'HaYti
fious nn noni partieulier. jus(|u.i plus anipleH intonnations.
4 La Tcrias Ae«iopc, ne pent «e rapporter k la
Blanda Boisd. dont nous posst'doim plnsieurH exeniplaircR;
dans lo texte de nnfre (ataln^'ue jai indique le« trait^ de
(liRseinldanee (pii la distin^ue de IHeeabe.
.le re<uine puiir ees deux esp^iM's. qu'il n'est |ias san«
nK^rite de deerire et ti^urer res tormes li ecahe ftYd o». et
Aesiopei atin «le les niieux indiquer, sauf ensuite k lc8
congidcrer eomnie variet^^s loeale«. lesrpielle»» dovront toujonr»
etro d^Ripnees par un iu»m partieulier.
'>) La Mesnseiiiia e o t- j e s t i n a. <[ue le «ritiqae
appelie die Bekannte ^^eniinus F'alir. u« st deerite qne
par KabrieiuK '«ioijart. Kneyel. metli<Kl. en tra<luit la de-
scription). La titrure rpien donne Jones serait alors inexacte,
00 notro <-op|«-stina une variett^ ne presontant aueune taehe
brune aux »ee(»n<l«'8 ailes. en desHon».
• >) La C'barias sylvestra, ä en ju^'er j>ar la ripure
dann notre Catalnpue. resseinWIe assez h la IMoloniaeus,
Fabr. p«tur Ini »''tre r«Mniie: niais jai eru tr«»uver des diffö-
rences tont au'^si nrononei'es (|Ue eelles fpii servent ä etablir
plusienrs espi-ees «le ro genrc. dans le bei otivrape de Hewitson
Enlio, la phrase: „Die Kicbti^keit der Vater-
land j» - An pa be n inusH hei einer Hei he von Arten
als Hehr zweifilhaf anjr«- neben \ver«lt:ir ni'a seo-
««ihlement alTe<tee : rar j ai tiuijours attarlK?- le plus prand
prix k bleu prt<Msi r lliabitat «le eba<jue exemplaire qne
r.\ead<^mie pos«»ede . et daiiH «-e but je eonsipn«' «lann notre
Catainpae manuHirit. e| depai<i la tVin«lati«»n «In Mus«^''. non
»enlement la loralit«'- «le ehaque exemplaire de ton« Ict
iDKeetefi, mais m^me le nom du donatcnr; le* materianx
que jai pubji««« «iir la di^tribution p«^opraphiqne de«« ani-
maax . n«»nt pa.s rrrt«» affaibli rette exartitude; quil »e
9<' t pÜHS«^ repeuflant quelques taut«-«« . rharnn eHt dans «on
dr 'it de le« reflres<er mai« j'nb«tervrrai qne le prudent
rr 'iqne ne eite qne 3 eHp^re»; il me «emble alor» que l'ex-
pr gfinn Reihe est bien basardi-e , nonr ne pas dire mal-
veillanti» ; et enrorc e^ Monnienr nV«it il pa«» tonjonr«i hearent
142
dans le choix de ses exemples: — Les Thais Cerysii
et Satyr US anthaelea noiis viennent de Mr. Escher-
Zollikot'er, comme provenant de la Suisse; j'admets que
rindication soit fausse, ce serait alors les deiix seules es-
p6ces que j'eussc re^ues de cet excellent ami, qui ne tussent
pas de la Suisse: -- inais nous avons recus deux exem-
plaires du Thais Cerisyi (|ui ont ete pris eii Sicile par
M. Grohuiann ; ce coilceteur a passe plusieurs annees dans
cette ile, d'oü il nous a fait de nombrenx envois d'insectes
de tous les ordres.
Nous avons re(^u l'An thoc haris Eupheno de I'Au-
triche, n'en deplaise le critique de Berlin, et d'ailleurs nous
ne sommes pas les seuls dans ce cas: Lederer, Verzeichn.
etc. dans le Yerhaudl. des Zool. Botan. Vereins in Wien,
II, p. 18, le cite de l'Autriche , et le Catalog. des Lepid.
du Mus. de Londres, le cite de rAlleraagne ; ainsi son gewiss
nicht est tres apocryphel — 11 en resulte que toute cette
suite Reihe d'inexactitudes repost; sur 1 esp. '2 — et encore, que
d'erreurs de cette nature sont plus tard devenues des faits
inattaquables ! par exemple : dans mon Catalogue raisonne
des animaux du Caucase etc., que d'especes n'ai-je pas citees
comme de pays fort differents? et ainsi pour ne rapporter ici
qu'un exemple parmi les Lepidopteres: La Chaerocampa
alecto, Linn. cretica, God. n'etait connue que des Indes
orientales; j'en pris un exemplaire dans le Dagbestan, ä
l'Est de la raer Caspieune; — on douta alors! et maintenant
personne ne conteste que ce sphiux se trouve sur les iles de
TArchipel grec, et jusqu'en Asie mineure. et qu'il n'est meme
pas fort rare.
L'on verra par cette replique. faite sans pretention et
Sans fiel, que le critique de Berlin etait mal dispose eu ma
faveur; et que ce trop jeune entomologiste a formule, ä la
premiere vue, un bläme qui donne une bieu mauvaise idee
du dit Catalogue; aussi s'est-il abstenu de la plus legere
louange!
Je ne puis m'empecher de terminer cet article, par la
simple reflexion: — helas! l'entomologie a beaucoup perdue
par la mort d'ErichsonI
J'ai l'honneur d'etre . Monsieur le President, avec la
plus parfaite consideration.
Yotre tres humble serviteur
E. Menetri ^s.
St. P^tersbourg 25. Novembre 1857.
143
Wörtliclif WrdentHcliuiig »le8 vorstchcndeu Briefe».
Mein Herr'
Ihr«' Hilligkeit. hcHoiulcrs iii winsi-iiBtliaftlichon Mate-
rit'ii ktiiiuiid. /.i'i'^trW ich iiiclit, Sic zu ersuchen, iu Ihre
ZcitHchrift iiuiiir AiitwiTt ahdruckcn /u lah.scn auf di«; kri-
tische .MiistcrunK des .Schiuctterlinph Kataht^s der Pcterf*-
bur^'er Akademie welche in dem Archiv fllr NaturgCHchiehte
von \Ni«piiann. L'2. Jahrj;. In")«', ^'edruckt steht.
Wiire diese Kritik isolirt erschienen, ho hütte ich keiue
Httiulerli« lu' \<»ti/, «lavon j;enummen ; alter in einem .Journal,
worin fllr die Kntunndu'^ie Krich»nn uns an eine f^rosse
Richti^rkeit den l'rtheil.s frewidint hatte, die hieh auf die
umfassendsten Kenntnisse aller Insieetenordnun^eu stllt/te —
dies Journal na^'c ich. hattt- unbestreithare Keehte erwor-
ben. Ilber di«se Materie in letzter Instanz zu urtlieihn: ich
habe mich deshalb xcrplliclitet ^re^'lanbt. eini;:e Meitrii^'c zur
Reehtferti^'iin:: hier anzutilhreii.
Zunächst schien mir, als sti dies«r Artikel des W.
Archivs mit einigem N'orurtheil reili^'irt. oder niindestenH
doch nicht rein xui Parteilichkeit, und es er^'iebt sich so-
trar daraus. dasH der Kritiki-r wc<ler die Vorrede des Herrn
Ak.'idemikers Hrandt noch die meinip- gelesen hat, welche
beide zu Anian^' des Werkes stehen: er würde darin pe
sehen haben, dass die Kntstehun^: unseres Museums nicht
eben weiter als L'4--'J.'i .Jahr« zurlickdatirt, dass die für
diese Samndnniren ausgeworfenen Summen sehr massig
warpn, tind dass darin mit keinem Worte die Absicht an
gedentet ist, mit ir^rend eiuem Museum einen Vergleich an
stellen zu w(dlen Folglich ist seine Hemerkun;: nel»en der
Artenzahl unseres Kataht^s: da>s das Berliner Mu
scnm (das mindestens \i)iu Jahre 1*^11 datirti .ititHt Arten
zähle, durchaus unm<iii\irt un»l höchst un;;ewiihnlich. Was
will der Autor damit sajrenV Ist es /weck eines stdcbeo
Kaialofre». sich zu spreizen y l'ebripen« machen mir diese
enormen Zahlen von Coleoptcrcn. Lepidoptercn etc. des Bcr
;m r Museums unpr-tabr den Kindruck jener Mythen, tod
111 II Uli-' die Lebenden berichten. Ich w»*isH nicht, ob sich
i- Berliner Museum »laOtr bei seinem Auspreiser zu bedan
'^n hat! In der 1 hat ist es etwas schwer zu K'^uben
Um diene Zahl von .'l«'><>»» Taffsehmetterlinpcn richlip lu wUr
di^'' n, muBs man crwÄfren, dass DnubUday in seinen Gene-
ra ( diurual fyeptdoptrra etc., worin er alle Arten, anthenti-
»cb nnd zweifclhaÄe. auffuhrt, die man bis dahin kannte,
diese Zahl nicht erreicht: er brin^^t es böcblteiu bis aa(
144
3400 Arten! Ja sogar wenn keine üebertreibuug dabei
stattfände, wäre es nur um so mehr zu beklagen, dass ein
solches Museum noch nicht katalogisirt worden, denn was
könnte man nicht alles daraus lernen ? Die Wissenschaft
gewänne dabei mehr, als bei diesen mindestens sehr gewag-
ten Recensionen.
Von einer blossen Schätzung einer so zu sagen bezet-
telten Sammlung bis zum Drucke eines Catalogs ist es ziem-
lich weit; für eine solche Arbeit musste man die Bestim-
mungen säubern, die Synonymie studiren u. s. w. und ein
solches Werk bleibt selten unfruchtbar in Betreff der Ent-
deckungen. Hat nicht, mein Herr, Ihr Catalogns Coleopt.
Europae, obschon nur eine einfache Aufzählung, zu Nach-
forschungen veranlasst, Controverscn erregt, sogar die klir-
renden Schwerter der Polemik gewetzt — und doch, wird
ihn nicht jeder gewissenhafte Entomolog für verdienstlich
halten? Eben deshalb sollte man jeden Catalog einer grossen
Sammlung freundlich authehmen, denn falls er nicht gar zu
schlecht ausfällt, wird sich immer daraus eine Reihe wissen-
schaftlich wichtiger Facta ergeben.
Der Verfasser der Kritik fährt naiver Weise fort: „Aus
den Abbildungen lässt sich leicht ersehen , dass einige der
als neu beschriebenen Arten mit bereits bekannten zusammen-
fallen". Mir scheint, ein verständiger Mann, anstatt blos die
Tafeln anzusehen, müsse sich ein wenig um den Text küm-
mern, in welchem er manche Aufklärungen gefunden hätte,
die seinen Tadel modificirt haben dürften. Der Ordnung
wegen folge ich dem Autor Schritt vor Schritt.
1. Ihm zufolge wäre Sericinus fasciatus Bremer
das Weib von S. Telamon; man muss gestehen, der Recen-
sent war bei dieser Verheirathung nicht glücklich: beide
Arten sind sich etwa so nah, wie P. Machaon und Poda-
lirius; eher wäre S. Fortunei Gray Catal. Lepid. brit.
Mus. 1. PI. XIII. flg. 5 zu citiren gewesen, was ich auch
pag. 71 meines Catalogs sage — aber da der Recensent
den Text ja nicht liest, so schweigen wir lieber. Die Unter-
schiede, die ich zwischen fasciatus und Fortunei zu
finden glaubte, (beide sind 1852 publicirt,) bewogen mich,
diese Charactere durch eine Beschreibung und eine gute
Abbildung zu reproduciren . mit Vorbehalt, nach vollstän-
digeren Daten späterhin eine Zusammenziehung zu bewirken.
Herr Schaum hat sich in seinem Bericht (Archiv 1853) viel
nachsichtiger über das Werk von Gray Catal. Lepid. brit.
Mus. vernehmen lassen; er hat nichts getadelt, nicht ein-
mal an den Arten der Gattung Sericinus. ungeachtet die
Kritik leichtes Spiel gehabt hätte.
r46
2. ( «tliap. W npncgrn Bk y i \ob. kann nicht mit (.'.
('acHonia vcrcini^rt w«nlfn: letztere int eine Rohr ^'enicine
Art. voiulor wir i-inr Mriitr«* K-xoniplare besitzen. unt<r deiu-n
ich keine ein/ii:i' \ arirtjit hctnerkte. dir den l < lier^'anp za
meiner lu-iien Art l)ihl«n könnt«-. In meinem ('at.ilo;r liernUhto
ich mieh. die NVielitigk«'it lurau.s/nhelieu. welche nach meiner
Ansicht hei den Tolias die Hreitc de« gehwarzen Randes
der Olierrillp'l hat . «henst» wie die Ansschnitte desselben
auf dem j:rll»en (iriindr des Flllf,'cldi>*enK. HniHduval hält
die Art tllr n«u nnd hat ihr «»»u'ar d«n Namen Kurv die e
pepetM'ii, Annal. h<u'. tut. de France l^;'>^>. XXXII. : wir erhiel-
ten seither ein Kxcmplar unter dem von dienem (belehrten
ihm ertheilten Namen. iJemnaeh dürfte wohl anznnehmcD
sein. da«8 diese Art nicht unter den ^%\) des Berliner Mo-
sennis befindlich ist.
'^. 'I'erias heea bec» ide s, wie ich es im Teito
bemerke, seheint mir /weitelhaft ; iniless. da ich die Terias
Ruava ans .lapan annelmie . «<(• wollte ich bis aut" genauere
Int'ormation diese Vmxw aiix Haiti <liirth einen besonderen
Namen be/.eichnen
4. Terias Aesiope kann nicht mit <ler bland«
Boisd vereini^rt werden, von der wir mehrere Exemplare
besitzen. Im Texte nnsi-rs ('atalo;:s habe ich die Abweichun
pen anpepeben. welche sie von der Heeabe trennen.
In lU'tr«'fr beider Arten bemerke ich, das» es ver-
dienstlieh i»*t . iliese Formen (hec.ibeoides nn<i Aesiojie i zn
hesehreilKii nnd abzubilden, nm sie besKcr zu kenn/eichnen,
seihst wenn sie später nur als Loeal - Varietäten Geltan^
behielten, denen doch immer ein besonderer Name 7u erthei-
len wäre
.'> Mesosemia coelestiria. welche der Kect'usenl
die bekannte peminnsF. m-nnt. ist nur von Fa b r ir i ni
beschrieben (Irulart Kne\cl ni(''thod. übersetzt diese Bc-
schreibnn;:. Das Bild, welches Jones davon liefert. wJire
almlann nnpi'nau. "der unsere cociestina eine Varietät
ohn«- braunen Fleck auf tl«'r Interseite der l'nt« rflllpel.
•v Charia'« »ylvrhtra nach lier .\tiltildunp in unserm
<"atal<'pe zu mhliesscn. pleielit alli-rdiniTH dem l*to|nmacn«
Fabr. peniip, um damit vereinii:t zu werden: doeh «.chiencn
mir rnterschiefir vorhandcu . welche eben so stark ausge-
sprochen sin<l. wie diejenigen, auf welch«" in dem ■>( binnen
Werke von Hewitson mehnTc Arten dieser (latliint: heptHib
dct sind.
Kndlieh hat mich derNati: ..die Richtigkeit i.Vr Vater-
lands - Angaben mnss bei einer Beihe von .\rtcn aU sehr
iweitelhat't angesehen werd«»n". empfindlich berOhrl: deoi
146
ich legte stets den grössten Werth darauf, das Habitat jedes
der Academie gehörigen Exemplars genau zu bezeichnen;
zu diesem Zwecke verzeichne ich in unsern handschrift-
lichen Catalog (und zwar seit Stiftung des Museums) nicht
nur die Localität jedes Exemplars sämmtlicher Insecten,
sondern auch den Namen des Gebers; die Materialien,
welche ich über die geographische Verbreitung der Thiere
publicirt habe, trugen gewiss nicht dazu bei, diese strenge
Genauigkeit zu mindern. Sollten sich indessen Fehler ein-
geschlichen haben, so hat natürlich Jeder das Recht, sie zu
verbessern ; doch muss ich bemerken, dass der weise Kri-
tiker nur drei Arten citirt! Es dünkt mir, dass demnach
der Ausdruck Reihe ziemlich gewagt, wenn nicht miss-
günstig ist. Obendrein ist dieser Herr nicht immer glück-
lich in der Wahl seiner Beispiele: Thais Cerisyi und
Satyrn 8 Anthelea erhielten wir von Herrn Escher-Zolli-
kofer als aus der Schweiz stammend ; ich gebe zu, dass die
Angabe falsch sei, so wären das die beiden einzigen Arten,
die ich von diesem vortrefflichen Freunde erhalten, die nicht
aus der Schweiz wären. Aber wir haben 2 Exemplare
Thais Cerisyi erhalten, welche M. Grohraann in Sicilien
gefangen hat; dieser Sammler hat mehrere Jahre auf dieser
Insel zugebracht und hat uns von dort zahlreiche Sendungen
von Insecten aller Ordnungen zugehen lassen.
Anthocharis Eupheno — wenn der Berliner Kritiker
es nicht übel deuten will — erhielten wir ans Oes terr eich
und sind darin nicht die einzigen. Lederer Verzeichniss
(Verhandl. des zool. botan. Vereins. Wien II, p. l8) erwähnt
ihn als oesterreichisch. Der Catal. des Londoner Museums
citirt ihn aus Deutschland — also ist jenes „gewiss nicht"
sehr apocryph! Es geht daraus hervor, dass diese Reihe
von Ungenauigkeiten sich auf l'/a sp- reducirt — und oben
drein sind manche Irr thümer dieser Art später unangreif-
bare Thatsachen geworden. Habe ich z. B. nicht in
meinem Catalogue raisonne des animaux du Caucase etc. Thier-
arten aus sehr verschiednen Ländern aufgeführt? So, um
nur ein Beispiel unter den Lepidopteren anzuführen, war
Chaerocampa Alecto Linn. = cretica God. nur aus
Ostindien bekannt; ich fing ein Exemplar im Daghestan
östlich vom caspischen Meer, was man damals anzweifeln
wollte: jetzt zweifelt niemand mehr, dass diese Sphinx
sich auf dem griechischen Archipelagus und in Kleinasien
findet, und gar nicht sehr selten.
Ans dieser ohne Anmassung und ohne Galle geschrie-
benem Replik wird man ersehen haben, dass der berliner
Kritiker gegen mich nicht günstig gelaunt war, und dass
U1
dioHrr 7.n inpontllirho Fntomolop auf clcn ersten Blick oincn
TadrI formtilirt hat , der v«.in l)ff»a^'ti'ii Tatalop nur Hno
/.iomlirli l»l)lf Idoe giel»!: aiirli hat «t KJch dot* porinpstcn
I.ohcs riitlialt«'n !
Ich kann mir nicht \.-i>HgrM. dienen Artikel dnrrh die
• infache UeHexion /» sehliessen : Ach wieviel hat die Knto-
niojopic durch Kri«'hHMn'n Tod verloren'
Ich hahi- dii- Khre etc. etc.
K. Meuelriis
l'itt tsIihtl' '3. N<•^e^l^er ]Xiü.
lil
Naelihchrirt der Hedaction.
Ab ich die vorstehende Antikritik dcR Herrn F. M*-
netri^i* AnfanK'' December 1>')T erhielt, ^lauhte ich mich
dnrch mein«- mehrjäliri^ren freiindschattliehen Ktlatinncn
dazu berethti^'t . ihn daraiit' aiifnicrksani /u inaclien . c*
srhioiK- mir und andern uu|iarteiis(lnn Miinncrn. als habo
CT die fra;.'li<he Kritik des f)r. (lerstäcker niissvcrstandcn,
nnd ich pab mir Milbe, ihm Mm der Publicati<«n dieser Re-
plik abzurathen. leb habe dies«n Zweck nicht nur verfehlt,
sondern n«»cli die HeMchuldi^Min^' hinnehmen müssen: „meine
Weiperun;: stamme wohl aus «ler Hcsort;ni«K, mich mit
Herni fierstiieker v.n er/.lirncn . unter dessen Kintluss ich
wohl stünde?" hemnaeh blieb mir niihts iibri^'. aN Herrn
M^nctries urs|irlln^'lich«'n Willen zu erfllllen . uml zum Be-
weise meiner _rnabb:in^,'if;keit von Herrn fit rstiü kcr" *)
fiogar zu tbnn , wan ich, um l)ei der Sache dnrcbaug unbe
theilipt zu sein. anHln^'ücb Herrn Men(^tri(^s ab>:e«ehlapcn
hatte, nehmlich den l'ranzr..>i-eben . Wort und Huchstabon
getreu abgedruckten Artik»! m<'.j;lichst sorpsam zu verdcut
«chen Pa^rcpen schien en mir «benm* uncrlasslich . zum
• In ilu-nor Bfiif^hunu «rfüll« i<-b Srr«'tiwiUig <t*n brirfli. H
»a»g»'dnVkt«'H \Van»«-h d«'« H«Trn M^iiPlriA». *ut <»inom ihm in di««et
VDBcl«»((<'nh<'i( «on mir g<>(»rhri«»b«'ncn Bri««fc di^ Strlle lo '«"röffÄOl-
"' hfn, in tr««li Ht irh mit n"Ki*»hnnj; «uf di«* Kri finem »o l«n({alh
„'i'n • «fÄlou tfan» tinpnth»«hrlirh«' und «•in«>r *a«drürkbrh''n ,\in»i
k«nnnn(; ^nllkomm^n i«nrd»t;«' \ti«dau«>r «a;t»» ..f"* Vr. fifriioilr,
mmrnti pm f1 4i mjnutrr A in rrihque qmtt<iHft molt. p;mr rrnihf fmttttr
nu mrr'tf -tu trn> ntl rnnßrf*-r*f r . ■<»>»•» ' -«riflt m»lff srtrntf.
148
Beweise meiner , Unabhängigkeit von Herrn Men6tri<^s", den
ganzen Artikel, der die Kritik enthält, abdrucken zu lassen,
damit diejenigen Leser der Zeitung, welchen der Bericht
des Wiegmannschen Archivs nicht vorliegt, vollständig be-
urtbeilen können, ob ich begründeten Anlass hatte oder nicht.
Herrn Menetri^s die Veröffentlichung dieser Antikritik zu
widerrathen.
0. A. Dohrn.
Bemcrknii^rn Aber die LepidojitfrPü in Scopoli's
Entomologia farniolica,
unter Berücksichtigung der Arheit des Herrn Prof.
Zell er über das genannte Werk in der entomolo-
gischen Zeitung, Jahrgang 185.'>. }>ag. 233-
Bereits im vorigen Jahre hatte ich eine Ausarbeitung
über die Schmetterlinge des Scopoli gemacht und dabei ein
Exemplar der Entomologia Carniolica ohne Kupfer benutzt,
welches der Herzogl. Sächsischen Bibliothek zu Gotha an-
gehört. Damals kannte ich die obgedachte Arbeit des
Herrn Zeller noch nicht. Ich wurde auf dieselbe erst durch
Herrn Senator von Heyden zu Frankfurt a. M. aufmerksam
gemacht und erhielt durch dessen besondere Güte auch das-
jenige Exemplar der Entomol. Carniolica zur zeitweiligen
Benutzung, nach welchem Herr Zeller gearbeitet hat. Es
war mir eine Genugthuung, zu finden, dass ich in vielen
Fällen bei dem Bestimmen dt*r Scopoli'schen Falter zu
gleichen Resultaten mit Herrn Zeller gelangt war; in eini-
gen Fällen überzeugte ich mich auch, dass Herr Zeller
richtiger bestimmt hatte, als ich, in anderen dagegen scheint
es mir, als sei ich glücklicher gewesen. Auf diese letzte-
ren hier näher einzugehen, ist der Zweck dieser Zeilen.
Bevor ich zu der Erörterung der einzelnen Arten über-
gehe, bemerke ich, dass ich mit dem, was Herr Professor
Zeller als Einleitung zu seiner Arbeit sagt, von ganzem
Herzen übereinstimme. In Bezug auf das Scopoli'sche
Werk selbst füge ich nur noch bei, dass von den 21 Ta-
feln, welche Abbildungen von Schmetterlingen enthalten,
die löte, löte und 21ste Figuren enthalten, bei denen die
Nummern fehlen, die auf den übrigen, correspondirend mit
149
tlt'ij Nuiniuerij (itr cin/.oln«'ii Spocios im Ifil«* \ orhandiMi
HJiid. iJiesrr Man^rl ist heim HcRtiiiiiiim einif,'i*rmaa«sen
hindorlioh, \v«'il ch niilit in alKii Füllen ans doni Hilde
unzwtitVIhart klar wir«! /.u weit lur Spt-ries des 'r<'xtcs es
(fehümi soll.
Dir Arten, N>elelu- aiif/uklärcn mir nicht gelungen ist,
habe ich mit einem t liezcielinet. diejenigen, fllr die meine
Bestiinniiin;; mir nielit un/weit'elliatt srlnint. haben vor dem
Kreuz noch «-in 'f.
\'X\. Pap. cinxia.
y t var. 1. ist wohl eher trivia, als athalia, wofür
sie Hr. Zeller nimmt. Die Hesehrcihung der L'nterscite der
Hinterflll^'cl. welche sehwarz gefleckt sein sollen, passt
nicht wohl auT athalia. /.iimal wenn man herllcksiehtigt,
dass Seopoli die ge^-ittert«- Zeiehniing auf iler I'ntcrseite
der Hintiiflllgel . wie athalia .^ie hat. nicht cnti^angeu ist,
wie hei var. 4 erwiihut wcnlen soll.
var. 2 und \\ ist didyma.
var. 4 ist athalia. liier heisst es von der l'nterscite
der Hintertlllgel . sii' /.eip' >ehwar/,e gezähnte Quer-
linien und Flcck'-n
var .") ist phochc w«'gen der hranncn mondtörmigeD
Flecken in ficr ersten Qnerhindc auf (hr Interseite der
Hintertlllgei.
var () und 7 halte ich wiederum t1ir athalia.
var. ^ fllr phoch»* tierr Zeller he/i«hct die \'arietiiteu
.S hjg H auf artemis und matnrna. Allein ah;:esehen
(ia\on, dass «-^ sehr fra^'lich sein nitiehf»' , oh mntunia in
Kärnthen vorkommt, so passen auch die Scopoli'si licn He
«chreihunjrcn wohl nicht n-eht auf die ^retlachten heidcn Me-
litilen; denn 1, /eigen letztere keinen deutlich peschahten
Franzeiisauin, L'. ist der Saum v(»r «len Franzcn nicht wohl
»o auffallend dunkelhraun gefarht. dass dies als ein charac
feristisches Kennzeichen hervorgchohen werden könnte .3. wür-
de ScMpoli, wenn <t arteinis oder niatuma vor «ich gehabt
hätte, ni»- Interseitc der liiiiterflllp-l w..hl antUrs hcschrieben
halten .Mhnfalls möchte var h auf Mcl. aricniis brKO|;eB
werden künti-ii
4öt*. pruni.
Ich halte datllr. dass Scop<di Thfcia ilicis b«i»ehrieb«n
hat, wie auch Hr. Zeller vcrmuthet. Die Hcschreihnng pastt
auf diesen Falter ganz gut. DaHH Scop. die wahre pruni
150
nicht vor sich gehabt habe, schliesse ich aus seinem Citat
und Rösel: Papil. Diurn. Ol. IL, Tab. 7., üg. 4. 5. Hier
ist zwar pruni abgebildet, aber nur von der Oberseite.
Unter fig. 3. ist dagegen die Unterseite dargestellt. Und
diese Figur citirt Scopoli nicht, wahrscheinlich doch, weil
sie, eben so, wie die Linn^'sche Beschreibung in der Fauu.
suec. nicht recht passend erschien.
ö24. Phal. aceris.
Herr Zeller bemerkt hierbei : ohne Abbildung Mir
scheint dies nicht richtig. Es kommt hier die Taf. 16 der
Abbildungen in Betracht. Auf derselben sind unter den
deutlichen Bildern von Lith. quadra und Eupr. russula 9
Schmetterlinge dargestellt und zwar 4 Eulen und ö Spanrer.
Zuerst kommt links N. gamma, rechts daneben ein kleiner
Spanner mit geeckten Hinterflügeln, und neben diesem rechts
eine Eule, die ich unzweifelhaft für Noct. aceris halte und
zwar 1, wegen ihrer (Irösse und Figur, 2, wegen der
Zeichnung auf den Oberflügel, wo deutlich die grosse hohle
Nierenmakel angegeben und die dunklen Kippen angedeutet
sind, aber keine Spur von den Querzeichnungen der N.
brassicae zu bemerken ist, ?>, hauptsächlich aber wegen der
Unterflügel, die in der Zeichnung offenbar licht sein sollen
und die dunklen Rippen zeigen, wie sie bei aceris so deut-
lich sind. Die Worte: ..ohne Abbildung" gehören daher
zu 522. Noct. brassicae.
525. Phal. rubig;inosa. long. lin. »)<2 lat. H*.,.
Diagn. alae auticae supra ferriigineae . lunula media
nigra. In Carnioliae herbidis. Oorpus utrinque ferrugineum.
Oculi brunnei. Alae anticae lunula cornibus suis crassiorem
marginem respicit. Alae posticae supra murino-ferrugineae,
subtus magis ferrugineae: fascia obsoleta raaculaque media
fuscis.
Herr Zeller schloss nach dem Texte auf Noct. gothica
und das hatte ich auch gethan. Wie aber die Abbildung
Herrn Z. lehrte, dass gothica nicht geraeint sein könne, so
bin auch ich durch das Bild von meiner ersten Bestimmung
zurückgekommen. Es gehört zu dieser Nummer wieder ein
Bild der Tafel 16, wo die Nummern fehlen, und zwar das-
jenige, welches zunächst unter dem bei Nr. 425 erwähnten
Bilde der N. gamma steht. Diesem Bilde nach, wie man-
gelhaft es auch ist, trage ich kein Bedenken, die Phal.
rnbiginosa Scop, für Noct. silene W. V. zu erklären. Die
Farbe der Oberfltigei dieses Schmetterlings ist ganz von
IM
tier Art, l)e>»onderH h» i ctwan pretlogenen Kxcinplaren . wie
Soopoli gif mit .jVmiginonH" zu bezeichnen pHept.
52ii. N. clavipalpis N. cubicularis.
Hiorlior p'hiirt di«- KIlmip nflit«j ntlton \. rubi^inoRft,
Ittt. 1»;.
.')3ii. Geom. viridata.
Iliirher ^'t'h<irt dir Fi^rur /.wim'hen Vm't. g^ainma und
\"ct. »KMTls ailt' l'at. l»'.
r>.'n. Phai. repandata. Ion;;, lin. 7. lat. 4' 4.
Dia^'H. ulat- alhi.la»- iitrin(|iM' ; strit^is fuHcis. undatis.
extcnio niar^int' iiarullclis; piinrt<M|uc tnsci» ntrin<im.' nota-
tis. In hirbidi>* loci», w>n rara. Dcsir alis omni-
Itus pnnctulJK nnni«>roRi>j fustis adsporsis; lincola fuHca
marpincm •• x tf riore in alar utri«s<|ii(' ntrin^uc
t i rc n niRc r i bp ntf . piinrta(|in' fiisco non «(dum in inferio
ribiis, H«-d i'tiain miporinnbus. Dir- bicrbcr j:fhilri;.'o Abbil
dnn;.' ist gtdir \rrnn;:lli(kt . \vonijrj*tiiis in HdtVrn. al« sir
koin'- ^'t'orkt.- llinttTlIil^rfl /,ri;:t. hniKflbi-n F\-Iil.r /.v'\i:X
al)or auch dir ImI^jcmkU* Fiirnr. dif r.u <i<'oni. ntbulata
bcparana pbi.rt. Da abrr Spopoli (\cu Sphincttcrlin^ untor
den Spannern mit erkip'n Hintrrt1ll;:(dn aut'flilirt , so kann
man hieber sein. daf*s »t der^'b'ieben batte In lictraebi
dcRgon und naeb d«Mi Antraben in der UcHebreibuiifr. nainent
lieb wogen der tViiHMi s«li\var/en Linie vnr dem Sanni alier
Flllgel an! Ober lind Interseite. wegen der N«>ti/. über den
Fundort und wegen «ier (inlssr. di«' etwas betriiebtlicber
als die von «Jeom. amularia ist. halte ich dienen Sebmetter
lintr entnehiedeii t'llr <;■ nm. <*tritril:«ta S. V. prataria H.
.V>:>. Pbal. variegata.
Hier lnsrliriMlil >i-..|tMli zwei vernehiedene .'^ehmetter
lingr al» \'arntaten . niiirdieb :
i Geom. nintata l'r. I>ie «irnsHo wird zu •>',' LJiiigc
de« FlUgeU. and 4' 4 * FIttgelbreite angegeben.
1 (Jenm mvialiata Z. Hier wird die «tpiuHe xn 4'/,'
Lhnge und :'• , Breite angegeben
Der Text lantei nhmlieh:
Dingn albida. atomin t'aHeiimjue undati« tvnaihuti
fuHcij« \ariegata: alis Mmnibn»» punef» medii» niargineque
nigr»' punrtato utrin«jm In berbidi«. - Alae «ntirar
•<npni strigi» i4) una aliave obmdet« . puneti^ nitrri« margi
nalibuH 'Xi: pogtieae «»trigig tribuH. pnneti«qnc pariter (H).
Subtus antieae fusee^miteH ; lageia albida in limbn; potti-
02
cae albae striga transversa repanda fuscescente postica. —
Variat statura fere duplo minore, alisqne anticis siibtus
obscurioribus quam supra.
Die kleinere Art beschreibt dann Scopoli noch so:
alis anticis supra punctis (4) anticis nigris, postice serie
punetorum in limbo nigrorum. Alis posticis eadem serie
pnnctorum in limbo utrinque.
560. Phal. mensurata halte ich für Geom. vesper-
tata W. V.
Auf diesen passt auch der Fundort: trockne, sonnige
Hügel, wo man Geom. palumbaria nicht findet. Ausserdem
ist Geom. vespertata ein Spanner, der in Gebirgsgegenden
vorkommt.
570. Phal. spataceata.
Ich glaube nicht zu irren, wenn ich diesen Falter für
Geom. remutata L. Tr. erkläre, long. lin. 6. lat. 4.
Diagn. alae osscae: strigis transversis obscurioribus
repandis o b s o 1 e t i s . puncto nigro utrinque notatis.
In agro Labacensi.
Seticornis, si lente observetur punctulis raris nigris
hinc inde adspersa videtur, ad raargines alarum puncta
nigra. Alae subtus pallidioris: anticae strigis obso-
ietis fuscis binis fasciatae; posticae unica.
Hauptsächlich die Beschreibung der Unterseite macht
mich sicher in obiger Bestimmung, denn die andern Acida-
lien, die wohl in Betracht zu /iehen wären, haben eine
dunklere Färbung auf der Unterseite namentlich der Ober-
flügel, als auf der Oberseite. Die vier schwarzen Mittel-
punkte zeigt auch Geom. remutata, wie ein Exemplar mei-
ner Sammlung mich lehrt, obgleich allerdings dieses Merk-
mal in der Regel nicht gerade sehr deutlich an remutata ist.
575. laevigata.
I^ederer ziehet in seinem „Versuch die europäischen
Spanner in möglichst genaue Reihenfolge zu stellen" die
laevigata Scopoli zu renularia H. Mir ist dieser Spanner
nicht in natura bekannt; das Hübner'sche Bild scheint aber
nicht im Widerspruche mit Scopoli's Beschreibung zu stehen.
///
? t 576. Phal. inquinata. long 4'", lat. 2»/^
Tota pallida ferruginea, alis omnibus supra fascil»
bilineatis fuscescentibus, subtus immaculatis. In pratis non
frequens. Seticornis, alis margine externo fusco-punctato
anticis bifasciatis: fasciis bilineatis, harum posticae linea
163
oxtitna dentata, anticao voro lincai', iit scrpcns in Mcrcurii
haeiilo convülutis, ita. \\t «liios aimulos cfliciaiit: Alae jHtsti-
pao fascin una hiliiiraris: liiira postica dentata. linoa alia
antica obsolota Nkm» t'asoiae Kcciindac.
Ich L'i*l>t' dirse ncsclirrilmn.:: aiisClilirliili . liainit dt-r
\\ t rtli nifiiuT IJistininiimf:, in di r icli nidit isnu/. siolicr l»in,
luiirtlirilt und irfunl» rliclitn Falls vcrhcsscrt wt-rdtMi kann.
Ich halte Sco|)olis in(|uinata fllidconi. vcn^^ata II. Das»
S<'0|»oli unter color iVrrn^inens ein röthliches (Jrau versteht,
crhillt aus andern I^cschrcihunpen. l nd danach erscheint
die IJc/.i'ichnun;; Von Mass (•isiii;:rau t'ilr die Crundfarhe <lcr
vcno.sata widd passend. Die IJaiipc dieses Spanners leht
auf (Jliederweieh und es stimmt also aueh die Angabe de»
Fundorts bei Scopoli.
»7^. Phal. signata.
Ist un/weittiiialt l'vr. slri^'ulalis WV.
Dieser Seinnetterliuf; hat auf der l'nterseite der Ilin-
tertiUp'l den von Seopnli hervnr^'ehobenen und zur Henen-
nuni: des Falters benutzten, in der That aueh eharaeteri-
ätiächen dunklen Funkt.
Nach Treitxlike l«ht die Kaupc auf Kiehen, Das ist
richtig'. DasR sie aber aueh V(»n andern l>annilleeliten sieh
niihri-, ist un/.weit'elhat^. ich habe den Selinietterling mehr-
faeh in Fichtenbeständen des '1 hürin^'er Waldes gefunden
und diese Kxeniplare waren kUiner und weisser als die aus
Kiehenraupen und entsj)reehen ganz der .Seoixtli'seheu Be-
gehreibung.
:ü9. Phal. despicata.
Halte ich unzweitelhaft filr l'vr. eespitalis. .\ueh die
Angabe des Wtdmürtes: in incultis, siccis neglectiscjuc locis
passl recht gut.
r)ft7. Tortr. .solandriana.
Halte ich. mit liUeksieht auf die angegebene Grösse
und auch naib dt-r .M.bildung für Turtr. seutulana.
588. Tortr. cervana ist = Tortr. lacunaua long.
lin. .'), lat 1" j-
Diagn. alae anticae ce^^•inae; Iiinb<t ferrnginco - et
fusco - pnnetato ; fascia fuscescente pumtiscpie (3 — 4)
giaucis variegata. — In ericetis. Ala eadem inter fa.«»ciam
et basini pallidior. Lineolac duae fuscac in linibo
parallclae longi t u d i nales, punrtaquc tria funca io
margine exteriore versus apiceni collorata. Die Hrschrei-
bung passt, lillnkt mieh. genau und die zwei parallelen
llaudliuicu zeigt namentlich lacunaua dcutiich.
11
154
590. "Wulfeniana ist Pyr. atralis H.
Scopoli's Beschreibung passt vollständig auf diesen
Zünsler, der uamentlicli auch in manchen Exemplaren, wie
mir z. B. eines von Hr. Mann vorliegt, die bleiglänzeuden
Punkte auf den Oberflügeln recht deutlich zeigt. Es vs'ird
daher diesem Schmetterlinge der Scopoli'sche Name um so
mehr und zwar ohne die leidige Abänderung der Endsilbe
wieder zu geben sein, als Scopoli durch denselben das An-
denken eines um die Wissenschaft verdienten Mannes hat
ehren wollen.
? t 593. Phal. rusticana.
Dürfte nichts anderes sein, als Tortr. urticana. Um
die Wohnungen der Bauern in Kärnthen mag wohl, beson-
ders vor 100 Jahren, viel Brennessel gewachsen sein, die
Futterpflanze jenes Wicklers, und so erklärt sich die An-
gabe Scopoli's, dass der Schmetterling sich in der Kähe
der Bauerhöfe findet. Die Abbildung entspricht obiger Be-
stimmung; sie zeigt namentlich an der Basis der Vorder-
flügel mehr einen querbindenartigen Fleck, als 2 Makeln,
wie Scopoli angiebt. Wenn die Mittelbinde am Inuenrande
nicht breiter wird d. h. mit dem unteren der 3 Flecken, die
nach Scopoli zwischen der Binde und dem Hinterrande
stehen sollen, nicht zusammenfliesst, so werden diese drei
Flecken deutlich sichtbar.
594. Phal. misceilana ist sicher Tortr. olivana.
595. Phal. montana.
Scopoli's Beschreibung scheint mir auf Tortr, germana
Fröl. vollkommen gut zu passen, welcher Schmetterling wohl
in den Bergen Kärnthens eben so wenig selten sein Nvird,
als in andern ähnlichen Gegenden. Es wird also wohl der
Name germana in montana umzuändern sein.
597. pedana. halte ich für Tortr. turbidana Tr.
Grösse uud Gestalt der Abbildung sprechen, zusammen-
gehalten mit der Beschreibung, für diese Bestimmung. Die
Beschreibung lautet: long. 5'" lat. 2V2'" alae anticae cine-
reo — fuscoque nebulosae , apice striis obliquis ferrugiueis
(röthlich grau). Inter frutices. — Striae posticae subqua-
ternae, uiia cum fimbria, ferrugineae. Puncta (5) castanea
in margine crassiore versus apicera. Pedes subargentei:
postici longi et crassi. Pectoris latera argeutea. Tibiae
annulis nigricantibus.
155
Die Aii;,'al>«.' Illr dii« Oberflllgel: ciiierco fuscoqiic nehii-
l<»sac si lu'int mir ikmIj be/AicIiiK-iultT. als 'rroitsclikr's Ik«-
8clir«iljunf,'. in der «.ine graur, aurdeiii Iiinciiraiide anrHit/ciidc
Makrl hctjoiuliTs licrvor^cliolicii wird. Turhidana hat, wenn
man will, ein»* solclio Maktl: di<srll)C ist nhor in (Kr lU-^'cl
kcineswi'^'s l)i-8<tnders aulTallciid. Der hraunc KlU^'el er-
8clitint vielniclir im All^'cmeiuen grau gewölkt.
598. Phal. umbrina l..iii:. lin. 1 lal. i.
I)ia^'n. uniKriiia; aus antitis cincrcis fanciu punctis-
(jiic njar^'inaliliiis ruscrscintilms, — In pratis. — Margo
crassior alac 8»i|K'rioris, po.Hticai' albo-fuscoiju»' piinctatus.
Fimhriac niari'*» all» i d u s. Ist 'J'urtr. cespitana.
.'»;>'.♦. formosaiia long. 4'" lat. 2'".
Alis anticis ni^^rrt r(trtic'inn(juc variis, strigis tribus sub-
mar^'inalibus obliipiis plumbris pundisquc H albis mar-
ginalibus. llabilat circa Idriam in ])oinariiM.
Dc8oript. colur pracvalons niger. lorticino varicgatiis
Strigai- mm attin;:unt margiiun» alao cras.siurom, cui proxi-
uiar ; bar um p<>sti(-a <>ritur c ({uinto puncto albo
(ab apicc sursum numcrandiM cl dcsinit in m argine
»lac t'imbriatt) linear fcrc distantia ab apicc. In
lindu) cjusdcm ulae punc-ta tria plumbca: binis submargina-
libus: Intcr bina |iuncta ex liisce sunt duae {»arvae paralle-
lae cnrtirinae lincolac. Fimbria nigra, j)unctis tribus
c o r t i c i n i s v a r i e g a t a.
Diese Ibsdiriibung jiasst ganz vortrel'tiicli auf 1 nrfr.
W'ocbcriana, namentlicb die lierv»>rgeb<»benen Stellen. Audi
die Abbildung, wie mangelbalt sie übrigens ist, zeigt den
gestreckten Hau der Vorderflllgcl dieses Wicklers. Der
(ioldschimmcr, der nacb Treitselike auf den Vordertlllgclu
der lortr. Wurberiana ist, gebt an geflogenen .'*^tlleken
leicht verlortn und es bleibt dann nur die rotlibraune (cor-
ticinusi (trundfarbe übrig. Die punc ta .3 plundna sind der
sogenannte Spiegel und es giebt Kxcmplan' der l'ortr. \\\u'
heiiana. an denen der äussere Mttallrand dieses Sjiirgel-
in zwei Fbck<n zert"jillt. Ausserdem zeigt Woeberiana in
der That imdunklen Franzensaum drei briiunlichc Flecken.
Es wird daher fllr T<trtr. Woeberiana der .'^eopoli'8cbe Name:
forroosana eintreten müssen.
? t Vnn. pramineana b.ng. 3« j'" l*t P /"
Alae antieae at"mis t"as«ii3«|uc binis obsoletis fuscen-
ccutibua. — lu bcrbidiä colli». — Fasciac undulatac uou
ir
156
attingunt marginem alae oppositum. Pectus et femora ar-
genteis squamis adspersa.
Die Abbildung zeigt die Grösse, Gestalt und die Binde
im Mittelfelde und vor dem Hinterrande, wie sie Tortr.
striana W. V. hat. Auf diesen Wickler passt auch die
unvollständige Beschreibung, so wie namentlich die Angabe
des Aufenthaltsortes. Leider hat Scopoli die Grundfarbe der
Vorderflügel nicht angegeben, sonst würde meine Bestim-
mung ausser Zweifel gesetzt werden können.
? t 602. capillitana.
Am meisten scheint mir Tortr. cinerosana H. S. 290.
dieser Art zu entsprechen. Die Abbildung zeigt die Grösse
und den gestreckten Bau dieses Schmetterlings, und die
Vorderflügel zeigen, in Uebereinstimmung mit der Wirklich-
keit, keine characteristische Zeichnung, sondern nur die
Häkchenstriche im Vorderrande. Scopoli beschreibt lol-
gendermaassen : long. 4"' lat. 2"'. Alae anticae subferru-
gineae: punctis marginalibus capite palpisque albidis — in
silvestribus locis — ratio nominis ex denso pilorum capil-
litie capiti imjiosito Oculi nigri. Alae anticae subtus
fuscae; posticae utrinque pallide fuscae. Pectus argenteum.
Tortr. cinerosana hat jenen Haarbusch auf dem Hin-
terkopfe und obgleich derselbe mehr gelb ist, so kann er
doch in sofern „albidus" genannt werden, als er in Wirk-
lichkeit wie mit weisser Farbe angehaucht ist. Ausserdem
trifft die Beschreibung der Unterseite sehr zu, so dass ich
bei obiger Bestimmung nicht zu irren glaube.
604. pyraliana ist Tortr. naevana H.
Die Abbildung, die schon Herr Zeller als einer Phoxop-
teryx ähnlich bezeichnet, entspricht in Grösse und Zeichnung
der Tortr naevana, welcher Wickler in der Tliat eine den
Wicklern mit Sichelflügelu ähnliche Flügelbildung hat und
fast überall „in sylvis^" nicht selten ist. Auch ist an diesem
Wickler in der That das Endglied der Palpen deutlich
verlängert und dünn. Scopoli's Diagnose passt vollständig:
alae anticae ferrugineae ; limbo obscuriore, fasciis binis fuscis.
612. Phal. lunalis.
Beschreibung und Abbildung passen ohne Zwang auf
Pyr. tarsicrinal is H. , besonders auf etwas abgeflogene
Stücke, die Abbildung, die in den Oberflügeln — nicht wie
Herr Zeller wohl nur durch ein Schreibversehen sagt, den
Unterflügeln — drei Querstreifen und einen Mondfleck zeigen,
ist freilich sehr mangelhaft, repräsentirt aber Pyr. tarsicri-
ualis mindestens eben so gut, wie flg. G05 Pyr. barbalis.
157
(M'.i. Pbal viminaiis l«iii^. .j'".
AliU' iniiriii.n' ; t'axia ..hsfuriore ntrinquo. Hahitat in
aiit cirfa saliciMii viiniiialtiii. l'alpi vix lincaiii loiif^i. Alac
antuao limbo «»bsi-nrion-: |>o«iticai* sulitus fascia |mii('to(|iR'
t'ueeis.
Oh^'K-icIi in lU'tnll der raljan nn«l (Irr nesclircihun^'
ilor Inttrsfitf tin /wi ilrl :riln i^'t wt-nKu könnte, wenn man
dk<r l'lial. viniinalis Klr V \ r. |>nlvcralirt erklärt. s<i
glaub«' iili (iotli, ilasH diene Iiestinjnnin;,' vollkommen rielitig
i»t (Jrüsse um! (iestalt der Abbildung passen genau, auch
zeigt das Uild «Jen Scliattenstreil" dureli alle 4 Flügel etwas
jenseit der Mitte, so wie «ii-n verdunkrIten Kaum liing« des
llinterrandes. wie |iulMralis sie bat. Die l'alpen dieses
Zlln>lers sind aucb so lang, wie ScMjioIi angiebt, nur sind
sie nielit s»» wnbl aufwärts gebogen, als gerade vorgestreekt
unil «1er Sebmelterling bätto daber eber unter die /llnsler
mit palpis porreeti«, als zu denen mit jialpis reeurvis ge-
bart Allein ieb halte diesen linstanil tilr unerbeblieb. da
auch der Aulentbaltsort auf pidveralis passt ; diesi-r Zllns-
ler lliegt nämlieb in t<uebten. sebillreieben <Jegendin und
in solchen waebsrn in der Kegel auch Weiden, so dass es
ganz, natllrlieb ist. wenn Scopoli vermutbet, der Schmetter-
ling b'be an Weiden.
ü\h. Phal. sericealis.
Diesen Sebuutt».rling halte iib mit Treitsehke tilr die
Tvr. sericealis .SbitTerm. Die Abijildung passt so gut, wie
irgend eine JN-ctpolisehe Fiirur und die He/.eiebnung im Text:
tota sub(»ssea pa>-st ebenlalls auf die gidlogenen Kxt-mplarc
des genannt. 11 .'^rbmetterlings. Serupel erregen die dann
folgenden Worte: sed seriei in modum nitrns Ks ist wahr.
1'. seri«eali« SebilV. bat in «1er Kegtd «-ine mattfarbige, grub-
staubige, b • '' ' »n^^rlbe IWsläubung «1er Vord.rtlllgel; allein
wenn sie n ist, ändert sieh «las, «lie Farbe wir«l
bla'«H un«l \N.i>-._'.lb und bekommt auch einen gewissen
Schimmer. Möglich ist es auch, dass in manchen (hegenden
dieser .^«bmettcrlintr mehr (ilan/ zeict. als in andern, wie
man ja dies aucb in andern Fällen wrdd findet. Die
Abbildung ist. wie ge.tagt, kaum auf einen an«leni Schmet-
terling anzuwenden.
6 IT). Pbal. ruralis.
Ist sirher IVr. frumentalis und ich kann Herrn Zeller
niebt hcipfliebtin . wenn er sie fllr V\T. vertiealis erklärt.
Hätte Seopoji diesen Zünsler vor sieb gehabt, so würde er
158
gewiss den Muschelglanz nicht unerwähnt gelassen haben,
der demselben eigen ist.
? t 626. Tin. fuscella long. 4'"
Alae canescentes, fiisco-punctatae. — In montanis
nostris, passim. — Tota unicolor, subcanescens, punctulis
copiosis fuscis nebulosa.
Die Abbildung gleicht einer Ad. pilella, doch ist sie
grösser und die Fühler haben etwa halbe Flügellänge. Diese
Umstände haben mich auf die Vermuthung gebracht, dass
Scopoli Tinea pseudobombycella vor sich gehabt habe.
633. Phal. cornutella.
Möchte doch wohl nichts anderes sein, als Tin. argy-
rella W. V.
Die Abbildung passt dazu nach Grösse und Gestalt
vollkommen und auch die Taster sind ganz so dargestellt,
wie an den vorhergehenden Figuren von Tin. perlella, pas-
cuella und pinetella.
Die Beschreibung lautet: long. lin. Öi/V".
Diagn. tota ossea et polita; palpis erectis. — In
pratis. — Oculi fusci. Palpi lineam longi, erecti, duo cor-
nua referunt.
Bei diesem Schmetterlinge sind die Palpen in Wirk-
lichkeit mehr in die Höhe gerichtet und an Exemplaren,
wo sie etwas auseinander stehen, was im Tode leicht ein-
tritt, wohl zwei Hörnern zu vergleichen.
635. Tin, marginella long. 3V2"'
Pallide caryopbyllina. Alis anticis margine crassiore
pallidiore punctisque (6 — 7) caryophyllinis variegato ; fimbria
subargentea. — In pomariis. — Circa Idriam Majo mense.
Palpi pallidi, articulo ultimo alis concolores.
Ich glaube nicht zu irren, wenn ich diesen Schmetter-
ling für Tortr. Peucleriana F. R. (Mitterpacheriana Tr.)
erkläre. Scopoli's Beschreibung passt ohne allen Zwang
auf diesen in der Färbung variirenden Wickler, namentlich
auf die gleichförmiger gefärbten Exemplare. Namentlich
sind auch die Palpen desselben von blasser Farbe mit dunk-
ler, der Grundfarbe der Vorderflügel entsprechender Spitze.
Ausserdem trifft auch die Flugzeit zu und die Angabe des
Fundorts: in pomariis bietet auch kein Hinderniss, da die
Raupe von Peucleriana in den Kätzchen der Haselnuss lebt,
eines Gewächses, das wohl in Obstgärten gefunden wird.
169
Ci^Cu Pbal. Palliatella.
Krklärt Herr Zilk-r Tiir Litlionia ann ola (>. Diese
hchtinmiun^ scliciiit mir über docli zwcirclhaü. Denn 1)
giebl Seupoli die Län{;e zu 7'" an, was zu prot*8 fllr Litli.
aureola sein nioelitc. L'i l)e/ficlinet er die Färbung mit:
„tuta iissea" und sa^'l zu^rleirb. dir St InnelterlinK i*ci in den
Waldern vun KüriitlKii nicht seilen. Aus letzterer Bemer-
kung' ist ab/.mu hniin. duss ScdjHiIi (kn Faltir «itterH ^'el'au-
pen, also \\o\\\ aueli frische K.xinijdare zu Gesiehtc bekom-
men bat. Dann ist aber nicht zu i^Mauben, dass er die
Farbe : „ossea" genannt habe, denn dicHc iiezeiobnun^ passt
selbst auf sehr abpellt»f:ene Stllcke der Lith. aureola kaum.
Mir siheint es eher, als habe S*<>pi»li eine Lith. palleula
vor sieb gehabt.
643. Phal. mucronella long. •'»'j'".
Diagn. ulis timnibus lanceolatis. mucronatis, nitidis,
cuncoioribus, pallidis, antieis longitudinaliter fuseo-subliuea-
tis. — Habit in Kumpa. l'alpi porreeti. Lin;.'na ferrii^'inea.
Herr rr«if. Zeller erklart diese mucronella Senp. f^ir
eriella Tr. Let/.teren Sehmetterlinf: kenne ich auch nicht
in natura. Wenn ich aber Herrieh ."-^ehiitTers Abbildung mit
ScopoITa Hesehreibung und gar mit der dazu gehörigen
Figur vergleiehe. dann kommen mir grosse Bedenken pc-
geu die Kichtigkeit jener Bestimmung. Würde Se«tpoli,
abges<hen von allem andern, die aulVallendeii I'al|)en der
eriella unerwähnt gelassen haben? Würde er die Flügel
glänzend genannt haben, wenn er eriella vor sieh gehabt
hatte ? Von einem s(»lehen hervorstechenden (ilanze er-
wähnt weder Treitsehke noch Uerricb-SehiilTer etwas. Ver-
gleiche ieh aber Seopolis Figur mit der V(»n Herrich-
SehiilTer, so sind beide einander so unähidieh, dass selbst die
rntsihieden schlechte (jualitiit der Figuren diese Differenz
nicht zu crkliiren vermag ScopoUs Figur ist mindestens
um die Hallte ^rrösser . als die bei Herrieh ."^^ehäffer. Die
UbertlUgel siod lang, srhmal, sehr stark zugespitzt und
gleiehen spitzen Messerklingen, die l'ntertiü.::el sind ähn-
lieh, nur kürzer nnd etwa» breiter. Die l'alpen sind aU
zwei ziendi* h kurze, den Kopf wenig Ubt-rragende, gerade
Spitzen dargestellt, tli-- Fuldcr reichen merklich über die
Hallte der Flüg»l hinaus. Als /ciehnung sin«l auf den
Obrrtlügeln ein i'aar dunkle Längsliuien angegelH;n, mit
einem dunklen (^uerstriehelehen etwa« icnseit der Flügel-
mitte, auf den Fntertlügeln der Adenerlauf. Üiego Figur
entsprieht so sehr einer .i' *' . nnd dadurch den
leieht z€r.««torbareD Franzeii- aihten Tiu. cultrclia
160
H., wie man es von einer Scopoli'schen Figur nur ver-
langen kann und da man auf diese Schabe die Beschrei-
bung Scopoli's auch ohne Zwang anwenden kann, so glaube
ich nicht zu fehlen, wenn ich das einzige Exemplar von
raucronella, welches Scop. nach seiner eigenen Angabe
fand, für cultrella H. und zwar für ein abgeflogenes Ex-
emplar erkläre.
647. Phal. Degeerella long. lin. 2.
Diagn. alae nigrae , fascia argenteo aurea. An-
tennae longae. — Labaco misit amicississimus et E. P.
Wulfen. — 111. Linn. in Syst. Nat. fasciam argenteam, in
faun. suec. 2. flavam ponit; ego inter utrumque colorem
mediam video.
Der Schmetterling ist nicht abgebildet. Es ist zwar
auf Tafel 21 eine Adela mit einer Querbinde auf den Vor-
derflügeln dargestellt und zwar in der zweiten Reihe links
zuerst, allein diese gehört zur folgenden Phal. croesella.
Obige Beschreibung passt vollkommen auf Adela Sul-
zella 5 und ich zweifle nicht, dass ein solches der Schmet-
terling war, den Wulfen in einem Exemplar an Scopoli
sendete. Dazu stimmt auch die Grössen-Angabe.
648. Phal. croesella.
Hier giebt Scopoli eine ausführliche, auf Degeerella
L. ganz gut passende Beschreibung. Diesen Schmetterling
hat er auch selbst gefangen und er ist einer von denen,
die, als in den meisten Gegenden nicht selten, fast allen
älteren Sammlern bekannt geworden sind. Hierher gehört
auch unzweifelhaft das oben (647) beregte Bild. Es zeigt
Degeerella deutlich und stimmt ganz zu Scopoli's Be-
schreibung.
651. Phal. vorticel a.
Hierzu gehört die dritte Abbildung in der zweiten
Reihe auf Tab. 21 und es passt mir sowohl dies Bild,
als auch die Beschreibung ganz gut auf Lit. vorticella T.
(cinctella Clerck Tab. 11 Fig. 2). Bei diesem Schmetter-
linge liegt zwar die weisse Querstrieme jenseit der Mitte
der Oberflügel, während sie in der Abbildung auf Tab. 16
eher diesseit liegt, allein darauf ist bei der Mangelhaftig-
keit der Abbildungen kein grosses Gewicht zu legen. Da-
gegen sind die Hinterflügel breit angegeben, wie sie vor-
ticella Tr. haben soll, während die der cinctella L. sehr
schmal sind. Da nun ausserdem der vorticella Tr. (cinctella
Clerck. ligulella S. V.) nach Zinkens Autorität (v. Char-
161
ponticr die /ünsUr ii, •». \\. »ies Wien. Vcr/rirli. Aiimork. 'JOO)
die Kip'nsclialt hat. die Srupoli nriner vortinla /lischreiht,
HO niörlite v» in lUtri IV dirsrr Scliahc liei dein vcrldcÜH-n
k'(niicn, was rreitsthkc dnrillier p'saj:t hat. 'raminlrlla
hat llhrit:«'n8 eine \v« i>si' Stirn und Hriist, was Seonoli j^e-
wi8s nieht unheaehtet pehissen hätte. Lijrulelhi da^repen
ist /.iendieh selten und wcihl weniper h'ieht in (iärten auf
Fruchtliaunien anzutn-tVen . als die llberall nieht .'«eltono
vortieella Tr. inul zu dirser als Varietät zu ziehen.
r>f>.'l. Phal. fenestrella.
Dllrtli- mit volhm Keeht«' zu Tin. prnntlla zu zielien
sein. Die dunkK*n Stellen auf <len VordiTtlüpeln dieser
Schabe zeigen an Kxeniplaren meiner Sanindun^' naeh dem
Anssenrande zu einen Metall;:lanz, der w«ild auf die nchula
8ul)auratu des .^eopoü iredtutet wtrd«'n kann.
6r>r). Phal. punctella jnn;:. lin. S'/j.
Diairn. alae antieae niveae; jitmetiH fuseeseentibns,
in apiee ectntiuentibus, varii'iratac.
Kuri depit. intcr eorylos.
Antt-nnae an)ae. fnseu-annidatar. ncuij ni;:ri. Caput
runi thoraee ni\(-uni. Alae antieae olisnlrta t'ascia punetis-
f|U«' tuseeseentibus: pluribus in apiee. Tibiae albae, nigro-
annulatae.
Ks seheint mir zweifelhaft, oi) die Abbildung, die
Herr Zelier zu dieser Art ziehet, auch wirklieh dazu
pehrirt. «laher ieh diese nieht zum Anhalt bei der He-
stimmunp nehmen möchte. Die Mesrhreibunv' .Se<»p<>Iis und
dir (irioSiiiaiiL'abe passen meines Kracht» n« (dinc allen
/waiijr auf (»rnix avellanella St. II. -.S.. welcher Sehnictter-
linp namentlich auch die von S<'<»noli herv(»rgehobcnen
Schwan, and weiss penngelten I'llsse liat, die der Argyrest,
retinella /. tehlen. Das Kf>ptlmar ist zwar bei avcllanella
nieht eigentlich sehneewciss zu ncnn«n , (buh mag der
Selimcttcrlink' in dieser I'.e/iehunp variiren. wa« Bcln>n dar-
aus zu schlie-mii sein m<ichte, dass ll.-S. dan K<)|itliaar
weiss mnnt und «Jen Zusatz ..an der ."Spitze braun*' mit
einem V beit1l_'t.
64>ö. Phal. luridelia«
Von Herrn Zeller pewiss richtig als Occoph. iarteella
bistimmt. .\bcr die mittelste Ki;;ur IIImt »Ich Vterophoren
auf Tab. L'l dllrt"t«' nicht hierher ;:ehören. s«>nc|ern die in
derselben Heihe auf i!cr linken Seite stehende, von Herrn
Zellcr zu No. 07 1 gezogene Abbildung. Diese zeigt, abge-
162
sehen davon, dass sie in Figur und Grösse ganz zu lacteella
stimmt, auch die der letzteren Schabe eigenen, über die
ganze Flügelfläche vertheilten schwarzen Makeln, wäh-
rend Nr. 671, domesticella nach Scopoli's Beschreibung
mehr nach der Spitze der Vorderflügel dunklere Färbung
haben soll und zwar nicht in ziemlich scharf begrenzten
Flecken, sondern in mehr verwaschener Schattirung. Denn
Scopoli sagt hier: aus omnibus apice utrinque nigro ne-
bulosis.
667. Phal. rufella long. 2V'2'".
Diagn. alae griseo - cinereae , corpore pedibusque
rufis. Circa Labacum. Alae posticae augustissimae.
Hierher wird wohl die mittelste Figur über den Ptero-
phoren gehören. Wenigstens entspricht diese der oben an-
gegebenen Grösse und da No. 666 Phal. zoologella, die
in der Grösse der rufella gleich kommt, nicht abge-
bildet ist, die übrigen, hier noch in Frage kommenden
Falter, nämlich 668 Phal. murinella, 669 Phal. vestianella,
670 Phal. arbustella und 671 Phal. domesticella in der
Grösse zu jener Figur nicht passen, denn Np. 668, 669 und
667 haben 3— 3V2'" Länge, No. 670 aber nur IV2'" Länge,
so bleibt eigentlich nur rufella für die Abbildung in der
Mitte über den Pterophoren übrig. Was aber diese rufella
für ein Geschöpf sei, das habe ich auch nicht zu ermitteln
vermocht.
668. PhaL murinella long. lin. 3.
Diagn. alae pallide murinae. Li Carniolia inferiore.
Caput, thorax, corpusque alis concolor.
Mir scheint diese Beschreibung ganz gut auf Tin-
cinerella L. zu passen, die fast aller Orten, also wohl auch
in Carniolia inferiore, nicht selten ist und ich trage kein
Bedenken, sie dafür zu erklären.
670. arbustella long. IV2'".
Diagn. alae anticae subargenteae ; puncto nigro,
inter arbusta frequens.
Vestianella duplo minor, subargentea, punctulisque
obscurioribus irrorata.
Möchte doch wohl nichts anderes, als retinella Z. sein.
1«8
Hemiptcrologisches.
Von Au ton l>ohrn.
Lichenobifi ferruginea, Bacrenspriin^'.
III dir lUrliiuM oiitniiiol /ritsclirift, 1n.')7 p. 1<>T licscliriclten,
fallt mit »l«'r von Sif^iiorrt in den Annale« de la Soc de
Franee l>^r>2 untrr dem NanHn Astemma Mulsanti
nuhlicirton Species zusammen , fllr welehe Siirnoret am
Sohlnssc Peines Artikels wetren ihrer Kigenthlimliehkeit
Si'hon den (Jattungsnanien Ce r a tne um h u s in N'orsehlag
peltraeht liat.
Meines Kraelitens muss die Art den Namen miuconim
Itelialteii. unter weleliem sie von Fallen in seinen He-
miptera Sneeiae i Fund l.^2J», pa^. F^.'J) beselirieben und
ausser den Uliripen Kennzeichen besonders noeh dureh den
Zusatz treffend eharaeterisirt worden ißt: „Anmalculum hocct
Lathruiio mtnuln prnno mltittu ftit xiinilr.**
Ein typisches Fx^mplar der Fiehenohia ferrupinea gah
ieh anl* dem Herliner Musrnm: dass dir Art mit Astemraa
Mulsanti synonym ist. frrht aus einem Sehreilicn Si ^noret'8
hervor, dem ieh lin Fxemplar mittlieilte. Die von Fallen'g
und Si^'norets IJesehreihunjren ahweiehende Angabe des
Herrn l'rof. von IJaerensprunp, dass die Art l'lUgellos
sei, beruht wahrseheinlich aiil cimiii Irrthum. Das in mei-
ner Sammlung belindliche Fxemplar hat kurze, weissplän-
zende FntertillKel, wehhes mit den An^'ab(n Fallrn's „Alae
metalliec nitenf und Signoret's „Alles blanehätres" voll
kommen Übereinstimmt.
(Jetuoden ist die Art bisher in Schweden (Fallen), in
Frankreich (Sig^ioret in der Fmgegend von l'aris', Berlin
(V. Haerensprungi. TretVId »Minki. Herr Mink fand das
7.iorIiehe Thier am liand»- «ler Nester V(»n Formiea fuü^'inosa,
.'^^ipnoret traf es bei Vineennts im ( »ctober an f»uehten
Flatzt-n unter IJlättern. I*rof v. haerensprung fand es bei Ber-
lin in den Nestern von Formiea rnfa. Fallen sa^t, I. c. :
Habitat imago niense Julio in loeis siecis, at aptera 8ub
muKcis mense Scptembri.
Da Faihn's (Gattung IJryocoris, unter welcher er
I. c. die drei Arten /■.vrt./i« , paluftn» |eoleo|)trata Falben
ojimi und muimrum beschreibt, nach den jetzigen Ansichten
nicht mehr auf alle drei anwendbar erseheint — die zweite,
palustris, auch bereit« von Herrn v. Bacrensprung nnt<'r dem
Namen Myrmcdobia coleoptrala ausgeschieden ist. »o bleibt
die (iattung Bryocoris fllr die Spccieg pteridis F'all.
nnd fllr muscorum tritt die (>at(ung Ce ratocombas
Sign. ein.
164
Die Syuonymie stellt sich danach wie folgt:
Cer atocombiTS rauscorum Fallen.
Bryocoris muscorum Fallen.
Astemma Mulsanti Signoret.
Lichenobia ferruginea Baerenspr.
Stettin, im März 1858.
dem entomologiscben Publikum zu geneigter Prüfung vorgelegt
von einem Norcldeatschen Entomophilen.
A. Zur Familiennamen-Frage.
1. Die Benennungen Coleoptera und Eleutherata
bezeichnen nur die Ordnung der Käfer als Ganzes be-
trachtet; das Wort: Käfer als Vocabel darf aber nicht
durch den (nicht existirenden) Singular Coleopteron oder
Eleutheratum übersetzt werden, sondern der Käfer als In-
dividuum heisst unter allen Umständen stets nur Scarabaeus.
Es ist daher bei allen Familiennamen, so weit sie adjecti-
vischer Natur sind, der Plural Scarabaei zu ergänzen, und
deshalb müssen dieselben die Masculinar-Endung erhalten.
Somit sind für die Familiennamen, insofern sie Adjectiva
sind, alle Femininal- und Neutralformen zu verwerfen.
2. Eben so verwerflich sind die unechten Patronymi-
kal-Endungen ödes (oda) und ides. Die erstere Endung
(von üJörg^a^Kh^g) bezeichnet lediglich eine äussere Aehn-
lichkeit bei wesentlicher Verschiedenheit (Carabodcn also
Käfer, welche äusserlich den Caraben ähnlich, aber keine
Caraben sind ) folglich gerade das Gegentheil von dem,
was damit als Familienname bezeichnet werden soll. Die
Endung ides aber ist entweder wirklich griechisch, und
dann nur der Plural der Femininalendung i s , und dann theils
als solche, theils ihrer Zweideutigkeit wegen unbrauchbar
(Lampyrides, Melyrides: Arten der Gattung Lampyris, Mely-
ris, nicht aber Lamj)yris-, Melyris- artige Käfer), oder sie
ist gedankenlos aus französischen Autoren übernommen
worden, die sie als französische (nicht lateinische oder
griechische) Form, für die alte Patronymikal- Endung idae
haben gebrauchen wollen, und dann muss sie in gleicher
Weise germanisirt, d. h, durch iden übersetzt werden.
3. Dasselbe gilt von der Endung ites. Dieselbe fin-
165
<U*t siel» im Lateinischen v- "-^crst selten und ledi^'lich
als L«K'al-Knclnn;; lllr Voll . nicht lateinischen \'r-
siirun:rs (z. li. Sanuiit» s : j:"' ' l'i^« h ist sie par nicht, und
sehciiit eben 8o ^'rd.iiik» nlofj. wj»- die Kndnntr ides, ans dem
b'ranziisischcn ülMrin'nunen . dort aber aus einer Fran/ösi-
run^ d» r im (Irieehisehen pleieht'alls seltenen Lokalendunp
11«/ (entsprechend dem Lateinischen ini in Sagruntini etc.»
entstand«!) zu sein. lll«»S"*e Lo<alenduniren aber entsprechen,
auch wcun sie wirklieh sprachrichti:: gebildet sind, dem
HcfTritVe nicht, den man mit der Ikdeutnn^' einer Familien
benenniu)^ vcrbindit.
4. Sollen somit <lie Familiennanien Überhaupt über
einen Leisten ^'isehlapen werdtii. so bleiben dazu nur die
echten ;;rieehisehcn l'atronymikal - Endunpen idae und adae
Ubrip . und diese sind dazu um so mehr geeiimet, als si»
wirklich eine /Msammen;:rli<»rigkeit durch Verwandtschalt
ausdrtitkin. I>i«'selben kf.nncn zwar eigcntlieh nur grie-
chisclii M Namen anircliiinpt werden; wenn aber, wie schon
TOD Andeni mit Keeht luinerkt worden ist, Virgil F'ormen
wie Scipiadae gebraucht hat. so werden die wenigen la-
teinisehen (Jaltungsnamen sich auch wohl eine gidehe Kn-
dung gefallen lassen können.
;'>. Abrr ift denn lll»erhaupt eine derartige rniformi-
rung n«'thw. iidig/ Ist nicht vielnuhr das .lagen danach
nur ein neuer lUlag fllr die alte Salomonische Kegel, dass
nichts Neues unti-r der Sonne ist? Die lk>taniker hatten
in tVUhcrer Zeit fllr ihre Pflanzentamilien allerlei, zum Theil
schon aus Vorlinneischer Zeit herstammende, v»m Linn«>
»elbst beibehaltene und von seinen Jiin^'ern und Nachfolgern
big auf unsern Sprengel herab fortgeptlan/te . von m«hr
oder Einiger her\i.r).techeiid« n Fi;:( ntbündiehkeiten der <la-
rnnter begritlt neu l'tianzen hcrgenemmene Namen. un<l haben
sich dabei lange Zeit hindurch wohl befunden. I)a fiel es
vor fi*» iKler r.u Jahren einigen franzimschen Hotanikem
ein. alle «lies«- IW nennnngen zu refornnren resp. zu uni
fonnircn . und zwar nach «lein (Jnindsatze, ilass je<K r l"'
milienname v<»n den» Vnmen irgend einer in der Fai ; •
enthalt« iien (iatlui .t sein mttsKc. So wunle tlenn
allen alten zu du . .. p.el nicht pausenden Namen der
Krieg erklärt, die Stellatae wurden in Hnbiaeeae. di«
Aggre gatae in Di psa ce ae. die A speri fol iae in Ho r
ragini'ae. die Cnronuriac in Liliaccae u. s. w. ver
wandelt, und nielit eii
roeks entbehrenden H-
tilgt waren; nur einigen wcnip-n «ierselben - ae. l m
bcUifcrac ete.» hat der gesunde Sinn der Lj... ...;. bis jetzt
166
ihre Existenz gerettet. Als nun zu Ende des vorigen Jahr-
hunderts Latreille nach dem Muster von Jussieu's
Pflanzenfamilieu seine Käferfamilien aufstellte, benutzte er
für dieselben theils schon vorhandene Kamen, theils schuf
er deren neue, wobei denn allerdings neben wohlgerathenen
auch einzelne wenig passende mit unterliefen. Die meisten
derselben haben sich noch im Dejean'schen Cataloge er-
halten : seit einiger Zeit aber haben namentlich die Engländer
gegen dieselben einen eben solchen Vertilgungskrieg erho-
ben, wie früher Latreille's Landsleute gegen die unschul-
digen Benennungen der Pflanzenfamilien. Und warum?
Weil nicht alle jene Namen den nun einmal beliebten, auf
ini oder ides oder ideae etc. auslaufenden Uniformsfrack
trugen! Ist aber nicht, bei Lichte betrachtet, der ganze Ha-
der über adae, idae, ici, ini, ides, ites und wie diese
unglückseligen Endungen weiter heissen mögen, das tref-
fendste Analogon zu dem Hinund Herdrehen des Unglücks-
menschen, der nicht darüber zur Ruhe kommen konnte,
dass ihm der Zopf dahinten hing und dort auch hängen
blieb, so gern er es auch anders gehabt hätte?
6. Also weg mit solchem Hader! Lasst uns die Zeit,
die mit dem Grübeln und Streiten über den passendsten
Uniformsrock vergeudet wird, lieber zu soliden entomolo-
gischen Untersuchungen verwenden! Es kann bei dem Na-
men einer Familie gar nicht darauf ankommen, ob er diese
oder jene Endung habe, sondern ob er die Familie passend
bezeichne, und daneben sprachrichtig- gebildet sei. Wo
also ältere Namen vorhanden sind, die diesen Erfordernissen
entsprechen (z. B. Hydrocanthari Latr.), gebührt ihnen
der Vorzug; wo ältere passende, aber unrichtig gebildete
Namen mit einer leichten Aenderung berichtigt werden kön-
nen, resp. bereits berichtigt worden sind (z. B. Cicinde-
letae Latr. in Cicindelidae; Malacodermi Latr.
in Malacodermata etc.) sind dieselben unter Anwendung
solcher Berichtigung beizubehalten; und nur, wo keiner die-
ser Fälle eintritt, kann der Schöpfung neuer Namen Spiel-
raum gelassen werden, wobei denn immerhin der Patro-
nymikal - Endung idae oder adae der Vorzug gegeben
werden mag. Wird eine Familie in mehrere zerlegt, so
muss einer dieser neuen Familien der Name der früheren
verbleiben; so ist z. B. der Name Telephorides (auch
wenn er weniger falsch gebildet wäre) gegen den älteren
Malacodermata unberechtigt, und letzterer muss die, jetzt
die echten Cantharis- Formen umfassende Familie behal-
ten, auch nachdem die sogenannten Melyriden davon ab-
getrennt worden sind.
167
7. \amcii (laf^epcn, welche sprachwidrig gebildet odtr
abgeleitet sind ( /. I(. rtiniorcs, Pauggili und ühDÜche,
und ein (iK-ielies ^ilt auch von Oattungsnanien nai b dem
Muster von Tln»ra\t'|ib<>rus, Mvrnuebixenus etc.) oder olTen
bare oIir/.erreis><endi' Kakojibomien eiitlialten (?.. 1'. Lobiidae,
Benibidiidae u. a i niüssen. soweit keine liesserunj,' niög-
lieh, unbarniber/if: in die svnouvmisebc rolterkanuner ver-
bannt werden. Haben auch die alten Hümer noeh keine
Käfer beschrieben, ßo niUssen wir doch, wenn wir uns ein-
mal ihrer Sprache bedienen wollen, un.-^ einer Ausdrneks-
weise beÜeissigen , wie sie dieselbe niutbnjasslieb ange-
wandt iiaben würden, wenn .«<ie die beutige Kntwickelung
der Naturgesehiehte «riebt und sieh daran betheiligt hiitten.
ThuD wir das nicht, so laufen wir Gefahr — un<l wir sind
leider! schon auf dem besten Wege dazu — , immermehr
in den Stilus epistoiari}» obsrurorum viroruni hineinzugt
rathen und in einer Sprache zu schreiben, die, ob auch mit
lateinischen Hrocken \«'rset/t, doch kein Latein, sondirn
ein Jargon ist, dessen Grammatik erst noch erfunden wer-
den soll, und über den uns «lie i'hibtiogen mit <Iemselben
Hechte verlachen, mit dem wir den berühmten Gymnasial
Director belächeln . der kllrzlieh in seinem sachlich geord-
neten lateinischen Vocabclbuchc die Sebneckcn und Hlutigel
unter iKn Inseclen. und die .Muscheln unter den Mineralien
aufgeziihlt hat. Darum fnrt mit solchen Bastard- und
Bankert Namen; sie gelnircn nicht einmal in die Synonymic,
sondern zu derjenigen Sf»rte von Namen, für die Bei che n-
bach unter den Botanikern schon vor 2^» Jahren den sehr
treffenden Namon Kakonyme gestempelt hat.
^. Bei der Zusamnienordnuii;: der Familien zu grös.serii.
mehr oder weniger künstlichen (Jruppen ist. meine ich.
nicht «1er geringste (Jrund v«>rhan<len . diese letztem,
die d«x'h jeder Systematiker nach seiner individuellen An-
sicht anders gestalten winl, nun auch sofort wieder mit
neugemaehten Namen zu beschenken. Eine besondere \'ir-
tuosität in «ler Krfmduntr nobbcr Namen haben in neuerer
Zeit «lie 1 -cn «ntwitkell; ich vermag
jed«»eh in ■. .V«Iephaga, (ieodephaga.
Chi lopodomorp ha, i h ilop«idogna tha, und wie si<
sonst noch lieissen nx'igen) Nichts als einen, lediglich au.-^
einer Belustigung des Witzes entsprossenen Wust zu er-
kennen, der. weil das (tedächtniss mit einem nnntltzen
Ballast beschweren«!. vi»n dem übrigens sehr geduldigen
l'apicr nicht frUh genug entfernt werUco kaoo.
168
B. Zur Prioritäten-Frage fiir Gattiiiigs- und
Trivialnamen.
9. Unsere Systematik der Katnrgeschiclite beginnt
mit Linne; mit ihm beginnt aber auch unsere naturbisto-
rische Nomeuclatur, oder vielmehr das System derselben.
Wie daher in dieser Beziehung alles vor ihm liegende als
präadamitisch nicht mehr in Betracht kommen kann, so er-
fordert die natürliche Ehrfurcht vor ihm, dass die von ihm
herrührenden Namen, so weit sie Gattungsnamen sind, un-
bedingt, und so weit es sich um Trivialnamen handelt,
überall da erhalten werden, wo sie sich nicht als jetzt be-
deutungslos gewordene Collectivnamen ausgeglichen haben.
Wo also eine seiner Gattungen in eine Reihe neuer Gattun-
gen aufgelöst worden ist, da muss eine derselben, und zwar
vorzugsweise eine besonders hervortretende Formen ent-
haltende Gattung den Linne'schen Kamen behalten, wie
dies z. B. bei Carabus, Dytiscus, Staphylinus,
Chrysomela u. A. befolgt, und kürzlich auch von v. Kie-
senwetter wieder bei Buprestis mit vollem Eechte zur
Geltung gebracht worden ist. Wo in einzelnen Fällen, wie
bei Elater und Curculio, der Linne 'sehe Name aufge-
geben worden, muss er wieder hergestellt werden — : für
welche der neuen Gattungen, mögen die Herren Mono-
graphen entscheiden. Aber ganz unzulässig ist es , einen
Linne'schen Gattungsnamen auf Thiere zu übertragen, die
der Linne'schen Gattung ganz fremd sind, wie dies von
französischen Entomologen durch Anwendung des Namens
Cantharis auf die Pflasterkäfer geschehen ist. Es muss
vielmehr eine der aus der alten Gattung Cantharis Lin.
hervorgegangenen neuen Gattungen den Linne'schen Namen
behalten, und es ist kein Grund vorhanden, ihn der aus
den von Linne selbst vorangestellten Arten gebildeten Gat-
tung zu entziehen, der ihn Fabricius, unter Nachfolge so
bedeutender Auctoritäten, wie Illiger, Gvllenhal und
Erichson (Wiegm. Arch. 1842. L, 101. 1847."'L 83), ertheilt
hat. Daselbst ist der Name Telephorus Schaeffer
(ohnehin blosses Synonym von Cantharis Lin. und mit
der Edit. XIL des Syst. nat. gleichzeitig, veröffentlicht) eben
so unberechtigt, als Telephorus Oliv., welcher letztere
Name ohnehin bloss auf jene unzulässige Uebertragungdes
Namens Cantharis auf die Canthariden der Officieu ge-
gründet ist.*)
*) In der Botanik ist dieser Grundsatz längst zu allgemeiner
und unbestrittener Geltung gelangt. So hat schon mancher Autor
dort selbst alte Linne'sche Gattungen wie Potentilla und TormentiUa,
109
10. Wie aber l.inin- in <kr gesammten N'aturpe-
Sf-bichte eim* bovnrziiirtr Stellung einniiniiit, ?<<> fUr die
spätere Zeit in «ler Knt(.ni<»Ini:ic Fabricius, und sie wird
ih'n nielit vcrkllninurt wt-nien k<inncn, ob auch seine
LtistunpMi, wie alles Mensrhenwerk, von Mänfreln und (Je-
breehcn nieht tVt-i sind. Mit ihm beginnt sunaeh fUr die
gesrhiehtlichc Kntwiokelung der Kntomologie ein neuer
Abschnitt, und diesen tixirt man am geeignet.sten auf den-
jenigen Zeitpunkt, wo seine sy.««tetn:iti<ehe l'earbeitung des
gesummten, bis dahin bekannt gewordenen Inseeten- Keich-
tbums zum erstenmale in einer griissi-ron Abgeschlossen
heit. Abrun<lung und Vollendung ans Lieht trat. Ich finde
diesen Zeitpunkt in dem Krscheinen der Kntomologia syste-
n.atica im Jahre 17".»*i. Mag in die.sem Werke, welches ftlr
seine Zeit und seine Wissenschaft dieselbe Bedeutung hatte,
wie fllr eine frühere Zeit und einen andern Zweig der N'a-
turgeschiehte die Kdit. III. von Linne's Sj). plantarum. man-
cher Irrtiium mit untergelaufen, auch manche Benennung
anscheinend willkllrlieh geändert sein, so ist es doch eben
Fabricius, welcher tlies gethan, und wir werden uns dem
schon fhffcn müssen, wenn wir uns nicht der schlüpfrigen
^^^th^^ • aussef/en wollen, bei «lern Autlinden irgend
einer luen Broschüre, oder einer l)is dahin über-
sehenen, in einer alten Scharteke vergrabenen Notiz an
unserer Nomenclatnr wieder ändern zu müssen , der doch
wenigstens fllr die ältere, ohnehin auch einer synonymischen
Kritik ermangelnden l'eriode eine unabänderliche Feststel-
lung zu wünschen ist. Ohne solche wird, wie theilweise
schon jetzt der Fall, das llerNorsuchen sojeher alter ver
sehollener Namen zu ein<nj besonderen, der Variantenjagd
der I'hilolngen entsprechenden fnsehäfle, und nimmt bei
der hier nnentbehrlichen Kritik einen Aufwand von Zeit
nnd Krat^ in Anspruch, dessen wir uns im Hinblick auf die
leidige Nothwendigkeit derartiger Intersuehungcn für die
spätere Zeit nicht sehne!! cenug entbdiiren kennen. Zu
jener .'^icherlnit aber i wir. wenn wir für alle in
der Knt. ."^yst. v<»rkonii. \rten - so weit es sich nicht
um Herstellung eines Linne sehen Namens handelt — die
von Fabncins in jenem Werke gebrauchten Namen festhal
ten, uml s<»mit alle zwischen IT«»»» und I"1'2 fllr Arten,
welche in die Knt. Syst. auf • n woni von
anderen Autoren gebrauchten ohne .\ als
«ber noch i. •»■ im ••n;
der oeuen •• much n« . ^
die BeneDDungcu Put^'Dtilljk, Ljcbuu eio * cnlraoigra tu wuileu.
13
170
ante-diluvianisch der Vergessenheit überantworten, oder sie
höchstens als antiquarisch-historische Notizen bei der Frage
gelten lassen, in welche m Winkel der Erde und von We m
ein Insect zuerst aufgefunden, und Was bis zu dem Er-
scheinen des genannten Epochenwerkes darüber ermittelt
worden sei.
11. Die Periode der Prioritätsgeltung würde somit —
und zwar unter dem Vorbehalte eines abermaligen, die ganze
bisherige Nomenclatur rt^gulircnden Abschnitts, wenn einmal
wieder eine derartige Ei)oehe machende und die dermalige
bekannte Insectenwelt umfassende Erscheinung, wie die Ed.
XII. der Syst. Nat. (von 17G6) und die Ent. Syst. (von
1792) hervortreten sollte — erst mit dem Jahre 1792 ihren
Anfang nehmen , und dieser Zeitpunkt erscheint noch ge-
eigneter durch den Umstand, dass erst von dieser Zeit ab,
und zwar vorzugsweise durch Illiger und seine Schule,
eine eigentlich wissenschaftliche Synonymkritik geschaffen
worden ist. Aber auch für den mit 1792 beginnenden Zeit-
abschnitt kann die Priorität der Benennungen nicht unbe-
dingt und ohne mancherlei Restrictionen zur Geltung gelan-
gen. Im Allgemeinen ist sowohl für Gattungen, als Arten
die Forderung zu stellen, dass sie wissenschaftlich begrün-
det, und mit sprachrichtig gebildeten, ob dann auch bedeu-
tungslosen Benennungen jjezeiclmet seien. Für die Gat-
tungsnamen sind dann noch folgende Regeln beizufügen:
a) wird eine wissenschaftlich begründete Gattung in
mehrere zerlegt, so muss eine derselben, und zwar
vorzugsweise eine solche, welche die typisch gewor-
denen Formen der altern Gattung erhält, den alten
Namen behalten;
b) werden umgekehrt mehrere wissenschaftlich begründete
Gattungen zusammengezogen, so muss die neue Gat-
tung einen der eingezogenen Gattungsnamen behalten,
wobei die Auswahl unter diesen im Allgemeinen dem
spätem Autor überlassen bleibt.
lieber die erste Regel ist nichts weiter zu bemerken,
da sie, ob auch unter einzelnen Verstössen, schon jetzt zu
ziemlich allgemeiner Anwendung gelangt ist. Gegen die
zweite ist häufiger gefehlt worden, aber auch sie wird kaum
ernstlich angefochten werden, wenn man sich nur die heil-
losen Consequenzen klar machen will, zu denen ihre Nicht-
beachtung nothwendig führen raüsste. Man denke sich z. B.
dass ein Carabiden-Monograph oder Faunist die bisherigen
Gattungen E p 0 m i s und Di nodos zusammenziehe und die
neue Schöpfung auch mit einem neuen Namen belege; eben-
so verfährt ein zweiter mit Chlaenius und Dinodes, ein
171
dritter mit Clilaonius und Kpoiuis; und ein vierter,
welrher alle drei Cultun^'ro verciaigt, bcHchcnkt auch
diese neue Colieetiv^'uttuii;; wieder mit einem neuen vierten
Namen, ist wenif^st» ns da/.u liereeljti^t, (Heiclies Keeht
wird HUeli den Svsteniatikerii nielit versagt werden können,
di«' von den X Gattungen, in welche die Deje an scheu
„Ferouiens" und v. Chaudoir u. A. suceessiv zersplittert
wonleu sinil. vi» lleieht 1' oder .'), «»der •> oder 8, oder 4Ü
unter den nianni^'lalti^^sten Comliinationen wieder vereinigen:
und «lurch dies Alles wUrde /ulet/.t eine solche Namenver
vieltaltigun^' ent.Ntehen. <lass das Krsinuen und Krtin»leu
neuer lienennun^'en sieh /.u einem neuen, tahrikmiissig zu
hetreihend«n Zweige der nalurhistorischen Svhtmiatik aU8-
Itilden mllsste, sufern überhaupt das (i edäe htnins und ver-
mehrte Autlagen von Agassi z Nomenelatur ausreichen
würden, solchen Namenwust vor dem Versinken in Lethe'ä
Stn>m zu hewahren.
Sonach dürfte auch der (Jrundsatz li. auf allgemeine
Zustimmung richnen <lllrfen. (lilt er aber, so war z. H.
Latreille j;ar nicht berechtigt, die von ihm durch die
Zusammenziehuug der bereits wissensihaftlich festgestell-
ten r>onellisehen (iattungcn Abax cte. gebildete neue Gat-
tung mit einem neuen Namen ( Feronia ) zu belegen. Da-
gegen war Krichson in vollem liechte, als er, ob auch
ohne klares IJewusstseiu «ler (Jründe, den unberechtigten
Namen Feronia Latr. bei .^eite schob, und einen der äl
teru IWmellischen (Jattungsuamen an dessen Stelle setzte.
Welchen? war am Knde gleieh^'Ultig; dass er dabei statt
eines sprachwidrig gebildeten (wie Abax) oder läppischen
(wie I'oeeilus) «len für di«- meisten Arten wirklich bedeut
Hame Namen I' te ros t ic h us gewählt hat, kann nur voll
ständig gebilligt werden.
12. Wenn die zur Hegründung eines i'rioritätsrechts
uncrlässliche wissenschaftliche Begründung schon bei den
(Gattungen ein nothw endiges Krforderniss bildet, so tritt
dasselbe bei den Arten noch in bestimmterer Weise dahin
hervor, dass die .\rt in kenntlicher Wtis«- beschrieben.
und da.lurch auch ohne \'ergleiehun;; von typischen ."^tUcken
des Autors bestimmitar sein muss. Wenn demnach z. 1'.
I'revssler in der Beschreibung eioc» Claviger testaeeu ^
die [linterleibsgmbe vergi'sscn, dagegen dem Ilalsschild«
eine Längsfurrhc and dem Hinterleibo fi dentliche Kiui:r
beigelegt, in der .\bbildun;.' aber deren gar •> d;i:
hat, s<» ist eine an so ;:roben Mangeln leidende A _
und Beschreiluing keineswegs eine brau« hbare, sondern eine
ganz schlecht«' zu nennen, welche Müller s VerkcQOCD des
ir
172
Thiers vollständig recbtfertigt^ und dem Preyssler'schen Na-
men ein Prioritätsrecht zu sichern nicht geeignet ist. Und
wenn ebenso Ilope seine Lagria nigricollis mit der
berühmten Diagnose: „Flava, antennis capite thoraceque ni-
gris, elytris pallide castaneis villosis, corpore infra piceo
pedibus concoloribus^' in die Welt schickte, so war Erich-
son wiederum vollkommen im Rechte, wenn er durch seine
eben so berühmt gewordne Frage: Was ist nun au dem
Thiere gelb{'' ohne weiter ein Wort zu verlieren, dem gan-
zen Machwerke kurzweg den Stab brach.
13. Das Verhältniss von Eiuzelbeschreibungen zu grös-
seren systematischen, monographischen und faunistischen
Arbeiten ist in den letzteren Jahren mehrfach in sehr ver-
schiedenem Sinne besprochen, ja, die Publication von ersteren
mehrseitig ganz verworfen worden. Kann ich dem nun auch
nicht unbedingt beitreten, so muss ich doch denjenigen bei-
stimmen, welche den in Einzelbeschreibungen gebrauchten
Benennungen ein unbedingtes Prioritätsrecht nicht einräumen
wollen. Es ist bekannt, dass die Ausarbeitung der letzt
bezeichneten grösseren AVerke eine mehr oder weniger aus-
gedehnte Zeit in Anspruch nimmt, dass Druck und Anfer-
tigung von Abbildungen diese noch mehr in die Länge zieht,
und dass ausserdem solche Werke gewöhnlich stück- oder
heftweise erscheinen , wo dann die Jahreszahl auf dem
mit dem letzten Hefte ausgegebenen Titelblatte nicht für
die Geltung der in den früheren Heften publicirten Namen
bindend sein kann. Es wird deshalb als Regel gelten müs-
sen, dass — den in den bezeichneten grösseren Werken
vorkommenden neuen Artnamen gegenüber — die in Ein-
zelbeschreibungen derselben Arten gebrauchten Namen kein
Prioritätsrecht erlangen, wenn sie den grösseren Werken
mit einem so kurzen Zwischenraum vorhergehen, dass sie
von den Verfassern jener grösseren Werke bei ihren Arbei-
ten nicht mehr benutzt werden konnten. In den meisten
Fällen wird dieser Zwischenraum auf 1 — 2 Jahre zu nor-
miren sein.
Metakritische Frühjahrsgedanken eines baltischen Setzers
zu vorstehender Essentia dulcamara.
Ad L Wird die Unmöglichkeit des Singularis „Cole-
opteron seu Eleutheratum" bestritten und Beweis erwartet.
Der gewissenhafte Herr Pape citirt in seinem griechisch-
deutschen Lexicon das Wort zu utiteqov als Aristotelisch,
173
laul wenn er mit der Atitoritiit drjjselbni Weltwti'^tMi aurh
nur (las .Masciilinum xtihniifon^ auflllirt, h<i (*rwalmt er
(loch aiiili dtssrii nmnit «im.'. Kh ist (lios alxr Olr den
vorlie^'endeii Tunkt um so wtnitrer von KrlicMirlikrit . aJ»
<lcs8en Consequenzen
Ad 'J. und Ad .J. vnllkoiniiitii «'inj^frauiiit werden. Da-
gegen müssen die P'ra^en
Ad 4. und •">. zusanmien liesprnclicn werden. Aus rei-
ner oder nojii besser ans an;:«'wandter Tliilantliropie Hesse
sich zur N'otli al)liiftii. dass liei dri» fortwährend sich stei-
gernden l ntrniilimun;;en. tias täplieh enormer werdende
.Sfaterial der Natur in ('ompiMidien einznkeilcD. es durehaus
nicht i;leich^ldti;r i-^t, oh man die an sieh schon das Ge-
däehtniss des Anfängers Ijorrihel in .Vnsprueh nehmenden
Si-hwieripkeiten noch frratis \irni»*hrf odi-r ni<lit. Ich kann
also die Idiosynkrasie dis geehrten Knt<inio|diil<-n jrepen
den -l nit'onnirunu'szwani:*' weder theilm noch ltilli;:eii. da
ich umpekehrt dir Ansieht bin, dass es lllr die liandhaluiog
einer grossen Masse bequemer ist, sie homogen zu ordnen
und UlM-rsiehtlieh zu kennzeiehnen d. h. in gewisser Hinsicht
zu unit'orniiren. Ich würde also iimd in weiser Krwä^ung
des N'erdrusscs. den meines Krinmrns alir- iiltrren Knto-
mophilen oft genug <'m|dan<ltn und vcriautbarten . wenn es
sich um das l'm lernen bereits eintretlihrter und so zu
sagen eingebürgerter Namen handelte i — ich sage, ich
würde ohne Medenken m ukuv» l>flj>hinnrutn. der jetzjgen wie
/.ukllnf'tii:en . «-s bei der b«MjUennii KrbieliterunL' belassen,
zur n«z»i«linun;.' der P'aniilii'ii ie<les!nal die Hauptgattun;;
mit einer Hir alle «'hne .Vusnabnii' irliieliförnii^ren Kndung
zn wählen. Dabei passen \'ir;rils iJomiilidae in «ier Ae-
neas sogar noch besser ir meinen Kran», als die vom geehr-
ten Vorredner bereits eitirten Scipwln- und ich würde folglich
.\d <>. zwar ohne Scheu vor den HIasenptlastem der
edeln .\p0theker7.nnfl die Telephoridae dnreh T'nntha-
ridae «rsetzen. aber weder die durch ."*^ubtraeti(»n 'an 0$
jurrf aiihuc dul-ttn > d«*r Malachier labefaet ;;ewordne Hezeich-
nun;: Malacodc rm ata, noeb .in. h II v d pmc .in t hari
fHr Dytiseidae rehabilitinn.
Ad 7. Hesse sir-li n\it dem - 1« m » neni-M i i,..eh rech-
ten über seinen scheinbaren K<mianismDS. K« ist schon in
diesen lUätter die Hede davon ^'ewesen. dass das entomo-
logisehe Latein nie und nimmer ein elassisehes sein,
vielmehr aus tatisend liandpreitli« hen (iründen dem Stigma
der Küche, jedenfalls der harbansrben Kakophonie nicht
entgehen kann. Das soll nun natürlich für die rothrepabli-
kanischen DonatstUrmer kein /'.kj" pnrfruf oder par dfutut
174
tout sein, und Bildungen wie Thoraxophorus, Myrraechixenus,
Cryniphilus etc. werden immerhin beweisen, dass die ge-
ehrten Bildner besser gethan hätten, einen philologischen
Freund vai Käthe zu ziehen, als allzu kühn auf die unzu-
verlässigen Rudera ihrer scholastischen Memorie zu pochen.
Aber da man hinter jeden, auch noch so corrupt construir-
ten Namen den Namen des construirenden Autors setzt und
setzen muss, so scheint mir damit auch der Nemesis voll-
auf genug gethan, und ebenso scheint mir, als würde nicht
selten auf Kosten der viel gewichtigeren Postulate der
Priorität und Stabilität dem Moloch der philologischen,
nicht selten haarspaltend pedantischen Puristerei zuviel
und zu blutig geopfert. Ich erinnere mich nicht ohne
Lächeln daran, dass mich der verstorbene Dr. Paessler —
vermuthlich nach dem Bisse eines tollen philhellenischen
Hundes — einen Artikel setzen lassen wollte, der das mo-
tivirte Guillotiniren falscher Gattungsnamen bezweckte. Aber
gleich das erste intendirte Opferlamm Dijschirius, welches der
thüringische Eobespierre köpfen wollte, um es als Dischyrius
(sie, mit dem Motiv „wegen Zweihändigkeit") auferstehen
zu lassen, Hess mir keinen Zweifel darüber, welches
Lamm den Kopf verloren hatte. Es ist mir vollkommen
genehm, wenn Pseudogenialitäten wie Ampkwnycha Knownothing
(Thomson) durch die nachgewiesene Synonymie rite ersäuft
werden, jedoch Bembidium coxendix (Say) ist gerade auch
nicht sehr euphonisch, aller Classicität zum Trotze; und
falls es einen Descriptor einfiele, irgend ein Beest Salpin-
golonchyjyenades, Pyrgnpoliraces oder Sarcasrnopttyocamptes ZU
taufen, so müssten sich die Puristen die sesquipedalen
Namen eben auch gefallen lassen — oder sie verständen
keinen Spass, nicht einmal classischen. Ich muss es auf
das entschiedenste bezweifeln, ilass die Stockphilologen auch
das beste Lateinisch entomologischer Koryphaeen für etwas
Andres, als für den StUus epistolaris obscxirorum virorum er-
klären werden; und daran ist auch der Entomologie ebenso
wenig gelegen, wie jene Zopfgelahrten sich dadurch gra-
virt fühlen, dass wir ihre naturhistorische Ignoranz ad
absurdum führen. „Was ist ihnen Hecuba?" und was
Hirudo und Limax? — De miuimis non curat Praetor!
Ad 8 lassen sich offenbar „der Wohlthätigkeit keine
Schranken setzen''. Höchstens möchte ich diese Gelegen-
heit benutzen, dem Meister Lacordaire in meinem und
Vieler Namen herzlich zu danken, dass er in seinen Ge-
nera je weiter vorscbreitend, desto entschiedener den
Luxus der Gattungsnamen unter das kritische Messer ge-
bracht hat.
175
All 'J wird sih Werl ich von irgend .Icmand KiiiMpruch
gvtlian wcrtlen, desto mehr ud in, II und 12. wo hIcH
pq^rn dio schartsinnipt'u Anfstellnn^«*n de» Nt njalirsden-
kcTM ohiH' Schwi(ri;:keit luuliwcim'n jicsse. dass <k'in Co-
IiiiiiImis Liiiiit^ der Kntoni<»ln-if Keiner ilxnldlrti;: iHt,
aiuli iiielit der ntiii'i 04, lu^ FalirieiuH. iiiitliiii eiui' C^uasi-
(thiehstelliiiig: von I7»»t; 17".»2 neliMt den daraus ah^'elei-
tctm C'onHeqiienzen mit Keeht auf Widerspnieh Blossen
wUile. Ad voeem Frronia ist einfach zu Hairen, dasa der
Xaiie f^atreille« fllr die ^remeinte Sache ziendieh von allen
Kntonioloiren adojitirt war (wie er e8 noch heute uhi<|uc
teriaruni Kuropae ausser NOrddeutHchland ist) und dass ein
kosmopolitischer Isus ausser »einer tyrannischen <iewalt
ancli seine xrntc Seite hat. Was sich ad 12 hillip dem
ehfpnwerthen N<»rdirerinancn opponiren Hesse, ist das lie-
deiken. wie und durch wen ohne nnvernuidliche suhjective
Willkür festzustellen, was eine ;:uti' und was eine ahsolnt
sc lile eilte Hrsehreihun:: ist. da zwischen heiden eine
nnendliehe Men^re von /wischenstut'en liejrt. Sollte er nicht
bei manchen Heschreiliun^'en nou Khni Fahricius auf band-
prreifliche Irrthümer und Nachhissipkeiton prestossen sein,
ohne deshalb den Namen von 17'.«L* anfechten zn wollen,
wenn dieser auch nur durch kiinstlij'hen Indicienbeweis ^n
haltrn war/ Kndlich wtlrde die willklirliche Frist von 1 2
.lahr»n ad I.» un/weifVlliatt noch weit mehr Zänkerei und
I'nsiclMThcit sanetionin n als der i:erin::e ICbelstand. dass
ein kleiner Insterblichkeits- Wilddieb einem alten Jiiper vor
der Nase einen oder ein paar Namen weggeschossen bat
Anf die .. j»aar Lorbeerblätter" kann es den hochpebomen
.Mono-JJrafen nicht ankommen! Auch ist ^e;;rn besagte
WildditlM-rri bereits von melirrr.ii Kutomographen das ein-
fachi' Schutzvertahren eingeschlagen worden, die Diagnosen
in gelesenen .lournah'n zu publieiren. und sich damit die
Priorität fUr die erst spater zu edirende ausführliche Mono-
graphie zn salvircn.
Beitrag zur Hcmiplcrcn- Fauna Sibiriens
und des Russischen Nord - Amerika
vun I >r. ('. Stal in Motkhojm.
iii<>h«>i Taf-I I
Dir Coleoptera Sibiriens und »Ic«. l! v Nord-
An nk.i können jetzt als irut bekannt ai . werden.
176
wenigstens insofern, dess man sich von dem Character der
Fauna dieser Gegenden einen ziemlieh wahren Begriff ma-
chen kann. Gleiches kann man indessen nicht von den
anderen Insektenordnungen rühmen, am wenigsten von den
im Allgemeinen bis auf die letzten Zeiten in hohem Grade
vernachlässigten Hemipteren. Ich hoffe deswegen, dass
dieser Beitrag zur Kenntuiss der Hemipteren -Fauna dieser
durch die grosse geographische Verbreitung der Arten in-
teressanten Länder nicht unwillkommen sein wird.
Der Character der Fauna ist ganz Nord - Europäisch,
und es ist wahrscheinlich, dass in unseren Gegenden meh-
rere der von mir hier neu beschriebenen Arten aufgefunien
werden. Merkwürdig ist das Vorkommen bei Irkutsk einer
Art der Gattung Urostylis, welche zu einer bisher nur
im tropischen Asien aufgefundenen kleinen Familie gehurt.
Die hier angeführten und beschriebenen Arten sind
meistens bei Irkutsk, einige davon in Kamtschatka und auf
der Insel Sitka in Nord-Amerika von Herrn Dr. F. W. Sahl-
berg gesammelt worden und befinden sich alle in meinem
Besitze.
Aus derselben Quelle erhielt ich noch 10 oder 12
Arten, meistens kleinere Homopteren, aber in sehr schlech-
ten Exemplaren. Ich wage deswegen nicht, sie zu bestim-
men, noch weniger die mir neu scheinenden zu beschreiben.
1. Picromerus fasco-annulatus. Stäl. Testaceo-flave-
scens, fusco-aeneo-punctatus; capite fere toto callis anticis
thoracis connexivoque aeneis, hoc flavo - maculato ; antenna-
rum articulis 3, 4 et 5 apice fuscis. $. Long. ID/a Lat.
63/4 Millim.
Irkutsk Sibiriae.
Picromero bidenti et annulicorni valde similis,
medius quasi inter ambos; cum illo colore et statura corpo-
ris magis convenit, sed spinis thoracis postice haud emargi-
natis, antennis fusco annulatis, capite minus parallele, apice
minus late truncato certissime differt. Testaceo-flavescens
supra cum pectore fusco - aeneo - punctatus. Caput apicem
versus sensim paullulum angustatum, apice truncatum, an-
gulis rotundatis, basi excepta fere totum aeneum. Antennae
flavo-testaceae, articulo 3 apice fuscescente, dimidio apicali
articulorum 2 apicalium fusco. Thorax pone medium utrim-
que Spina admodum valida acuta integra armatus, margini-
bus antico - lateralibus serrulatis, tenuissime flavescentibus,
laevibus, callis 2 lituriformibus anticis aeneis, maculisque
2 pone illas parvis laevibus. Scutellum apice dilutius, basi
utrimque callo flavo laevi instruetum. Abdomen subtus
177
|iun(-tatuiu. >uliru^nil(i.suiii, niacula Hc^iiu-nti piiiiiltiiiii cu
prca, foiinexivo aonco, tentacco - flavü - maculatu. Tibiae
pnstirao c\tn8 ba«^i ipsa aciuac ; articnlii'^ ajiicalis tarsonim
iiipfricaiis.
J. Arma Custos. f.: Halm. Waii/.. In;'. 1. p. 05.
Irkiitsk
i. Sciocons tcrreus. >»luaiik. I'ieln-r. liti\ iiclio-
tograph. p. 1'.'» L'I.
Irkntsk.
I Eysarcoris Sahlbergi. Stäl. Ovalis. dilutu testacro-
tla\(.Si«ii>. liiM'u pmirtatus. capite rudiiis t.t dtusiuH fiisco-
aciH'o-pmutatM. trian;:ulan . «(invcxiiiHnilo, Itihis latcralihiis
iihmHo Inn^'iorilms, anti- liiiiir «listantiltiis (an stiiipcrVi; an
tonnis iiiLTo-tiisris, articiilis 1 »t J tistacto- tiavis; maciilis
parvis mar^^inaliWus vfiitris i oiim'xiviti|in* nif^^ris, hoc niacti-
lis inar^'inaliltus (.•ImiLMti^ flavis nniat«». d*. Long. <•. I-at.
{ Millini.
Irknti«k.
.Vcliao inflcxac primn intnitu siinilis. Ovalis tc8ta-
(•«'0-tlavc.»jpcn«<. Caput triauiriilar«'. convcxiiiscnluni, ant«> nio-
(lium nonniliil niaL'is aiiiriislatiim, denso rt rmlt- lusco acnoo-
pnnrtatuni. liiioa nirdia lacviiisoula pallida: Inhis latoralihu.s
nu'dio longioriltus , di.stantihus. Antcnnac ui^xro-fuscao , ar-
ticnlis 1 ft 2 testari'd - tiavis Thorax aniridis latoralihns
\ix proniiiitiitilms luar^^inilms antico-lattiaühus an^'ustc di-
lulii»riliiiH, lacvihiis, calli^ anticis irr«'i:idaril)iiH, diliit«' hrun-
nesccntiltim. Srnttdliim latitiidiiic liasali paullidiini Inii^rins,
pnncto iitriMH|Ui> lia.<ali lindi(M|ii)' apicali aiiL'Ust«' pallidis,
larvihns. Mt-ndirana sordidc hyalina. Al»dnnicn »ubtu«
marnÜM parvis niarKinaliliUH in incistiris ningidi sognirnti
r(mncxiv(M|nt* nipri!>, hoc in niuri^inr ip««» niacnÜH clongati^
liavis. Iiiniritiidini-iii t«Tr totam singuli .>4fgnu-nti occiipanti-
bns. ornat". l'id«H dilutc Hav(»t«'«»taft'i, tVniorilniB bubtuA
pan-c tiHro-pniirtulatis . ibidem apifi- «dmolctc ftiHi-iH; arti-
iiiln«. a|ii, ili^ f;ir-.iiriMii riiNcti-..
.>. FeniiUiiirt Mikj'Mcorne. K. . IIa Im. W an/ lii>. II
p. ö^. Kig. 147 < t I [^.
Irkut^k.
• 1. Pcntatoma Lynx. K ; (ior«ki. Analcct« I. p. IXJ. öl
Irkut^k.
178
7. Strachia picturata. Stäl. Subobovata, supra viridi-
aenea, subtus cum pcdibns flavo-albida; maculis phiribus
pectoris, seriebus 4 macularum ventris, femoribns apice
utrimque, tibiis basi et apicera versus tarsis(|ue aeneis; ma-
cnli(5 2 capitis ante medium, vittis lateralibus scutelli pone
medium coeuntibus, apicem attingentibus et ante apicem
utrimque sinuatis, margine costali maculaque subtransversa
corii ad apicem scutelli thoraceque fiavo- albidis, hie illic
lutco-indutis, hoc anterius maculis 2, medio maculis 4 mag-
nis, subtransversis , valde approximatis, aeneis membrana-
que fusca, albido-limbata. ?. Long. 8, Lat. 4'/2 Millim.
Irkutsk.
St. pictae valde aftinis, ejus forte varietas. Maculis
thoracis majoribus subconfluentibus, corio margine costali
medio haud aeneo-maculato, anguloque apicali omnino aeneo
differre videtur. Exempla 2 lustravi.
8. Acanthosoma haemorrhoidale. L. ; Hahn Wanz.
Ins. II. p. 71. fig. 158; Dallas List of Hern. L p. 303. 1.
Irkutsk.
9. Acanthosoma dentatum. De Geer; Dallas List
of Hern. I. p. 305. 6.
Irkutsk.
10. Urostylis flavo-anniilata. Stal. Oefvers. af Kongl.
Vet. Ac. Förh. 1854. p. 233.
Irkutsk.
11. Alydus calearatus. L.5 Hahn. Wanz. Ins. I. p.
198. fig. 101.
Irkutsk.
12. Alydus ornaticeps. Stäl. Supra dilute flavo- sub-
tus cum capite pedibusque rufescenti-testaceus; capite nigro-
vario, antennarum articulo apicali, pectorisque disco nigro-
fuscis ; thoracis angulis posticis dilatato-productis, subrefiexis,
aeutis. cf ?. Long. 13—15, Lat. 41/4—41/2 Millim.
Irkutsk.
Supra testaceo - albidus, subtus cum pedibus pallide
rufescente-testaceus praesertira abdomine bapin versus aeneo-
irrorato. Caput obscure aeneum, cruce media, lobo medio,
linea loborum lateralium vittaque utrimque inferiore basi
dichotoma rufesccntc - testaceis. Antennarum articulus api-
calis crassiusculus, (basi apiceque ipsis exceptis) nigro-fus-
cus. Thorax angulis posticis dilatato-productis, acutiusculis,
179
snhsiirstini tlrxis. Hiin' lytra jmrci« fiisco ptiiirtata, costa iiia
('nlai|ti<> (Mmtali parNa pom- imiliiMn pallidis; mi'iiilirana
•<iil)s<'rtliflr hyalina. fiistM'Hc.nt»'-v(Mnma. IVctuK disco ohsciir»'
acnctim, inaonia parva riifo tcstacoa. r»«li'8 |»ari'o , tLinnri-
hus po8ti«iH tnnion <liMsiuii. acnoo - piimtati , tiliiis posticin
ri'rtis. tarsorutu apiri'm«; fimrjs; fcmnrilms p(»8ticis subin-
«•ra^satis. siilitns «piiiin i vrl 5. (juariiin 3 niajoribus, ar-
inatis
I.». Chorosonia macilentuni. Mal. .■^tiMiiiiiniiin; antcii-
iiis apict in \irsiis s-iisiin ;:rariliuril)iis . articiilo liasali tln>-
ran- imniiiliil lont;iorf. srcumlM capitc cmu tlnTaci' iioiiniliil
hri'vior«' . tirtio tlioracf diiuidin lon;:i<iri , (piarto tlioracc
uonniliil hnviorc, prat'tcdiMitc vi\ cra^siorc; »apitc tlioracc
fert' iMij^'ioro, lior hasin versus panlliiliim latiorc. latitiidinc
poHtira trrtia parte lonpittre ; laiiu'lylris diliitc rufcsct-ntc-
MMinsis. diiiiidiuiii ahdinninis tofrontihus, lim- siipra nijrro-bi-
vittatn: tiliiis jxisticis apico iutus iiigni - fuscis. ^. Long.
18, Lat. r , Millini.
Irkiitsk.
Chorosoniati Sc In Min pi valdc affine et simile.
«um illo facillinic eonf"iind<iuluni, distinctuni tarnen: scniper
maJMs, prarscrtim lnnu'iiis, vix tarnen latius; antennaruni
artieulo apieali praeiliorc, praeeedentc liaud vcl vix cras-
siore , tliciraee l(»n::i«irr. pnsteriura m r-ii-; aiiirustiore.
U. Coreus discicrer. Kolenati. Palaethrocons id.
Ki.Jenati. Mcletemata Knt. II. p. 4!t. Tab. VII. li.::. I.
Irkutsk.
1;'). Dasycori« piliconiis l'.iiriii.; Coreus id. (iorski.
Analcrta I. p. Ilii. 1»:{.
Irkutsk
]>'. Cohzus Hyoscyami. L. : Hahn NNaiiz Ins. I.
p. \^. ti^'. !»•.
Irkutsk.
17. Nysias Thymi. Wolff; Schill. Ikilrä^'c p. 85.
Tah. VII. fi- '.'.
Kamtschatka, Sitka.
Variotnteni »nlito minorem, in «»mnihus ohsruriorem, fc-
niorihn« (hasi apinque ipsi» cxrcptis) nipro fuscis insigncm
c Sitka .\merirae horeaÜs jMissideM.
1>. Nysias Ericae. Seh i II. Hcitr p. J*«V Tab. VII.
t -. 1<» Irkutsk.
180
19. Nysius eximius. Stäl. — Supra rufescente testa-
ceus, thorace capiteque pallidioribus, rüde fusco-punctatii?
subtns ex parte cum antennis, vittis 2 capitis punctisque
pediim nigricans ; hemelytris fusco-variis ; niembrana hyalina,
fiisco-irrorata. d. Long. 6'/;., Lat. 2 1/2 Millini.
Irkutsk.
Statura N. Thymi sed multo major, colore picturaque
omnium partium valde insiguis species. Caput thoraxque
pallide rufescente-testaeea, rüde nigro-fusco-punctata, vittis
lateralibus illius, liujus impressione lineari transversa antica
antennisque nigris. Scutellum nigro-fuscum. Hemelytra basi
subparallela, dein utrimque leviter rotundata, rufescente-
testaeea, maculis liturisque minutis nigris variegata; mem
brana pellucida, medio longitrorsum fusco-irrorata. Pectus
pallide testaceum, maculis 3 raaximis nigris utrimque orna-
tum, angulo apicali exteriore et ad coxas albidum. Venter
nigricans, angulis apicalibus segmenti singuli segmentis-
que posticis medio rufo-albidis, bis ibidem utrimque serie
macularum minutarum fuscarum; foeminae segmenta ven-
tralia 4 et 5 medio usque ad apicem segmenti tertii re-
tractis. Pedes pallide flavi, praesertim femoribus nigro-irrorati.
20. Rhyparochromus Pini. L.; Hahn. Wanz. Ins. I.
p. 38, fig. 25.
Irkutsk.
21. Rhyparochromus agrestis. Fall; Hahn. Wanz.
Ins. I, p. 25, fig. 15.
Kamtschatka.
Var. pedibus (apice fcmorum posticorum, tibiis tarsis-
que posticis exceptis), articulo basali antennarum rostroque
testaceo-flavis; hemelytris absque maculis fuscis. (/.
Irkutsk.
22. Rhyparochromiis nebulosus. Fall. Hern. Suec.
p. 54. 11.
Irkutsk.
23. Rhyparochromus convivus. Stal. — Oblongus, nigri-
cans, opacus; antennis art. 2 et 3 lutescentibus, basi apice-
que fuscis; thorace transverso, marginibus lateralibus tenuis-
sime et posterius sordide albido, hie plus minus dense fusco-
punctato; scutello pone medium vittis 2 intramarginalibus lu-
tescentibus; hemelytris sordide albidis, fusco-punctatis, angulo
apicali maculisque 3 vel 4 minutis niediis in serie obliqua
cum margine apicali parallela positis fuscis; membrana fu-
181
sccsccnlr. alhiilo-VfiioHa, alhido-irroriila; poctorr ad C(»\an et
marf;iiii' postiro pc(liltUM|ih' Horiiidr llavcsccntilum . feiuori
l)Urt I hasi api(-(-i|ii(> i'xripiJHi iii^^ropirt-is , anticiH iiuniiiliil in
<-raMsatis. Militiis spiiiis pliiriims iiiinutis et nna inajurc ar
matiH. d". V. Lon-. 4',. I.at. P, Millini.
Irkutsk.
K. iii'btiloso i|uain siiuillinius et valch* aftiiiis, minor,
iliuracf hnnjori*. utritntph' anL'iistf tiavido- niart,'inat<), 8cii-
ttdh» apicc di^tiiutr lul»'(>\ ittato. \itti'* apicc cni-untihnw, heni
elytri» alisiiuc niactda irre;:nlari majori' prarsertim difTcrt.
LM. Rhyparochro r.u» »taphyliniformis. Srliill. Ilalin.
Wan?.. Int*. 1.. p. t>l. li^'. .'m «t I, |». l'J»». tiir. \\^.
Irkrtnk Larva vol rupa).
L'.'i. Rhyuarochromus silvestris. Fall. Ilcni. Suec.
p. »".l. L'L'.
Irkiitsk.
_'t.. OxycaraenuÄ viduu» Stal - Fus«(»- tVrru;:ineiis
\v\ tcHtaccii8. dcnsc protundr pnnctatus, capite antcnnii«
vcntriMpu« ni^ricantilms: tlmraci- latitudino hrevior, aiitcriu.H
oliHcnriort"; lunnlytris snbdilul«* fusc(»-t«'.stacii.s , incniltrana
ma;:na, fusea; ttnuirilms Ins«'»»- piceis, tilnis tar.sisque Hav«»
t. sfac'i.«. cf. Lon^'. 1, Lat. !-•, .Millim.
riiMrax capite art|nil<)n;^'us, latitudinc Mia basali tcrtia
jiaitr hrevior. nutli«! Itvissim«' con.strictus. Membrana hasi
eellnÜH '2 vel nniea. ( siniruli lunulytri in excmplu uniro
diüsimiliH ). 'riilM-nula antiiinifera Hubprodu<*ta. Apparatus
odoritVri auriculati, tiavi.
.T. Oeocoria grylloides. I..; Halm \\ an/. In«. I.
p. 8r.. 4H.
Irkut^k.
L"». 0«ocori8 Ulrichi. I'iilier. Kiitum. .^I^•nof:r. p. 12*J.
ItJ. Tab. X. lii:. •..
IrkntMk.
'**.*. Owcon« albipenni». Fabr.; Fall Mem. Sveo.
[I. "<• 2. ' vix idem Fieber? >
Irkut.Hk.
30. Cymas Reseda« J'anz. : Seliill. lJeilfk<c p. 89.
Tab. VIII. fi;: .-.
lrkut.sk
182
31. Anthocoris Nemorum. L.; A. silvestris Hahn.
Wanz. Ins. I. p. 105. fig. 56.
Kamtschatka.
32. Anthocoris lueorum. Fall. Hern. Suec. p. 66. 3.
33. Pyrrhocoris fusco-punctatus. Stäl. — Oblongo-
ovatus, nigricans, genicnlis, til)iis, tarsis, niaculis ad coxas
marginibnsque apicali et laterali anteriore pectoris, hemely-
tris thoraceqne sortlide testaceo-flavis, his fuscopunctatis,
huc anterins nigjicante; scutello nigricante, linea media ma-
cnlaque utriniqne basali flavo-testaceis ; hemelytris abdomine
nuilto brevioribus, membrana incompleta, fusca, reticulato-
venosa. cT. Long, (y%, Lat. 3 Millim.
Irkutsk.
P. aptero statura similis, minor.
34. Miris erraticus. L.; Hahn Wanz. Ins. II. p. 78.
fig. 163 et 164.
Irkutsk.
35. Miris holsatus. F.; Hahn. Wanz. Ins. III. p.
41. fig. 256.
Kamtschatka.
36. Miris virens. L. ; H. Scli. Wanz. Ins. III. p.
42. fig. 257.
37. Miris ruficornis. Fall.; H. Seh. Wanz. Ins. III.
p. 40.
38. Lopus gothicus. L.; Hahn. Wanz. Ins. I. p. 12.
fig. 15.
Irkutsk.
39. Cyllecoris equestris. Stäl, — Elongatus, nigricans
antennis rufo testaceis, art. 2. basi et apice, 3 et 4 totis fus-
cis; vertice usque ad antennas, thoraceqne leviter constricto
anterius rufo-luteis, vitta hujus pone medium flavo-albida;
hemelytris albido-testaceis, appendice corioque extus pone
medium obscurioribus, illius parte dimidia basali scutelloque
flavo-albidis, hoc basi medio lutescente; membrana subsor-
dide hyalina, testaceo-venosa; abdomine fusco-testaceo, ob-
solete flavido-fasciato , margine dilntiore, ano obscuriore;
pedibus subtestaceo - flavescentibns, 9. Long, 5'/2. Lat.
12/5 Millim,
Irkutsk.
183
C. bist rioDJ (i Ktatiira r lei aflinis, noii nihil minor,
colore |iicturn<|iic Hiipra indiratis dintincta |>ul(luTrinia
Hpccics.
hil'laciis Stal. Nov. Gen.
CiirpUH Huli(>l<in;:ntinn. parallrlnnt. Caput 8Upra visuin
hrevc, trannvorsuni. and-iius pi rpcndiculari dt rlivuni, ah an-
tico visnin snhrh)n;:ato ohtrian;;uhir(>. Ocnli proininentrg, gh>-
hoHJ, snhparvi. Anliiina«- h>n^'ar. srtaca«- lart J apirahs
(U'sunti. rhorax pisticc capiti* nonnihil h'itinr, iiiox ante
hasin suhito vaUh* miistrictns, dein antriTsiini siihparalhlus,
aiiii'c i|)So ittriiniiiic rntimdatiis. lli nnlvtra paralKla, clavo
distincto, ap|>t ndiri- niiMa mI cuni corio oninino cuufuHu;
niiinhrana ahsijur «cnulia. srd hasi lincä (an vcnA verä V )
i'um niafL'ine corii apicali siihjtaraheh't, apici* hinndnUitü
instrutta. I'rdis htn^iusculi. frraciKs. tihiis |»ari'e spinidoHiH.
•10. Diplacus albo-ornatus. Stal. \i;:ri(ans nitidus;
anti'Dnis (hasi ip>a vxi» pta i thi\<i-t('staciis; pcdihus tuse*»-
tcstacei«, tihii.s dihitinrihus. extus flavo-testacris; corio uie-
dio fam'ia hita alhida nrnatt>; nunihnma fuscescente. c^ (V)
Lon^. 4« ,, Lat. P , Millini. Tah. 1. ti^'. :;.
Irkutsk.
•11. Deraeocoris rontar initos. Fall.; Kirsch ha um.
Khync-hoton drr (ic^. \«'r, \\ ii>liadi n. p. <•') t"'<i.
irkutsk.
•12. Deraeocoris pabulinus. I, : Kirschh. IMiyui Imtcn.
p. nl. ;"»:.'.
Irkutsk
4.'5. Deraeocoris Chenopodii. I".ill ; Kir»' hl». Ilhyn-
rliotcn. p. r>7. .»1
Irkiilxk
41. Deraeocoris annaluornis. .Sahlh ('ap.HUH id.
.•^ahlhcr^. M :,r. «icumr. F« nniar. p. |(«». I'.».
Irkutiik.
t'>. Deraeocoris triannaUtos. Stal. — Ohlon^aa, ni^
«ans, nitidus, pan-«- piinctulatus; annuln haMali artirtihiruin
.'i et 4 et snhapii-ali art. srcundi antt nnaruni tiavo toHtacoi}<:
tarsoruni art. 1' lihiis(|ur (apicr t\rrptt»i tcstaccis. posticin
ohscuriorihuH, hrnxlytris fuHco hrunncis. appcndicc niacula
184
media transversa extus dilatata percurreiite testaceo-albida ;
maeula pectoris ad coxas posteriores albida; veiitre utrim-
que Serie macularum obsoletarum testacearum ornato, ma-
culis basalibiis distinctioribus. $. Long. 8, Lat. 3 Millini.
Irkutsk.
D. Chenopodii et annulicorni statura omniuo
similis, colore insigni diversus, antennis etiam nounihil
crassioribus, iit milii videtnr.
4(3. Deraeocoris nigro-nasutus. Stäl. Oblougus, pallide
virescens, nitidus, punctiüatus, albido-pilosus; lobo medio
capitis nigro; corio apice fascia fiisca in angulum basalem
iuternum appendicis continuata, hoc apice ipso nigro-fuseo;
tarsis apice fuscis. 9 Long. 5, Lat. 2 Millim.
Irkutsk.
D. contamiuato similis, brevior; pallide viresceus,
nitidus, pilosulus. Caput laeve, lebo medio nigro. Anten-
nae art. basali capite ab antico viso pauUulum breviore,
secundo illo dnpplo longiore, nonnihil graciliore, aequali,
basi apiceque obsolete fuscescente. Thorax postice capite
dupplo latior, latitudine postica tertia fere parte brevior,
punctulatus. Scutelluni subtiliter trausversim rugulosus. He-
melytra dense punctulata, corio apice fascia fusca, intus
supra basin appendicis extensa, hoc apice ipso nigro-fusco;
membrana sordide hyalina, venis pallidioribus, margine api-
cali cellularum circuloque marginali exteriore extus aperto
tuscescentibus. Articulus apicalis tarsorum fuscus.
47. Deraeocoris limbatus. Fall. Kirschb. Rhyn-
choten. p. 184. 66. a.
Irkutsk.
47. Deraeocoris illotus. Stal. Oblongus pallide sor-
dide flavus, breviter pilosulus; antennis fuscis, articulo 2
annulo lato pallidiore; thorace admodum dense et profunde
punctato, antice callis 2 distinctis laevibus, posterius cu-
preo-micante et intra raarginem obsolete fusco; clavo corio-
que intus obsolete et dilute fusco -testaceis, membrana sor-
dida. $. Long. 6, Lat. 2V2 Millim.
Irkutsk.
D. limbato nonnihil major, profunde punctatus,
thoracis lateribus rectis, antennis nonnihil crassioribus. An-
tennae art. 1 thorace '/a breviore, 2 thoracis latitudiui po-
185
sticne ncqiiilnnpo, aoqnnli, jiracccdcnte ))aiilliiliini graciliore.
Tlutrax hititiuliiir ilimidia pnstica iiuiuiiliil lun^'ior. latoribu.s
rectis vol k-vissiiii»' snhsinuatis. adnutdum dcuse et profinide
punctatus, callis anlicis lat-sibus, ponc callos utriinque
nonnihil iniprcssns; postcriuH rupreiMiiicans, et intra niar-
ginoni (d)S('lete fiisccscens. Ajm\ rostri tarsurumque tuscus.
4H. Deraeocoris unifasciatus. F.: KirscLb. Kliyuchot.
p. Gl. 59.
Irkutäk.
41* Deraeocoris fulvo-maculatu». DcCIccr; Kirschb.
Kbyuchoten. pa^'. -J'.* wG.
Kaiutsc-batka.
5(). Deraeocoris approximatus. Stäl. Klon^'atus, fusco-
testacens, breviti-r aU»id<»-scriiaiis; thoracc nitidiilo. punc-
tato, posterius uiL-din dilutiore ; hcmelytris pedibu.squt.' pal-
lidius tcstacfis; aii^'ulo apicali cxtcriurc curii, inar^'ine in-
tcriure anfjrulnqUL' apicali aiqu'iidifis «»bscurius rnfescenti-
testacei.s ; im'nilirana dilute liisca, basi et p<>ue appeudicein
albidu inaiulata. 'i. Lou^. ft. Lat. lU Milliin.
Sitka.
I). tu 1 vo-iuac n 1 at u siinilis, minor, saepissiine dilutior,
antcnnis brovioribus, art. basali graciliore, oculis majori-
bn.s. niagis apjiroxiiiiatis , tborace brevioro, lateribus rectis.
Autcnnac art. basali (•aj)it<' ab antiro viso plus • ., breviore
aequali, "J ba.sali fcre trr bm^'iore, nonnibil graciliore
3 basali 'j longiore, 4 basali vix longiore. Oculi
adinoduin niagiii, siipra per spatiuin diaiuetro 8uac aequi-
latum 8e|iarati. Iliorax transversus , latitudine basali
•, brovior, cH»nvexiusculus, subtilitcr punctulatu-s, collari
flavicantc.
öl. Deraeocoris brachialis. Stal. Mapnus, obU»ngus,
pallidi j:risco tiavrsctns , nitidus, supra fuscn punctatus; ao-
tcnnis, pectoris disco al)d<'niiin'(jne uipricantibus, boc apice
utrimque tlavo -trstacefi-niaculato; scutello ronvexo; corio
apice medio macula fusccBccntc ; appendice (angulo basali
intenin excepto) dilute punctato, apice fusco; niembraua
gordida; tibiis tarsis(jue luscis, illis albido biauuulatis c/
Long. 11, Lat. .'> Millim. Tab. 1. Fig. 1.
Irkutsk.
Spccics F'.uropaois oninibus inibi coguitis major, an-
tcnnarum art. 1 capite ab antico viso parum longiore, 2
illo 2ij longiore et paullolum graciliore, apiccm veraat
sonsim nonnihil crassiore.
13
186
52. Deraeocoris Pastinacae. Fall. Hera. Suec. p. 94 35.
Sitka.
53. Deraeocoris mutans. Stal. Oblongus, pallule
griseo-flavescens, uitidus, adraodum dense punctatus; anten-
narum art. 2 basi apiceque, 3 et 4 totis, rugis anticis tho-
raeis, macula magna triangulär! basali scutelli, apice ap-
pendicis, auuuloque subapicali femorum posticorum fusces-
centibns vel obseure fuscis; membrana sordide hyalina.
cf. 9. Long. 3^5, Lat. li/, Mill.
Irkutsk.
D. flavovario affinis, vix quartaparte minor, thorace
posteriora versus nonnibil angustiore, art. basali antennarum
subbreviore. Antennae corpori ipsi fere aequilongae, art.
basali latitudini verticis intra oculari vix aequilongo, secundo
illo vix duplo longiore, basin versus paullulum graciliore
(apud 5 nonnibil breviore et graciliore quam apud J^), tertio
seeundi dimidio nonnibil longiore, quarto basali vix aequi-
longo. Tborax longitndine vix duplo latior, antice quam
postice dimidio angustior, utrimque rectus , admodum dense
punctatus. ScuteHum basin versus subtiliter transversim
punctato-rugulosum.
Var. lobo mcdio capitis, thorace posterius vel fere tote
(linea antica lateribusque anterius exceptis), raargine api-
cali vel fascia lata apicali corii et tunc etiam clavo plus
minus obseure fuscis.
54. Deraeocoris campestris. L. ; Kirschb. Rhyncho-
ten. p. 65. 67.
Irkutsk, Kamtschatka.
55. Deraeocoris pratensis. L. ; Kirschb. Rhynchoten.
p. 64. 64.
Irkutsk.
56. Deraeocoris rubicundus. Fall.; Kirschb. Rhyn-
choten. p. 68. 72.
Irkutsk.
57. Deraeocoris simulans. Stäl. Ovalis, nigricans vel
nigro-fuscus, nitidus, admodum dense punctatus, fusco-albido-
sericans; rostro tibiis tarsisque flavo-testaceis; membrana
fusca; antennarum art. 2 apicem versus sensim nonnibil in-
crassato. d". Long. 51/3— 6 V2, Lat. 2V3— ^Va Millira.
Irkutsk, Kamtschatka.
181
1>. atrn L. 8iiniliH et alTiuis, thorace paulliilum 8ubti*
lius et (lensiuH et ma^is rugulogo-punctato, art. antounarnm
»ecundu apiccni versus rerto incrassato, sed tna^'is Kcnsim
et minus ({unin in illo
Var. femorihu^ flavotcstaceis. anticis (apicc ipso ex-
ceptoi nigro tuseis.
In exeniplo unic<> o.iput ot appendix fusco-tcstacea.
58. D«raeocorii Dalmani. Fall.; KirsobI». Kbyn-
choten. p. G.'3. &J.
Irkutsk.
r)i». Deraeocorii OyllenhaliL Fall.; Kirscbb. Rbyn-
choten. p. 6i*. 7.').
Irkutsk.
6(>. Leptomerocoris nassatus F'al I : K i r s r b b. RbNTi-
chot, p. ix. Ü^
Irkntsk.
»'.I. Leptomfrocori« prolixus. Stal. Subelon^'atus, fusco-
viresccns. fusoo pilosug; canite tborace nonuibil longiore;
antennis. tibiis, tarsis niarnlisqui' .T tboracis iriegularibua
üi^r«>-fu8cis. V. Loni:. •>. Lat. \-, Milliiii.
Irkut.-^k.
Capso Kolitari(t Mi ycr atbnis. obscurior. capite
lonpiore , tborace brcviorc, utriiiitjur iionniliil sinuato. Ca-
f)Ut ebmpato - trian^'ulare , bititudinc intraocuhiri rix duplo
onpius. Tborax latitudine basali ' ^ brcvior. utrimque non-
nihil sinuatuH. anticc quam postiee dimidio angustior, non-
nibil ante medium caMlH J transversis instructus. Antennae
art. Ijasali cajjitc ', Ijrcviore, secundo illu ter b)ngiurc, et
apice aoqui^^as^(>. basin versus nonnibil praciliore. Mem-
brana dilute lusresi'eiite , pallidius venosa.
62. L«ptomerocori« leucoccphalu». L. ; Kirscbb. Rhrn-
choten. p. >^»>. 1 1 l
Irkutsk.
63. Leptomeroconi gil^pc«. Stil. Ovatu«. nipricani,
p*rrc brcvitor f:risti. «oricans; hcmrlytri« ablireviatis, mcin-
brana nuUa. tlavo-frriseii; rngtro pedibuiique dilute teitaceo-
flavis. i. Lnnp L'» , , Lat. 1', Sfillim.
Sitka.
Statura omuinu I. carici«. V. rolorc honiclytrnnim,
antcuuis nonuibil gracilioribu» difTcrt. Autcouae nigro fugcM,
13*
188
art. basali capitis latitudini intra-oculari vix aequilongo, se-
cundiis illo plus duplo longiorCj graciliore, apicem versus
sensim levissime incrassato, tertio vix ad medium albido.
Thorax transversus, utrimque rectus, postice quam antice
vix dimidio latior, latitudine antica nonnihil brevior. He-
melytra abdominis dimidium tantum tegentia, apice sub-
truncata, membrana nuUa.
64. Leptomerocoris sericans. Stäl. — Oblongus (cf)
vel oblongo - ovata ($), nigricans, aureo - sericans; margine
capitis pone oculos utrimque, marginibus pectoris ad coxas,
coxis intus, trochanteribusque pallide sordide flavis; rostro,
geniculis tibiisque (apicibus exceptis) dilute fusco-testaceis ;
membrana fusca. cT. 1. Long. cT 6, 9 5'/o, Lat. <f 2^J2,
$ 23/4 Millim.
Sitka.
Statura L. atri, antennis setaceis. Antennarum
articulus basalis thoracc vix aequilongus, 2 illo fere duplo
longior, nonnihil gracilior, aequicrassus, 3 basali nonnihil
longior. Thorax postice quam antice fere duplo latior, la-
titudine antica vix longior, lateribus levissime sinuatus. Hem-
elytra apud cf magis parallela, completa, apud $ posterius
subdilatata, appendice breviore, membrana abbreviata, parva.
65. Leptomerocoris mundulus. Stäl. — Subelongatus,
flavo-virescens, obsolete sericans; puncto apicali interiore
lineaque exteriore articuli basalis, basi apiceque art. secundi
antennarum, sutura clavi, costa tenuissime margineque me-
dio apicali appendicis nigro-fuscis; corii margine apicali
anguste lineaque discoidali pone medium longitudinali fu-
scescentibus ; membrana pallide fusca, intus adhuc dilutiore,
macula pone appendicem albido-hyalina, medio fascia nigro-
fusca oruata. a". Long, vix 5, Lat. '74 Millim.
Irkutsk.
Statura Capsi alieni, et in ejus vicinitate locandus.
Species parva, sed perpulchra, pictura et praesertim ma-
cula membranae albido-hyalina fusco-fasciata mox distincta
et recognoscenda.
Anapus Stäl» Nov. Gen.
Caput latum, thorace postico parum angustius, supra
visum valde breve, anterius perpendiculari-declivum. Oculi
globosi, prominentes. Antennae sub oculis insertae et ab
bis nonnihil remotae. Thorax apice haud calloso-annulatus.
Membrana unicellulata. Femora postica compressa, lata,
apicem versus nonnihil angustata. Tibiae crassiusculae,
parce spinosae.
189
(\k\. Anapus Kirschbaumi Stal. — Ohionpim. nicri-
rnun i scrfanf*/ 1 , siiltM|in< ii-» ; ( ;t|iitix mar^riiu' an^'iisto circa
«MiiN.s. peni?<. in;ir:,'ini' antcp.cf'iriH ail cnxas. inamlis
ad coxa» postcriort-t» palinle Honlidc tlavi»; gcnicnliR tiliiin-
qno fnsco - toptarcis . tihiis postoriorihn» dilutiorihus; raem-
brana snrdida. hvaljna, fii8C(» vcnosa cT. Loug. li^^, Lat.
1', Millim. - Tal». I. li^'. 'J.
Irkiitnk.
Antonnac corpcri l'«rt' ar(jiiilon}rao. art. Itasali capitis
latitudiiic iDtraocnlari noimihil lircviur*-, J illo liaiid duplo
lon^'inrc, partiin ^'raciliorc. .*{ i-t 4 ai-qnalibus, baHali sub-
aequilunpis. Tliorax transvcrHUs, lonptudino fere daplo
latior, antic«' quam posticc ' , an/,'nstior. lateribns rccti«,
cum scutoll«' (»ciiln annato Mibtilissinie transversim riign-
losug.
♦)?. Labop« Burnieisten. Stäl. Ovatus, nigricans,
opacn»), llaviilu s(-ri(aii>: liiuu transversa basali nu-dio in-
terrupta capitis, utriin({nc arcuata, niacula siib ocnÜB, gcnis,
luarpiuibn» pectoris ad cnxas anjrustissinio anmiloque latis-
tiiiiio mcdio libiaruiii gordido tla\csc( iitibns: iiieinbrana niilla.
9- Lunp. 4',. Lat. 2 Millim.
Kanit.xt'liatka.
L. Sahlbergi valdo atTinis , «»culis minus prominen-
tibns et sursiim productis, antennarnm articnlo basal! bre-
viore, nonnibil praciliorc
6^. Eurymerocon« encetorum. Tall. Kirschb. Kliyn-
rhntcn. p. '.»:». li'J.
Irkntsk.
60. Kurynierocorii flaveolu». Stäl. — Subclonpatn«,
dilute flavns. nitidus, jaevis; tboracc tran^vorso, lon^'itiuline
dimidio latiorc . utriin(ju<' suitsinuat»». niari:^ine apicali cal-
Insorlcvatn, ante apicni calli^ 1' transMT>.is valdo distinc-
tift; mcmbrnna dilut** fuRccjjccnte. <f. .. L«»np. 4'; — 5,
I.af. P .. Millim.
Irknt.sk.
.\ntcnnao corpore ipso nonnibil longiorcs . art. ba^ali
capite ab autico vi»o n<mnibil bri«viore, 2 praccedonte tor
fere lonpiorc , acquicrasso. graciliore, apud / quam aptid
5 nonnibil cra^siurc, :\ ill<» ', brcxinre. apii-ali basali panl-
Inlim b'npiorc Caput mipra vi'.iim latittidinc intraoculari
subaequilonpnm. Tborax rapitc longiiT, bin^itudinc saa
dihiidi«» latior, postier quam anticc vix dnplo latior, utrim-
qnc nonnibil »inuatus, apirc caibmo idevatu», pone apicom
190
callis 2 transversis distinctis, pone callos subimpressus.
Membraua leviter infuscata. Tarsi apice fusci.
70. Eurymerocoris quadrimaculatus. Fall. Hern. Suec.
p. 119. 7.
Irkutsk.
71. Eurymerocoris obscuriceps. Stal. Supra pallide
testaceo-flavescens, subtus cum capite nigricans, hujus ma-
cula basali pallida; hemelytris pedibusque sordide pallidis.
bis fusco-irroratis. 9. Long. 3V4, Lat. l'/s Millim.
Irkutsk.
Statura fere E. furcati, minor, antennis paullulum
brevioribus , articulo basali latitudine capitis intraoculari
breviore, nigro-fusco, 2 illo vix ter longiore, dimidio basali
nigro , 3 et 4 basali sublongioribus , fusco - flavis. Thorax
postice quam antice vix dupio latior, latitudine antica sub-
longior, utrimque rectus, callis 2 anticis admodum distin-
ctis. Hemelytra sordide pallida, membrana infuscata, pal-
lido venosa. Pectus fusco - testaceum. Abdomen nigricans.
Pedes sordide pallidi , femoribus fusco - irroratis , posticis
compressis, spinulis tibiarum e punctis fuscis ortis.
72. Eurymerocoris pulicarius. Fall.; Kirsch b. Rhyn-
choten. p. 101. 149.
Irkutsk, Kamtschatka.
73. Zosmenus variabilis. Fieber. Entom. Monogr.
p. 32. Tab. IL fig. 12—16.
Irkutsk.
74. Zosmenus capitatus. Wolff; Fieber. Entom.
Monogr. p. 34. Tab. IL fig. 18.
Irkutsk.
75. Tingis spinifrons. Fall; Fieber. Entom. Mon.
p. 104, Tab. IX. fig. 6—12.
Irkutsk.
76. Nabis fuminervis. Dahlbom. Kongl. Vet. Acad.
Handl. 1850. p. 224.
Irkutsk.
77. Harpactor pedestris. Wolff. Hahn. Wanz. Ins.
IL p. 25. fig. 129.
Irkutsk.
191
78. 8«Ida littor;ilis I,. II. .s.h. Wnnz lim VI. p.
Kamtschatka.
?!•. Snlda serican«. St AI. — Nigrirans. fnsrn-pilf)snla;
capitis parti' antica, latcrilms th<»raci«, hcinclytris, inar^'iiu'
pectoris antico et ad coxn« anteriores, pedihus antenni.sque
Rordidc flavotestaccis, Iiis apicom versus fuscesrcntibus;
clavi indi.efiiifti dirnidio hasali manihuiiu* ntrini(|Uo latorali
pogtico thoraris ni^^ro-fuHcis l.'iij- .'. . Lat. Ji ^ Millim.
Kaintsrliatka.
(»valis, statnra fcre S. httoralis. alitcr colorata, pi-
losa , thorace brovioro, utrinKiue band vol vix rntnndato,
aDtorius capite cum oculia acqnilato, gcntello gnbacqnilatcro,
basi fjiiadrato siibimpropso. impressionc basi minus di.-^tincta,
hemelytrorum mar^^im' intcr corium et mombranam subinciso.
8(). Salda oblonga. Stal. — Oblonga, nipra. scrican«,
apirc capiti.s, macula minuta ."^ubapicaii clavi, litura margi
naii Posterius furcata ante medium, macnlis ad marpincm
anicalem et una ad marfrinem c«>8talem subapicaii corii pe-
dibusqne flavi^-teslacei«, tibiin obpcnrioribus, femnribus fusco-
irrorali.s. ,. Loug. •>, Lat. vix .'J .Millim.
Irkutsk.
S. ri|)ariae lonpior. brmclytri.s extus minu.'* rotunda-
tis , tborace latcribu.-^ subrecto. oculis magis separatis, scu
tello majore. margin<' liemclytrorum costali pone medium
eam commit^sura subparaliela. Membrana infuscata, arcu
mairno marpinen» extcriorem sequente dilutiore ornata, venis
nigro-t'u.'^cis
•^1 G«rris rufotcuUlIata. Latr.; H. .'<eb. Wanz Ins.
IX. I). «'.l». lig. 924.
Irkutsk
^2. Dclphax fu»cO'yittin ."^tal. — Pilutr iiisn.trsta
cea . ahdomiiif fmntt «|uc ni^Ti« antiltug. carini.s capitis tho
racisfjne pedibunciue pallidis. bis fusrosulratis; vitta dorsali
singiili ti'cmitium tuscesrrutr ; fronte baj«in «t a|ticem versus
»ubangtiJktatn . vertice producto. /. I/Ong. com tegmin
4'... I.at. 1 Millim. - IM tip 4 a et 4 b.
Irkutsk
I). lonpifronti valde sinnlin et atimi««. lr"Ute bre-
vio--.', basin et apirem vrrsus panllulnm ancnstata. baud a
racilio labrum vi'r.«*us parallela . parte v.rtiris anteoealari
pavtf iiitr.'i"! uLtri brrvi<«r»- . baud subBcquilonga) , venis
192
tegminum gracilioribus, apicalibus omnibus integris (venis
let 3 a commissura haud furcatis) abunde distincta, dili-
genter tarnen examinanda. Vertex parte anteoculari parte
intraoculari dimidio breviore, sulcis 2 frontis in partem an-
ticam continuatis, ibidem divergentibus, nigris. Frons elon-
gata, latitudine media vix ter longior, basin et apicem
versus nonnihil angustata, medio et utrimque carinata, inter
carinas nigricans. Thorax vertice vix i/, brevior, cum scu-
tello carinis lateralibus obliquis et una media longitudinali
instructus. Tegmina abdomine duplo longiora, subsordide
hyalina, fusco venosa, dorso vitta fuscescente ornata, venis
apicalibus 6 omnibus integris, exteriore brevissima, cellulam
parvam triangulärem terminante. Abdomen nigrum, limbo
flavo-maeulato.
83. Delphax hemiptera. Germ.; Stäl. Oefvers. af
Kongl. Vet. Acad. Förh. 1854. p. 193. 14.
Sitka.
84. Delphax dispar. Fall. Stäl. Oefv. af Kongl.
Vet. Acad. Förh. 1854. p. 194. 16.
Kamtschatka.
85. Tettigometra obliqna. Panz.; Burm. Handb. der
Ent. II. p. 147. 2.
Irkutsk.
86. Acocephalus bifasciatus. L.; Fall. Hern. Suec.
Cic. p. 26. 3.
Irkutsk.
87. Deltocephalns abdominalis. L. Fall. Hern. Suec.
Cic. p. 31. 10.
Kamtschatka.
88. Deltocephalns collinus. Bohem. Kongl. Vet.
Acad. Handl. 1849. p. 261. ((f $.)
Irkutsk.
89. Deltocephalus Bohemani. Zett. Ins. Lappon. p.
290. 7. (d" 9.)
Irkutsk.
90. Deltocephalus ocellaris. Fall.; Hem. Suec. Cic.
p. 33. 13.
Kamtschatka.
Ol. Deltocephalin «tnatui 1' Ji 1 1 : lloru. Succ. C.'ic.
p. 3:. 17.
Kaint.>4rliatkH.
'Ji'. Deltoccphalus Rrcatn*. Stal. Dilntc gri»oo flave-
«»ocns; manili.x •• (J. L'. 1*.» M-rtiris, capitrijuc antic(» ni^TO-
fugcis, Wnv'iit transvcDii« fronti.s nianilisquc ^cnarnm |)alli-
(lis; thorace ant« rius fusco-niacnlatt» . topminibus Bubailndo-
hyalinis. alMdo vcnosis, lunlti arrolati«, areola ningula
IrnuissiiiK' , apicalilm.« a|iirf tanun nniiniliil latiiis fusco-
margiiiatis; picttTc ahiloiiiinetiiic ni^'riiautil)U8. (f. Lung.
.{',, Lat. < . Milliiii.
Irkiitsk.
D. striato valdc similis et affinis, cai»ite antico ma-
rnlisqnp vcrticis ni;:n»-fu.sci8 niox distinctus. Caput subob-
tase trianj:ularit« r pnxliutuni, supra pallide frristo - flave-
sccnh, inaculi» •> iL'. 2. 1*. 1 uifm^-fiiKiis, iiuarunj 1^ apicalibns
valdc appK'ximatis; bulitus ni^-ro • fuRtuui , fruntis lincig
transvcrsis siilinlisoKtis , iiiaruli.*iquc ^'cnaruin. lorornni cly-
ppiquo pallidis Tbcrax cum scutclN» pallide pri^co flasrcne,
dliu» nia<uliff anticis hujus macula basali utriinquc fuBcis.
Tcgniina »ubalbid«) hyalina. adnuidum valide albido-vcnosa,
clavo arcoÜH discdidalibu.s «i, (juarum jxistcriorc media valde
elongata, apicalil>us .". a marpinc iiitcriorc cxtrursum maf^ni-
todine senhim d» crcsccntibus, et una intcr arcdam apicalcm
internam et elavum. omnibuH areolis tcnuissime fusco-mar-
pinati«, apicalibus apice tarnen latius. l'cctus et abdumen
nigrieautia , hoc tcnuissime flavo-cineto, Pedes pallide gri-
8eo- flavcHccntcs, fcmoribus antcrioribuB ultra medium arti-
culiscjuc tarKdrum apiec nipro fusci«, ilÜK ibidem Havo varii»,
tihiarum pogticarum spiiiulJH c puncti» nigro fuseis ortis
i«3. Thamnotettix notaticept. Stal. Oilute prisco-fla-
vescen«, eapit»- pcdibus(jue liavcKcentibuH, maculia 2 verticii
apicalibus \alde approximati«, maculiaque basalibns frontis
cum illiti utrimque .huIk dnilucntibuH, bujun etiam marpoibus
lateralibus suh oruliH. maruli« antiri« tbnraris femurumque
anterinrum. j>ect<>re abdomincque nipriiantibu«», hiw 2 flavo-
marpinatiH. huius margine tlavd nigro maculato. 9. Long.
4, Lat, 1'« Millim.
Irkntfk.
Statura fere Tb. .Htrinlae. aod brrvior. Caput fla-
vcaccn}« , supra visum trannvcrsum, obtuaifiaime rotundatum,
maculis 2 v«rtiris apicalibus valde anproxiniatiB . 2 ctiam
fmntis baftalibu.H n"nnihil maj«»ribuM ilistantibua , cum illis
utrimque subcuntiucntibu8 et (juadrangularitcr dispositU,
194
marginibus frontis infraocularibns, limbo lororum tenuissime
maculaque clypei nigricantibus. Thorax et scntelluni gri-
ßeo-flavescentia, ambo maciilis basalibus nigro-fuscis ornata.
Tegmina abdomen nonnihil superantia, pallide subfusco-
byalina, flavido-raicantia, subtiliter nonnibil pallidius venosa,
sutura clavi fnsca; corio areolis discoidalibus valde elonga-
tis, apicalibus 3 fquarimi iina omnino media), et una inter
areolam apicalem interiiam et clavnra. Pectus et abdomen
nigra, flavo-cineta, hnjus margine flavo, maculis parvis ni-
gris ornato: valviilis flavis, intus nigris. Pedes pallidius
flavi, apicibus ipsis articulorum tarsorum punetisque minu
tis ad ortiim spinarum tibiarura posticarum nigricantibus.
94. Thaninotettix fascifrons. 8tal. — Flavescens, li-
neis transvcrsis maculisque 2 basalibus frontis, saepe ad
fasciam confluentibus, litura utrimque angulata marginibus-
que ad oculos vertieis, Aittis 2 tboracis, basi scutelli pectore
abdomineque nigro - fuscis, hoc flavo - marginato; femoribus
ultra medium fuscis; tegminibus fusco-hyalinis, flavido-ve-
nosis. 9. Long. 4, Lat. 1 VV, Millim.
Sitka.
Variat vittis thoracis iatissimis, thoracem fere totum
occupantibus.
Staturä praecedentis , cui afjfinis. Caput flavescens,
breve, obtuse trianguläre, vertieis margine ad oculos litu-
risque 2 anticis introrsum acute angulatis (ramulo eorum
antico transverso), lineisque transversis frontis saepe ad
fasciam confluentibus nigris aut fuscis; maculis genarum
et clypei fuscis. Thorax flavescens, vittis 2 approximatis
utrimque dilatatis nigro-fuscis. Scutellum nigro-fuscum, mar-
ginibus lateralibus apiceque flavescentibus. Tegmina ab-
domen nonnibil superantia, fusco - hyalina, flavido - venosa,
areolis elongatis. Pectus et abdomen nigricantia, hoc flavo-
limbato, incisuris nigris. Pedes pallidius flavescentes, fe-
moribus anterioribus ultra medium, tibiis intus, punctis ad
ortum spinarum tibiarum posticarum apicibusque articulorum
tarsorum fuscis.
95. Thamnotettix sex-notata. Fall. Hem. Suec. Cic.
p. 47. 36.
Sitka, Kamtschatka.
96. Thamnotettix sordidipennis. Stäl. — Nigricans,
macula genarum, vitta clypei, linea transversa basali frontis
utrimque ramulum brevem retrorsum emittente, linea longi-
tudinali media margineque angusto postico vertieis, vittis
19f)
2 »pproximatis thoraris. anpnli!« basalibn»« »otitplli limhorjue
abdoininJR flavi'K«*enlif>ns ; tepminibu« Hordidi*. Iiyalinis; j)c-
dihus prist'o tlavt'HcrntibuH, t'nsco variis. /. Long. 2'',,
Lat. vi\ 1 Milliiii.
Irkutsk.
l'arva. latiu^cula Tli. fascifronti hlatura Biniili.s.
Tcpmina 8nbfu«<ro - hyalina , subtilitcr rcnona, areolig clon
patis. l'odcs prisco - (lavcsr«*ntcs . ba«i fimoruni antcriorum
apicibiisquc arli<Mil<>rnin f.irsi>nini fnscis
97. Thamnot^ttix lineatifrons. St.il Klavo - vire-
Bcens; capitc vaUie obtu«»e trianpiilari, liiica IransvcrKa
snba])icali vcrticis, linof>Iis fnpcinrjr.o anptista liasali frontis
medio interruptih. macula niapna antopcrtoris abdoniincquc
(linil)o cxccptf'i iiifjrirantibus ; topininibiis sordidc hyalinif»,
fiavido-veiiM!<i!». .. L<»nf,'. I'j, Lat. 1', Milliin
Sitka.
In virinitat«- Tli. ««ex notati locauda. Flavu - virc-
Bceos. Caput snpra visum brevc, obtuno tnangnlaritcr pro-
dnctnm. flavrsconf«, v.Ttiri« linea snbapicali medio intcr-
nipta, frontis linrolis transversis ntrimqnc fasciaquc an^'usta
basali ntriinqne adhiic aiifmufiorc. nicdin siibintomij)ta^
niarf;in«' bas.ili utriiiMjin- lituracjue nnniita media clyjiri ni-
pricantibr.s aut fusri« Thorax transvorsiin riigiilosus, arcn
antico (.l)S<«kt<t fuflecsoente. Linea transversa discoidalis
scntelli ni^'ra. Tcgniina abdctmon nnito snperantia, sordidc
hyalina, flavido-vmosa, aronlis disroidalibus valde elon^'atis,
apiralibus 3 'int«'ri<'re maximal, et nna intcr nrc«>lam api-
calcm interiorem et rlavnm. IVctns tiavt^cfn». nigro ma-
ralatiini. AbdonK ii nigrum. limbo vah nlisrjiu- flavis. Pcdc»
pallido flavi. punrtis ad ortum spinanim tihianim postica-
rnm, tarsunim omnium apicibns fiisris aut nipro-fuBCis.
'•'*. Athytanus tranivertui. Fall. Hom. Snec. Cic.
p. 2<t.
Irkut.Hk
(»0. Athywnni ^ri«^c*n», Zeit. Tni». Lappon. p.
'29h 13.
IrkntMk.
100. Athytanai itnatulus. Kall Heia Saee. Ole.
p 33
Kamtschatka
lOL TyphlcK-yba pnm. Stal — iMinto unbolivaceo-
196
flava; abdomiue pallide virescente, tibiis apicem versus
tarsisque prasinis; tegminibns flavescente - hyalinis, basi et
apicem versus subdecoloribus, areolis apicalibus 4, secnnda
(a commissura) parallela, tertia apicem versus latiore. </.
Long. 33/4, Lat. l', Millim. Tab. L fig. 5.
Sitka.
Tegmina abdomiue duplo fere longiora, apice rotun-
data, areolis apicalibus elongatis 4, quarum 1 (a commis-
sura) elongato-trianguJari basi reliquis latiore, 2 parallela,
3 basi secundä nonnihil angustiore, apicem versus sensim
nonnihil latiore, 4 iu medio quam basi nonnihil latiore.
Alae dilute lacteae, subvitreae, posterius ab apice limbatae,
in parte antica venis 3 parallelis instructae , quarum 2 an-
ticis magis approximatis , pone medium ad unam conflu-
entibus.
102. Typhlocyba commissuralis. Stäl. — Flavo-albida,
capite circa oculos scutelloque pallide brunnescentibus, hu-
jus marginibus lateralibus tenuissime venaque ipsa margi-
nali interna tegminum ultra medium nigricantibus; tegmini-
bus pallidissime flavescentibus, apice subdecoloribus, costa
basi fuscescente, areolis apicalibus 4 triangularibus , latera-
libus marginem apicalem ipsam haud attingentibus, 2da
basi latiuscula, 3tia basi angulum acutum formante. d.
Long. 41/2, Lat. ','4 Millim. — Tab. I. fig. 6.
Sitka.
T. lineatellae subsimilis. Tegmina areolis apica-
libus 4 instructa, quarum externis apicem haud attingenti-
bus, obtriangularibus , basi latis et ibidem utrimque subob-
lique truncatis, secunda (a commissura) apice omnium la
tissima, intus sensim angustata, basi utrimque oblique
truncata, tertia triangulari, basi angulum acutum formante.
103. Typhlocyba carneola. Stäl. Dilute carnea, vertice
scutelloque in pallide flavescentem migrantibus; tegminibus
apicem versus decoloribus, subcarneo - venosis, abdomine
nigro, ano, pedibus, fronte incisurisque ventris tenuissime
pallide flavescentibus. cT. Long. 3V3, Lat. % Millim. Tab, I.
flg. 7.
Sitka.
Tegmina cellulis apicalibus 4 elongatis instructa, inter-
mediis 2 subparallelis, quarum interiore exteriore pauUulum
longiore, basi truncatis; marginali antica prope basin nonni-
hil angustata, postica elongato-triangulari. Alae marginatae,
auterius venis 3 instructae, quarum 2 anticis pone medium
ad unam confluentibus, posteriore pone medium furcata.
197
1(M. Bytho«copu8 Populi. L. ; Fallen, llciu. Suec.
Cic. p. 60. :i.
Irkutsk.
Idö. BythoBcopa« venosui Fall. Hem. Suec. Cic.
p. :{><. 21.
Irkutsk.
ItMl. Bythoscopus Rubi. Hdliciu. Koii^I. Vet. Acad.
Haiull. 1^1."). j». .V). L'7.
Irkutsk.
1(»7. Eaacanthus oig^o • flava«. Stäl. — Flavescena,
disco lere totu vertici«. thoracc (an;:ulis lateralibus excep-
tis), scutello, elavo (coniiiiissura execptai dorsoquc abdo-
iiiinis nif:riÄ: te^'minilius ahdoniine Dcmnihil hrevidribus;
unpuiculis nij;ro-fu8ci<«. ,. I.<»n^'. ö'j, Lat. P^ Millim.
irkutsk.
Ins. Tettigoaia viridii. L.; Si^'n. Anual. Lut. 1^54.
p. IT lf,i;. IM 11. tig. 3.
Irkutsk.
\iO. Aphrophora corticea. Germ : Rollern. KoDgl.
\et. Acad. liaudl. 1^47. p. 24.
Sitka.
IK». Aphrophora bifasciata. Falir. ; Cercopis alni. Fall.
Hell). Suec. Cir. p. 2.
Irkutnk.
111. Lepyroma coleoptroto. L. ; Am. A Serv Hein.
p. ThiT. '.i.
Irkutak.
K.xplicatio tal»ula(*.
1 Deraoocoris brachialiti Ma^'uiludt) aucta,
1. H. luagnitudn uat.
2. Anapuft K i rm- li liau m i. .Ma^n aueta: 2. 8.
luagu nat 2. b. Caput a laterc viDuni.
198
3. Diplacus alboornatus. Magn. aucta, 3. a.
magn. nat.; 3. b. Caput ab antico visum. 3. c. Caput a
latere visum.
4. a, Caput Delphacis fusco-vittatae ab antico
visum. 4. b. ojusdem ala antica.
5. a. et b. alae antica et postica Typhlocybae
purae.
6. ala antica Typhi, commissuralis.
7. a et b. ala antica et postica Typhi, carneolae.
Heber aufFallende Nachlässigkeiten.
\^ou V, A, Oolirn.
Im Jahrgange 1857 der Berliner Entomol. Zeitschrift
sagt Herr Professor Dr. Schaum bei Gelegenheit seiner
Recension des Marseul'schen Catalogue des Coleoptöres
d'Europe, dass er 1852 die vierte Auflage des Stettiner
Katalogs geliefert habe und fährt fort: „Diese Auflage,
welche von mir nach bestimmten Principien in einheitlicher
Weise durchgeführt, zum ersten Male ein mit Kritik ver-
fasstes, und mehrfacher, besonders durch die Beschleuni-
gung des Druckes veranlasster Lücken ungeachtet, ziemlich
vollständiges Verzeichniss der beschriebnen europäischen
Käfer lieferte, hat in den folgenden Auflagen zwar manche
Zusätze erhalten, es haben die Ergänzungen und Verbesse-
rungen aber nicht mit den neuen Leistungen der descripti-
ven Entomologie Schritt gehalten*); auch sind mehrere von
mir vermiedene Irrthümer in dieselbe aufgenommen wor-
den. "
^) Um nur auf eine besonders auffallende Nachlässigkeit hinzu-
weisen, ist die Gattung Bembidium unverändert aus der vierten Auf-
lage in die folgenden ninubergenommen worden, obwohl die Mono-
graphie von Jacquelin Duval, von der ich nur den Anfang hatte be-
nutzen können, 1853 vollendet worden war. Die Hälfte der Gattung
ist daher nach dieser Monographie, die andere Hälfte auch gegenwärtig
noch ohne die Benutzung derselben zusammengestellt.
m
So weit Prof. Schaiiin. Obwohl ich ilic hier hoHproch-
ucD ..fol^'oiulou Autlas;».!!' bcKorg^t und die Vorreden mit
ineiniiu Namen uuter/eiehuet habe, ho wUrdc ich (bnli bei
meiucr imlividucMen Annieht Über den ephemeren Werth
eines solchen nath seimr Natur hüchRtcns auf ein bis zwei
Jabrr liraui libaren, und dann als obMdel durch einen neuen
berichtii;leu und NervnlUtamli^^ten m ersetzendem Katalo-
gen in ilem NurHlebendeii Artikel, d« r meinen Namen
uuerwiilint liisst . keinen .Vnlass zu einer directen Krwie-
deruu^' gefunden haben. Da es aU-r Herrn l'ruf. Schaum
beliebt hat, iu den Annalen de la Mociöte entoniologique
de France 1>«.')T lAXlX denselben (Jcffcnstand zu berüh-
ren und /war mit d<r i'<irm .,Ce n'est donc iias moi, mais
.M. Dohru, lunitjUe rcdartenr des editions suivantcB, qui
est respoiihablc du mauvais traitcment du f;eure Hembi-
dium" — 8u wird es ( ausser einer selbstversUindlichcn
KrwiederiiDg an der botrclTrudeu Stelle > auch den zahl-
reichen deutHchen Kaut'crn d«r von mir be8ori;teu Autigabcn
V. und VI. von einigem Interesse sein, zu erfahren, was es
mit der behaupteten ,.a»'tTallenden Nachliissi^'keit" denn ei-
gentlich auf sich hat.
F*di;endes sind <lie Thatsachen:
1. Die Arbeit von Jacquelin Dnval de iiembidiis euro-
paeis 8t<'ht in zwei .lahrgängen der Pariser Anna-
leu peilruekt. Die allgemeine Kinleitung, Literatur und
eine Talel mit einer lebcrsicht über die von .1. Duval
angenommenen IT (irupp»n, welche mit Taehypus be-
ginnen und mit (■illciiuni sejijiissen, ferner die «Tsten
l» (iru]>pen mit ihren .\rten. bis einschliesslich No. G4
B. praeustum Dej. stehen in dem Jahrgänge 1>^.')1.
In (bin Jahrgange \>^i)'J (ui<ht IS'Xi, wie es durch
einen Drucktehler in der Note des llerrn Schaum
Ihisst) tolgt dann die zweite Hälfte der Dnxalschen
Monogra|diic, nandich der Keht der n« unten <iruppe
bin zum Schluss drr .»«iebzehnten.
'J Herr l'rof. ."^chaum räumt ausdrUcklieii ein, die erste
Hallte der Duvalsehen Arbeit iN-nuLzt zu bal>CD.
.'• Herr Jac(]uelin Duval, welchem wie es schciot, kcio
Exemplar der vierten AutMrabc des Steltiner Catalo-
gUH Colenpt. Kurop. ^ ' n hat, au« welcher die
Gattung limibidium . lert m die fitnftc hin-
llbergcnomnun if>t. ma« lil liiem r llUUlen Ausgabe fol-
genden Vorwurf f.^nnales IpCm pag. Ml}
.,Der Stettiner Katalog l(t6ö nimiut meine Cinthci-
laog nicht an und thedt die Gattung in 11? Gruppen,
die auf wenig natürliche Weise geordnet «iod. ''U-
200
lenum und Lymnaeum befinden sich an der Spitze neben
Tachypus, von dem sie doch weit abweichen, und
die TacJiys im Gegentheil stehen hinten am Schluss
statt in der Nähe der im Kataloge vorhergehenden
Trechns. Der Autor kann meine Arbeit unmöglich
mit Aufmerksamkeit zu Rathe gezogen haben. Ich
will mich hier nicht gegen einen Katalog verthei-
digen, in welchem die erheblichsten Fragen durch
einen Federstrich kategorisch entschieden sind, aber
ich werde einige seiner stärksten Fehlgriffe bezeich-
nen, wonach man über das Ganze zu urtheilen be-
rechtigt ist.
Dieser Katalog adoptirt B. rfiaeticum Heer; ich
habe dessen Identität mit pyreuaeum nachgewiesen;
alpinum Dej., dessen Typus ich sah, ohne auch nur
eine Varietät daraus bilden zu können; cyanescens
Wesm. und cumatHe Seh., welche identisch sind;
scapulare Dej. dessen nothwendiges Wegfallen nie-
mand bestreiten kann; neglectum Daws., das der
Autor selber mit obsohtum Dej. vereinigt; bipustula-
tum Redt., welches ich als synonym von guttula nach-
gewiesen; bisulcatum Chaud., das doch mindestens
neben Clarkii hätte stehen müssen; elongatulum Dej.,
zufolge des typischen Exemplars nichts andres als
bistriatum ; parvulum und pulicarium , welche einerlei
sind; und schliesslich unter den Arten zweifelhaf-
ter Stellung gracile Ramb., speculare Ktist, welche
Synonyme sind.
Und doch habe ich dies in meiner Monographie
vollständig erörtert und bewiesen, folglich wieder-
hole ich, der Verfasser dieser Partie des Katalogs
hat entweder sich nicht die Mühe genommen, meine
Arbeit aufmerksam zu lesen, oder er hat vielleicht
nicht Französisch genug verstanden, um meine Be-
merkungen zu capiren."
4, Demnach reduciren sich die Vorwürfe des Herrn J. Du-
val gegen den Stettiner Katalog in puncto Bembidio-
rum auf zwei Ausstellungen:
A. die unnatürliche Reihenfolge der Gruppen.
B. die Beibehaltung von 11 Species als selbständigen
Arten, während deren Synonymie nachgewie-
sen sei.
5. Von diesen beiden Vorwürfen hat Herr Prof Schaum
den ad A vollständig und den ad B zum Theile auf
sein eignes Conto zu schreiben, wie aus folgender
Beweisführung erhellen wird.
2Ul
All A. AuÄdcr dem cignco Kiogcstämliiiäs de« Herrn Pro-
fetfgors erpicht sieh auch auH ciueni Vcrf^leiehe der
vierten A ns;;al)o ( 1 <yJ t mit der dritten (1 H49 ),
da.ss die (iattiiuf; Hembidium von Gruppe 3 (Tcichy-
j'u*) ab bis zu (Jril|)|»e 7 (l'ernyhu») Ilemb. jirufuttum
Dej. durchaus nach der Anordnung J. Duval's unigc-
moilelt worden ist, nur das« Prof. Schaum die [) Grup-
pen D's auf r» reducirt.
Nun war es freilieh ein lataler Umstand, dass J.
Duval die bisherijcc Anordnung auf den Kopf stellte,
und mit der (nach Hejcan in der ersten und zwei-
ten Aus^'abc des Katalo^rs an «las Knde , in der
dritten mit anscheinender Willkür vt»n Professor
.Schaum in die Mitte gestellten) Gruppe Tach\jpu$ be-
gann. Als Grund dafllr steht (Annalcs l^^.')! pa^. 4r>4).
„Nach dem IJeispielc Duftschmidts, Sturms und Krieh-
8ons bepnno ich mit dieser (inipi)e, weil ihre Arten
eine evidente Analo^'i,- mit Klajibrus zeipen, und
sich dcnisclhcn /ieiiilich natürlich anschliessen kr.nnteD."
Dass Herr l'rof. Schaum dieser Ansicht nicht gewe-
sen, und Ik'mbidium nicht mit Kla])hruä sondern mit
T rech US in unmittelbare Verbiuduni: gebracht hat, kann
ihm gewiss nicht zum Vorwurf gemacht werden. Es ergab
sich aber aus dieser .Miweichung von J. Duval augen-
scheinlich die einfache Ndthwendi^'keit, die zu Anfang der
Duvalschen Arbeit vitllsUindig gegebene Gruj)pcntafel zu
analysiren. und die mit Trechus nachstvcrwandten (iruppen
voranzustellen, dagegen die erste Duvalsehe Gruppe zur
letzten zn machen. Was that Herr Schaum? Er nimmt
Duval's Gruppe IT und macht sie zu seiner ersten; seine
zweite ist Duvals Grupj)c !•>, und hierauf folgen Duval's
Gruppen 1 — 1», von Scliaum auf.} — 7 (ex parte) zusam-
mengezogen.
Heissl dies: ..mit den Leistungen der dcscriptiven En-
tonioh»gic Schritt halten"."" „Wer ist der Kaufmann hier,
nnd wer der Jude?" in BetretT der keck hinpeschleudcrtcn
„aulTallenden Nachlässigkeiten'' an<l ,.maura\i traitemfnt"11
Ad H. Hier ist einfach zn sa^'cn. dass von den 11 ron
J. Duval als tadclnswcrth nu-nirtcn Svnonymcn vier,
nebmlich H. rhacticum. alpinum. gracile und specularc,
bereits in der ersten, vuu i'rofes.snr Schaum benutzten
Hälfte der Monographie besprochen sind.
Damit glaube ich tai »uprrqu^ bewiesen zu haben, da«9
die von Herrn Schaum ohne sonderlichen Aufwand von
Htitlichkeil sich ab und mir aufgehalsten Vorwürfe zum
wescntJicheu Thcile von ihm vertreten werden mlistten.
\\
202
So wird Herr Prof. Schaum es auch erklären müssen, wie
er in der von ihm ,,nach bestimmten Principien und zum
ersten Male mit Kritik verfassten" vierten Ausgabe dazu
gekommen ist, dem Carabus morbillosus Panzer den in
den früheren Ausg-abeu noch nicht erwähnten Car. tuber-
culatus Clalrville als Prioritäts - Synonym voranzustellen,
während er doch [in der Note S. 87 Jahrg 1858 der neuen
Berliner Zeitschrift] Herrn Jacquelin Duval vorwirft, diesen
Namen gebraucht zu haben, „obwohl der Käfer bei Clair-
ville morbillosus heisst und ein tu bereu latus Clairv.
gar nicht existirt". Ich weiss nicht, auf welches Ma-
gisters Worte Herr Schaum und die Herren J. Duval, de
Marseul etc. bei dieser Gelegenheit geschworen haben, aber
ein Beispiel Avie dieses reicht vollständig aus, um sich daran
deutlich zu machen, was es mit der Unfehlbarkeit in
unsrer unermesslichen Wissenschaft auf sich hat, und wie
bedenklich es ist, ein „Nachsprechen in tidem eines kri-
tischen Verfassers^' mit dem Stigma „auffallender Nach-
lässigkeit" zu begnadigen. Dies diem docet, das gilt,
wenn irgendwo, doppelt und dreifach in der Entomologie.
Bei diesen und manchen andern, zum Theil schon zur
Sprache gebrachten, zum Theil gewiss noch später sich er-
gebenden Versehen kann es mir unzweifelhaft zur Last ge-
schrieben werden, das3 ich mich dabei auf Vorgänger ver-
lassen habe. Wenn sich aber aus dem Vorliegenden ergiebt,
dass ich dies nicht einmal in Betreff der Gattung Bembi-
dium hätte thun sollen, obwohl Herr Prof. Dr. Schaum ge-
rade über dieser Gattung (Entom. Zeitung 1845 p, 402,
1846 p. 107, 1848 p. 333) das Licht seiner Aufklärung hat
leuchten lassen (so dass man es a priori nicht für möglich
halten konnte, er werde bei Anordnung der Gattung durch
die nur halb erschienene Monographie J. Duval's ganz aus
dem Concei^te kommen), dann scheint es mir ziemlich un-
umstösslich, dass ich vollkommen berechtigt war, meine
Verantwortlichkeit auf das zu beschränken, was die Vor-
reden zur fünften und sechsten Edition des Catalogs
ausdrücklich besagen, nehmlich auf die in der Zeitung mo-
nirten und discutirten Aenderungen und Ergänzungen der
vierten Ausgabe, deren kritischen Verdiensten dadurch
kein Abbruch geschieht, dass dem Prof. Schaum hie und
da etwas Menschliches begegnet ist. Ob das Vergessen
der Gattung Hyphydrus, die Anführung des Iphthimus
an gu latus Hossl als einer beschriebenen Art (während
Herr Reiche behauptet, das sei ein Irrthum), ob das Auf-
nehmen des nordamer. Cexitorhynchus umbellae, des australi-
schen Novius sangninoUntus unter die Europäer, ob das Aus-
208
Iftssen de« in der zwcitou IaIIiIou bereit« rite auf^efllhrtcn
H ypotheneinuH rriiditiis U>«/w. unter die Versehen pe-
Inirt. «lie man auf „HeH.^hlcuni^'ung drs Druekcs" scliniljen
kann, liKilit ziemlich j:kieli;,'llltip. /u der h't/t^'enaniitmi
Oattuni: will ich stlilirsslich nodi eine bereit« in diesem lUatte
.lahrp. lS.V)|i. 1«).'5 ^'emaditc Antleutunj; 8|)eeieller ausführen.
Die (iattunj: lly i>«»t henemu 8 mit der bisher einzigen
Art eruditus ist von Westwoo«! in dem \<M erschie-
nenen ersten Hamle «ler TranHattiuns der Londoner entomo-
htjrisiln'n ({«•.Hellsehatt publicirt. Krichson citirt (lattung
und Art ( IH.W» in Wie^rmanns Archiv i in seiner .Systema-
tischen Aiisriiianderstt/uni: der HnrkrnkiilVr", mit dtiii aller-
din{;s btlremdlichen Zusätze ,,lebt in labyrinthiseh verworre-
nen (jünfjcn unter Buehcnrindc".
Krichson, der sonst so vorsichti;^c und prc^ren älinliche
\ i'rstösse bei An«Urn nicht eben sitnderlich iluhlsume Krich-
son. mus8 dcr/.cit ^'ar kein Knj,disch verstanden uiul sidi
vielleicht auf eint;n dieser Sprache an^reblich knndi;:en
Windbeutel verlassen haben. Ks lautet nehmlicli der Kin-
panp: zu Westwood's Artikel wie ful;:t :
„Mr. Kdw. Lumhy gab mir einen Hcleg zu den Ver-
wüstunfTcn. welche durch Insecten in HUcher-Kinbänden
angerichtet werden, und ich irlaubte, eine Notiz dar-
über würde der entoninl. Suejetiit nicht uninteressant
sein, besonders da das fragliche Inscct nicht recht in
irgend einer bekannten (Jattung unterzuliringen ist.
Mr. Lumley gab mir den Deckel eines Hu eh es
(Bruchstücke davon wurden vorgezeigt), welcher nach
allen Richtungen hin von einem kleinen scolytusarti-
gen Inscct zerfressen war, vnn wclehem zaiilreiche
Kxcmj»lare tndt in den verschiedenen (Üin^'en gefunden
wurden. Der Kini)autl scheint aus Pappe und Kleister
zu bestehen, und von beiden Materialien ist gcfreascn.
Mr. Lumley weiss nicht, von wo er das Buch erhalten
hat, und ich habe nirgend eine Beschreibung des In-
sects gesehen, noch es in irgcntl einer Sannulung ge-
troffen. Ob es also in unsre britti sehen Ver-
zeichnisse aufzunehmen ist, überlasse ich
dem Krm essen der Kn t«» mologe n.
Der letzte Satz ist Demjenigen vollkommen begreif-
lich, der aus der Praxis weiss, bis zu welchem fast komi-
schen Kxcess der grossbritannischc Localj)atri«»tismus sieb
versteigen kann. Ich achte den cn.;liscncn Nationalstolz
und habe mich her/lieh gefreut, in den grösstcn .Strassen
und in den brillantesten Läden Londons überall ,.real
british" acht englische Waaren neben den auslaudischeu
11*
204
angezeigt und durch verhältnissmässig höhere Preise her-
ausgehoben zu sehen — zuweilen wollte es mich sogar be-
dünken, als habe man ehrliche deutsche Fabrikate mit
diesem Nationale verziert, während in Deutschland das
leidige Sprichwort gilt ,,das ist nicht weit her^^ Aber
zwischen einem richtigen Stolz auf Nation und Landsmann-
schaft und zwischen einer polizeimässigen Inquisition, „ob
eine vorliegende Chrysomela cerealis in Grossbritaunien und
Irland gefunden (Preis 30 Kreuzer) oder vom Continent
herübergebracht (Preis 3 Kreuzer)'', ist der Zusammenhang
offenbar in den meisten Fällen ein oberflächlich äusserlicher
und der Wissenschaft nicht nur fremdartig sondern nicht
selten feindlich. Zwischen einem sogenannten Britisher (der
obendrein häufig durch naives Hinzunehmen der Inseln
Jersey und Guernsey den französischen Emigres ein ver-
dächtiges Asyl öffnet) und einem Continental- Entomologen
ist nur in wenigen Fällen ein Verkehr möglich, von Insecten
natürlich gar nicht, aber auch von Ideen nur in beschränk-
tem Masse, da man nicht wenige Patrioten trifft, die noch
heute blindlings auf ihren Stephens schwören, mögen
Erichson, Schaum und Andre ihnen auch noch so evident
bewiesen haben, wie viele Böcke im Manual of british Co-
leoptera geschossen sind.
Literatur.
Agassiz Bibliographia Zoologiae et Geologiae,
Von EI. Blageu.
Zuvörderst möchte ich mich entschuldigen oder viel-
mehr es motiviren, warum ich bei dem reissenden Strome
frischen Materials den Kaum dieser Zeitschrift durch der-
artige trockene Materie beenge, um so mehr als es leider
Sitte zu werden scheint, dass auch anerkannt tüchtige For-
scher derartige Bestrebungen vorweg als unnützen Ballast
verdammen. Es ist wohl unzweifelhaft, dass gute Beob-
achter auch ohne Kenntniss früherer Leistungen gute Beob-
achtungen zu machen im Stande sein werden. Es scheint mir
aber gleich zweifellos, dass selbst der tüchtigste Kopf seinen
20C>
Wop sicherer ^ehen und seine Arbeit leichter (Inilcn wird,
winn ihm die <»i't mllhHain erheutctcn Forscliunpen früherer
Arbeiter /.um \Ve^'w«iser dienen. Oan?. al>tresohen dav(»D,
dass durch die Keimtniss dessen, was srhon peh'istet i«t,
eine wesentliche KrHparniss an Arljcit.skraft er/i«lt uikI eine
Verschwendunsr l)esser zu nUt/.<nder Zeit verhindert wird,
seheinen mir noch andere >[oii\e vorzuliegen, die eine voll-
ständige und zuvcrliissi^'e Jiihlio^raphie wllnschenswerth
machen. Denn gerade von einer v<dlstiindig umfassenden
Kenntniss der früheren Arbeiten ist hier allein die Hede;
dass Jeder bei seinen Arbeiten das Nächste und Wichtigste
l)cnut/t, versteht sich von selbst, da (diuc dies seine Arbei
ton in den meisten Källen ganz nutzlos bleiben würden
Die Zeit, in der wir leben, ist in mancher Hinsicht für den
Arbeiter auf dem Felde der Zoologie eine ungünstige zu
nennen. Die plötzliche Entwiekelung. welche der Welthan-
del erfahren, ilie Beschleunigung des N'erkehrs, die wach-
sende 'riieilnahme der Laien für jedes Itestreben. das
sich die Kenntniss des Krdk<>rpers zur Autgabe gemacht
hat. überstürzt seit den letzt<n zwanzig Jahren die Museen
und Samndungen mit einer Masse von neuen Körjiem. Zur
licwäliigung dieser ungeahnten Fülle reichen di<' vorhande-
nen Kräfte nicht im Fntferntesten hin. und man kaim von
fllück sagen, wenn bei dieser rebcrsjiannuug iiiclit ein
1 heil «liesrr Kriitte erlahmt oder erdrückt wird. Kine lange
Zeit hindurch winl sieh voraussichtlich noch der beiweiteni
prösste Tlieil der Arbeiter an dem eben so nothwendigen
als lästigen (iesehätte des liesehreibens und Hegistrirens
neuer Arten und (Jattungen aufreiben. Während früher nur
in Kuropa und selbst da nur in vergleichsweise wenigen
Orten derartige Bestrebungen zu Tage kamen, sehen wir
jetzt in jedem Welttheil Werke trseheinen. die die Kennt
niss der Naturkiirper zu fördern liemüht sind. Können wir
uns nun über solche Bestrebungen Jiur treuen, müssen wir
sogar wünschen, da*» sich die Zahl der rüstigen Arbeiter
mit jedem Jahre noch vi nicifache. so lässt sich doch nicht
leu:.'nen. «lass mit diesem plötzlichen Aut'schwung zugleich
ein Auseinandergehen und eine Zerfahrenheit verbunden ist,
die dem wahren Fortschritt der Wisscnschalt einen drohen
den liemmsehuh anlegt. Ks kommt meiner Ansicht nach
darauf an. «lass die fertigen Bausteine geonind und bei-
sammengehalten werden, um einem neuen Linni^ oder Cuvier
Eui!« Verbrauch handgerecht zu sein. Diese Idee hat offen
bar auch Herrn Aga.ssiz bei den mühevollen Zusammen
Stellungen seines Nomenelators und seiner l'ibIiograj>hie
bc-eelt Da letzteres Werk auf dem Contiocnt ganz uübe-
205
kannt geblieben ist, so erlaube ich mir hier eine Anzeige
desselben, nnd eine Besprechung seines Inhalts, so weit er
die Entomologie berührt vorzulegen. Meine Behauptung, die
Bibliographie sei unbekannt geblieben, begründet sich dar-
auf, dass ich bis jetzt dieses Werk nirgends benutzt oder
angeführt gefunden habe, und selbst in der Zucholdschen
Bibliothek nur der dritte Band ohne Angabe des Preises
angezeigt ist, ein Beweis, dass es seinen Weg in den Buch-
handel nicht gefunden hat. Der vollständige Titel heisst:
Bibliographia Zoologiae et Geologiae. A general Catalogue
of all Books, Tracts, and Memoirs ou Zoology and Geology
by Prof Louis Agassiz, corrected, enlarged and edited by
H. E. Strickland, London. 8to. Printed for the Roy. So-
ciety. Vol. 1. A — B. 1848 pp. 506. — Vol. 2 C — F 1850
pp. 492. — Vol. 3 G— M 1852 pp. 657. — Vol. 4 N— Z
1854 pp. 604. Der letzte Band ist nach Stricklands Tode
von W. Jardine besorgt. Ein Supplcmentband mit Additions
und Corrections nebst einem „Iudex of subjects" wird in
Aussicht gestellt. Um letzterem Band die möglichste Voll-
ständigkeit zu geben werden alle Schriftsteller des In- und
Auslandes ersucht, die Liste ihrer nicht aufgeführten Ar-
beiten an „Fr. W. Jardine, Bart., Jardine Hall, Lockerby,
N. B." einzusenden.
In typographischer Hinsicht ist lobend anzuerkennen,
dass das Werk äusserst correct gedruckt ist, und sich dadurch
vor ähnlichen (namentlich Percheron) wesentlich auszeichnet.
Die Vorrede berichtet, dass Herr Agassiz sein Jahre hin-
durch gesammeltes Material der Eoy. Society übergeben
habe, und dass der zum Herausgeber bestimmte Hr. Strick-
land damit das von ihm und anderen gesammelte Material
verbunden habe, wobei namentlich ein von Hrn. J. E. Gray
und Bennett entworfener entomologischer Catalog erwähnt
wird.
Im ersten Bande befindet sich eine geographisch ge-
ordnete Liste der benutzten Zeitschriften und Schriften ge-
lehrter Gesellschaften, dann folgen alphabetisch geordnet
die Schriftsteller, Soviel mir bekannt, hat Herr Agassiz
bedeutende und kostspielige Anstrengungen gemacht, um
die möglichste Vollständigkeit zu erzielen. Eine im Ma-
nuscript gedruckte Bibliographie, für jeden Schriftsteller ein
Folio-Bogen, theilte er den namhaftesten Gelehrten mit, um
Zusätze und Verbesserungen zu erhalten. Ich kenne die-
selbe nur aus dem Cataloge der Bibliothek Erichsons, in
welchem sie für 18 Thlr. ausgeboten wurde. Wenn nach
derartigen Vorbereitungen und Kostenaufwand dennoch dies
Werk nicht den Anforderungen entspricht, die an eine
207
Itraiicbbaro Biblio/^Tapliie ^coiacht wcrileu iiiUshcu, ro be-
darf tiu öolcbis Irtliril striiigor ni-prllnduiij:. wenn es niiht
(leu Lt'istuni^iii ikr ;;tiiamiU'n Autoritiiteii ^'i'j,aiiUl»er fllr
imbcscboiiU'ii ;;eitoii soll. »Selbst uiit liiblittgraplnschen Ar-
beiten bL'sebäfligt, babe icb mir niilit die Milbe vcrdriessen
lassen, dim paii/.e Werk Wort lllr Wort «Inrebzugeben. leb
wiederb«de uusdrUeklicb , das-s ieb nur von den entomnb.<:i-
»eben Sebrillin spreebe; von «bn llbri;ren scluint mir der
geolu^'i.sebe 'I'beil besonders s<ir;L'tulti;r ^rcsamnielt.
Der erste Vorwurf betrifft die num^'ehido VoUstiindig-
keit der neueren Littcratur. Es niusa zugestanden werden,
dass bei einem derartig grossartigen rntcrnebnicn — seit
IJoebniers bekannter Hibliotbek, also seit länger als einem
lialben .labrbiiinlert «Kr erste Versueli einer äbnlieli um-
fassenden Arb» it, niebt vcrlan^'t werden kann, dass beim Er-
scbeineu des Werkes die Litleratur der letzten .lalire vull-
slündig sei. Es setzen sieb dem unilberwindbare Hinder-
nisse entgegen Wenn aber bei i^ebriftstellern ersten Han-
ge», wie Zell er. im .Tabre IJ^.')-! (v(d. 4 p. ^)'M\) als einzige
Schrift ^die Arten der Gattung Eudorea. Linn. Entoin. 1>'4<)*'
auf«'enibrt werden, sn muss gegen die Sor-^falt der Arbeit
goreebtes Mi>straucn entstellen. So findet sieli denn aueb bei
Lücw als einzi^'e Sebrift ,,lIorae anatomieae Abtb. 1. 1^41"
angegeben. Selbst bei enicliseben Sebriftstellern, die aller
dings dem Herausgeber leiebt in die Hand arbeiten konn-
ten, ist nur für weni^'e eine binreiebende Vollständi^rkeit
erzielt worden. HotVen wir. dass dies im Supplementbandc
erreiebt werde. So weit ieb das Werk liberselie, lässt siib
mit Ileebt der Aussjtrueb tbun, dass die entomologisebe Lit
teiatur naeh 1H40 nameutlieb lllr den Kontinent äusserst
unvollständig angegeben ist. SuftVian ist, wie Zeller und
Locw, nur mit einer Nummer bedaebt, und seine bekannten
Arbeiten in Linnaea und der Stettiner Zeitung ganz über-
gehen, wie Ulierbaupt letztere gar niebt ^ erglieben zu sein
ächeiiit.
Es würde dieser Vorwurf in> Ganzen weni;;er schwer
irtiVen, wenn wenigstens bis 1*^40 die Littcratur sorgsam
und vollständig gegeben wUrde. Allein aueb dies liLssl sieb
uiebt zugestehen. leb mache hier nur auf berühmte Xamcn
wie Tbuniterg aufmerkMim. d' - iiiireiebe (Jelegenheit-
Schriften sehr unvoUstänclig a u sind, wie ein Ver
gleich mit dem K» gister in der Meiiiner Zeitung l^öT hiebt
crs'.ehtlicb maebt. Während bei l'ercheron die Liste der
an nymen Schriften 70 Seiten umfasst, finden »ich hier
(vil. 1 p. i;U) nur 0 XumuK rn als ..anonymen«'' augegeben,
ohjic dass die übrigen irgeudwt> eingereiht wären. Noch
208
dazu sind von diesen 6 Kümmern mindestsen 3 sehr be-
kannt, und auch bei den betreffenden Autoren angeführt,
nehmlich 1) bei Weifen, 2) bei Gravenhorst, 3) bei Besser.
Ein anderer Vorwurf begründet sich darin, dass auch
hier häufig Dissertationen schwedischer Forscher unter dem
Namen der Doctoranden angeführt werden, während doch
genugsam bekannt ist, dass nach der Einrichtung der dor-
tigen Universitäten bei allen „Praeside" Linn6, Thunberg,
Fallen etc. erschienenen Dissertationen die Doctoranden
ausser Bezahlung der Druckkosten keinen Theil an der
Arbeit haben. Ich erspare mir hier die speciellen Angaben,
da sie meist bekannte Schriften betreffen.
Sehen wir zu, wie das Werk überhaupt redigirt ist,
und wählen dazu auf's Gerathewohl den Buchstaben B.
Es findet sich p. 168 ein Autor W. E. Bach, der nie
existirt hat, mit drei Schriften über Pselaphen, Cebrionen
und Byrrhus. Alle drei finden sich an der richtigen Stelle
bei Leach vol. 3 p. 432, No. 17. 25. 29 wieder. Es ist
dieser Bach eine Copie aus Eiselt's Werk, da aber die ge-
nannten Schriften im Zoolog. Journ. und Linn. Transact.
erschienen sind, ist der Irrthum bei einer englischen Re-
daktion etwas stark.
p. 211 Baudier irrig und p. 380 Boudicr richtig wie-
derholt,
p. 219 Beatley ein Druckfehler Percherons fürBentley;
auch hier ist die Abhandlung in England erschienen.
p. 225 Abr. Beck, schon p. 172 als Abr. Back dage-
wesen.
p. 272 Bertram, schon p. 206 als Bartram aufgeführt.
p. 289 Bildero, p. 290 richtig bei Billberg nochmals
aufgeführt.
p. 316 Blangy kommt vol. 2 p. 270 bei Ducarne de
Blangy nochmals vor.
p. 332 Bocca, derselbe Autor mit Rocca vol 4 p. 202,
p. 340 M. J. Boehm, der Artikel No. 1 gehört zu
llliger.
p. 351 Bonafons, die Artikel No. 4 und 6 sind dasselbe,
No. 7 kommt p. 356 als Bonnafous wieder vor.
p. 355 Bonelli, die Artikel No. 5 und 6 sind dasselbe.
Bondaroy ist vol. 2 p. 460 bei Fougeroux aufgeführt,
und zwar ist No. 8 gleich 7, No. 9 gleich 4, No. 10 gleich 5.
p. 358 Bonnet, No. 16 ist gleich 1; No. 12 gehört
nicht zu Bonnet.
p. 367 Boroles ist derselbe Autor mit Baroles p. 197.
p. 378 Bouch6, No. 4 ist gleich 5.
p. 392 Boussuet ist Derselbe mit Bossuet p. 375.
2(}0
p. .'U»0 Bracy Clark kommt V(»l. 2 p. 7>* uiKliiuals lici
T'lark vor.
p. -U^) Hralim. Nu 1 ist gleich 4.
p. 41 J Hiulianl ist derselbe Aut<»r mit Hunlian! p. l!'l.
p. 47.'> Huchwald kommt nochmals V(»l. J p. IL'S bei
Cramer vor.
Midi dlinkt. das .\n^'e;:eb(Mic sei genllgend, nm mein
I'rtlnil nicht ungerecht zu linden; Pfdite Jemand noch nicht
llberzeu;:t sein, so map er als merkwllrdiire« Heispiel der
Art der Redaktion den -\rtikel Hem'' V(d 'A p. '22 verpleiehen.
in weichem X<». 2 mit L'O. .*{ niit 1» und 21,1 mit 2.5. .'> mit
24, C. mit 2.'>. l»' mit 22 /.u>ammcn falbnl
Kin wesentliches Ilinilcrniss der Hranchbarkeit des
NN'crkcs besonder.«* bei Schrittstellcrn mit zahlreichen Num-
mern besteht noch darin, dass sellie nicdit chronologisch ge-
ordnet .sind, S(^indern oft bunt durcheinander stehen (cl'. Aa-
douini. Allerdirps gesteht dies llr. ."^triekland in der Vor-
rede zu. aber «ine derartige Arbeit -would have involved
an aniount of lal)our. both mechanieal and eriti<'al. whieh
il was impossible to sj)are for such an object" und weiter
,1t «»nly remains for mc to depreeatc eritieism as to thc
n)any error« unav(»idablc in a work of this kind: a work
of eonsiderable difticulty in itsclf, and undertaken on my
part for the Koy. Society as a labour of love, in the midst
of «ither avocatif»ns. " Die wissenschaltli« hen Leistungen
des berllhmten, zu früh verstorbenen (ielehrten entschiddigen
diese Worte, obwcdjl si(h nur bedauern liisst, dass die sel-
tene (»elegenheit, der Wissensehaft bei der kostspieligen
Herausgabe eines derartigen Werkes ein sicheres Funda-
ment zu geben, nicht besser benutzt ist.
Iin endlich einmal zu einer brauchbaren lÜblioirraphie
zu gelaiifren. werden noch betr;iehtlieh<> kritische Arbeiten
erfordtrlich sein. (legenwärtig schlep|>en sich <lii' zahlrei
ehen Fehler aus einem r.uehe in das niichste hinllln'r, und
Agassi/, Werk ist der deutlichste He weis, wie wenig mit
einfacher, wenn auch fleissigcr Compilation zu erreichen
ist. >lich dlinkt. ein Fortschritt ist nur möglich, wenn eine
neue sorg>tamc N'ergleichung <ler .'*^chri("l<n selbst vorgenom-
nien wird, oder wo selbe nicht zu haben sind. weni::stens
die (iJielle. aus der pesrhöpfl wurde, genau vernurkt wird.
Letzteres ist bei Agassiz Werk zum Thcil durehgefllhrl,
Ideibt aber der einzige Weg. um die durch Druckfehler ge-
schaffenen Schriften und SchriOsteller endlich ausznnierzcu.
210
Bemerkungen über Lebensweise und Vorkommen
einiger Käfer Ostpreussens.
Vom (Terichts-Assessor Ottomar I"feil.
(cfr. Entomol. Zeitung pro 1857 >S. 52.)
1. Cicindela sinuata Fbr.
Dieser in Ocstreich, Miilireu und den benachbarten
südlichen Ländern einheimische Käfer, welcher dem ganzen
nordöstlichen Deutschland und Europa fehlt, findet sich auf-
fallender Weise in O&tpreussen, aber hier nur an weni-
gen, streng begrenzten Stellen von geringem örtlichem Um-
fange vor. Diese Stellen liegen sämmtlich in der Umge-
bung von Pillau, es sind die frische Nehrung, dieser Stadt
gegenüber gelegen, die Strandpartieen in deren Kähe und
endlich einige Sandfelder landeinwärts, etwa eine Viertel-
stunde von der Stadt entfernt. Letztere von der Grösse
weniger preussischer Morgen sind die Hauptfangstelle. Die
Zeit des Erscheinens ist im Vergleich mit den andern Ci-
cindeliden eine sehr kurze; sie beschränkt sich, wie lang-
jährige Erfahrungen bewiesen haben, auf höchstens vier
Wochen: von Mitte Juni bis Mitte Juli. Am 28. Juni d. J.
fuhr ich zum Erstenmal zum Fang der Cicindela sinuata
mit dem Dampfboot auf dem Prcgel und dem frischen Haf
nach dem von Königsberg 7 Meilen entfernten Pdlau. Der
Mangel an Begleitung des Fangortes kundiger Collegen,
die kurze Zeit des Aufenthaltes und ein bedeckter,
vorübergehend sogar Regen herabsendender Himmel Hessen
wenig Erspriessliches für den Fang erwarten. Indessen
orientirte ich mich nach der mitgegebenen Handzeichnung
bald und war, nachdem ich das besonders markirte land-
einwärts gelegene Sandfeld gefunden, im höchsten Grade
überrascht von der auss>erordentliclien Menge schwärmen-
der Exemplare der Cicindela sinuata. Die Zahl derselben
überstieg die der hier sonst gemeinsten C. hybrida, wenn sie
unter den günstigsten Verhältnissen fliegt, wenigstens um
das Drei- bis Fünffache. Während einer Stunde, welche ich
auf den Fang verwendete , bewegte ich mich nur auf einer
Sandfläche von etwa GO Schritt in der Länge und 10 in
der Breite und obwohl ich ab und zu nach andern Käfern
griff, fing ich doch gegen 150 Stück. Erleichtert wurde
mir dies Geschäft allerdings grade durch den fälschlicher-
weise vorher für ominös erachteten bedeckten Himmel;
(UiJii lialtni die ScIinollllUpler die volle \i\Hcilttl tiitfallet,
/i\ wcirhcr nir eine hrcnnc!i<lc Sonn»* ftut'stacliclt , so liUtlc
irii is wdjjl bli-iluMi lassni iiiögcn , ho wie iili jet/.l lliat^
/.ii opcriron. Moin \ rrfaliriMi hcHtaud pauz eintjuli darin,
(iaxs ich auf i-incr SlclN: t-iuc Weile rulii^ ah/xn lilidt und
die matt lli» pMidi'ii Cirindclrn mit (Ur Hand nirdcrsiiilu;,';
^nliald ich eine im (Jlaso in Sirlicrlicit ^'titradit , uar aiicli
schon ein ncnesOider h<ran;;elloj;en und Sehia;,' aul'Sehla^'
mit penn^rcn rnterhreehunpen lieferte htetn neues Material
in meine Flasehe. Auf demselhen Sandfelde kroch Car
diophorus musculu» in ziemlicher >(enp' umh*r.
2. Carahus marpinilis Fbr.
r»hw()hl ich dics'ii Insassen ( »<t|)renss»iis njclit seihet
pcfanfrrn habe, so uill ich ducli hier die vcrblirpte Mit
thciliin^' niarhen. da<-s dieser Kiift r. den man selbst da, wo
er i inheimisch ist, bisher mit Hecht für sehr selten ge-
halten hat, an einer Stelle (»stprensscus so gemein un<i
vielleicht pcmeiner als Carabns vifdaeer.s ist. Es ist dies
der Ramu<-kcr Wald, L' Meilen von Allenst?in im Süden der
Prnxinz. I)er Herr Fctrstinsjieetor Dossow. welcher mehrere
Jahre als Oberförster jenen Wald bewirthschafteti-, hat ('ar.
marjrinaiis stets im I->lihjahr und Ilerlist in f:r(»sser Anzahl
gctanpen und mit lllilfc von (Jräben jedes Jahr ."><> bis 0\
StUck erbentct, von denen er aber nur noch wenip Kxcm-
jdare bcfiit/.t. Die Kiehtifrkeit seiner Angaben ist mir vom
Herrn IJechtsanvvalt von Mllller in Allenstein, dessen (illtc
it li mehrere StIIcke jenes Käfers verdanke, bcstütigt wor-
den. I Note A.)
.^. Helophorus tuberculatus Gyll.
I>iests äusserst seltne, dem Norden angeliürifcre I'hier
lebt am Strande und ist bei Kauschen und I<a]»|Mihncn.
zwei kleinen l'adeorten in der Nähe von Koni^rsberg. gc
fiind« n worden. Nach der licidtachlunj: des Herrn Ober
lehrers KIditt lebt der KälVr im nasM-n San«le des Mccr-
nfers . au.H «lern man ihn lier\orwuhlen njuss NN'eun von
den Wellen Seetang auHgeworfen wird , in dem sich stets
Toduren. Larven von Fliegen und anderen Insekten un<I
sog. Flohkrebse in grosser Menge aufhall<>n , so verlässt
Helo)d)or. tubereidatus seine unterirdischen (fän;:e und pcht
auf Jatrd ajis. imlem er jenen Thieren nachstellt und sie
zu seiner Mahruug nimmt, in solchen Fällen ist es mög-
212
lieh, ihn bisweilen in grösserer Anzahl zu fangen, wie denn
einmal an 20 Stück von Dr. Lentz im Seetang erbeutet
sind. (Note B.)
4. Hoplia pollinosa Er. minuta 111.
Am 28. Juni d. J. fing ich am Strande von Pillau ira
Laufe einer Stunde gegen 120 Stück dieses geschätzten
Käfers und zwar theils an den AVurzeln und Gräsern des
Strandhafers (Elymus arenarius Lin.), welcher zum Schutz
der Dünen gegen Wind und Wellen an den Küsten der
Ostsee fast überall angepflanzt wird, theils zwischen den
Grasbüscheln auf dem Dünensande kriechend. Der Käfer
war sehr gemein und hätte ich die nöthige Zeit gehabt, so
würde ich mit Bequemlichkeit viele hundert Stück haben
auflesen können. Die von Dr. Kosenhauer in der ent. Ztg.
pro 1845 S. 243 erzählte Bemerkung, dass Hoplia praticola
Dft. nach eben vollendeter Entwicldung aus der Erde
schlüpft und an den Grashalmen in die Höhe kriecht,
konnte auch ich hinsichtlich der Hoplia pollinosa machen,
in dem ich nicht selten wahrnahm , wie noch ganz frische
Exemplare aus dem Düuensaude dicht an den Wurzeln des
Strandhafers auftauchten und langsam an den Gräsern in
die Höhe krochen. Es lässt sich daher meiner Meinung
nach mit Gewissheit annehmen, dass die Entwicklungs- und
Futterpflanze von Hoplia pollinosa der Strandhafer ist und
dass, wenn dieses Thier auch auf Weiden gefunden wird,
es nur zufällig dorthin geflogen ist. Diese Annahme dürfte
um so berechtigter sein, als Rosenhauer das Gleiche 1. c.
von der praticola erwähnt und als jene Weiden stets in
der unmittelbaren Nähe der Dünen standen. Ausserdem ist
es nach der Analogie der meisten Melolonthen wohl un
zweifelhaft , dass die früheren Stände von Hoplia pollinosa
in der Erde leben und endlich stimmt der Umstand mit
obiger Ansicht überein, dass der Käfer in Deutschland nur
an den Küsten von Pommern und Preussen vorkommt, wo
meines Wissens der Strandhafer vorzugsweise zur Befesti-
gung der Küsten dient. Interessant möchte es sein zu er-
fahren, ob das Thier in der Krimm und im Caucasus (cfr.
Erichson deutsche Käfer Bd. HI. S. 713) auch am Strand-
hafer oder in dessen Nähe gefunden wird.
5. Apoderus intermedius Hllw.
Zwei Meilen von Königsberg liegt das Gehöft Damm-
hof in einer nach hiesigen Ansprüchen romantischen Gegend.
213
Kin freuiulliclicr Sro, rin^'cfaxst von Üppigen Wiesen und
\\ ;il(lpartiocn, deren dnnkKs Tnnncngrlln mit dem iK-lk-ren
der \\ eiden und Hirktn sii-li inis<dit. durch den Wald sieh
schhinj^'idnde J{:iohe, Ulier <lcnii Stein;:eröll vom Sturm um-
pchroi'hene miiehtigc llaunisl.imme natllrlichr Ilrdckcn
werfi'n, und eine ausstrnrdrnllich rtithhalti;:c FInra wlirden
ßcliou ^enllgeinle Aii/.i<hun.u'>punktc auch l'llr diii Hntom«»-
loijen sein. netKuttnd ^cr^tiirkt aher winl die Attraetions-
kral't Danwnhol's durch den l instand, das8 jene angedeutet-
Vereinipunp von Wahl, Wasser und Wiesen — drei dem
Kntnm<du':rn frcuiidhche Ws — unter allen Tunkten der
rm;,'ef:end K<"'ni,L'sl)er;,'s die reichste Ausbeute gewährt. .\ut'
einer /iendich sumpliiren Wiese, aut' tler in frllheTcn Jahren
al) und zu ein ein/.ilner Ajxtih rus intermeclius gekäschert war,
crhcuteleii mein College, llr. i^ir. Sauter und ich in diesem
.lahre jenen Käfer in llherrrasehender Menge. Mein Fang
im Verlaufe des Sommers hetrug gegen l^^O Stück und
Hr. Direclnr Sauter hatte nicht \'\v\ weniger gesammelt.
Ks gelang: uns, die Kntwickelungs- und Futter|)lhin/.e des
Apod. intermedius l'esf/ustellen; es i.^t dies unzweifellialt
das lUntauge, oder lüntldatt (Coniaruni palustro Lin).
Nicht nur kägeherten wir stets nur von dieser Pflanze den
Käler, wir heohaebteten auch, wie er aus den zusammen-
gerollten iUättern derselhiii noch ganz frisch auskroch,
ganz in derselben Art wie Apoderus coryli aus den zu-
Bammengemllten Hliittern des gemeinen llaselstrauchs. Es
unterliegt wohl keinem Zweifel, dass das Weihchen seine
Eier auf den IMättern des Comarum palustro ablegt, dass
die Larve diese demnächst zu ihrem Schutze zusammen-
rollt, und dass unter der schirmenden Decke Larve und
l'ujipe bis zum Auskriechen des Käfirs leben. Ob noeh
andere l'tlanzen den Apod. intermtdius beherbergen, bleilil
daliingestellt. I)cr Küfer hatte in diesem Sommer zwei
Lntwiekelungspcrioden. Die erste dauerte von Knde .Mai
bis Knde .Juni; die zweite begann Anfang August und
»lauerte bis Anfang September. Während im Juli keine
Thicre vorkamen, fing ich Anfang .\ugust ganz weiche
und trische Kxcmplar»'. so dass sich dii- Dauer der Lnf-
wickclun;,'szeit dieses Käfers auf einen ,^^•nat herausstellt.
t>. Bagous hinodulus Herbst, nodulo.su.s Schh., lutcsiia
Gyll. lü.'i lutulcntus Schh.
Diese 4 Spccics Hagous und — wie meine noeh un-
bestimmten Arten annehmen lassen -- noch mehrere andre
finden sieh an den schilfVeiehen L'fern des Dammhofor Sees.
214
Bagous binodulus und Intiilentus sind bei weitem die Läu-
figsten, nodulosus sehr selten und lutosus nicht häufig. Für
gewöhnlich leben die Thiere an den Wurzeln und im Röh-
richt der Wasserflanzen, so wie im Anspülicht des Ufers;
an sehr warmen und stillen Sommerabenden iudess er-
heben sie sich und fliegen auf die Gräser über dem Wasser
und am Ufer. Während der Fang mit dem AVassernetz
und das Durchsuchen des Anspülichts die Rüssler nur ein-
zeln zu Tage förderte, brachte der ausserordentlich warme
und stille Abend des 8. Juni d. J. und später im Juli noch
ein zweiter dem Herrn Director Sauter und mir mehrere
hundert Bagous zur Beute, welche wir mit dem Käscher
von dem ScTiilf und den Gräsern am Lande abschöpften.
Wahrscheinlich leben die früheren Stände des Käfers gleich
denen von Lixus in den hohlen Stengeln der Wasserpflan-
zen, namentlich des gemeinen Schilfes (Calamagrostis lan-
ceolata Roth), da ich noch ganz friche, an der beinahe
weissen Zeichnung leicht als solche kenntliche Exemplare
daran sitzend fand. Dieselbe Lebensart dürften Ilydrono-
mus alismatis, Poophagus sisymbrii und Lyprus cylindrus
führen, welche sich gemeinsam mit Bagous vorfinden.
7. Donacia fennica Payk. und Malinowskii Ahr.
An dem See von Dammhof leben viele Donacienarten,
die ausgezeichnetsten davon sind die obengenannten. AYenn
die Annahme richtig ist, dass als Hauptart einer Species
die angesehen werden muss, welche theils am häufigsten
vorkommt, theils in ihrem Habitus mit anderen Arten der-
selben Gattung am meisten übereinstimmt, als Varietät aber
diejenige Art zu gelten hat, welche einerseits sich seltener
findet, andererseits irgend welche auffallende Charactere in
ihrem Typus aufweist, so glaube ich, dass die bisher als
Varietät von Donacia fennica angesehene Don. Malinowskii
die Hauptart, Don. fennica aber die Varietät ist. Denn
zunächst stimmt Don. Malinowskii in ihrer Färbung mit
allen anderen europäischen Donacienarten (abgesehen von
den schwarzen) viel mehr als die durch das Braungelb ihrer
Flügeldecken ganz einzeln dastehende Don. fennica überein
— während beide ausserdem, namentlich in Gestalt und
Punktirung sich vollkommen gleichen — und sodann ist
wenigstens in hiesiger Gegend Don. Malinowskii ziemlich
gemein, Don. fennica aber selten. Auf 20 Stück der erste-
ren Art fing ich erst eine fennica. Beide leben übrigens in
ihren früheren Ständen unzweifelhaft an den Wurzeln von
Wassergewächsen, wie dies von Haemonia Curtisi Lac. und
2ir)
erjuiscti Fbr. bekannt ist fcfr. KntomnI. Zcitiinp^ vom .1. \<)\
S. 2>'>.''») un«l auch das «ntwicktlt«' TIiiiT hält sich altwcitlicnil
vnn (Ifn tlhrijron Donaii» n last ausschlicsslicl» unter dem
Wasser an Wasserptian/en sitzciul auf. Nie lin^ ich Do-
iiaeia fennica unil Malinuwskii durch Kiiseliern an dem Seliilt"
des Sees, an den» alle Ubri<ren Donaeienarteu sassen, son
dem stets holte ich sie mit vielerlei verschiedenen Pflanzen
aus dem fJrund des Wn'Jsors hervor, wo sie mit lllilte von
Luttbliisehen sieli autV.uhalten im Stande sind. l)ie Knt
wickclunirs- und Futt.T|ilianzc ft st/.ustcllen. ist uns nicht
ireiunpren. Die Fanprzeit bepinn im Mai und dauerte bis
Anf'auf; Aujrust, 7.u welcher Zeit sanimtliehc Dnnaeien aller
Arten total verseiiwunden waren. '\<'t'' ('.\
S. Lina lapponica Lin. var.
IJedtenbaclicr meint S. 552 seiner Fauna austriaea.
da><s Lina lapponica auch jranz blau ohne jede Zeichnung
der Flllireldccken vttrkoinnie und beiiurkt in einer Annier-
kunjr, dass nach IJet.baehtun^' \on Wiener Kntomcdo^en
die blauen StU<ke die Männchen der Ijna lapjxtnica seien.
Zetterstedt (Ins. läpp. 227. 7.1 lllhrt die Färbungsverschie-
denheiten bei beiden (Jesehlechtern an. Auf (Jrund meiner
Wahrnehmungen glaul)e ich, dass die sogenannte l)laue
\ arietät dieses Käl'ers eine eigene Art ist. Ich fing diese
blaue Lina etwa in 2<> Stücken zu Danindiof auf Salix ca-
prea Lin. und zwar einmal in Uegattung. sodass dadurcli
schon tlie Annahme widerlegt wird, die Färbungsverschie-
denheit sei den Geschlechtern eigenthilmlieh. Sodann habe
ich auch nicht ein einziges Stück der gezeichneten Lina
lapponica erbeutet, wiihrenil «liese allerdings vor .Lihrcn
auch in l)amnili(»f gefangen worden sein soll. Ludlich
scheint dio verschiedene (lestalt und l'unktirung beider Kil-
ler fllr die Artversehied»'nheit zu sprechen. Lina lapponica
ist stets erheblich grösser uiul namentlich um • j Linit*
länger wie die blnuc sog. Varietät uni! die Flilgeldeeken
sin«! »chwärher und mehr reihenweis punktirl. .\ndere Ver-
schiedenheiten habe ich allerdings nicht auftinden können,
ohne mir hiernach IIIk r das Artreeht (Kr blauen Lina,
welche mir übrigens früher unter dem Namen Lina bulga-
rensis F. zugestellt ist. ein bestimmtes Irtheil erlauben zu
wollen, glaube ich doch beide .*<|»eeies einer weiteren Hcob-
achtung empfehlen zu dürfen.
Königsberg, Kndc November 1^07.
Xotf A. Die bis jetzt bekannte äusscrstc westliche
Grenze des schönen Car.ibu« marginalis ist die In»^cl Wo II in,
216
zwischen den Ausmiindungen Divenow und Swine des Oder-
liaff' s in die Ostsee. Im Osten gebt das Thier bis nach Sibirien
hinein und von dort war es früher vorzugsweise bekannt.
Wenn ich mich nicht irre, hat mir der verstorbene Dr. Gebier
brieflich mitgetheilt, das Thier komme bei Barnaul (West-
sibirien) in der Kähe von Salzseen vor. In seiner Aufzäh-
lung der sibirischen Käfer (bull. Moscou 1847 p. 294) be-
stätigt er dies indirect, sofern er sagt, die Art sei ihm nicht
im Gebirge vorgekommen. Bekanntlich ist die Flora und
die durch sie grossentheils bedingte Fauna des Seestrandes
in vielen Punkten identisch mit der in der Umgebung sal-
ziger Seen und Quellen gewöhnlichen, eigenthümlichen Ve-
getation und deren Inquilinen. Bei der auffallend nahen
Beziehung, in welcher Carabus marginalis zu den Carabus
violaceus, aurolimbatus etc. steht, wird eine genaue locale
Ermittlung in den betreffenden sibirischen Districten gewiss
ein entscheidendes Moment an die Hand geben, ob diese
Art, wie der scharfsichtige und als Autorität von allen En-
tomologen mit liecht hochgestellte Illiger (xMagazin I. 49)
behauptet: „wne die schönsten Uebergänge beweisen,
die ich in einer grossen jetzt unter meinen Augen befind-
lichen Menge sehe, nur eine Abänderung des Violaceus
ist, der zuweilen, wie der Cychrus rostratus, so abändert,
dass die Pünktchen der Flügeldecken sich in 3, 6 oder
mehr Längsreihen ansammeln." — — „Uer Marginalis
ist nichts als eine Abänderung mit schön grünem Rande."
Ich bin mit Herrn Prof Dr. Schaum (Ins. Deutschi. I., pag.
156) vollkommen einverstanden, einstweilen das Thier für
eine eigene Art zu halten, ungeachtet der von Illiger be-
haupteten „Uebergangsformen'^, und ungeachtet ich den von
Prof. Schaum angeführten Differenzen zu entgegnen habe,
dass Exemplare von C. violaceus mit matten, flachen
Flügeldecken (ebenso matt und fast noch flacher als bei
manchen C. marginalis) nicht gerade selten sind, und dass
die grüngoldne oder rothgoldnc Färbung des Bandes von
Thorax und Elytren bei C. marginalis gegen die blau oder
rothpurpurn glänzende des C. violaceus nicht schwer in's
Gewicht fällt. Ich lege aber mit Prof. Schaum den Haupt-
Accent auf den Form-Unterschied in der Bildung des Tho-
rax, und würde glauben, dass einige sogenannte Ueber-
gangs-Exemplare , wie z. B. der von Suffrian citirte Typus
der Fabricischen Sammlung (möchten sie aus Bastardzeu-
gung oder zufälligen Entwickelungseinflüssen herstammen)
hier so wenig als bei noch manchen andern Arten deren
wissenschaftlich recipirten Namen ohne weiteres Bedenken
aus der Liste der lebensfähigen streichen.
Xot^ n. Bei einem Spazicrp.inpo am Strande des
Fiseherdorfes Henhude bei D.in/.i;: Anlaufs April — die
Temperatur war selineidind kalt und hie und da war das
Kis noch nicht L'eschniulzen — l';ind ich in einer v(»ni Meere
ausgeworfenen tndtcn Flunder mehrere Stücke dieses von
(Jyllenhal mit dem ^'cwühlten Namen eliaracteristisch be-
zciehneten Thierchens. Den damals in Danzip, jetzt iu EI-
bini: wohnenden Herrn Direetor Schmidt, der mich beglei-
tete, machte ich aul' dasselbe aul'merksam, aber es muss
wohl sdtiMi sein, da es Hi-rrn Schmidt unfreachtct wicder-
htdter AntVordernniren nieht ^'clin^'en wollte, dasselbe wieder
auf/.ulindiii. Vielleicht wllrde nach den Andeutungen des
Herrn l'feil eine analoire Jajrd, wie die auf Heterocerus,
nändich dnrch starkes Auftreten oder Klojilcn auf den Saud,
das I'liier veranlassen, aus seinen (Jiiniren an das Tages-
lieht zu kommen. Interessant ist das \'(»rkommen der Spe-
eies in Klberfcld. Vergl. den Artikel Cornelius entomol.
Notizen No. .'i.
Not« C. Man könnte Herni Ptei! in seiner Ansicht
Über die Stammart 1). Malinowskyi auch aus dem (Irunde
beitreten, weil I). fenniea im Verfrleiche dazu das Ansehen
eines Albino hat; aber ich denke, die Fragre, ob Varietät
oder nicht, steht noch durchaua im Stadium der Hypothese.
Das blosse Znsammenleben entscheidet um so weniger, als
an mauchen Orten nur eine der beiden Arten gefunden
worden. Meines Wissens war bei Leipzig gerade das um-
gekehrte Verhältniss. fenniea war die lUgel und Malinowskyi
die Ausnahme. Laeordaire hält in seiner Monographie der
l'hytoj)Jia;ren beide Arten für sjx'citisch verschieden, Suf-
frian Fntum. Zeitung ls4tj pag. lA) liisst die Saehc unent-
schieden.
C. A. Duhru.
CorncHua:
Ernährung und Entwickclung
von Chrysomcla duplicaüi Germar,
Der Käfer k'»mmt in unserer Gegend ziemlich selten
und nur an einzelnen Stellen auf verschiedenen Arten von
Hypericum vor. Ich selbst schöpfte im Jahre I^^-IT ein eiu-
10
218
zelnes Stück und im nächsten Jahre zwei andere, so viel
ich weiss, auf Hypericum perforatum; mein Fremid Dr. G.
Stachelhausen fand zahh'eichere Exemplare nebst Larven in
der Barmer Gegend auf Hyp. hirsutum. Beide — Käfer
und Larven — habe ich mit Hyp. perforatum ernährt resp.
gezogen. — Nasse Stellen, namentlich Grabenränder oder
Bachufer in kleinen Gebirgskesseln — bei uns Siepen ge-
nannt — scheint das Thier am liebsten zum Aufenthaltsorte
zu wählen.
Gegen Ende Juni erscheinen die ersten noch sehr
kleinen Larven. Sie lassen sich sogleich auf den ersten
Blick an ihrer grün weissen Farbe erkennen und von
den bekanntlich ebenfalls auf Hypericum lebenden Larven
der Chr. fucata und Chr. varians unterscheiden. Ihre Länge
beträgt 2^J2"', die grösste Breite — hinter der Mitte des
Leibes — l'/i'"- — Die Gestalt ist ganz die der beiden
eben genannten verwandten Arten, also buckelig gewölbt,
besonders hinten, das stumpf zweispitzige beim Fortschie-
ben wirksame Afterende verlängert, der Körper häufig zu-
sammengekrümmt sitzend oder liegend. — Von Farbe er-
scheint das Ganze anfangs, wie oben gesagt, grau weisslich,
später mehr geblich grau, immer mit ziemlich breiter dunk-
ler, auf der Mitte jedes Ringes in ein unregelmässiges Viereck
erweiterter Längslinien über den Rücken und fast glanzlos.
Diese graugelbliche Farbe rührt von sehr zahlreichen durch-
scheinenden Fettsträngelchen her, die unter einander auf
mannichfache Weise verbunden und verschlungen sind und
in der Gegend des Rückengefässes durch die Pulsationen
desselben hin und her geschoben werden. Einzelne dunkle
Stellen durch den Mangel jener Fettsträngelchen bezeichnet
und namentlich die Mittellinien über dem Rücken sind iu
der Jugend mehr röthlich bräunlich, später schwärzlich grün-
lich und bei den Individuen an Ausdehnung verschieden.
Der Kopf ist rundlich, etwas in die Quere gezogen,
pechschwarz, ziemlich stark glänzend, das Kopfschild durch
einen scharfen bogenförmigen Eindruck deutlich abgesetzt,
die Stirn stark lederartig gerunzelt, mit kurzen abstehenden
schwarzen Börstchen besonders in der Fühler- und Augen-
Gegend sparsam besetzt, der Scheitel zart lederartig, fast
glatt, mit zarter Mittellinie. Der Mund ist schmutzig, grün-
lich bräunlich, die Mandibeln sind schwarz, die Kaufläche
roth, die Maxillartaster sind schwarz, das erste Glied breit
aber kurz, das zweite schmaler und kürzer, in das erste
eingeschoben, das dritte längste birnförmig, am oberen Rande
mit einigen Börstchen besetzt, das letzte kegelförmig zuge-
spitzt; die Lippentaster sind sehr klein, das zweite Glied
219
nicht viel kUincr, iils «las crsitc, uiul zui^espit/.t. An den
Fillilcrn ist da» crfito (ilied am CSrande sclimntzig prilnlirh,
ol)on mit 8clmar/cm ICinfro: die Ubrigrn (Jlicdor, wie dio
AuirciiluK-korclien, Kcliwarz.
Dor l'rntliorax i>it riii^'lV.rinii'. etwas in dio (^iiorc po
zopcn. all.' Wink«! ali:;fnnid«'t, mit tict" abjrostot/tcm Kande,
die nborfiiiclic zart Icdcrarti;: mit woni;? sehwacheii Vor-
tiefunjreii. die Kckcn mit dtn jrewölinlicli lan;:li<'|i rnudeu,
nach innen olTemn. narhip: grnliiiri'n llindrlleken mit zer-
streuton tiefern runktcn, olme lUhnarnnf:, prlinlieli oder
brkunlieli scbwiirzlirli, mit broitem rinicsninirohendem hellc-
rem IJan !e. etwas plaiizond.
Dir Mosotborax etwas broiter als (Kr IVothorax, and
noch brriter der Mt tatlitirax . biidc Ktztcn Hrustrinpe nüt
einem schmalen (.jucnindruek vor der Mitte, «Icr den Sei
tenrand nicht berührt, t'ast (dineülan/. wie die I^cibesrinpe
diese platt, mit pcdiimpttem (llanze nnd kurzem (^nerein
druck, die Tracbenkcpd klein, puiikttormip. schwarz, der
am Mctathorax etwas prr.sscr, ebenfalls schwarz und mit
einer kurzen schwarzen Hor^t«'.
l»ie Heine sind LTlinlieh-sshwürzlieh . die Kniegelenke
heller .Schenkel. Schienen und FUss«- mit einzelnen, zuweilen
paaripen, abstehenden schwarzen Horstenhaaren besetzt.
Die l nterseite ist l'a'it einfarbii: pelblieh weiss, die
wenip«'n durscliseheineuden Fcttsträn^'eleheu sind grösser
und heller petarbt.
I)er Larvenstand dauert etwa il \\'<tcli»n und die \'cr
))uj»punp pellt, wie bei den nächsten (Jattunpsverwandtcn,
in der Krde vor sich, wo die Larve sieh aus Erdtheileben
ein inwendig plattes, leicht zerbrechliches (iehJiuse von
liinplieh rumb^r (Jestalt znsainmenlcinit.
Dil- l'uppe. inHianzen der wohl hinlänglich bekann
ten von Chr. varians uml lucatu sehr ähnlieh, ist 3'" lang
nnd am Antanp des Hinterleibes L"" breit, gewölbt, nach
hinton znpcspitzt Die Farbe ist im Allpemeinen dotterpeUv
der Hintorleib oben citroncnpelb mit urangclarbiper .Mittel
linie, dor canze Kör{>er mit Ausnahme des Hinterleib
rilckens p" am stärksten die rnterscite und vor AI
lern die 1. ton. — l>io Stirn hat prubipc Kindrürko,
die Aupon sind entweder durch oinon l»rauncn b"
gen Strich angedeutet, oder in voller .Vusdehnni : n
gefärbt; in der Nähe der Aaeen, »lor Stiromitte rn, steht in
einer Vertiefung ein schwärzlicher Tunkt. — Die Mandibeln
sind bei einigen Stücken braunr«>th. bei andern ohne be-
sondere Ausfarbunp. — In der Niihe de» Halsscli ' ' ' ■»
stehen sparsam sehr kleine, mehr nach der Mitte >
l.V
220
scliildes zu zalilreicher grössere bräiinliclie Borstenhärclien,
die am Hinterrande in grösserer Ausdehnung fehlen. —
Mittel- und Hinterrilcken sind glatt und glänzend ohne Bor-
stenhaare, letzterer mit vertiefter dunkler Mittellinie. — Die
Flügel sind tief geädert, die Hinterleibsriuge oben und unten
durch Fettsträngelchen — hier nicht geschlängelt — heller
gefärbt. Auf dem Seitenrande der Ringe bemerkt man ab-
stehende zarte Borstenhaare, die gegen die Hinterleibsspitze
hin länger werden ; jeder der schwach ausgezogeneu Zipfel
des Randes trägt ein längeres Haar ; die Spitze des Hinter-
leibes endigt in einen kurzen braunen Dorn. Die roth-
bräunlichen Tracheeukegel sind schwach erhaben. — Auf
den vorstehenden Knien ist ein abstehendes helles Borsten-
haar zu bemerken.
Der Puppenstand dauert kaum 14 Tage. — Nachdem
der Käfer bis gegen die Mitte Augusts sich reichlich ge-
nährt hat, verkriecht er sich in die Erde, alles dargebotene
Futter verschmähend, kommt aber am Ende Septembers
wieder hervor und fängt von neuem an zu fressen, bis am
Ende October kein Hypericum mehr zu haben ist , worauf
er zum Winterschlafe abermals in der Erde verschwindet.
So machten es wenigstens die im Glase gezogenen, und
auch in der freien Natur ist der Käfer an Stelleu zu finden,
wo er in den vorhergehenden Wochen verschwunden war.
Elberfeld, im Herbst 1857.
C 0 melius:
Entomologische Notizen.
1. Apion sorbi Herbst.
Der Käfer entwickelte sich vor meinen Augen am 30.
Juni im Freien aus den Blumenkronen der Ackerkamille —
Anthemis arvensis — und in den folgenden Tagen aus
mitgenommenen Blüthen in zahlreichen Exemplaren. Die
kleinern d^ sind rein schwarz, während die $$ blaue
Flügeldecken haben. Ich weiss nicht, ob dieser Unterschied
bekannt ist, finde ihn wenigstens in den mir zu Gebote
stehenden Hülfsmitteln nicht angegeben. — Ein kleiner
221
gchwarzer Schmarotzer — Hyiiuiioptcron — kam in .'t StUk
kcn mit znm Vursriicin. Ht-rr Lctzncr hat schon frlUar
densclbiMi Käfor ans tlifs.r IMlan/«* :;e/.np'n nii<l Larve nn«!
Pupnc hcsfhrii'ben. Ilirr Kaltrnlmc li s|tritht in den „N'er-
hanuhmiron «los naturliist. Vereins der prcuss. lvli«iiilainlc
und WestphaU'n^" 1"». Jahr;;., ;^ lieft, S. 222 die Meiiiuiii,'
ans. dass hier eine Vcrwochselnn^ mit Ap. dispar Germar
statttindc. was ich hc/.weifohi nuiss.
2. Adimonia capreae Lin.
kommt schon in den ersten wannen Apriltaprcn, wenn noch
wpnifr oder jrar kein ^Tllnes Lauh vorhanden ist, zum Vor
schein, und lindct sieh hei uns in Menge an der Xordseit«
der Hauswände. vornclimHeh an denen ans Sandsteinen er-
hauten. Niemals aher. soweit meine Kenntniss reicht, zei^e
sieh der Kiiter in sohli (iheraus grosser Menge, wie im
Frtlli jähre 1 >.').'{. An aUeu Häusern, in Zinuuern. auf Holen
und in CJiirten, auf dem Strassenptiaster . auf (»ffentlichen
riätzen, wie aueli dranssen auf Wegen begegnete man
zahllosen Individuen, und man konnte kaum irgendwo ste-
hen oder gehen, ohne einige derselben auf Händen oder
Kleidern zu haben, s»» dass selbst gleichgültigere Mensehen
auf die Krselieinnng aulinerksam wurden. Sie dauerte bis
spät in den Mai hinein, wu die Tliiere häulig auf den
Gewächsen im Garten ruheten; denn niemals habe ich be-
merken kr»nnen, dass sie Nahrung zu sieh genommen hät-
ten, was räthselhalt genug erscheinen muss.
Die Noliz veranlasst mich, auf i]c\\
.;. Fang von Insecten an Hauswanden
aufmerksam zu luaehen. In den warmen uml hcisscn Ta
gen von April liis Mitte Juni, oft auch noch später, bietet
er reiche lieuti*. \'orzugsweise sind es die der Sonnenseite
abgewandten ^ le, an dcinn eine .Menge Insecten
hes'Midcrs wai «• . Zwt illllgler. Ilymenopteren. vor
allem Kiiter — wahrscheinlich aus dem Winter(|uartier
hcrvorgelockt und vor den heissen Sonnenstrahlen Schutz
suchend — hinaufkriechcn. Ich nenne nur einige bcson
der» interessante Käl'er. die unter diesen I'mständcn hier
gefangen wunbn. Hembid. pumilio Puftschm. (auch in
fani-n naumstämnien vorkonimen<l', Taehinus rutincnnis
(In.il), Tach elongatus (nur an Häusern und \t»r Jahren
einiMal zahlreich i, Habrucerus eapillarieurnis, Trichonhyas
pili< ornis, Acidota crcuata , Ilister tcrrieula, Khi^ophagU8
222
coeruleiis (Imal), Helophorus tubercnlatns (Imal, also auch
ein Bürger des Rheinlandes!), Engis sang-uinicoUis (Imal),
Platyrhiniis latirostris, Anthribns albinus, Gronops lunatus
(Imal von Herrn Dr. Stachelhansen am Barmer Bahnhofs-
gebäude und sonst hier nicht aufgefunden), Clytus detritus,
Haltica ventralis (zahlreich, und sonst nur selten auf Espen
hier vorkommend), — Von andern gemeinen Käfern, von
Wanzen — Acanthia lectularia nicht ausgenommen —
n. s. w. wimmelt es zu Zeiten!
4. Agyrtes subniger Dej. *).
wurde von mir im Herbste (Ende October) in 2 Exemplaren
auf einer Pfütze schwimmend gefunden. Warum wird er
im Stettiner Cataloge nicht aufgeführt, da er doch längst
von Dej. als Belgier bezeichnet, und von Wesmael, so viel
mir bekannt, beschrieben ist?
5. Purpuricenus budensis.
ist nicht von dem bekannten Naturforscher Goetze, sondern
vom (Candidaten) G. F. Götz (Naturforscher 19. St. p. 72)
benannt und beschrieben.
G, Fadenwürmer
wurden in Bombyx dromedarius, auf Erlenlaub schma-
rotzend, gefunden. — Mein Freund, Hr. Dr. Stachelhausen,
besitzt ein Exemplar von Anoplognathus analis (bekanntlich
aus Neuholland), dem bei der Tödtung ein Wurm sich un-
vollständig entwunden hat.
7. Chrysomela varians F.
Von 2 Pärchen, bei beiden die & d grünlich blau,
*) Note der liadttctiun. Die Frage des Herrn Einsenders kann
nur an den Herrn Prof. Schaum gerichtet sein, der in der vierten
Ausgabe des Stettiner Katalogs den in der zAveiten bereits befind-
lichen Agyrtes subniger Dej. als unpublicirt principienmässig hinaus-
warf, allerdings ohne dessen 1810 von C'astelnau publicirtes Synonym
Ag. bicolor an die Stelle zu setzen. Auf welche specielle Veran-
lassung in die V. Ausgabe Ag. subniger Kraatz hineingekommen,
kann ich für den Augenblick nicht angeben: jedenfalls muss die Art
bicolor Gast, heissen, da auch das in der Vi. Ausgabe damit ver-
bundene Synonym subniger Fairm. ungenau ist, wenigstens in der
französichen Fauna von Fairmaire und Laboulbene nicht steht.
C. A. D.
223
die 9 9 knnferfarbi^'. er/op ich unter f>8 Stllck 3^ grllne
(nicl)t prünlich hlaiu'Ii. L'l kiipforfarliipo iinfl 1 blaucf». F-in
gefangenes Exemplar hat die Unke Flügeldecke blaa,
etwa« ins Violette spielend, die andere prlln.
b. Psylliodes chrysocephala L.
Von diesem hier par nicht seltenen KHfer fange ich —
hiflier nur an Fincr Stelle — ein»* Form, deren ich nirgend
erwähnt finde. Ks sind l>ei ihr K(»pf, llalssehild, Extremi-
täten und Unterseite normal gefärbt, nur die Fl (Ige 1-
d ecken sind helliiraun. die (Jeprnd um das Seliildchcn
rnweilen mit einem trül)en , dunklen Dreieck, dessen liasis
mit der der Filipcldecken zusammenfallt, mitunter diese
Stelle schwach prllnlich: zuweilen sind die Seitenwand
hinten und die Si»it7.c dunkelbraun pefiirbt. Da das Tliier
in dieser Form eben so hart ist, wie in der normalen, so
kann von Tnreife keine Rede sein.
Cd rncli Uß.
Vcspertilio als Feinschmecker und Systemverftchter.
Von [>r llill«>r.
In den lirllnncr Mittheilnngen der K. K. maehr. Oe-
sellschaft fllr Ackerbau, Natur- und Landeskunde Nr. 0 pro.
lFr)H hat Herr I'rofessor Dr. K. Iie/Uplicb der Propramm-
Frnpe: ..Welche Ausdchnunp hat die Verhcerunp auf Hiiben-
feldein und Cictreide-Saatcn durch Aprotis scpctuni penom-
men und welche rjepenmittcl schcin<n von Erfolp pewesen
tn sein.'" unter Andcrm auch Nachstehendes würtlich be-
merkt:
..Er habe im hcuripen Sommer (1^57) gerade von
einem f^rte, wo ebenfalls Aprotis segctum stark pe
haust hiitte. eine Menpe Fledermäuse erhalten und die
frischen Excrcmente derselben unter dein Mikroskope
UMtersucht. Sie bestanden fast durchaus aus eineir
f'onvolut von unverdauten Flllpelsehuppen, nach denen
sopar die Art des Schmetterlinpes bei Vcrgleichunp
mit den abgeschabten Schuppen verschiedener Arten
bestimmt worden konnte. Darunter seien nicht nur
224
Flügelschuppen von Agrotis, sondern auch von Geome-
tra defoliaria und Botys forficalis gewesen. Ein fac-
tischer Beweis, dass die Fledermäuse fast aus-
schliesslich dazu beitragen, derartige nächtliche Insec-
ten zu vertilgen. Man solle ja nicht glauben, er rede
seinen Lieblingen (den Fledermäusen) das Wort. Diese
seien mit Hinzurechnung der Kröten und Spitzmäuse,
welche sich jedoch nur an der Erde bewegen, die ein-
zigen Vertilger der Noctuinen, Geometrinen, Pyraliden
und Tortriciden, welche, wie bekannt, gerade die
schädlichsten und suspectesten Frassthiere sind".
Wir haben uns bisher dem Wahne hingegeben, dass
diese beflügelten Mammalien nach allen Eichtungen ohne
Unterschied der Ordnung und der Familie bei der Insecten-
vertilgung ihre lobenswerthe Thätigkeit entwickeln, und
müssen daher mit um so grösserem Danke die Constatirung
der unerwarteten Thatsache aufnehmen, dass dieselben einen
besonderen Geschmacksinn bezüglich der angezeigten vier
Gruppen äussern.
So gross der Nutzen dieser fliegenden Feinschmecker
ist, erscheint er doch noch grösser, wenn man sich deut-
lich macht, dass sie auf ihren Raubzügen sogar die ver-
dächtigsten (suspectesten) Insecten herauszufinden wissen,
eine Eigenschaft, die uns gewiss einen Begriff von der Weis-
heit der Natur in ihren Anordnungen beizubringen vermag.
Nach solchen Entdeckungen werden dem Herrn Pro-
fessor gewiss alle und insbesondere jene Oeconomen, welche
nicht in der Lage waren, auf den höheren Lehranstalten
in dergleichen Mysterien einzudringen, ihre Anerkennung
nicht versagen dürfen, um so weniger, als sich dieselben
dem beruhigenden Bewusstsein hingeben können, dass in
der nächtlich unbewachten Stille alle oder doch die meisten
jener gefährlichen und verdächtigen Individuen, welche da
beabsichtigten, durch das frevelhafte Absetzen einer neuen
Brut störend in die Oeconomie eingreifen zu wollen, von
den beflügelten Gensdarmen abgefasst und „internirt" wer-
den. Vor einem, von einem ordentlichen, potius ausser-
ordentlichen Professor feierlich bestallten Sicherheitswächter,
noch dazu einer Fledermaus, wird sich kein gekerbter Rü-
benschänder und Getreideverwüster mausig machen dürfen.
Auch die Lepidopterologen werden aus absoluten Irr-
thtimern herausgerissen, wenn sie glaubten, dass die Tribus
der Bombyciden verhältnissmässig die meisten schädli-
chen Thiere enthalte, dass die Tineiden eben so zahlreich
darin vertreten seien, wie die Tortriciden, und dass gerade
225
<lie Pyraltdtn (ausponomraon natürlieli die unwürdige Doty»
/orficalit) sich ciius iHnietten lint'es erfreuton.
Freilich sind »lic ariiKU Ve«|»ertili<tnoM in einer He-
ziehunp zu bedauern, da ihre erspriessliclie Thätij^kcit oft
durch S yst eniat i ker heointriirlitijrt wird, imlein in neue-
r«r Zi'it inchroro Si)i(i(.'s aus der C'lassc der Leckerbissen
(\ortuinon und TurtricidLn i in jene der nicht gesuchten
lionibvcidcn translcrirt Wdrdcn sind.
Dies würde jedoch um so mehr eine Unsicherheit im
Thun und La.<?sen der fleissigen HandflügK'r zur Folge ha-
ben, als dieselben ohnehin durch das Herricb - SchätTersche
T,eiiidi»ptereu-Systeni ctwa.s conlus geworden sind; und da
hierdurch das Interesse der ( »ekiaumiie nicht weni^' bedroht
wird, so wäre derartigen weiteren Abiintlerungen Finhalt zu
thun. damit nicht suspccte Falter verschont bleiben, während
harmlose und für den Entoniophilcn seltene Spceies zum
Opfer fallen.
Hieraus erklärt sich am wahrscheinlichsten, dass die
gefoppten Chiropteren sich in letzterer Zeit zur Hegel mach-
ten, keine KUcksichten mehr auf die betrelVcnden Sippschaf-
ten zn nehmen; wie man schon aus Dr. Xickerls Synopsis
auf eine veränderte rJeschmacksrichtung derselben schliessen
kann, da sie sich !fste .\ickcrl mit einer besondern \'ehemenz
der ^'erspeisung von IJombyx cossus aesculi hingaben.
Wir haben noch jene neue EuthuUung auf dem Ge-
biete der Naturwissenschaften besonders hervorzuheben,
nämlich dass aus den in den mikroskoj)isch untersuchten
Excreujcntcn der Vesjjcrtilionen vorgefundenen Schuppen
auch die Specics der Falter bestimmt werden konnten,
welchen diese Schuppen augehört haben, und zwar, wie
ans dem Referate zu entnehmen ist, Agrotis segetum, terncr
ficometra (Iliberniai dcfoliaria und Pyralis (Hotys) forfiealis.
Fürwahr, der Herr Trotcssor liat bei dem Studium
dieser (Jlatt und r.lattnasen l'roben einer um so autYallen-
«Icren Combinationsgabc gclietVrt, als er in ihren „letzten
\N*egeu" Schuppen von 2 Spceies beisammen fand, von de
neu die eine ulet'oliaria) um A bis 4 Monate später lliegt.
als die andere i segetum i.
Wer jedoch die barocken Wirkungen "
t"uncti'»nen kennt, «ler wird es nicht liir
dass die ohnehin als .unvcnlaut" bezeichneten Schuppen
von Agrotis segetum in dem Magen der vielbesprtvhencn
Vcspertilionen so lange gleichsam als Schupj>en- Mumien
liegen bleiben kr-imcn, bis sich jene von Ilibcrnia dcfoliaria
dazu gesellt haben, um alsdann in seltener Vereinigung ein
226
Gegenstand der Untersuchung und einer unbestrittenen
merkwürdigen , naturwissenschaftlichen Offenbarung zu
werden.
Wien, im April 1858.
Bemerkungen über Sphinx nerii.
Von 1\ I4Iotz.
Im August V. ,T. wurden in Pirna bei Dresden Rau-
pen vom
Oleanderschwärmer (Sphinx Nerii)
gefunden ; aufgefordert von Herrn Cantor Märkel in Wehlen
theile ich einiges Nähere hierüber mit.
Als ich am 22. Aug. von Leipzig aus in Pirna eintraf,
fand ich mehrere , ziemlich erwachsene Oleanderraupen in
Gläsern, von den Meinigen seit etwa acht Tagen sorglich
gefüttert und verpflegt. Man hatte sie nach bereits tiber-
standener letzter Häutung , also alle ziemlich erwachsen, an
den vor dem Hause aufgestellten Oleanderbäumen gefunden;
Peinige hatte man draussen gelassen.
Sie frassen Tag und Nacht, besonders gern BlUthen,
und wurden täglich etwa vier Mal mit frischem Futter ver-
sorgt. Die im Freien gelassenen beobachtete ich ebenfalls
oft, und nahm sie erst herein, als sich ihre Färbung etwas
änderte. Die anhaltende Wärme begünstigte die Sache;
keine Raupe starb.
Die Raupen besassen Alle die bekannte grüne Fär-
bung, auf dem Rücken ins Milchblaue*) ziehend. Von der
orangefarbnen Varietät fand ich nur Eine im Freien ; sie
war nur 2" lang, schrumpfte immer mehr ein und starb.
Die Farbenänderung vor dem Verpuppen tritt nicht,
wie Ochsenheimer meint, einige Stunden vorher ein, sie
wird vielmehr, wie ich sehr sorgfältig beobachtet habe, volle
■") Anmerkung des Setzers. Wenn der Herr Autor in dem
grossen Paris oder in London von Milch blau spräche, so würde man
das begreifen. Selbst im kleinen Paris mag es, besonders in der
Messzeit an blauer Milch nicht fehlen. Aber auch in Pirna kein
Mjlcbweiss? Das wäre doch arg!
927
24 Stnoden uiui darilhv^T vorbereitet; die Kaupe Iwiri dann
auf zu fressen und wird K'Miaflcr als vorlier, wo gic sich
nur lorthewegte, um neui-s Futter zu erreichen. Oeh»en-
heimer sapt von seinen Kaupcn: (8. Schmetterlinpe v. Ku-
ropa Hd. II., pa;,'. 2(>-li ..Wenn sie ihre Farbe vcriinderten
und sich zum Kinsj)inncn anschickten, übcrzo^'cu sie vorher
den {ganzen Körper mit einem klcbripcn Saft aus dem
Munde." — Ich habe lci(b'r nichts (la\(»n bemerken können,
wohl aber, dass um die Stimmen herum klebrige Fleckchen
ein Ausschwitzen verriethen.
Eini^'C wenijre Haupen fand ich schon im Gcspinnstc
vor, als ich nach Pirna kam, dann gab ich tiiplieh deren
sich einspinnen, vom l?,"'. — iM'. Au^'ust, sie machten lose, von
Sand (lurchwcbte. freräumipe Gesjtinnstc aut dem Hoden.
(Oehseidieimers erste IJaupe vcrpupjite sieh am 21. Aug.,
wie er erzKhlt, also etwa um dieselbe Zeit. a. a. 0. p. 205).
Bei der Letzten, die sieh am 21'. Aup. einfxesponnen hatte,
sah ich den Moment, in welchem die liaupe, ihre Illillc ab-
streifend, als rupjic dalat:; es war am 2. September Nach-
mittags, also ^ier Tage nach dem Spinnen.
(»chsenheimer (a. a. 0. pag. 2(k')) beschreibt die Puppe
als „bräunlichgelb und ausser den Flügeldecken mit schwar-
zen Atomen bestreut; die Luftlöcher erscheinen als grosse
schwarze Flecken.'' Ich muss zur Vervollständigung noch
folgende Momente hinzufllgen: llber den Thorax verlauft ein
schwarzer Längsstrich, die Xath der Flügeldecken ist eben-
falls schwarz.
Die Kästen, worin ich die Puj>|tcn. aus ihrem fJe-
sjiinnst genommen, anf 8and gelegt, aufbewahrte, standen
in einem bewohnten Zimmer mit gleichmUssiger Tem|)eratur
von etwa -+. !<•" H.
Mindestens drei Tage vor dem Auskriechen begann
die Puppe dunkler zu werden: zunächst schimmerte durch
<lie Flllgeldeckt n die dunkle Handirung der FItigcl durch;
etwa 24 Stunden später war sie ganz kastanienbraun, und
wnrdc an einzelnen Stellen knittrig. Am 17. September
kroch der erste Schwärmer aus und in einer Periode von
l»"» Tagen ( — '1. (»ctober« folgten alle Übrigen, keine Puppe
blieb fllrs leber^N intern tlbrig. (Ochsenb. erzählt a a. (>..
sein Krstcr sei am V.K ( >ctbr. ausgok<immen. » Hie Meisten
(13 StIIck' krochen Nachts aus. Abends zwischen S und ".•
ebenfalls Viele (11 Stück), «nch frllh zwischen 7 und 8
kamen Kinigc aus; ^>ährcn<l des Tages nur sehr wenige
(3 Stück).
Fine Vi( rt« Utunde ( bei Kini::en erst eine hallte Stuntiel
nach dem Verlassen der Puppenschalc hatten die PlUgel
228
ihre volle Ausdehmmg und Glätte erreicht, doch erst nach
zwei (in einzelnen Fällen sogar vier und fünf) Stunden
nahmen sie die eigenthüraliche horizontale Stellung ein.
Die Frühmorgens oder den Tag über ausgekrochenen
Schwärmer begannen schon zwei bis drei Stunden nach
dieser ihrer vollen Entfaltung zu schwirren, während die
Abends 9 (und Nachts) Auskriechenden sich bis gegen früh
6 ruhig verhielten.
Varietäten fanden sich nicht vor; die am längsten im
Freien gehaltenen Raupen lieferten die grössten Exemplare.
Schliesslich muss ich noch eines Irrthums gedenken,
der sich in Ochsenheimers Schmetterl. v. Eur. (Bd II.
p. 239 Anmerk. 1) findet; ob ihn Andere vor mir bereits
berichtigt haben, ist mir unbekannt. Ochsenh. sagt hier
von Sph. Convolvuli, Atropos und Nerii: „die vor dem
Winter sich entwickelnden Weiber sollen nach der Ver-
sicherung eines erfahrenen Entomologen keinen Eierstock
haben.^' — Mir wies die Section nach, dass der Eierstock
vorhanden ist! —
Pirna, im October 1857.
Syiiosij mische Bcmcrkinig?« über lleiüipteren iisid eine
neue Art der t^attun»^ Froste iismü.
Von Anton Uolirn«
1. Pentatoma roseipenne Muls. & Key. Annal. de U
Soc. Linneenne de Lyon 1852 pag. 87. ist synonym mit
Cimex cinctus Fabr. Entom. syst. IV. pag. 113. Ko. 130.
Wahrscheinlich ist auch Cimex tarsatus Klug & Ehrenb.
Symbol, phys. tab. XLIV. fig. 12. nur eine Varietät dieser
Art; dass der Rand des Thorax und des Coriums Aveiss ist
und nicht wie bei S. cinctum roth, darf nicht als Unterschei-
dungsmerkmal angesehen werden, denn es giebt mehrere
Pentatomiden, bei denen diese Farben abwechseln. So
Strachia oleracea und ornata L.
2. Stenogaster pallens H. Seh. Wanz. Ins. tora. IX.
pag. 215. tab. 3 14. fig. 963 ist mit dem von Mulsant & Rey
früher beschriebenen (1. c. pag. 102.) St. collaris zusam-
menzuziehen.
3. Miris megatoma Muls. & Rey 1. c. pag. 107 ist =
M. longicornis Fall. Hem. Suec. pag 129. 2.
229
4. Capsüs anticus Muls. v»^ licv I. r. jia;:. 11t» i>t =
C. pilicornis ran/., l'aini. In«. (üTin. 1*1». J'J.
f). Monantliia sinuata Firh. Kntoin. Mono^r. pa^. (K*. 2.
tal). V. li^. iL* — 15 ist, wie ich aus eiiicin mir von Costa
j^osandton l'vpiis irsdu'. synnnyni mit «lein iiltorcn ('at«i-
platiis an riru la t u .«< Co.^ta Ciniic. tcsu. Nrapol. ccnt. II.
pai:. L'o. N... liV). tali. 111. ti,- 3.
t». Reduvius pallidus Stal. Ofvers af K.-Akad 1 inli.,
ÜSää. pap. 188. ist nicht vorscliieclcn V(»n K. tahidus Klu^'
Kl. i^ Khrenl). Syml). pliysic. tal». XIX. li^'. l. chenso wie
7 Reduvius thoracicus .'<täl I. c. sich nicht unterschei-
det von K. palli|)es Kliiir I. c. tiir. ^5.
8. In dem L'teii \ iertrljahrs 11« tt (hu Jahrgangs 1858
der l'ierliner l'.ntoniol. Zritscliiirt j'air. !'• 'i*. tal». II. lip-. 7.
findet sieh als neue Art Pterotmetus crassicomis r.ärelTsprnnfr;
dieselbe Art ist schon von Costa beschrieben und (/iemlicli
niittelmässip:) abgebildet. Cimic. rei:n. Xeapol. cent. IV. paf:.
24. X»t. 2.JI. tab. VI. li^'. '.•. al.'^ rachymerus nn'tellatus:
ich besitze eint n Typus der Cn.«<tasehen .\rt. welcher <;enau
mit der Abbildung' und lleselireibuni: des Tterotm. crassi-
cornis übereinstimmt. Kbendasclbst findet sich ein Hliy-
parochrumus ibericus IJiirenspr : der Name winl ge-
lindert werden müssen , da schon Kolenati einen IJhyparo-
chromus prleiehen Namens beschrieben hat.
In demselben Artikel bat Herr l'rni". v. Härenspriin.::
auch das synonymische Zusannnenfallen seiner Li eben o-
bia ferruginea mit Hryucoris museorum Fall, be-
merkt, welches ich S. l("».i besprochen habe: dem Herrn Ver-
fasser ist jedorh die Signorefsehe Ik'schreibunfi; unbekannt
geblieben, worin fllr den (lattungsnamen Liehen obia be-
reits Ceratocombus in Vorschlag gebracht worden. Im
ersten Jahr;:ange derselben Zeitsehrilt hat Herr Kr. Stein
eine Darstellung der (Jattung Tröste mma gegeben. I»rn
daselbst beschriebenen iL' Arten gesellt sieh noch:
Prosterama cardueiis Dohm:
r. nigruu). nitidum. pilogum: jtrothoracc postice. scn-
tello ( lytrorum<|Ue elavo flavo - brunncis ; cnrio maculis 2,
mcmbrana maeulis .'» albidis; femoribus diluto albidis apiccni
versus fusco-annulati.'», tibiis dilutioribus. apiccfuscis: rostro
interne piceo, nitido, articnlo :j toto, 1 et 2 cxtcnic fulvis.
Long 7» 2 mill. lat. 2' , mill.
Der Kojif einfarbig schwarz, glünzend: gegen die Ein-
senkung des Schnabels zu etwas heller, dieser selbst auf
der Inuenseite pechbrauu , stark glänzend, die Aussenseitc
230
und das ganze letzte Glied gelbbraun, etwas matter glän-
zend. Fühler braun, das erste und zweite Glied an der
Spitze und am Grunde dunkel. Die Augen schmutzig braun.
Der vordere Theil des Thorax stark gewölbt, seicht und
dünn punctirt, tief schwarz und funkelnd, vor der Einschnü-
rung befindet sich ein kleiner Längseindruck; der hintere
Theil gelbbraun, stärker punktirt und ebenfalls mit einem
Längseindruck versehen. f],benso sind das Schildchen, der
Clavus der Oberflügel und die Sutur des Clavus gefärbt;
das Corium und die Membran sammtscliwarz , das erstere
mit 2 weisslichen Flecken, von denen einer an der Basis
und der andre zwischen dem Aussenrand und der Commis-
sur des Clavus liegt; die Membran mit 3 Flecken, einem
an der Spitze und einem in jedem Seitenwinkel. Unterflü-
gel weisslich. Beine schmutzig ledergelb; Schenkel etwas
heller als die übrigen Theile, mit einem pechbrauuen, glän-
zenden Piinge, der aber auf der Innenseite der Vorderschen-
kel etwas erlischt; die Trochanter des mittleren und hinte-
ren Paares dunkelbraun glänzend , ebenso die Coxen des
ersten Paares, dessen Trochanter aber sind schmutzig gelb
gefärbt, glänzend. Schienen und Tarsen hellbraun, die
ersteren an der Spitze dunkler. Die Unterseite ist glänzend,
schwarz, mit Ausnahme des gelbbraunen Theils des Thorax.
Das ganze Thier ist mit gelben, glänzenden Haaren
besetzt; es hat am meisten Aehnlichkeit mit S. Buessei
H. Seh., von dem es sich aber durch die Färbung der Vor-
derschenkel und des Coriums leicht unterscheiden lässt.
Die Beschreibung ist nach Exemplaren meiner Samm-
lung gemacht, welche von Herrn Nietner bei Colorabo
auf Ceylon gesammelt sind; ich sah ausserdem Exemplare
dieser Art aus derselben Quelle auf dem Berliner Museum.
Zusatz zu dem Berichte über Insecten-Bastarde.
Von Dr. H. Ha^en.
Ungeachtet ich mich bemüht habe, die Litteratur über
diesen Gegenstand möglichst sorgfältig zu sammeln, ist mir
doch Wichtiges entgangen. Der Aufsatz in Linnaea XIL
über Chilenische Caraben von Dr. Gerstäcker enthält einige
interessante, von mir nicht erwähnte Fälle. Noch mehr
freute ich mich aber, eine Notiz über Bastarde derselben
231
Smcrintlins Arten (occllatii«« iin<l Topuli ) «iio I'h. llapuc cr-
zopcn hat. in WcHtwodiU IiiinKi. II. p. .'J»)8 zu finden. .Di.'
8nierintljus Arten .ncluincn in hctrilchtlitheni Maasge dem
Gynandronuirpliisniii.s unterwurfen /.u sein: cinu grosse Zahl
von Füllen sind von \« rscliiidenen Sehrirtsteliern vrrzeieh-
nct und von mir gesammelt in einer drr JLntomol();:iselieii
(jlesi'llschatl A<»rfreleL'ti'n Schriü, in welcher ieli sehr interes-
sante Von Herrn !i(»n<i' ;:e/.<i::.'ne Hybriden von S ocrl-
laiut nnd Populi besehriehen und alijrehildet iiabc. Sie sind
bis jetzt das ein/i^'e Kcsnitut von Inseeten, die dureli eine
gezwunprene Paarunir zweier verschiedener Arten erzcuf^t
sind. leh verdanke Herrn l.';\ddon eines dieser sehr in-
teressanl«'n Tliierc.' -fl
Naeh A^'assiz lüMiu^r. 111. ]>. 'J^\. entliÄlt Trans.
Knlom. Soe. 111. p. l'J.I. H. llouse. ( >n the (»eoilftenee of
Hybrid Individuais oeeurring in the pnus Smerinthus; und
ibid. p. VX). Westwood. {)n a Hybrid Smerinthus, witli
Hemarlvs <tu Hyhridism in geueral. lieide hahe4ieh nieht
vcr;;leiehen können. Ks wiire sehr wUnsehensworlh und
wichtig', wenn die Jetzt von 'I'h. Haguc gezo;^enen Hastarde
mit denen von 11. llouse einer genauen Vergleiehuug un-
terworfen wurden.
Naeh Isis ix'M. p. 720 maehte Gravenhorst der
Vcrsammlunt;^ der Xaturforsehcr in Hreslau folgende Mit-
thedun^': Herr Apetz aus Altenhur;,' (der Name ist zwei-
mal W(dd Verdruckt, Wait; und .!/>«/.•) zo;: liiu^e Jahre
neben einander Tl. falcula und curvatula und fand sie eines
Morgen» im .\|)nl in l?ct:attnng. 1 in sich zu überzeugen,
ob eine Befruchtung wirklieh stattlinile, sonderte er Puppen
von bei<lcn Arten ab nnd braehte naeh dem Auskriechen
MÄnnchen und Weibchen «lor verschieden -\rten zusamnien.
Die Begattung fand f)hne Scljwierigkeit statt, nur wird be-
merkt, dass von faleula »; .;« und curvatula /em. nur
nnbelVuehtete Hier, \>>n curvatula wiix nnd faleula /rm.
da^^egen eine zicmliehc Anzahl befruchteter Hier erzielt
wunlen. Nachdem die jungen Larven nach iL* Tagen aus-
gekrochen, reichte er ihnen zuerst Krienljliitter und. da ihnen
diese nicht zusagten, Birkenhliltter. .\us dieser Ba';tarder
zcugung erhielt Herr .Apetz ungefHhr \'2 Stllek lUstard-
gchmettcrlinge und bemerkt zugleich, dano alle ausgekroche-
neu Schmetterlinge N\ ei beben waren.
Sollte wie ich glaube, meine Vcrmulhung richtig sein,
dass der verstorbene Herr Prof. .Apetz diese Beobachtung
gemacht hat, so erlaube ich mir an seinen Sohn, Herrn Dr
Th. Apetz die Bitte zu richten, eine Diiiglichst vollständige
Beschreibung der Form und Farbe jener Bastarde in der
232
Zeitung zu veröffentlichen. In den „Beiträgen zur Entomo-
logie, besonders in Bezug auf die schlesisclie Fauna etc.
Breslau 1829. 8to Heft 1.", finden sich zwei gefangene
muthmassliche Bastarde von Tagschmetterlingen beschrie-
ben und illumiuirt abgebildet.
Herr Klopsch beschreibt p. 212 eine merkwürdige
Varietät, wahrscheinlich Bastard von Lycaena Adonis und
Alexis. Das Thier hatte die Grösse von Alexis, die Färbung
der Oberseite von Adonis, während die Unterseite der Fär-
bung von Alexis ähnlicher sieht.
Schummel p. 215 beschreibt einen Tagfalter, der
vielleicht durch Begattung zweier verschiedener Arten ent-
standen ist. Er hatte die Vorderflügel von Hipparchia Ar-
cania, die Hinterflügel von Hipp. Hero, während die übrigen
Theile des Körpers, welche bei beiden Arten keine Unter-
schiede zeigen, ebenfalls mit diesen Arten übereinstimmen.
Es würde jedenfalls sehr merkwürdig sein, wenn ein
Bastard eine derartige Vertheilung der Merkmale der
Stammeltern darböte.
Folgende Nachrichten über Paarung verschiedener Ar-
ten kenne ich nur aus Citaten : Audouin, Observations
sur l'Accouplement entre des individus d'especes differentes
du genre Coccinella. Ann. Soc. Entom. I. p. 232 u. Ann.
des Scienc. natur. ser. 2. XVI. p. 374.
Villers Kotice sur nn accouplement de deux Zygö-
nes d'espece differentes. Ann. Soc. Entom. Fr. I. p. 421.
Gistl zoologische Bemerkung über die Begattung von
Chrysomela menthae und poiita. Isis 1827 p. 625 und zwar
menthae fem. mit poiita mas. Ich würde die letztere Beob-
achtung hier nicht citirt haben, wenn sich nicht dieselbe
Beobachtung genau mit denselben Geschlechtern nach
Müllers Angabe bei Suffrian Linnaea V. p. 92 vorfände.
Als Curiosum berichtet Hr. Kelch Isis 1834 p. 737
über eine widernatürliche Begattung zweier Männchen
von Melolontha vulgaris und hippocastani, die auch von Hrn.
Zebe constatirt ist.
Imbibition als Hülfsmittel bei der Anatomie
der Insecten,
Von Dr. H. Hag-en.
Wie bekannt erfordert die Zergliederung der Insekten
im Ganzen nur geringe manuelle Geschicklichkeit und die
333
H.iuiit'^oliwicrif^keit l)o?»telit nur «Urin, die znni Tlieil los,
ziiin Tluil iliircli Traclioen uihI Fcttkürpor lic festi j,'t lie-
genden Orc^ane unverli-tzt von ihren l nio:eltungen sondern
zu kviuiun. Die Kutseliiidunp aber, ob ein Tlieil noeh zum
t)ri^ane ^'ehJire, oder hins l''»-ttkör|»er 8ei. ist niitiiutor sehr
schwi-r. lliezu (lllrlte dit' jt-t/t in der Anatomie der Wirbel-
tliierr mit so liln-rrasclii'nd('in Krl«'|p' an/^fwcndete Imbi-
bition ein vortrefl'liche« Hlllt>niitt(d birten, da gerade die
Fettzellen sieb niilit imbibiren. Das Verfahren ist sehr
einlach. In eine gesiittigte I><tsung von Karmin in kausti-
schem Ammoniak (Karmin ist am gt-eignet^tcn, da die rotbe
Farbe selbst unter s«lir bedeutenden Ver^-riisserungeu noch
deutlieh bleibt'. K'irt man das geeignete (»bjeet, also hier
du.s ganze geöfVnete Insekt, hinein, wobei die hnbibition nur
kurze Zeit erfordert. Hesonders wichtig ist dies Verfahren
fllr die Krkenntniss der (Jeseheehtstheile und ihrer Anhange.
In HetretV der ("ireulationsorgane ist allerdings grosse Vor-
sieht nütliig, da sieh die Tracheen auch imbibiren. Wie
schon Schaum dierieht fllr lX4x. j). lll^) richtig bemerkt,
beruhen auf diesem l'mstande die 'räusehungen in den Be-
ubaehtungen lilanehards Über den Blutlauf bei Insekten.
Neue systematische Eintheilung der Homopteren,
\ ü n D r. ('. S t ä l i u S t u c k h o I ni.
Vor zwei Jahren machte ich die Entdeckung, dass bei
verschiedenen Fulgoriden von der Gruppe Derb id es drei
(Jcellen sich finden , und ich schrieb (larüber eine kleine
N'otiz, welche in der Tebcrsiclit der ^'erhandlungen der
K. Academie der Wissenschaften zn Stockholm gedruckt
wurde. Seitdem habe ich ebenfalls bei mehreren (rattun-
gen der Cixiitien drei Ocellen get'unden. Diese Entdeckung
macht natürlicherweise die frühere Kintheilung der Ho-
mopteren nach der Anzahl der Occllen unhaltbar. Ich
hal)e daher versucht, eine neue Kintheilung dieser Thiere
aufzustellen und dabei von rharaeteren fiebrauch gemacht^
deren man sich bisher nicht bedient hat, z. M. der F^in-
fllgung der B»ine, und der F<»rni \crschiedencr Theile der
selben etc., Charactere, welche nothwendig mit dem Bcwe
gnngs - Vermögen und der Lebensweise dieser Thiere in
näherem Zusammenhange, stehen , welches mich zn folgen-
der (iniiipirung geleitet hat.
1. i'oxis intermcdiis elongatis. late distantibus, longe
a disco pectoris insertis; tegminibus basi tegula iustructiu.
Fulgorina. Iiurm.
234
II. Coxis intermediis breviter late subconicis, valde
approximatis ; tegminibus basi tegula destitutis.
1. Coxis posticis breviter late subconicis, lateraliter
haud extensis; tibiis cylindricis.
A. Femoribiis anticis inermibus, haud incrassatis;
scutello mediocri vel parvo; arolio inter ungues; ocellis
duobus. — Cercopina. Stäl (adjectis Clastopteris!)
B. Femoribus anticis incrassatis, subtus spinosis; scu-
tello maximo ; arolio inter ungues nuUo ; ocellis tribus. —
Cicadina. Stäl. (Stridulantia. Latr.)
2. Coxis posticis transversis, lateraliter usque ad
margines pectoris laterales extensis; tibiis (saltem posticis)
angulatis.
a. Capite tboraci arctius affixo loris magnis, extus a
genis haud nisi angustissime terminatis, bis inflexis, mar-
gine haud liberis, prope oculos saepissime sinuatis; femo-
ribus apice superne inermibus. — Membracina (adjectis
Aethalione, Urophora, Euryprosopo, Ulopa!)
h. Capite thoraci minus arcte affixo, loris minoribus,
extus a genis plus minus late (saepe latissime) terminatis,
his plus minus, saepe valde dilatatis, margine liberis, coxa-
rum anticarum basin et marginem internum saepissime
valde distincte tegentibus ; femoribus (saltem posticis) apice
superne mucronatis. — Jassina Stäl (Cicadellina
Burm. exclusis Cercopidibus, Ulopa, Aethalione,
Urophora, Clastopteris.)
Obs. 1. Tegulae tegminum Fulgorinorum saepius
valde distinctae, apud Issidas complures a margine late-
rali posteriori thoracis occultae; semper tarnen adsunt.
Obs. 2. Apud Jassina mucrones apicales femorum
fere semper distincti, distinctissimi; discedit genus Eury-
mela, mucronibus valde obsoletis, vix uUis instructum.
Stockholm, Februar 1858.
,j[^.j^
Vereinsangelegenheiten.
In der Sitzung am 8. April wurden als Mitglieder auf-
genommen:
Herr C. E. Venus, K. Einnehmer in Dresden,
Herr Fortunato Zeni in Roveredo.
Der Unterzeichnete motivirte den Antrag, in Folge
freundlichen Uebereinkommens mit Herrn E. S. Mittler in
Berlin, den nächsten Band der Linnaea Entomologica (XIII.)
im Verlage des Herrn Friedr. Fleischer in Leipzig erschei-
nen zu lassen. Der Vereinsvorstand genehmigte die ge-
2öi^
troffnen Kinlcitnn^rn, welche um po mehr ein glinstif^es Ke-
snltat versprechen, als nicht zu verkennen ist, dass der runch
menrle Ahsatz der Kutomoh)pisrhen Zeitung in den letztem
Jahren zu einem wesentlichen Theile gewiss der Umsicht
und Thiitigkcit des Herrn Stadtrath Fleischer beizumessen
ist, welcher sich (duiehin um den Verein hei Gelegenheit
der KeiTulirung eines nicht unerheblichen Aussenstandes der
X'ercinskasse dnreh sein energisches Einschreiten verdient
gemacht hat.
In Folge unerwarteten IJegehrs der Huchhilndler, na-
mentlich auch durch Abzug nach England itt die sechste
Anflage des Cataloyui coltvpterorum Kuropae gcriiunit worden.
Es blieb demnach nichts übrig, als so rasch als thunlich
die vorhandne Eücke durch eine neue Ausgabe zn decken.
Dieselbe wird in einigen Wochen erscheinen und neben an-
dern Verbesserungen und Ergänzungen auch die Annehm-
lichkeit bieten, dass von dem Intcrzcichneten bei der Re-
daetion mancherlei Materialien durch die bereitwillige Gllte
wcriher Freunde anticii)irt werden knuntcn, deren gcnerischc
und monogra|)hische Arbeiten (b rzeit noch unter der Presse
befindlich siud. Es ist contractlich daAlr gesorgt wurden,
dass die neue Auflage des Catalogs auf Schreibjiapier ge-
druckt wird, ein I'mstand, der bei dem Handgebrauch sehr
wesentlich ist. und bei der sechsten Aul läge durch Vergess-
lichkeit des Hnickers Ntralisiiunit war. C A. Dohrn.
IC .J Die Seite ITö dieses Heftes vcrsprochne Tafel
zur hcniipterologischen Arbeit des Herrn Dr. iStal ist beim
Drucken vernngllickt, und wird deshalb, um die Ausgabe
des zweiten Heftes nicht aufzuhalten, erst mit dem dritten
geliefert werden.
Intel 1 igen z.
UZM Anzeige fiir rr|)ido|)(rrophilen SI^
Dir Herren J. ('. Sepp cn Z«hiii m .\ni.'«ler(lain haben
sich cntschk»ssen , von dem grossen Schmettcrlingswerke in
ihrem Verlage die HHnde IV. bis VM. fllr die H.Hlfte des
bisherigen Eadenpreises bei directcr Hestellung und Bezah-
lung zu erlassen, das heisst jeden einzelnen der Hände IV.
VII fllr 17 Thaler jireuss. •».') Francs 5«i Shill. engl.
Von den .'5 ersten Händen sind nur noch wenige voll-
siandii;e Exemplare vorräthig und wird das ganze Werk
bei directcr Heziehung bis inclusive Hand VIII. Tatel 20
ahcegebrn filr 11? Thaler — 4P^r> Frane« — 16 £ 14 Shill.
236
Hiezu bemerke ich, dass bei der ziemlich regelmässi-
gen Verbindung Amsterdam's mit Stettin durch Schrauben-
Dampfer, ich gerne bereit bin, Lepidopterologen, welche von
obigem Anerbieten Gebrauch machen wollen, dazu behülflich
zu sein, falls mir Briefe und Gelder franco zugesandt wer-
den und die Herren Besteller damit einverstanden sind, dass
ich die durch Beziehung des Werkes noch verursachten klei-
nen Spesen durch Postvorschuss einziehen kann.
C. A. Dohrn.
Den Schmetterlings-Freunden,
welche der englischen Sprache kundig sind, wird hiermit
angezeigt, dass von
H. T. Stainton's Manual of british butterflies and moths
das 15. Heft (Preis 2 Sgr. 6 Pf.) in London bei John van
Voorst erschienen ist. Der erste Band schliesst mit Heft 14
ab, umfasst die sämmtlichen bekannten britischen Tagvögel
und Eulen, enthält 80 Holzschnitte und kostet in Leinwand
1 Thlr. 15 Sgr. Bestellungen tibernimmt C. A. Dohrn.
Für Käfer 'Freunde.
Die sehr bedeutende Käfer-Sammlung des verstorbenen
Professor Dr. J. G. Apetz ist zu verkaufen. Auskunft auf
portofreie Anfragen ertheilt r
Altenburg. Dr. Ed. Hase,
Herz. Sachs. Appellationsgerichtsrath.
Hymenopterologen SIÜ
werden darauf aufmerksam gemacht, dass von Holm gren:
Monographia Tryphonidum Sueciae (Stockholm 1 856, 4to„ 394 S.,
2 Tafeln) einige Separat-Abdrücke brochirt gegen portofreie
Einsendung von 3 Thlr, durch den entomol. Verein in Stettin
zu beziehen sind.
Inhalt. Speyer: Noctua cerasina. Hagen: Russlauds Neu-
roptera. Hagen: Sing-Cicadeu, Zusätze. Menetries: Antikritik.
Werneburg: Lepidoptera in Seopoli Entom. Carniol. Anton Dohrn:
Hemipterologisches. * Neujahrsgedanken zur Synonymie und Nomen-
clatur. * Epilog dazu. Stäl: Zur Hemipterenfauna Sibiriens und
Nord-Amerika's. Dohrn: über auffallende Nachlässigkeiten. Hagen:
Agassiz Bibl. Zool. Pfeil: Ostpreuss. Käfer. Cornelius: Entwicke-
lungsgeschichten. Entom. Notizen. Hiller: Vespertilio gastronomu«.
Klotz: Sphinx nerii. Anton Dohrn: Synon. Bemerkungen, Pro-
stemma carduelis. Hagen: Insecten-Bastarde; Imbibition. Stäl: Sy-
stemat. Eintheilung der Homoptera. Vereinsangelegenheiten. Intel-
ligenz.
Druck von F. Ueieeulaud in Stettin.
Eiitoiiiolo^i!>i(-lie Keitiiiiff
liuruusgc^cbüii
von d«m
eiildiiioloiilsclicn \(T('iiir zu Slcltin.
In Commisdoo bei dt-n Buchbaadl.
»^ ' '^ * ^ " ° " • s . E. 8. Mitüer in Berlin. n.Vr. Fleiichar
CA. Dohrn, Vereins- Präsident, in L.-iprig.
\o. 7 — U. 19. Jahrgang. Juli - Srplli. IHjH.
Uebersicht der in den Verein. Staaten von
Nord-Amerika einheimischen Chrysomelen.
Aua dem Eof^lisrhen niit Zusätzen von Schulr. Dr. MiifTrian.
Die Procefdings der Acad. nat. fc. of Philadelphia vom
J. 1,'<56 (Vol Vrir. n. 1. S. 2J» — 39) enthalten von Herrn 11'.
Fred. Rogers eine synoptisch-monograpb. rebcrsicht der in Xurd-
Amerika einhciniLschcn Chrysomelen, welche einen neuen und
erfreulichen Heweis von der Sorgfalt liefert, mit der die Ameri-
kanischen ?!ntomolopen jetzt die Insectenfauna ihrer Ileimath zu
erforsrhen und Msi.ssen.soljaftlich zu erürttrn hcfli-isen sind. Die
vorliej?ende Arl)eit srhliesst sirh ihrem hihalto nach eng an Ifal-
deman'g Monographie der Nordamerikanisihen (ry p t oeepbal i
an, ist eben so, wie die obengenannte Abhandlung, auf das reiehe
Material der Leconte' sehen Sammlung gegrtlndet , und eine Mit-
tbeilung ihres wesentlichsten Inhalts in unserer Zeitung dürfte b«i
der immer wachsenden Verbreitung der nordamerikanischen Käfer
in unseren Sammlungen sich um so eher riThtfertigen la.ssen, als
dieselbe durch die sich aus ihr ergebenden Folgerungen für die
geographi.s» he Verbreitung der Insecten übirhaujtt und der Chry-
somclincn-Formen insbesondere auch wohl ein allgemeineres Inter-
esse in Anspruch nehmen kann.
Da.s (iebiet, über dossen Chr^somelrn sich die vorliegende
.Vbhandlung verbreitet ( „Synoptin of $peciet of Chrysomela and
allied genrra \nhabitin<j ihe Cntted State$"J , wird von deren Ver-
fasser selbst als das der Vereinigten Staaten bezeichnet. In der
Wirklichkeit aber dehnt dasselbe sich noch weiter au5, indem es
zugleich die britischen und Rassischen I^c-itzungen In Nordamerika
238
miteinschliesst. Sonach umfasst es von den vier Bezirken, in
welche ich in meiner Bearbeitung der Nordamerikanischen Cryp-
tocephali (Liiin. Ent. VI. S. 202 ff.) Nordamerika mit Einschluss
der Antillen gctheilt habe, die beiden ersten; und aus diesem
weiten Ländercomplex beschreibt der Verf. zusammen 47 Arten,
wobei er ausserdem noch 7 Arten namhaft macht, die ihm nicht
durch eigene Anschauung bekannt geworden sind. Auffallend ist
hier sogleich die verhältnissmässig geringe Anzahl der Arten auf
einem Flächenraum, welcher an Ausdehnung weit über den von
ganz Europa hinausreicht; denn wenn sich auch voraussetzen lässt,
dass diese Gegenden noch manche den Augen der Entomologen
entgangene Art enthalten werden (auch ich selbst werde nach
dem mir vorliegenden Materiale deren einige beizusteuern im
Stande sein), und dass namentlich in den Landschaften jenseits
des Felsengebirges ungleich mehr Arten vorhanden sind als die
wenigen, welche der Verf. von daher aufführt; so bleibt dennoch
die Anzahl der nordamerikanischeu Arten — dieselbe auf etwa
80 angeschlagen — um mehr als das Dreifache gegen die der
Europäischen (letztere mit Einschluss von Timarcha und Cyr-
tonus gerechnet) zurück; ein um so melu- überraschendes Ergeb-
niss, als hinsichts anderer Chrysomeliuen-Gruppen , namentlich der
Douacien und Crj-ptocephalen , jene Länder an Artenreichthum
Europa mindestens gleichkommen. Ein ähnliches Uebergewicht
der Europäischen Fauna tritt auch noch bei den Clythriden
hervor, und die aus Mittelameril^a nordwärts vordringenden Eu-
molpide[n- und Chlamy den formen gewähren der Nordameri-
kanischen nur einen unvollkommenen Ersatz.
Was nun ferner die unter den Amerikanischen Chrysomelen
vertretenen Formen betrifft, so lassen sich unter den von dem
Verf. namhaft gemachten Arten unterscheiden:
1. solche, welche Nordamerika mit Europa gemeinschaftlich
besitzt. Es sind dies selbstredend Arten, die sich in beiden Erd-
theilen weit nach Norden hin erstrecken; unter den beschriebenen
finden sich Chr. rufipes Deg., vitellinae L. (= vulgatis-
sima L.), polygoni L.; als dem Verf. nicht zu Gesichte ge-
kommen, aber von den Autoren (Mannerheim und Kirby) erwähnt
werden noch angegeben Chr. viminalis L., lapponica L.,
adonidis Fab. und raphani Fab.
2. Arten, welche bei specifisoher Verschiedenheit doch eben
so entschieden Europäischen Formen angehören, und sonach in
ihrer Heimath einen beiden Erdtheilen gemeinsamen Typus ver-
treten. Dahin gehören ausser der merkwürdigen Timarcha aus
Californien noch, soweit ich aus eigener Kenntniss zu urtheilen
vermag, alle von dem Verf. von Gruppe 3 ab aufgeführten Arten;
die durch sie vertretenen Formen sind, wenn ich meine Gruppi-
rung der Europäischen Chrysomelen (Linn. Ent. V. S. 5 ff") dabei
239
zrnn Tfrunde lepe, dir Grtipfwn I. (Chr. atra) , 2. (erniea), h.
CSparthaUi\ 8. (morto), 14. (aenea), 17. (rufip«f), iH. (polygom),
20. (orbicuUtrit) nnd 21. (r%ilgatif»iwa), so da*fi von den in Ka-
ropa durch ein«' pi-os^rrc Art» n/ahl vertretenen Kormc-n cigontlirh
nur die C'hrywnneUie In-rrhifonn» > (Rnuti), aamlontae (violacea),
Remellatae (/ucata) und montitolnr (/u$cj-jenra) ausfallen.
;>. Als rincntlich anu rikuii^ilu- Formen hkibcD dann ausser
den von «Um Verf. zu BJepharida und Dorypbora erbrach-
ten .Vrten nur die rhrys(»n)rl»ii >«iii«r rrstcn und zweiten Rotte,
deren ervtore dir Call ii^raph;»-, <li<' and« rc dir Z ygopramma-
Artvn der Oijeanstlicn .'>y>ttinatik uiiifx^st, und von denen j^-ne
tUglicb abs Vertrvtu- unserer Cbrysomila anrulcntae, di«'j«c als Ver-
treter unserer (br. gimelUilae betrachtet wenirn können. V.s sind
aus diesen beiden Grup])e,n zusammen Im Arten (unter 40 namhaft
ßeinachten echten Cbrysonieltii) beschrieben, und es erjrieht sich
daraus leicht, ila-s die bei weiten» Überwiegende Zahl der in jenen
wtiun liiiniler-trecken einln imisdien Arten ein uns wohlbekanntes,
eu^upaibcllc^ <ieprai:c au sich trügt, während jene Dorypbora-,
Calligraphu- uud Zy gugr am nia- Formen oben so entschi«'-
deu einem, vorzugsweise meinem dritten fiebiete der Nordam«'rika-
xÜMÜieu Fa«jna, dem mitlehunerikanisch - mexicanischen Hochlande
von Vunania bis ziuu Colorado und liio yrande dtl Sortf, anpe-
börenden Typus zukommen, der aus dieser seiner eigentlichen
Heimat, gerade wie nnter den f ry pf ocepba le n die (inttung
Scolothruii , mit einer geringen ArtenreUie in die nordliehen Re-
gionen vorrückt , und hier den Verhreitnngsbezirk der Scolochren
noch mcrkbch ubersi brtiLcud sich mit vier Arten sogar bis nach
C'au(u!a nnd dem rancoui^r - .'^uude au»dehnf.
Djp SjTrtenwfik de« Verf. ist eine « hr einfache, ubrieens
nicht ans einer vor;»'' ' ti-n Krortenmtf, •*ond»rn nur aus der
knrrfn von ihm :\ . n Tabelle der tJattinip^merkmalc zu
entnehmen. l>ie trsiii:«- Urihe der zuerst in der .T. Aufl. von De-
jtan» Catalope nufpetiim htrn , bei uns in den .SVurmscben (1H13),
nnd in Anu-rika in den Melsheimrr'anSww Cataiog (l.iö3) Ubergd-
paiipcnen , sogenannten (fattanpen ( l^tdomrra, Poli/gramma, Zy-
gntframma , Culltgritjih'i , summt den Nhon von mir verworfenen
yt'l'i^'tma , (iuni'^ctfnti , /' .y.i<i, l'hardon und
Ihl ■■!'■<) wiril htUIschw« I -n, und theiU (I«i-
biclomera nnri rnlypr.unnuj mit der \n ihren .Nlrrkmaien sehr er-
weiterten (iattung horyphora llhy., iheiU (alle übrigen) mit
f h!)-somela vereinigt. s«Kla.v5, «ortn ich dem Verf. an^ den in der
Lir.riai-n V. S. .3 entwickelten (trtUiden vollkommen b^'ilrete, von
all) n jenen ncnen SiliOpfangrn nur die (lattans Jiirphartdn vor
!«inen Anpen <• 'inden hat Pamuf grliodet eicb bei ihm
folgende (TattuiiL it ;
240
1. Ungues fissi; Femora postica incrassata. (Ble-
pharida.)
2. Ungues integri, vel vix dentati; femora baud incras-
sata.
a. Palpi articulo ultimo breviore truncato, (Dory-
phora.) (Polygramma Labidomera.)
b. Palpi art. ultimo haud breviore.
a. Tarsi art. secundo baud angustiore. (Timarcha.)
ß. Tarsi art. 2do minore. (Cbrysomela.)
In dem Folgenden gebe ich die Gattungsmerkmale (in deut-
scher Uebersetzung) nebst den Citaten und Heimathsangaben voll-
ständig, die von dem Verf. noch weiter gemachten Zusätze, soweit
nöthig, im Auszuge. Die Diagnosen der einzelnen Arten habe ich
in möglichstem Anschlüsse an den Grundtext und nur hier und da
mit einer ^ibkürzung oder Zusammenziehung ins Lateinische tiber-
tragen, und die in Decimaltheilen des bei uns wenig bekannten
englischen Zolls ausgedrückten Grössen-Bestimmungen auf Preussi-
sches (rheinländisches Duodecimalmass reducirt. Die von mir selbst
herrührenden, durch das mir vorliegende ziemlich reichhaltige,
theils aus der Königl. Sammlung in Berlin, theils aus den Samm-
lungen befreundeter Entomologen mir zum Vergleiche anvertraute
Material möglich gewordenen Zusätze sind, wie gegenwärtiges Vor-
wort, durch abweichenden Druck bemerklich gemacht worden.
I. Blepharida.
Das Endglied der Kinnladeutaster walzenförmig und
vorn stumpf zugespitzt. Hinterschenkel massig verdickt,
Mittel- und Hinterschienen mit einem stumpfen Winkel am
Aussenrande, ein Drittel über der Spitze. Krallen zwei-
spaltig, Vorderhüften massig getrennt, Vorderbrust flach,
Mittelbrust hart vortretend. Mittelhüften weit getrennt.
1. B. rhois. Ovata convexa ferruginea, antennis
nigris basi piceis capite tboraceque flavis, elytris punctato-
striatis late flavomarginatis et variegatis. Long. 3 — S^/z'"-
Chrysomela rhois Forst. Cent. Ins. 1, 21. Hübn. Naturf.
24. St. 40. Oliv. Enc. Meth. 5, 720.
Altica virginica Fr ö lieh Naturf. 26, 129, 54.
Haltica rhois Illig. Mag. 6, 161.
Chrijsomela stolida Fabr. Ent. Syst. 1, 318. Syst. EI.
1, 435. Oliv. Enc. Meth. 5, 700.
Haltica stolida Illig. Mag. 6, 161.
Chrysomela meiiculosa Oliv. Ins. 91, 531. tab. 6. fig. 91.
In den mittleren und südlichen Staaten, Nebrasca und
am oberen Mississippi.
241
Sehr veränderlich in der Zeirhnunp. Bei einem Stllrke
ÄUf» dl n slldlichon Staaten da-H Mittclfehl «irr Ücckschilde
nnregelmäüsi^' rostroth mit hrcit^clbem Kande, hei einem
andern eben daher der iUnm /wischen der Kaht nnd dem
ersten Streifen, sowie der l'te , biv und ste Zwischenraum
gelb.
IHe sehr kurzen, ungicirh prspalloncn Krallenhdkrhcn dor
dahei raeloich sehr schmalon Krallt n dürft« u allein schon hinreichen,
die KrrichtunR dieser (iaftun« zu rc« htfrrtiffon, wenn au< h d*rrn
Kenennuns, wcd sprai hwidriir nobildct und zujfUieh mit dorn Na-
men der \\i'\ altoren Orthnpfrrcn - (iattuiip lilrphari/t mllidirond,
einer Abftnfifruiii; l)edarf. Au<ksordein Nf-rltihen ihr die auf^'ttrie-
benen Ilinter>< hrnkol einen %on den Ubripen Chry^omolon «ehr
abweichenden Habitus, auf dessen (irund schon JUig^r (Maq. I.
tl3. n. 78) bei dem Kftfer ein Sprinp^ cmiöpen vermuihrtr und
■später (ib. VI. 161. n. IIH. HO) ihn unjieachtrt der abwrichrnden
FuhUrvtrlluntr p» radczu den Haltik«'n b< ißeseUtc, Von drm Verf.,
wrlrhor übt rhaupt nircc-nds auf binloirisi hc KiKrntlinmliihkoitrn
»•inir« ht und d«"shalb z. H. auch keine Antraben Ul)er frühere St;knd< ,
Falteri'flanztn etc. mitthrilt, »rhalten »ir über diesen Punkt krinr
weitere Aufklärnnfr. Leber die Futterpflanze bemerke ii h deshalb
frleii-h hit-r. d;uis bei einem Stücke der < hr. $tolida F. von St.
Louin in Htnn r. Heiden $ Sammlunp sich die Notiz findet: „auf
Rhu* glairuvi" \ »-owie uIxT die Veibnitiuig, (hf-s nach vorlieKcn-
den Exemplaren beide Arten oder Fonnen auch noch in Mexico
/n finden sind.
Die von dem Verf. vortrenommene , auch schon von lUujtr
\.K. a, n. VI.) anpifleutete Zosammenziehnnc der Chr. stolida
Fab. und rhois Forst, (für welch«- letzt« re «len Ubritfens an-
M-heinenrl aus lllnjer» Mag. «iitlehntm ("ita(4*n ri< hti^ die Chr.
meticnlona Olir. — jedoch in einem wenig verstandlichen
nute, eu nioss heif^son Obv. F.nt. V. 531. n. \:\. tab. «i. fijr. 91 —
hinzugczoi^en, wä.hren<l bei der ersteren tles.«Mlb«'n Auton» Chr.
Stolida ib. 626. n. 34. Üb. 2. (ig. 24. a. b. überleben worden
Ht) M-heint mir noch keinesweges aunser allem Zweifel zu sein.
I>er Verf. l»ej;nindet dienrlbe ledigUcb auf die Wandelbarkeit der
ZeirhnanK ; es scli«inen jinlocb aacli no<b an<len' nicht zu üb-'
hende Abweichungen virbanden tn wn. Iusl»evonderc finde i«'b. «■ "
man Stücke von gleicher \^in\iv zusammenhAlt. die (kr. mrltri,! $,i
stell »chnialer , mehr ^'«ttreckt and zu<4mmeiiK°edrQri(t , die l'nuk'
linaig des Halv<i4-hilile». «leutlicher. dan (»«»Ib der MberM'ite bleirher,
■ehr ii9 (treiM) fall' Tloth der Derk.s^hiM^KeichnonK fahler,
wH dnen Stirii ias / liehe, zuweilen »elh<it in« MAalicbe.
die rnttrecite tiefer fccbraunt , und auf dem b txtrn Baorhrinffe
des cf einen mehr o<leT weniger deutlichen L4og«kieL Bei den
242
mir ziemlich zahlreich vorliegenden Stücken der Chr. stolida sehe
ich diesen nicht, wohl aber bei einigen derselben aus der Mitte
des letzten Kinges ein glänzendes, weder punktirtes noch behaar-
tes Querfleckchen, welches ich für ein Geschlechtsmerkmal, und
zwar gleichfalls des cT, zu halten geneigt bin. Auf die Verschie-
denheit der Zeichnung würde ich nur einen geringen Werth legen,
die lichtem Stellen derselben scheinen zwar bei Chr. meüculosa
eine grössere Neigung, sich zu strecken und dadurch Längslinien
zu bilden, zu verrathen, indess sind dergleichen Linien der Chr.
stolida auch nicht fremd. Sonach ist hier noch mancherlei zu
beobachten, und eine sichere Entscheidung wird erst durch Beob-
achtung der früheren Stände und Zucht der Thiere zu erlangen sein.
Uebrigens zeigen beide Arten oder Formen am Hinterrande
der Hinterschienen-Enden einen kurzen, schwarzen Dorn, dessen
Vorhandensein ich als wesentlich für die Charakteristik der Gat-
tung betrachten möchte.
II. Doryphora Fab.
Krallenhäkchen ungetheilt, Hinterschenkel nicht ver-
dickt; Kinnladentaster verdickt, das vorletzte Glied kegel-
förmig, das Endglied cylindriscb, abgestutzt, kürzer als
das vorhergehende. Schienen unten gerundet und auf der
Aussenseite ausgehöhlt. Das 2iQ Fussglied klein, die Hüften
weit getrennt.
In der Gattung lassen sich drei Gruppen unterscheiden,
nämlich
1. Tropische Arten, das Mittelbrustbein in Gestalt
eines Horns nach vorn verlängert;
2. Arten mit leicht ausgehöhlter Mittelbrust, die Beine
ohne Dornen. Sp. 1—4.
3. Arten mit kurz vortretender Mittelbrust; die Vorder-
schenkel, w^enigstens bei den cT, mit Dornen bewaffnet.
Sp. 5.
Die Gattung Doryphora ist nicht von Fabricius, sondern
von Illiger (Mag. HL 124) und zwar erst nach dem Erscheinen
des Syst. Eleuth. aufgestellt, aber auf die erste der oben bezeich-
neten Gruppen beschränkt, und durch das sehr kurze Endglied
der Kinnladentaster und den hornartigen Vorsprung der Mittel-
brust charakterisirt worden. Der Verf. begründet die Gattung
ganz zweclunässig allein auf das erste der Jlliffer'schen Merkmale,
unterscheidet durch das zweite nur eine untergeordnete Gruppe,
und ermöghcht es dadurch, mit Doryphora Ilhg. noch eine Anzahl
von Formen zu verbinden, deren Heimath vorzugsweise Mittel-
Amerika, und für deren Erhebung zu besonderen Gattungen bei
243
eiiuelueu habitucUi-n AbwtMchant^on duch kein zwiußomlor Grund
voriioudcn ihU Nur hatte soiiir «Iriltc (iruppe, weil nach dem
Hau der Milt»Ihru'«t das Vrrhindunesk'lioil zwisrlien der crst<'n
und zweiten hildtMid, amh /wi.s»hcn U'ide Ke^tellt, und die Ilr-
\^aä'uun^ der VurdirM'lirnkfi iiJs bluvo «ii-xuelle« Merkmal f^unz
iiu^scr Aiht gi'laxstn Hi-rdrii ndlen. Ki^fcnthündieli sind d(T <»at-
tun« nixh die grubrunzlig i)unitirleu Kinnhaik« n der niei-t^n Art«n.
1. D. j u n 0 t n. (Uata <-onve\a l>rnnncn-flavji, eajjite
tliora<'e corpore Huldua fein<>ril)iis(iue ni^'ro maeiilatis, elytri»
puiietato-gtriati« |)alli)lius Havis ni^n**' qniidrivittatiii, gciitello
tt rlWruruiii inar^'iuc nigro. l.on^'. 4 — 4^4".
( hry'^ouula juneta Germ. gj». iiuv. fi'.X).
(ttorjitit.
Die iKiden äusseren Binden sind pewohnlicli am Vordcr-
und llintirrandc verhinuKu. tliesson nianclniial aber aueh
fau/. /usaniuieu.
lli* T ist Maueh« rlei /.n herii-hti-.'en. Das .SeJiiidrJien Ist ebt>n
%Q oft sciimutxig gelti, oder braun, als schwarz; auch ist uielit der
iScitenrand schwarz, Mindi-m über ihm lie;^ eine sehmal linicn-
förmige und hinterv^art.s noeh mehr m rsehniiUerte, vom die S<'hul-
ler nicht « rrcit laude , hinten mit « iuem hrilunli( hen S<hutten si(h
bis zur Sjiit/e fortsetzende und lüer mit der Nahthinde /usamnien-
bto^<iClulc 5le l?inde, die In'i olM-rHäehlieher Hetra« htunt: des Kä-
fer» von oben her allerdings als den iiand .selbst bildend angeneben
Werden kann. Nach dem im Mos. iicliawn noch vurhandenen Grr-
»iior'schen Originalexemidare, bei wehheni die dritte und vierte
iJinde ihrer ganzen I.;ln^;e nach zusammenflievsm , und tieni Aus-
dnieke; Tittis . . . extimis [d. h. Naht- und Uandhinde) ojiicr n>ti-
juncttM onterliegt ch keinem Zweifel , da.<<^ (irrmor j<>ne schraak
Uandbinde als die 4tc, und die 3te ujhI 4te di>H Vcrfs. (ireirbe
nicht blo<iH apicf, Nindeni aaeh hati eonjunciae siud) zusammen
als die dritte gezählt hat. Mi kdiin daiier aocli nach den /^ihl
reichen von mir ver>;lii Innen ."^tüeken die Angabc, das-s die ilritt-
und dif 4te Hinde gewohnlith an beiden Knden verbunden seiet,.
nieiil ! Iki etwa ',4 dersellMii haben «lie«c Hinden . wie
bt'i jii.' ' 1 .u-'sclH-n Kxemplore, «len s« hnideii zwischen ihnen
liegeod«n /wiMhenraum ganz nberzogeu, and bilden ftomit öne
breite, drei volle Zw iocbenrftmne einnehnieiMie I.&ng»bin«b> ; »eltener
Khun sind Stocke, bei denen dic^o breite Kinde im letzten Drittel
ihr« r I.tn^e durch eine v« hnialo gellM> l^wngslinie gespah« n ii-t., die
»ich in eben w) vlteneu, die NtinnaK-nn «n-wns Verf. bd<lenden
Fällen bis zu dem k'enuiusaineii \ r I« idin Ursprung'
lidien Binden verlängert, iki unr' . . :i und MÜlceht aus
gefärbten Stücken fehlt vom der »chwanbraonc Wiacfa, welcher
244
auf dem zwischen jenen beiden Binden liegenden Zwischenräume
deren Vorderenden verbindet, so dass diese letzteren dann hier
frei für sich auslaufen.
Eine höchst auffallende Varietät besitzt das Mus. Berol. Die
beiden vorbezeichneten, übrigens vollständig ausgefärbten Binden sind
bis auf die zusammenstossenden Hinterenden getrennt, dagegen ist
die innere derselben mit der nächstvorhergehenden etwa vom ersten
Drittel der Länge durch eine schwarze Querbrücke verbunden,
welche bei völlig scharfer Begrenzung zugleich eine entsprechende
Aenderung in der Richtung der einschliessenden Punktstreifen her-
vorbringt. Auf der linken Flügeldecke ist diese Querbrücke schma-
ler und trägt als Rest des hier ausgewichenen 5ten Punktstreifens
nur zwei Punkte auf der Aussenseite; auf der rechten Flügeldecke
ist sie breiter, in der Mitte durch ein gelbes Fleckchen unter-
brochen und letzteres von drei tiefer eingestochenen Punkten ein-
geschlossen.
Auch die Zeichnung des Halsschildes ist veränderlich. Man
findet manchmal Stücke, die bei sonst vollständiger Ausfärbung auf
jeder Seite des Halsschildes nur vier kleine schwärzliche Sprenkel-
flecke zeigen, während der grössere Mittelfleck gänzlich fehlt. In
unseren Sammlungen pflegen solche Stücke unter dem (unrichtigen)
Namen Chr. lOlineata Say zu gehen; sie zeigen meist auf den
Flügeldecken den abgekürzten Punktstreifen neben dem Schildchen
mit einer feinen schwarzen Längslinie bedeckt.
Die grösstentheils von Hentz mitgetheilten Exemplare der
öermar'schen Sammlung stammen gleichfalls, wie die des Verfs.,
aus Georgien (Savannah) ; das Mus. v. Heyden besitzt jedoch
auch ein von Jenison in Louisiana gefangenes Stück.
2. D. 10-1 ine ata. Ovata couvexa brunneo-flava, ca-
pite thorace corpore subtiis nigro-maculatis, scutelli limbo
genubus tarsisque nigris, elytris nigro-51ineatis, linea prima
postice cum sutura confluente. Long-. 4'".
Say J. Acad, 3, 453.
Nebrasca und Texas.
Diese Art ist der vorhergehenden sehr ähnlich, aber bei
fast gleicher Länge merklich schmaler, und gleicht im Habitus viel
mehr einer in den Sammlungen häufig verbreiteten und unter
mancherlei Benennungen {Chr. multilineata Germ. , Slineata Klug,
lineata St., iilineata Cheor.) bekannten mexicanisch - mittelameri-
kanischen Art. Ausserdem unterscheidet sie sich von D. juncta
durch intensivere schwarze Zeichnungen auf Kopf, Halsschild und
Unterseite, schwarze Färbung von Schenkelspitzen und Fussglie-
dern, gröbere Punktirung des Halsschildes und unordentliche Ver-
doppelung der Punktstreifen, womit dann wieder eine ungleich-
müssiffp, »ich nicht ponau an «!io Ix'^n'cnzpndcn Pankt'treifcn an-
schliessondo Hreitc d«T «u-hwarzcn I^ngsbinden zu->ammcnhan^'t.
Von diesen schwarzen lJUigsbin<lon lieiron drei aof dor Mitte der
Flüu't'ldeckcn, so dass die ipst«- hinten mit der zweiten, die 2te
von» mit dor dritten ziisamnn Ilhan^'t : ausserdem licRt eine vorn
«•twa>( ul)i:»'kürzti' ntl)»ii tl< r fiiu vc hwarzu(">;lumten Naht, mit der
sie je na<h ihitr Hreite frülur otlrr s|tat«r zusammenflicsst , und
die 5te nimmt den üussersteu Zwischenraum am Rande ein, aber
»o, dass der omtfeschlagene Seitiiirand von der Schulter ab eine
länsrere oder kürzere Strecke fr<i bleibt.
Der Verf. glaubt in dieser Art die ^'hr. JOlineata Say zu
erkennen, während im Mehheimer'i^chvn Katalog S. 123 dies Ci-
tat Chr. juncta (irm. ptzoprn winl. Ks befindet »ich jedoch in
der ^Vrrnar'srhen (jetzt .SVA<7u»i'>.ihen) SammliniR ein von Th. Say
»olb>t mit^etheiltes Kxemplar seiner (.'hr. lolineata, welclies, ob-
wohl Kehr schlecht erhalten, die UnriehtiRkeit heider Annahmen
zur (renüi?e darthut. Vielmehr bild<t nach demselben die Chr.
i(tlineiUa Say eine /wischen den beiden Arten cinzu>-chaltende
dritte Art, welche anscheinend den jetzipen Amerikanischen Knto-
molopen selbst nicht naher bekannt ist. Dieselbe gleit ht in Grüs.se,
llabitUH und der Zeichnung von Kojif, Hnlsschild und rnterseite,
auch in der Schwäche und I-i^e der äus«ersten (r)ten) Binde mehr
der Chr. juncta; in der linienförmigen (iestalt aller lUnden, dem
Auslaufen der ersten am letzten Drittel der Xaht, dem Zusammen-
treffen der 2ten und dritten an ihn-m Ilintcrrande, der unordent-
lichen Verdoppelum: der I'unktstrciffn und der slUrkeren Punkti-
ruuR des Ilal.xschilde-. mehr der vorliegenden Art, uiiters«heidet
sich aber von beiden durch unpefleckte, einfarbig gelbe Heine und
die Sculptur des breiten 8ten, zwischen der Itcn und 5ten Binde
Helfenden Zwischenraum.s , welcher bis auf dxs kurze Vorderendc
mit einer proben, prtibrhenartipen Pnnktinmp ziemlieh dicht be-
deckt ist. Ihvs Schildi hen i'-t leider bei diesem K.\emplare nicht
mehr vorhanden , die Art selbst aber Iflsst sich bezeichnen als
D. lolineata Say (pemina). Uvata convexa flava, capito
thorace corpore subtas nijn"o - maculato , elytris punctato - strialis
iiifro-6UiMftUs , linea prima postice cum sutura conflueiitc, inter-
stitio ocUvo profunde punctato. Ix)np. \^ ^"'.
Die /'. fOhneaia des Verfs. wird hiernai h einen ncacn
Namen erhalten mtisi^eii, welchen ihr zu ertheilen indess den Ame-
rikajüschen Kntomo|..(».'n fjberla-s-en bleiben map.
3. D. rnbipinosa. OvatA convexa flavo-hninnea,
Uktennis Routcllo pcdihusque uigri» , clytris sahtiiitcr et
parte punctfttifl. Lonp. 4* 4 '".
Kin einzelnes Stück von San .fnfo'n' in Tf.r.T*.
Körper oben und nntcn gelblieli hr.itiD, der Kopf fein
r
246
und vereinzelt pnnctirt, mit zarter Scheitellinie und ein paar
schwachen Eindrücken zwischen den Augen; die Puncti-
rung des Halsschilds sehr zerstreut und fein, seitlich etwas
dichter und deutlicher. Auch die Deckschilde nur schwach
punctirt, und die Puncte in unregelmässige Längsreihen
gestellt.
Die eigentliche Heimath dieser Art ist Mexico, von wo aus
sie sich im Mus. Burcliard (bei Mazatlan gesammelt) und Mus.
Mühlen pfor dt befindet. Die rein schwarze Färbung von Fühlern,
Schildchen und Beinen sticlit gegen die rothe Körperfärbung in
eigenthümlicher Weise ab; die letztere aber möchte ich nicht mit
dem Verf. als gellowish brown, sondern eher als ziegelroth imd
einer etwas verschossenen Chr. populi ähnlich bezeichnen. Die
Mundtheile, bis auf den verwaschen röthlichen Untersaum der
Oberlippe und das bräunlich durchscheinende Endglied der Taster,
sind gleichfalls schwarz. Die Punktirung der Deckschilde ist etwas
deutlicher als die des Halsschildes, in den unordentlichen Längs-
reihen etwas weitläuftig und doppelstreifig gestellt; auch machen
sich, obwohl nur leicht eingestochen, jene Reihen durch das ge-
bräunte Innere der Punkte schon dem blossen Auge als unschein-
bare Wolkenstreifen bemerkbar.
4. D, Halde m an i. Subovata convexa purpureo-
nigra, elytris aeneo-viridibus parce punctatis. Long. 4'".
Ein Exemplar, von H. Haldeman bei Fredericksburg in
Texas gefunden.
Körper etwas eiförmig, nach vorn verschmälert, sehr
gewölbt, fast buckelig ; Kopf und Halsschild zerstreut punk-
tirt, purpur schwarz ; auch die Flügeldecken sparsam punk-
tirt, die Puncte hinterwärts feiner, und stellenweise in Rei-
hen geordnet. Fühler, Beine und Unterseite gleichfalls pur-
purschwarz.
Die Beschreibung des Verfs. ist zu allgemein gehalten, als
dass man bei der grossen Uebereinstimmung der hierher gehören-
den, und, wie die vorhergehende, ihre eigenthche Heimath in
meinem dritten Gebiete findenden Arten die von ihm gemeinte so-
fort zu erkennen vermöchte. Ich habe deren ausser der Art des
Verfs. augenblicklich nicht weniger als drei vor mir, welche in
der allgemeinen Färbung des Körpers (oben heller oder dunkler
metallisch grün, unten nebst den Beinen schwarz), der Grösse
(4 — 43/4'") und Sculptur (überall feine und zerstreute, auf den
Deckschilden in unregelmässigen Reihen zusammengestellte Punk-
tirung) übereinkommen und nur durch ferne Merkmale verschieden
247
rind, nich aber doch, wie ich pbiahe, folgcndermas«on hinreichend
nntertdieiden lassen.
ft. Bei «l<r ersten derselben iRt die pinze Oberseite grfln,
Knpf und Hal><srhild ilijiikler and ni.itf«^r als die I)(Tks(hiIde , da-
bei ahtrall mit »inom Itirhteii rothlirhblatien Turpurduft libcrflogen ;
das ."vhildihen bei dem cf tief scbwar/blau mit bläulich angelau-
fener Mitte, bei dem + metallisch schwarz, eben so l'nterseite
und Heine, an den letzteren die .^henkd blAulirb angelaufen, an
diMi Spitzen ins (irUnliche spieirnd. I»as Halsselnld ist hinter der
Mitte in Siinften Mögen au-ucseliweift. und nach vorn nuLssig er-
weitert; seine Punktirunu fein und sehr zerstreut, di«- der Dcck-
schilde trleiihfalN fein, liinterwiirt< feiner, und in etw.\s gestörte
Doppelreiben geordnet, die ZwisrhenrUume noch feiner punktirt
und stellenweise mit zarten Querri^sen l>ederkt Die FiJhler si hwarz,
die Ix^iilen ersten (llieder un Wurzel und Spitze ins I'et hbraunlicbe
fallend.
b. Die zweite Art, weMie mir gleichfalls in beiden (»e-
schlechteni vorliegt, und wie die vorhertrehende und I). rubigxnosa
bei Mazatlan in .Mexico gesammelt worden ist, «leiiht derselben
Töllig in }iau and (irös^e, weicht aber ab durch ein reinere?», hel-
leres (trUn der Obonseite, besonders der De<ks(hilde. durch etwas
stArkere Tunktininff des HalsM hildes , aus dessen Mitte sich ein
schwaches Mnk'sßTtlbchen als lie^t einer geschwinidenrn Lilngsrinne
bemerklich macht , und durch den vers<'hie<lenen Umriss des HaJs-
•»childes, dessen Seiten unter der Mitte viel 8t;lrker auspebuchtet
sind , so dass die seitliche Verbreitung der vorderen Ilalfte un-
Rleich augenfalliijer hervortritt. Der purjmrrOthliche Anflusr ist
auf den Deckvrhilden merklich schwächer, als auf Kopf un<l Ilals-
"•«•hild . im Allffeineincn ab»r weniger pleichniilssiij verbreifet, mehr
fleckig, un<i nimmt Ul)erdem auf den Di-ck^childrn zuifl« ich das
Innere der Punkte ein ; die breiten Zwisc henniume der weitJiluf-
tigen unordentlichen Punktreihen sind über die ganze Oberfläche
mit feinen Qaerri<«en bedeckt. Fühler, l'nterseite und Heine wie
bei der vorhergehenden Art.
r. Hei der dritten .\rt, die sich im Mu^. Ihihrn nnd
MühUnp/nrd: als mextcanisrher Käfer vortin<i<'t, und von »ier ich
selbst ein Stflck aus (»uatimala bo^itze. ist die KörpergnXse etwM
geringer (.T, l'"). die Punktirun« des HiiJs'.» hild» deutlicher
und besonderH sritlich dichter dcdr&ngt, die SeitenrAnder deitselbco
schon von den schärften Ilintereckon aim fast geradlinig diverf^irend,
so da&s dessen VerbreiteninR IxTcits virn der Wurzel ab beginnt,
und «üidurcb auch >iel stArker als bei den beiden vorhergeheodCB
hervortritt. Auch die Ponktirnnv' der Deck«« bilde i&t daiUl^er
als bei jenen, die D<ip|)olreihen l&ngs der Naht fo«i rffrhnlnnif,
cHit auf der ftusseren H&ifte der FlQgeldeckeo OMbr gestArt, dkl
Zwi^cbenriumc äusserst fcio panktirt, braun queiTWig. Die Farbe der
248
Unterseite ist wie bei den beiden vorhergehenden, der Oberseite
wie bei a. , bei einem Stücke das Halsschild fast purpurblau mit
vereinzelten Besten der grünlichen Grundfarbe. An den Fühlern
sind nur die 5 oberen Glieder schwarz, die 6 unteren schmutzig
gelbbraun mit dunkler gebräunter Wurzel, auch das Endglied der
Taster ist gelbbräunlich gesäumt. Als eine morphologische Merk-
würdigkeit erwähne ich es, dass bei dem erwähnten Exemplar im
Mus. Mühlenp/ordt am linken Fühler das 2te Glied auf der Innen-
seite monströs in eine dreieckige Spitze erweitert ist.
d. Die vierte Art ist nun die eigenthche D. Haldemani
Bog., und liegt mir von Texas aus dem Mus. Berol. und Eiehl,
von Mexico aus dem Mus. Mühlenpf. und Darmst. zum Vergleiche
vor. Bei ihr sind Kopf, Halsschild, Schildchen, Unterseite und
Beine, bis auf die bräunliche Färbung der drei unteren Fühler-
glieder, rein schwarz, mit sehr fein und zerstreut pmiktirter, fast
glanzloser Oberfläche des Halsschilds, dessen Seiten wie bei a. ge-
staltet sind. Die Punktirung der Deckschilde ist sehr vereinzelt,
aber deutlich, viel stärker wie bei a. und b. , eben so kräftig wie
bei c, aber sparsamer, in weitläuftige und etwas gestörte, nur
aber bis auf -j^ der Länge hinaus erkennbare Längsreihen geord-
net, auf dem letzten Drittel feiner, und daselbst durch zarte Na-
delrisse in die Quere verbunden. Die Farbe der Deckschilde ist
ein schönes, unter gewisser Beleuchtung schwach ins Grünliche
fallendes, aber nur leicht metallisch schimmerndes Blau, oder auch
ein eben so reines und schönes dunkelmetaJlisches Grün; dem Verf.
ist nur die letztere Form zu Gesicht gekommen. Die Grösse
gleicht der der grösseren Stücke von a.
Für die Diagnosen dieser vier Arten würde ich folgende
Fassung vorschlagen:
a. D. litigiosa m. Subovata convexa viridi-purpurascens
subtus aeneo- nigra, antennis nigris, elytris parce punctulato - sub-
striatis.
b. D. chlorizans m. Subovata convexa laete viridi-pur-
purascens subtus aeneo-nigra, antennis nigris, elytris parce punctu-
lato-substriatis transversim rugulosis.
c. D. libatrix m. Subovata convexa viridi-purpurascens
subtus aeneo-nigro, antennis testaceis apice nigris, elytris subtiliter
punctato-striatis.
d. D. Haldemani Bog. Subovata convexa nigra, an-
tennis basi piceis elytris violaceis aut viridibus, disperse subtiliter
puncta,to-striatis.
5. D. trimaculata. Ovata rotimdato - convexa coe-
rnleo-virens, elytris aurantiacis, fascia et macula postica
coeruleis, pedibus purpurascentibus. Long. 3V2 — 43/4'".
Say Journ. etc. 3, 455. Harris Ins. 2, Ed. 117.
249
Chry$. 3 maculata Lin. SvBl. Nat 2, f)92. Fabr. p:nt.
Svst. 312. faAr. Kl. 1, 42-4. 'o/ir. Ins. 1»1. '.l.'. i»:. .1 Fig.
2k Co'/>wb. III. ;{. 121.
Ckryt. cHviC'iUii h'irhy Kauii. Hör. Am. 2l.'J.
Aus »Ion mitllcrn lind Kudiichffx Staaten, Und .Sebrrtca.
Fühler und Taster schwarz., FlUgrldcckeu mit Dojipel-
Hiretten, die sich nach der Spit/.o zu verwirren, nntl mit
einer hreit<n, schwarzen Hindc. die »ich an« der Nahe der
Würz«! hinterwärts bis zur Mitte ausdehnt, aber den Sei-
tenraiid nicht erreicht, und «if\er> in ihrer Mitte unter-
brochen ist. l)ie Interseite schwarz mit purpnrblaueu
Beinen.
J.miir ;u a. O. besclireihi dt urluh die auch von dem Verf.
antft fahrte F(»nn mit untcrbnK-hcncr Vurderbindc, deren innerer
Fleck <lann nii der Nalit mit dem der anderen FlUgeldockc ru-
sammenstiisst. J-abririu$, welcher in der Knt. .Syst. (1.311' n. 22»
ganz richtijf Linne citirt , aber die Form mit uii(;etrenntcr Hinde
vor .\upcn gehabt liat, scheint später an /.in nr"« Worten: „Corpus
minn! um , forrna Cnccinflhif" An>Jt<>s'« gen«)mnifn zu haben, da er
in vinvt unerklärlicher Weise in Sy<«t. Fleuth. (I. 124. n. H), wo
er doch »ach der VarietAt mit unterbrochener Binde gedenkt,
Ltnnr'g Cifat m seiner Chr. .'Iriltnta bringt, während lUiger
(Mag. I. 410. n. IH) (Li.s,s<-Ibe gar zu Chr. pnlchra F. zu ziehen
vorschlug: — beides entbehrlich, wenn man nur nicht vergisst,
da««s I.inne liei »einen (irfessenantraben eine sehr eigenthflmlich'».
ans seinen .Schriften nicht ohne Mdhe zu construirende. und ilber-
all weit gPB< n un«ieni >I.aass<t.ib ziiriickbleibende Terminologie zur
.Vnwejidnnw brinat. (Hinrr (Knt. VI. "»15. n. H». tab. .". tiir. 2;».
;l b.» citirt richtit: Linn>^ un<l Fahricius , gedenkt auch beider
Formen, und giebt <lip<«elben in seinen Abbiblungen wenngleich
etwas rt)h, doch ziemlich getreii wieder: dabei nennt Linne als
Vatcrlan«! „.Amerira falidior", FabriciuH und Olirirr geradezu
Stid.imerika. l'ebritfeos scheint die von dem Verf. na<-h dem Vor-
gange der Iniden letitgi ii.innten .\utoren vorweggesicllten Form
mit ununterbroihener Vorderbinde keineswegs die normale zu !»i>in;
von 19 Stocken, die ich augeublicklirh zum Vergleiche vor mir
habe, sind bei 1.'», deren eins im Mus. (itrmar von Say selbst
herrOlirt, die beiden Vurderflcckcn je<ler Flügeldecke voUslAndig
gctr<nnt, wie sie Lmni lx-<hreibt; nur bei einer einzigen Lsl eine
ziemlich gleic hma-ssig' , Ini cnicr andern eine \om sciurf gezackte,
an der Nalit hint«rw4rts erweift rt«* Vorderbimle vorhanden, und
bei einem dritten der Von!» rann dis auf der .\u.ssonscite hufeisen-
frtrmie nusurbiirhtrtrn InnojifleckH so weit terlAnifert, da.« er mit
dem oberen Theil'' 'le^ äaveren I,äo§sfleolu wirklich msammen-
>tösst. \)z& 4te endlich bildet eine »ehr nerkwordige, mir sonst
250
nirgends vorgekommene und dem Mus. Berol. gehörende Varietät,
bei welcher die Fleckenbildung auf ein Minimum reducirt ist, die
aber wahrscheinlich den ursprünglichen Typus der Art darstellt.
Von dem grossen dreieckigen Hinterflecke sind nur die drei Zipfel
als vereinzelte Flecke (die beiden äusseren klein, der vordere
rund, der hintere mehr länglich) übrig geblieben; eben so ist von
dem doppelthufeisenförmigen Nahtflecke nur der hintere Querzipfel
jederseits vorhanden, wodurch ein flach rhombischer, die Naht durch-
setzender Querfleck gebildet wird: der Vorderarm jenes Flecks
hat sich ab- und in zwei vereinzelte Fleckchen aufgelöst, deren
innerer klein und punktförmig, der äussere grösser, und mehr zu
einer kurzen, dicken Linie ausgestreckt. Das Stück ist ein c^ aus
Texas. Fabricius' unrichtige, aber doch von Olivier wiederholte
Angabe: „Pedes cyanei planus rußs" lässt sich wohl kaum anders
als aus einer oberflächlichen Betrachtung der Füsse erklären, bei
denen der greise, bei allen Stücken ins fuchsige verschiessende
Filz auf den Sohlen der Fussglieder für die Färbung der letzteren
selbst genommen sein mag.
Des eigenthümlichen, in dem Bau der Vorderschenkel aus-
gesprochenen Geschlechtsmerkmals ist von keinem der älteren Au-
toren gedacht worden. Bei dem $ sind dieselben ganz normal
gebaut, bei den (nicht eben stets kleineren) cT tragen die Vorder-
schenkel auf dem Innenrande zwei kräftige Zehen, einen längeren,
spitzeren, mehr kegelförmigen, gerade abstehenden, an der Spitze
zuweilen gebräunten, fast in der Mitte, etwas mehr nach der
Hüfte zu gerückt, und einen kleineren, breit dreieckig zusammen-
gedrückten und schräg hakenförmig nach hinten zu gerichteten,
unterhalb der flach gedrückten vorderen Schenkelfläche am Knie:
zwischen beiden ist der innere Schenkelrand breit ausgehöhlt, zu-
gleich längsrinnig, und diesem letzteren Zehen entsprechend zu
dessen Aufnahme die Schienen im oberen Drittel ihrer Länge ver-
dinnt und ausgebuchtet. Ausserdem zeigt das </ am Hinterrande
des letzten Bauchringes einen tiefen dreieckigen Eindruck.
Hinsichts der Lebensverhältnisse des Thiers ist den Ameri-
kanischen Lesern durch die Bezugnahme des Verf. auf Harris
(Insects of Neio England which are injurious of Vegetation etc.)
genügt worden. Für die Europäischen Leser möge deshalb be-
merkt werden, dass die Larven orangefarben, schwarzgefleckt sind,
auf Asclepias syriaca leben, und auf dieser auch ihre Verwand-
lung durchmachen. Sie scheinen den Larven unserer Chr. populi
nicht unähnlich zu sein.
Nach dem Mus. Mühlenpfordt, Klingelhoffer verbreitet sich
die Art auch über Mexico, und zwar in ihren beiden Haupt-
formen.
251
III. Timarcha Redt.
Taster schwach verdickt, das Eiul^'licd cinirmi^r, vorn
ab^'cstutzt und ein wenip liin^rer als das vorlior^'chcnde ;
das /weite Fuss^'liod nicht kleiner al« das erptc und dritte,
Krallenhäkchen einfach, ;:eniihert; Vorderhllltcn niässifr-,
hinten* weit {retrennt, Schienen nnten ziiperundct, nicht
längsturchiiT. Kür|)cr liinplifh . stark p-wölht . rauh,
schwär/., mit zusaninienfliessnider l'unctirunf^, letztere aul"
den verwachsenen Deckschildern am {^nihsten.
1. T. intricata. Cajiite irrc^nilariter et fortiter
punctato, thorace transvcrso. lonjritndinc jdus dupln latiore,
crebrius luinctuhitn piuutis niajorihus intcrniixtis. apice late
enuir^'inatit, hasi subsinuato, anpulis posticis rtctis, elytris
pnnetis {^'rossis eontiiientibiH , intrrstitii'^ disperse punctula-
tis, eor))ore subtus l'ortitcr- pcdibus subtiliter jjunctatis. —
Long. 4^ 4'".
Hald. Procced. Acad. •>, 363.
T. intertexta Ilald. ibid.
Aus Oregon und Sord - C'alifornitv. /»r. Tuvnifentl und
Hr. ChtU.
Die T. \ntfrtf.T(a betrachte ich nur als eine Varietüt
der intricata mit etwas mehr ^'erunzelten Deck.«;ehil(len.
DaH Vorkonimoii ciiuT Tiniarch;! in den Hdcktf Muuntaint
(denn m diesen ist nn<h dem vi»rli<i:('nden Stücke au« dem Mu3,
Ii«rol. Act Kftfer ei«eTitli(h /ii HaiiKe» rnuss um so inebr bcfrem-
•ion, »Is Arten dieser (tuttanjf, soviel ieh weiss, bisher weder in
den ösüirhen Theilen von Nordn-Mcn noch in dem Ry^sischen Nord-
amerika aufu'efiniden worden sind. Indess ist der Kilfer noch Ha-
bitus und KArj)erban Mer Ausdruck „unifuex approritnalV" in der
<iattiin(fvrharakteri^tik deutet nicht etwa ein Verwaehsen'Jein der
Knülen an, sftndem beruht wahrscheinlirh nur auf einer zufälligen
I.Ä«e derselben bei den. von dem Verf. unter«;u(bten Kxemjilaren)
niebt viin unseren Kurop;U«chen Timarcben ni trcimen, mit deren
mittel(rrf>v«en Arten (er gloirht etwa einer prosscn T. corinria) er
der (irosM- naeh übereinkommt, wahrend seine jrrobe Punktirung
mehr an einzelnen Arten an-< der Mitfelmeer'^-Fnnna erinnert.
Die Diagnose des Verf. l.k^st Manclies zu wfUi*;ehen ftbriff,
da sie weniuT einer solrhen, als einer kurzen ne^<hrt ibnntr pleieht,
und doch über einer Reihe von Merkm;den , wehhe allen Timar-
cben mehr oder weniger Hemeinnam sind, das eijrenüich rharakte-
ristisehc der vorlie«renden Art n vn^ig henorheht. Irh habe
dieselbe jedoch nach einem einzelnen KxempUre nicht abkürzen
mögen, sondern nur ihren Inhalt e»wiis Inintrher geordnet, und
setze ihr deshalb no<h hinz'; ' ' hild narh vom zu
merklich starker verbreitert 1 - ' mg (tig, 1) crgiebt.
252
und dass letztere auch die Punktirung von Halsschild und Deck-
schilden unrichtig als gleichförmig und von gleicher Stärke darstellt,
während die Diagnose richtig die Punktirung des Halsschilds als
fein mit untermischten grösseren Punkten bezeichnet. Die Punk-
tirung der Deckschilde ist vorn grob aber mehr vereinzelt, mit
breiterem, flacherem, sehr fein punktirtem Zwischengrunde; vom
zweiten Viertel ab werden die Punkte noch gröber, sternförmig
ausgerissen, dichter gedrängt, und fliessen allmählich immer mehr
zusammen, wodurch die Zwischenräume zu schmalen gekrümmten,
nadelrissig zerkratzten Runzeln zusammenschwinden. Die Taster
sind rostroth, an der Wurzel ihrer Glieder schwärzlich geringelt.
IV. Ghrysomela Linn.
Das Endglied der Taster nicht läng:er als das vorlier-
gehende, das 2te Fussglied kleiner als das erste und dritte,
die Krallen einfach. Vorderhliften wenig- oder massig-, hin-
tere weit auseinander stehend. Der Umriss des Körpers
ändert vom Runden zum Eiförmigen, selbst in die Länge
gestreckten; der Körper ist gewöhnlich geflügelt, flügellos
nur bei einer amerikanischen Art. Auch die Gestalt der
Taster ist veränderlich; das Endglied ist manchmal dick
und verbreitert, manchmal dünn. Das Halsschild stets brei-
ter als lang, bald gleichmässig gewölbt, bald mit breit auf-
geworfenem Seitenrande. Auch die Sculptur der Flügel-
decken ändert ab; bei einigen Arten findet sich eine feine
und verworrene Punktirung mit verschlungenen Reihen grö-
berer Punkte, durch welche Flecken von abweichender Fär-
bung umgrenzt werden, während bei anderen die Punkte
in neun regelmässige Längsreihen nebst einer abgekürzten
am Schildchen geordnet sind. Die Mittelbrust springt nie-
mals vor, und eben so wenig sind die Schenkel gezähnt.
Die Gestalt der Schienen ist verschiedenartig; manchmal
sind sie am unteren Ende gerundet und ohne Längsrinne,
manchmal in einen Winkel erweitert, manchmal längs der
Aussenseite gefurcht.
Die hier zu Lande gefundenen Arten lassen sich in
folgende Gruppen vertheilen:
L Taster verbreitert
1. Die Seiten des. Hajsschilds verdickt.
a. Schienen unten gerundet, Flügeldecken unregel-
mässig punktirt oder buchtig-punktstreifig.
(X. Flügeldecken mit verschlungenen Flecken. A.
ß. Dieselben punktstreifig. B
b. Schienen aussen über der Spitze gezähnt, Flü-
geldecken mit regelmässigen Punktstreifen. C,
263
2. Die Seiten de« Halsschilds verdickt, I),
II. Tjistor srliinal.
1 KürjKT ^ostroikt.
a. KlUp-'ldoekeu rcfjflloB punktirt.
a. Seiten dos Ihilssehilds verdickt. K.
,i. Dieselben nicht verdickt. F.
h. FiUirelderken regelmüssip pnnktstrcitif;. G.
2. Kürpcr ^triiiidet.
R. Flllmldecken re;:olniiissii: punktstreifig. H,
b. Fll^'eldecken rr^'ellus jinnktirt.
a. Seidenen aussen frtturrlit u. unten erweitert. L
^. Schienen aussen gefurcht, unten scharf erwei-
tert. K.
Die (irupi)e K. koniiut unten nicht weiter vor. da ich
keine Amerikanischen Kxeniphirc der ''hr. adomdis Fab. ge-
sehen habe, auf Wflclie Art sie ge^Tündet ist: dieselbe liadet
sich jedoch nach Kirby in hoch nordischen Breiten.
A.
I)iosc rrnij»i)c umfasst mit 8 Arten, von denen scch-s zu-
glcicli durch n-cht kenutlirlic Altbiltiuiiircii crhiatorl sind, die so-
genannte (.iattiMii,' Callujrnpha Prj. und der neueren Kataloge,
welche, abgesehen von der eiiroiithUinlichcn Sculptur der Flügel-
decken, von dem nonnalen Chrysoiuelen - Typus in keiner Weise
abweicht, ihn vielmehr nach Umriss und Korperbau in derselben
Vollkonxmenlieit , wie bei uns /.. B. die (Jrujtpe der Chr. aangui-
noltniu (mit der schon Olivier die Chr. jihiladelphica zusammenstellt)
unti violacea , darstellt und de'«lialb von dem Verf. mit vollem
Rechte »ieiler mit der (iatturiu' (" h r ysoiu ela zusammengezogen
isL Das ('haraetcri>«tische jener Seulptur besteht nun darin, dass
die steta bleichRelben, mehr o<Ier weni!»«T fein und zcr.xtrcut punk-
tirten Deckschildc eine Anzahl Sprit/punkte, Flecke oder hiero-
glyphi'ich gewundene Zeirhnuntjen von der (inrndfiirbumj des K(^r-
pers 7.ei;jen , w.IcIk« mit gekrümmter Reihe gröberer Punkte cin-
gefa«st und bei grösserer .\U"idehnuntj, nameritlith lani;s der N.iht.
auch mit An.silt/en von Lantr^reihen s<dcher Punkte beselil sind.
Dabei ist diese stArkere Punktirung von der Zeichnung in soweit
abh&ngig, als, wenn (wie dies bei einigen .Arten nicht selten ge-
schieht) grossere Heeke rerroisson oder kleinere zu einem grösse-
ren /u'-ammenfliessen . auch die einsrhliessenden I'unktreihen in
*>nts|»rerhender Wejse ihre (Jestalt und Rirhtun? dan.irh andern.
I>a.s eigentliche Heimath'<land dieser srJifmen Thiere ist das
oben al«* das dritte debiet der festl.indisch-nordaraerikani<chcn Fauna
bezeichnete mexicanisrh-mittelamerikanisrhe Hochland, wo dieselben
die vorwallende Form der echten niryxomelen zu bilden scheinen.
Fs zeigt dic3 nicht allein die grosse Zahl der dort bereits aalgc-
18
254
fundenen Arten, sondern eben so sehr die ausserordentliche Man-
nigfaltigkeit derselben sowohl in der Vertheilung der bunten Zeich-
nung auf den Deckschilden, als in deren Färbung, und der dieser ent-
sprechenden Grundfarbe des Körpers selbst. In letzterer Beziehung
finden wir rothe, metallisch-schwarze, stahlblaue, gold- und erz-
grüne, selbst broncebräunliche Arten; die Zeichnung ändert soweit
ab, dass bei einzelnen Arten von der weissen Grundfarbe der
Deckschilde nur vereinzelte rundliche Augenflecke oder gewundene
Binden übrig bleiben, und selbst die Grösse ist so verschieden,
dass die kleinste mir bekannt gewordene Art (Chr. lepida St.
Cdt.) kaum die Länge einer massigen Chr. hannoverana erreicht,
während z. B. grössere Stücke der Chr. mexicana Dej. sich bis
zu 1'" Länge ausdehnen, und somit weit über die grössten Europäi-
schen Chrysomelen hinausreichen. Von jener Gegend ab verringert
sich die Anzahl der Arten, wie die Mannigfaltigkeit ihrer Formen
nach Norden, wie nach Süden hin, und zwar so, dass in letzterer
Beziehung fast nur noch eine erzgrüne Färbung am Körper und
Fleckenzeichnuug mit vorwaltender brauner oder rother Farbe von
Fühlern und Beinen gefunden wird. Südwärts von Panama finden
sich nur noch vereinzelte Arten in Quito und Columbien, welche
Landschaften, wenn auch durch eine Niederung von Mittelamerika
getrennt, doch nach ihrer ganzen Beschaficnheit und dem vorherr-
schenden Character ihrer Lisectenfauna nur eine Fortsetzung des
mittelamerikauischen Hochlandes bilden, und wenigstens eine Art,
die in den Sammlungen weit verbreitete Chr. polyspila Germ.
kommt sogar in Brasilien vor. Nach Norden zu dehnt sich die
Gruppe vorzugsweise über das erste Gebiet zwischen dem Felsen-
gebirge und dem atlantischen Ocean aus — nur von Chr. Bigs-
byana Kirby ist nach dem Verf. ein Stück am Puget ■ Sunde im
äussersten Nordwesten von Oregon gefunden worden — aus wel-
chem der Verf. nicht weniger als acht Arten aufführt. Wenigstens
drei derselben (Chr. scalaris, dislocata und philadelphica) kommen
nach den mir vorliegenden Exemplaren auch in Mexico vor, und
von diesen scheint nur die noch am Obersee, in Canada und bei
Newyork gefundene Chr. scalaris eine weitere Verbreitung zu be-
sitzen, während Chr. philadelphica nur in den mittleren, südlichen
und westlichen Staaten, Chr. dislocata gar nur in Texas gekannt
wird: noch zwei andere Arten, Chr. serpentina und tortussa,
letztere durch ihre rostrothe Körperfärbung au manche mexicani-
sche Arten erinnernd, sind bis jetzt ebenfalls nur in Texas, also
in dem auch noch viele andere mexicanische Käfer enthaltenden
Südwestwinkel jenes Gebiets gefunden worden, und gehören deshalb
wahrscheinlich gleichfalls ursprünglich der mexicanischen Fauna an.
Die drei übrigen Arten (Spiraeae , Bigsbyana und multipunctataj
kommen nach Kirby sogar noch in Canada vor. Alle weit uach
Norden sich ausdehnenden Arten (scalaris und die drei letztge-
2Ö6
nanntrn, anrh ^Ar, phUadtlph\ea) rotRon rngloich rinr mrrklirh©
Ab<rhwoifunR drr Klrrkonzpuhnunc auf den Dorkschildon, welche
obrrwieRend zu Union «nd JSprenkelflpckon zusammonsrhwindct,
und b«M Chr. multipunciata sojrar mm thcilweison Kriöpchcn der
motallischon firundf:irhf> erfuhrt Imt.
Aa«sonIom biftrn sich mir nooli zwei ncmorknniypn dar. Die
Karbo drr FlüKpIdoi-kon rb'«; Ithondrri Thioro«! nonnt dor Vorf. bei
Chr. «rrt/ori« stark vilb«'rt:lan/«'nd (,,vrri/ brtUiant »Urfry^J , bei
Chr. Kcrpeniiua hlvivh goldie ( ,.palf gold*') , mit dem Zusätze,
da«s dio'-p (ioldfnrbo l)oi tr«vkonen Stflrkon vor^rhwinde. Bei ein-
zelnen Kxemplaren dor erstffonannton und auch anderen Arten
lässt sirli nuili wirklich ein «rhwacher Anfhic dieses metalli-
schen (ilanzo<! (ladnreh wieder hcnorniffn. das« die Thiorc eine
Zeillane in reinen und <ehr starken Spiritus pelo^t worden; eben
»o zoiKon die mtisten mir vorlieeendi-n Stflcke der (.'hr. tpiraeae
einen matten (ioldsrhimmor, und l)oi einem F.xemplare derselben
im Mus. Muhlenpf. ist derselbe noch so stark, wie er sieh bei
lebenden lixemplaren unserer Cantula nehuh^a und nhnoleta zu
tinden pfifft. Ks ist deshalb sehr wahrscheinlirh. dass mehr oder
weniger bti allen Arten diei^or (Jnippe ( mt»crlirhrrweise, wie bei
un«eren (\ts>iden , nur in f,'ewi>scn Kntwiekelunpsstadien) ein sol-
cher Glanz den in oicenthlimlicher Weise bleich RofJlrbton Grund
der Derlisohilde einnehmen, und jedenfalls wäre sehr zu wünschen,
dass die an Hrt und Stelle lebenden oder doch sammelnden P'nto-
moln^en diesem tietrenstande ihre Aufm»rk>-amkeif in auspedehn-
terem Masso /tiwenden mrichten, als »lies bisher peschehen zu sein
scheint. iHiss jfdi'nfalK auch unter <len Amerikanischen Käfern
derartiger Metallphuiz in unpleich prOsserer Ausdchnunp verbreitet
ist, als pewöhidich angenommen wird, vermag ich durch eine panz
bestimmte Krfahninp nachztiweison. Ich sah vor Kurzem einige.
unmittelbar aus Columbien nach l)ent>.chlnnd L'elanpto Kiifer, welche
sich n«x-h in tiem Spiritu* befanden, in den man sie an (>rt und
Stelle lebend zur Vorsenduup geworfen hatte, l'nter dio<ien be-
fand sich eine kleine Chrysomele -- unbe<chriel>en, aber unter
dem Namen Chr. fraeta liurm. in litt, tekannt: blau mit gelben
Deckschilden, die Naiit und drei Lftngsbinden auf jeder Flugel-
decl.e blan. deren mittlere winkeüp pebrochen. die äussere hinten
abgek*Orzt — und eine grosse, von Multant als F.pHachna cm-
data beschriebene , sonst auch als A*. ronnrxa .Sb. bekannte Cor-
cinelle, beide in nif^brcren Kxemplaren : bei der ersten n zeigte
der gelbe Grund der Deckschilde einen ••chAnen. reinen, auch bei
dem aufgesteckten Kftfer erst nach Verlauf einiger Wochen all-
mJlliIip ▼erloschenen (loldglanr. hei der ("orcinella der gleichfalls
gelbi" Gnind dor Deckschilde Pinen mehr ins Ifochgelbe, fast feuor-
goMipe fallender, durch irroise neh.iamnp der Oberieito
ins Matte gedämpfter Gui : r, welcher aoch jetzt, nachdem
256
es wenigstens schon sechs Wochen lang auf der Nadel gesteckt
hat, sich noch zum grössten Theile erhalten hat.
Sodann ist es auffallend, wie einzelne nordamerikanische Ar-
ten dieser Gruppe in Beziehung auf die Farbenvertheilung die
Zeichnung anderer echt mexicanischer Arten auf das Genaueste
wiederholen, und von letzteren wesentlich nur durch die rothe
Färbung der Beine abweichen. So stellt Chr. scalaris bei ober-
flächlicher Betrachtung nur eine Chr. signata Klug mit rothen Füh-
lern und Beinen dar ; und eben so ist nach der Abbildung, welche
der Verf. von seiner, mir nicht in natura bekannten Chr. serpen-
tina gegeben, die letzteren in der Flügeldecken- Zeichnng die gc-
treueste Copie der bekannten Chr. mixicaua Dej. , von welcher
sie nach der Beschreibung kaum anders als durch trübrothe Beine
(„legs dark red") abzuweichen scheint. Haben wir es hier, wo-
für bei Chr. scalaris die gröbere Sculptur des Zwischengrundes
und ihr gleichzeitiges Vorkommen in beiden Bezirken zu sprechen
scheint, mit wirklich verschiedenen, einander nur vertretenden
Arten, oder mit localeu und climatischen Abänderungen einer und
derselben Art zu thun? eine ähnhche Erscheinung bietet sich in
der folgenden Gruppe bei Chr. conjuncfa dar, und es ist daher
auch hier für die Amerikanischen Entomologen noch ein reiches
Feld zu Aufklärungen vorhanden, behufs deren vorzugsweise die
Beobachtung der früheren Stücke von Wichtigkeit sein dürfte.
1. Chr. scalaris. Ovata viridi - coerulea subtus
aeneo-nigra, antennis pedibusque ferrugineis, elytris punc-
tatis flavo-pallidis coeruleo-maculatis, sutura nigro-aenea 3-
vel 4-brachiata, macula humerali lunata. Long. 3^/^ — 4V2'".
Loc. Ann. Ljc. 1,173. Harr. Ins. 117.
Chr. philadelphica Kirby Faun. Bor. Am. 210.
Aus den mittleren Staaten, Nebrasca und vom Obersee.
Eiförmig, etwas schmaler als gewöhnlich, grünlich
blau, zuweilen dunkel erzfarbig, das Halsschild an den
Seiten zerstreut punktirt; die Flügeldecken punktirt, gelb-
lich weiss, bei dem lebenden Thiere lebhaft silberglänzend;
die Naht mit einer breiten, meist metallisch-schwarzen, sel-
tener erzfarbigen oder bläulichen Längsbinde. Die Art ist
der Chr. philadelphica Lin. nahe verwandt, weicht aber ab
durch die breite Nahtbinde, mit welcher die [jederseits 3
oder 4] Flecken in Gestalt von Armen verbunden sind; bei
Chr. philadelphica ist der Nahtstreif schwarz und schmal, und
von einer ebenfalls schmalen, jederseits neben der Naht
fortlaufenden schwärzlichen Längsbinde durch einen schma-
len gelben Zwischenraum getrennt. Uebrigens sind alle
diese Thiere nach Färbung und Lage dieser Flecke vielen
Abänderungen unterworfen.
257
Die Art hat, »u- whon oben bemerkt worden, eine nnpleich
grösfere Verbreitung, als der Verf. ihr beilejjt. Ich besitz«- sj.
ans M^sieo , ans Cottarica (von M. Wagner pesammelt) und hab'
sie zum Vergleich vor mir aus J.oui'iana (Mus. r. Hey den , vor
Jenison cinfiesandt ), von Baltimore (Mus. Dohrn) and S'etr-Ym^
fMus. M«rfbach\ für die Kirhtipkoit (les Fundorts bürgt die Zu
veiiiMtgkeit des nicht-entomolop^rbrn Sammlers): auch aus Teia
(Mb8. lierol.), und Kirhy nomit Kanada und Sni*cho(tland. Di'
Ausbildung der Hecken und enb-prerhend der Nahtbinde scheint
mit der Vt-rbreitunu des Thiercs in nahem Zusaramcnhanjre zu
stehen. Bei den Stücken aus t'o»tarica und Mexico sind die
Flecken prü>«.t.r. die Nahtbindr' bnitcr. jederzeit«. 4-amiig. glän-
zender erzgrün, und die Exemplare bis auf die gröbere Punkti-
rung des lichten firundes dtr Deckschilde und die rotheu Füliler
und Beine kaum von Chr. ngnata Klug zu unterscheiden. Seltener
finden sich dort StflcJie mit kleineren Flecken, schmalerer Nabt-
binde und dünneren Armen, deren 4ter (hinterster) sich als ein
vereinzelter Heck ablöset. Diese letztere Form findet sich über-
wiegend in den Vereinigten Staaten, und die Zeichnuneen schwin-
den denn zuweilen so weit, dass (wie bei einem Stücke im Mus.
Sturm) die Flecke auf der grös.<!eren hinteren Hälfte zu Punktei
die drei Arme jederscits zu schmalen Schräglinien einschrumpfen.
Auch Kirby bezeichnet fftr die Kanadi-srhen Stücke die dicerging
brauchet der Nahibinde als obsolete. Der Saum der Deckschildc
ist bald ganz erzfarbig, bald nur hinten, und dann vom nur fuch-
sig gebräunt, oder er reipt die letztere Färbung nur hinten, und
ist auf der vorderen Hälfte ganz farblos. ( haracteristisch für die
Art ist ein stets vorhandener vereinzelter Fleck vor der Mitte de-
SHtenrtndes auf o«ler an dem, die>en begleitenden Punktstreifen.
der «ich bei grösserer .\a«>dphnung auswärts an den Rand lehnt;
und ausserdem der halbmondfrlrmitje Srhulterflerk. der auf der vor-
deren äu««eren Seitp stark verbreitert i*>t . und dadurch , sowie
durch eine mehr o<ler weniper merkliche .\u>buchtnng als ans zwei
Flecken verwachsen erscheint, dessen .schräg gegen den 2ten Naht-
Arm gerichtetes Innenende aber zuweilen (l>ei einem Kxemplar nur
auf der linken FltJgeldccke ) als ein besonderer Fleck ' - ^ n
ijt. Zwisrhen diesem nnd dem ersten Arme der Nahtb:
si »ch ein •
gf • ' oder lit. . . .
Fleck.
Die Taster sind eben so, wie die Fühler, roth ; auch bi
der letzte ßauchrinp ziemlich breit roth gesäumt, und nicht selten
zeigt auch ein feiner Hiiit«rs«am der vorhergehenden Rinpe ejnc
gleiche ?'ärbung. Acussere Ge$chlech(«"merkmale habe ich an den
mir vorliegenden Stocken nicht wahrpenonimen : di«* I-orve ist nach
Harnt weisslich . auf dem Rücken mit emer schwarzen LAogslinie
258
und einer Fleckenreihe jederseits gezeichnet, und lebt auf Linden
und Ulmen.
Dass die Art hier nicht an der richtigen Stelle steht, und
passender unmittelbar vor der Chr. philadelphica eingeordnet
wäre, mag noch nebenbei bemerkt sein.
2. Ohr. serpentina. Ovata viridi-coernlea siibtus
nigricans, antennis nigris. pedibus obscure rufis, elytris
pallide aureis nigro-limbatis, sutura maculisque late sinua-
tis magis miniisve confluentibus coeruleis. Long 4"/s'".
Fünf Exemplare, von ./. D. Clark bei San Antonio in
Texas gesammelt.
Körper eiförmig, massig gewölbt; Kopf zwischen den
Augen dreieckig eingedrückt, Halsschild an den Seiten grob
punktirt. Das Schildcben bläulich grün, die Flügeldecken
bleich goldig, die Naht, eine an dieselbe gelehnte, die
Wurzel nicht erreichende Längsbinde und etwa 10 Flecken
dunkelblau, die Flügel glänzend roth. Die Unterseite tief
blau, fast schwarz.
Den in Le Conte's Sammlung angenommenen Namen
habe ich beibehalten. Bei trockenen Stücken schwindet die
goldige Färbung der Flügeldecken, und deren Farbe wird
gelblichweiss.
Ich habe von dieser All keine Exemplare gesehen. Die
Abbildung fig, 3. gleiclit aber der in unseren Sammlungen nicht
seltenen Chr. mexicana Dej. wie ein Ei dem andern, und zeigt
weiter keine Abweichung, als dass die bei der letztgenannten Art
in Gestalt eines rohen V zusammenhängenden Hinterflecke getrennt
sind. Auch aus den Angaben des Verfs. ist kein weiterer Unter-
schied zu entnehmen, als die trübrothen Beine der vorliegenden
Art; wenn also nicht etwa die von dem Verf. nicht weiter be-
rührte Punktirung der Deckschilde (bei Chr. mexicana ist dieselbe
äusserst fein und zerstreut) noch andere Abweichungen darbietet,
so habe ich kein Bedenken, beide als Abänderungen einer Art
mit einander zu verbinden,
3. C b r. d i s 1 0 c a t a. Ovata coeruleo - virens subtus
cum pedibus nigra, antennis basi rufis, elytris pallide fer-
rugineis, vitta juxta suturam maculisque sinuatis nigria.
Long. 4'".
3 Exemplare von /. D. Clark bei San Antonio in Texas
gesammelt.
Körper eiförmig, massig gewölbt, der Kopf massig-,
die Seiten des Halsschilds derb punktirt.
25y
Pif Angaben des Verfs. ftind unzurrioliond, und würden uline
die wuhlp'Tatht'nt", ilu- eipcnthümlithc Vt-rthrilun« diT Fk-cki-i;
sehr pttriu wicdcrgel>cudt* Abbildung (tig. \) /um Wicdenrkonnfii
der Art niiht gouUtjen. m« da-» »ie t-iuer VervolNUiiidigunt' bi-
durfen. Der, wie oben »cbon iH-merkt, vorzag>wt ise in M<'Xko
einheinÜ!>i-lie Käfer emieht eine iJlnge von H*', — 4'«'". Naht
aiid Spitze der FlUgrldeekf-n >»infl Miimal und broncegrüidit h ge-
i>üumt ; nebtMi erstm-r liegt jrderxit», wir bri Chr. pfnlaaflphica,
eine biidrrseiu abgi-kürzto, von ilir nur dnnh einen "»chmalt-n
gelben ZwiMlu-nruuni gftrt-inite I-ing-linii'. und aasserhulb dit-scr
letzteren zwei S fünnig gi'!»cbwujig(.ne, ebt-n so schmale Binden,
die innere vurn abgekur/t und mit dem llinterrande lukenfünnig
nach vom und aussen umgebogen , die äussere mit dem Vonler-
rande bis hart an einen auf der Srhnlterbeule stellenden I^uig>-
fleek hinanreii heiid und denselben /uwiileii benilireiid, hinten aber
nur etwa."> über die Mitte der aa»>eren IJinde liiuaii-gehcn«L Hin-
ter dem Sehultertieek li«'_'t dann noch ein vereinzelter !.ang>rieck,
und auf dem grossen lUume zwischen die>eni, dem Aussenrande,
den Binden und der Spitze noch eine Anzahl von ü — 9 Fleckchen
von verschiedener (ie^Ldt und Grösse, die nicht einmal bei beitlen
Flüi;eld«iken tle>>.« Ibeu Kx<iuplar> stets üben'in>tinimen; seltener
sind ein/i Ine Theile der S förmigen Minden ab^ilo-t und dadurch
zu -<lbi>t>tandigen Kleeken geworden . su bei einem Stücke im
3Iob. Gfnhar das hintere Drittel der äusseren Binde auf der rech-
ten, und das vordere Drittel der äusseren lUnde auf der linken
Klflgeldccke.
\. Chr. tortnosa. Ovata fernipiica, elytris paliidis
iiigro-iuacuhilis, BUtura et vitta jnxta sutiiraiu ubscure f r-
rnpinea. Lonp. 3'".
Zwei Kxemplare. \nii J. />. < tark bei San Antomi iu
Tfjaß {rosainnielt.
Kopf und llalssehihl seliwncli punktirt, nebst dem
Schildchen rostroth; die Flllpeldocken mit ä — 1» /.uweilcn
znsammenfliesHondon schwarzen Flecken; die Heine üchwacb
punktirt.
Mir gänzlich unbekannt, und nach der eigcnthütulichen Far-
bcnvcrtheiluug auf den Deckschilden von allen verwandten Arten
zureichend verschieden. Die Abbildung tig r» stellt die von dem
Verf. erwähnte Form mit theilwei-e zusamnu-nflici^senden Flecken dar
r>. Chr. pbiiade 1 ph ica. ()\ata viridinipru. palpi.>>
auteunis pedibusque rutig, cl>tri8 pallide tlavi« vitta juxt&
»uturam maculisque uumcrosi* vircscculibus. Long 3—4'".
260
Linn. Syst. Nat. 2, 592, 44. De Geer Ins. 5, 353, 6.
t. 16. fig. 13. Fabr. Syst. El. 1, 444, 135. Fab. Syst. Ent.
1,392. Oliv. Ent. 5, 91, 525, 33. tab. 3. fig. 22.
Chr. deci.pü7is Web. Obs. Ent. 1, 52, 1?
In den mittleren, südlichen und westlichen Staaten.
Der Körper eiförmig, mit zerstreuter Punktirung; Kopf
und Halsschild sparsam punktirt, das Scbildchen dunkel-
grün, die Flügeldecken mit drei grösseren dunkeln Flecken
nahe an der Naht, letztere meist schwarz, nach vorn ver-
breitert, was nur bei einem Stücke aus dem Missouri-Tex-
ritoriura nicht der Fall ist. Letzteres zeigt die Naht bleich
gelb und nach vorn nicht erweitert.
Was die SjTionymie des Verfs. betrifft, so beruht die nach
den Exemplaren von Saij und Hentz im Mus. Germar bei den
Amerikanischen Entomologen, und eben so auch in unseren Samm-
lungen ziemheh allgemein zur Geltung gelangte Annahme, dass
die vorstehend beschriebene Art wirklich die Chr. philadeljihica
Linne's sei, wohl weniger auf der ziemlich allgemein gehaltenen
Linne'schen Diagnose, als auf der Tradition und auf dem Um-
stände, dass Linne seinen Käfer von De Geer erhalten hat, und_
dass der letztere, obgleich seine Diagnose (V. 418 der deutschen
Uebersetzung eben so unbestimmt ist als die Linue'sche, doch
tab. 16. flg. 13. unverkennbar die vorliegende Art abbildet. Fa-
bricius (Ent. Syst. I. 329. n. 111. und Syst. Eleuth. I. 444. n.
135) wiederholt mn* Linne's Diagnose mit einer geringen, sachUch
unwesenthchen Aenderung, und bezeichnet deshalb denselben Kä-
fer; der an der ersteren Stelle gemachte Zusatz jedoch: Variat
sutura flava et viridi, scheint anzudeuten, dass F. hier zwei ver-
schiedene Arten mit einander vermengt hat. Man könnte zwar
bei der Var. sutura flava auch an Stücke mit unausgefärbtem
Nahtsaum denken, wie deren der Verf eines erwälmt, und ich
ähnhche mit hinten ganz verblichener, vorn nur leicht gebräunter
Naht aus Germars und Sturms Sammlung vor mir habe; indess
ist auch bei völlig ausgefärbten Stücken der dunkle Nahtsaum so
zart und fein, dass dessen Beachtung von F. Weise nicht voraus-
gesetzt werden darf Ich beziehe deshalb diese Var. sutura flava
auf die vorliegende Chr. philadelphica , bei der F. mit Nichtbe-
rücksichtigung des zarten Nahtsaumes den lichten Zwischenraum
zwischen den beiden, die Naht begleitenden Längslinien als die
„gelbe Naht" genommen haben mag, und die Var. sutura viridi
auf die nächstfolgende Art, deren Abweichung von Chr. philadel-
2)hica bei übrigens sehr naher Uebereinstimmung wesentlich auf
dem Zusammenfliessen jener beiden Längslinien mit einander und
dem Nahtsaume zu einer breiten grünen Nahtbinde beruht. Oli-
ciers Abbildimg (tab. 2. fig. 22) ist, wie die meisten auf seinen
2ÖI
4 cntcu Clirj-somilcn - Tafdn , Äusserst roh an«J schicclit , passl
iiber doch crtrtfflich ouf sulchc Stocke der vorlictfindeu Art , bei
(ii'iKii die LilnpsUnif neben der Naht schon auf dtr Mille des
Kückens \er>chwinden und die Klicke un der S4 liultt-rbeule zu einer
nKindfiirniiu' ffibugencn Linie /lls;lmmonflil•>i«^(•^. I)ie da/u K'ehörige
Be-i hrijbung enthalt Nitlit.«., was ihre I'eutung auf dic'-e Art ver-
hinderte, wennuleiih ttltvtrr die I^'whe Diaioiosc nur (walin>cheiii-
lich durch einen NachlAssigkcit.sf« hier) ver>tumniflt wiedergiebt.
Die von ihm (zwar nicht in dem lateinischen, aber doch in dem
Iran /.ÖS i schon Texte) irwühntc Var. („La mture e$t queli^ue/ou
dun vert (rfs /oncr'') bezieht sich ohne Zweifel, wie bei Fabri
ciui , auf die folpcuiic Art. >"<;// s( hcint den Kafcr niri^euds be-
schrieben zu haben ; dass er ihn aber sehr wuhl und unter der
richtigen liestinimung gekannt hat, beweiset ein von ihm mitge-
thciltcs Kxcmplar im Mus. üermar. Die ihr. philadelphxca K\rby
a. a. 0. ist von unscrm Verf. bereits richtig zu Chr. $calar\s ge-
bracht Wurden. I>ie Beschreibung der Naht (,,u-ith a longitudinal
tlripe at the »utni f tcith thrtf diverfjing obsolete branchet'^J la&st
dies nicht /weifrlhaft. Seine var. ü. bezeichnet nur kleinere, mehr
gcHeckte hiemiijare der ihr. scalari$, wie deren auch anderwärts
Torkominrn ; seine var. C. dagegen, welche nur einen Arm haben
und den Abbildunecn von />«• Geer und Olivier äusserst nahe
kommen soU, könnte piu" wohl auf die echte Chr. philadelfhiat
und zwar auf die Form , wie sie unten aus dem Mus. litrul. be-
schrieben ist. zu beziehen hCin. Leber die Chr. dectpient Web.
%. die fdiconde Art.
Auf die grosso VerÄnderlichkeit in der Zeichnung dieser .Art
ist vorstehend bereits hingedeutet worden. Hei den normal ge-
f.irbten Stücken ist die fein pesilumte Naht schwarzgrün, welcher
Saum sich auf dem vorderen l)rittel etwa-s erweitert und dadurch
hier erst eigentlich sichtl>ar wird; die beiden Lünpslinjcn btitlich
der Naht nicheu hint< rwiirt.s f;i.st bis zur Spitze, verbreitern sich
prloichfalls j-in wenip n.^ch vom, und entfernen sich hier von der
Naht, ohne die Wurzel der Flügeldecken zu erreichen. Au»warli
dieser Linien liegen je zwei iJlngsflecken, von denen die vorderen
nach vom und aussen , die hinteren nach hinten und aussen di-
tergircn; dann zwischen rien vonleren und den Schultom noch ei-
nige I^ncstlocken, \on denen nicht nlt«n zuei in dem Schultcr-
winkel tu cin^r hakig oder niondfömiig pekrümmten Linie lu^om-
mcnstossen. I>er brrite, hinterw.irts Unps dem Ausjcnrantle bis
zur Spitze hinziohrnde Ilaum ist mit tahlr<^ichen Tunkten und
Fleckchen von verschiedener Gestalt und (ir&^»e bestreut, wobei
Mde Flügeldecken desselben Stücks nicbt selten ganz abweichend
gescichnet sind. Bei weniger deatlicb ausgefärbten Stücken Ter-
bleicht di^r Nahtsaum vom ins lU'tldiche, hinten ganz und gar.
die Nebenlinien werden sarteri reichen hinterwArts niv bis som
18*
262
zweiten Drittel oder gar nur bis zur Mitte; die Längsflecken
schwinden zu Längslinien, die übrigen Flecken zu Punkten, und
das andere Extrem würde die von dem Verf. erwähnte Form mit
ganz abgeblichener Naht bilden, die mir jedoch noch nicht zu
Gesichte gekommen ist. Uebrigens scheinen diese schwächer ge-
zeichneten Stücke , wenn auch nicht stets , doch gewöhnhch die
kleineren, und deshalb vorzugsweise cf zu sein ; andere Geschlechts-
merkmale habe ich, ungeachtet mir eine ziemlich zahlreiche Reihe
von Exemplaren vorliegt, nicht auffinden können. Der letzte
Bauchring ist auch bei dieser Art breit röthlich gerandet, und
der Saum der vorhergehenden Ringe nicht selten fein röthlich an-
gelaufen.
Eine sehr merkwürdige Varietät habe ich aus dem Mus.
Berol. zum Vergleiche erhalten. Die schrägen Längsflecke auf
der Aussenseite der Xahtlinien sind bei ihr nicht aUein viel stär-
ker, als gewöhnlich, ausgeprägt, sondern stossen auch unter ein-
ander und mit den an dieser Stelle etwas verbreiterten Xahtlinien
unter einem sehr stumpfen "Winkel zusammen. Diese Form kommt
den Exemplaren der Chr. scalaris mit linienförmigen Armen der
Nahtbinde sehr nahe, und man könnte dadurch, wie auch schon
Illiger im Mus. Berol. gethan, wohl verleitet werden, beide Ar-
ten mit einander zu verbinden, zumal auch Chr. j^hiludelphica
den dunkeln Randfleck besitzt. Es unterscheiden sich jedoch solche
Stücke der Chr. scalaris stets durch den bedeutenden Abstand der
Punkte, in denen die Arme der Nahtbinde sich von der letzteren
entfernen, durch das hakenförmig nach vorn umgebogene Aussen-
ende des hinteren Armes, und durch die breite ungetheilte Naht-
binde, die bei Chr. philadelphica stets aus drei vereinzelten, ihrer
ganzen Länge nach gesonderten Längslinien gebildet ist.
Der Verbreitungsbezirk der Art reicht noch weit über das
Gebiet der U. St. hinaus. Das Mus. Kl'mgelhüffer enthält ein von
Sartorius mitgebrachtes Stück aus Mexico, und wenn nach meiner
oben ausgesprochenen Vermuthung von Kirby's Chr. philadelphica
die var. C. hierher gehört, so findet sich der Käfer auch in
Canada.
6. Chr. spiraeae. Ovata viridi aenea, antenuis
pedibusque rufis, elytris pallide flavis nifo-tinctis, vitta lata
BUturali antice trifida maculisque viridibus. Long. 3"'.
Say J. aead. 5, 297.
Chr. conßnis Kirby Fauna Bor. Am. 21 L
Vom Obersee.
Körper eiförmig, Kopf und Halsschild dunkel erzgrün,
Flügeldecken bleich gelb, zuweilen ins Röthliche fallend,
mit etwa 17 kleinen grünen Punktfleckchen und einer gemein-
samen Nahtbinde, welche vorn jederseits einen kurzen Arm
263
nach der Warzel 7.11 ansstrcckt. Bei eiuem StUckchcn Bind
<iic FIcckchon niul dio Xalithindc schwarz.
I>ie Art orrcioht ritu' LAnf?r von 3 — 4"', und ist der vor-
horffchondcn überaus rthnlirh; sie erscheint jedoch, wenn man
Stticke von pleirher Länpc znsammenhiilt . etwas breiter, höher
irewMbt, nicht selten mit einem matten (ioldschimmer auf dem
lichten (trnnde der Flüpeldeckcn, und unterscheidet sieh von jener
socloirh durch den viel kraft iireren. dem Flecke der f'hr. ncalarit
ähnlichen und hinterwärts nianchmiil gespaltenen Mondfleck auf der
.Schulter, sowie durch die breite erzgrtlne Nahtbinde, welche hin-
terwärts erst dicht vor der Spitze sich versdimälemd und vom
da«; Schildchen mit einschliessend hier bis zur Wurzel reicht , und
ausser dem Naht<;aum und den bei Chr. philadelphica beschriebenen
Nebenlinien der Naht auch noch den jederseits der Naht dazwi-
schen lieeenden linienförmipen hellen Zwischenraum mit umfassL
Die'irlbe verrüth jedoch ihre Fut-^^tehunc deutlich durch den Ura-
htand, da.ss von jenen hellen Zwischenräumen vorn noch ein gerin-
ger L'eberrest vorhanden ist, der die Naht binde daselbst als drci-
theilig — und zwar die Seitenthcile merklich schmaler als der,
die ursprflnglicho Nahtbinde bildende mittlere Theil — erscheinen
lässt. I)ie hinteren Flecken sind auf den Flügeldecken gewöhnlich
kleiner, auch in geringerer Anzahl vorhanden als bei der vorher-
gehenden, und die neben der Nahtbinde liegenden Schrügflecke zu
schmalen linicnfnrmigen Strichen geschwunden. Der umgeschlagene
Seitenrand der Flügeldecken \'^\ . wie bei der vorhergehenden,
dunkler oder heller braunmfhliih, bleicher rothgelb, oder auch
ohne besondere Fsirbune. der Hinterleib meist in ziemlicher
Ausdehnunif ßebrilunt, l»io Sculptur bietet keine Abweichungen
dar, die specitische Verschiedenheit beider .Vrten erscheint mir je-
doch kaum zweifelhaft.
^ Die Chr. decipim» Wfber (»bs. I. ri2. n. 1. wird fraglich
von Kirhy zu «einer Chr. phtladelphica (-- »calari»), von Roger$
ZU Chr. philadelphica L. gebracht, von llliger (Mag. I. 246. als
Var. dieser letzteren angenommen ; Germar hatte sie in seiner
Sammlung zu der vorliegenden \r\. gezogen. Diagnose und Be-
schreibung sind j«'doch sn alicemein und zugleich durch den Man-
gel aller .\nffaben über Nahtbinden und Nahtitreifen (die .\ngabe;
nttura brunnea kann diesen Mangel nicht ersetzen) m» ungenau,
dass der Käfer nicht mit Sicherheit zu entziffern, und das ge-
dachte S>Tionym am besten ganz zu streichen ist Die Chr. con-
finix Kirbij hat der Verf. ohne IJedenken zu der vorliegenden Art
gezogen. Die Diajmose i<^t jedoch auch hier «ehr allßrmein, und
die ausführliche Beschreibuna leidet an ««o vielen rngenauigkeitcn,
dass sie sich eben so gnt auf die vorhergehende Art deuten lAsst,
ut d ich mir deshalb gar kein bestimmte« Urtheil gestatten mag.
264
Die seltsame Angabe über die Farbenvertheilung auf den Deck-
schüden („elytris ru/escentibus , margine laterali vitiaque ßexuosa
discoidali pallidis") erklärt sich wohl am leichtesten daraus, dass
die angeblich röthliche Färbung durch die durchscheinenden muth-
masslich untergeklebten Flügel bewirkt worden, während das blei-
chere Gelb der Seiten und der vermeintlichen vitta discoidalis die
eigentliche Grundfarbe bildet. Der Angabe unseres Verfs. über
die Deckschildsfärbung der vorliegenden Art liegt vermuthlich et-
was Aehnliches zum Grunde.
Die Heimath dieser Art ist nicht so beschränkt, als nach
den Angaben des Verfs. angenommen werden müsste. Bei einem
Exemplar im Mus. Berol. ist Georgien als Vaterland genannt, und
aus dem Mus, Morsbach habe ich zwei von Schrader in Illinois
gesammelten Stücke zur Ansicht erhalten.
7. Chr. Bigsbyana. Ovata viridis auteunis pedi-
busque rufis, tboracis margine antico et laterali elytrisque
flavis, vitta juxta suturam [maculisque numerosis viridibus].
Long. 3—4'".
Kirby Fauna Bor. Amer. 212.
In den mittleren und westlichen Staaten, auch zwei Exem-
plare bei Steilacoom am Puget-Sunde von G. Gibbs gesammelt.
Auch hier sind die Angaben des Verfs. zum Erkennen des
Käfers nicht ausreichend. Derselbe hat die meiste Aehulichkeit
mit den meist etwas grösseren Chr. philadelphica , namentüch ist
die Naht sammt der jederseits neben ihr hinlaufenden linienförmi-
gen Längsbinde, eben so wie bei der Normalform von jener, erz-
grün; die den ganzen hinteren und äusseren Theil der Deckschilde
bedeckenden Fleckchen sind jedoch ungleich zahlreicher und kleiner,
die Schulterflecke gewöhnlich zweispaltig, auch die Schrägflecke
an der Naht nur durch kurze Linien angedeutet. Der umgeschla-
gene Rand ist bei allen mir vorliegenden Stücken ungefärbt, eben
so auch der durch einen Punktstreifen abgesetzte Seitenrand ohne
Flecke. Die Hauptabweichung von allen vorhergehenden zeigt sich
in der Färbung des Halsschilds, dessen Vorder- und Seitenrand
breit bleich gelb, wie die Flügeldecken, gefärbt ist, so dass ei-
gentlich nur ein grosser rechteckiger, auf dem Hinterrande ruhen-
der und nach vorn etwas über 2/3 der Länge einnehmender Quer-
fleck die ursprüngliche broncegrünliche Färbung des Körpers be-
halten hat.
Hinsichts der Flecken auf den Flügeldecken und der jeder-
seits längs der Naht hinlaufenden Linie stimmt der Käfer genau
mit der folgenden Art überein. Kirby a. a. 0. gedenkt auch rich-
tig beider Merkmale, und die Diagnose des Verfs. ist daher wahr*
scheinlich durch eine Auslassung entstellt. Im Mus. Germar ist
2fi5
hei cin^m, von Umli mitfrcthriltcn Stücke PennailranUn als Ilei-
math anRopobcn, nnch A'irAjr findet sich <lir Art aurh in Cannda.
K. Chr. m u 1 1 i pn HC ta ta. Ovata ftTrii;:inoa thnraco
flavo arcuatini fcrrii^-inco - ujai-ulati». clylris tlavis niaculis
numcrosis viridilms. Long. 2'« — i'".
Sau J. Acad. 3,4»!. Kirby Faun. lior. Amor. 2\'2.
Aus (Irni Missouri-Territorium.
Knpf rnsfroth, llnlssclijlil ^tII). eine iiurepolinä<«sipc
Bopeiiliiiir iiikI (Kr lliiitirrand mstrnth. welche einen ver-
wafichcnon Fleck einsehlie.ssen. Die Fiii^reldeekcn mit einem
Xahtstreifrn nnd /ahlrcichcn nuregelni;i.'5sipen grünlichen
Fleckchen und Linien. Bei einem StUckc zeigt die Naht
einen gcmeinsanien rtithliehen Saum.
Der NtirhiT^'» htiult II Art iilicraas ;ilni]icli; Kojif, SchiMchcn
und Intersciti' sehniut/ig rostruth, die iJrust dunkler ^ubraunt mit
M*hwach Rrtlnlieiiem AntluKC. Auf dem Reiben Halsschilde liegen
zwei undeutlich zu.siininienhangrnde rostfarbipe, vcnvaschenc be-
grenzte Flecke in einer, in der Mitte unterbrochenen Querlinic
neben einander: der Raum zwischen dieser und der (bei einem der
vorliegenden Stücke breit dunkel metallisch prün pcsaumten) Mitte
des Hiiitrrrandes bleicher rothlich pefärlt. I»ie Zeichnung der
Flogeldecken genau wie bei <ler vorigen , die Linien neben der
Naht zuweilen schon auf der Mitte des» Kückens verlaufend. Die
ganze Art macht den Findruck, als bestehe sie nur aus schlecht
Äusgefarbteu Stücken der vorhergehenden, zumal in einzelnen
Stücken mit nur vnni rostrotheui Koj'fe und IlaUschildstlecke uii-
zweifelhafte Uebergknge \<»rlic;.cen.
l»a"< Fxempl.ir des Mu«". (itrmar i^t vun Prof. Schaum aus
Lomtiana mitpebracht , bei einem der Stücke im Mus. li^rol. als
Ueimath Mi«»if$ippi genannt. Nach Kirby kommt das Thicr auch
in Canada vor.
In diese (jfuppe «eh<>rt nun nmh ein merkwürdiger. ans<hci-
nend dem Verf. unl»ekiinnt gebliebener Käfer, M>n dem ich ein
vereinzeltes aus MtM/nuri st«mmendos Stück aus dem Mus. Sturm
als Cftr. rerrucota St. tat. zur An'«icht erhalten habe. Dasselbe
erreicht etwa die I^ngc einer massigen Chr. sealaris 4 ''4'". und
gleicht dorcb den etwas breiter und flacher pewölbten Körper auch
mehr dieser Art, als der ' /«r. philadelyhxca und ihren Vcrw.ind-
fen. K«»pf, I'uhbr. H- inc und I'nter>fiie -«ind einfarbip rostroth,
HalsschdH nnd I>e«k*childo bleiehgrlb, und das Thicr macht des-
halb zuerst den I'.indnick eine-- unau«>pcfarbten KAfers, welcher
Annahme aber die rein rostrothc Färbung der Fnterscite, die toI-
lige Aasfärbtu)g aller Körpertheile , und die eben so reine Zeich*
266
nung der Flügeldecken widerstreitet. Die Mitte des Halsschilds
zeigt sich leicht und verwaschen bleich roströthlich gewölkt, eben
so ist das Schildchen und eine sich auf und jederseits der Naht
erstreckende, durch ihre Begrenzung die Bindengestalt der Chr.
spiraeae wiederholende, vorn ebenfalls dreitheilige Längsbinde
bleich roströthlich ; ausserdem aber zeigt jede Flügeldecke mehr
als 20 rein schwarze, glänzende, theils rundliche, theils längliche
warzenartige Fleckchen, nicht auf beiden völlig gleich, an Grösse
wenig verschieden, aber reichlich so kräftig wie bei den am stärksten
gezeichneten Stücken der Chr. philadelphica, nur ohne die linien-
förmigen Längsflecken, welche bei der letztgenannten Art stets vor-
handen sind. Die Punktirung des Ilalsschilds ist auf dem Mittel-
felde ziemlich fein und zerstreut, seitlich gröber und dichter; die
der Deckschilde stellenweise ausgerissen, und dadurch der Zwischen-
grund, besonders gegen die Naht hin, runzlich zerschnitten. Man
kann die Art diagnosiren als
8 b. Chr. verrucosa St. Ovata convexa pallide flava,
capite antennis corpore subtus ferrugineis, elytris maculis numero-
sis nigris. Long. 474'".
Missouri. Mus, Sturm.
B.
Auch die dieser Gruppe angehörenden Arten sind von Hrn.
Chevrolat zu einer eigenen Gattung Zygogramma erhoben wor-
den, welche nach Erichson (Col. Peruan. in Wiegm. Archiv
1847. S. 157) sich „Ungue infra fortiter unideniato , unguiculis
contiguis"" auszeichnen soll. Ich finde jedoch wenigstens bei den
Nordamerikanischen Arten, welche von den Catalogisten hierher
gebracht worden sind, diese Merkmale nicht in solcher Weise be-
stätigt, dass sich darauf wirklich eine durchgreifende Gattungsver-
schiedenheit begründen Hesse. Das bei den verschiedenen Arten
je nach Grösse der Exemplare und anderen anscheinend zufälligen
Umständen in sehr verschiedener Ausbildung vorhandene Krallen-
zähnchen ist eigentlich nur eine zahnartige Erweiterung des unte-
ren Randes der Oeffnung, in welche unten am Krallengliede die
Gelenkköpfe der Krallenhäkchen eingefügt sind; ich finde es bei
Chr. exclamationis sehr klein, bei Chr. hybrida und elegans kaum
bemerkbar, wälirend es wieder bei den meisten Stücken von Chr.
pulchra sehr deutlich in die Augen fällt. Die Krallenhäkchen lie-
gen allerdings bei Chr. exclamationis , casta, disrupta , pulchra
sehr nahe aneinander, aber schon weniger nahe bei Chr. hybrida,
imd sind deutlich getrennt bei den vorliegenden Stücken von Chr.
similis, elegans und praecelsis , die von den erstgenannten un-
möglich getrennt werden können, und es lässt sich deshalb vermu-
then, dass auch bei jenen nur ein zufälliges, vielleicht einzelnen
267
Arten besonders eigentbOmliches AncinanderlcRen der KraUenhik-
chen ohne eine eifjentliche Vt-rwachsunir derselben stattfinden müpe.
JedenfaJU bleibt hier iilkIi Manrherlei zu unttrsutbtn und festzu-
stellen, ehe an eine de6niti\i' Begründung ncaer Gattungen gedacht
werden darf.
Der Habitus der Arten dieser Gruppe ist im Ganzen sehr
einfurniitf. I>ie Küfer sind unter mittlerer Grösse , meist lünglich
und schmal, seltener m« hr kuecli^', dabei seitlirb stark zusantmeo-
gedrürkt, auf oder hinter der Mitte der Deck>childe hoch aufge-
wölbt, und von da ab entweder nach beiden Knden gleichmässig
oder hinterwärts etwas stArker abfallend, so dass der iJUigendurch-
achnitt des Kor])ers einen gleichmfl}>äi(: gekrtlniniten. oder einen
hinten etwas ktlrzer umgebogenen Kreisabstlmitt bildet, und das
Halsschild den vorderen Abfall der Deiksihilde unniittellrtir fort-
setzt. Kinen einiiK'ernjas.-en ühnlithcu Habitus zti^'t v^n Arten der
alten Welt nur eine kleine Gnii-i^e von Mittelmeers -Chrysonielen,
weKhe in Kuropa nur durch die einzige Chr. diluta lloffnitftjij, in
Nordafrika durch eine grössere Reihe \od Arten, unter denen
Lkr. afijiii'tiacu Oltc. die bekannttste, vertret»n wird. Kben so
einförmig, wie der Hau jener Thiere, ist ihre Färbung, und zwar
braun, oft mit mttalli-rhem Schimmer, \ou hellt m Kostbraun (Chr.
hybrida) durch alle Zwi^ihenstuft-n allmahlig ins Schwarzbraune
(Chr. eUgan») Obergebend. Das Ilalsschild ist einfarbig, oder vom
und seitlich bleieh gerandet, die Deck<childe sind bleich, die Naht
und einige Lüngsbin<len von K()rperfurbe. diese Lüngsbiuden aber
meist mit der Naht oder unter einander so zusammentiiessend, dass
von der bleirhen (iruiidfarbe nur der Aussenrand und eine breite
Lflngsbinde tibric bleiben. Als die typL<( he Zeichnung kann hier
die der Chr. ejclamotntnit Fab. angesehen werden, aus welcher
die der Chr. kubrida, pulchra etc. entsteht., wenn die erste braune
Binde jcderseit.> mit der Naht, die beidtn folgenden und die unter-
brochene Au*seiibin<le untereinander zu>animentlie«sen, wo dann hin-
ter dem abgeri""-* nen Kncb d« r letztem die bii <'hr. jmlrhra, umtliM
etc. bemerkbare wuikelii." lirweiterung de> bleichen K.andes zum Vor-
schein kommt. .Mit der Zeuhnung steht die SiHljitur überall in ge-
naueDi Zaoammenh.inge, die braunen Itinden sind überall mit einer
starken I'unktreihe eingefa>st, und solche Punktreihen zeigen sich auch
da längs der Naht, wo die beidt n untereinander zusammengeflossen
sind; nach aussen dagegen (in der vi-rlAngerten Richtung der Schol-
terbenle) ^ind die breiten braunen Binden mit einer grövseren
Anzahl anregclmä.'isig tertheilter Funkte ziemlich dicht bedeckt
Der bleiche Grund ist feiner und zerstreut panktirt , nur U1191
dem .Vussenrande gewuhnlicli mit einer regelmässigen I^nktreibe
besetzt.
Wie die Torhergehcnde , so findet aach diese echt aaeriluk
uische Chxysomclcnfunu ihr eigentlidiet Yatcriud *nf dem mittel-
268
amerikanisch - mexicanischen Hochlande , und breitet sich von da
einerseits über Peru und Columbien, andererseits über das östliche
(erste) Nordamerikanische Gebiet aus, wo sie aber vorzugsweise
nur dem Süden und den mittleren Landschaften angehört. Von
den 10 Arten, deren der Verf. gedenkt, und von denen 7 zu-
gleich durch Abbildungen erläutert sind, reicht nur die einzige
Chr. elegans bis zum Obersee, über diesen nach Canada hin aber
keine hinaus, und eben so wenig ist eine solche bis jetzt jenseits
des Felsengebirges gefunden worden.
9. Chr. exclamationis. Ovata ferruginea, thorace
üavo-marginato , elytris pallide flavis, vittis quatuor nigris,
tertia abbreviata, quarta interrupta. Long. 3V2'".
Fabr. El. 1,435. Oliv. Ins. 91,530. tab. 6. fig. 81.
Aus den südlichen Staaten und Kansas,
Kopf rostroth, Vorderrand des Halsschilds gelb, Flü-
geldecken bleichgelb, die Naht und 4 Binden rostroth, von
denen die erste und zweite den Hiuterrand nicht erreichen,
und die dritte niit der vierten am Vorderrande zusammeu-
utösst. Unterseite und Beine rostroth.
Die Angaben des Verfs. stimmen hinsichts der Färbung nicht
völlig mit den mir vorliegenden Stücken überein. Bei diesem sind
Kopf und Beine rostroth, die Unterseite und ein grosser hellkreis-
förmiger Hinterfleck des Halsschilds, der auch dessen Seitenrand
von den Hinterecken ab licht lässt, chokoladenbraun , und eine
gleiche, zuweilen noch etwas dunklere Färbung zeigt n auch die
Binden der Deckschilde; letztere sind aber niemals schwarz, wie
der Verf. (mit Fabricius) in seiner Diagnose, aber im Wider-
spruche mit seiner Beschreibung, angiebt. Seltener ist auch der
Fleck des Halsschilds ganz oder doch in seinem vorderen Theile
verwaschen rostroth. Die Zeichnung ist nicht überall gleich. Bald
sind die Binden schmaler, und dann die Hinterenden der zweiten
und dritten erst etwas nach aussen und dann wieder nach innen
gebogen (wiewohl nicht so stark, als OUviers Abbildung angiebt),
bald breiter, und dann jene Hinterenden gewöhnlich nur einfach
gekrümmt: das abgerissene Ende der vierten Binde ist bald nur
punktförmig, bald verlängert es sich zu einer Schräglinie, die dann
zuweilen unter einem hinterwärts stumpfen Winkel mit der dritten
Binde zusammenstösst, und dadurch die winkelförmige Erweiterung
des Seitenrandes bei Chr. pulchra und deren nächsten Verwandten
abgrenzt. Bei einem Stücke im Mus. BeroL ist sogar die dritte
Längsbinde der linken Flügeldecke dicht vor dem Hinterpunkte
der vierten Binde unterbrochen, und dem auch die Gestaltung der
betreffenden Punktreihen entsprechend. Kleinere Exemplare er»
ZW
reichen kaum finc I.üntre von 3'". Oliviert Beschreibung dieser
Art (Knt. V. 530. n. 11) ist in jt-dcr Beziehung treffend.
li». Chr. castju Ovata ohscure ferrii^'inea, thorace
protuiule, sparsiin imiictafn, clytri.s pallide flavis sparsini
punctatifl, sutiira Iin(-i.>«quc tril)us ])nncti.s subtilioribus nota-
tis, cpipleuris hrunncis.
KanxaK und Illinmf, die Stücke aus dieser letzteren
Gegend von Hrn. li. Kmnicott gesannnelt.
Der Kät\r ist der <'hr. jmlrhra nahe verwandt, aber
bei die.ser sind die äusseren Binden gewöhnlieh zn einem
breiten Streiten zusannnengeflossen; bei Chr. cuxta sind die-
selben schmal, und die der Naht zunäehstliegende tlicsst
mit der h'tzteren erst hinter der Mitte zusammen.
I>iesc Art scheint zu den seltensten zu pohören ; sie fehlt
ohne Ausnahme in allen von mir ver^'lichenen Sajnmlunpen, und
ich selbst besitze von ihr nur zwei Kxemplare, welche von Schrö-
der in Jlltnoig (also in einer von der von dem Verf. anpepebenen
Heimatsland«chaften des Thieres ) gesammelt und von Herrn Dr.
Mombach mir treundlicli<t übei lassen worden sind. Hiernach kann
ich zunächst die von dem Verf. vergessene CJrössenanpabe dahin
ergänzen, dass der Käfer die Länpc einer kleinen oder mittel-
mftssippn Chr. jmlchra (2^l^ — 2-3'") erreicht; eben so ist er der
letztpenannten Art in Habitus und Umriss so ähnlich, dass die
von dem Verf. pebrauchte Bezeichnung des letzteren ('„oia/'y als
unpcnau zu beseitigen, und, wa.s auch die Abbildunp tip. b bestä-
tigt, durch da.s bei ihr. pnlchra angewandte „rnunded'" zu er-
setzen ist. Auch die Färbung und Zeichnmig gleicht der der ge-
nannten Art, nur ist die breite Aussenbindc der letzteren ihrer
ganzen Länge nach bis auf die einander berührenden Hinterenden
durch rimn lichten, nicht punktirten Zwischenraum gespalten. Die
breite Nahtbinde Irhnt sich bei einem jener Kxemplare ihrer gan-
zen Länge nach an den Nahtsaum, vie bei ( hr. pulchra, bei dem
andern zeigt sich »li-r breit«- Haum zwischen dem ersten Tunkt-
streifen und der Naht auf seiner vorderen Hälfte venva5chen ge-
bräunt , nicht so dunkel wie die nu.sserhalb jenes I^unkt.streifens
liegende Binde, aber auch nii ht so kJar wie der Obrige weisse
Grund erscheint , und <lie Abbildunff dt»v Verf. es darstellt. Eben
so ist dif Punktimn? des HaNsrhilds und der Klügeldecken mit
der von Chr. pul« hra übereinstimmend, soweit nicht der lichte
Zwischenranm der beiden I^ängst inden eine Abweidnnig bedingt;
und da nun Kxemplare von Chr. pulchra mit einem feinen lichten
Spaltfleck auf der breiten Seitenbinde nicht eben zn deu Selten»
heiten gehören, andererseits aber b< i einem meiner Stücke der
Chr. Costa sich vorn auf der rechten Klügeldecke ein lichtes Zn-
19
270
sammenfliessen der beiden Binden zu bilden anfängt, so hege ich
gegen die Selbstständigkeit dieser Art noch einigen Zweifel, wenn
ich mir gleich bei der unzureichenden Zahl der vorliegenden Exem-
plare kein bestimmtes Urtheil darüber gestatten mag.
11. Chr. conjnncta. Ovata coiivexa ferruginea,
thorace sparsim pimctato flavo basi macula lata ferruginea,
elytris pallide flavis siitura lineisqne tribiis ferriigiueis, prima
postice cum sutiira confluente, secunda et tertia postice con-
nexis, linea abbreviata humerali. Long. 2-lz'"-
Kansas.
Der Chi-, e.vclamationis verwandt, aber kleiner, Kopf
und Halhscbild glänzender, weniger punktirt, die zusammen-
hängenden Binden hinterwärts kürzer, und kein Seitenpunkt
neben der Mitte, auch die Epipleuren nur am äussersten
Rande rostrotb.
Einen mit den Angaben des Verfs. vollständig übereinkom-
menden Käfer kenne ich aus eigener Anschauung nicht. Nach der
Abbildung steht er gewissermassen in der Mitte zwischen der vor-
hergehenden und der Chr. exclamationis ; mit letzterer hat er die
längliche Gestalt, die Zeichnung des Halsschilds und die abge-
kürzte Schulterlinie, mit Chr. casta die vorn jederseits sich von
der Naht ablösende Rückenbinde und die beiden hinterwärts ver-
kürzten Seitenbindeu gemein, die sich mit ihren Enden zusammen-
schliessen, ehe sie die Spitze erreichen. Ausserdem zeigt die Ab-
bildung (fig. 9) noch in der Verlängerung der inneren Seitenbinde
einen vereinzelten Punkt an der Spitze, dessen die Beschreibung
nicht gedenkt.
Aus dem Mus. Mühlenpfordt erhielt ich dagegen einen Kä-
fer aus Mexico zur Ansicht, welcher mit der von dem Verf. be-
schriebenen Art entweder nahe verwandt ist, oder von derselben
nur eine dunklere Form bildet. Derselbe weicht von der Beschrei-
bung des Verfs. nur dadurch ab, dass die Farbe von Kopf, Unter-
seite und Beinen, des Hinterflecks auf dem Halsschilde und der
Binden auf den Flügeldecken nicht „ferruginous", sondern dunkel
metallisch schwarzgrün ist, dass der an seinen Rändern allerdings
brandig gebräunte Hinterfleck des Halsschilds, sowie es die Ab-
bildung, nicht aber die Beschreibung angiebt, vorn in der Mitte
bis zum Vorderrande überfliesst, daselbst jedoch noch ein paar
verwaschene trübgebräunte Mittelflecke übrig lässt, und dass end-
lich, w^ährend übrigens die Zeichnung der Deckschilde auf das Ge-
naueste der Abbüdung und Beschreibung des Verfs. entspricht, von
der inneren der beiden hinten zusammenhängenden Binden das
Vorderende als ein vereinzelter Fleck abgerissen ist. Von diesen
Abweichungen könnte höchstens der Verschiedenheit der Farbe
271
i'inipr IU«dnitin»if boij;pmp>sen wrrdtii; oh dipsclhc abrr liinrricho,
das Thier als »«Ine eiemc, '^'wh zu f'hr. eonjuncta ptwa wie ihr.
»ignata r.\x f'fir. ncolari« vj-rlialtPiid** Art zu ht'trarlifcij, odr-r ob
dip^cnM» als rinr südüHic, viollpirlit als dir iininiale Form der Chr.
eonjunrfa mit diT kt/tproii /» vrrciniffrij «ri. wird sirli ohne Vcr-
ffleioh oinrr Mohrzahl von Stücken beider Können nicht entschei-
den lassen.
Sehr nahe nnt dem oben hc<*chri«'benen Mexieanisehen Käfer
verwandt und im Mus. Mühlmp/nnit mit ihm ah VarietAt ver-
bunden, aber m. K. v(»n ilim vei-schieden ist eine Art, die ich auch
ans dem Mus. d'crmar als (.'hr. stofata firm, zur Ansicht erhalten
habe. Sie verhalt sich zu der K'enannten, wie Chr. phtladelphica
/u Chr. npiraeae , d. h. die Nahtbinde ist bei ihr der panzen
l,ftnf:e nach in drei vereinzelte T,:iii(r>«linien Respalten, deren seitliche
meist seh(m im letzten Drittel der I.ilnire filr «ich ansliinfen; ausser-
dem aber erreiiht auf »lern Hajsscliilde der vordere Theil «los Hin-
terfleeks den Vonlerrand iiiclif . uml dieser Fleck zeipl innerhalb
seiner mittleren Fnveiterum; zwei deutliche neben einander liegende
ffolbliche Fleckchen, die bei dem (lermar'schen K\cniplaro sogar
deutlich mit der heilen (irundfarbe zu«animenh;inireM. I)ie Anzahl
der vereinzelten llinterfl»» kehen vor der Spitze der Flli-'eldecken
ändert von 1 — -H; bei einem Stücke stöbst das Vordi rende des
jn"ftssten mit dem Hinter« nfle der inneren Seitenbinde zn-ammcn
und bildet pleich»am eine Verlilntjeruntr derselben; bei einem an-
dern ist jene Binde auf der linken FIfleeldeeke in drei vereinzelte
Stücke auffzelost, deren hinterstes mit dem Hinterrande der ünsse-
H'n Binde zu einem Haken zu.sammentrifft. Kin glti( hfalls Mexi-
canisrhes Stück dieser Art im Mus. fiarmst. hat pechbniune Knie,
Schienen und Fu--j:lieder, und dies scheint für die Veründerlicb-
keit «ler F'iirbung dieser Theile auch bei Chr. eonjuncta zu spre-
chen. Die (irOsso il'-r Chr. stolata ilndert ab von S"', — 3Vi"'.
12, Chr. disrupta. Kotunda convexa nipricans,
thoraeo presse |tnnetato, elytris |>jillidi' llavis, sulura vitta
juxta stituratn linei«<|ne trihua antiee abbrcviatis et punctis
subinarpinalibus nigrn- aenei- \.'<\v:^. L" ^ — ".'"
I.ouininna lind Kan*a».
Von iihnlieher (Jcstalt \m. uu; vorher^;« n-nu» n . antr
von ihnen versebieden durch die Interhrechuni: der inneren
Mittelltjnde , welche «ich hinten mit den ' i etwa»
l;in;:eren n erbind« t: die äus.«iercn hinteren i ii lie::en
genau in der Vcrlangcninp: der äusseren abgekürzten ßinde.
Die abgekürzte .\a<isenbinde i.st in der Abbildtuig (fig. 10)
vor-'ssen worden, sie beginnt, wie die zweite, auf der Schtdter-
beni' und lehnt sich mit dem Vorderrande au die zweite an, wie
272
bei Chr. exclamafionis , bricht aber am ersten Drittel der Flügel-
deckenlänge ab, und setzt sich hinterwärts in jeder Richtung durch
einige vereinzelte Punkte fort, deren erster, grösserer dem abge-
rissenen Punkte der genannten Art entspricht. Die erste der drei
Seitenlinien ist keineswegs stets unterbrochen; ich habe ein Stück
aus dem Mus. Germar vor mir, bei dem nur deren Gestalt auf
der rechten Flügeldecke der Abbildung und Beschreibung des Vfs.
entspricht, während auf der linken sich jene Binde nach vorn so
weit fortsetzt, dass sie mit ihrem, der Regel nach abgerissenen
Vorderende zusammenhängt. Auch zeigt sich in der hinteren Ver-
längerung dieser Binde dicht vor der Spitze ein vereinzeltes, in
der Abbildung nicht ausgedrücktes Längsfleckchen.
13. Chr. hybrida. Ferruginea, elytris pallide fla-
vis vitta lata suturali et discoidali ferrugineis, hac anguste
fissa, parte inferiore angustiore. Long. 4'",
Say J, Acad. 3,449.
Südliche Staaten und Nebrasca.
Körper eiförmig, Halsschild unregelmässig und an den
Seiten gröber zusammenfliessend punktirt, Schildchen ohne
Punkte, hinten zugerundet; Fühler, Beine und Unterseite
rostroth. Die Zeichnung ist sehr veränderlich; bei einem
Stück aus Nebrasca ist die Binde dreitheilig, der erste
Theil mit dem zweiten am Vorder-, der 2te, gebogene, mit
dem äusseren am Hinterrande zusammenhängend; dieser
äussere vorn sehr schwach.
Die grösste Art der ganzen Gruppe, deren Habitus die et-
was zu schmal gerathene Abbildung fig. 11 nicht genau ausdrückt,
indem in dieser der äussere Zweig der breiten Mittelbinde nicht
breit genug, und der hinterwärts etwas verbreiterte Körper zu
sehr verengt erscheint. Characteristisch für die Zeichnung der Art
ist die rautenförmige Erweiterung des gelben Rückenstreifs an der
Wurzel der Flügeldecken, welche die Abbildung sehr gut aus-
drückt; in dem Hinterende dieses Streifchens zeigt eins der vor-
liegenden Stücke noch eine feine schmale abgekürzte Längslinie
hart vor der Spitze. Der schmale lichte Spaltfleck ist gewöhnlich
kürzer, als ihn die Figur zeigt, indem er sich nach vorn früher
schliesst, ohne in einen so schmalen linienförmigen Zipfel auszu-
laufen, wie er bei der von dem Verf. abgebildeten Form zu sehen
ist. Uebrigens möchte die Färbung des Körpers eher durch ru-
fous als durch ferruginous zu bezeichnen sein.
Ich glaube nicht zu irren, wenn ich in dieser im Mus. Ger-
mar als Chr. pulcherrhna Dej. bezeichneten Art die von Fabri-
cius und Ol i vi er aus dem Mus. Banks als Species incertae patriae
beschriebene und seitdem verschollene Chr. lunata erkennen. Die
9T8
von I'abricius in dor Ijit. SysU (regcbcne Diagnose: „6". ovata
/errutjinea , elijtrm inar.finr rtlla lata rertti» sutnram lunitlaquS
mfdia jlaruntilUnix'-, und (lif liinzUv'«'füRt<' Hcsihrt'iblinn : sJJ'jlra
inaryine exteriori, vilta lata rrriiuÄ futurain, t/nae postic cum
maryine extrriori coit , luuulaque media tntrr manjinein it vittam
jlaricaHiibux'% sowie «lic wöiUicIic Wiederholung der ersteren in
dem SysU Kleuth. (wo nur dir Ikifüjsnink' des Citat-s ans der Knt
Sj^t. v<^rKe>sen worden) passen genau auf den vorliegenden Käfer,
wenn nuin die rotlie tirundfarbc des Körpers zugleich als (Inind-
fajbo der l'liigeldteken, und dt-rtii weisse F.irbung als die Zeich-
nung betrachtet, die alsdann den i^eitenrand, eine mit diesem an
der Spit/e zusainnieutrefft nden I-angsbinde u>id den von J\tl>rtcius
als Möndchen bezeichneten, nach der Naht zu tlach convexen
Spaltflerk bildet, oln-iers zum Tlieil von V. entlohnte und von
gleicher Auffassung der Farbenvertheilung aiL-^gehende iJest hreilmnp
iit eben so treffend; er bezeichnet den Spaltlleck richtig als „ujif
lache en croissani", d. h. als Mondsichel, und gedenkt auch eini-
ger Punk tst reifen, die sich in der Nahe der Naht ausser der un-
regelmiissigen (den breiteren Theil der rothen Hinde nussenseiLs
des SpaltHerks einnehmenden) I'unktirung bilden. Die beigefügte
Abbildung ist zwar roh, drückt aber doch die Fiirbung und Far-
benvertheilung des Käfers gut aus, und zeigt nanientlith an der
Wurzel der Flügeldecken auch die tcki^-e Krweiterung des weissen
LÄJigsstreifs, die oben schon als characteristiseh lur die vorliegende
Art hervorgehoben worden ist. Der Name derselben ist hiernach
in Cltr. lunaia J'ab. zu .Indern, und sind demselben die Citate
Fab. Knt. Syst. I. lilH. n. öO. Syst. Fleuth. I. 435.U. 74.
Oliv. Knt. V. .'■>17. n. 19. tab. 6. lig. 75.
hei/uftJKcn.
14. Chr. incisa. Ovata mtiindata aonco-fi'rrnf:int\T.
thoracc grosse pnnetatn. elytris pallide llavis, vitta lat.i
«tntnrali antice alihreviata diseoidaliqne .ul luinierinn aiij;n-
Rliure, et puncto parvo basal! et .luieali iii:,'r'> brunneis, epi-
plcnri« übscuris. Long. 2^!i'"
Ein Exemplar atis Kani^a*.
Von der (lestnlt und ftrüssc der r/.r. ynlchnt. jiber die
l'unktirung der dunkeln Hinile und cler Ausscnreihen deut
lieber, und die (M'.Htall der Binden verschieden I>ie Nalit-
hinde reicht nicht Im.h zur Wurzel, «einderu ist an «lern, wi-^
gewidinlich, dunkel ;:enirhten Sehildchen abgestutzt und am
Heginn den b-tzten Urittei« plöl/.lieh bis zur Spitze, hin et-
was erweitert I)ic Anssenbiiulc ist eipentlieh ein »ehr hrei
ter, auf ^ , der KlllgeldeekenlÄnpe austredehnter liüngsfleek.
nach beiden Enden zu verbcbnuilert, mit dem Inncuraudc
274
heransg-ebogen^ und aussen gegen die Mitte hin massig aus-
gebuchtet.
Ich kenne diese Art nicht und liabe deshalb nur zu bemer-
ken, dass die vorstehende Besclireibung mit der Abbildung fig. 12
nicht überall stimmt. Die Nahtbinde zeigt ausser der in der Be-
schreibung erwähnten zackigen Erweiterung noch eine zweite
schwächere zwischen jener und der Spitze, ausserdem in der hin-
teren Verlängerung der Seitenbinde noch einen verloschenen Längs-
fleck, und die kurze aber tiefe Ausbuchtung am Aussenrande jener
Binde liegt nicht, wie man aus des Verfs. Worten schliessen
möchte, in der Mitte der Binde, sondern nahe vor deren Hinter-
ende, etwa in der Mitte des Seitenrandes der Flügeldecken selbst.
15. Chr. pulchra. Rotundata nigro-aenea, elytris
pallide flavis, sutura et vitta lata dorsali obscure - aeneis.
Long. 23/, -3'".
Fab. El. 1,425. Oliv. Enc. Metb. 5,693. Fabr. Ent.
Syst. 1,313,27. Coqueb. IIL Ins. 3,123. Seh. Syn. Ins. 2,240.
Minlere und südliche Staaten.
Körper eiförmig, zugerundet, das Halsschild grob
punktirt, das Schildchen schwarz, wodurch die Nahtbinde
bis an das Halsschild verlängert erscheint; die Flügeldecken
bleich gelb, an der Naht und den Binden punktirt, aber
mit dieser Punktiruug weder Wurzel noch Spitze erreichend.
Der Aussenrand der Binden ist schwach und stumpf ausge-
buchtet. Die letzteren selbst sind manchmal durch eine
liebte Linie gespalten, und mögen zuweilen sogar in zwei
Binden getheilt sein. Bei einem anderen Exemplare fliessen
die Naht- und Mittelbinde in einander. Fühler, Beine und
Unterseite schwarzbraun.
Diese Art ist so bekannt, dass sich zu derselben kaum et-
was zu bemerken darbietet. Der metalhsche Schimmer auf den
dunkleren Theilen der Oberseite ist nicht bei allen Stücken in
gleicher Stärke vorhanden, und bezeichnet wahrscheinlich eine hö-
here Stufe der Ausbildung; von Varietäten kenne ich ausser den
von dem Verf. bereits erwähnten Stücken mit einem hellen Spalt-
fleck in der Mitte oder auf der hinteren Hälfte der braunen Sei-
tenbinde nur eine im Mus. ßerol. vorhandene, bei welcher die
Hinterenden der Seitenbinden in einer breiten Krümmung mit ein-
ander und der Nahtbinde zusammentreffen. Die Seitenbinden ver-
rathen ihren Ursprung aus je zwei zusammengeflossenen Binden in
der Regel durch eine mehr oder weniger tief eindringen«ie Aus-
randnng an ihrem breiten Vorderende, deren Verlängerung bis
zum Spaltfieck jene ursprüglich getrennten Binden wieder herstellen
275
ward«'. l»c'r Verf. virinutbct auch das Vurliaiiilensiiii ciinT
sokluii Fumi, ist abtr iiiclit auf dm Oodanken gekommen, dass
dit'Sflbo in seiner Chr. casta M-rborgen sein möge. Au^i^oidem
ist, was fUr die IntiTscliciilung von der folgenden, viel ».eltenenii
Axt von NVii hügkeit , der breite umgescblagene Hand der I'lügel-
dcrkcn bleich, aber sowohl von der äusseren als der inneren Kante
scharf braun ges.lunit, so dass bei nicht genauer Betrachtung die
Deckselülde braun gerandet erscheinen. I)ie Synonyniie des Vfs.
ist mangelhaft. In der Emyclop. (V. h^',\) hat (^liiier den Käfer
unter dem Namen Clir. suturalis besehrieben, welcher frülur (in
dem Syst, Ent.) auch von Fnbriciu/; gebraueht worden war. Da-
gegen hat ihn (Hivier in der Knt. V. r)2G. n. 33 unter dem Na-
men Chr. pulchra sehr gut beschrieben, und die d;u£U gehörige
Abbildung tab. 2. fig. 27. ist, wenn auch etwas -«teif gerathen,
doch so kenntlich, dass aus ihr ein Grund für die Weglassung die-
ses Citats nieht entnommen werden kann. Dasselbe ist daher oben
Doch nachzutragen.
ir». Chr. siiuilis. Ovata (ihscurc aenea, elytris
|)allidc flavis, sutura vittacinc lata dorsali ohscurc aencis.
Mittlere und südliche Staaten.
Diese Art untcrsclicidct sich vcm der vorbcrprehcnden
durch den l'niriss; sie ist vollknmnien eitVtnniir, wälircnd
jene rund ist, auch ist die Ausltuclituiig der Hinde in der
Mitte ihres Aussenrandes plötzlicher eintretend tnul mehr
winkelig'.
Den llauiitunterschieil dieser und der vorhcrpohonden .\rf
bietet allerdings der l'mri-is dar, indem bei Stüekt-n von gleicht i
Breite die vorlieu'ende um fast • 4 hinger, daher auch weniger
buckelig und nach vorn Hacher abfallend erscheint. Es fehlt je-
doch auch nicht an anderen Abweichungen; so ist die Seitenbinrje
verhaltni>smA.ssig schmaler , nach von» mehr verschmälert , daselbst
abgerundet und ohne die bei Chr. pulchra ««tets bemerkliche .Au-«-
randung, ol>wohl die Abbildung fig. C! eine >;nlehe angiebt ; die
äussere Seiteidmcht i-t ^t hnialer, aber tiefer eingreifend, die Naht-
bindc verläuft sich der Spitze zu in einen schwachen Nahtsaum.
und der ganze umgeschlagene Kand der Flflgeldecken i^t einfarbig
braun. In der Kärbong des Kr)rpers tindo ick keinen Cnterschicd.
und würde sie bei beiden Obereinstimmend aN bruunro-aenra be-
zeichnen. Cebrigens Ändert auch dirso Art ab mit einer feinen
hellen Spaltlinie auf der hinteren Hälfte der Seitenbinde.
Der im Allgemeinen hcltene Käfer scheint mehrfach mit Chr.
pulchra verwechselt zu werden. Ich erhielt ihn unter diesem Na-
276
men zugesandt, fand ihn ebenso im Mus. Mühlen2ifordt bezeichnet,
und im Mus. Berol. mit der ecliten Chr. pulchra vermengt.
17. Clir. praecelsis. Ovata couvexa ferruginea,
thoraee flavo-marginato, elytris pallide flavis subtiliter punc-
tatis [sutura vittaque dorsali brnniieo-aeneis]. Long-. 3 '/.>'".
Vom A'ßnsöfs- Flusse.
Das Halsschild auf der Scheibe grob punktirt, mit
schmalgelbem nicht punktirtem Rande, die Flügeldecken mit
einer breiten , vorn und hinten verschmälerten Mittelbinde,
längs der Naht und dieser Rückenbinde feiner punktirt.
Die Diagnose des Verfs. ist unvollständig, sofern darin der
in der Beschreibung und der Abbildung fig. 14 richtig angegebe-
nen Binden gar nicht gedacht ist. Die Art selbst bildet, äusser-
lich betrachtet, eine Mittelform zwischen Chr. exclamationis und
den nächst vorhergehenden, jener ähnlich durch den Umriss und
den braunen Ilinterfleck des Halsschilds, der aber nach vorn nicht
rund, sondern stumpfecldg und dabei zugleich schon grob punktirt
ist; mit Chr. pulchra und deren Verwandten in der breiten Naht-
und Seitenbinde auf den Flügeldecken, sowie in der Ausbuchtung
dieser Seitenbinde übereinkommend; abweichend aber durch die
grobrunzlige Punktirung der lichten Theile, gegen welche die auf
der Nahtbinde und auf dem Innenrande der Seitenbinde liegenden
Punktstreifen in der That fein erscheinen Auf dem äusseren, re-
gellos punktirten Theile dieser Binde sind die Punkte jedoch eben
so grob und dicht, als auf dem bleichen Grunde.
Der Name der Art ist sprachlich falsch gebildet und deshalb
einer Aenderung bedürftig.
18. Chr. elegans. Ovata aeneo - nigra, thoraee
flavo basi nigro-maculato, elytris pallide flavis sutura vitta-
que dorsali nigra. Long. 2'/3 — 3'".
Oliv. 91,532. tab. 6. fig. 92.
In den mittlere?} und südlichen Statten, auch am Ob/rsee.
Kopf schwarz ; Fühler schwarz , das zweite und dritte
Glied röthlich angelaufen ; Halsschild schM'ach punktirt gelb,
jederseits mit zwei zusammenhängenden Schrägflecken ^ de-
ren vorderer der Mitte näher liegt, und einer schwärzlichen
Mittellinie, wodurch die Gestalt eines umgekehrt liegenden
W gebildet wird. Flügeldecken blcichgelb, schwach punk-
tirt, mit einer schwarzen punktstreifigen Naht- und RUcken-
biude. Unterseite und Beine schwarz.
Die Zeichnung des Halsschilds, dessen Punktirung ich nicht
als „slightly" sondern eher als derb bezeichnen möchte, ist sehr
277
and nur Mlteii It teiA» Weht^ 9mfvh\\<ie\, wie der
Verf. sie bcsrhreibt. rrsprfinglirh nilit auf tiem ilinti'rrandc piu
nach \oro etwas crki»;er lliiit«>rflo< k , wit' \m der vorli»'rpohciid«'n
Art; der>elbo ist uIkt nur selten volLstAndi»? au>.i»ffarbt, drr inncr'^
lUam vur dem Hiiilrrrandi' d••^ IIal^^. Lild«. nur mehr oder woni-
)iiT vcnÄasohen gebräunt i>der «erOth«-t, der äus«,en» Kand dai^ef^pn
dunkler, und \nn der .Mitte au^ mit einem Zipfel in den hintorfu
liehteren liaum liint'inreiehend , wudureh die v.»n dorn Verf. b«--
»chriebene verkehrt W - förmige Zeichnung enlAlelit, yon deren
Mitte aus eben so oft aueh der uanze vordere Theil «le«; llab-
üchiMs verwaMhen jferOlhet oder aebrflunt ist. So /. I^ bei ei-
nem von Satf selbst herrührenden .stfti ke im .Mn>. (reruutr. I>ie
Knden dieser Zeiihiium^ errejehen nieht stets den llinterrand de«.
Hal^schilds; manchmal löst dieselbe sich in \erein2elte. schlecht
begrenzte Flecke auf. und /ulet/t verlieren auch diese ihren Keru.
so da&s Nichts als eine unklar Hulkiwe TrUbuni; auf der .Mitte de«>
Halsscbilds Dbri« bleibt. Die lirhte Karbun« der Deck^ bilde ist
nicht -«elten rOthliih ani^etloKen . und wird deshalb von (titrier
(Knt. N. 532. n. 14) mit ,yjüuHe /oute'' und „fulrus" b«'zeichnet :
übrigens ist die von diesem Sliriftsteller geKel)ene Heschreibung
■sehr treffend, wenngleich auch hier, wie Ixn Chr. lunata , die
dunkle larbung der Klütfeldecken als firundfarbe angenommen
worden int. Die .\bbddun« dagegen (tab. G. ti«. ;*2) ist ganz und
gar mi&srathen , uu*! tieshalb nicbt des Citirens wertlt
Die »ahrsibeinlitli von dem alteren MeUheimer stummeitdeu
A'nocAVben Kxemplare im Mus. litrol. sind dort aJs Chr. viri/aia
A'nocA bezeichneL Die MQcke im .Mm», i.'.r,,,./,- sind -'n.ssf.nflnils
Ton Say and If^ni: mitgetheiit worden
In dem .V</<Af»«irr'.srhen Caiaioge S. 12.{ ist unter Zy-
gogramtma ausser der < Itr. pulchra auch noch die Chr. /ettira
Fab. als Dordomerikanis« he Art uu/gefbhrt wonlen. Ich kenne die-
sen letzteren Kftfer nicht, von dem K. ganz allgemein sagt: Halt
tat in Amfrtea , bezweifle «lier nicht . class die Art , welche die
Heraasgeber jnn-«« < aiaju!:« i|.iriiiit>T > lialx'n. «ler gegen-
wartigen «inipiK- wigeliure. Vuinl«'n Art« I i<Utemi wenlen in
jenem Cataloge (."s. iJli nur ninb 'Ar. fjrcUimoitontM l\ und Ay-
brida Say angeführt , und es bleiben s^mach fOr die angeblidie
Chr. /titica noch die ''"Ar. exuta . conjunrta , d\»ruptü, \nci$a, »1-
yniH$, praecthx» und elepant tut Auswahl Obrig. Falriciut Diag-
no«« und Hesrhreibung (Knt. Syst, I Vi:\. n 7<> S\*t KleuUi.
I. 440. n. lOH» srhlieÄson durch 1' t diu
beiden letztgenannten .\r1en mit h» I und
▼erlangen dann auf jeder ntlgeldecke drei gelb*' l-ini.''>'iinien. von
denen die erste und dritte hiiit- »^ ^n mun. r.fr, fr.>n sollen, wllirend
19«
278
die mittlere die Spitze nicht erreicht: auch 5?oll der vordere Theil
der Naht gelb gefärbt sein. J^s passt dies von allen jenen Arten
nur, und zwar vollständig, auf Chr. casta, wenn bei dieser der
bleiche Grund als Zeichnung, und das der Körperfarbe entspre-
chende Braun der Binden als Grundfarbe ( wie dies F. ebenfalls
bei Chr. lunata getlian) angenommen wird. Nach meiner Meinung
haben daher die Herausgeber des M. Catalogs unter ihrer Chr.
festica wirklich die Chr. casta Bog. verstanden, und dafür spricht
noch mehr der Umstand, dass sie ihre Chr. festica unmittelbar
mit Chr. pulchra zusammengestellt, und ihre Gattung Z/jgoyrainma
auf diese beiden Arten beschränkt haben. Ob damit aber nun
auch der echte Fabricische Käfer jenes Namens identisch sei, ist
eine andere Frage, die ich nicht zu entscheiden vermag.
(Selduss folo-t.)
Camillo Kondani:
Chronologisches Verzeichniss seiner entomologisclien
Schriften.
Meinem Wimsehe, eiu authentisches Verzeichniss sei-
ner in vielen italienischen und französischen Schriften er
schienenen eutomologiscben Werke zu besitzen, hat der
besonders als Dipterologe rühmlichst bekannte Herr Pro-
fessor Camillo Kondani, Akademiker in Parma, du rcli
einen freundlichen Brief d. d. 4. jMärz 1858 zuvorkommend
entsprochen, ans welchem ich die folgende Aufzählung ab-
drucken lasse.
Stettin, im Mai 1858.
C. A. Do hm.
Nota Opellarum a Camillo Rondani
evulgatarum.
Anno
1840. Sopra una specie di Insetto Dittero — Memoria prima
per servire alla Ditterologia Italiana — Parma — Donati.
(Nota) Pauca exemplaria hujus opellae non reperienda,
sed reformatam eam in lucem edidi 1843, in Annali-
bus Societ. Entom. (iallicae titulo: Species Italicae
Generis Phloeobotomi.
279
1840. Sopra aJcuni nuovi jteneri d' Insetti Ditteri clo. Meuio
ria hWontLi pi-r s«T\irt* ctr. — I'aruui Doiiati.
(NuUi) <J|jiih(uluiii null rcpcriiuduiii . sni rcfonnatiitn in
diunis Nuo\i Aiinali di HuluKiia 1^15.
ISII. l'r«tK('tto tli uua ila-sifuazionc in l-'aiiÜL'lif tlcgl' Iiisctti
Ditleri i'uropoi — Mt-muriu Uim ttc — Nuu\i Aiiiiali di'JI«
Sticn/t' iiaturali di IJulogna.
(Nota) (Ujus cuiii|)fiidiiMn in iisdciii annalibus cvulKuvi
lö47.
Ib42. Sola sopra uua s|H'tit- di 1 (icnere Cinu'X Sj)in. An
nali di'ir Accadenüa dti/l" Asjtiranti Naturalisti di Napoh.
(Nuta) Ciincx nidulariu-^ Hund.. vi\it in iiidi» Iliriindini
urbicao.
]^\2. >u\U- diffncn/f scssuali di al< inic ^pn i. ui i a-i.i. .Mmn»-
riu iiuaita ctr. Aiiuali di liolou'na.
1842. Note sur uu iiouvt'au ucnii' dlnscclo I)i]il*re subaptiTi-.
Pari«. Ma^a/in dt* Zuolugic.
1843. Osservazioni sopra aliuiie lar\»' dinsetti Ditlori, vivcnti
nel gamb«! dei Cercali. Anuali di iJulo^'na.
1843. (^uattru s|K'(-ie di In^if'tti dittt-ri propusli t-onu' lipi di gf-
iieri uuuvi. Memoria ^opta itc. AnnaJi di liologna.
1843. Spt'iit'N Italica»' ^cucris I'ldi'ol»otonii vic. Fragment uu.
sf])timum vU\ In diariis SoiiitatiN Kntomol. (ialliac.
1844. SjH'cirs Italica j?rneri3 Callirorae. Pragmi-ntuni ocLavuni
etc. lu diuriis Ann. 8oc. Eiit. (ialliac*.
1844. I'rüpo>>ta dclle formozioue di un goncr«' iiuovu p<'r duf
speci«* di iiisctfi diltni. — .Memoria nona otr. — Annali
di Hnlopna.
1844. (h-dinameuto siblemalico dei (icneii Italiani devli Insetti
I)itt*-ri. id. id. id. (non ronipletum).
184.'). bpecicÄ luücae (ieneris Chrysotoxi — Krairmeutnin de<i-
mum etc. — AnnaJ. Soo. Entom. (ialliue.
1'^4.'>. I>i uua specie d'iu<t4tt«) dittoni, tlie »i propoue ronn* li)><
di un ^'enere nuoYo — Nota printa per scrxjre >-U'. — .Vnnal
Asp. Naturalisti di .Napoli.
1845. .Sulie ditfrrenzf si*3i>uali «iille Conopiiie e M)'0])ine. —
Memoria unde« ima etr. — Annali delle .scien/e Nat. Hol(»giia
184.^». Desrri/ione di due gonori nuovi di insetti ditU>ri. — .Me-
morial duiKleiima elr. — Annali delle soien/e Nat. {{ologiiu.
H45. Sul i^enere Xyphocem Hrl .Marquart. — Nota MTonda
etc. — .\nnal. a^p. Nat. Napoli.
1845. Desrri/ione di una nuo\a s|H'rie dal (ten. I^siopliiliim
R. — Not i terza etr. — AnnaJ. degli a»p. Nat. di Napoli.
1845. (renera italica Conopinarum etr. — KraKinentam dorimuiu
tertiam etc. — Pari.s, M.izin de Zoolofrie.
1845. iSpecies nova (ieueris Merodontis. — id. id. id.
280
1845. Nouveau Genre des Diptferes d'Italie. — id. id. id.
1845. Sülle specie Italiana del gen. Merodon. — Memoria decima
quarta etc. — Annali delle soc. Nat. di Bologna.
1846. Compendio della seconda memoria Ditterologica etc. —
Annal. di Bologna.
1847. Considerazioni sul genere Mintho di Robineau etc. —
Nota quarta per servire etc. — Annal. di Bologna.
1847. Estratto con annotazioni della memoria suUe famiglie dei
Ditteri europei. — Annali di Bologna.
1847. Nova species generis Oehterae etc. Nota septima etc. —
Annal. Soc. Entoni. Galliae.
1848, Esame di varie specie di insetti ditteri Brasiliani. —
Studii Entomologici Torino, Stamperia sociale degli artisti
tipografi.
1848. Osservazioni sopra parechie specie di esapodi Afidicidi e
sui loro nemici. — Annali delle Sc. Nat. di Bologna.
1850. Osservazioni sopra alquante specie di esapodi ditteri del
Museo torinese. — Annali di Bologna.
1850. Dipterorum species aliquae in America collectae etc. —
Annali di Bologna.
1850. De nova specie generis Ceriae. — Nota sexta etc. —
Annal. Soc. Entom. Galliae.
1850. Species Italicae generis Eumeri etc. Fragm, decimum
sextum etc. — Annal. Soc. Ent. Gall.
1852. Nota sopra una specie di Afide, volante in numerosa torma
nella cittä di Parma. — Annali di Bologna.
1854. Alcuni cenni snlla tignuolu dei Pomati. — Gazzetta di
Parma.
1854. Sulla pretesa identitc\ specifica dagl' Estridi del cavallo. —
Annali di Bologna.
1854. Sugl' insetti creduti produttori della malattia della vite. —
Gazzetta di Parma.
1854. Alcune notizie sul lilugello del Ricino. — Gazzetta di
Parma.
1856. Dipterologiae Italicae Prodromus Vol. I. — Parma. Stocchi.
1857. Dipterologiae Italicae Prodromus Vol. II. — Parma. Stocehi.
281
Uebcr einige Abbildungen in C Clerks Icones
insectorum etc.
\'oin K. I*"or»tinei«t«'r *% «Tin-Imrif in ICrfiirt.
In dem vicrzchutcn .lalir^'aii^c (1853) der iStettinrr
Entomolopischcn Zcitiin^^ hat il»ir Professor Zcller in Olo
gaii einen schht/.h.ircn AiU'safz Ul)er <lie Ahhildun^'on des
obpotlachtcn Kn])f('r\vi'rko8 vcröfTcntlidit. Vielerlei ist da
dureli /um Nut/.eii dor Wissenschaft anf^'eklärt worden und
ein Schritt in der Krkenntniss dessen, was iilterc Autoren
und Kllnstler auf dem Fehle der Lepi(lopteroh)gie pcleistet
haben , vorwärts gesehehen. Diese Leistungen aber zu
wllrdipen und zu benutzen, ist nicht allein im IntiTesse der
Wissenschaft zu wünschen , sondern auch im AU^'emcinen
peziemend . damit S(» die Wirksamkeit der Vorfahren zur
allpemeincn Anerkennung gelan^'c und l'est/j:estellt werde,
welche Leistungen jeder Zeit und jeder Nation angehören
und so dem oft vorkommenden l'ebelstande vorgebeugt
werde, das« von späteren Autoren längst ergründete Sachen
als Neuigkeiten aufgetischt werden.
Die Zellerschc Arbeit Über die Icones hat nicht alle
Fragen gelöst. Wenn aber aus Veranlassung solcher Ar-
beiten von Jedem, der das gedachte Werk zu Händen be-
kommen kann, gestrebt wird, zur Lösung der noch offenen
Fragen nach besten Kräften beizutragen, so wird das der
sicherste Weg .sein, die volle Waiirlieit endlich zu ergrün-
den. Von diesem (Jcsichtsiiunktc bin ich bei der Abfassung
nachstehender Arbeit ausgegangen.
Die llerzugl. Sächsische Bibliothek zu (Jotha, deren
Benutzung mir iu »lehr liberaler Weise gestaltet ist, besitzt
unter anderen werthvollen älteren entomologisehen Werken
auch Clcrck's Icones in ein»'m vfdlständigen und guten
Exemplare, welches in joder Beziehung dem zu vergleichen
igt, wchhcs Herr Prof. Zeller aus der Kgl. Bibliothek zu
Berlin erhallen hatte. Jenes Exemplar der (Jothaer Biblio
thek hat meinen Intersuchungen zum (irunde gelegen. Zu-
gleich hatte ich Linoe's Fauna suecica ed. II. und dessen
Systcma naturac ed. X., zur Hand, auf das, wie Herr
Zeller mit Recht annimmt, Clerek sieh beziehet.
Tafel I.
Fig. L'. leueonielas. Hi»^r i.st . wie bereits Herr
Fr jf. Zellcr dargcthau bat, C'aL Kamburii dargestellt Clerk
282
nimmt Bezug auf Linne Syst. Nat. ed. X. No. 121. Hier
heisst es: Phal. noct. spirilinguis cristata, alis nigricante
nebulosis; inferioribus uiveis postice fascia lata nigra. —
Habitat in Europa. — Alae inferiores a medio ad basin
lacteae, a medio versus apicem nigrae, sed apice ipso al-
bicantes. Von der characteristischen raacula magna alba
auf den Vorderflügeln bei der Noct. leucomelas auct. er-
wähnt hier Linne nichts, während er diese Makel sowohl in
der Faun. suec. als auch im Syst. nat. ed. XII. am betref-
fenden Orte bestimmt hervorhebt; ich bin der Meinung, dass
hieraus sicher zu schliessen ist, Linne habe im Syst. Nat.
ed. X. die N. Ramburii, in der Faun. suec. und im Syst.
Nat. ed. XII. die N. leucomelas beschrieben. Es würde
hiernach consequenter Weise die Ramburii den Namen leu-
comelas L. bekommen müssen und N. leucomelas in N. fu-
nesta Esp. (?) abzuändern sein.
Tafel II.
Fig. 1. fuscana. Unter Bezugnahme auf das, was
Hr. Zeller am angeführten Orte über diese Abbildung ge-
sagt hat, bemerke ich nur noch, dass in dem Gothaischen
Exemplare auf den Vorderflügeln von der obern und untern
Flügelspitze je eine graue Linie nach der Mitte des Flügels
auf zweidrittel Entfernung von der Basis läuft, dort zusam-
menstossen und so ein Dreieck bilden, dessen Basis der
Hinterrand des Flügels ist; ich trage kein Bedenken, diese
fuscana für Tin. phryganella Tr. zu erklären. Auf diesen
Falter, der oft in Menge fliegt und fast aller Orten ;,in ne-
moribus" einheimisch ist, passt sowohl Linne's Beschrei-
bung, namentlich auf seine Grössenangabe : majuscula, als
Clerck's Abbildung. Gerade die beiden gedachten grauen
Linien haben mich auf Tin. phryganella geführt. Dieser
Schmetterling hat nämlich, wie auch seine Gattungsver-
wandten und mehrere Wickler auf dem hinteren Drittel in
der Mitte jedes Oberflügels eine Art Erhabenheit, von der
die Flügelfläche nach dem Hinterrande sich so senkt, dass
von der gedachten Erhabenheit gleichsam zwei Leisten, eine
nach der Vorderrandspitze und eine nach der Innenrand-
spitze gehen. Diese Beschreibung der fragl. Flügelbildung
ist vielleicht schlecht, wer aber den Flügel von Tin. phry-
ganella darauf ansiehet, wird leicht finden, was ich meine.
Durch diese Flügelbildung aber wird an der betreffenden
Stelle eine Farben- resp. Lichtbrechung herbeigeführt und ich
283
vermnthc. daas ricrk dicfto mit Keinen grauen Linien hat
Husdrlickoii Wollen. '1
Fip. -. polyorlon. ist im Syst. Nat. r<l. X. ni< lit
Hiir^'rnilirt und «'s wird daluT nach drm Kcrhlc der rrinri
tiit \. pcrgpiciliaris L. lonirrliin N. poly(id(»n Clerk zu
hcnennrn sein, für N. polvodon I^. aber der Name N. ra-
dicea W. V. anpcnomnien werden mllsscn.
Fig. i. a^inana. I)i'ni, was Herr l'rof. Zt-ller iilicr
diese Aliliildung bereits gcsa^'t hat. fUpc ich noch folgendes
hinzu: in dem (JotliaiKclieu KMiiiplar»' \tin Clerks Werk
igt asinaua tulgendermasscn colniirt : K(»pf, Thorax und die
erste Hälfte der NOrderIlii'cel schmut/i^: lehm;;ell). Dann
kommt die fast gerade nur an dem Aussenrandr ein wenig
wcllcntormige, quer durch die Flllgelmitte laufende, nur
etwas mehr gegen die untere Flilgelecke sieh neigende
Mittolhindc. Sie ist graubraun j:erärbt und wird gegen
den Inuenrand etwas umbrabraini vertieft. Die andere
V«>rdertlligrlhalttc ist braungrau. Im (lan/.en ersebciiit die>e
Färbung einlVirniig und die Mittelbinde tritt nur wenig her-
vor. Die Hintcrflilgel sind braungrau. .Mir ist nur ein
Wickler bekannt, der nach (irösse. Form und Färbung auf
die .\bbildung passt und dies ist Tortr. maurana und ich
stimme deshalb ganz der Deutung bei, die Herr Zellcr am
bctreflenden Orte tiir diese Figur gegeben hat. Maurana
zeigt in manchen P^xemplaren last genau eine solche An
deutang einer nach unten dunkleren Mitteli)inde, wie sie
anf der Clerk'schen Figur etwas roh dargestellt ist. Na
mentlich habe ieh entsprechende Fxemplare in der reichen
Samndung des Herrn tlerichtsrath Keferstein hier gesehen,
an denen auch die .Vuszackung der lÜnde ganz der Clerek-
schen Abbildung entspraeji. Ks wird also fllr den Namen
maurana dt r Clerk'sehe .Vaine asinana eintreten müssen.
Fig. •>. punctata lialtr ich Oir Tin. applant IIa Fahr
Die Ahbildun;:. die ich \or mir habe, tntsprieht dieser He
Stimmung /icndi'h, doeh will ich deren nichtigkcit nicht
llber allen Zweif< 1 erhaben halten.
*) Horrich ■ S< büff-T. Band IV. Mcfpslrr p»«. 26 ;bri lüAurAoa)
rii hpt fn^rana zu nixiiran», »h«>r j^rwiis mit t ofTht. C l^rk ^ BU<i
h«t mach nicht ritir. ontfornt*» A'^hnli« hkcit mit maunina.
284
Tafel III.
Fig. 2. vibicaria. Ist im Syst. Nat. ed. X. nicht
aufgeführt und es wird also als Autorität zu dem Namen
Clerk citirt werden müssen.
Fig. 3. incauata. Herr Zeller erklärt diese Abbil-
dung für Geom. strigillata Tr. X. 2. 305. und meint, dass
schon die Grösse des Bildes dessen Deutung auf incanata
Tr. ausschliesse. Diese letztere Ansicht habe ich schon
beim Studium der Linne'schen Schriften und ohne Clerk
zu kennen, gewonnen; aber damit, dass Jincanata Clerk
und Linne Geom. strigillata sein soll, kann ich mich nicht
einverstanden erklären, ich halte vielmehr sowohl die Clerk-
sche als die Linne'sche incanata für Geom. mutata H. - S.
fig. 98 — 100. Zur Begründung dieser Behauptung führe
ich Folgendes an: Was zunächst die Clerk'sche Abbildung
betrifft, so zeigt dieselbe 1) ganz gerundete Hinterflü-
gel. Hätte er strigillata vor sich gehabt, so würde er das
Eckige der Hinterfltigel dieser Species wohl ausgedrückt
haben, wie er es bei putata gethan und selbst bei vibica-
ria den nicht ganz gerundeten Hinterrand angedeutet hat.
2) Die beiden gebuchteten bräunlichen Striemen auf den
Oberflügeln, zwischen denen der schwarze Punkt stehet,
sind deutlich so angegeben, wie mutata sie hat und wie
strigillata sie nicht zeigt. Dagegen ist 3) von der dunkeln
Strieme, die bei strigillata von dem Vorderrande der Vor-
derflügel gegen die Mitte des Innenrandes der Hinterflügel
läuft, keine Spur zu sehen. 4) Die dunkle gezackte Quer-
strieme und die weisse gezackte Strieme dicht dahinter, die
mutata viel deutlicher hat, als strigillata, ist deutlich an-
gegeben. 5) Die schwarzen Funkte, die mutata vor dem
Franzensaume der Flügel zeigt, sind unverkennbar ange-
geben; strigillata hat solche Punkte nicht, sondern
in deren Stelle eine feine braunschwarze Linie.
Was Linne's incanata betrifft, so will ich darüber nur
anführen, was im Syst, Nat. ed. X. angegeben ist. Hier
heisst es unter No. 187: P. geom. seticornis, alis omnibus
canis postice striga alba repanda disco puncto margineque
nigro-punctatis. Der Falter ist unter den Spannern
mit gerundeten Flügeln aufgeführt. Hätte Linne
die G. strigillata vor sich gehabt, so hätte er sie gewiss
unter den Geometris alis angulatis aufgeführt. Auch hätte
er den Rand nicht schwarz punctirt genannt. Ausserdem
ist auch die Grundfarbe bei mutata eher „weissgrau'' zu
nennen, als bei strigillata. Schliesslich bemerke ich noch,
38.^
dasi AQcb die ausfbbriK-hrre BeM>hreihon^ in der F&an
Roec. nnd im Syst \at. cd. XII , oamentHrh der l'ntcnwite,
vollkommen aaf miitata H. S. Tr. pasut und dÄ»»s die d»-
Relbfit noch berindlirho Anpahr: alae nosticac fcre anenia
tae die nonst wohl in Frage zn ziehenae Dcntnng aof Geom.
immotAta*) ausRchliesBt. Denn Geom. matata H.-S. zeigt bei
vielen Exemplaren gerade mehr als immatata einen ein we-
nig eckigen Hinterrand der Flinterflflgel. Ansserdem sind
anch aat der f'lerk'srhen F'ignr die beiden Qnerlinien anf
den r)berflHgeln, welche den schwarzen Mittelpunkt ein-
fichliessen, genao 80 angegeben, wie mntata sie zeigt. Tnd
da Clerk sich auf Linne Syst. Nat. X. \o. 1^7 bezieht, so
moM er wohl denselben Schmetterling dargestellt haben,
den jener beschrieb.
Sonach glaobe ich dargethan zu haben, das« Geom.
incanata L. und Clerk - G. mutata H. S. ist Geom. in-
cAnala Tr. dürfte deshalb anders zu benennen sein.
Fig. i"). mcndica. Von ihr gilt das bei vibicana
Bemerkte gleichfalls.
Fig. 7. uncula. Hier findet derselbe FalJ statt.
Fig. 12. lactearia. Das« Clerks schlechtes Büd
die lactearia L. vorstellen soll, gehet daraus hervor, da«»
die No. 107 dabei richtig vermerkt ist, unter welcher Linne
im Syst Nat ed. X. seine lactearia aufTuhrt.
Fig. 13. u Stella. Die Abbildung vor mir zeigt im
Wchcntlichen die Färbung, wie Herr Zeller sie beschrieben
hat. Diese Zeichnung und Linne s Worte: Habitat in svl-
vis paludosis nnd anti^nnae corpore dimidio breviore« . die
auf einen \S'ickI< r deuten, haben mich darauf geführt,
Clerks Bild mit Turlr. sicnlana zu vergleichen nnd ich
glaube nicht zn irren , wenn ich jene» Bild tllr eine ver-
prösserte und sehr verunglückte Darstellung der Tortr.
siculana annehme. IHeser Wickler lebt nach Treitschke
an rhamnuR frangula, der in der Regel in feucbteo Gegen-
don wachst An solchen habe ich siculana aicb oft geinn
den . z. B. in der Mark Brandenburg.
Fig. 14. pratella. Der I des Herrn Prof.
Zeller, da.«s Tin. pratella L — > - H seiu »<A\. ver-
mag ich nicht zu folgen.
*) Die Uerricb-Scbiff«r giebu
286
Was in der Faun, siiec. ed. I. stehet, vermag ich nicht
zu vergleichen, ich glaube aber auch nicht, dass auf diese,
die 1746 erschien, zurück zu gehen ist.
Dagegen kommt hier in Betracht das Syst. Nat. ed.
X,, weil auf dieses Clerk bei seiner Abbildung Bezug
nimmt. Dort aber heisst es pag. 535. No. 245: Tin. ahs
superioribus albidis: linea albissima postice ramosa: apice
striis obliquis. Jlabit. in pascuis. Das passt ganz auf
abgeflogene oder w^eiblichc Exemplare des Crambus prato-
rum Fabr., wie sie massenhaft auf Wiesen vorkommen.
Was in der Faun. suec. ed. 2. über pratella gesagt
ist, scheint mir, im Ganzen genommen mindestens eben so
gut auf Cramb. pratorum, wie auf selasella H. zu passen
und statt hier die Worte : ,, apice striis obliquis " zu strei-
chen, wie Herr Zeller will, — was nicht gehet, weil sie
keine Schreibfehler sind, sondern schon im Syst, Nat. ed.
X. stehen — möchte es natürlicher sein, den Ausschlag
durch das Citat aus Clerk und die Worte: Habitat in lae-
tissimis pascuis cum praecedente herbeizuführen. Was zu-
nächst das Citat betrifft, so ist es keinesfalls irrthümlich
hingesetzt, denn Clerk hat sich ja zuvor auf Linne's pra-
tella (Syst. Nat. ed. X.) bei seiner Abbildung berufen.
Und was ferner die Worte über den Aufenthaltsort be-
trifft, so passen sie gar nicht auf selasellus. Denn
diese letztere Schabe ist, abgesehen von ihrem viel selte-
nerem Vorkommen, auch nicht in „laetissimis pratis cum
praecedente (jedenfalls pascuella und nicht pinetella, ob-
gleich letztere allerdings unmittelbar vor pratella stehet,
aber nach Linne's eigener Angabe in Pinetis leben soll)
sondern nach Zinken's Beobachtung (Treitschke IX. 1. pag.
120) auf feuchten Wiesen im Walde und nur an gewissen
Stellen zu finden. Selasellus ist, wenn er überhaupt in
Schweden vorkommt, Linne höchst wahrscheinlich noch gar
nicht bekannt gewesen. Kannte doch Treitschke im Jahre
1832 nur ein einziges Exemplar dieses Schmetterlings!
Herrich-Schäffer hat keine Angabe, aus der man schliessen
könnte, dass selasellus in Schweden vorkäme; denn daraus,
dass er Chr. furcatellus Zetterstedt mit einem Fragezeichen
zu pratellus (selasella H.) ziehet, ist nichts zu folgern, zu-
mal jener furcatellus schwerlich selasella H., viel eher
radiella H. ist.
Fig. 15. Bicostella. Diese Art ist im Syst. Nat. ed. X.
nicht aufgeführt; es wird also bei derselben Clerk als Auto-
rität zu citiren sein.
>7
Tafel 5.
Fip. 2. Stri^'i Hat 51. Irh 8tinimc Herrn Zcllcr hn.
flftss f.inn^ bei «Irr Hcsclinilninp srinor C;c(»m. strif:ill.it«
rin an den Tastern vcrstllinnu-ltrH Kxnnplar di'r l'yr. lar
»irrinalis vor «ich pliabt haho. N<<(h ehe ich Clorcks Ab-
hilcliiii;;on kennen Uinte, hatte ieh in meiner Sammlung
eine I'yr. tarsicrinalix niit der Mezeit hniinf; ntripillata I..
auf fJrnnd der Linne sehen Mes<hr«il>nn^'cn ntecken, war
aber meiner Saehe noch nicht ^'an/, gewiss. DiertC (iewifts-
heit habe ich auch durch Clerks I'.ihl nielit erlan^'t, denn
dieses iHsst pehwcriich anf Tyr. tarsicrinalis schliessen,
wohl aber iMspt ch vermnthen, dass (Merk ein an den Ta-
stern verstlinuneltcs Kxeinplar jenes Falters, wahrseheinlieh
dasselbe, wonach Linne besehrieh. copirt habe, denn nieht
leicht findet sich unter den Clerk'sehen Alibildun^nn eine
zweite, die einen so pänzlich kahlen Konf zcipt. als die hier
in Frage befindliche. Dieser Imstand und Zellers Au»-
einandersetzunp machen es mir ccwiss, dass Biripillata L.
= tarsicrinalis Tr. ist.
Fip. l<i. Lividata. Ich habe bereits bei anderer
r.clepenheit darzutliun versucht, dass lividata L. = bisetata
Hufn. sei. Ich halte das dort (lesa^tc auch jetzt noch tllr
richtip. Die Besehreilnmp der (»berseite der lividata hei
IJnn«^ paMst auf keinen andern Spanner so put, als auf
bisetata Was Linne llber die Interseite sapt. seheint mir
etwas dunkel oder <lnreh einen ."Schreibfehler unklar: subtUH
omnes pallidae: stripa fusea pnne punctum: tascia dein ob-
sohta inter punctum et stripam. Die blasse Farbunp passt
anf bisetata, auch findet sich dort, auf den Oberflilpeln wc-
nipstens die sehwürzliehe .Strieme hinter dem l'unkte. Wie,
aber freilich zwischen diesen Punkt und die .Strieme noch
eine verli'Hchene Hinrle komm« n sm||, ist mir nicht klar.
Die Binde ist wohl du, aber sie ist zwischen der Strieme
und dem Ilinterrandc und \iellcicht hat l.inne sapen wollen :
fascia dein obsolet« pone punctttm et stripam. Von (ieoni
deversata besitze ieh nur I rürchen. Aber diesem nach xn
urtheilen hat weder f.inne n<'ch Clerk diesen .Spanner vor
•iich L'eh.ibt. Wenn bei Herrn /cller die Worte in der
l.inncsch.n Beschreibunp: antiee pallidae talac) vel pal
lide sulphureae r.cdenkeii rrrep-en, indem er sie anf den
Vorderrand der \orderfllIpp| beziehet, Sf» muss ich gc
stehen, dass mich pera^le diese Worte, in meiner Kestim-
mnnp auf bisetata bestärkt haben: denn ich habe sie nicht
»uf den Vorderrand der Vordcrtlüpel, sondern auf die vor-
288
dere (Basal-) Hälfte der Flügel, und zwar aller vier bezo-
gen , weil Linne vorher sagt : alae omnes puncto centrali
»atro utrinque und dann fortfährt: antice etc. und dann wei-
ter sagt: postice d. h. auf dem hinteren Theile, obsolete
fuscae striga pallida et pone strigam fuscus color minus
saturus, was auf viele Exemplare der in der Intensität der
Farben vielfach wechselnden bisetata sehr gut passt.
Ausserdem ist auch die facies et statura der bisetata
der von aversata so ähnlich, dass, wenn auch bisetata in
der Regel etwas kleiner ist, Linnes Vergleich beider wohl
anzunehmen ist.
Durch Clerk's Bild wird man um nichts klüger; doch
passt es immerhin auf bisetata mindestens eben so gut als
auf irgend einen der verwandten Spanner.
Ich halte daher dafür, dass für Geom. bisetata der
Name lividata eintreten muss und zwar mit der Autorität
Clerk, da der Falter im Syst. Nat. ed. X. nicht vorkommt.
Fig. 12. Remutata. Ich stimme Herrn Zeller willig
darin bei, dass remutata L. aus Clerk nicht remutata Fr.
sei ; aber eben so wenig kann ich sie für Geom. sylvestrata
cf halten. Vielmehr halte ich dafür, dass Herrich-Schäffer
das Richtige getroffen hat, wenn er sie für aversata erklärt.
Die Diagnose bei Linne Syst. Nat. ed X. : Geom. seticornis
alis flavescentibus: strigis tribus fuscis, puncto margineque
postico nigro-punctato passt sehr wohl auf Geom. aversata
und Clerk's Figur passt nicht minder, ja, ich möchte sie,
auf aversata angewendet, eine der gelungeneren nennen.
Dazu kommt nun noch, das Linne in der Faun suec. bei der
Beschreibung der remutata sagt: alae glaucae: strigis tri-
bus, fuscis, curvatis, aequali spatio remotis; margo
posticus striga fusca cum punctis fuscis. Diese Eigenthüm-
lichkeit findet sich gerade bei aversata, wo in der That
vor dem Franzensaum eine feine schwarze Linie läuft, hin-
ter der die schwarzen Punkte stehen.
Dass Clerk auf einer und derselben Tafel denselben
Spanner zweimal abgebildet hat, kann kein Bedenken er-
regen. Denn es wäre wohl heut zu Tage noch nicht zu
verwundern, wenn man die aversata mit dunkel ausgefüll-
tem Mittelraum für eine von aversata mit leerem Mittelraum
verschiedene Species hielte. Es dürfte daher begründet
sein, Geom. remutata L. aus der Reihe der Arten zu strei-
chen und die eigentliche remutata nur mit der Autorität der
Wiener zu citiren.
Fig. 15. Dotata. Bei dieser Figur ist No. 173 des
2H9
Syst. Nat. od X. angcflllirt, während bei den vorberpehen-
dfii hoidiMi, dif pyraliatA H. dtntlitli darstcllcu, der Name
pdpulaUi und N(i. It'»'* iliH Syst. Nat. arif^cf^eNcn i.st. Il;ittc
ilas Hilil v«iii dotata climklf Flecken aiit dem Fraii/eiigaiinie,
so würde ich es am ehesten filr luarmorata halten, so aber
wird Herni Zellers Ansieht beizutreten »ein. dass populata L.
darL'estellt ist. Des Syst. Nat. ed. X. eiithillt nun über
beiue pedaehte Falter tollend«* An^,'aben:
U)H. INipulatn. (leMin. setie(»niis, alis tlavo pallidin:
antieis snbfaseiatis: apiee siibtus fuseo-iMMitaminatis. Ilabi-
lat in pi)pnlt>. — Alae prinuirus sufjra obnolete griseo
laseialae; postiee (eaei subtus tia\erteente8 arcu fuse»)
e\ punetis eum puneto eentrali uigro.
17.5. Dotata. (Seoni. setieornis alis Havencentibug:
antieis subfaseiatis: apici«* litnra siibtus tiisea Habitat iu
Kiiropa.
Hier hat Liiiue offenbar unter ItiH unsere Populata
besehrieben und sub 173 wobi nieht« anderem als Pyra-
liata. Also gerade umgekehrt, als naeh Clerks Figuren
anzunehmen ist und es dürfte die einfachste Krkliirnu^
dieses l'mstandes die sein, dass Clerk beim .\bbildcn die
beiden betreffenden Sehnietterlinge v<'rweehseU hat.
Tafel 6.
Fip. 15. Fulva^'o. In dem mir vorliegenden Werk
Von Clerk stellt diese .Mibildiinir die N. sulphurago so Über-
einstimmend mit einem Kxemplare dieser Knie iu meiner
Sammlung und mehreren in der des Herrn (ieriehtsratb
Keferstein vor. dass gar kein Zweifel Über diese Dar-
stellung, die mir eine der gelnn^^ensten scheint, sein kann.
Tafel 8.
Fig. J Miata.
/
Fip. 4. ohne Namen \
.\\\\ der Tafel x kommt zweimal der Fall vor, daM
Fijruren noch mit einem besonderen Zeichen versehen sind.
Mei miata ist nitmlirh ein : und weiter unten bei Fig. H
suceeuturiata ein tt angebracht. I'nter sae» enturiata Fig. H
fteht FifT. 1 1 mit der Ikzeichnung suceenturiat« i. In
gleicher Weise steht die nnbenannte Figur 4 gerade noter
miata. Das übereinstimmende, besondere \ erfahren, waa
Clerk hier anicewendet hat, kanu meines Eracbtenn uicbu
290
anderes bezweckeü, als darauf hinzuweisen, das Fig. 2 und
4 resp. Fig. 8 und 1 1 jedesmal denselben Schmetterling, in
zwei Varietäten darstellen sollen. Fig. 2, miata, wird das
Exemplar sein , nach welchem Linne im Syst. Nat. ed. X.
beschrieb. Fig. 4 derselbe Falter nach einem wahrschein-
lich gezogenen , ganz frischen Stücke , was ich daraus
schliesse, dass hier die Kaupe mit abgebildet ist und dass
das Bild des Schmetterlings, wie. mangelhaft es auch im
Ganzen ist, doch den purpurnen Schimmer in zwei Längs-
Strahlen auf den Oberflügeln zeigt, der psittacata im frischen
Zustande eigen ist.
Fig. 3. Hepatica, Es ist wunderbar, wie zwei so
verschiedene Schmetterlinge, wie Noct. hepatica Tr. und
Noct. tincta in so engen Vergleich haben gezogen werden
können, als es in Wirklichkeit geschehen ist! Die Noct.
hepatica Tr., die ich aus der Sammlung des Herrn Gerichts-
rath Kefersteiu besitze und zwar in einem guten Exem-
plare, ist in ihrem ganzen Erscheinen der Noct. rurea so
ähnlich, dass sie von derselben nur bei sorgfältiger Betrach-
tung unterschieden werden kann. Hieraus wird man er-
kennen, welche Grundfarbe die Überflügel dieses Schmet-
terlings haben: jenes gelbbraun, welches Treitsche „le-
berbraun" nennt, das aber wohl richtiger „lederbraun"
zu nennen sein möchte. Fast will es mir scheinen,
als ob man früher diese Farbe gerade um deswillen
„leberbrauu" genannt hat, weil das am besten dem
Ausdruck „hepatica" bei Linn6 entsprach und man diesen
Schmetterling eben zu Linne's N. hepatica stempeln wollte.
Nun ist aber kein Beispiel bekannt, wo Linne die Farbe,
die N. hepatica Tr. hat, leberfarben nannte; eher würde er
sie lutea oder lutescens oder griseo- lutea genannt haben.
Selbst Treitschke bezeichnet bei N. scolopaciua und N. rurea,
die beide der N. hepatica Tr. in der Färbung höchst ver-
wandt sind, die Farbe der Vorderflügel mit „ex flavo fusca"
und „cinereo - fuscoque nebulosa." Es scheint mir also der
Ausdruck des Linne „hepatici coloris" falsch aufgefasst zu
sein. Wendet man dagegen diesen Ausdruck auf N. tincta
an, so stellt sich die Sache anders. Diese Eule hat einen
so eigenthümliche blaugrau-röthliche Grundfarbe der Ober-
flügel, wie sie sich auf der äusseren Oberfläche der thie-
rischen Leber oft zeigt und meines Erachtens ist der Aus-
druck von Linne sehr glücklich gewählt, um die eigenthüm-
liche Färbung der Tincta kurz zu bezeichnen. Damit
stimmt denn auch der andere von Linne für jene Farbe
gebrauchte Ausdruck: „glaucescens" wobei ich daran erin-
iicrc, ilaHM Linuc das tütliiirbe blan^rau der Hoiiil). ciirtula
,,^daiica" lu-niit.
DicHi' allKeiiuiiu! Ilouiurkuiif; Vürausgescliickt, llllirc
ich die eiiizelmii (IrliiuK- uii, die mir es /iir (lewissheit
iiiacliiii, dasd die N. litpatica Clerk et Liiiiie identisch mit
N. tiiictu Tr. JKt:
1. Hütte Clerk die N. bepatica Tr. vor sieh ^'ehaht, 8«»
hiitte er sieherlieh einen Inauuen Schmetterling' dar
;,'esteilt, wie er es bei X. luta, N. Iielvola und N. ex
elamationis, bei (ieom tiliaria (piniaria v hideutata,
ahsintbiata, ^'utliau hat. Si» alter /eif?t seine N. he|)a
tiea (weni;:stens in der Al)hiidnn^ die ieb V(»r Uiir
habe) verbältuissmjissij; reebt ^'Ut jeue8 riithlieb an
getlogcue ^rani)laii, welches der tineta so «i^eii int.
2. An dem iinti-rn llande der Schultcrdccken /,ei;;t Clerks
Hild sehr ileutlich ilie weissiii Känder, die tineta hat.
die aber der liepatiea Tr. tehleii.
3. Linue. der sieh auf Clerks hepatiea be/iebt, ja wohl
hei Abl'assiing der IJesehreibun^ in der Faun. suee.
das Clerk'sebc Hild mit vur sieb ;;ehabt bat, bebt in
der Diaf^nose eine tascia terminali.s hesonders bervoi
und kuntnit in der liesciireilmng darauf /urllck, indem
er sagt: dein tascia terminalis augustior, inae(|ualis,
lerrugiuea. Dies ist olVenljar die dunkle l'leckenhinde,
die Tiiieta zwiseheii der gewässerten Jiinde und dem
llinterrande hat und die bei diesem Sebmetterlinge 8(»
ebaraeteristiseh her\ ortritt, wie iJnne sie aufgefasst
bat. Hei hepatiea 'iV. ist /war an der lutretVendcn
Stelle auch eine schmale dunkle lünde. allein sie ist
durehau» nicht besonders hervortretend, vielmehr dem
dunklen Streiten nur eutspreebend, den an der ge-
daebtcn Stelle die meisten Noetneu baben.
4. Ijnne nennt die 1 nterseitc cinereo rufesceus, was ganz
auf Tineta jtasst; bei hepatiea Tr. ist sie mehr rufes-
eens ohne grau»* (eher \ielmebr sehwilrzlicbej Bei
ndschuug.
•'). Linne bebt die ilanrbiisebel des Kllekcus uud deu
Sihupf «les Thorax besonders bervor. l nd in der
That sind dieselben bei N. tineta auffallend stark eut-
wickelt und jedenfalls viel mehr, als bei N. bepa
tica Tr.
S«rupel hat die gelhe I'iirliun^' der l'ran/.en am Hin-
terran«le der l ntertlUgel bei Clerk untl die ent«prechendc
Beschreibung bei Linne erregt. Ich lege allen andern Im-
ständen gegeuUber hierauf wenig (iewiebl; Clerk hat in
der Fürbuung «.ftcTH gefehlt oder viellcieht aneb ein t^xem
292
plar vor sich gehabt, an dem jener Saum durch irgend
einen äusseren Einfluss gelblich geworden war. Linne aber
mag leicht seine Angabe : margine postico flavo eben nach
Clerk's Bilde gemacht haben.
Tafel 9.
Fig. 3. Culicit'ormis. Bei diesem Bilde ist keine
Nummer des Systems angegeben. Doch ist der Schmetter-
ling im Syst. Nat. ed. X. unter Nr. 29 pag. 493 beschrie-
ben, während Ses. tipuliformis (Fig. 1. Clerk) und Ses.
apiformis (Fig. 2. Clerk) darin fehlen, so dass also zu
letzteren beiden Benennungen Clerk als Autorität ge-
hören wird.
Fig. 4. Lupuli na. Mit der No. 63 des Syst. Nat.
ed X, Dort ist aber unverkennbar B. lupulina beschrieben
und es muss daher bei der Clerk'schen Abbildung ein arges
Versehen stattgefunden haben , da diese Pyr. sticticalis
darstellt. Wenn Linne im Syst, Nat. ed. XIL bei Lupulina
die Fig. 4 der Tafel 9 des Clerk citirt, was er in der
Faun. suec. nicht thut — so kann nur angenommen wer-
den, dass er das Citat aufgenommen hat, ohne den Clerk
zu vergleichen.
Fig. 7. Complana. Hier findet derselbe Umstand
statt, wie bei Fig. 4. Clerk beziehet seine Fig. 7 auf
No. 85 des Syst. Nat. ed. X. und dort ist Lithosia complana
deutlich beschrieben, während Clerk's Abbildung auf N.
asclepiadis bezogen werden muss. Aus dem Gesagten geht
zugleich hervor, dass die Uebertragung des Namens complana
auf N. asclepiadis ganz unzulässig sein würde.
Fig. 12. Viridaria. Dieser Name wird nach dem
Rechte der Priorität auf N. aeuea zu übertragen sein.
Tremula, ohne Nummer. Herr Zeller hat bereits
nachgewiesen, dass die Figur die B. dictaea darstellt. Ich
bemerke hier nur noch, dass eine B. tremula im Syst. Nat.
ed. X. nicht vorkommt.
Tafel 10.
Fig. 3. Logiana ist Tortr. favillaceana H. S. Ich
besitze in meiner Sammlung ein Exemplar dieses vielfach
293
\ ariirenden Wicklers, aaf den Linnc 8 Angaben in der Faun,
ßuec. pa^. 34^ Xo. 133«'» vollständig panson (conf. auch
Wood. Fi^'. 1" »".")'. Die I'alpcn nennt er dort: hrcve»,
proniiiientes et (|uasi liieornes. Herr Zelier Hcldiesst hier-
aus aut Taster, wie sie eine Depressaria hat. Dem kann
ieh aber nicht beistimmen. Da niuchte duch der Ausdruck
prominentes nicht ganz |>asscnd sein. Linne hat wohl bei
tieni Ausdruck bicornes an zwei gerade vorwärts gerit htete
Iblrner gedacht, und da tinde ich seinen N'ergicich gar
nicht übel, wenn ieh Kxemplare <ler 'l'ortr. favilhiceana in
Betracht ziehe, an denen «iie in (br That recht gerade
v«»rstehcnden, Übrigens zicmlicii kurz.ii Taster .sich im Tode
etwas auseinander gestellt haben.
liei Tortr. favillaccana siml aucl« die Intcrflügel weis-
lich und die Vordcrtlligel sind nath hinten zu gefurcht,
was Linne ganz bezeichnend -strigis e.xaratae" nennt.
Diese strigae hat Clerk waiirscheinlieh auch durch die
sei Warzen Striche und Tunkte bezeichnen wollen, die seine
Abliildung an der betrelTeudeu Stelle zti:;t *i.
Fig. 11. Husticella. Herr Zeller bat als Vcr-
niuthung ausgesprochen, dass dieses Hild (irapholitha nebri-
tana vorstellen solle. Ich gebe, jc(if»ch auch ohne volle
Sicherheit, dieser Darstellung eine andere Deutung', näm-
lich auf l'hye. elutella. Tr. IX. 1. li>4.
Diese Schabe, von der ich vcrmuthe, dass sie unter
den zum Thcil noch goheimnissvollen schädlichen Motten
in den menschlichen WohnunL'cn, die ältere Schriftsteller
anlilhrcn, «ine Holle spielt, hat jene aschgraue Grundfarbe,
die Clerks Bild zeigt, sie hat auch den dunklen Schatten-
streif auf den Obertlllgeln, von der Basis nach dem Hinter-
rande, etwas unter der Flllgelmitte lautend, wie Clerk ihn
darstellt und die dunklen Zeiclinun;;en auf rler zweiten
Haltte des Vorderrandes kTmucn wohl als .\ndcutung der
zweiten Querbinde dienen, die elutella hat. dn* al)er. gleich
der ersten, an undeutlich gezeichneten Kxemplaren, fast
verseh windet. (Vergl. auch Hr.sel I. IV'. Tab. lö.) Die
dunklen Hinterrandspuncte der Clork'schen Figur finden sich
bei elutella bald mehr, bald weniger deutlich.
* lortr. I.ip<>i.inft II. S. kanD irh nicht für •p«cifisch T6r-
üchieden von fa\ilUcoana halt<>n. Pio Iflionjinfr*» von der einen
zur Andorn sch»'in<'n mir vollkommen vorhanden. \V«j Herr.-Schiff.
über beide s>, {^cbt kein«a Anhalt lar cbaracterülucben l'nter>
•chcidunpr.
90
294
Fig. 12. Lediana. Ich habe bereits früher die An-
sicht ausgesprochen, dass Tortr. lediana L. die Tortr. amoe-
nana H. sei.
Herr Prof. Zeller erklärt iu der Entom. Zeitung Jahr-
gang 1853 pag. 283 die lediana L. für Tortr. Lienigiana.
Letztere ist mir unbekannt und auch das Werk von Herrich-
Schäflfer giebt darüber keine Auskunft. Ich muss dahin
gestellt sein lassen, welche Ansicht die richtige ist.
Tafel 11.
Fig. 4. Pruniella. In dem Gotha'er Exemplare ist
die Abbildung folgendermassen colorirt: Kopf und Thorax
weiss. Die Vorderflügel lilafarben, am Innenrande mit einer
weisslichen Strieme, in deren Mitte sich eine dunkler lila
gefärbte Makel, als Anfang einer Querbinde befindet. Der
Vorderrand, besonders nach der Spitze zu, ist schwärzlich
fein punctirt und gestrichelt, dazwischen mit etwas lich-
terem Grunde. Die HinterflUgel sind aschgrau. Ich kann
die hier in Frage kommenden Species albistria Haw.
und semifusca Haw. nur nach den Abbildungen in Wood's
Index entomologicus vergleichen. Allein von diesen passt
semifusca, Fig. 1295 nach Form und Farbe nicht gut auf
Clerk's Malerei. Eher mendicella Fig. 1296, aber auch die
pruniella Fig. 1298 passt gar nicht so übel. Es scheint
mir daher das natürlichste, die pruniella Clerk und Linne,
so wie auch tetrapodella L. für gleich mit pruniella W. V.
zu nehmen, zumal da mir eine specitische Verschiedenheit
zwischen pruniella W. V., semifusca Haw., albistria Haw.
und tetrapodella Wood noch gar nicht erwiesen zu sein
scheint.
Es will mir gar nicht nutzenbringend erscheinen,
aus den geringfügigsten Verschiedenheiten , die sich in der
Färbung zeigen und meist Zufälligkeiten oder höchstens
Einwirkungen des verschiedenen Futters «ind, den Grund
zur Aufstellung! neuer Arten herzuleiten.
Pruniella, wie sie in Menge um Schieb ensträucher und
ähnliche Gewächse schwärmt, ist von Linne ganz gut
beschrieben und seine Benennung durchaus beizubehalten.
Fagatella H.-S. 653 ist lediglich Varietät von pruniella.
Und dessen tetrapodella 646, conjugella 647, spiniella 648
und glaucinella 649 halte ich auch für nichts anderes.
Fig. 13. Argentella. Das Bild zeigt Kopf, Thorax,
Ober- und Unterflügel etwas schmutzig kreideweiss, überall
mit unrc^celmässigen, roBtfarbonen Flecken. Diese letzteren
sind w(»hl jedenfalls dnrclj clu-nnsrhc Zerstörunj:: der Farbe
Lnt>*tan(kn. DaraiH vcrniiitlur ich, das«* zu der Maleroi der
argentcllu eine andere Farbeusubstanz ver\vcn<iet worden
ist, als zur dirlU daneben stehenden ar^entana. Diese zeif^
aueh kreideweisse ObertlUpel. aber rein und gleiehmässi^
weiss. iJaraus verniulhf ich lerner. da.ss ri''rk nicht cygni-
pennclla hat darstellen uullen. der er die gleiche Färbung,
wie arpentana hatte ^'eben können. s<»ndi.'rn einen Schmet-
terlini; mit einigen» .Metallschinnner. Linnr-'s argentella, die
auf der Fiehte lebt, halte ich unzweifelhaft für die Tin.
Bergiella liatzeburg, die sieher identisch ist mit illumina-
tella U.S. G^T). Und obgleich Linne die Fig. 13 Clerk's
nicht zu seiner argentella eitirt. niüchteu beide doch wohl
sich auf den uanilieheu Schmetterling beziehen.
Tafel 12
Fig. ><. Linneella. In dem Gotha er Exemplare
des Clerk sind die Flecken der N'orderHügcl zwar auch
ohne Metallglanz, aber auf dem einen FlUgel 4:enau so ge-
stellt, wie auf dem andern und auf beiden /iendich so, wie
auf Tab. 8S der Beitrage von Fischer v. Küslerstamm, nur
etwas weiter auseinander und weniger scharf begrenzt.
Fig. lU. Strobilella. Die Abbildung in dem
Gotha'er F^xemplare de.s Clerk passt ihrer ganzen Erschei-
nung nach entschieden mehr auf Tortr. strobilana als auf
eosmophorana.
Fig. IT), i Die N'ummcr tehlt im G(»tha'er Exemplare.)
Tu rinne IIa. Hier kann ich Herni Zeller» .Vnsicht. dass
lin. turitinella L. nicht Tortr. turiitnaiia, snn<lern bu<>liana
sei, nicht beistimmen. Wenn Herr Zelbr die t(iri<>nana für
viel kleiner erkliirt. als di<' buoliana. t^*> finde ich dies au
den betrctTenden Exemj)laren meiner Samndung nicht be-
stätigt, vielmehr turionana kaum merklich kleiner als bno«
liana, einzelne Exemplare der Letzteren sogar kleiner als
Erstere. Linnes Kn'issen-Angabe m«khte daher wenig ent-
scheidend sein.
Wan die Heschreibong Linnes betritTt, so glaube ich
sicher, dass Linne eine andere Dia;:nose gegeben hätte,
wenn er bu« »liana vor sich gehabt hätte. Der Letzteren
Thorai hätte er gewiss nicht lutcus genannt Aber auch
die Beschreibung selbst halte ich für passend auf tariouana.
296
Linne hätte die Grundfarbe der Oberflttgel von buoliana
wohl nicht ferrugineus genannt, die Binden verdienen
wohl auch eher niveae, als argenteae genannt zu werden.
Es scheint mir die Bezeichnung: alae ferrugineo-alboque
nebulosae keinesweges sehr passlich auf buoliana, deren
Vorderfliigel Linne wohl ohue Zweifel gelbroth oder ziegel-
roth mit weissen Binden genannt haben würde, und für die
der Ausdruck nebulosae gar nicht bezeichnend erscheint.
Dieser Ausdruck passt dagegen auf die Färbung der turio-
nana recht gut und dieser Schmetterling hat auch die roth-
braune Farbe, die Linne seiner turionella beilegt. Der
fernere Ausdruck „albedine" spricht ebenfalls für turionaua,
denn es wird damit angedeutet, dass die weisse Farbe
nicht blendend weiss, wie sie buoliana hat, sei, sondern
matt, und zwar grauweiss, wie die nachfolgenden Worte
ergeben, nach denen das Weissliche der Flügel gleichsam
durch die Zusammenfügung verschiedener ungleicher silber-
farbiger Binden entstehet. Von buoliana kann mau das
nicht sagen. Bei ihr durchziehen die weissen Striemen den
Flügel als selbstständige Figuren. Bei turionaua dagegen,
und besonders bei den Exemplaren mit weniger Braun, ent-
stehet in der That der weissgraue Schimmer, der auch
nicht ganz ohne Silberglanz ist, dadurch, dass viele weiss-
lichgraue Wellenlinien dicht an einander gereiht sind.
Wenn sonach Linne's Angaben sehr wohl auf turionaua
passen, so halte ich nicht minder Clerk's Abbildung für
turionana. Auf die Grösse derselben kann dabei kein Ge-
wicht gelegt werden, denn das Clerk'sche Werk zeigt viele
Beispiele von zu grossen Darstellungen. Das Colorit da-
gegen entspricht unzweifelhaft weit mehr dem einer turio-
nana mit vorherrschend weissgrauer Färbung, als dem der
buoliana. Vorder- und Hinterflügel sind hell aschgrau und
erstere haben in massigem Grade rostgelbe Querzeichnun-
gen in abgebrochenen Wellenlinien. Von der sehr auf-
fallenden Grundfarbe der buoliana ist also kaum eine Spur
zu finden und noch weniger von den fast schwarzen Hicter-
flügeln mit silbergrauem Franzensaum.
297
Ueber einige Bembidien.
Von Prof. T>r. Brliituin.
Herr Jacqaelin Diival hat. wie den meisten Lesern der
entomt'lopischcn Zeitiinf; bekannt sein wird, eine monogra-
phische Hcarbeitung der etiropäi!*chen Hcnibidien in den
Annale!» d. I. soe. entomol. l^öl n. .'»^ verriffentlicht. Die
Arbeit hat ^-rosse Vorzllgre. die ich sowohl im Jahresbericht
Über 1851 als in einem kleinen Artikel ^Quelques obser-
vations 8nr le travail de Mr. J. Duval" in den Ann. d. 1.
goc. entom. l>^f)3. S. »>1 — C,^^ hcnorgehoben habe, sie hat
mich aber auch zu der Henierkunjr veranlasst, dass der
Verf. in manchen Fällen in d«r Vereinif,'unL' bereits unter-
schiedener Species zu weit pe^an;:en sei, und dass seine
syn<»nymischen Angaben mehrfach einer nochmaligen Be-
stätigung bedttrfen, eine Bemerkung, die ieh heute wie da-
mals rechtfertigen zu krmnen glaube
J.-l>nval vereinigt z. H. Bemb. foraminosum St
mit striatum F'abr., von dem es sich durch die tieferen
Crrnbeo und si-hwächeren Streifen der FlUf^eldecken sowie
durch einfarbii: bronzegriine Beine i die Schienen und Schen-
keiwnrzcl sind bei striatnm hellgelb) unterscheidet; er
vereinigt B. fasciolatum Duf^schm. Dej. mit tibiale
Duftschm. Dej., von dem es, abgesehen von Grösse und
Färbung, durch längere, flachere, hinten mehr zugespitzte,
au>><en starker jre«treii^e Flügeldecken und durch weniger
vortretende Hinten^cken des Ilalsschihles abweicht: er ver-
eini;:t 1'. obsoletum Dej. mit tricolor Fabr.I In diesem
letzten Falle ist die Vereinigung indessen nicht ganz so
gewaltsam, als sie auf den ersten Blick scheint. Ich glaube
n.imlich jetzt ermittelt zuhaben, dass das Bemb. tricolor
Duval nicht das in Oesterreich cemeine tricolor F'abr.,
Dntt., St., Dej., sondern an- • ■ •, ^^f scapularc
Dej. i welches .?.-I>uval als \ - tricolor atifftihrt)
7M beziehen ist, und da«« .I.-Dn\ul «la.n echte tri clor aU
neue .\rt unter dem Namen B. Krichsonii beschrieben hat.
In der Beschreibung des Erichsonii sind als spccifischc
Charactere hervorgehoben: ..antcnnarum articnlus primas
so'is nifus; prothorax planiuscnlns, brevis . eirtra oblontro-
ovata, striis leviter pnnctnlati« . extcmis sul' ' ' -",
Ch.iractere, die sannullich «lern tricolor F'abr. Du: ;i,
D< j zukommen, und die meistens auch von ^^turm und De-
298
jean ihrem tricolor ausdrücklich beigelegt werden *) (Sturm.
Taf. 158, Dejean Spec. V. S. 103).
Nim ist zwar meiner Meinung nach auch scapulare
Dej. (tricolor Duval) von obsoletum, welches blass-
geibe Beine hat, durch ganz abweichende Zeichnung und
dunklere Beine mit schwarzbraunen Schenkeln specifisch
unterschieden, die Vereinigung beider ist aber doch nicht
so gewaltsam, als die des tricolor Fabr. und obsoletum, die
kaum eine Aehnlichkeit haben.
Jacquelin- Duval sagt zwar in jedem dieser Fälle, dass
er alle Uebergänge vor sich habe, ich kann aber nicht um-
hin, dies zu bezweiteln. Ich habe mich viel mit Bembidien
beschäftigt, besitze eine ausgezeichnete Sammlung derselben,
habe eine sehr grosse Menge von Exemplaren in andern
Sammlungen untersucht, und bis jetzt ist von mir nie ein
Uebergang in den wesentlichen Characteren der genannten
Arten beobachtet worden. Man darf aber gewiss verlangen,
dass auch ein Anderer als J. -Duval sich diese Uebergänge,
falls sie wirklich existiren, verschaffen kann, vorausgesetzt
dass er die Mühe nicht spart und Gelegenheit hat, ein
reiches Material für jede einzelne Frage zusammenzubrin-
gen, und ich bemerke bei dieser Gelegenheit nochmals
ausdrücklich, dass ich z. B. die Vereinigung der Cicin-
dela maroccana mit campestris, der maritima mit
hybrida, der lugdunensis mit sinuata, der Formen
des Carabus monilis u. a. nicht durch einzelne Stücke,
sondern durch ganze Reihen von Exemplaren in meiner
Sammlung beweisen kann, und dass sich Jeder mit einiger
Ausdauer ähnliche Reihen wird verschaffen können.
Meine Meinung, dass die von J.-Duval als Uebergänge
angesprochenen Exemplare bei genauerer Untersuchung die
wesentlichen Charaktere der einen oder der andern Art dar-
bieten werden, erhält eine Bestätigung dadurch, dass Fair-
raaire und Laboulbene, denen doch die Einsicht in die Pariser
Sammlungen gestattet war, in ihrer Faune frangaise B.
fasciolatum wieder von tibiale, und obsoletum von tricolor
(scapulare Dej.) trennen, während sie allerdings die Ver-
einigung von foraminosum und striatum beibehalten.
Nach dem Vorausgeschickten ist es gewiss gerecht-
fertigt, wenn man hinsichtlich anderer synonymischer Re-
ductionen, die J.-Duval vorgenommen hat, nicht unbedingt
in verba magistri schwört, sondern die einzelnen Fälle einer
selbstständigen Prüfung unterwirft. Ich habe die vier in
'') Beiläufig sei bemerkt, dass ich aus der Sammlung der Ger-
marschen Sammlung Original-Exemplare des tricolor Dej. besitze,
209
der Entomol. Zcitnnp 1858 S. 201 genannten Rembidicn:
r h a e t i c 11 ni , a 1 p i n u m , g r a c i I c und 8 p c c u 1 a r e mit
vollem Hewusstsein und auf (Irllmle, die mir noch heute
iiicht>< von ihrem Wrrthc rin^rrhilsst /n haben scheinen, in
die 1. Autiage dos Stettiner < atalogs autgenoinmcn, obwohl
mir biwiisst war, das>^ .I.-Duval sii« mit pynnacum, rufipes,
bipunctatiim und 4-guttatnm Ni-rbundcii hatte.
1. Bomb, rhatticum Heer (Faun. helv. iL'T. 20)
wird von J -Duval »dine weitere Hcgründung mit pyrenacum
Dej. verbunden, einer Art, die ganz besonders flache
Flllgeldecken besitzt. Heer sagt aber in der Diagnose
..elytris e<»n v e x i usen lis" und weiter ,,glaeiali simillimum,
elytris c on ve .\ i<>ri bu s ete. dign.".
2. Hemb. alninuni Dej. soll nach Duval nicht ein-
mal eine \'arietät dis ruiijies sein. Nun hat aber Dejean,
einer der besten Beobachter, B. alpinum in seiner Beschrei-
bung mit rutipcs verglichen und Unterschiede in Form und
Sculj)tur der Flllgeldecken angegeben. Hier steht also Au
torität gegen Autorität. Entweder hat sieh Dejean Unter-
schiede eingeliildit oiler .J. -Duval hat nicht hinreichend ge-
nau beobaehtct. Soll nicht in einem 8<»lchen Falle die Art
im t'ataloge fortgetlihrt werden, bis eine nochmalige Prü-
fung der typischen Exemplare erfolgt ist? Dasselbe gilt
3. von Bemb. graeile Kamb., welches als Synonym
zu lti|)unctatum Liun. gestellt wird, ohne dassJ. -Duval seine
Ansieht anders als durch die Worte begrUndet ,,le graeile
Ramb. est tout simplement pour moi le bipunetatum, la dc-
scription n'en difTere nullemcnt'". Süll man einem so aus-
^'ezeichneten Beschreiber wie Barnbur ohne Vergleich der
Typen und ohne weitere Bestätigung den Schnitzer zu-
trauen, das» er das allbekannte biitunctatum Liun. als neue
.\rt und noch dazu als ,\rt der Eeja (Jru|)pe beschrieben
hat y
4. Das sanliiiisehe B. 8j)ceulare h'u^t. wird von J.-
Duval mit l guttatum als \'arictät verl)unden. Ich kenne
dasselbe nicht, es werden ihm aber ganz glatte spiegel-
blanke Flügeldecken zugeschrieben (,,ohnc Spur von l'uukt
gtreifen" KUstcr, „striis elytrorum nullis* J.-Duval. 18Ö1.
S. 32H1), während 4 -guttatum schwache aber auf der Basis
stark punktirte Streifen besitzt. J.-Duval sagt zwar
„cette Variete rcmar(|Uable nous presente tous les passages",
aber wo ist ein zweites Bcis|)iel in der Entoundogie. dass
dieselbe .\rt iiald mit Flügeldecken, die ganz glatt sind
bald mit P'lUgeldeckeD, die stark punktirte Streiten haben,
vorkoumit ?
J. Duval macht mir den in der Entom. ZcitUDg 1858
300
S. 65 aufgenommenen Vorwurf, dass ich über Bemb. ne-
bulosum nicht weniger als „dreimal" meine Meinung ge-
ändert habe. An sich wäre es nicht eben ein Gegenstand
des Vorwurfes, wenn man seine Meinung über die spe-
cifische Verschiedenheit eines Thieres je nach dem Ma-
teriale, welches man übersehen kann, ändert, vorausgesetzt
dass m«an nur der Wahrheit näher kommt. In dem gegen-
wärtigen Falle verweise ich aber die Entomologen, die sich
für die Sache interessiren, auf den Passus über Tachypus
Rossii in der Berl. Entom. Zeitscbr. I. S. 150, der sie in
den Stand setzt, sich ein eignes Urtheil zu bilden, ob und
in wie weit jener Ausspruch gerechtfertigt ist.
Nachschrift der Redaction. Gegen den Abdruck
des vorstehenden Artikels von Herrn Prof Dr. Schaum
hatte ich, wie sich nach den von mir mehrfach ausge-
sprochenen Principien versteht, um so weniger etwas ein-
zuwenden, als überhaupt die sachliche Streitfrage (abge-
sehen von dem Punkte der Gruppen-Anordnung) sich nur
um einige Synonyme oder Nicht-Synonyme dreht, und ich
schwerlich glaube, dass zur eventuellen Vertheidigung der
von Herrn Jacquelin-Duval ausserdem noch monirten 7 Spe-
cies Bembidium sich gar keine Momente anführen Hessen.
C. A. Dohrn.
Literatur.
Enumeratio corporum animalium Musei Imperialis aca-
demiae scientiarnra Petropolitanae. Classis Insecto-
rum. Ordo Lepidopterorum. Pars II. Lepidoptera
heterocera. Accednnt tab. 8. (Petropoli 1857, Bg. 9
bis 18. 8to.
Es bildet dieses Heft die Fortsetzung des im Jahre
1855 erschienenen ersten, über welches im Bericht über
die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Entomo-
logie während d. J. 1855 vom Ref. Mittheiiungen gemacht
301
wnrdcii. Dasselbe ist ebenfalls von M(^n^tri<^8 bearbeitet,
hepinnt mit einem \aclitraj;e zu den frlllicr catalo^isirtcn
Khopalorcrcn. wi-N-lien hier :V*> dem rctcrshnrfrcr Miiseo
neiierdin^'s zni^e^'an^'tnc Arten boiirofll^'t werden ( j). 'l?
bis ^.")i und liefert sodann eine Aufzählnnj: der d^rt befiiid-
lielien lleteroceren ans den Familien Cvdimonidae, Apra-
ristid.ie. Caslniidae. Sphin.iri'lae , Sesiaeidae, Zyf,'aenidae,
Lithnsidae und C'belonidae. l>ie Zahl der aus diesen Fa-
milien ver/eielineten Arten, welche wie im ersten Theil mit
eini^'en Citaten iwk den franirbarsten Werken verschen
worden siml. bt'liiuft sieh auf .'.Tl : (das Berliner Museum
besass aus denselben vor einij^en .fahren nach dem damals
aufgenommenen Catalop: 128(» Arten). Da es nach dem
Vorwort des Verf. seine Absieht ist, in dem vorliegenden
Verzeiehniss die noeli nicht beschriebenen Arten zu eharak-
terisiren, so muss es autVallen. unter der Zahl der bereits
bekannten auch solche ohne Citat einer Ucsdireibun;: mit
der einfachen Hezeiehnun^' ..raris. lU-eker'.. ..Moritz", ..Klug:*'
u. 8. w. versehene anzutretVen. ohne dass denselben eine
Hesehreihnnj: lol^, — Die zweite Al)theilung des Ilcfle»,
welches die Charakteristik der neuen Arten zu liefern be-
stimmt ist, bejrinnt ebenfalls mit N'achtriipen und Vcrbesse-
runjren zu den im ersten Hefte beschriebenen Khopaloceren
und liisst auf diese die l'.eschreiImnL'en der als neu ange-
sehenen (sowohl au»< der AlitheilnuL' «ler Khojialoceren als
lleteroceren I folj^'cn. Aus den Abbildun^,'en dieser neuen
Arten nnd — da der Verf. hierauf besonderes (iewicht zu
Icfrcn scheint — zugleich aus den sie begleitenden Be-
schreibuntren liisst sich leicht ersehen, dass ein nicht unbe-
trächtlicher Theil derselben mit !»ereits bekannten, ceradc
wie es in der ersten Lieferung' tler Fall war. zu'-ammen-
fiillt. So sind z. IV die vier als neu jtublieirten f'astnia-
.\rten siimmtlich bereits beschrieben, niimlich Castnia Langs-
dorfii Menetr. = C. Zerynthia Oray (Transact. of the en-
tomol. soc II.. p. 144, No. 11), Cantnia Hesekei M(^n<^tr. =
C. Boisduvalii Walker (List, of fApidopt. Ins. of the British
Museum, Lepid. heteroe. I , p. 27, \o. ^J^i, Castnia umbrata
Mi^netr. — C Orestes Walker (ibid. p. 2«'». Xo. 27. und Castnia
rjodarti M<iietr. = C. .».trifrata Walker (ib. p. .'{<>, No. 'M^k Vm
hier llberhaupt nur auf die dunh Fiirhuncr nnd Zeichnung
ansji^ezeichneten Arten, welche der Verf. irrthllmlich als neu
anpesehen hat, cinzupehen, -- da bei dicken «ler Nachweis
rlcr Identit.at, wie es auch bei einer .Vnzahl Arten der ersten
Lieferung' der Fall war, mit «usreichcnder Bestimmtheit
vorpenommen werden kann - so int ausser den oben ge-
nannten z. B. Sjdiinx Anteros MenjI-tr. = Sph. Justiciae
302
Walker (Lepidopt. heterocera VII., p. 220, Nr. 12), Sme-
rinthus Sperchius Menetr. , dessen Beschreibung übrigens
von der Abbildung in mehreren Punkten abweicht, = Smer.
Dyras Walker (ibidem p. 250, No. 13), Charidea fastuosa
Menetr. = Euchromia jucunda Walker (ibidem L, p. 216,
No. 18) u. s. w. Der Eeichthum der Cataloge des British
Museum an hier zuerst beschriebenen neuen Arten, welche
vom Verf. nicht berücksichtigt worden sind, motivirt die
Besorgniss, dass bei fortgesetztem Vergleich sich noch
mehrere Synonyme ergeben werden. — Wenn ich hier
ausserdem noch meine Zweifel an der Selbstständigkeit
des Smerinthus Argus Menetr., den ich nach der Abbildung
und ganz besonders auch nach der Beschreibung
für eine leichte Abänderung des Smerinthus ocellatus zu
halten geneigt bin, ausdrücke, so geschieht dies nur, um
dem Verf. bemerklich zu machen, dass Unterschiede, wie
er sie in der letzten Nummer dieser Zeitung zur Rettung
einiger nicht genügend begründeten Arten in Worte gekleidet
hat, keineswegs geeignet sind, einen Sachverständigen
von der Selbstständigkeit dieser Arten zu überzeugen. Ist
der Verf. von dem Glauben an die Artrechte seines Papilio
Cinyras durchdrungen, so kann wohl gegen diese Ansicht als
eine subjective Niemand etwas haben; nichts desto weniger
wird er Andern gestatten müssen, darin nur eine, nicht ein-
mal besonders auffallende Aberration des bekannten Papilio
Thoas Lin. zu erkennen. Weder die Abbildung des auf
Taf. VIII., Fig. 2 dargestellten Colias-Männchens noch das
ausführliche Raisonnement des Verf. (auf pag. 100) wird
den Besitzer einer grösseren Sammlung von Arten dieser
Gattung davon überzeugen können, das jenes Männchen das
Weibchen des auf Taf. VIII. Fig. 1 abgebildeten Männchens
(einer anderen Art) sein soll oder kann, besonders auch
deshalb, weil wenigstens von der einen dieser beiden Arten
das Weibchen mit Sicherheit bekannt ist.
Alle diese Aussetzungen hindern übrigens den Ref.
keineswegs, dem vom Verf. des Catalogs ausgedrückten
Wunsche zu genügen und schliesslich die Arbeit als eine
in ihrer Art ganz anerkennungswerthe zu bezeichnen und
wenn es auch nur aus dem Grunde wäre, dass ein Theil
der darin als neu aufgestellten Arten sich mit Sicherheit
als wirklich neu nachweisen lässt.
Gerstäcker.
303
Die beiden Hoefnagcl , die ersten deutschen Ento-
mologen und Insectenmaler im 16. Jahrhundert.
\'<Mi II. Ilnffpn.
Die Werke der Ilotfnaj,'«! siml so selten geworden
und die Mittheilun;:eu darüber in den Hibliographicn so
iiiivolUtiindi;; und zum Theil unrielitig:, dass eine Xachrieht
ilber nie nach eigener Intersuehung percehtfertipt erscheint.
Im so mehr als sich hier «iic ersten branchbaren Abbil
düngen von Inscctcn V(»r(inilen, und selbe zu^rlcich bewei-
sen, dass die Verfasser neben dem Titel eines Malers auch
den eints IV'dbachtrrs mit Recht Iteanspruchcn können.
Acltere Werke mit Insectenabbildungen sind mir nicht be-
kannt, und somit die Angabe, dass sie die ersten Inseeten-
maler seien, gerecht, wotrcgen der Zusatz als deutsche
Kntomologen einifrcr Antechtung unterliegi-n dürfte, wenn
eine strenge .\btrennung des niederdeutschen Element« fest
gehalten wird.
(ieorg Ib'cfiiaL'cl, der Vater, war um das Knde des
sechzehnten Jahrhunderts ein berühmter Maler in Antwer-
pen. Kr fertigte für den Kaiser liudulph II. ein naturhisto-
risches Hilderwerk, und für jeden liand desselben war ihm
nach Sandrart die unKOw.ihnlich hohe Summe von 1000
(Hild^'ulden zugesaict. Ich habe nicht ermitteln können, was
(lavun wirklich fertig ^'twurdcn und W(» dies Werk geblie-
ben ist. Die Hiblinthck Kudolphs bildet den KaritUten-
stamm der jetzigen K. K. Ilofljibliothck in Wien, d<>ch ist
in der Beschreibung derselben v(»n Mosel unter den vor-
handenen Seltenheiten eines derarti^'cn Kupferwerkes nicht
gedacht. P'.inc weitere Nachri<ht über Hoetnagel tiudc ich
in Angerii Clutii M. D. opuscula du»» singularia de nuco
medica et de llemeroi)io sive Kphcmero insecto, et Majali
Vermc Amstercxlami \i'ü\4. 4to. p. lid.
„.Vccessit et altera oceahio pcrscratandi, quml Caesaris
Kuddlphi II. pictor cximius Iloutnagcl bestiolae ad vivam
depi( tae imagincm mihi donavit. cum brcvi historia natalis
ejus.'' I>as erwähnte Thier i>\ die bekannte Swammcrdani-
sche Fphcmera ralin^renia luUK'iiauda. ( >bw«»hl Clntius nicht
weiter specicil erwiihnt. W(»rin die Mitthcilnngen bestanden
haben, beweisen seine Schlussworto d(»ch hinlanirlich, dass
Hoefnagel die lusecten nicht nur gemalt, s<tndcm auch be-
obachtet habe. Aus der Schreibart des Namens bei Clutius
wird es wahrscheinlich, dass sein Name eigentlich Hufnagel
^'cheissen habe und nach der Manier der Nicderdcutschcu
in Hoefoagcl amKewandelt sei.
304
Etwas Näheres über ihn kann ich nicht ermitteln; da
Rudolph IL von 1576 — 1612 herrschte, fällt in diese Zeit
seine Wirksamkeit, jedenfalls ist er (nach dem Geburtsjahre
seines Sohnes zu urtheilen) um die Mitte des 16. Jahrhun-
derts oder früher geboren.
Sein Sohn Jacob Hoefnagel war nach der Angabe auf
dem Titel der Archetypa 1592 siebzehn Jahr alt, ist also
1575 geboren, er war wie sein Vater Maler in Antwerpen
aber auch zugleich Kupferstecher und soll räch Nagler
(Neues allgem. Künstler-Lexikon) 1629 in München gestor-
ben sein.
Was man sonst von ihm weiss, beschränkt sich auf
die beiden gleich zu erwähnenden Werke, welche er nach
den Zeichnungen seines Vaters herausgegeben hat.
1. Archetypa studiaque patris Georgii Hoefnagelii
Jacobus F. genio duce ab ipso scalpta, omnibus philomusis
amice D. ac perbenigne communicat. Ann. sal. XCIL
Aetat. XVIL Francofurti ad Moenum. cum prae. Caes.
Mas. 5. in quer 4to.
Das Werk enthält 4 Theile; jeder besteht aus einem
Titel und 12 Blättern, also zusammen 52 Blättern. Die
Titel sind wie die übrigen Kupfer mit Arabesken, Thieren,
Pflanzen und Sinnsprüchen bunt gefüllt und bezeichnet als
Pars prima, secunda, tertia, quarta. Auf Pars quarta findet
sich die Jahreszahl 1592, woraus erhellt, dass das ganze
Werk im selben Jahr erschienen sei. Auf jeder Tafel be-
findet sich in gewöhnlichen Ziffern rechts unten die Zahl
des Theils, links unten die Zahl der Tafel (in jedem Theil
von 1 bis 12); da die Titel hiebei nicht mitgezählt sind,
ergiebt sich hieraus die Verschiedenheit der Angaben von
48 oder 52 Tafeln. Auf jeder Tafel befinden sich eine
grosse Zahl von Blumen, Früchten, Insekten, doch auch
hin und wieder andere Thiere. Ueberdies führt jede Tafel
oben und unten oder in der Mitte in lateinischer Sprache
Bibelverse, Sprüchwörter, Räthsel und Macaronische Verse.
Die Figuren sind weder beziffert noch benannt (in meinem
nicht vollständigen Exemplar finde ich nur auf T. III. Tab. 6.
bei Lepas angegeben: concha Anatifera vulg. Branta et
Bernicla) auch kein weiterer Text vorhanden. Die Kupfer
sind auf dünnes Papier gedruckt und werden stets als
schwarz angegeben. Ich besitze jedoch ein Exemplar mit
alter Illumination. Die Kupfer sind auf sehr feines gefärb-
tes (wohl rosa) Papier gedruckt, ringsumher ein schmaler
orangefarbener Rand. Die Kupfer sind auf stärkeres Papier
aufgeklebt, ihr Wasserzeichen ist ein Merkurstab mitSchlan-
306
pcn ninwuuden. Die panze Art der Illumination, der alt<-
Hand mit 8tark wurnifriisöipen ll<>l/de«'kelii und IN'rpjinicnt-
rllcken . die inituiitir sehr Hor.'lalli^'»,' . mitunter narlilassigc
Ansmalun;; dt-r Fiirurtn und die Farben Hcll»st sprcclieu
mir siidicr daUir, dasn hier nicht etwa ein nacligemaltes,
sondern ein illuminirt edirtoH Exemplar vorliegt. Aueb ist
liei den Htbwar/en K\rm|>laren, die ieb ^'eseben (in I'psala,
London. l)eut.«;eldandi das I'apier der Kupfer Htärker, weiss
und selbi^'e nielit aut'^'eklebt. Lei<ltr fehlen nur IS Tafeln.
Mit meinen Anjrahen stimmt ^'enau das Exemplar iu
('obres Delieiae II. p. sU. und bei IMmer iu Fnessly Neues
Magazin I. p. .'{<;;'). — Hoebmor IJibl. II. 2. p. liil, IJur-
nioister Hdb. II. p. .'> und l'ercheron I. |t. 177 haben irr-
thllmlieb die Jahreszahl M'.'l', aueb die bei den beiden erst-
genannten gematbte Angabe, dass Anmerkungen zu diesem
Werke von Ki»ttenburg im Naturfor.seher St. ♦> — 11 htändcn,
ist irrig: selbe gehören zu den neueren Aufsätzen llber
Schmetterlinge von Hufnagel im Hcrl. .Magazin.
Nach Engelmann P.ibl. p. .'5i'^ giebt es noch eine spä-
tere Ausgabe: exend. Weigel (Aug. Vindel. eircit. ann. 17<.)0).
Vielleicht ist auch dies irrig, wenigstens tinde ich nirgends
dieselbe erwähnt.
Hoehmer 1. e. j). 121 erwähnt nach Ilaibr Meth. p. 182
eines Werkes V(»n l.V.t^ in Ito. obl. ohne Titel mit der Auf-
schrift: Vivitur ingenio, caetera mortis erunt. Ks ist dies
aber nur Pars «juarta ilcr Archrly|ta, auf welchem sich auch
jene Aufschrift und .Iiihnszaid findet. ("obres 1. e. citirt
Über dies Werk Onmov. I'.ibl. p. 1;M; Haller r.ibl. I. p. .SHT;
Brllkmann Bi})l. Anim. (.'ont. p. sj.
Schwarze Exemplare der Arehetypa sind mitunt» r an-
tiquarisch lUr 3 Thlr. ansgeboten. im (Janzen jedoch selten
zu neinu'n ; von illuminirten ist ausser dem nieinigcn keines
bekannt.
'J. Divi-rsae Inscctarum NDlatilinm icone.'^ ad \i\um
acenratissime depietae per celelicrrimum pietorem I). J.
Hoefnagel. rvpisfjuc mandatae a. Nicoiao Joannis Vi.sscher
Anno lt^l4t. (hine loeoj F.s «nthält h) Taleln in quer 4to,
wobei der mit Figuren umgebene Titel mitgezählt ist.
Jedes Hlatt filhrt rechts unten (auch der TitcH die betref-
fende Nummer in gewühnlicheu Ziffern Ist Ilnclnagel.^
Todesjahr mit lt'»l'0 richtig angegeben, so wäre dies Werk
erst nach seinem Tode erschienen, was die Worte des Titels
(celeberrimum pietorem» glaublich machen. Hurmeister 1. e.
und Eugelmann p. ;*).">.') führen als Druckort Antwerpen an,
und Burmeistcr erwähnt (ob richtig Vj noch einer cd. von
306
1646. 4to. Eisenmann, Litterat. p. 19, sagt dass Visscher
mit Beihülfe Witte's Stich und Druck besorgt habe. Woher
diese Notiz stammt, kann ich nicht ermitteln. Frisch,
Deutschlands Insekten, Tom. 6, Praefat., giebt einen weit-
läuftigen Bericht über dies Werk, zählt aber, sowie auch
Eoemer in Fuessly Neues Magaz. I. p. 366, nur 14 Tafeln.
Da bei meinem Exemplar sich Taf. 15 und 16 in Nichts
von den übrigen unterscheiden, war sein Exemplar wohl
unvollständig. Auch ist das Hühnchen im Ei auf Taf. 14,
während Frisch es auf Taf. 12 angiebt.
Es gehört dies Werk zu den grössten Seltenheiten,
und fehlt selbst grossen Bibliotheken. Seit 15 Jahren ist
es, bis auf das einzige Exemplar, welches ich in einer
Danziger Privatauction erstand, niemals antiquarisch aus-
geboten. Das Papier ist dünn, das Wasserzeichen ein
blühender Blumentopf, der Druck scharf. Im Frühjahr
1857 hat allerdings Schmidt in Halle ein Exemplar
ausgeboten, selbiges ist aber verfälscht. Nur der Titel
und einige Blätter sind echt, die übrigen sind aus der
Archetypa, der Index in den Ecken ist sauber ausradirt.
Der Einband ist alt, und die ganze Erhaltung des Buches
zeigt, dass es vor langer Zeit zusammengesetzt ist, wodurch
Hr. Schmidt getäuscht sein wird. Ich habe dies Exemplar
sehr genau geprüft, und warne davor.
Die Kupfertafeln haben genau die Grösse der Arche-
typa und enthalten (mit Ausnahme des Hühnchen im Ei)
die Insekten der Archetypa kopirt. Die Figuren sind um-
gekehrt, ihre Ausführung meist wesentlich schlechter. Die
Zahl der Insekten ist 340; Leach Edinb. Encycl. IX. p. 59
zählt nur 326, Frisch 1. c. 336; letztere Zahl macht es al-
lerdings unbegreiflich, dass ihm zwei Tafeln gefehlt haben.
Es sind abgebildet Coleoptera 37, Orthoptera 22, Neurop-
tera 30 (14 Odonaten), Lepidoptera 72 (Papil. 31, Sphing. 6,
Nocturn. 35), Hymeuoptera 35, Diptera 78, Hemiptera 21,
Arachniden 35, Larven 7, Crytaceen 2.
Mit Ausnahme der Hühnchen, einer Krabbe, Skorpion,
Tarantel, Scarab. Actaeon und einer Buprestis, sind alles
norddeutsche Insekten, also 334 abgebildet, wovon die
Hälfte sicher zu bestimmen ist, besonders wenn die besseren
illuminirten Figuren der Archetypa benutzt werden. Der
Habitus und die Färbung sind oft sehr gut getroffen. Das
Werk ist daher als erstes in Betracht des damaligen trau-
rigen Zustandes der Wissenschaft bedeutend zu nennen.
Die kleinen Thiere sind durchweg unkenntlich. Wie schon
Frisch erwähnt, sind viele Figuren in andere Werke über-
gegangen, so namentlich in Jonstons Compilation. Doch
307
auch Monfet hat, ohwohl er Hoefnagcl nicht citirt. einige
ropirt. So ist die Fi^rur des Scarah. Actaeon, dii> er von
Camerarius nach einem Kxcinjilar ans der Sammlung de«
Herzogs von Sachsen erhalten haben will, sicher eine Copie
Hoet'iia^els. Auch in anderer Hinsiclit haben die Figuren
manches Interesse. So weisen mehrfache gute At)bildungen
nacli, dass Hlatta orientalis schon I'/.'l' in Norddeutschland
oder Holland heinusch gewesen ist.
Jeden neuen IJeitrag zur Kenutniss dieser merkwür-
digen BUcher und ihrer Verfasser, wie auch Uhniichcr Werke
jener Zeit, namentlich z.H. von Wenccslaus Hullar, werde
ich mit grossem Danke annehmen.
Bemerkungen zu einigen
in Labrador vorkommenden Schmetterlingen.
\uu II. f lirlutopli , Lehrtr iu Surupta. *>
Es wird vielleicht manchem Leser dieser Zeitung
nicht jran/ uninteressant sein, einen kleinen Beitrag zur
Lcpidnptenifauna Labradors zu erhalten, nachdem durch die
verdienstvollen .\rl)eiten Herrn Dr. Standinprers u. A. das
Interesse fllr die Inscetenfauna des Nordens Uberhau|)t mehr
angeregt worden ist. Es ist jedorh durchaus nicht meine
.Meinung, hiermit etwas die \\ issensehaft el)en8o flirderndes
liefern zu wollen, denn ich kann, was die wenigen An-
gaben Über .\uf«nthalt und Lebensweise betrilTt. nicht
nach eigener Anschauung berichten, sondern muss mich auf
die weni^ren, jedoch zuverlässigen Miliheiliingen meines in
Labrador sammelnden Freundes beziehen. Die Anzahl der
,\rten, die ich hier auffuhren will, ist ziemlich gering, aber
unter dem Wenitren ist dennoch vielleicht Einiges bisher
•) Dio»«' Arbeit hat Horr rhrijtoph «Mn«'m b«»fronn<lcton I.^pi-
doptoroloK*^" ^«ir dorn I)nirk" »ur I>nrrh»irht ond K'^daction fiber-
geb«>D, Dnd ich b»>m«*rk<> d«>»li»lb «undnirklirb, dann di<> folgend«n
nAnm. der Kcd." fremde Federu «lud, d«ren Schmuck mir oicbt
gebührt. C. A. Dobro.
308
noch nicht bekannt geworden , wenigstens nicht als in La-
brador vorkommend.
Mancher Art, deren Vorkommen in Labrador mir be-
kannt ist, erwähne ich nicht, weil mir jede genauere An-
gabe über Fundort und Lebensweise fehlt, da ich sie selbst
nicht besitze.
Unter den zu erwähnenden Arten sind einige wahr-
scheinlich neu und bis jetzt Labrador eigenthümlich. Mit
welchem Recht solchen Arten europäisches Bürgerrecht zu-
gestanden werden darf, wage ich nicht hier zu beurtheilen;
ich glaube aber, dass die meisten der in Labrador vorkom-
menden Schmetterlinge auch im nördlichen Europa werden
gefunden werden ; denn so viel mir bekannt ist, giebt es in
Labrador, zumal im nördlicheren, woher ich meine Schmet-
terlinge erhielt (Missionsstatiou Ockak 75 *' nördl. Breite)
ausser einer oder zwei Coniferen-Arten nur sehr wenig Pflan-
zen, die nicht der höhere Norden Europa's und Asiens auch
aufzuweisen hätte. Nebst verschiedenen Gräsern sind in
Labrador besonders zahlreich an Arten die Ericeen-Gattungen :
Ledum, Andromeda, Vaccinium, PjTola vertreten, auch
mehrere Salix-Arten sind als Strauchwerk häufig. Man
darf wohl annehmen, dass auf den genannten Pflanzen
die meisten Raupen der dort gefundenen Schmetterlinge
leben, wenn mau bedenkt, wie vielen verschiedenen Raupen
hier zu Lande allein das Kraut der Heidelbeere, Vaccinium
Myrtillus, zur Nahrung dient.
Argynnis Ossianus. Dieser Schmetterling ist
freilich längst schon als labradorisch bekannt. Mehrere
Lepidopterologen bezweifeln nach der Vergleichung meines
labradorischen Ossianus mit nordischen Stücken von A. Aphi-
rape dessen Artrecht und halten Ossianus, vielleicht mit gutem
Recht, für identisch mit Aphirape. Ich besitze nur 2 Stück
von Aphirape und glaube mich darum nicht berechtigt,
eine bestimmte eigene Meinung auszusprechen.
Ossianus fliegt, zugleich mit A. Chariclea var.
Boisduvalii auf grasigen Plätzen und Weidengebüscheu
eben so häufig wie bei uns A. Selene.
Vanessa Antiopa. Ist gar nicht selten und über-
wintert, wie auch hier gewöhnlich an der Seite von Steinen,
oder, wo es möglich ist, unter denselben im Freien. Die
Raupe wurde auf Weidensträuchen gefunden.
Chionobas Bootes, Ch. Crambis, Ch. Taygete.
Ich theile die Ansicht, dass die Gattung Chionobas viel
weniger Arten hat, als in den Verzeichnissen aufgeführt
werden. Bei einer vorgenommenen Vergleichung einer An-
zahl Bootes mit dabei befindlichen Taygetes und Crambis
konnte ich nutor (liegen Arten in der FlUf^eibilduot,' und
dem Adcrvorlauf keinen Interseliicd finden.
Hei den ,» niler "l Arten erscheint der Ilinteirand,
besonders der der HintertlUpel , etwas stärker f^ebo^'cn als
bei den cfcT. iJie Anla;:»' der ZeiehDunp anl der Oberseite
ist bei allen Kxeinplaren pleieli . nur beim ^ schärfer. Der
Sdrderrand «1er \\)rdertl(l;rel \i>n B<M»tes und Taygetc ist
weiss, bii C'ranibis da^'e^'on gelbbraun best.iiiftt, was dieser
allerdinfTS ein andt'res Ansehen pebt.
Aul der Interseile haben Hoofrs und Taygete sehr
scharfe Zeiehnun;;; die Adern sind stets weiss und zeigen
keinen rntersehied . um daraus zwei besondere Arten zu
machen. An «len Fühlern. Fllsson und Palpen kann ich
keine Vers<hiedeidioit bemerken. Meine C'rambis unter-
scheiden .sieb auf iler Interseite nur durch eine weni:;cr
mit weiss vermisejite. datier dunkler und wenifjer soliarf
ansoreprJigtc Zeichnung'. Zwei ; ."^tiickc von Crambis haben
oben auf «leu Vorderflllp-cln ein kleines schwarzes Auge, so-
wie ein kaum sichtbares. blliulich^Taues. schwarzunizogones
Auge in der rutiibraunen Binde vor dem Aussenrand. Den
Übrigen fehlt diese Auszeichnung. Ein Exemplar mit weisi
bestaubtem Vorderrand und zwei verloschenen gelben
Punkten gegen die Spitze des Vorderflllgels zu, sonst mit
^'Vambis Übereinstimmend, wäre gcwis.s Ch. Oeno Boisd. *)
Die Flugzeit ist im Juli und August. Sic setzen sich
gern an Steine und scheinen in ihrem Benehmen mit den
Satyrus-Arten Aehnliehkeit zu haben.
Ch Bai der. Fliegt /.u gleicher Zeit, ist aber viel
»eltenor.
I.yeaena .\quilo. ••) Ist im Jidi b^i Ockak nicht
selten und hiilt si<h auf Grasplätzen auf
5.. * L'hiuiiub. OciJü bAl lu Mouduv. Icoii. pU 39. fi^. 4 — 6 p. 195
keioe 2 gc'lbo Punkte auf den Vorderdügeln . aoiidern Dur auelqae«
p«tits atorae» uuinttros. Anin. d. Keu.
**) Für di«'jcnii«'ii . ii- -1.11 m u. 1 ( uter»ucbun(; b<<liu»en
noUen, w.-ui di<- xichTl"! L>r. Aquilo ««ijeiitUcb »eicn, «inl ci nicli.
überflü*<ii({ «eiii. ^tuU auf den r<. I .. m, n. -> • , . rr„.,.i;.. > i ;p;,
Rückaicbt zu ikIiiucd, der in Ko* . '.n
ist. Wegen der m- lloicht etwas 1 L ^ / „ _..,:.^_.: ^.. K-i*«-
>M'rki th<.-ileD wir lii>r aits der v Orobeo »rbeu L'ebeneuuog Ib. 3.
S. 245 die Beschreibung mil.
Pol y omni. Frnnkliiu. Silbcrifri^ii, mit eioem schwär« 11 m-
lifigUiD Tüpftti auf dcQi Mittelpunkt jedes Klü|^s; uiil«D brauu mit
8i»
310
ColiasPelidne. Im Juli an sumpfigen Stellen, wo
Ledum palustre, Vaccinium uliginosum und Vitis idaea
wächst. Der Schmetterling setzt sich gern an die Blüthen
von Sedum. Ich vermuthe, dass dije Raupe wie die unse-
rer Palaeno auf einem Vaccinium lebt.
Col. Nastes. Ist an gleichen Oertlichkeiten wie vo-
rige und wohl nicht viel seltener, sondern mag wohl aus
Unkenntniss der Sammler wegen ihrer unscheinbareren Fär-
bung nicht beachtet werden.
Syrichthus *) centaureae. Mein Exemplar ist
nicht so scharf gezeichnet, wie die deutschen. Der Falter
fliegt im Juli und setzt sich gern an Blumen.
Orgyia. (n. sp.) **) Der 0. selenitica ziemlich ähn-
lich. Ich besitze nur ein cT Stück, welches im August
Abends im Zimmer gefangen wurde.
rahlreicheu weissen Flecken, auf den Oberflügeln mit grossen schwar-
zen Augen, auf den Unterflügeln mit kleinen oder gar keinen Flecken.
Flügelbreite 11—13"'. Taf. A. fig. 8. 9.
Schwarz mit bläulichen Haaren. Palpen bläulich-weisslich, Rän-
der der Augen silberweiss. Die Fühler weissgetüpfelt; flndkeule
orangefarbig, ausgenommen die Rückseite. Flügel graulich, silbergrün
gepudert, besonders an der Basis; die Flecken an der Unterseite nur
undeutlich sichtbar (verwaschen), ein schwarzer Fleck auf dem Mittel-
feld eines jeden Flügels mit einem weisslichen Rand. Säume der
Flügel schieferfarbig, der hintere mit einer Linie von undeutlich weiss-
lichen Ocellen längs dem Rande. Wimpern [Franzen] weiss. Unter-
seite: Oberflügel mit einem weissen Flecken gegen die Basis und ei-
nem andern auf dem Mittelfelde mit einem langen schwarzen Auge.
Ueber ihnen befindet sich eine gekrümmte Linie von 6 schwarzen,
weiss eingefassten , und in der Nähe des Hinterrandes die nämliche
Anzahl undeutlicher, bohnenförmiger , schwärzlicher Flecken, v.eiss
eingefasst. — Unterflügel schieferartig mit Gold gesprenkelt, aber
blau an der Basis; 5 weissliche Flecken gegen die Basis, die drei
äussern mit schwarzen Augen; 4 ihnen ähnliche Flecken in einer Li-
nie über der Mitte; eine Reihe von 8 weisslichen Bogen mit schwar-
zen Flecken berührend [?j, die 2 gegen den Mittelpunkt sind die
grössten und zuweilen halbmondförmig. Beine bläulichweiss.
Nur zwei Exemplare dieser Art wurden gefangen [in Boothia
felix um 70' n. Br.]. Sie nährten sich gegen Ende des Juli von Astra-
galus alpinus. Anm. d. Red.
*) So ist die richtige Schreibart dieses Wortes; in Boisduv.
Index steht zwar Syricthus S. 35, allein im Register S. 237 sehen wir
richtig Syrichthus. Anm. d. Red.
•") Dies ist ohne Zweifel Laria Rossii Gurt., die a. a. O.
S- 247 so beschrieben wird.
Durchsichtig grau. Oberflügel mit 2 schwärzlichen, wellen-
311
Org. Alis anticis fusco - oincreis albiiio-variis, raacula
Innata centrali albida. strigis diiabus dcutatis nigrcaccutibu.s;
poiitic-is palli'lo liavis, ninrf,Mnt' lato nigricanti 17 Lin.
Kopt , Tliorax und Hinterleib aschgrau, stark behaart.
VorderllUgcl braungrau. Nächst der Flllgchvurzcl steht eine
schwarze, etwas nach innen gebogene Hinde, welche durch
die MitteIri|i|>o unterbrochen wird. In der etwas dunkleren,
von schwarzen, gezackten Linien begran/.ten breiten Mittel-
binde steht ein \\eis>licher, ninntlllirniigor , nach aussen r,u
ausgosdiiiittener Fleck mit schwarzem Mittelstrich. Nahe
beim Innenwinkel ist ein weisser, nach innen schwarz be-
grenzter Fleck belindlich. Die Hintcrllllgel sind gclblich-
weis3 mit sehwürzliehen Kippen und sehr breit schwarzem
sieh in die (irundtarbe verlaufendem Hand, l'ntcn ist die
Zeichnung bis auf die fehlenden zackigen Querlinicn die-
selbe, Jedoch viel matter und heller. Uie Franzen der Vor-
derflUgel sind sehwarzbrau und gelbliehweiss gescheckt, dio
fonni;;en Linien, dio quer über dor Mitto eine Binde bilden, einen
Fleck zwisrhen ihnen und tiner ahidichen, buchtirren Linie über ihnen.
Lnterflü;^ei milchfarbig: Innenseite mit einem schwarzen Saum. Flü-
gelbreite cf 1" 8'", V r 10"'. Tat". \. li-. 10. c/-
.Männchen jrelblichgruu, ein Fleck auf jeder Schulter und der
Hinterleib stärker. UberÜÜ£jel halb dun hsichtifj, die Kippe (Vorder
nmd] Kchwärzlicli, grau eiu^e.spri-ngt ; »ine wellenlörmige, schwira-
liche Linie vor und eine andere über d'-r .Mitte; ein bogenförmiger
Fleck an der Kxtremität der Pistuidalzdle und eine sehr buchugo
and ijezähnte Linie in der Nähe de.s hinteren Randes. Wimpern
tchuärzlich, mit Ocker (gedeckt, l nterrtü;;el milchfarbig, der .Vbdo-
min&lrand uckerf»rbi;i, ebenso die NN iniperii, mit einem schwärzlichen
S«um [nadi der .VbbiMuu;; »iud die Hiiitirrtü;^n'l blei<h:.jelb mit brei-
ter, ichwärzlicher Hinterrandbinde]. NVei))chen aU'^en.<icheinlich
blasser, aber sehr l)efjch.'idi:;t.
Die.s Inftj-ct wird sehr hnufi;;, besonders im Itaupen«t&nd aofe-
troflfen. An» 1(3. .luni \<Vi wurd<'n un:jef«hr l'K» «l>'r£;leirhen in der
Nähe de« Furvstrandes ;;e»amm<'ll. Am 19- .'imi »ahen »ir im vori-
gen Jahre dftJi ernte ln«eot, noch andere am 'i3. I)ie Raupe i.st ffro»i
und hoarit;, von einem «rhönen :;länzi-nden .^ammt«chwarz: die Haare
etwas ockeH"arl»i;^. Auf der Kuckiieite befuiden »ich 2 HÜ!«che| von
•cbwarxem Haar, denen 2 onin2;orarbi.;e fol;;fn. Line ^ru»««' .\nzahl
derselben wird von Flie;;i'n und Ichneumonen comtört : diejem
aber, welche hin zur Reife gelati'^en , »piunen ein dichiot (»ew
ungefähr von der (irr>»%i^ de« S< : •«. an cier Au».«en<eite na'
Haaren gedeckt. I)i«' l'm)pe i«i ; und glänzend, dii« Kücken
•eile mit Linien, bräunlu h ock<'ri.iri'i_- m Haann der ;;anzen L.v '
nach bekl"id«t. I)ie Motte knecht im .Anfau:; de« .\ugu>t aus.
gen Verstnh" mit der Raupe, die eine grosse >Vider»tand-'" ' •
gegen di<' schmili' h»* Kin»irkung de« Fro»te« bewei«en]. 1'
nä&rt «ich zunuisi \<>n der Saiirrf»:'» trinupidata und oppo»!. ^.
Aom. der Red.
312
der Hinterflügel einfarbig gelblich. Die zweireihig stark
gefiederten Fühler sind schwärzlich mit weisslichem Schaft.
Euprepia caja. Ein beinah halb so grosses J
Exemplar wie die unsrigen, mit sehr schwacher Zeichnung
der Vorderflügel, die ein schöneres Kothbraun haben, als
deutsche Stücke. Die heller rothen Hiuterflügel haben einen
schönen rosenrothen Anflug und sehr kleine Flecke.
Euprepia Quenselii scheint stets selten zu sein.
Die Flugzeit ist Juli und August.
Episema? ähnlich der gothica. Das eine zu An-
fang September im Zimmer gefangene Stück ist nicht ge-
nügend, um die Art sicher zu bestimmen.
Anarta cordigera. Fliegt im Juni und Juli an
den Blüthen von Ledum palustre.
Anarta algida. i Sind sammtlich nicht selten
RKrt' „ vidua. I und fliegen zu Ende Juni
„ melaleuca. ) und Anfang Juli.
Aspilates spuriaria (n. sp.). Dieser neue, bisher
wohl nur in Labrador vorgefundene Spanner fliegt nicht
selten im Juni auf dürren Rasenplätzen, vorzüglich auf
Bergen.
Subochrata, nigro-couspersa, alis rotundatis, ciliis stri-
gisque incrassatis tribus, in posterioribus inflexis, fusco-pur-
purascentibus. Antennae cf pectinatae, 2 crenatae. 8 — 10'".
In der Anlage der Zeichnung hat dieser Spanner
Aehnlichkeit mit Ac. ochrearia , während der Körper und
Fiügelbau ihn mehr in die Nähe von Aspilates purpuraria
verweist. Die Grundfarbe des cT ist rostgelb. Kopf, Tho-
rax und Hinterleib sind schwärzlich, gelb bestäubt. Die
Beine sind gelblichweiss, die Schenkel langbehaart. Vor-
derflügel mit drei purpurbrauneu, nach dem Innenrand et-
was convergirenden Querlinieu, deren äussere wenig ge-
schweift, mit dem Hinterrand fast parallel läuft und am
schmälsten ist. Die breiteste, mehr verloschene Mittellinie
hat beinah gleichen Verlauf mit der äusseren; die am wei-
testen nach der Wurzel hin stehende ist stark gebogen.
Von der Wurzel an bis zur Mittelbinde sind die Flügel pur-
purbraun, mit schwärzlichen Atomen ziemlich dicht bestreut,
was auf dem äusseren Theil der Flügel weniger der Fall
ist. Auf den Hinterflügeln stehen auch drei Querlinien, von
313
denen die äussere kaum erkennbar ist. Die innere brei-
teste verlänft sich in die Grundfarbe und bildet die Fort-
setzung der äusseren Linie des Vorderlliigels. Zwischen
diesen läuft mit der äusseren und dieser peniihert eine
schmale, dunklere Linie parallel. Das Wurzelteld ist dicht
mit gelben Att»men bestreut, etwas weniger das Mittelfeld.
Die ziemlich breiten Kränzen sind viulettroth. Die Vorder-
flitgt'l sind srbmiiKr als bei A. jinrpurea.
Das . ist heller und entlielirt dts violetten Aullugs.
aueh bind die Wirderllügrl und der llinterrand gerundeter.
Die vordere Qucriinie reieht nieht bis an den Vorderrand.
sondern krUmmt sieh vor demselben wurzehviirts. Die Fidder
sind gehwaeh gekämmt, die des $ unmerklich weniger.
Anaitis sororiaria II. Die Labradorischen Exem-
plare sind kleiner und weniger seliarf gezeichnet. Er ist
im Juli zicndieli gemein.
Phaesyle jiolaria (^Boisd.) BruUcaria (Dup.t. Fliegt
im Juli. Er scheint nicht selten zu sein.
Cidaria diseeptaria {V. R.i. Ein Exemplar, bei
dem die weissliehe Zickzacklinie in der FlUgelspitze dem
Ilintcirand ein wenig näher ist. überhaupt sehr erloschen
und von Weiss Überdeckt.
I'enthina? n. sp. Sio ist der P. sauciana sehr ähn-
lieh, aber wohl eine andere Art. Das eine, allzu beschä-
digte Exemplar gentigt nicht, eine Beschreibung zu geben.
Argyr. pratana dl. . Ein grau weiss gefärbtes 2
gleicht ganz »Kr hier vorkommenden , ebenso gefärbten
Varietät,
(rambu'« t r i c h o s t oniu s (n. sp.i. -\lis antieis fu
ftceseentibus, nlliido-varüf«, fascia media tusca reeta obliqua,
«tri_a postiea incrassata alba, ante cohtan« Iracta, utrimqae
fasco-niarginatu. ciliis ailtido fuscoque alternatis. 0—11"'.
Kopl, Thorax und ilinlertheil schwarzbraun niit braim-
gelbem Ilaarblischel am After. Flihler fach iilVtrmig, Palpen
und Beiue wciss;:rau. (iruudfarbe der ^ orderllUgcl gelb-
braun. In der Milto steht eine seliräc:« . fast gerade, schwärz-
litl.i Binde, die \<in beiden ^Seiten von bald mehr, bald
wei iger Weiss umgebeu ist Die breite, weisse hintere
Qn. rliuic läuft in Kippe 7 in eine scharfe Spitze ans, der
vo: dieser Spitze nach dem Vorderrande sich verlaufende
314
Theil ist nach der Wurzel hin stark, fast einen Winkel
bildend, gebogen, von da verläuft sie gerade. Wurzelwärts
ist die Färbung nächst der Binde am lebhaftesten gelb-
braun, die Rippen sind hier schwärzlich, welche Färbung
auf der andern Seite der Binde nach dem Hinterrande hin
fast zusammenfliesst. Der Saum ist schwarz gefleckt, die
Franzen aller Flügel grau, bei Rippe 2 und 5 der Vorder-
flügel weiss.
Die Hinterflügel sind grau, nach der Wurzel hin heller,
gegen den Hinterrand steht eine dunklere, kaum erkenn-
bare Linie.
Auf der Unterseite ist die Zeichnung dieselbe, doch
matter, und die Färbung viel lichter.
Er ist nicht selten im Juli und August an sumpfigen
Stellen.
C r a m b u 8 L a b r a d 0 r i e n s i 8 (n. sp. ) Fusco-cinereus,
alis anticis fuscis albo-variis , striga media dilatata obliqua
nigricanti, striga postica plumbea sub costam fracta, intus
nigricanti-marginata, triangulo costae ante apicem nigricanti,
punctis marginis costalis atris. cf 8 — 10'".
Wohl in die Reihe von C. alienellus gehörig. Leib
und Fühler braunschwarz, Beine gelbgrau, Vorderflügel
schwärzlich braun, weiss gemischt. Die Mitte des Flü-
gels ist von der Wurzel aus bis an den Hinterrand von
Rippe 3 bis 6 weiss und diese Färbung wird nur durch
die bleifarbene Saumlinie und die innere Querbinde unter-
brochen. Erstere, bei Rippe 6 gebrochen, ist nach dem
Hinterrand hin sehr schmal bleigrau , wurzelwärts ziemlich
breit braungelb gesäumt. Auf dem Vorderrand, vor der
Fingelspitze, steht ein ziemlich grosser, ovaler, schwarzer,
weiss und bräunlich umzogener Fleck. Der Saum ist
schwarz punktirt. Die Querbinde in der Mitte reicht nicht
bis an den Vorderand, ist sehr schief nach innen gelegt
und oft unterbrochen, so dass sie mehr aus länglichen
Flecken zusammengesetzt erscheint. Rippe 6 und 7 ist vor
der Saumlinie schwarz. Die Hinterflügel sind graugelb, die
Franzen grau , stark glänzend, an der Vorderflügelspitze
weiss gefleckt. — Er wurde im Juli bei Ockak gefangen.
Eudorea centuriella. Scheint ziemlich häufig
zTs sein.
Tinea rusti cell a. Ein ganz mit unserer Art über-
cinBtimmendes Stück wurde in Ockack im Juni im Zimmer
gefangen,
315
Ich hoffe . dicficn wenipen Arten bald ein reichhalti-
geres Vcrzeichniss fulpon lassen zu können, wenn mein in
Labrador sammelnder Frennd , den ihm von mir gepebencn
Instructionen folgend , vorzll^'lich Microlepidoptcren pesam-
niell hat; denn iiauptsaohlich unter diesen dürfte noch eine
betr;icliliche Anzald neuer Arten sein. Niclit wcni;:er inter-
essaiit wiiren die sohun !)ekannten europäischen Arten, deren
eß gewiss noch viele piebt, die über Europa's Grenzen hin-
aae noch nicht bemerkt worden sind.
Nekrolog.
Am 23. Dcohr. 1857 starb zu Darmstadt Johann Fried-
rich Philipp Hess, Grof-sherzoglich Hessischer Kriegs-Sccretair
and Ritter des Verdienstordens Philipp des Grossmtlthigen. Er
war geboren zu Katzencllenbopen am 17. Mai 1772 und von sei-
nem Vater. Georg Frifdrirh Uv<'^ , Pfarrer zu Gemmerich, zum
Studium der Theologie bestimmt ; daher er die lateinische Schule
zu Iditein und sp.'lter die riiivir>>itAt (üt-^scn besuclito. Bei den
damaligen Krieg'-ereignissen trat er mit elterlirlicr Einwilligung im
Jahr 1792 in Hessen - Darmst.'ldtische Kriegsdienste und machte
nun als Unterofticier der Infanterie bis zum Jahr 1807 die Feld-
züge am Main, am Mittolrlifiii und in den Niedrrlanden gegen
die Franzosen, und dann in rreu«-<;rn und I'nliii mit. In den
Jahren 17ltr. und 1797 befand er sich in Triest und Croaticn bei
dem Coqis, welches im rugli<rhon Soldo nach (übmltar bestimmt war.
Mit Hess i^t w(thl einer der ältesten Entomologen verstorben
und hat «>ich dersfibe um die Schmetteriingskunde, namentlich
durch <lic Entdeckung muer Arten und dio neobachtung ihrer Ka"
tur^' schirhte bIeilK>iide Vcrdicn^-te orworixn . wnvon das Werk
von Och'-, nbeimrr uud TroiLsrhke Über die Schmetterlinge von Eu-
ropa genügende«« Zeugnis« giebl. DoisduvaJ nannt nach ihm N o-
nagria llcssi i.
ScJioD als junger Mann »amnieltc er Schmetterlinge uod
machtr «.pflter h.lnüg in der Emgepend von Dnrmstadt Excursionen
in ti. r (fesel!>«chnft von Horkhaus^n, Siebort und Scrib.t. W&hrend
seil ' r Feld/UfTc , wo er '^tet«; sammelte, bewahrten die b<iden tr-
6tfi n seine Sammlung auf Hess ^tand noch mit Gcming in
Frr.nkfurt in Verkehr, dem er intcrevsante Schraettcrhnge . i. B.
316
Macroiglossa croatica mittbeilte, die er entdeckt und in einem
einzelnen Exemplare von Fiume mitgebracht hatte. Nach einer
mündlichen Mittheilung von ihm ist es jedoch irrig, wenn bei
Esper angegeben wird, er habe dieses Thier bei Karlsstadt in
Groatien gefangen. Er erhielt solches von einem Pfarrer in Fiume
geschenkt, der es in seiner kleinen Sammlung für eine Abart der
Mac. stellatarura gehalten hatte.
In seinen älteren Jahren beschäftigte er sich nicht mehr mit
Entomologie. In einem Ideinen Garten an seinem Hause war nun
Blumenzucht, besonders die Pflege der Aurikeln, seine Liebhaberei.
Bis zu seinem Lebensende besuchte ich den biedern alten Hess
jährlich mindestens einmal in Darmstadt, wo, im Gespräche über
frühere Zeiten, er mir manche seiner Beobachtungen mittheilte,
was er nicht gegen jeden ihn besuchenden Freund der Schmetter-
linge that.
Hess starb als ein von Allen, die ihn näher kannten, geach-
teter Mann.
Frankfurt im .luni 1858.
C. von Heyden.
^''/ Miscellanea.
Von Dr. Bf. Hag-eii.
Beitrag zur Bastardfrage.
Jsis 1835. p. 343: Herr F. Stein fing in Niemegk bei
Wittenberg einen Schmetterling, den er für einen Bastard von
Maniola PampMlus und Jplns erklärt. Er hat die Grösse und
den Umriss der genannten Arten, die Vorderflügel von Pamphilus,
die Hinterflügel oben zwischen beiden Arten, unten ganz von
Tphis. Beide ünterflügel sind etwas verschieden. Auch berichtet
Stein, dass bei Halle Zygaena Ejyhialtes und Ptucedani in Be-
gattung getroffen seien; gleichfalls Z. ftUpendulae mit Loniceran,
Minos und Peucednni.
Nachtrag zu den europäischen Singcicaden.
Bei einer Durchsicht der Isis traf ich im Jahrg. 1Ö37. p.
288 die Beschreibung zweier Arten aus Andalusien von Dr. Waltl.
Die erste, C. undulata, ist von mir nach einem Typus aus der
Sammlung v. Heyden's bei C. flaveola (Entom. Ztg. 1856. p. 89)
untergebracht — ob mit Recht wird aus der Untersuchung einer
grösseren Reihe Exemplare sich ergeben müssen. Die zweite, C.
varipes, vermag ich nicht sicher zu deuten, da die Beschi*eibung
317
Dur FarboD-MerkHfti'«MÜiftit. MOgUcherirflNrltt tie mit groMcn
Stocken von C. argen lata aui Tortugal identisch. (Kntom Zt|r
If.Sü p. 131».
Drury s Sammiunn«
I. carh bcrirhirt darflbrr wir fol^rt :
Drurys Sammlung war zu ihrer Zfit <fio pr6'»">tc , die e«
gegeben, und >o\\ nichl wenicor aJs 1 1,(>(m> Artm enthalten liabcn.
Um di«^e ra*ammen zu brinpen, vorthcilte er pednicktc Anweisun-
gen, wie die Thierr /u sammchi un(! /n hehHndehi •;cien, ond bot
ftlr jciU'' InsiTt .. from the si2e uf a honey-bee upwards" einen
^Xf<nice. Noch seinem Tode (wann?) wurde sein Mosr-uin in
fx>ndun in ftffentlirher Aurtion ^ erkauft, und brachte ober fiof) Pfand
ein. Kin Inject „Scarabaciis (»oliathnv ((Joliathu-* niajjnu«;)" kaufte
Donovan für 12'; Gnincen. gleirhfaJl" die s.lmmtlirhen »«ehr
ahfreichen Britti^-rhen Insecten der Snmnihing „die nun (1815)
»ein horrlichr« Mu-eum zieren". Ks widerspricht obipe Anjfabe
der bei Burmeister Hdb. III. p. Irtl. dass nach Drurj^s Tode
War I.cay der Vater dir beiden (roliath- Typen in der Aurtion
gekauft habe, und «rheint mir der Krw.ihnung und weiteren Fr-
mitteluiiff dcswceen uorth. da meines Winsens nfw-h immer Zwei-
fel ober d.v Zu-iammenk'ehöre.i von Gnl ijk,jautrut nml Drur^i ob-
walten, die »ich nicht lft<en Inssen. weil die T.vpen von Mac
Lcay dem Sohn nach Au.'^tralien mitgenommen sein sollen. Wo
Donovans Sammlung hingekommen ist , verraa<? ich nicht zu er-
mitteln
I»ie Angabe von Leaoh befindet sich in Rrewsters Fdtn-
hurgk Encyelopatdia vol. IX j)arf. F. y. »it"). l.'-i].'). in .seinem Ar-
tikel Entomolofs. leb erlaaljc mir, auf denselben besonders auf-
merksam zu machen, da eine Ähnliche . die ganze Flntomologic
(jU i * ' '"7 und "»cbön uinfasM>nde Arbeit nicht später grliifrrt ist.
N. r '■(■bfr'.icht d«T (ies« hichte nitt] I.itteratJir cnthAit ii<
anr die Chara« ter<^ der -runmtlichcn Familien und
(t.' r «Hier mehrenr llaii|»Lnrtcn Liebhaber von
Prioniaien duthcii (iarin not h m.imhcn Fund ra.vhtn, um so mehr.
da die Arbeit durch viocn Irrtbum mci»! aU von It^^O datircnd
angeführt wird, und deshalb eine .Anzahl Leacb'Kher (Gattungen
anivgemärzt sind
I»r. H. Hagen.
<^r•m F^brieitM ritirt b« C Goluttb f.ione Mmnt 6. Jft. tronrn^
h«-- !<»r nnd H^mmi Ckipufn I.inn«« .S. N. Mant r>30 e^wordao.
\S loht »ich dJM (itol? Jn l^nn«- • Wcrkrn trrmftg irfc m
iiirht ..uf/iilindm
318
Ancylonycha rugipennis
von C* 'W, Sdiaufnss.
Auf das Ersuchen des Naturalienhändlers Herrn Schau fuss
in Dresden wird die von ihm in seinem diesjährigen Preisverzeich-
nisse gedruckte Beschreibung einer mexicanischen Ancylonycha hier
wieder abgedruckt:
Ancylonycha lugipennis Schaufuss.
Fusca, pruinosa, pronoti margine laterali plus minusve, callo
elytrorum humerali, pygidio et ventris disco nitidis, pectore fulvo
hirsuto, pygidio pubescente.
Masc, 9'" L. antennarum flabello scapo longiore, ventris
disco longitudinaliter late impresso, annulo abdominis ultimo plica
transversa, penultimo medio asperato.
Fem.: 11'" L. antenn. flab, scapo breviore, ventris disco
non impresso, annulis abdominis ultimo et penultimo simplicibus
fortiter punctatis, pilosis,
A. pachypygae Germ, affinis. Antennae fuscae artic. de-
cem. Clypeo leviter sinuato reflexo una cum vertice ruguloso
punctatis, fronte profunde nee non remotius punctate pilosa; pro-
noto antice et postice aequaliter angustato, disco sparsim lateri-
bus crebrius punctato, margine antico pilis singulis longis, laterali
crenato ciliato; elytris ruditer punctatis, (sutura et costae duae
interiores leviter elevatae), costa prima apice suturam attingente;
pygidio rugoso-punctato ; p e d i b u s rufo-castaneis. Patria : Mexico.
Vereins - Angelegenheiten.
In der Sitzung ara 17. Juni wurden als Mitglieder
aufgenommen :
Herr Bruno von Wattenwyl, Direetor der K. K.
Telegraphen in Wien.
' Dr. Trefz in Amt Kienitz bei Letschin.
- J. F. E. Rein hold, Obergerichtssecretair in
Hannover.
Der Unterzeichnete referirte über die an den Pfingst-
tagen in Dresden stattgehabte entomologische Versammlung,
zu welcher sich ausser Entomologen der Nachbarstädte
Leipzig und Bautzen Herr Prof. Schaum aus Berlin, Herr
Prof. Nickerl aus Prag, Herr von Brück aus Crefeld einge-
funden hatten.
Es wurden am ersten Pfingsttage mehrere interessante
Vorträge gehalten, auch über entomologiscbe Nomenclatur-
310
Principicn per Major» BoschlUsse p^efasst, die, wenn sie (wie
man lioflTt i allpoinoin a<k»jtlirt wordf'n, <ler Finhcit und der
Stabilität dlinc Zwi-ifVl irtnli-rlicli werden kr.nntcu. Intf-rFtth-
rnng des chrwtlrdi^'cn und nnormlldft rllstitron Korf Dirta-
t(tr8 der 8üc!i»isrlien Schweiz. Domini ("antoris Fr. Macrkel,
wurtle am zweiten TtiiifTsttape ein ver^'nll^licher Spazier-
panz in den (^ttowaldtr (irnml und aiit" die Hastei pemaoht.
Die e«ritralo Fa^'e Dresdiii«.. '*eiiie Kuiistseliütze und reizen-
den rmf:el(nnf,'eii pehen dicHein Orte einen fast unbe-
dingten Vorzug' v(»r andern Städten zu derfrleichen Con-
gressen von beschränkter Dauer, namentlich in einer Jahres
zeit, wo eine Differenz von weni^'cn Meilen nördlich oder
Rüdlich einen wesentlichen Finflu88 ant" die Fntwicklung
der \'e;:etatinn übt.
In HetretT des Stahlstiches unseres Patriarchen Linn6
ist der Künstler endlich bis zu den I'ntbedrllcken vorge-
schritten und hotTentlich wird das herzerfreuende Hild mit
diesem dritten Hefte ausgegeben werden können. Eh ist
darUbiT folgendes zu bemerken:
Hei den» Besuche der K. zoulogischen Gesellschaft
Xattira artis nia^'istra in Amsterdam im .). \xnl fiel
dem Fnterzcichneten in dem Hibliotlukzimmer ein Oelgc-
mJilde auf. welches einen JunL'en Mann in Lebensgrüssc in
einem anseheinen«! phantastischen (••stnme , al)cr mit un-
verkennbaren Attributen eines botaiiisirenden resp. entomo-
logisirenden Fxcurrenten darstellt Auf die Frage ..wen
das Vorstellen sollte?" «'rfolgte die befremdende Antwort:
Finne! Allerdings befr<indend. «leim liis dahin waren dem
liiterzeichneten iiianeherlci Bilder »Us Frzvaters vorge-
kommen. al)er -animt und sonders mit den abgcheulichen
Staats I'erUken damaliger >fode. und ni«* eines in natUr
liehen Ilaaren, ceschweige so maleriseh anfgefasst nn«l all-
gi'Uiein menschlich liebenswürdig wie das vr»rliegendc.
Herr Director Wester man war so freundlich, eine dem
l'ormate nnsrer Zeitung anpenjessene FlKtto^-raphie in Aas-
sicht zn stellen »ind hat di«si-lbe späterhin in (liircliaus ge-
lungener Vollkommenheit dem Vereine znm (Jeschenk gc
macht, wofür ihm der aufrichtigste Dank gebührt. Herr
Kupferstecher Andorf in Berlin hat den Stahlstich mit
meisterhalter Trene nnd Sauberkeit nnspetllhrt. Wennpleich
sich die am (Jürfel befindlichen I tcnsilicn nicht alle mit
Gewissheit deuten lassen, «o sind (\<>ch ."*^rbirm, ein (onvolut
Kftnder, Snnncnnhr ete dentlich erkennbar, desgleichen die
zierliche Finnaea borealis in der Hand des jnngen ..Natur-
bämligers'*, der damals (l7.Ti> im sechs nnd zwanzigsten
Jahre Ftand
Ueber die Authenticität des Portraits waren die Harro
in Amsterdam ausser Stande, andres Positives anzugeben,
als dass das Original in London befindlich sei. Der Unter-
zeichnete behält sich vor, darüber weitere Nachforschungen
anstellen zu lassen, glaubt aber vorläufig in dem Bilde
selber eine ziemlich sichre, innerliche Bürgschaft zu er-
kennen, dass es sich hier nicht um das Phantasie-Erzeug-
niss eines enthusiastischen Malers, sondern um ein wirklich
individuelles aber vortreiflich aufgefasstes Bild unsers Pa-
triarchen handelt, der wie eine Verkörperung der meister-
haften Apostrophe Schillers dasteht:
Sehen Sie sich um
In seiner herrlichen Natur! Auf Freiheit
Ist sie gegründet — und wie reich ist sie
-^ Durch Freiheit! Er, der grosse Schöpfer, -wirft
"* In einen Tropfen Thau den Wurm und lässt
•5i Noch in den todten Räumen der Verwesung
Jj; : Die Willkür sich ergötzen.
So frisch und fröhlich sieht Keiner aus, der je sich
zum Kniebeugen vor dem goldenen Kalbe entschliessen
könnte, so frei und fromm Keiner, der je die Nothwendig-
keit begreifen würde, auf dem Wege der Naturforschung
freiwillig Halt zu machen, oder gar aus einseitigem Zelo-
tismus Umkehr zu predigen.
C. A. Dohru.
Eingegangen für die Bibliothek:
Rondan i. C. Estratto con annotazioni della memoria sulle
famiglie dei ditteri europei. (Nuovi Annali di
Bologna 1847.J
„ Nota prima sulla ditterologia italiana. (Palpi-
braca hacmorrhoa.) (Annali dell' Accademia
degli aspiranti naturalisti. Napoli 1845)
„ Nota seconda etc. (sul genere Xyphocera. (An-
nali d. Acc. d. aspir. Napoli 1845.)
„ Nota terza (Lasiophticus Gemellari Rond.) (An-
nali etc. Napoli 1845.)
„ Nota quarta (considerazioni sul genere Mintho
Robineau etc.) (Nuovi Ann. di Bologna 1847.)
„ Note sur Pterelachisus Bertei Rond. Gu^rin
Mag. de Zoologie 1842.
„ Nota sexta pro dipterologia italica (Spiximorpha
Petronillae Rond.) (Annales d. 1. Soc. ent. de
France 1850.J
„ Nota septima (Ochthera Schembrii Rond.) (An-
nales de France 1846.)
»1
Ronilani MeriMinu arniipoi« Hond. i Magm. de
Sparipistcr Apenuini lC'»iui. \ Zoolo/jie 18^5.
C'oiniKinliü »lrll:i II. memoria ditterolof^ica
(Nu(>\i Ami. Hnlii^ua lh4öj
OsHorva/ioni s«»pra parci-cLic «pccie di enapodi
afidicidi. (X. Anu. iiolo^Mia l'^4^.)
Species Italirac (Jcnori« l'hlobutoini. (Aun. de
Frame l.i4."i.)
, SpccicH Italirac (Jciicris Cliryaotoxi. (Ann. de
France ls4.'i.)
Memoria XI. sulle difterenze .scssuali dclle Co-
nopinao e Mynjdnue. (X. Ann. Holo^^na 1*^45.)
, Memoria XII., iJcHcrizione di due Gcneri j di
ins. ditteri (l'liytomyptera nitidivcntris , Higo-
nichcta Maricttii Kond.i (X: Ann. lj<>lugna l>?4r).)
„ Genera italica ( 'cnopinarum. ' I>raehy^'Ios8um
[Leopoldius olim), Conopaejus, Couons , Clici-
lorliynchns fConopoideus olim), C'onopilla.) Ma-
j^azin do Zofloj:. 1^40.
, i>alle spccie italianc del genore Mcrodou. X.
Ann. Bologna l«4r».)
, SpecicH italioae (Joncris Kuracri. fAnu. de
France Is'kX)
, Fsame di varie Mp. d ins. ditt«»ri Bruniliani.
Studii Kntoniol. Torin«» l"^4'^.
, DipteroruMj sp. aliqiia«' in Amcr. aei^iiatoriali
collectac. (X. Ann. Bologna IH:V),)
, Ossenazioni sopra al<{nnnte sp. di esapodi
ditteri d»! Mus. Turinos.'. (Nnovi Anna!. Bo-
lo^'na 1>^;')<». )
, Lettera al Prof. G. Bcrtoloni (Apbis graminunj
Kond.i (X. .Ann. Bo|n-na \K[rJ.>
„ -Sagii inüctti erediiti produtton dojla niaiattia
dcila vito. (Gazzetta di l'arma lsiS4.l
, Urdinamento «»i«ten)atico dei (ienrri italiani <i»'gli
ins. ditteri.
.Vnt'an^ oinir .Mdiaiuliuu« . welelie in der
Mitte alihriilit, da ^i.» inzwiHclion diireli den
jetzt crtirhienenen Di p t o ro iogj ro Ita
lieae Prodrom «h der VerlMi»or» abaor
birt int.
^ Sulla pretcKa identitk Hp<< iliea degli KMiridi dcl
cavallx. iX. .Vnn. Uolo^Mia IH^t. )
, .Viruiii ocnui li.Ilu ti^'niiola dei pomeli Tinea
paiiella L. Hyponoux-nta cognatella aitt G«u.
di l'aruiA \>M.
322
List of the Linneau Society of London. 1857.
Address of Th. Bell, Esp., read at the anniversary meeting
of the Linnean Society. 1857.
Journal of the Proceediugs of the Linn. Society. Botany
Vol. L No. 4. Vol. II. No. 5. 6.
„ Zoology Vol. I. Nr. 4. Vol. IL No. 5. 6. London
1857. — Enthält: Catalogue of the Homopterous
and Hymeuopterous Insects collected ad Sarawack,
Borueo by Wallace with descriptions of new Spe-
eies. By Fr. Walker and Fred. Smith with plates.
The Transactions of the Linnean Society of London. Vol. XXII.
Part. 2. London 1857. — Enthält: Further remarks
on the Organs found on the bases of the Kälteres
and Wings of Insects. By J. B. Hicks. — Und:
On a new Structure in the Antennae of Insects.
By J. B. Hicks.
The Transactions of the entom. Society of London. Vol. IV.
Part. 6 and 7 th. — Enthält: Characters of undes-
cribed Diptera in the Collection of W. W. Saunders.
By Fr. Walker. On new genera and species of
Longicorn Coleoptera. By F. P. Pascoe.
The natural History Review and quarterly Journal of
Science. Vol. V. No. 1. London, Jan. 1858,
The Entomologist's weeklj^ IntoUigencer for 1857 — 8. Lon-
don, October. — March. V. III.
Annales de la Societe entomoloi^ique de France. Tome V.
1857. IVieme triraestre^ A Paris 1858. — Enthält:
Coleopteres d'Oricnt. Reiche et de Saulcy. Genre
Thorictus. Peyron. Coleopteres uouveaux et re-
marques diverses. Peyron. Miscellanea entomol.
L. Fairmaire. Lithocharis brevicornis. Allard.
Microrhagus Emyi et Ceutorhynchus chlorophanus.
Rouget. Moeurs du Catopsimorphus arenarius
Rouget. Gryllus Heydenii. Yersin. Nymphe de
l'Anthrax morio. Laboulbene. — Ferner: Insectes
attaquant les siliques de Colza. Laboulbene. Ha-
stula Hyerana. Milliere. Classification des Tinöites.
Bruand d'Uzelle. Philoscia notata et Gervaisia co-
stata. Waga.
Annuario dell' J. e R. Museo di Fisica e Storia naturale per
l'anno 1858. Firenze 1857. — Enthält: Cenni bi-
ographici sul Cav. Prof. Carlo Passerini.
Sepp. Nederlandsche Insecten. Acht'ste Deel No. 11 — 21.
Diptera Austriaca. III. die österreichischen Syrphiden, Von
Dr. J. R. Schiner. Wien 1857.
32;^
Kür*chcrlobcn ciue» Gehörlosen. (Job. Jak. Bremi io ZUricb.)
Von Aupust Menzel. ZUricli is.')?.
Verbauilliinpen iler naturw. (ioHelUcliafl zu Freiburg i. li.
No. 'Ji\ 2h. \Kh.
\'erbnn(llunf;en de» gicIjenbUrpisehen Verein« für Naturw. zu
liennann.>la»lt. Jahr-. VIII. \o. I. — VI. 1SÖ7.
.\uitlu^ iiatli S/r^'tilin \on Dr. (». .Mayr Darin: Heitriif^e
zur un^ariHchon Formicinen Fauna.
Zeitsehrift tllr die gesainniten .N'alurwissens» haften. Hcrau*-
;:e^'ebcn \ou dem naturw. N'erein in Halle. 1^57.
H. !•>. Fnthiilt : Kine dipterolo^iacbe Razzia von
Dr. II. Lot'W in Miseritz.
Zeitschrift (ür wi.sHen.schartliehe Zoologie. Herausgegeben
v(in Siehold und Kr.jlikcr. H L\ 1. und 2. Heft.
Leipzig 1*^.')7.
Monographia Tryplioniduni Sueeiae Auctore .V. L. Holm-
gren. Jlulniiae l"^,')«».
.^nnalesi de la 8ocid*tt^ cntonudogjque Beige. Tome I. Bru-
xelles 18Ö7. — Enthält: Catalogue des iusectes Le-
i)idoptt?rc8 et Cok^optöres de la Belgique.
N'erhandlunpen des Vereins fllr Naturkunde /u Preaburg.
II. Jahrk'ang. 2. Heft l'^r)7.
\ldjandlungen der naturwissensehaftl. (It-itllsehatl ..Saxonia"
/u (iro«<s- und .Veu-Sehönau. I. 1*>.'>1 ÖJ. iiro»»-
Schi »n au l*<r>.'^
Gli insctti autori delle galle del Terehinto o del Lentisco
insicmc ad alcunc specic congencri. Prot'. O. Passe-
rini. Kstratto del giornale i (Jiardini fasc. VI.
Diccmbre 1^.'>(5.
rtilil«i et rt^hahilitation du moineau Notice lue a la seance
du r.* mnrs 1^.')^ ilt> la Societe imperiale d aecli-
nialation.
C. Still. Uni Derbides und Ire oc.-ller.
F r k I :i r u n j;
der diesem Hefte b e i g e g e l> e n c n 3 Tafeln.
Die Tafel ohne Nummer stellt Linn«^ ah Studenten
auf der Heimkehr von einer Heise nach Lappland (1732)
in dem von ihm auf seiner Kxc • '".»Htume
vor Vcrgl. da» Nähere in den \ ^ leitcn vooi
17 Juni c.
Tafel I. gebort zu dem AutsaUe vou Dr. St dl, S. 176
^mi und zu S 229 d. Jahrgangs. Die Tenthrcdo mit der
324
monströsen Antenne befindet sich im Besitze des Herrn Me-
dicinalrath Dr. Nicolai in Arnstadt.
Tafel II. gehört zu dem Aufsatze von Dr. Suffrian
über Rogers nordamerikauische Chrysomelen und enthält:
Fig. 1. Timarcha intricata Hald., Rog.
„ 2. Cbrysomela scalaris Leconte, Rog.
,, 3. Chr. serpentina Rog. . .
„ 4. Chr. dislocata Rog.
„ 5. Chr. tortuosa Rog.
„ 6. Chr. philadelphica Linn. Aut.
,, 7. Chr. Bigsbyana Kirby.
„ 8. Chr. casta Rog.
„ 9. Chr. conjuncta Rog.
„ 10. Chr. disrupta Rog.
„ 11. Chr. hybrida Say.
(lunata* Fabr. Oliv.)
„ 12. Chr. incisa Rog.
j, ; „ 13. Chr. similis Rog.
•tä £_ „ 14. Chr. praecelsis Rog.
Intelligenz.
Die siebente, stark vermehrte Auflage des Cata-
logus Coleopterornm Europae ist erschienen und ge-
gen portofreie Einsendung von 5 Silbergr. durch den
entomol. Verein in Stettin zu beziehen.
'iioDJB ■;
Ißhalt: Suffriau: Rogers üebersicht der in deu vereiuigtea StaatOü
von Nord-Amerika einheimischen Chrysomelen. — Camillo
Rondani: Chronologisches Verzeichniss seiner entomologi-
• sehen Schriften. — Werneburg: Ueber einige Abbildungen
in C. Clerk's Jcones insectorum etc. — Schaum: Ueber
einige Bembidien. — Gerstäcker: Literatur. — Hagen:
j'.f Die beiden Hoefnagel, die ersten deutschen Entomologen und
Insectensammler im 16. Jahrhundert. — H. Christoph: Be-
merkungen zu einigen in Labrador vorkommenden Schmetter-
lingen. — Hey den: Nekrolog. — Dr. H. Hagen: Miscella-
nea, — Schaufuss: Ancylonycha rugipennis. — Vereins-An-
gelegenheiten. Erklärung der Tafeln. — Intelligenz.
Druck von F. Hessealand in Stettin.
Eiitoiiiolos;iN('lie Zeitung
herausgegeben
\oii dcui
<M)loiiiol(iü:isrli(M) \vvvm m Sldtln.
, , In Coiotnitfion bei den Buchbaodl.
Kedaci.oh. * E 8 Mittler in Herlin. u.Fr. FUUch«r
C i. Dobro, Verein! -Priaident. in Leipzig.
>o. 10-12. 19. Jahrgang. Ort.-^ Ilrr. 1858.
Ueber die Fadenwurmer der lusecteu.
(Fllnfter Nachtrag:.)
Professor € . Tli. «un Hiebuld in München.
Ls haben sich siit dein Kr.schcincu incinos vierteu
Nachtrags •) so viele Hcobachtungen über die Fadenwürmer
der Insccten pchiiufl. eine so ^tosho Zahl mit (Jordiaceen
behafteter Insecten i.»<t mir seitdem von verschiedenen
Seiten wiederum zufrekommcn , dass ich hieraus Veranla.n-
8unp nehme . jene in sehr verschiedenen Schrillen zerstreu
ten Beobachtungen mit meinen Krfahrungen zusammenzu-
stellen und dem eutoraologischcn l'ulilikum zu übergeben,
damit da.ssclbe davon Kenntnis« nehme und sich dadurch
von neuem anregen lassen möge, diesem so interessanten
Thcile der Parasiten Lehre fortwährend .Vufmerksamkeit zu
»cbeuken.
Zuerst habe ich /u erwähnen, dass Meissner in
einer zweiten ausHlhrlicheu Abhandlung sieh um die Kennt-
niss der Insecten Filarien gntss'- Venlienste erworben hat.
Derselbe gab niimlich iu seimn Beitrügen zur Anatomie
und Physiologie der (tordiaceeu M eine historische L'eber-
•) Ver«l. die»ff Z^itang. 1864. pw. 103
•) S. di«^ Zritjirhrifl (ur wisiuMwicbmftlicb«» Zoolofn«- Bd- ^T-
1866. p»g. 1. T»l" I-VII.
23
326
sieht der Kenntnisse und Meinungen, welche seit Albertus
Magnus, also seit dem 13. Jahrhundert, bis auf die
neueste Zeit über das Wesen und die Lebensweise der
Gordiaceen durch das Bestreben verschiedener Naturfor-
scher gewonnen worden waren. Meissner's eigene Un-
tersuchungen, die sich durch Genauigkeit und Ausführlich-
keit sowie durch die Zugabe vortrefflicher Abbildungen aus-
zeichnen, beziehen sich auf Mermis nigrescens , auf Gordius
aquaticus und subbi/iircns. Die Gelegenheit zu diesen Unter-
suchungen gab besonders ein reichlicher Vorrath von Gor-
diaceen, den ich im Juni 1854 aus den Lachen eines zum
Theil eingetrockneten Ge))irgsbaches der fränkischen Schweiz
zwischen »Streitberg und Muggendorf herausgefischt hatte.
Es befanden sich darunter 10 männliche und 4 weibliche
Individuen des Gordius aquaticus und L5 männliche und 6
weibliche Individuen des Gordius subbifurcus. *) Ich wie-
derholte das Aufsuchen dieser Fadenwürmer am 4. Juni
1856 und an demselben Tage 1858, und war im Stande, in
denselben Lachen jedesmal 50 bis 60 Individuen dieser
Gordiaceen einzusammeln, wobei jedoch immer die Zahl
der Männchen um vieles die Zahl der Weibchen überwog.
Sie waren meistens zu mehreren Individuen in einem Knäuel
aufgewickelt und bei ihrer dunkeln Farbe zwischen den
verschiedenen auf dem Grunde des Wassers liegenden ma-
cerirten Pflanzenfasern leicht zu übersehen.
Dass diese Gordiaceen in ihrem ausgewachsenen Zu-
stande an jenen Wohnort nicht anders gelangt sein konnten,
als nach vorausgegangener Auswanderung aus Insekten,
davon konnte ich in Folge meiner früheren Beobachtungen
überzeugt sein, dennoch freute ich mich über eine aberma-
lige Bestätigung dieser Lebensweise der Gordiaceen, als
ich in der Kähe des erwähnten Baches eine über den Weg
gelaufene Feronia melanaria aufgenommen und in ihrer Lei-
Beshühle einen lebenden und ausgewachsenen männlichen
Gordius aquaticus aufgefunden hatte.
In Bezug auf jenen Fall von Vorkommen des Gordius
aquaticus im Magen eines Menschen, den ich in meinem
vierten Nachtrage ') mitgetheilt hatte, war mir eine Notiz
wichtig, die mir bei meinem Aufenthalte in Streitberg er-
zählt wurde, und die ich, obgleich ich dieselbe bereits in
einem Zusätze zu dem Meissnerschen Aufsatze bekannt ge-
») Ebenda, p. 141.
*) A. a. O. p. 107.
927
macht habe , ') ihres IntcretMt wcpcn hier noch einmal
wiederholen will. „Wir hilufip n.Hmlich ilie (i(»r(lia<M.'en in
der l'iupe^end v»»n Stnithor^; vorkommen , konnte ieh norh
au8 einem andern I niHtande entnehmen. Der Posthalter
und liastwirth im Dnrfe Streither^' kannte die Fadenwilrmer,
denen ieh mit k(i vielem KitVr naelisjillrte . recht j,'ut . da
sie, wie er mir inittheilte. nielit «elten in dem Hrnnnentro^e
hinter neinoMi llaiisi' ;:el'unden würden . aiieh wusste der-
Kelhe, dass die.'*e Würmer mit dem Jantendi ii Wasser seines
liührcuhrunnens dort hinein ^'clan^^ten. wrj>lialh er es seiner
Dieuernehat^ zur besonderen IMlielit f,'emacht , bei dem Her-
beiholen von Trinkwasser stets naehziisrhen. ol) nicht ein
solcher Fadeiiwiinii in das dem Hnnintiirnjir nnterfreiialtene
(»etas< mit (hin ^\ assrr hinein^'esplllt wurdm sei. Ich nahm
hiernach Veranlassuiifr, eini;,'e Brnnnentröfre des I><»rt'es zu
untersuchen und erhielt auf diese Weise wirklich noch ei-
nige Gorilieu".
DiejcniiTcn, «eiche von der Identität der Insecten- Fi-
larien mit den im Wasser o(l»r teuchter Krde vorkommen
den <ior(liace«'n muh nicht viillknmm<*n Itber/enpt s«'in soll-
ten, mache ich auf die \ ersuche ant'merksam, welche
Meissner mit der Hrut (\vh <>nrüiu» a<iuat\ru'. vorf^enommcn
hat, und deren Kesultate fjanz mit denjeui.cen Übereinstim-
men, welche ich aus den mit der l'>rut von Mfrmtn albicam
angestellten Versuchen erhalten halte, ^i loh konnte das
Einbohren und Kinwandern der Hrut v(»n Merniis albicans
in die jun^'en liaupclien von N'ponumcnta co^'natelJu beob-
achten, .Meissner sali daireiren das Kinbuliren und Kin-
wandern der Brut >on <iordius snlibitunus in die Larven
von Kphemeriden, ») und zwar /unliebst in deren Heine, mit
denen diese InsectenLarven in einem Ihr^rlase den schlam
niif^en Hodensaly. desselben berührten, auf welchem die
(furdius-KujbrvMne ruhi^' und harrend celepen hatten. Die-
sen Kujbryonen kitinmt bei ilinr Kinwanderun^' eine beson-
dere HewatTnun^' am Kopte /.u .*<tatteii. welche aus zwölf in
zwei Keih<n ^fstellteu Ilaken besteht. Diese sehr beweg:-
lichcn Haken werden von den (Jordius-Kmbryonen zum An-
bohren der Insc( tenhiiute und nach peschlafrener Wunde
znm Hineinkriiclien in das Innere des Insccts benutzt
(Irubc war der erste, welcher die Kuibryoueu von üordina
') Voril. du- Z<?it«chrift ßr iri»»«'u*ch»ftlicl>«' Zoolo({i«>. Bd. Vll.
ISiSt. Dag. 141
8. dipic Z»'itunff. -TahrKasg 1850. p. 330.
A. a. O. pnz 151.
328
aquaticus beobachtete, ohne sie jedoch sehr genau abge-
bildet zu haben. M Meissner, welcher eine sehr genaue
Beschreibung und Abbildung der Embryone von Gordius
subbifurcus geliefert hat, -) tiberzeugte sich von dem ganz
übereinstimmenden Verhalten der Embryone von Gordius
aquaticus und subbifurcus.
Ueber das unerwartete und zahlreiche Zutagekommen
von Gordiaceen auf der Oberfläche von durch Regen ange-
feuchteter Erde sind mir wieder einige Beobachtungen be-
kannt geworden, die ich hier mitzutheilen nicht versäumen
will. Von Logan wurden eine grosse Anzahl Gordien
während feuchten Wetters auf der Erde seines Gartens be-
merkt. '-') Da derselbe die meisten in der Umgebung von
Paeonien fand, deren Wurzeln von den Larven des Hepio-
lus angefressen zu werden pflegen, so vermuthete er, dass
diese Würmer aus den Pu])pen des Hepiolus hervorgekom-
men seien. Logan konnte bei dieser Gelegenheit an den
Gordieu die Fähigkeit des Kletterns bewundern, indem
einige der Würmer bis zu den Gipfeln des Paeonien - Ge-
sträuchs sich hinaufgewuuden hatten.
Eine andere ähnliche Beobachtung lasse ich hier fol-
gen, da sie in einer wenig verbreiteten und bereits ganz
eingegangenen Zeitschrift niedergelegt ist. Die Beobach-
tung wurde von Dr. A. Kraemer in folgender Weise
mitgetheilt. ^) „Als ich an einem Morgen der letzten Mai-
tage vorigen Jahres, nach einem starken Gewitterregen, in
der Frühe in meinem Gärtchen hinter meinem Hause in der
Stadt Göttingen gelegen, spazierte, wurde ich von ungefähr
auf ein zierliches Fadenwürmchen aufmerksam, welches,
von Gestalt einem Gordius aquaticus ähnlich, mit der einen
Extremität auf dem Blatte einer Paeonia haftend, mit der
anderen lebhafte Kreisschwingungen in der Luft machte.
Ich sah mich nun nach mehreren um und fand gegen ein
Dutzend Exemplare, theils sich auf der von Regen feuchten
Erde windend , theils auf den Buxbaum - Einfassungen der
Beete und auf verschiedenen andern Pflanzen, an denen sie
sich hinaufgewunden , zuweilen Fuss hoch über der Erde,
*) S. dessen Abhandlung: über einige Anguillulen und die Ent-
wicklung von Gordius aquaticus, in Wiegmann's Archiv für Naturge-
schichte. 1849. I. pag. 373. Taf. VII. fig. 9. 10.
«) A. a. O. pag. 124. Taf. VI. fig. 29. Taf. VII. fig. 30-38.
s) Siehe the Zooh)gist. 1850. pag. 2856.
'') S. dessen fragmentarische Notizen und Abbildungen zur Hel-
minthologie und Parasiteulehre , in der illustrirten medizinischen Zei-
tung. München 1855. Bd. III, Heft 6. pag. 285.
3S9
wo MO (Iftnn , hcKondcrK durch ihre <»bcn beschriebenen
Rohwiii^rnden Howi'^'iiii^'on «Ins Aupc auf sich Iniktcn. Auch
einige 1 »K^* "^pittiT fand ich. wicflcr an einem .Mortrcn nach
einem schweren Kcf^en , eine Anzahl dieser Wllrnier. In
diesem .fahre traf ich sie aber au einem .Iiinimni^'cn. gleich-
falls nach einem starken (iewitter. in solcher Menfre in mei-
nem (iärtchcn an. dass man mit der alten Fabel hritt««,
;:lanb( n sollen, sie wiiren vom Himmel geregnet, nnd ich
eine grosse Mengt- da\on sammeln konnte. Auch an den
folgenden Tagen zeigten sie sieh gleichfalls in der Frllljc,
wenn es geregnet hatte. Zu anderen Tageszeiten aber, als
am frühen Morgen, habe ich sie nie gclundrn und anch
dann immer nur nach vorgängigem liegen; sobald aber «lie
Sonne s<» hoch gestiegen war, dass sie ihren Antenthalt he-
sehcincn konnte, waren sie wie verschwunden".
Diese (iordiaccen wurden nach genauerer Trllfung von
Dr. Kraemer als Mcrmis nigrescens erkannt und dazn
benutzt, verschiedene anatomische Verhältnisse dieses so
merkwürdig organisirten Wurmes anfznhellcn. Von demsel-
ben Beobachter wurde ausserdem noch eine Heschreibung
nebst Al)bildiingen von Kojif- un<l Schwänzende des männ-
lichen und weiblichen (iordius aquaticus giliefert. ') den
derselbe zn mehreren Exemplaren in einer Quelle im rteis-
mar Holze bei (iottingen aufgefunden hatte. Auch von I^ey-
dolt m Wien wurden mehrere Kxemplare von Fadcnwtir-
mcrn auf IIosenst(iekcn eingesammelt.
Was die geographische Verbreitung der (iordiacccu
betrifft, so kann man es jetzt, nachdem so viele Beobach-
tungen Über diese Fadenwllrmer auch in anderen Weltthei-
len gemacht worden sind, als bestimmt annehmen, das«
diese Abtheilnng von Helminthen nicht bloss in Kuroim, son-
dern auch in anderen Wclttheilen. namentlich in Amerika,
allgemein verbreitet ist. was aus folgenden .\ngaben ent-
nommen werden mag.
Grube beschrieb einen im Berliner Museum unter deu
Anneliden autitewahrtcn kastanienbraunen männlichen r.or-
dins aus .\frika als (iordiu* cratmt : '» seine Länge beträgt
22 Zoll, seine Dicke ^,t Linie, sein Schwanz erscheint kurz-
gabelig.
Von Baird wurde ein wahrscheinlich aus'Afrika »Um-
'; S. dir Vorhiindlangrn dm itKtlogisrh ■ boUniccbon Vereins in
W ,rn Bd. 111. in.V^ p%fi. lÄ.
*> S. Wicjimannn « Archiv. 1&19. I. p. 370.
330
mender Fadenwurm, Gordius verrucosus genannt; *) derselbe
ist schwarz gefärbt und über und über mit unzähligen klei-
nen warzenartigen Hervorragungen besetzt, auf beiden Sei-
ten seines Leibes läuft eine Furche vom Kopf- bis Schwanz-
ende herab, das Kopfende ist verschmächtigt, die Körper-
länge beträgt 6 Zoll, die Dicke V2 Linie.
Von demselben wurde ein Fadenwurm, den Dr.
J. Hooker aus Khasyan Hills in Indien mitgebracht hatte,
als Gordius sphaerura beschrieben. -) Der männliche Wurm
von 16 Zoll Länge und V2 Linie Dicke erscheint fast
schwarz, glatt, seiner ganzen Länge nach abgeplattet und
gleich dick. Das 14 Zoll lange und V2 Lin. dicke dunkel-
braun gefärbte Weibchen besitzt ebenfalls einen glatten,
gleichmässig dicken Leib, der nur am Hinterrande keulen-
förmig angeschwollen ist ; auffallend sind verschiedene Ein-
kerbungen, welche bald auf der einen bald auf der anderen
Seite des Leibes vorkommen.
In der Geschichte von Chile wird von Gay ein Faden-
wurm unter dem Namen Gordius chilensis (gracilis, cinereo
fuscus, obscurus, eapite nigroj beschrieben, dessen Männ-
chen ein tief gegabeltes Hinterleibsende besitzt. Es kömmt
in der Nähe von Valparaiso und Concepcion in süssem
Wasser dieser Wurm sehr häufig vor, der zugleich von den
Einwohnern des Landes sehr gefürchtet wird, da er, in den
menschlichen Körper gelangt, schwere Krankheitserschei-
nungen erzeugen soll. 3)
Ein von Baird mit dem Namen Gordius platyura be-
zeichneter Fadenwurm soll aus Jamaica stammen. ^) Er ist
32 Zoll lang, 1/2 Lin. dick, und besitzt einen glatten raatt-
weiss gefärbten Leib, dessen Hinterende verdickt, abgeplat-
tet und seicht gegabelt ist.
Gordius fasciatus nannte derselbe einen aus Nordamerika
stammenden im brittischen Museum aufbewahrten Wurm, ^)
von 11 V2 Lin- Länge und 1 Millim. Dicke, mit glattem
Leibe, dessen Haut von sehr feinen sich kreuzenden Linien
wie chagrinirt und durch dunkle Zeichnungen wie gebändert
') Vergl. dessen Catalogue of the speeies of entozoa contained
in the collection of the british Museum. London. 1853. pag. 36. Tab.
I. fig. 5. s. auch the Annais of natural history. Vol. XV. 1855. pag. 71.
^) S. Catalogue a. a. O. pag. 112. und the Annais a. a. O.
pag. 72.
') Vergl. Gay: Historia de Chile. Zoologia. Tom. IIl. Paris
1849. pag. 109.
*) S. Catalogue a. a. O. pag. 36. Tab. I. Fig. 4. und the An-
nais a. a. 0. pag. 71.
*) S. the Annais a. a. 0. pag. 72.
.331
erscheint. Vorderleih ist ver«chinachtij;t und eine Strecke
von 3 I.in. ■ U. Vorder und Hintcrlcihscnde zeifrcn
eine fa*t s- niip.
Leidy uul«p<rliei«let vmh «km auch in den vernchie-
denftten (fcpenden Nordamerika» einhiimisrheu linrdtu* aqua-
linu noch eine zweite 4 bis 12 Zoll lanpe Spceies, welche
er mit dem Namen ^iordm» ran«« belebte. Diese Art /.cichnel
sich «Indurrh v(m (iordiuH atjuatiruK au». da»s dasf^chwanz-
endc de» Weibohm»« droii^nitzi^' iyt. Leidy hrohachteto
von diesem Fadenwiimie (lii» Hrut. welche m ihrer Form
an «lie des (lordius a(|uaticus » rinnert. Ks wunle dieser
Gordias varins aus liiü hcn. FlUssen und Seen «Ut verschie-
densten Oe^enden Nordamerikas fix I.cidy einp-'sendet: er
erhielt denselben unter andiren durih Apassiz vom Ni»-
cara, durch H.iird vom Sus<|uehanna Fluss und vom Cham-
plaiuSee. und ilurcli Kirtland von (dijo. wo er einem
Maii( lien aus dem After ab^rcfrau;:»!! war F> int dieser
Gordias in Norrlamerika der am meisten verbreitete Faden-
wnmi un«l allgenuin unter diui Namen Haarxrurm bekannt,
von dem die Sa^'c geht, dass er durch Maceration eine«
Pferdehaars im Wasser entstehe.')
Finen s*a\ Haird in New-Vork aufgefundenen nnd als
»trirdiw hneaut* bezcichnofcn Fadrnwurm rcehnete Keidy
rn ftordius atjuaticns. ;> wahrend er ein«* vonHiidd in New-
.ferscy entdeckte untl .l/rrmi« elnngata j;enanntc Fadenwumi-
Fonn von ♦> bis is Zoll Länge nnd von gelblicher Farbe
7.0 Mrrmis albicans stellte. ^1 Kbcnso wnnle eine bei Thila
delphia und in verschiedenen anderen Gegenden Nordame-
rikas Vorkommende weissgefärbte und ** Zoll lange Faden-
wurmF'»»rm. Olr welche Leidy trllher «len Namen .Ucrmi«
cra**ir(tutin:.i \ orgeschlagcn hatte, von ihm ^|^Mtcr mit Mer-
mis albicans vereinigt ♦) Auch einen aus Hrasilien erhalte-
nen und zuerst als Mcrmtt /frrtHjin«! bezeielmetcn Fatlen-
wurm zog Lei«ly nachher zu Mermii» albicans.^)
Kinige andere ausl.1ndis<bc Fi ' i<r werden wei-
ter nnten mit ihren Wohntliierm a; wenlen.
' S. l*ro<-*odin2« '»f ih" A<"a't''«nT r>f n*(iirm] •■ i«-i»r««» of PhiU-
d*«Iphi«. Vnl V. PhiU«lo|phiv J^V*'. I .%j 2r,2 un.J Vnl. VIII
I^V> pi»2. V> (t-moT Lcidt • Kli.r» «ithin liting tun-
m«!«. in don Sinith»«ni«n * -n'n'"i*i r. • i^.. VoL V. 1A.M.
P»t{ 6
•) v*«. I'ror,.«lin. ^i. aW nnd Vol VIII.
•) Ebrnd.. Vol V. p«». A3 nnd VoL VIII. ims. .■»-
• Klwnid» Vol. V p^. 263 a»»d Vol. y\U. pmtt. 5^
' Kb*Dd» Vol. V. p*s. aa'i and Vol. VIII. pa^j. .%.
332
Schon früher habe ich darauf aufmerksam gemacht, ')
dass die Insekten-Filarien leicht als verirrte Gäste in den
Magen und Darmkanal insektenfressender Fische und Rep-
tilien gelangen können. Ich habe hierüber neue Erfahrun-
gen zu machen Gelegenheit gehabt, indem ich im August
vorigen Jahres während meines Aufenthaltes in Berchtes-
gaden häufig im Darmkanale der Forellen verschiedene
Exemplare des Gordius aquaticus vorfand ; auch durch Herrn
Dr. Gemminge r erhielt ich im Jahre 1856 eine grosse
Anzahl männlicher und v^eiblicher Individuen desselben Gor-
dius, welche derselbe in den bayrischen Alpen aus dem
Darme der Aeschen gesammelt hatte. Offenbar waren alle
diese Fadenwürmer mit verschluckten Insekten, namentlich
Heuschrecken in den Darm jener Fische gelangt. Ebenso
war wohl auch eine Mermis albicans, welche ich am 19. Mai
1857 zwischen vielen Dipteren-Larven im Magen eines Co-
regonus Wartmanni des Starenberger Sees vorfand , mit
einer von dieser Renke verzehrten Dipteren-Larve in den
Fischmagen eingewandert.
Von den bei uns einheimischen Arten der Gordiaceen,
welche sich bis jetzt mit Sicherheit haben feststellen lassen,
habe ich die Diagnose unter Angabe ihrer verschiedenen
Wohnthiere, in denen sie aufwachsen, auseinander zu setzen
versucht. ') Es sind die folgenden fünf Arten : Gordius
aquaticus, subbifnrcus und tricuspidatus , Mermis albicans
und nigrescens.
Neue Beobachtungen über das Vorkommen von Gor-
diaceen in der Leibeshöhle von Arthropoden habe ich fol-
gende aufzuführen.
frustacea.
1. Gammarus pulex F.
Von Leuckart^) wird erwähnt, dass er im Sommer
1855 im Gammarus pulex eine IV2 Zoll lange Mermis (Fi-
laria attenuata) angetroffen habe.
*) S. diese Zeitung. Jahrgang 1854. pag. 105.
*) S. die Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Bd. VII.
1856. pag. 142.
^) S. dessen Jahresbericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere, in Wiegmann's Archiv. 1856. Bd. IL
pag. 350.
(olro|iferii.
2 PUroitichas faitiditai Dej.
AtH dicsrn» I.aufVJifrr rrhiolt Schafhirt in \«>rflamp-
rikft rinpn 3 Zoll lanpos M.innchcn und Weibchen de?» Gordiu«
Hf|iiaticiis. M
f. Feronia mebnaria 111.
Ich 7.<>^' aus diesem im .Inni IKM bei Mnppcndorf ge-
fundonon Laufkäfer einen mUDnlichcn Oordius aquaticns
hervor, -t
3. Ämara similata F.
Nachdem von Lanihert eine Amara pimilata in ein
(ilas mit Canjphor geworfen worden war. Kchlüpfte daran«
ein Fadenwnrm hervor, welcher 7 bis i^mal länper als der
Käfer war. Herr Davaine. welcher beide Thicrc zur
näheren rntersuchiinp erhalten hatte, berichtete Ftdpende»
über den Faiienwurm. ^ K(>[ifende des braunen Wurms mit
terminaler Mundr.ffnnnp . Ilinterleibsemle sehrii^' ab^'estut/.t
und seicht her/fiimi^ ein;:csclinilten, Haut mit rcihenförmip
f^estellten kleinen Tuberkeln besetzt. Die Haut selbst wird
von «ich kreuzenden Fasern gebildet, darnnter befindet sich
eineLänpsmuskel Fasersehielit. <iii^ LeibeshTihle bildet ein nach
"brn und unten blind «-ndi^'ender Schlauch mit hexa^'onalen
.•\renlen. der «inen eirriihnlichen Inhalt besitzt. Darmkanal
rodimentär. Davaine wollte in diesem Wurm eine Mermis
niprescens erkennen, wunderte sich aber, dass er die von
Hajardin beschriebenen mit zwei stran^'H^rmicen Aniiän
gon versehenen Hier in dieser Mermis nicht hatte bemerken
kr»nDen. Das war freilieh nicht nWicIich . da er par keine
peschlechtsreilV .^fermls, sondern ein«'n nf>ch peschlechtlich
unentwickelten weiblichen Ciordiu-^ subbifnrciis ^or «ich
hatte, in welcher derselbe die Fettzelleu fUr Hier gehalten
bat. —
V S. Prr>c«<pclinß» <.f ihr A«^d. o( n*l. »r. of. PhiUdelnhia.
VoL III. IMß pitf. »A
*' S. die Z^iUrhnA für wi«»#n«rhaftl. Zoologir Bd. VII. 1«^56.
^ S. Annjklr« dr U »ociot« eBUMnolOKKjar d« Fnuire. 16dl.
p»g. LiXXlV. and p»i{- (.XUl.
334
4. Amara trivialis. Gyl.
5. Amara fasca. Dej.
Herrn Forstmeister Wissmann in Bovenden bei Göt-
tingen verdanke ich die beiden Käfer, aus deren Hinter-
leibsende sich ein Gordius subbifurcus hervorwindet.
6. Harpalus hospes. Dej,
Durch Herrn Professor Roth erhielt ich diesen vom
Kaukasus stammenden Käfer, zveischen dessen Kopf^ und
Halsschild die Schlingen eines gelblichen Fadenvvurnis her-
vorgequollen waren. Obgleich die gordiusartige Beschaffen-
heit der Haut dieses Parasiten unter dem Mikroskope nicht
zu verkennen war, so konnte ich wegen gänzlicher Unkennt-
lichkeit des Kopf- und Schwanzendes dieses Wurms weder
den Gattungs- noch Species- Charakter dieses Gordiaceen
feststellen.
7. Silpha carinata. Hbn.
Ein aus diesem Käfer auswandernder Gordius subbi-
furcus, den der Förster Schindofsky in Proebbernau auf
der frischen Nehrung gefunden hatte, wurde mir von Herrn
Dr. Hagen aus Königsberg gütigst tibersendet,
8. Ocypus megacephalus, Nord.
Von Mahler wurde dem zoologisch-botanischen Ver-
eine in Wien dieser Käfer übergeben, aus dessen Mundende
ein Gordius hervorragte. ')
9. Blaps obtusa. L,
In dem brittischeu Museum wird ein Faden wurm, der
diesem bei London gefundenen Käfer abgegangen war, un-
ter dem Namen Gordius pustulosus aufbewahrt. Seine Farbe
ist hellbraun, sein Leib erscheint mit kleinen Papillen dicht
besetzt, zwischen welchen einzelne stärkere Warzen hei vor-
ragen, Kopfende ist sehr verschmächtigt, Hinterleib wird
dicker und endigt abgestumpft mit einem tiefen Einschnitt.
') S. die Verhandl. d. zoolog. botan. Vereins. Bd. V. 1855.
pag. 76.
An "Irr cinon S. ito de» Leibes läuft eine Furche herab.
Dio Lftnpe den Krtrpcrs hetrüct H« ^ Zoll, dir Dirko ' : Milli-
meter. ')
(^rlhoplera
ForficulR «nriculari» L.
Von Hceger und Fr.iu cn l'c I d wurden hei Wien in
den (»hrwllrmern /alilrciclic KiiaritMi hcohaclitct, von denon
'^f't 7woi Ms drei Individtitii in finpin W'ohnthiere vitorktm 'l
10. Bhbcra g^gsntea. Serv.
Ptirch Dr. Siepcrt in Anc:o«4(ura war eine Hiesen-
Rchahe an das Hambnrper natnrhistorischc Museum Über-
sendet worden, au« deren Hinterleib ein 380 Millimeter
langer schwar/er Wurm licr\(ir;:<'(jiinllen war. Derselbe int
von Hr. MTihius >:enauer unterr«ucht und beschrieben wor-
den,^! wobei er Veranlassuni: nahm, den Wurm unter dem
Namen ("hordndfi^ pHitun dem vnn Creplin frllher be-
schriebenen P'adenwurme Chordodes Parasitu» *) an die
^oite 7.U stellen.
11. Orchelimum pracile Harr.
Kine aus dieser lleuschreeke erhaltene l»', /oll lange
Merniis albicans wurde von Apassiz an Lcidy pescndet.*)
12 Oedipoda Carolina. I.
Keidy in l'liiladflphia erhielt aus dieser Heuschrecke
tf^hr hftufijf Mermi«* albicans.'')
f>erselbc hat bei Philadelphia auch andere Heusehrrcken
ntt mit (tordiarcen behaftet an^jetfoffen. I>ie Wllrmer b»-
sassen eine Liinpe >t>n •> /«dl bis 1 Kuss, waren weiss gc-
' S. < *t«|r»,p(r> ••I«- n\ t b«» bnl. Mn». ».»<». t»«2 3/.
•i Wrsl di«' Vi'rb«iMil. d. toof. hoUo. ^>^^in». Hd. III. oh^. IIM.
* .<^. di<> Z«>iurhnn f. wiii»Mi»cb Zonlofn« Bd. VI. l^^. nm^.
428 T»f XVI f.
' ^ in? IWn. n.ff. a.'M.
'^ - ni' thr> Acsd. of n«t. >r. of l'hiUdolphüi. Vol.
Mii patf :#.
' 8. eb«nda pag. 56.
336
färbt und endigten mit einem einfachen Hinterleib. Der-
selbe wollte in den weiblichen Individuen Eier bemerkt
haben, die aber niemals hervortraten. Es waren dies wohl
keine Eier sondern Fettzellen des Fettkörpers. Im Wasser
sah Leidy diese Fadenwürmer schon nach vier Wochen
sterben, während sie in feuchter Erde mehrere Monate am
Leben blieben. *) Bei längerem Verweilen in solcher feuch-
ten Erde würden diese Würmer zur Geschlechtsreife ge-
kommen sein und nach meiner Ueberzeugung wurde Leidy
alsdann die vermisste Entwicklung der Jungen dieser Fa-
denwürmer haben beobachten können.
Leidy berichtet ferner über einen weiblichen Gordius,
der in New -Jersey aus einer Heuschrecke hervorgekrochen
war und von dem Beobachter Dr. Budd den Namen Gordius
robustus erhalten hatte.-) Später fand sich Leidy geneigt,
diese Fadenwurmform mit Gordius aquaticus zu vereinigen.-^)
Sanford zu Granville in Ohio hatte Gelegenheit in
drei verschiedenen Fällen Gordien aus einer Heuschrecke
zu erhalten. Bei dem dritten Falle waren neben einem
6 bis 8 Zoll langen Gordius noch zehn bis zwölf ^/g Zoll
lange Gordieen in der Heuschrecke enthalten.'»)
Von Baird wurde ein in Rio Janeiro aus einer Heu-
schrecke hervorgekrochener Fadenwurm als Mermis spiraUs
beschrieben. Er hat die Länge von 7 Zoll, ist roth gefärbt
und vielmals spiralig aufgewunden, Kopf- und Schwanzende
sind abgestumpft, der Leib erscheint gleich dick und glatt. •"*)
Hymenoptera.
13. Hylotoma Berberidis. Sehr.
Aus fünf Larven dieser Blattwespe, welche Herr Dr.
Kriechbaumer im August 1857 bei Tegernsee gesam-
melt hatte, waren zehn Individuen der Mermis albicans von
verschiedener Grösse ausgewandert.
') Vergl. dessen Aufsatz: a Flora and Fauna within living ani-
mals, in den Smithsonian Contributions. Vol. V. pag. 6.
^) S. Proceedings etc of Philadelphia. Vol. V. pag. 275.
3) Ebenda. Vol. VIII. pag. 57.
*) S. Proceedings of the american association for the advance-
ment of science. Seventh meeting, held at Cleveland, Ohio. 1853.
Cambridge: 1856. pag. 250.
*) S. Catalogue etc. of british Museum a. a. O. pag. 35. Tab. 1.
Fig 3 und the Annais of nat. history. Vol. XV, 1855. pag. 71.
337
14. Lophyms aociua. Kl.
Kiiie Larve dieser Hlaltwespe mit einer Meruiis albi-
rau9 war vou Dr. K r i e c libu u lu er zu Kreuth ebenfalls im
August 1*^57 ant'geruii(ieii wi-nli-ii.
15. Lophyrus pallidus. Kl.
16. Lophyrus obscuratus. Hart.
Kinc Mermis alhican;«, aus eiuer bei Kreutli im Sep
teniber l'^.')7 ^etuiulenen Larve des Luphyrus pallidus aus-
L'cwauilert, wiird«* mir von l>r. K r i ee h bau me r lll)er;;^eben.
Derselbe hatte bei Te^'ernsec um dieselbe Zeit mehrere
Larven auf NN aelilmlder ^'etunden, blass^'riln n)it drei brau-
neu Streifen, welelie dem Lophyrus ubseuratus au/ut;ehnreu
sehicneu. Aus seehs dieser Laneu waren sechs ludividueu
der Mermis albicans aus^jewaudert.
17. Eriocampa ovata. L.
Sieben Individuen der Mermis albicans, welche aus den
Larven dieser IMattwespe ausgewandert waren, wurden mir
vdu Dr. K r i e c h b a u m e r überleben.
18. Nematu« rayosotidis. F.
Derselbe irhiell im Au;:u.<t l>.'i.") aus der Larve dieser
lilattwespe, welelie er auf Weiden bei Tegerusee j^efundeu
hatte, eine Mermis mit knotigem Schwanzende.
19. Lyda.
Eine Larve von Lyda , weiche von K r i e e h b a u m e r
bei Tejjernsee gefunden wurde, aber nicht iiäher bestimmt
werden konnte, lieferte zwei Individueu der .Mermis albicans.
Ferner verdanke ich Herrn Dr. Kriech baumer ')
sechs vcrsehieiletif b«'i re;rernsec i'esammelte Tcnthredini-
') Ich k&UD iiirht umhin, ll'-rm I>r. K ri or hbaaiu or, di«r »ich
mit »<> ({ru^iKT .\ujdsupr dem vod deo meisten KntumologoD immer
uoch vpm«ohlii.»»iit»'n hiolojn»«hrii Studium dT In»«-ktou hiDf^i-bt. für
»eim» den (jc>rdi.i"»'<n K*^^>dmet<' Auim<^rk«antkfit »f»wi«' für d»«* Km
j;el)igkeit, mit NM-|rli«T dentrlbe durch iMiieD noufo Kund m<>ii)p Hol
miolh«*n-SammluuK lu vvrmcbrcn »(«•!• bcrvit u>t, hiornit nciovo Dank
üffeutücb au>izuüpr<>cb(>o.
338
den Larven, von welchen drei auf Erlen sich ernährten,
deren Leibeshöhle eine Mermis albicans bewohnte.
20. Formica nigra. Itr.
Frauenfeld erhielt durch G. Mayr aus Ungarn ver-
schiedene schwarze Ameisen, welche mit Faden wiirmern be-
haftet waren. •)
21. Vespa vulgaris. L.
Im britischen Museum wird ein Gordius aus dem
Hinterleib der gemeinen Wespe aufbewahrt, welcher aus der
Sammlung des J. F. Stephens herrührt. 2)
Lepidoptera.
22. Vanessa prorsa L.
Zwei Puppen dieses Schmetterlings mit einem grossen
Fadenwurme behaftet besitzt Sichel in Paris. 2)
23. Pygaera reclusa F.
Aus der Raupe dieses Spinners erhielt Dr, Kriech-
baumer im September 1855 einen Faden wurm.
• t Fygaera Bucephala L,
Eine grosse Mermis albicans, w^elche aus der Raupe die-
ses Spinners ausgewandert war, wurde mir von Dr. Kriech-
baumer übergeben.
24. Harpyia Vinula L.
25. Harpyia Furcula L.
Von demselben aufmerksamen Beobachter erhielt ich
zwei grosse Gordiaceen, einen Gordius aus der Vinula-
Raupe und eine Mermis aus der Furcula- Raupe.
') S. die Verhandl. d. zoolog. botan. Vereins. Bd. III. pag. 193.
*) S. Catalogue etc. of the Ibrit. Mus. a. a. O. pag. llB.
*) Vergl. die Annales d, 1, soc. entom. d. France. 1855.
pag. XXXVt.
2G. Notodonta plunugera. S. V
rraueiifflil ln-riclitek* llbcr von H a i lU' n r .. t h in
jrro'ssrr Minj;.- «liinli AliklopJcn th-r Kiclien und Ahcrnbäuine
eingosaniinclto Kau|t»n dics.-s S|)inncrH, aus (Iimku last
ȟmmtlicb gclblicliwoisHC Fndcnwliruicr nubi;ckrochcu wan ii,
wobei crHtcrcr scluc Hedenken ausspraeb über die Art und
Wiise, wie diese l*ara.sit«n in die stets auf Bäumen leben-
den Kaupen der ^'enannteu Nutoibtnta baben trelaugeu k.'iunen«)
27. Notodonta Tritophus. S. V.
Derselbe niebiet aucli das von Ko;;enlioter beobaebtetc
\ urkommen von Faiknwiüniern in den Haupen diese»
Spinners. -)
V. Notodonta Ziczac L.
Herrn Dr. (i e ui ni i n ;;e r verdanke icb ein sebr grosses
Kxeiuplar der Meriuis alhirans, webbes au» einer Ziczac
Raupe au8;;ewandert war Aueb dureb die (JUte des Herrn
Dr. K riee li baunn'r erbielt icb L?') kUiuere Kx»-niplare
einer Merniis, welcbe aus eiu»r einzipriu Zic/.ae-Raupe ber-
Vurgekrmlieii waren.
'. Euprepia Caji L.
\ on «I «r s t aec kr r wird die Heobacliiuuu' mitj^ellieilt,
das8 bei Kuprepia (aja ><»n einer Ijuantitiit besonders
grosser zurZurlit ein^^'osaninielttr Kaupiii die meisten dureli
die sieh aus ibnen liervoiwuHlemlen KaiK in\ llrincr /.u (»runde
^e^nn^en seien. *)
T, Euprepia Jacobaeae. L.
Kinc gebr lange aus der Raupe dieses Spinners aus
g^ewanderte Merniis wurde mir von Dr. Krieebbaumer
Ubi-rbi arlit.
28. Noclua brunnea S. V.
Durch Herrn Keller in Hentb'n^'en wurden mir rwci
') S. die VtTbAodi. d. K(k>Io|{ U>t«n. V<>r«>inj. Bd. IIJ. pa<^. 124
V Eb«od« p»«. 193.
*; S. WirciuAtui* ArcbtT 16:4. Bd. IL pa«. 1:16.
340
aus einer Raupe der Noctua brunnea ausgewanderte Faden-
Würmer übersendet, die ich als Mermis albicans erkannte.
29, Trachea piniperda S. V.
Ein aus der Raupe dieser Eule ausgewanderter Faden-
wurm wurde von Hardenroth an Frauenfeld mitgetheilt. ')
30. Thyatira derasa L.
Nach einer von Crepliu mir gemachten brieflichen
Mittheilung hat der auf die Gordiaceen in den Raupen
sorgfältig Acht habende Kaufmann Plötz in Greifs wald
die Larve der genannten Eule mit einer Mermis behaftet
gefunden.
31. Calpe Libatrix. S. V.
Aus den Larven dieser Eule sammelte Dr. Kriech-
baum er in Tegernsee während des Monats August 1855 von
Mermis albicans 78 Individuen.
32. Cucullia Verbasci. S. V.
33. Cucullia Scrophulariae. S. V.
Aus den Raupen dieser beiden Eulen theilte mir
Dr. Kriechbau mer eine Mermis albicans mit, auch aus
zwei Puppen der letzteren hat er in Tegernsee eine Mermis
albicans erhalten.
34. Catocala Sponsa. S. V.
Aus den Raupen dieses rothen Ordensbandes wurden
mehrere FadenwOrmer von Hardenroth au Frauenfeld
übergeben. '-)
35. Catocala Paranympha. S. V.
Durch Dr. Kriechbaumer erhielt ich eine im Juni
1856 bei München gefundene Raupe dieses gelben Ordens-
bandes mit zwei aus derselben aus-gewanderten Individuen
der Mermis albicans.
') S. die Verhandl. d. zoolug. botan. Vereins. Bd. III. pag. 128.
^) S, die Verhandl. d. zoolog. botan. Vereins. Bd. III. pag. 193.
Hl
36. AüAita Myrtüli S. V.
liUgau crinuerU" x'wh, zwei bis tirt'i ficbr lau^^e
KadciiwlIriiKT aus einer llaupe der Aiiarta Myrtilli aiiswaii-
iltTiul l)<-traelit<'t /n lia!i«ii.''
37. Platypteryx S-.cula S. V.
V.iuc MiMiiiis aus der Uaiipe dieses Sclimctteriiii'_"<
halte itli Hrrrii l)r. K r iec li I) an ine r zu verdanken.
38. Ennomos illuuaria H.
Viin demselben erhielt ich die Kaupe tiiescs >jianu«T-
mbst vier aus derselben anstrewandtrfcn Individuen der
.Meriuis albiians.
39. Ampbidasis betularia H.
Auch aus ciuor Ilaupc dieses Spannet. s ^«ab K riech -
bauuicr eine Mornii> alb'eans auswandern. iJasselbe baltf
Mabler zu bcobaihlen (it'lei,'tnln'it. -) wobei er h'adtu
wllriuer wu der L;lni;e nuhr»rer Zolle erhalten batti-.
40. Corythea janipcraria H
l)r. K r ie e b bau ni (• r sammelte im Au^rust und Sep-
tember IX)T bei Tegernsee mebrcrf liaujton dieses Sj)a!niers,
von denen nenn Haupen \'-'> Indixidiien der Mermis albicans
liefVrten.
41. Cabera ez&ntheraaria £sp.
\'<u demselben erhielt ich drei Kxciuplare di-r Meruiis
albiian.s aus tiner K'auj»e dieses Spanui-rs.
42. Cabera pu&aria H.
43 Ypsipetes clutaria H.
44 Zerene ulniaria F.
Nach einer vi»n Creplin nur gemachten brietlicbeu
•; VeraL (b.- /uoloin*(. lafiO. pa«. 2856.
*, S. (ue V>Tli;tudi. tl. tuolu({. bui*u. Vcmu«. Hd. \ . p«|{. 77.
342
Mittheilung erzog Kaufmann Plötz in Greifswald aus den
Raupen dieser drei Spanner-Arten verschiedene Gordiaeeen.
Auch Frauenfeld erhielt durch Rogenhof er Faden-
würmer aus den Kaupen der Zerene ulmaria. •)
45. Zerene marginaria L.
46. Acidalia impluviaria H,
Aus zwei Raupen, welche diesen heideu Spannern au-
gehörten, überbrachte mir Dr. K r i e c h b a u m e r eine Mermis
albicans.
f. Acidalia brumata H.
Von Goureau wurden die Kau])en dieses Spanners
mit Fadenwürmern besetzt gefunden. -)
47. Cidaria berberaria H.
Dr. Kriech bäum er hatte im August 1857 bei Kreuth
mehrere Raupen dieses Spanners gesammelt, und aus dreien
fünf Individuen der Mermis albicans erhalten.
48. Botys urticalis H.
Ein Gordius aus dem Leibe dieses Zünslers wird aus
der Sammlung von J. F. Stephens im britischen Museum
aufbewahrt. '^)
49. Yponomeuta plumbella S, V.
f. Yponomeuta evonyinella Tr.
Aus den Raupen dieser Motten wurden nach Crepliu's
brieflicher Mittheilung von Plötz mehrere Mermithen erzogen.
Yponomeuta malinella. Z.
') S. die Verhaudl. d. zoulog. butau. Vereins. Bd. III. pag. 193.
-) S. die Annales d. 1. soc. entora. d. France. 1855. pag. XXXVI.
^) Vergl. den Catalogue etc. of rhe british Museum a, ;i, O.
pag. 113.
MS
Tponeuc-Qta padella Fr.
(«ourcai» liiit aus «Irti Itatipi-ii dieser beiilcii Muttcij
uiul der vorliorgtlicndcn Mutii- Fadcnwürnicr von «Icr Diiki?
filier V'iolinsaite aiiswaiid« rn «*«lii'ii. '•
ni|»frr;i.
:. Chirononius plumosus. L.
Kracmer erwähnt einen (liirttiionius plumosus, auH
desstii I.eilje sirli ein Fadi iiwuriii liervor^'ewunden hatte. -i
Derselbe \Nar P, ZmH hiii^' und '. .Millimcl. diek. Im al»
gChtut/ten verjllnirtcn Knidiiitle bemerkte »r ein dlimies ;;e
sciilängcltcs (Jtläss, vuii dtiii is ihm unklar iilirb, ob es
ein Darmkanal oder ein Kileiter war. Ich erkenne darin
(uaeh der von Kraenier ^'i-^ebenen .Abbildung,'» einen U«'
hOpha<;u»i. pauz wie bii Mermis albieans. Das Schwan/ende
dieses Fadenwurms sah Kraemer ebenfalls vcrjiliiirt aus-
lauten und mit liner sehrii^' j,'estellten Spitze pliitzlieli
endipm. Fr bezeiehiutf (Umi \\ iirm als MfrintlmHlum mucr'.
natum Und lasst es zwtilelhatt. ol» derselbe mit der von mir
in der Larve einen Ciiironomus •;efundencn .Merniis^) oder
mit Dnjardin's /'thiriü larusinx*) identiseh ist, welche
letztere Dicsiu^ ebenfalls lUr eine Mermis erklärte. -j leli
sehe in der Hesclirciljun;,' und .Vbbildiin:: dieses Merinthoitliim
niueronatiim eine j;r<>sse rebereinstiminuii^ mit der von mir
ant);etundenen Mtrtni.y ( hirancwi und glaube, das auch Du
j a ni i n ' s Fiiaria larn'.tri'i mit diesem FariiNJten vereini:rt
werden könnte.
50. Tanjpos nebulosas Meig.
Kinc kleine .Mermis albicans, welche im Juni 1S'>»; au>
der fertij: entwiekelteii Flie^'e diese« Tanypus hcrvorge-
kroeheii war. bewahr«- ieh in nnim r Sammlung aut".
'; 8. <li'? Annal. ou: «i. l-r<inf.- a. ». < >. In'k^. p^jj- XXXN'I
»» S. dif illa«trin. in«><lixin. Zrittini; «. ■. O. pn^j. fj\. T»f .\I.
H<. 9. 10.
*) S. die»o Z.'itunjj. .Uhr«*nu' IMM. i.»ir 299.
*) 8. doMeo Hitluirc naturoil«* d«'« ilclmiothe«. p«g. 68. i'l. III.
Fmj. f.
* .<. il«<is«Mi Sx.toiiia llclminthiitn. \8Sl Wd. II. p««;. Hl.
2.3»
344
Aracfiiihla.
51. Lycosa scutulata.
Von Hai dem an in Nordamerika wurde iu dieser
Spinne ein Fadenwurm von 5 Zoll Länge beobachtet.
Leidy, wclcber ebenfalls in einer Lycosa einen ähnlichen
3 Zoll langen FadenAvurm beobachtet hatte, beschreibt beide
unter dem Namen Mermis robusta. ')
Auch au Pseudo-Gordiaceen hat es nicht gefehlt, unter
anderen wurden mir drei Melasomen übergeben, denen ein
Fadenwurm aus dem Afterende hervorhängen sollte. Bei
nl'herer Besichtigung dieser Käfer (es war Adesmia an-
thracina Kl., Pimelia subglobosa Fall, und noch
eine unbestimmte Pimelia) fand ich aber, dass denselben
ein Spermatophor (ein fadenförmiger Samenschlauch) an der
Geschlechtsöffnung hängen geblieben war.
München den 15. Juli 1858.
Zur Naturgeschichte einiger Lepidopteren
von
F'ranz Scliiiii«H in VVisni:ii'.
Den Freunden der Lepidoj)terulogie tlieile ich hier von
meinen Beobachtungen über einige Falter dasjenige mit,
was ich, freilich beschränkt auf meine eigne geringe Lite-
ratur, meines Wissens zur Zeit noch gar nicht für bekannt
halte oder was bisher ungenau und lückenhaft beobachtet
worden zu sein scheint, und doch von allgemeinem Inter-
esse sein dürfte. Da sich meine Mittheilungen auf sehr
seltene Species beziehen, die nicht allein sehr schwer auf-
zufinden sind, sondern auch besondere Lokalitäten voraus-
setzen, wie sie sich au wenigeu Orten finden mögen, so
') Vergl. the Proceedings of the Acad. ete. a. a. ü. Vol. \'III.
pag. 58.
34«^
oAri 1(1) liotVrn, djuis diese Boitrügr den i^cpidoptorolof^cn
willkoimiu'ii soiii worden. Die !m>rc|reiid WisniarK zfirhnct
sich. nbpcKPhrn vnn der N'älic der Ostucc. hcsondor« diirrli
\ielr hHssc <!c\v;is>cr. MliiiptV und Moore mit oinor sehr
ilppiiTcn und manni?^talti;ren \ (•;,'clati<tu und einer inter
essanten Thierwclt aus. die niieli um so mehr an;:ezo;^en
haben, ah in der Nähe hier W.ilder. Heiden und Sand
fliiehiu last irjin/lieh fehlen.
Vollstiindiireres liäfte ieh vielhieht liclern krmnen. wenn
ich von >nine herein ilie Venitrentliehnn^' b« altsieliti^'t oder
mit derselben p'wartet hiitte, bis ieh Mehr und Positiveres
heohaehtet. Aber beim Warten bb'ebe es Irafrlir-h. oh als-
dann diese Mittheilnniren tiherhaupt nieht unterblieben wä-
ren, da mir nur sidteu einiice \fusse /ii litcrarisclKP Arbei
ten bleibt. I)(Mhtr wollte ich sie nielit ziirilekhalten. da ich
aneh tiber eini;;e Tunkte ;:( rne die 1 itheile Anderer hriren
uirK-hte, die ieh hierdureh an/urep-en liolTe. Ktwai^'c spätere
Naehträpe bleiben mir ja immer noch verstattet.
Franconica ( .;istrM|ia<ii;i (). Ir. — 11. Seh.)
In Jkv.uj; ant die ^'eri-iapiiisehe Verbreitung' die.«ipr
>pecie!5 ist ihre Aut'tinduii;: liier bei Wismar luM'nders in-
ten »sant: deiui bisher ^'alt Frankt'ait a, M. als ihr nörd
liebster Fund(»ri, und Sjieyer (Lntum. Zeit. 1S')2. S. .3iO)
nennt sie daher einen entschieden südliehen P\ilter. Jetzt,
naeh erhaltener Mittheiluni: von ihrem hiesi^ren Vorkommen,
verinuthit derselbe, dass sie \<tM der N'endee bis Ilussland
an der panzeu slidliehen Nord und ( »stseekllste, wenn auch
nur zerstreut, sich lindt-n wertle . wie sie ja auch immer in
ihrem prossen \'erbreitun;,'sbcz.irke von Sieilien iTr. X. 1,
107.) und Sardinien iStaiuliufreri bis Wismar und von der
Vend^e (Speyer in litti bis an den l'ral (Kversmann) nor
zerstreut beobachtet ist. Im Sllden mehr eine l'cwnhncrin
niederer (febir^'S^epcnden, im Norden tles Bezirks in der
Ebene, seheint sie tiherhaupt wie lUbe, Trifolii u. a. ma
gercn. besonders sl4'iuiK'«n Sanilboden (KieslM»dcn) zu liehen
und an besondere I/okalilatcn gebunden /.u sein.
Der hiesige Fundort ist eine klein» eirca l(«N»>ehritlr
lange und 2<^» -.'l<ii» Sehritte bniti- ( istseeinsel (der lange
Weiler, unfern der eine QM ^nen Insel lNi|. I)er
nur etliehi- Fuss llber der V: ,> he erhabene Boden
dic«08 Werders b««tcht aus Siemgernlle nml Sand, woraul
*ieh eine Humuslage mit zwar magerer, doch ziemlich Üp-
pig« r Vegetation gebildet hat. Die bei weitem vorhcrr
346
sehenden Pflanzen sind die gewöhnlichen Dünen gräser und
die Strandnelke (Armeria maritima).
Im vorletzten Sommer (1856) fand ich dort eine Gesell-
schaft von 50—60 Raupen von Armer, maritima sich näh-
rend. Dass sie aber mancherlei andere niedere Pflanzen
fressen, wie Ochs, deren eine ganze Zahl anführt, ist un-
zweifelhaft. Ich fütterte meine Neulinge , deren Fundort
2 Meilen von hier liegt, in Ermangelung von Amer. mari-
tima, mit Plantago maritima, an welchen sie von den ver-
schiedenen vorgelegten Pflanzen zuerst gingen. Bei sonst
guter Pflege starben die meisten aber im Gespinnste oder
als Puppe, so dass ich von etwa 50 Kaupen kaum 10 Schmet-
terlinge erhielt, unter denen noch Krüppel waren. Aus den
bekannten Symptomen entnahm ich, dass der Grund der
Sterblichkeit die zu saftreiche Nahrung gewesen. Die Plan-
tago war auf dem fetten Lehmboden der nächsten Umge-
gend gewachsen. Daraus und aus andern Erfahrungen
schliesse ich, dass zum guten Gedeihen der Kaupe Futter-
pflanzen von magerem Sandboden, wie bei manchen anderen
Arten, erforderlich sind, und es auf die Art so sehr gar
nicht ankommt.
Bis zur letzten Häutung leben die Kaupen gesellig,
dann zerstreuen sie sich, wie Neustria, mit der sie auch in
der Lebensweise sonst viele Aehnlichkeit haben. Durch
ihren Aufenthalt auf der Erde und vielleicht auch in son-
stiger Hinsicht kommen sie Castrensis, wofür ich meine Neu-
linge auch anfänglich hielt, näher. In dem nasskalten Som-
mer jenes Jahres verwandelten sie sich zu Anfange des
Juli, bei wärmerer Witterung aber werden sie sich in hie-
siger Gegend wahrscheinlich schon im Juni verpuppen. In
diesem Jahre (1858) fand sich die Raupe an dem schon
bezeichneten Orte, und zwar eine völlig ausgewachsene
weibliche, Anfangs Juni (wahrscheinlich schon eine der spä-
testen). Die Kaupe i?pann sich sogleich ein und lieferte
auch den Falter. An einer andern ähnlichen Localität fand
sich Ende Juni ein (/, schwärmend um eine Binse. Es er-
giebt sich hieraus, dass in so warmen Frühlingsmonaten,
wie die diesjährigen, die Raupe schon früher zu suchen sei,
als 1856 und dass die Verwandlung der Kaupe dann schon
zu Ende Mai oder Anfangs Juni erfolgt.
Was Ochsenh. nach Borkhausen sonst über diese Spe-
cies anführt, ist auch hier zutreffend, nur stimmt die Be-
schreibung der Raupe nicht ganz zu hiesigen Expl. Zwar
sind dieselben unter sich im Einzelnen abweichend, doch
aber im Ganzen mit Sardinischen Stücken, mit denen sie zu
vergleichen ich Gelegenheit hatte, übereinstimmend, und
847
tlarnarh «clicint eine wesentliche lyocalvcrschicdcnhcit nicht
stall 7.11 hallen. Daher halt«» ich eine Hpcciellc DiapnoHc
der Kanne nicht für tllierthlssij:. — Ich fand dieselbe hier
lu zwei an Farbe nud (irüsse weHentlich verschiedenen For
lucii, allerdings )cdoeh mit reher;j:ingen, von denen ich die
jrrüssere P « p. Zull lan^e. heller fjetlirbte, fllr die weibliche,
die kleinere 1 • , Zoll lange, <lunkl«r jrefiirbte, dir die männ-
liche Kaupe halte. Der ^iuuv llaldtiK derselben kommt
dem der gemeinen Neustria sehr nahe. Man «rkennt so-
gleich die nahe Wrwandtschalt . alter auch die specifischc
Verschiedenheit beider. Grösse. Körperf«>rm nnd Hehaarung
sind bei beiden ziemlich gleich, Xeustria ist etwas länger,
Franconica dalllr etwas dicker nnd während erstere schon
\on der Mitte an nach vorne an lintang altiiiniint. tritt eine
merkliche Wrinindcrung des rmlaiiL's bei Franconica erst
mit dem zweiten «Jiicde ein. Der Kopl" der btzteren ist
glänzend sehwarzblau und ähnelt dem der Neiistria. doch
iehleo ihm die beiden schwar/eii l'niikte, <lie Ncnstria eha-
rakterisiren. Auf dem ersten Kinge trägt Franconica wie
Neujjtria ein kurzes aber «lunkel getlirbtes S<liiidchen, dem
ebenfalls die beiden dunklen l'uukte, die bei Xeustria her-
vortreten, fehlen, oder nur durch J sehr kleine weissjiche
Pünktchen angedeutet eind, die sich jedoch meistens nur bei
weiblichen F\pl. zeigen. Die dunkle Krhöliung auf dem
vorietzten (tliede bei Nenstria ist bei Franconica kaum zu
bemerken und tritt nur bei einziduen weiblichen Kaupen
wahrnehmbar herN<»r. Hbwohl nun in der (iruiidfärbung
beider eine grosse l «'bcreiiistimmung st.itt tiiulet. so untcr-
scluidel d«>eh die Zeichnung sie wesentlich v»m einander.
In ilcr Mitte des Kückens bei Franc<»nica läuft der ganzen
Körperlänge nach eine sehiiiale hellldaue Linie, die bei der
weiblichen ICaupc etwas breiter nnd hervortretender ist.
Zu beiden Seilen dieser Linie zieht sich ein breiter dunkler
.^innietstreiten mit rothgelben unre:;clmä'*'<igen Längszeich-
uongen hin, in welchem Ikm weibü« inn lApl. anf jedem
Kinge, be.Hunders aber aul den mittleren Kingen. ein kleiner
beliülaucr Fleck in die Augen springt, vor welchem jedes-
maJ der dunkle (irnnd des .Streitens in (testalt eines nn-
regelniähsigen \ icrecks hervortritt. DAn<d>en läuft ein el»en
so breiter hellblauer .Streifen, in weh' '• vom 4. bis
zum U). Kinge auf jedem (ilicde ein se mcr unregel-
mässig viereckiger Fleck deutlich auszeichnet. Hei weib-
lichen Expl. ist dieser Streifen mehr her>ortretend ; aber von
den Flecken tindet sich kaum die Spur, nur auf dem 1., 2.
and lU. fJliede zeigen sich dieselben deutlich in (Jestalt von
ruuktcD. Die Clrenzc des Dorsale wird durch eine schmale
348
^elbrothe Linie bezeichnet, in welcher sicli hei weibliehen
Expl. noch eine feine schwärzliche Läng-szeiclnuing findet.
Der Raum von dieser bis hart an die FnssAviirzel wird durch
ein breites zart blassblaues Band ausgefiilit, das in der
Mitte durch eine schwach röthliche Linie, über welcher die
schwärzlichen I^uftlöcher stehen, durchzogen i:^t. Mit Aus-
nahme der <:;eradcn Mittellinie haben alle üi>rip\Mi eine durch
die Geienkeinschnitte. bedingte schwache Wellcnforui. Die
Unterseite ist weiss, und auf jedem Ringe stehen quer .'5
schwarze Sammetfiecke neben einander, von denen der mitt-
lre und grösste etwas in die Länge gezogen ist. Auf den-
jenigen Ringen, welche Fusspaare tragen, sind die bräun-
liehen FUsse oder Nachschieber aus den beiden seitlichen
dunklen Flecken hervorgewachsen. Dehnt die Raupe sich
beim Kriechen aus, oder ist sie ausgeblasen, so treten auf
dem weissen Grunde in jedem Ringeinschnittc o feine Quer-
iinien hervor, von denen die mittlere und stärkste bläulich
gefärbt ist, während die beiden äusseren eine dunklere
Färbung zeigen. Diese sammetartigen Farbenverbindun-
gen geben auch der Unterseite der Raupe ein schönes
Ansehen.
Nach G. Koch (die Schmett. des südwestl. Deutschi, i
ist Franconica bei Frankfurt jetzt gänzlich ausgerottet. Bei
Wismar habe ich im vorigen Jahre Mitte Juni die Insel
speciell nach der Raupe abgesucht aber nicht ihre Spur
gefunden. Dass sich in diesem Jahr Raupe und Falter
wiederfanden, habe ich oben bemerkt. Die Raupe fällt
leicht in die Augen und ist somit wenig gegen Nachstel-
lungen geschützt. Am hiesigen Fundorte droht ihr noch
mehr Gefahr, da derselbe als Viehweide benutzt und mit-
unter bei sehr hohem Wasser theilwcise überschwemmt
wird. Indessen ihre einzige Gesellschafterin an diesem
Orte, ,,'rrifolii,^ linde ich trotzdem alljährlich und meistens
an diesem Orte wieder. Am hiesigen Aufenthaltsorte war
sicher nur eine Gesellsciiaft dieser Raupen vorhanden. Aus
Unkunde und durch das Interesse an diesen Neuligen ver-
lockt, nahm ich leider alle bis auf wenige kleinere Nach-
zügler mit. Dazu herrschte hier zur Flugzeit des Schmet-
terlings wochenlang sehr kaltes, stürmisches, nasses Wetter.
In dem darauf folgenden Jahre war eine so grosse Dürre
und Hitze , dass ich schon Mitte Juni alle Vegetation auf
der ganzen Insel erstorben fand, so dass hier kaum noch
eine Raupe existiren konnte. Es mag also wohl eine frü-
here Eutwickelung und Verwandlung dieser Raupe stattge-
funden haben, als 185(5.
34^
Ericae (Or^yia (>. Tr. - H.-S«h.).
]McAC Spcrics Hndot %\vh hier in fast allen Heulniou
roll, iedocli Kilir f:ii/.fln. I>ic Ivaiipo ist pcwühnlich nni
die Mitt«' Juli aiis^ruwuchst n. von ihren iiäelistnn Vcrwand-
teo: Antiqua. Uonnstiirma Ir.ieht zn nntcrsehciden und von
Tr. (X. I, l^^'i konntlieh brsel)riel>cn. Sie verwandelt sieli,
« ie jenr an<leren. in « inrni Irii-Iiten mit Haaren nnterniiseh-
len. •:clltiieiiin < ;'•^|tinn^t^ . nuisi aiier zwi.schen Heide
blättern und entwickelt sieh Knde Juli oder im Antrust.
(»as Männt'hen Hie;;t oft leMiatt ;ini 'ra;,'e . das Weihchen
hesit/t vielleieht eine Ki;:enthUrniiehkeit von hohem Inter-
csKe. Ks kam bei mir nändich nie aus dem (lespiunste,
und wenn ich über die Knt.\ickelunß:Hzcit hinaus auf dais
Krschcinen ;rewartet hatte und nun das (Jcspinn.st unter-
suchte . fand ich r«':.-' ini:is>i;r das 'Ihier Vdllkoniinen ent-
wickelt und nuxcrsihrt, aber todt darin. Weisen der Knt-
ternun«: des Kundortes und der Seltenheit der liaupe hatte
irh jedoidi erst >; -U> .Male (lelcirenhcit /u dieser l^cobaeh-
tnnp und et» könnte hier ein besonderer Zutall mit im Spiele
gewesen sein. l>iese .\n/ahl Fiille. meine ich. ist aber hin-
reiehentl. um alle Aufmerksamkeit /.u \irdienen. wenn auch
andererseits nicht ;:enil^'entl . um Jene ^^'allrneh^l^n£: als
K'eprel hinzustellen. H«'i den mir zu (ieh<»to stciiendeu Schrift-
stellern habe ich verireblich nach Aufklärung' ^'csucht ; <»l)
irpend jemand sie mir peben kann . mochte ieh pernc er
lahren. Wo nicht, so hofle ith. mit der Zeit mir selbst
.•Sicherheit versehaflVn zu können. Ik'st;iti;rte sich diese Sache
und Messe sieh d;izu I rsächli« Ins ermitteln, so könnte sie
wichtii: fllr die Krkliirunj; der noch dunklen l'epattunffs-
weise der Tsvehidin werden, bei denen bekanntlich das
Weibehen nie den Saek verlasHt. Da.n <f von Kricae wird
nach der v«dlkomnH nen F'.ntwickciiin;; in der (>efan;,'enscliaft
aiieham TaL'e so^'hich unrnhi;: und tlie;;t fa.*«! unauthörlieh ;
daher ;:laube ich. wäre c vicHrirhf nicht sch^ierif:. bei
dieser .Vrt I'i(>::attun^' zu erzich-n . wenn man beide (»c-
sehleehter in Mehr/.ahl ziehen köinnte.
I>ic Kaiipe ist sehr olt pc>toehen und man tindet sie
dann später anneheinend vertrocknet auf ilcn IMlaozen sitz.ea.
Au« diesen entwickelt sich am dieselbe Zeit des Schmetter-
linp< in der licfrej ein kleiner Ichneumon . «ler aus einer
kleinen rundlichen Oiffnunj: in der (iet'eiid des vorletzt»*ii
KinpcH der Kau|te h« rvorkoninu Ob in der Kaupenhaut
«lie Pappe des S'hmarotzors «teekte. oder wie er sieh sonnt
darin entwickelte, habe ieh leider vrrȊamt r.n antcrsnehen.
Tr. und nach ihm Vndere führen alü Futterpflanze der Ilaope
350
die Heide au, H.-Sch. dagegen Myrioa Gale, welche auch
Boie mir nannte. Letzerc Angabe wird unzweifelhaft rich-
tig sein, crstere aber halte ich für einen Irrthuni. Durch
diese und dass ich selbst die Kaupe öfter auf Heide fand,
irre geführt, misslang mir die Zucht mehrere Jahre gänz-
lich, oder doch nur aus erwachsen gefundenen Kaupen;
auch sah ich nie, dass sie Heide anrührten. Später machte
ich die Entdeckung, dass sie die am Fundorte allenthalben
wachsende Andromeda polyfolia gerne nahm , und dass
diese Pflanze hier ihre eigentliche Nahrung sei. Hiermit
erzog ich diese Species denn auch in den letzten Jahren
aus gesunden Raupen fast immer glücklich , machte jedoch
die Bemerkung, dass sie auch an andere niedere Gewächse,
selbst an Gras gingen. Myrica Gale wächst in hiesiger
Gegend nicht, ich schliesse aber, dass sie sowohl diese als
noch andere ähnliche Moorpflanzen, nur nicht Heide, oder
diese doch nur im äussersten Notlifalle fressen. Dass man
die Kaupe öfter auf der Heide findet, hat wohl darin sei-
nen Grund, dass diese Pflanze ihr einigen Schutz gewährt,
und sie sich gerne darauf ruht, sonnt und verwandelt und
dazu fällt sie dem Sammler auf dieser Pflanze am leichte-
sten in die Augen.
Dubiosa (Simyra C). 'J'r. — Ghilodes (Senta) H.-Sch.).
lieber die ersten Stände dieser Art kenne ich literarisch
nur, was Boie in der Eutomol. Zeit. 1852, S. 38o, darüber
berichtet. Derselbe fand die Puppe und 1 Exemplar der
Raupe im April. Alles, was er über den Fundort etc. sagt,
kann ich bestätigen. Seine Beschreibung der Puppe passt
genau. Obgleich nun auch die Beschreibung der Raupe in
allen Hauptsachen zur Dubiosa stimmt, so glaube ich den-
noch nicht, dass er eine solche, sondern vielmehr eine an-
dere Species, vielleicht eine Obsoleta, vor sich hatte, wenn
er sich nicht etwa in der Zeit geirrt. Soweit meine Erfah-
rungen an einer beträchtlichen Anzahl selbstgefundener Expl.
reichen, verwandelt sich Dubiosa stets im Sept. und Octob.
und überwintert als Puppe. Ein einziges Mal fand ich spät
im Octob. noch eine verspätete Raupe, die sich, durch plötz-
lich eintretendes Frostwetter an der Verwandlung verhin-
dert, jedoch sogleich beim eintretenden Thauwetter (im Dec.)
verpuppte. Obsoleta dagegen überwintert, wie auch Boie
daselbst richtig angiebt, im Puppenlager als erwachsene
Raupe. Es kommen aber bei dieser einzelne, seltene Aus-
nahmen vor, in welchen man die Raupe im Frühlinge etwa
halb erwachsen findet, die dann noch vor der Verwandlung
351
friRst und crsl im .Inli lU n Schmetterling liefert. Kinc solche
\rrspätrto (U)Sfilrt.i isi von den erwachsen Uhcrwintorten
rrrht viTSchiodcn , dagcpen der Itiiliidsa in etwas ahnlicji,
in 08 wäre auch unlil eine VerwreliHelunp mit Strarninea,
Inipura oder anderen m«iplieh. so da>s ein pelilids Aiipc
daza pehrirt, dict^e llherhanpt ähnliehen Speeics sicher ru
unterscheiden. lioie's Ueseliroiliunp |)asht ho ziemlich zu
allen diesen, mit Ausnahme der Worte „Naelisehieher und
nauehnissc mit selnvärzlieher Spitze,- welelir nur hei l)u-
Mnsa und Öhsideta zutreffen. Krstore m«lelite von letzterer
im .Mlpcmeinen dureli ihre zartere, hellere drundfarhc und
die viel sehwiieliere Zeiehnunj: zu unterseheidcn sein. Da
mir gerade eine sichere I)ui)i<i.«;a (an.spehlasenes IC.xempl.)
zur Hand, so achte ich es nicht fiir lllierflitspif:. eine spc-
eielle Hesehreiluinf; l)eizutllf:«n.
hie Kaupe ist l'j /"ll iaii^- : K«-)»!' pelbliräuidieh mit
feinen Iliirchen einzeln besetzt; Naekensciiihl iiellliraun, et-
wa? dunkler als der Kctpf, Aftersehild nur durch dunklere
Zeichnung angedeutet. Der Körner lang gestreckt, walzen-
förmig, vorne und hinten etwas dllnncr endend. Die Grund-
farbe ist sehr zart liellbeinfarliig (beinahe weiss; mit äussergt
gehwachcr Zeichnung, die in der Seite sieh als eine feine
wci'jslichc Linie markirt, in wcleiier die Lütter stehen. fJben
an der Seite des Hllckens deuten einige eben so gefärbte
Strichclchen eine zweite noch schwächere Linie an. Die
Luftlöcher sind schwiirzlieli umzogen, und die letzte Hiilftc
• Irr Naehsehieber und Hauehflisse ist eben so gefärbt
Durch die Loiipc sieht man mich Überall auf dem Körper
feine scll^^arze l'unkte in der bei den verwandten Sjteeies
gewöhnlichen Ordnung, sowie i.lien i ine f.inc ueisslichc
dunkler begrenzte Mitiellinie
Ich fan<l die Kaupe nur im Herbste und dann immer
im ruppinlager und später ihre Tiippe in tlen Stoppeln des
Kohres. das in den \orherpehenden .lahreii gesi hnittiMi war.
Die unerwachsenc und sich noch nährende Raupe su( hte ich
hier und anderswo und namcullich auch in und au dem
grilnen Hohrc bisher vergeben». Vielleicht dass ich nur
ihrer Seltenheit wegen keine fand, vielleicht aber auch,
dass SIC sieh nur zur N'erwandlung in die Höhlung der
Kojirstoppeln begiebt. und vfiii äusseren l'tlanzcnthcilen,
wenn nicht etwa wie die «1er Ihac von animalisrlien Sub-
stanzen lebend, bis dahin am Hoden versteckt hält. Sie
spinnt über und unter sich in dem Ilohre eine dünne Schei-
dewaud und wird nach ^ — 14 Tagen zur dünnen laugen
352
schwarzbraunen Puppe, die man M?A?^ nur in dichten und
festen Halmen findet.
Bisher könne ich nur 3 Fundorte für sie. An zweien
derseibeu mit Braekwasserrohr findet sie sich verbreiteter,
am dritten mit Sü^swasscrrohr aber nur auf einen kleinen
Ort beschränkt. Verschiedene Jahre hatten bisher auf ihre
vorhandene Zahl keinen besonderen Eiufluss, ich fand sie
immer gleich selten. Letzteres hat wahrscheinlich darin
seinen Grund , dass ihre Lebensweise sie vielen Feinden
blossstellt. Die Puppe fand ich oft von ilaubinsecten auf-
gefressen; dazu beobachtete ich verschiedene Schmarotzer
bei ihr und ma^a; sie V(m Vögeln und anderen Thieren zu
leiden haben. Die Möglichkeit, diese Specics in Mehrzahl
zu erlangen, ist nur durch die lange Zeit (Sept. — Mai) ge-
geben, in der man die Puppe suchen kann. Dies geschieht
denn auch von mir, und sammle icl» die meisten mühsam
über dem schneefreien Eise; jedoch ist dann mancher Gang
erfolglos, weil die Kälte, gegen die man Hände und Füsse
nicht schützen kann, meistens nur einen kurzen Aufenthalt
gestattet. Indessen werde ich oft einigermassen dadurch
entschädigt, dass ich ihre stellenweise Mitbewohnerin der
Oertlichkeit, die llaupe der seltenen Ulvae, wie auch Stra-
rainea und der verbreiteten und häufigen Ob.solcta finde,
diese oder jene P>eobachtung mache, oder neue Fundorte
für die eine oder andere Speeies auskundschafte.
Diese Art hat einen sehr gleichmassigen Kntwicke-
lungs- Typus, indem zu Hause in wenig Tagen alle Puppen
ausgekrochen sind, der Schmetterling draussen genau zu
derselben Zeit und überhaupt höchstens 14 Tage fliegt. Die-
ser entwickelt sich am 'J'age zumeist in den Mittagsstunden
und erscheint unter den Eulen in den Sümpfen am frühesten,
meistens um die Mitte des Mai. Die cf fliegen dann Abends
bei warmer Witterung recht lebhaft, bei 14*' R. aber schon
langsamer, bei 12*> und darunter aber gar nicht mehr.
Auch beim Mondenscheine, oder wenn es thauet, fliegen
sie Abends nicht eigentlich , flattern höchstens eine kleine
Strecke weiter, was übrigens auch für alle Nachtschmetter-
linge mehr oder weniger gilt. Ihr Flug ist mehr schwe-
bend und schiessend , als der der meisten anderen und
kräftiger gebauten Eulen. Das überhaupt noch seltenere
5 verhält sich wahrscheinlich . wie bei anderen Speeies, bis
nach der Begattung passiv, wenigstens erhielt ich nie ein
solches durch den Fang. Die Eule hat nur eine geringe
Lebensfähigkeit, so dass sie fast schon durch den Stich
der Nadel stirbt.
3Ö3
Ulva« (Nouairriu (». Tr. — ('hilotlcs (Senta), H.-»Scli.».
Dicjäc frlllirr nur ln-i liiHiiiiHcbweig und Darmstadt ;il
lein . ^(pUte^ hier und dort sehr einzeln pctundono , dann
liinpero Zeit ;;an/. verselutüene Speeies. ist in «icn letzten
10 Jahren von mir wieder niehrfaeh io den Verkehr lh-
braeht, naehdem »s mir L-elunfjen. dieselbe hier aulzutinden,
und halte ich ihrer aueli Mln)n Krwälinuii;: ;:ith;in in mei-
nem ., Naelitrnirr zur relxiNirlit Meeklenliuri:. Leiiidopteren'*
• Archiv der Freunde der Naturp'sch. .Meeklcnburfrs. II. V.
S, 12S). Seit «lieser Zeit liahe ich nun derselben immer
eifrip nachjrestellt , eineslheils weil sie eine seltene und im
Tausehe sehr he;rehrte Art war. andererseit« weil mir die
I.eliiiihWiihe ihrer liaupe noch längere Zeit dunki I hlieli.
inul diidiir<li mein Interesse Hir sie um so mehr an^'ere^M
wurdr 1 »i'un wenn auch der Sclinietterlin^' von versehie-
deiieu Autcren hinreiehend hisehriehen. aueh melirt'acli al>
^rebildet ifit, sn war von seiner Naturfresehiehte mir doeh
niehts weiter bekannt , als was 'i'reitsehke darüber nach
den Anzal»en \uu Hess safjt. Diese aber linde ieh ^ejreu-
wärtii; nieht nur sehr manL'elhaf't . sondern aueh irrthümer
enthalteml und ^^ill daher dieselben durch m-ine bi>licri^'en
Heobachtnniren erweitern und berichtip'ii.
Die iiaupe der Tlvae ist erwachsen unp^efähr einen
/.<dl lang, na«h vorne etwas, na«h hinten noch mehr ver-
dllnnt. in /.usaninien^ezoijener Stellung; rund, in ausgestreck-
ter. Vi rbcrp:tn<ler. unten ^'latt mit gespreizten .\achsehic-
bern , dünn nntl sehlank. >ie hat einen ^rlanzeiid schwarz-
brauuen , mittel.i:nissen . oben etwas ein^reschnitteiu'n Kopf,
'•in kurzis. halbrniidliehes, ^rlänzendes Naekens«hild . das
bald helh-r, iiald dunkler als der (iruml des Körpers er-
scheint und kein, odi r doeh kein deutliches Al'terscliild
Der Körper besitzt einen mehr oder weni^'er dunkel seliili-
rohrlarbi;.'! n (Irund, lui cini^'cn ins (iraaliehe oder (itlb
liehe, bei andern ins Sehmulyiirbrauidiche nder Kothliehe
spielend und darauf ein«* schwache , undeutliche und ^a^ii•
rende Zeichnung, die sich dem bcwaftneten Auge als aus
>ieleu l'Unktchea und Strichelehen znsammen;:es< tzt dar-
stellt Hei den meisten Kxpl. sieht man längs der Mitte
de» KUckeu» «'ine feine wcissliehe Linie, die alur oll auf
jedeiu <4elenkeinscbuitte unt>Tbr<»chen. oder auch nur auf
den ersten (Wiedern deutlich bemerUbar und auf beiden
Seiten sehwa« )i dunkel und breit gesiiuml ist. so ilai^s das
Qaoze bandartig erscheint. Kine iihuliche weissliehe Kiuie
läutt au «I« r Seite des HUckens und der Seite . deren unte-
rer dunkler Saum nuii aller Zeichnung ult um meisten iu
354
die Augen fällt. Die Unterseite hat ein helleres einfarbiges
Colorit, und nur die Füsse erscheinen auf der Aussenseite
ein wenig dunkler. Auf dem ganzen Körper und dem
Kopfe erblickt man mit der Loupe deutlich überall einzelne
feine hellfarbige Haare, die auf dem Kaekenschildchen dich-
ter und stärker, um das scharfe Gebiss herum borstenartig
stehen und ebenso auf dem Körper viele kleine schwarze
Wärzchen in der gewöhnlichen Ordnung, durch welche auch
die Lüfter angedeutet werden.
Einzelne Expl. mit röthlichem Tone, die ich ebenfalls
lebend gerade vor mir habe, zeichnen sich vor den eben be-
schriebenen besonders dadurch aus, dass die Wärzchen bei
ihnen viel deutlicher hervortreten, so dass man sie mit
blossen Augen recht gut erkennen kann, und dass sie den
dunklen Saum der Seitenlinie nur schwach , sonst aber gar
keine Zeichnung führen.
Sie lebt zwischen dem gemeinen liohre ( Phragmit.
communis) und findet sich hier vom Sommer an durch den
ganzen Winter bis Mai in den rilten in früheren Jahren ge-
schnittenen Stoppeln derselben, besonders wo dieses üppig
und dicht auf schwerem Sumpfboden und in grosser Aus-
dehnung mehr oder Aveniger ausserhalb des Wassers steht,
jedoch auch in den günstigeren Jahren immer nur einzeln
und selten. Wie die meisten hier lebenden anderen ver-
wandten Kaupen hält sie sich am Tage in der Höhlung der
Stoppeln verborgen und ist nur zur Nachtzeit thätig.
Mehrere Jahre hindurch gelang mir die Zucht dieser
Species nur aus den eingesammelten Puppen und aus er-
wachsen gefundenen Raupen; halb erwachsene Raupen ka-
men regelmässig um, offenbar weil sie durchaus kein Fut-
ter nahmen. Obgleich ich ihnen im Laufe der Zeit die
verschiedenen Pflanzen des Fundorts und nicht nur die ver-
schiedenen Theilc derselben gab, sondern diese ihnen auch
frisch, welk und trocken vorlegte, so sah ich doch ein,
dass sie auch nur den Versuch machten, davon zu fressen.
Zwar bemerkte ich bald, dass sie ihres Gleichen mordeten und
frassen, und dass dies der Hauptgrund sei, warum sie mir
stets nach und nach gänzlich aus dem Behälter verschwan-
den; aber dies war ja eine allbekannte, auch oft von mir
selbst an anderen und verschiedenen Orten wahrgenommene
Erscheinung, die ich einfach dem Mangel an der immer
noch nicht entdeckten richtigen Futterpflanze und dem
grossen Hunger zuschrieb. Später wurde ich gewahr, dass
sie sogar die Gespinnste anderer ihres Geschlechts durch-
nagten und die jungen Puppen sehr begierig auffrasseu,
bald auch , dass zwei einstweilen in ihrem Behälter placirte
ai6
l'iippin iltT l)nl)ii»s;i in licrselhi-ii Weise ausgeleert waren,
wie irli iliose im Frri»n am li mehrere Male vcr/.elirt :in;;r-
trortVn. I'.is ilaliiii liattr irli difscn llaiil» ciiur am l'uiiildrte
liäutij,'eii KiitVrIarx«' fSta|iliiliniis( /u^'tscliriiben. lliir/ii kam,
»las» sehoii rin/Alm" i!n KrllliÜM^ ^'esammcltc Iiauj)en zur Ver-
waixlInnK ^'elansftm, nml dass ich einmal im Miirz eine der-
selben draussen antraf, wie hie sich sn chi-n von einer faulen-
den Ul)S(.kfa-Iian|ic volipcfressen. Dann hatte irh sie schon im
Februar und Mar/ (lici 'Ihanwcttcn draussen thäti^' und
meistens WMhlj:cn:ihrt und an (»rttn an;:i trotTtii. wo nt>eh
keine Spur irgend einer N'eu'tfatiun vorhanden, auch alle
übrigen Kaupen noch in Winterruhe sieh befanden. Diese
und andere Wahrnehmunjren brachten mich auf die richtifro
Verniuthun:; und hoben meinen schon ;rt'sunkenen Mutli. die
lA'bensweise . insbesondere Nahrunir, dieses mir bis dahin
riithsclhalten Thieres llberiiaiipt zu ermitteln. Nim suchte
ich sie wieder eifriirer. lin:,- mit ihnen mancherh-i \ ersuche
an und widmete ihnen noch mehr Aufmerksamkeit und Zeit.
In meinen gewöhnlichen Kaujienbehältern — llolzkasten,
seitlich mit Drahtgaze - Fenstern und oben mit genau
schlicsscnder (Jla.-decke — lassen sich alle H«-wegungen
der Kaupen, ohne sie zu stören, sehr gut beobachten.
Diese Mehälter sind fiirlUac mit Knie \ ersehen, in welcher
viele lur sie zugeschnittene iJolirstnmmel .stecken und mög-
liehst naturgemiiss eingerichtet. Während ich noch eine
längere Zeit lortfuhr, ihnen verschiedene N'egetabilien vor-
zulegen, brachte ich ziirleieli auch mehrere animalische Sub-
stanzen in die Kehältcr und überzeugte mich dann endlieh.
dass sie nur Ictztin- nehmen. Sie verzehrten ni» lit allein
verschiedene Kaupen und riippen. son<lcrn auch Insekten
und Larven aus andern Klassen vor meinen Augen, ja sogar
häutig grosse Kolirspinnen. Jedoch schien nöthig, dasK
solche; Tliicre entwcilcr gctödtet, »Hier doch in einen hlllfs-
losen Zustand versetzt. Spinnen 7. 1>. fcsfgcsteckt wunlen.
Kaupen verzehren sie ganz bis auf einzelne Kiidera luul v«.u
zaiteii, dünnhäutigen sieht man auch nicht einmal iliesc ; in
l'uppen nagen sie ein rundes Loch durch die Schale und
tressi D sie, griissero nach und nach, panz aus. .^ie wissen
/u ihnen zu gelangen, ind« m sie ihre (io.opinnste durchna
gen. Ebon.so verfahren sie bei Käleni. unter denen sie
ilbrigcns nur an Donacien. und wie es schi«'ii, erft zuletzt
gingen. Kuppen von verschiedenen lehnenmnnen aus Knbr-
raupeii, tlie in selbstvcrfertigteti (lespinnslcn liegen trassen
sie eben so gerne als die von Schmetterlingen, i'elx'rhaupt
sab ich sie jedoch nur Hohrthiere verzehren, andere lies.sen
sie bisher unan::crllhrt. als l'uppen von Van Levana, Sph.
356
Ligustri, Dem. Coryli, Org. Pudibunda, Fid. Piniaria u. a.
Zwar hatten sie die Gespinnste der beiden vorletzten durch-
löchert, die Puppen aber nicht angegriffen. In der Qua-
lität der Nahrung schienen sie überhau])t wenig wählerisch,
die mundfertigste nahmen sie zuerst, daher verletzte Raupen,
Puppen und andere Thiere, wenn Saft austloss vorzugs-
weise. Dass sie sich auf ihren abendliehen und nächtlichen
Wanderungen gegenseitig angriffen, oder andere in den Be-
hälter gesetzte bewegungsfähige Thiere bei der Begegnung
überüelen, habe ich nie beobachten können, vielmehr habe
ich verschiedentlich gesehen, dass sich begegnende ihres
Geschlechts scheinbar einander auswichen. Sicher aber
greifen sie unter Umständen auch lebende, wenn auch nur
schwächere Thiere an, namentlich wohl in den engen Kohr-
hühluugen, in denen ich immer Aide J»Midera von aufgezehr-
ten Insekten tinde. In Bezug auf meine Zimmerptleglinge
darf ich indessen die Bemerkung nicht unterlassen, dass ich
dieselben nie eigentlich hungrig Hess, hauptsächlich aus
Furcht, dass sie ihre Brüder verzehren möchten. Es stand
fast immer verschiedenerlei Kahrnnii- zu Gebote, sonst glaube
ich, dass ich von dem hungrigen A^ieh noch liätte kühnere
Thatsachen berichten können. In den hauptsächlich für
die Zucht bestimmten diesjährigen Behältern, wo sie reich-
lich mit Lieblingsnahrung — durschnittene Obsoleta- Rau-
pen — versehen waren, kam ein Mord unter ihnen mit
Sicherheit bisher nicht vor. Um sie bequemer und mehr-
seitiger in kürzerer Zeit beobachten zu können, nahm ich
im vorigen Jahre wie in diesem gegen den Frühling einen
Behälter mit einem Dutzend dieser Kaupen in das geheizte
Zimmer. Hier wurden sie bald völlig thätig, frasseu und
gediehen sehr gut, und ihre Verwandlung wurde zugleich
um einige Wochen früher herbeigeführt, so dass ich heute
(25. Märzj schon einige Puppen von ihnen habe. Sie kön-
nen nach Art der Raubthiere überhaupt ein verhältniss-
mässig grosses Quantum Nahrung auf einmal zu sich neh-
men und dann wieder lange ohne diese leben. Einige ge-
gen Ende des Winters ausgehungert gefundene und in die
Stube gebrachte Raupen fielen am selben Abende zu 3 — 4
zur Zeit über eine \orge legte und enthauptete Obsoleta-
Raupe alsbald her und verzehrten sie in kurzer Zeit ganz.
Sie erschienen gleich hinterher noch einmal so gross, dann
wurden sie träge und ^erkrochen sich allmälig in die
Kohrstücke, zeigten sich zwar an den nächsten Abenden
einzeln wieder draussen, nahmen jedoch erst nach Wochen
etwas Nahrung wieder zu sich. Ueberhaupt scheinen diese
Raupen nach dem Winter nur 1 — 3 Mal eine völlige Sätti-
ijung bis zur ViTwaiidlnnp: — also in einem Zcitiainne von
L*— .} Monaton - nüthi;; /.u liaben. Sind sie nicht völlig
;,'e.silttigt, 80 bleiben sie die pan/.c Xacht liindureh tliiitig,
indem sie fortwährend von einem HolirstUek zum andern
und in die Ilidile ^■ine^^ jeden hineinkrieehen , oder am Ho-
den und den U'iinden di-s Hfh:iltcrs uinlu-r wandern. Da-
durch dass sie nur selten drr Xalirun;; bedürfen, werden
auch Versuche zur Krmittelun^ ihrer Krniihrun','sweise und
die der liaupe zu (iebote stehenden Illllfsniiltcl sich die-
selbe zu verschalen, recht erschwert. Man nillsste schon
immer wieder frische und hunijri^e K\])\. haben, wie sie
eigentlich nur nach längerem Fro^twetter sich tinden. Dehn
später irifl't man sie fast immer mit den deutlichen Zeichen,
dass sie sehon eine Mahl/eit gehalten, und kommen sie
selbst mitten im Winter bei jedem Thauwctter Abends ein
zeln zum Vorschein, wenn ich auch zur Zeit noch nicht mit
Sicherheit sa&rcn kjinn , dass sie alsdann fressen. Auch sie
verhalten sich beim .Moiulenschcine j)assiv. licim Frostwet-
tcr und über dem Fise fand ich sie stets unten in den oben
ofTenen K«'hrst"|)|»(dn , umgeschlagen oder auch in gestreck-
ter Lage frei liegend, nie spinnen sie sich filr den Winter
ein, wie Tr. berichtet. Ihr Koth unterscheidet sich von dem
aller mir bekannten anderen Haupen sehr wesentlich. Der-
selbe ist eine formlose, schleimige braune Masse, die nach
tmd nach zu sehr kleinen Kllgelehcn trocknet und überhaupt
nur selten abgesetzt wird.
Ohne Zweifel führen diese IJaupen die eben geschil-
derte Lebensweise auch in der freien Natur, wenn ich die-
selbe auch zumeist aus der Zimmererziehung entnommen.
Alle berührten Hauptsachen wenigstens hal)c ich dort be-
stäti;;t ^refunden, auch einmal Abends beim Laternenliehte
im Freien eine derselben eine halbe Stunde lang ebenso
wie zu Hause agiren gesehen.
Wenn CS nun auch eine alliremein bekannte Sache ist,
dass manche Haui)enarten andere und schwächere ihre»
Gleichen monlen und fressen, so geschieht dies doch immer
nur ausnahmsweise, oder beim Mangel an der natürlichen
vegelabilisehen Nahrung. Dass es aber auch liaupen gebe,
dort n n«»rnjale Kost eine ausschliesslich animalisehe sei, ist
meines Wissens noch nicht beobachtet worden, und doch
glaube ich, wenigstens für die zweite Lebenshiilfte, in der
in Kede stehenden Art eine solche gefunden zu hal)en und
dieselbe somit als ein Kaubthier unter den Haupen hinstel-
len zu dürfen, welches etwa das unter den Haupen ist, was
der Geier unter den Vögeln. Sie hat hierzu nicht allein
die körperlichen Fähigkeiten uud Kigenschaflcu, sondern
24
358
am Aufeiitshaltsorte sind auch alle weitereu Bedingungen
zur Genüge gegeben. Denn obgleich nur klein von Körper,
so ist sie doch kräftig und gewandt und hat ein scharfes
Gebiss. Dazu ist sie ein Nachtthier, das im Vergleiche zur
übrigen Insektenwelt viel mehr zur Winterzeit thätig ist,
nur bei Frostwetter ganz ruht, viel Nahrung auf einmal zu
sich nehmen und wieder lange fasten kann u. s. w. Auch
besitzt sie einige Schwimmfähigkeit. Ich fand sie nämlich
auch in Stoppeln, die ganz isolirt und tief im Wasser stan-
den und hier im Frühlinge ganz gesättigt. Als ich sie ins
Wasser warf um zu prüfen, sank sie nicht, wie z. B. die Nona-
grien H.-Sch., unter, sondern ting alsbald an durch schlangen-
förraige Bewegungen sich ruhig fort zu arbeiten, bis sie einen
Gegenstand zum Aufkriechen erreichte. Zu Hause scheuen
sie sich wenig vor dem Wasser und gehen leicht hinein
und über dasselbe hinweg, wenn mau versucht ihnen da-
durch ihren Weg zu versperren. Da nun endlich nicht
leicht an anderen Orten mehr oder verschiedenere Insekten
gefunden werden, als zwischen dem Bohre, in dessen Stop-
peln sie Schutz, Nacht- odei* auch Tagruhe, Winterquartier
u. s. w. suchen, wo sie dann minder solchen Feinden, wie
Ulvae, besonders preisgegeben sind , so ist auch in dieser
Hinsicht für die Existenz dieser Raupe auf Beste gesorgt.
Dass die animalische Nahrung für die Ulvae-Raupe die nor-
male sei, bleibt um so weniger zweifelhaft, als mir im vo-
rigen Jahre aus halberwachsenen, im Herbste gesammelten
Raupen die Zucht bei der alleinigen animalischen Kost voll-
kommen gelang und durchschnittlich grosse Schmetterlinge
lieferte. Ebenso gesammelte und behandelte Raupen, die
ich gerade in ziemlicher Anzahl besitze, befinden sich im
besten Zustande und werden ohne Zweifel auch in diesem
Jahre ein vollkommenes Resultat liefern. Die schwierigere
Beobachtung der Lebensweise dieser Thiere in der ersten
Lebenshälfte habe ich zunächst noch ausser Acht gelassen,
um über die zweite Lebenshälfte erst Aufklärung zu er-
langen.
Häutig ist diese Raupe auch gestochen. Spaltet und
untersucht mau nämlich im März und April die Rohrstücke,
so findet man solche Raupen in ihnen krank sitzend und
hinter diesen oft ein kleines ovales, gelblichweisses 2 — 3
Linien langes, kaum angeheftetes Gespinnst, als ob die
Raupe ein grosses Ei gelegt habe. Eine Oetfnung, aus
welcher die Schmarotzerlarve hervorgekommen, bemerkte
ich au der Raupe nicht, sie schien aus dem After dersel-
ben hervorgekommen zu sein. Die Raupe selbst lebt dann
noch einige Tage, wird aber meistens bald die Beute ihrer
359
Kameraden. An*. (l«'ni ^iclIlnarot/ergre8l)innRte entwickelt
mich un;,'(t"älir nach ciiu-iu Monate, meist tVllher als l Ivae
erscheint, ein s«'lir kleiner nicdliclitr IcImciniKin . dessen '■>
eioen ziemlich langeu Stachel hat
Mein liiegi^-cr Fundort ist häuptüehlieh ein prosses von
Rolir. Schilf, IJied-räsern \\\\<\ manchen anderen Pflanzen fast
znj:ewach^enes Turfmoor. das einen Al»7.n^'sirral)en nach der
Ost<ee hat. s«» dass der W'assc r.->tand hier viel \veni;,'er ditTe-
rirt, als an anderen (jrten. Diis .seheint mir der llaiiptumstaud
zu sein, warum man diese Kaupe und einige andere hier vor
znjrsweise findet, wiewohl auch hier nicht lllxrall und in den
verschiedenen Jahren mehr oder weniger selten und stets
einzeln. In anderen Kohrwerhungen, an <lcnen die I ingc-
gend Wismars reich ist (vielleicht melir als ' ., J Meile im
(Janzeni findet man diese IJanpe dennoch gar nicht oder
nur stellenweise und sehr selten. An allen anderen Orten
fand nändich zur Winterzeit ein viel höherer Wasserstand
statt, so dass die |{ohrst<^»ppeln alsdann meist längere Zeit
mit Wasser bedeckt sind. ^\^Mln nun auch das Wasser
nicht in die K<ihre derselb»'n hineindringt, im Falle sie nicht
etwa seitwärts verletzt wurden und ihre I.ultdichtigkeit ver-
loren, so scheinen die Kaujien, welche frei in derselben llber-
wintern: llvae, Straminea, — wie auch andere Insekten den-
noch durch dasselbe getödtet zu werden, wahrscheinlich weil
»•ie ersticken. Davon glaube ich im Frühlingc 1S')3 bei dem
plötzlichen Aul'lliauen des ungewrdinlich Indien Schnees einen
Beweis bckummen zu haben. Denn damals konnte der <d)cn
erwähnte gcfrorne Abzugsgraben die grosse Wassermasse
nicht so scdinell fortschaÄ'un , und das Moor stand längere
Zeit hoeli unter Wasser. In dem Sommer hinterher waren
nun auch alle diese Kaupenarten hier wie verschwunden
und fanden sich erst ua( h '1 — 3 Jahren allmälig wieder ein.
In letzter Zeit s«hl >sa ich aus dem Wasserstamle des Win
ters hier iinnn r richtig auf das N'orhandcnscin «»der Felden
dieser Spe«-ie.'* fllr das nächste Jahr. Aul kurze Zeit scha
det jedoch das I'cberflnthen der Kohrstoppeln iHesen Thie-
ren nichts; denn in meiner Kfdirwerbung unmittelbar an der
Ostsee, doch ziemlich trocken gelegen, steht das Wasser
mitunter -1 — >^ Fu>s hoch Über flen Stoppeln, wenn zur Win-
tPrzeit da« Meer austritt, und hinterher linde ich Dubiosa,
Ohsoleta, rivae. Straminea und Impura als l'upj»en oder
i;au|)en hier ebenso jjäutig wie \«»rher. Antkrc in ticm
Kohre und Sehilte lebende Lepidtipteren-Art.Mi, die entweder
in den PHaiizcn — Arundinis, I'hragmitellus — als Kau-
peo, oder im Kizustande llberwiuteru. scheinen vom Wasser
24*
360
alsdann nicht zu leiden. In dem vergangenen Winter, wo
namentlich die Raupe der Ulvae in jenem Moore häufiger
als sonst war, haben diese Species und andere besonders
viel dadurch gelitten, dass der grösste Theil der Rohrstop-
peln über dem schneefreien Eise von Leuten der ärmeren
Volksklasse abgestossen, eingebracht und als Heizmaterial
verwandt wurden, wie dies in solchen Zeiten immer ge-
schieht. Vögel, namentlich Meisen, folgen diesen Arbeitern
oft, um die bei dem Rütteln und Kehren der Stoppeln aus-
gefallenen Insekten aufzulesen, wie die Krähen dem Pfluge.
Diesen auch sonst noch reichen und fast alleinigen
Fundort einiger Species werde ich leider demnächst verlie-
ren, weil derselbe zur Zeit zum Torfstich entwässert wird.
Im Sept. ist die Raupe meistens halb, im April und
Mai ganz erwachsen, selbst einige Nachzügler erst im Juni.
Sie geht sodann in einen Rohrstumpf, spinnnt unter sich
eine leichte Scheidewand und über sich höher oder tiefer
in der Röhre, meistens jedoch am Eingange derselben,
eine halbkuglige nach oben gewölbte und mit Rohrspäh-
nen untermischte Decke und verwandelt sich hier nach
etlichen Tagen zur Puppe. Diese ist auf der Rückseite
hellbraun, unten gelb, dünn und lang, vorne kolbig, nach
hinten allmälig verdünnt, mit einer feinen Haftspitze und
ziemlich lebhaft.
Der Schmetterling erscheint von Ende Mai bis Juli,
am meisten im Juni und entwickelt sich zu verschiedenen
Tageszeiten, also nicht wie die Nonagrien H.-Sch. regel-
mässig am Abende. Er ist im Ganzen zarter Natur, hat
einen nicht eben schnellen Chilonen- ähnlichen Flug und ist
daher am Abende ziemlich leicht zu fangen, wo beide Ge-
schlechter fliegen.
Die Art kommt hier in 3 verschiedenen Formen vor.
Die häufigste und meines Wissens bis jetzt allein beschrie-
bene, jedoch auch unter sich abweichende Form, nehme
ich bisher als Stammform an. Die anderen beiden zwar
sich näher stehenden, jedoch augenfällig verschiedenen For-
men, von denen mir weder Beschreibung noch Abbildung
bekannt ist, habe ich v. Nigromaculata und v. Wismarien-
sis benannt. Lederer führt in seinen Noct. Eurpa's eine
V. Bipunctata Hav. auf, welche vielleicht mit meiner v. Ni-
gromaculata identisch sein mag. Beim Herrn Hopfifer in
Berlin sah ich noch eine wieder andere Form der Ulvae in
einem Expl., wie mir sonst noch keine vorgekommen, das
wenn ich nicht irre, von Hess stammte. Beide hiesigen
weichen bei sonst gleichem Bau mit der Stammart von die-
ser und unter sich durch Farbe und auch Zeichnung so auf-
361
flllig ab, dohs man sie i'hne Weiteres flir vcrsrhiedcnc
Spccics crklftrrn wiirde.
nie V. Niproniaciilata zeichnet sieh voryllplicli dnrch
panz prliwarzc Makeln, einen ebenso pefärlitcn kurzen
Liiiippast an der I'.asis, eini^M^ pcliwär/.lielie Qiicrstriclul-
chen in der (iej:en(l der Nerlcsrlicnm Wellenlinie auf den
VorderflU;reln . durch eine zartere, ins Ivöthliehe ziehende
firnndfarhe und auf den Ilintc rlldpeln dureh schärferen
Mittclflerk oben und unten von der typischen Form aus.
Die V. Wisinariensis unterscheiilet sich von der vor
hergehenden nur dureh einen seliwarzen , mit dem Flllpel
breiter werdenden lJin?sstreifen auf der Mittelrippe des
Vordcrfitifrels. Im (irnnde aber liestelit derselbe aus einem
grossen iiyrami(ieiif<>rmipen Liin^'sfleek . der mit der kon-
kaven liasis nach aussen an der \\ elU nlinie zwischen Hi|)pc
3 — H be^'innend , jedoch erst in der (Jepend der fllnften
Rippe schwarz werdend und die Makeln und Mittelzellc ein,
schliessend. zur Flllpelwurzel peht. Die pleiehpefiirbten-
weisslieh unizopenen Makeln bleiben in ihm jedoch stets
sichtbar.
H.-Sch. ist im Iksitz aller 3 hiesi^'cn Formen, bcab-
tichtipt die beiden letzteren in seinem ^Neue J^chmett." ab-
zubilden und wird sich hcffentlieh bei dieser Gelegrenheit
weiter dartlber auslassen. (Jleieh nach ihrem F.mpfanee
äusserte sich derselbe brieflich darllber. dass ihm beide zu-
sammen zu pehtirt n schienen, aber eine besondere Speeies
sein müehten. Dies und meine ei;:enen Zweifel, ob hier
Arten oder nur Varietäten vorliepen, veranlassen mich noch
zu einigen hierauf bezllglicben Bemerkungen. Heide letztere
Formen kommen mit der typischen l'lvae an denselben Or-
ten und zur selben Zeit vor. Ich erhielt alle 3 Formen
nicht nur zusammen dureh den Fang, sondern auch aus
Raupen oder Tiippen. an welchen selbst, sowie auch in
ihrer Lebensweise, ich bi.sher keinen specifischen l'nter-
schied wahrgenommen habe. Dagegen sind auf der an<le-
ren Seite wcsentliehe rnterschiede der Schmetterlinge nicht
zu verkennen, und was da« Wichtigste ist, diese sind im
mer constant. Nie sah ich lebcrg.Hnge zwischen ihnen,
weder von «Icr einen zur andern, noch von dieser zur drit-
ten Form . obgleich ich im Laufe der Zeil eine ganze An-
zahl von ihnen vor mir gehabt, liitcr allen kamen beide
Geschlechter gleich häutig. )edoch von der v. Wismariensis
der seltensten, mir ö* tlberhaupt nur erst 4 mal vor.
In Hegattuiif: halie ich llvae noch nicht gesehen und
scheint diese .Art in der Gefangenschaft eine solche nicht
einzugehen. Sollte c» mir dennoch gelingen, diese bei ihr
362
zu Stande zu bringen, so wäre darnach, ob nur zwischen
den einzelnen Formen, oder auch zwischen der einen und
der anderen eine solche stattfindet, vielleicht die Arteinheit,
oder specifische Verschiedenheit der Formen festzustellen.
Bedenkt man ferner, wie geringe oft der Unterschied
nahestehender Lepidopteren, wie schwierig ihre Vereinigung
oder Trennung ist, und wie bei sicher verschiedenen Spe-
cies eine so grosse Aehnlichkeit in Gestalt, Farbe und Le-
bensweise durch alle Stände stattfindet, dass nur ein sehr
geübtes Auge und eine längere genaue Beobachtung ihrer
Raupen die specifische Verschiedenheit unter ihnen festzu-
stellen vermag, so könnten auch hier unter den Formen
der Ulvae sehr wohl Artverschiedenheiten stattfinden. Man
denke z. B, an Tr. Caradrina -Arten: Superstes, Ambigua,
Blanda und Aisines , an gewisse Cucullieu - Arten u. a. m.,
die dazu grösser, lange und von Vielen beobachtet sind.
Endlich habe ich erst seit diesem Herbst den Ulvae-Raupen
mehr Aufmerksamkeit zugewendet und nun allerdings ge-
funden, dass sie, wenn auch nicht im Bau und Lebens-
weise, doch in Farbe und Zeichnung erhebliche Verschie-
denheiten zeigen, die mir gestatteten, eine Absonderung
unter ihnen vorzunehmen. Der Erfolg muss nun lehren, ob
die verschiedenen Raupen auch immer die bestimmten
Schmetterlinge liefern werden. Es wäre dann vielleicht
Ulvae, die sich in ihrer Lebensweise als Raupe so sehr
auszeichnet als eigne Gattung mit 2 — 3 bekannten Species
hinzustellen.
Elymi (Leucania 0. Tr. — H.-.Sch.)
Die Eule fliegt hier einzeln am Meeresstrande zu Ende
des Juni und Anfange des Juli an Stellen, wo das Ufer
sandig ist und viel Elymus arenarius, Arundo arenaria u. a.
Meerstrandspflanzen wachsen. Die d fliegen am Tage, in-
dem man zwischen diesen Pflanzen geht und rührt, meistens
aus dem dichteren Elymus Bülzen auf, fallen nach einem
kurzen Fluge wieder nieder und lassen sich alsdann meist
erhaschen. Einzelne 9 erhielt ich nur durch sorgsames
Suchen an der Erde zwischen den genannten Pflanzen. Früher
nur in Preussen beobachtet, findet sie sich stellenweise ge-
wiss am ganzen Ost- und Nordseestrande. Von ihrer Na-
turgeschichte ist mir Weiteres auch nicht bekannt; doch
will ich nicht unerwähnt lassen, dass ich einmal Ende April,
bevor ich Elymi überhaupt hier entdeckt, eine ohne Zweifel
zum Genus Leucania gehörende Raupe an dem Orte fand,
wo ich später den Schmetterling fing. Ich scharrte dieselbe
363
mehr /.ulalliji: yus dtMi» holun und lockcrfin L'fcrsande an
einer Stelle, wo in ziemlichem l'mfanprc fast irar kciuo. Ve-
getation hennrkl)ar war. In ihrer Nähe standen nur ein-
zelne kdmnu rliehe rilanzen von (ilaux maritima, an welchen
ahtr kein IlanpentVass henierkbar war. In einer P^ntfernung
vcm 40 — ')U Selirittm wuchs je<lo<'h auch Hlymn«. So viel
ich njich erinnere, hatte die mir unl)ekanntc Haupe eine
dem l'fersand«' iihnliehe (;rranwi.isse; Farl»c und auf jedem
Gliede oben vier dentliehc dunkle Punkte, wie hei ihrer
Gattung ccwtihnlich gestellt. Sie ging mir bald zu Grunde
und kaim ich daher nur vermuthen, dass sie Elymi ange-
hörte. Spätere Nachforsehungen blieben bisher ohne Erfolg.
.Vnch habe ich an dem Klymus nie Kaupenfrass, selbst nicht
bei sorgfältiger rntcrsuehung. bemerken können, und scheint
es mir (Ibcrhauj)t norh fraglich, ob die Haupe der Elymi
von Elymus lebe. Der Fundort ist weit und mir ungelegen;
daher ein öfteres r.i >u( Iien desselben nicht tbunlich.
Bathyerga Boie I.eucania IL Seh.)
Hoie'8 Beschreibung derselben in der Isis kenne ich
nur aus Citaten und schliessc aus diesen, dass ihre Lebens-
weise noch keineswegs hinreichend bekannt, und sie noch
von Wenigen selbst beobachtet sei. IL -Seh. erwähnt der
Haupe gar nicht. Lederer (die Xoetuinen Europ. S. 125)
sagt, dass hie an den Wurzeln des Schilfes lebe. .Sonstige
Beschreibungen und Notizen sind mir nicht bekannt Daher
mögen einige Bemerkungen Über dieselbe hier nicht Ubcr-
tlUssig sein.
Die grosso, tleischfarl)ige cossiden-artige Raupe findet
sich in (nicht an) den Wurzeln des gemeinen Rohrs (Phrag-
mitcs communis I und zwar an solchen Stellen, wo dieses
ausserhalb des Wassers sehr üppig steht. Im Mai und Juni
erhält man die noeh junge Raupe, indem man die bewohn-
ten Halme aufzuziehen versiieht. Dieser reisst alsdann ein
wenig unter der (»berlläche der P'rde und an der Stelle ab.
wo die Raupe sieh in denselben kurz vorher eingenagt hatte.
Da sie zuerst nach oben frisst, so hat man sie meist unten
in dem aufgeris.senen Wur/eltheilc. Sucht man die Raupe
aber ctw.'is später auf, so bleibt sie oben in dem in der
Erile zurliekgebliebenen Wurzelfheile. Vor dem Einnagon
in diesen Hahn hatte sie schon in anderen Halmen gel(l)t,
uuil zwar in der ersten .lugend von den nahe über <ler
Erde befindlichen Theilen derselben, später aber von denen
in der Gegend des Wnrzelstocks. Bleibt sie ungestört, so
364
geht sie allmälich von diesem in die eigentliche Wurzel nnd
immer tiefer in dieselbe, die ganze Wurzel bis auf die
äussere, stets unverletzte Haut derselben zu Späbnen zer-
nagend, bis sie (im Juli) ihre volle Grösse erreicht hat.
Alsdann geht sie wieder höher und zwar an die Oberfläche
des Bodens, wo sie sich zwischen liegenden Rohrthcilen, iu
einem hohlen Stengel, oder oberflächlich in der Erde in
einem leicht oder gar nicht versponnenem Lager zur glän-
zend gelbbraunen Puppe verwandelt. Die von dieser Raupe
bewohnten Halme erkennt man leicht, da sie kleiner sind
als die gesunden und vom Boden an vertrocknet erscheinen.
Sie ist an den beschränkten Fundorten in trockenen Jahren
oft nicht selten, doch erwachsen immer nur recht schwierig
zu erlangen ; denn dazu ist noch eine grosse und recht
schmutzige Arbeit nöthig, die auch am Ende vergebens sein
kann, weil die Raupe schon aus der Wurzel fort ist, oder
man ihre Spur verliert. Dieses Geschäft ist nur mit einem
Grabinstrumente auszuführen, mit welchem man vorsichtig
so um die betreffende Wurzel gräbt, dass man diese nicht
verletzt und doch zu Gesichte behält. Stösst man die sehr
leicht zerbrechliche Wurzel mit weg, so findet man sie oft
nicht wieder, oder verfolgt eine falsche. Je weiter erwach-
sen die Raupe und je höher der Boden über dem Niveau
des Wassers, um so tiefer findet man sie, im AUgraeinen
mitunter erst in einer Tiefe von 3 — 4 Fuss. Der Regel
nach hat sie einen ferneren Wechsel der Pflanze nicht nöthig,
da eine solche, oben meist schon daumensdicke, mit der
Tiefe noch zunehmende Rohrwurzel, die sich im Roden viel-
fältig verzweigt und mit andern netzförmig verbindet , ge-
wissermassen endlos ist und also hinreichende Nahrung
bietet. Zur Ernährung in Specie müssen ihr jedoch nur
gewisse Theile der Wurzel dienen, da sie die ganze Masse
derselben anscheinend nur zernagt hat, so dass man die
zurückgebliebene äussere Wurzelhaut hinter ihr von Spänen
voll findet und darunter von ihrem Kothe nur ein geringes
Quantum. Die Zucht aus den jüngeren Raupen ist schwie-
rig, weil sie sich einen Theils morden, und anderen Theils
die isolirten meist auch bei guter Pflege dennoch nicht ge-
deihen. Im letzten Herbste, wo diese Art häufiger als sonst
war, erhielt ich auch zufällig zwei Eier derselben. Ein am
Abende gefangenes und am andern Morgen nicht völlig todt
befundenes $ setzte in dem Momente, als ich ihm eine ver-
giftete Nadel in die Brust stach, diese ab. Sie sind ver-
hältnissmässig klein, rund, anfangs waren beide weiss, spä-
ter wurde das eine gelblich. Aus dem weissgebliebenen Ei
entwickelte sich am 25, April d, J. das ßäupchen^ welches
866
ilnrch den grossen, nind vorraprnden Kopf, dnrch Form and
Farbe mich bestimmt die Art erkennen liess.
Die perogmii Silimettorlin^'c erseliienen bei mir t-m-
zeln im Anpiist. fipäti'^tcni» im September, immer am Abende
nnd ihre Augen lenebtcn alsdann wie die der S|)hinxe.
Dratissrn fliegt die stattliehc Knie jedoch erst zumeist An-
fangs Octohf r und ist hier die spHtoste der Sumpfenlen.
So lange sie noch krlittig. pfliegt sie Abends hei nicht zu
kalter Lut't ungemein schnell und gewandt, und ist alsdann
sehr «»ehwer zu fani:en. Am Tage findet man sie am Auf-
enthaltsort«' mitunter wnhlerhaltcn untm an den Ilalnjcn frei
pitzend, oder am Hcflen vorsti-ekt, auch bei stiller \a\\\ oben
an der rnterseitc der grllnen Hohrblattor u. s. w. Finzcin
klopfte ich sie sogar am Kandc eines Oehrdzes von Bäumen,
einige Male sehr weit von allem Rohr, woraus ich schliesse,
dass sie verm(>ge ihres kräftigen Fluges weit umher streicht.
Der Schmetttrling weicht mannigfaltig in (irössc und
Farbe, weniirer in «ier Zeielinung ab. So erhielt ich vor
ein paar Jahren durch Klopfen von einer Huchc eine grosse,
fast wie Tvph.'ie . gefärbte, mir ganz fremd erscheinendo
Fule, die ich heim Nachschlagen ohne Bedenken fllr Zolli-
koteri nahm. Jetzt, nachdem ich im letzten Herbste viele
Bathyerga nnd verschiedene Varietäten derselben vor mir
hatte, glaube ich fast, dass meine vermeintliche Zollikoferi
nichts Anderes als eine besondere \arietät der Bathyerga
sei. DasM sie eine Zollikoferi nicht sei, mus« ich um so
mehr vermnthen, als Systematiker wie II. Seh. und Leilerer
diese von Bathyerga ziemlich entfernt stellen, während ich.
nach meinem Fxpl. zu nrtheilen. es unzweifelhaft fand, dass
beide auf einander folgen mllssten. Der Raupe nach steht
Bathyerga nnter mir bekanntcji einzig da, passt gar nicht
zum rienus Leueania, wohin sie H.-Seh. stellt, viel besser
auch nicht zu IMirap-mitidis, mit welcher sie hei Lederer daH
Gcnos Calamia bildet.
Nexa (Nonagria O.Tr. — II-ScL)
Fluxa — — Leueania II. Seh I
Ucber die ersten Stände beider findet sich hei Tr.
(X. 2. 05. nnd 07.) Nachricht v<»n Moritz. Ans allem, wt«
derselbe dort sagt, geht hervor, dass er die Puppen beider,
wahrscheinlich aber nur von einer die Raupe pehabt. welche
er als zu Fluxa gehörig (.S. Oö.) beschreibt. Diese Beschrei-
bung aber stimmt in allen wesentlichen Funkten so genau
zar charakteristisch ausgezeichneten Ncia Raupe . dass eine
366
Verwechselung offenbar. Die Raupe ist gut und hinreichend
dort beschrieben und brauche ich nur auf den Irrthum auf-
merksam zu machen, dass dieselbe nicht zu Fluxa, sondern
zu Nexa gehört. Diese von mir mehrfach gezogene Raupe
zeichnet sich besonders durch den rothen, dunkelfleischfar-
bigen Rücken aus, verwandelt sich im Freien allerdings auch
oben zwischen den Herbstblättern der Futterpflanze, wie
Moritz angiebt, doch scheint dies mehr ausnahmsweise und
zwar nur dann der Fall zu sein, wenn der Boden sehr
feucht oder mit Wasser bedeckt ist; sonst geschieht die
Verwandlung in der Regel am Boden zwischen alten Blät-
tern, Halmen und d. gl. — wo die Puppe sehr schwer zu
finden ist. Ich traf die Raupe nur in den groben Carex-
Arten und bisher an einem einzigen Orte, wo solche Ried-
gräser massenweise und kräftig zwischen ausgehendem,
schwachem Rohre stehen. Au manchen anderen ziemlich
ähnlichen, meist aber doch mehr nassen Lokalitäten, suchte
ich diese Species vergeblich. Es müssen diesen Arten die
speciellen Bedingungen zur Existenz dieser Raupen fehlen,
da der Schmetterling ganz geeignet ist, sich durch den Flug
dorthin zu verbreiten. Dieser fliegt zumeist Ende August
und Anfangs September, einzeln jedoch bis gegen den Oc-
tober hin. Doch sieht man nur die c/" Abends und zwar
sehr unruhig und schnell fliegen. Sie kommen alsdann früher
als alle andern mir bekannten Abendschmetterlinge zum
Vorscheine, einzeln schon, wenn die Sonne noch am Him-
mel steht. Ist die Dämmerung so weit eingetreten, dass
allgemein der Abendfalterflug beginnt, so sieht man Nexa
fast nicht mehr. Sie kommen zu ihrem Abendfluge wie ge-
blendet oder schlaftrunken aus dem Rohre und den Gräsern
langsam hervor und lassen sich in diesem Momente, be-
günstigt vom Lichte., erhaschen, sind sie aber erst völlig im
Fluge, so ist der Fang sehr schwer. Das ? verhält sich in
dieser Zeit ganz passiv, wie dies bei manchen andern
Species ebenfalls vorkommt. Wann die 9 fliegen, um die
Eier abzusetzen, ist mir nicht bekannt, ob später, in der
Nacht oder vielleicht in der Morgendämmerung — ? Das $
von Xexa fand ich Abends nur ein Paar Mal, indem ich
den Ort, an welchem ich cT im Fluge verweilen sah, spe-
ciell untersuchte, und jedesmal niedrig am Halme sitzend
und in copula. Bei einem gezogenen und nicht völlig ge-
tödteten $, das ich hier ansteckte, fing ich einige Male
mehrere d, meistens aber sind die gefangenen Expl. be-
schädigt.
Fluxa fliegt hier an demselben Orte mit Xexa, doch
auch an mehreren anderen Stellen auf trockenen Wiesen,
m
biebei aber immci 6cltcD. Die (f fliegen weist recht nmih
ter Über dcD Bo<J«-n bin, die 9 aber pitzeu alsdann ruhi^- an
eioero ilaluic, Diancbmai luit den FlUgolo scbla^'end; doch
fliegen »ie auch etuau. (iezogcn habe ich diese Specieg
noch nicht, glaube aber doch ihre Ilaupe zu kennen, da ich
zweimal eine mir unbekannte Kaup<- traf, die allem An-
scheine nach nur dieser SjuTies ang«büre:i k<»nnte. Die
eine fand ich ^'leieli/.eiti^' mit Kaupeu der Nein, die andere
im \ergan;:»'Ui n Jahre, später al« ich vi.n Nexa die I'uppea
suchen wollte. I)eide an eben demselben (jrtc und wie Nexa
unten in rarex-ilalmen. aber in einer anderen, »chwächerco
Art mit rundliehem Halme. Kiue von diesen ging verloren,
die andere starb. An «ich war dieselbe von der Nexa
Kanpr •<elir verschieden und, »u viel mir im Ctediichlniss ist,
Mass ^'rlMieh xon Farbe, hatte ein starkes Nacken- und
Afti-rsebild und auf dem Klicken dunkle Wiirzcheo.
Neurica i Nonagria U.-Tr. - 11. .^chj
Neurica kommt hier in zwei Formen vor, von denen
ich die eine, welche llubner 3bl abliildet, als Varielüt, die
andere von 11 -Seh. .".17 und .">4>^ abgebildete dagegen als
Stammart angesehen und versandt liabe. Ubpleieh beide
eine grosse Aehnliehkeit unter sich haben, so sind sie doeb
wieder in mancher Hinsicht beständig und so verschieden,
dass ich z. IJ. nie über ein Expl. im Zweifel bin, welcher von
beiden Formen es angehöre. Heide Formen \ariiren z^^ar in der
Farbe beträehtlich unter sieh und in ähnlicher Weise, doch
erstere lange nicht in dem Grade und der Häufigkeit wie letz-
lere. (Irösse, Form der P'lUgel und Zeichnungsanlage sind im
Allgemeinen fast glcieh. Die Ver»chicdeüheiten beider beru-
hen auch weniger auf Farbe und Zeichnung als vielmehr auf
dem viel schwächeren Hau <les Kiirpers bei gleicher I^nge der-
scltten und gleicher FlUgelgr<.»se der erstercn ( Hllbnersehcu)
im \'ergleiche zur robusteren iH. %Sch. sehen' Art, wa.*« bei
lebenden Kxpl. noch sehärler hervortritt, als bei getr<'ikuc-
ten. Erstere Form hat einen weissgesäumten llaUkragca,
letztere einen einfarbigen. Die FlUgel erseheiuea bei cr-
fttercr breiter, die Grundfarbe der vorderen ist bei ihr ge-
wöhnlich gelblich schilfrohrfarbig, bei letzterer Form über-
haupt dunkler — graulich, bräunlich, röthli* h und gellilirh
in stäikeren Abhtufungen. Hei den Männtbcn h< '-
findet sieh auch noch der ruterseho »1. «j.tsh der
Längs.HlreitVn in der .Mitte des VurdertlUgeU bei ersurcr
Art viel schwächer ist^ nod die Makeln in ihm durch ein
Paar weisse Funkte nur unten ange<lentet «tiod, während
368
bei der zweiten Art dieser Längsscliatten stärker, und die
Nierenmakel meistens ganz sichtbar ist. Ferner zeichnet
sich die Unterseite der letzteren Form durch einen scharfen
und beständigen Mittelmond auf allen Flügeln, sowie durch
einige Kandzeichnung vor der ersten aus, die ausser der
Bogenlinie hier keine Zeichnung führt. Erstere Art erscheint
nur 3 — 4 Wochen früher als letztere und fliegt an meh-
reren Orten Abends am Rohre einzeln, wenn auch stellen-
weise nicht eben selten, während die andere nur an zwei
sich nahe gelegenen Stellen zu finden und hier als Raupe
mit der von Paludicola zusammen meist häufig vorhanden
ist. Doch hat ihre Zahl sich dort in letzter Zeit alljährlich
vermindert, während erstere Form sich in gleichem Ver-
hältnisse vermehrt und verbreitet zu haben scheint. Auch
ist ihr Flug wesentlich verschieden. Während die erste
Art leicht und langsamer fliegt, schiesst die andere mit
kräftigeren Flügelschlägen, fast wie Paludicola und Nexa
dahin. Die H. Seh. 'sehe Form habe ich seit Jahren immer
in Mehrzahl gezogen, auch über ihre Lebensweise, die im
Wesentlichen mit Treitschke's Angaben stimmt, in meinem
Nachtrage zur Uebersicht Mecklenb. Lepidop. (Archiv des
Vereins der Freunde der Naturgesch. in Mecklenb. Heft V.
S. 137 ff.) Specielleres mitgetheilt. Die Hübner'sche Art
dagegen erhielt ich bisher fast nur durch den Fang, habe
sie überhaupt erst in letzter Zeit genauer beobachtet und
nur einzeln aus der Puppe gezogen. Ueber ihre Raupe, die
ich gewMss schon öfter gesehen , wenn auch noch nicht mit
Sicherheit aus ihr den Schmetterling gezogen habe, erinnere
ich nur, dass mir in ihrer Lebensweise und in ihrer phy-
sischen Beschaffenheit fast keine Verschiedenheit von der
anderen Art aufgefallen ist, als dass sie beträchtlich früher
entwickelt waren und sich an anderen Fundorten immer
nur einzeln fanden. Auch an 2 in den letzten Jahren hier
gefundenen Puppen nahm ich bei genauerer Beachtung kei-
nen anderen Unterschied Aon der robusteren Art wahr, als
dass sie etwas dünner und mehr grünlich-gelb erschiene
und auch etwas höher vom Boden (einige Handbreit über
dem Wasser) im Halme lagen, als dies bei der anderen die
Norm zu sein pflegt. Aus der einen dieser Puppen ent-
wickelte sich sehr spät ein schönes 2 erster Art, mit wel-
cher zugleich schon ein cT der anderen Species auskam.
Diesen Zufall, den ich lange gewünscht, benutzte ich zum Ver-
suche, ob sich etwa beide Arten mit einander begatten wür-
den, wie ich immer von der robusteren Art gesehen, sobald
beide Geschlechter zusammen im Behälter waren und meistens
gleich nach der Entwicklung. Aber sie machten, zusam-
369
monfrcbraoht, dur».hans hierzu keine Miene, ohgleich hIc zwei
AbeinK' ziisainiiKii llattt-rlen. liesomlcra bestärkt wurde ich
Duu iu meinem (ilaiilien, dass beide vertcbiedene Speeies
seien, als am dritten Abende aiieb ein 9 der zweiten Art
auskrctch, mit welehem das (f Bo^Heieh sich be^'attete.
Aus allem diesem glaube ieh mich nun zur Annahme
bercciiti^t, dass beide in Kode stehende, bisher zu Xeurica
gezogenen Arten, zwei versehiedenc Speeies seien,
auch wenn bei genauerer Intersuebung ihre liaupcn und
l'unpen eine sulehe Versebiedenheit hicbtbar nieht nach-
weisen sollten. Ikr Name Neuriea niuss der älteren Ilüb-
ner'schen Art verbleiben, die andere Il.-Sch.schc aber somit
einen neuen haben. Weil diese tiefer im Kohre, mehr im
Dickicht desselben, M)rkoiiin)t nenne ieh sie — Arundineta.
HUbner's Abbildung kann ieh angenlilieklieh nicht vergleichen,
habe sie nur einmal Irülicr gesehen und erinnere mich nur in
ihr meine erste .Art erkannt /n haben. II. -Seh 's gi-Iungene
liilder gehören entschiedeu meiner zweiten Art — .Arundi-
neta — an. Derselbe nennt in seiner Öygt. Rearb. d. Sehmctt.
V. Kuropa (I5d. II. S. 244, Xo. 18G) die IlUbn. Figur im
.l'mriss ganz verfehlt, VorderUllgel viel zu hreif vi<'Ileieht
nur im Vergleich mit seiner Art, meine Arundineta, ist zutref-
fend. Neurica llllbn. hat nW in Wirklichkeit breitere Vor-
derflUgel und weicht auch im l'niriss derselben manchmal
von Arundineta ab. Xaehdcm ich 11, -Seh. Non beiden Ar-
ten gesandt, erklärte dieser Autor »ich sogleich mit mir
darin einverstanden, dass beide verschiedene Speeies seien
und erkannte in der ersten Art das ZutretVende mit dem
llllbn. liilde. Von l)eiden habe ich seit Jahren versandt,
die Arundineta in bedeutender .\nzahl und werden sich da-
her in vielen Sannnlungen von diesen S|)ecies fniden. Wer
nur die eine .\rt besitzt, m'ichte in Zweil'el »ein, welche von
beiden er habe. Dem genllge die Bemerkung, dass ein
deutlicher Mittelmond auf der rnterseite eines jeden Flllgels
ein C'riterium tllr Arundineta, während Neuriea hier stet«
zeichnungslos ist. l eher die ersten Stän<ie werde ich
nächstens wietler Cielegenheit haben, weitere Hetd)achtungcn
anstellen zu kennen, und würde ich insbesondere später
nicht versäumen, beiden Arten wieder (Iclegenheit zur ge-
genseitigen Begattung zu geben, falls es mir auf irgend
eine Weise gelingen sollte, beide Spccies gleichzeitig zur
Eutwickt^lung zu bringen.
Neurica wurde meines Wissens früher nur von Hess
bei Darmstadt get'unden, und einzelne noch vun ihm stam-
mende Kxpl., die ich gesehen, gehören meiner ersten Art
an. Ob Arundineta auch dort oder überhaupt s-mst irgend
370
wo noch gefiindeu wurde, ist mir nicht bekannt. Wohl
aber weiss ich, dass ein dieser Art ebenfalls sehr nahe
stehender, früher auch zu Neurica gezogener, von neueren
Schriftstellern aber von ihr getrennter und Hessii benannter
Schmetterling, ebenfalls nur dort beobachtet wurde. Der-
selbe soll auch mit Neurica gleiche Lebensweise haben;
ob aber dieses auch namentlich für die physischen Merk-
male der Raupe gilt, habe ich nicht in Erfahrung bringen
können. Genauere Angaben hierüber wären hier vom höch-
sten Interesse. In hiesiger Gegend habe ich diese Art noch
nicht beobachtet, den Schmetterling auch nur in 2 — 3 alten
Expl. selbst gesehen. Zwischen ihr und Neurica steht
Arundiueta in der Mitte, wirkliche Uebergänge von der einen
zur andern sah ich nie , wie sie Treitschke wahrgenommen
haben will. Vielleicht sah er alle 3 Species und wurde
durch Arundiueta zu jener Annahme verleitet.
Verbasci j
Scrophulariae Cucullia O.-Tr. — Il.-Sch.
Thapsiphaga ^
Wenngleich diese drei sicheren Arten weit verbreitet
und bekannt sind, ihre Artrechte gegenwärtig auch von kei-
nem Schriftsteller in Zweifel gezogen werden, so sind dennoch
diese gegen mich verschiedentlich ausgesprochen. Dieses,
besonders aber die Unklarheit und Verwirrung, welche noch
über sie und die ihnen sehr nahe stehenden oder zweifel-
haften Species herrschen (S. H.-Sch. II. S. 312 u. VI. S.58
— Lederer Noct. Eiirop. S. 228) veranlassen mich zu eini-
gen Bemerkungen über dieselben, da unter solchen Um-
ständen auch jeder geringe Beitrag von Nutzen sein kann.
Es kommen nämlich aus dieser Gruppe der CucuUien nur
diese 3 Species bei Wismar vor. Sie sind aber von mir
öfter und in grösserer Anzahl gezogen, und in allen Stän-
den beobachtet worden. Scrophulariae ist hier die häufigste
und verbreitetste , Verbasci die seltenste und vielleicht
eine mehr südliche Art. Die Raupe ersterer findet sich auf
Scrophularia selten, vielleicht nur, weil auch diese Pflanze
hier nicht häufig ist, öfter auf Verbascum thapsus, bei
weitem am häufigsten aber auf Verb, nigriim und variirt
sehr in Farbe und Zeichnung, während dieses bei den bei-
den anderen Species in kaum merklichem Grade der Fall
ist. Die Scrophulariae mag daher hauptsächlich Sammler,
die nur sie fanden, verleitet haben, in ihren Varietäten Ar-
ten zu erblicken, so dass sie sich alsdann theils vergeblich
abmüheten, die aus ihnen entwickelen Schmetterlinge als
m
vcrscbicdcn anzuorkonncii , thcil« aber aurli neue Sptcie«
in ihnen verrnntlieton <»(l.r als solche aufstellton. Die (irund-
farbe dieser Hanpe weirht auch narh ihrer Nalirnn;; repel-
jiiässi;; ab. So ist dieselbe, wenn hie auf der Stropliularia
Iiltt. bi'inahc weiss oder bliiulirh, auf Verb. Ni^ruin aber
mehr oder weniircr ^Tllnlich ^'elb. Die Haupe der Verbasoi
und Tliapsi|iha{,'a fand ich nur anf Verb. 'I'hansus, das hier
auf ihr l'.racho tinos binachbartcn (Jutrs mit Irichtort'in Bo-
den alljährlich meist in .M( ngi* wUeliht. l'cber die Sehmet-
terlin^je dieser '\ Species existiren j^enllgcude Beschroibnn-
j^'eu und Abbilduni,'en. und bemerke ieh llbi'r sie hier nur,
das.s sie von linem pellbton Auge immer und sicher zu nn-
terschcidcn sind. Ihre Kaupen, welche die Arton noch be-
sonders ft^tstcllen, sind /war auch von Tr. kenntlich be-
sehrieben, doch mr.grn folirt-nde dia^no.^^tischen Liitersi-hiede
derselben hier Manchem Avillkfinimcn sein.
Die Raupe der Thapsiph.iga ist von den beiden ande-
ren reeht aopenfällig \ersebieden und daher nicht mit ihnen
/n verwechseln. Die gleiehmiissig blas.«Jjrrüne (Irundfarbe des
Körpers, auf welcher man nur bei genauer IW trachtung
drei ein wenig schärfer gelbe Linien — eine niittb re, an-
sehnlich breite und schön gelbfarbige, und zwei seitliche,
schmale, mattergelbe und viele kleine dunkle Punkte und
Strichelchen bemerkt, zeichnet sie hinreichend vor den an-
deren, auch imnier noch vor der zeichnnngsloscn. blassen
Varietiit dir Seiuphulariac aus. Verba^ci und Scropbulariae
haben, oberflächlich betrachtet, allerdings .Vehnliehkeit mitein-
ander, in Wirklichkeil alxr sind sie hinreicliend verschie-
den. Die etwas grössere \ erbasci hat einen kleineren Kopf
als Scrophulariac, der auf heller gelbem (Jrunde in seiner
Mitte eine unten offene feine schwarze Triangelzeichnung
hat , Über welcher seitwilrts zwei schwarze Tnnktc und un-
ter demselben ein dii kcr kurzer (inerstrich stehen, si» das»
fast die Zeirhnr.ng eines Menschengesiehts herauskommt.
.\m lliiiterliHUpte tindet sich noch Jeilerseit«; ein grösserer
schwarzer Fleck. Seropliulariae dagegen ist auf dem gel-
beren Kopfe nur durch mehnre kleine dunkle Tunkte ge-
zeichnet. Dann hat Vcrbasei eine gelblieh weisjie, Scro-
phulariac (Von \'erb. nigmm) eine «lunklere. grüngelbliche
(»rundfarbe des Kö'rpers. Heide tllhren auf den drei ersten
(iliedcrn un<l dem letzten eine »ehr hhnlirhe . anf den Übri-
gen aber eine re<lit verschiedene Zeichnung. Hei Verbasci
bleibt sie nnnili<h wie auf dem zweiten und dritten (;iiedc
(das erste macht bei beiden Arten wieder eine .Vnsnahmc
von den Übrigen filiedern) bis zum 12. und besteht auf dem
Klicken hauptsächlich ans 4 grösseren schwarzen Klerken
372
auf einem grossen gelben, von denen die hinteren beiden,
jeder zur Seite des Rückengefässes, ein länglicher, quer-
liegender ist. Bei der Scrophulariae dagegen wird sie vom
4 bis 12. Gliede eine andere dadurch, dass jener Quer-
fleck sich hier sehr verlängert, nach vorne biegt und in
der Seite mit einem Punkte stumpf endigt. Da diese bei-
den seitlichen Zeichnungen an der Dorsallinie meistens zu-
sammenhängen, so erscheint das Ganze als ein quer über
dem Rücken gehender, geschwungener schwarzer Halbgür-
tel in der Mitte eines jeden dieser Glieder, der hinten einen
grossen gelben Fleck begrenzt und vor sich in diesem je-
derseits einen schwarzen Fleck hat. Ferner führen beide
Arten in der Seite auf jedem Gliede drei im Dreieck ste-
hende grössere schwarze Punkte, und an der Aussenseite
eines jeden Fusses einen ebensolchen, Verbasci ausser die-
sen noch überall feine dunkle Punkte und Querstricbelchen,
die der Scrophulariae gänzlich fehlen.
Die Raupe der Verbasci ist schon im Juni, spätestens
zu Anfange Juli ausgewachsen, während ich die der Scro-
phulariae' vor Anfang August nie , hauptsächlich aber erst
in der zweiten Hälfte dies Monats bis Ende Sept. so weit
entwickelt antraf. Niemals finden sich in hiesiger Gegend
beide gleichzeitig. Anders verhält es sich mit Scrophula-
riae und Thapsiphaga, die eine ganz gleiche Erscheinungs-
zeit haben. In der Regel fand ich alle 3 Arten frei auf
den Pflanzen und leicht, nur ausnahmsweise, wie Treitschke
von der Thasiphaga als Norm angiebt, einzelne Expl. von
ihnen in der Nähe der Futterpflanze oder unter den Blät-
tern derselben versteckt.
Die Entwickelung der Schmetterlinge erfolgt im näch-
sten Jahre, von Verbasci schon zu Ende April bis Mitte
Mai, bei Scrophulariae und Thapsiphaga aber erst von der
Mitte Juni bis gegen Ende Juli. Von allen, besonders letz
teren beiden, liegt aber in der Regel eine grössere oder
geringere Anzahl Puppen ein und selbst zwei Jahre über
diese Zeit hinaus bis zur Entwickelung. Dabei beobachtete
ich durch mehrere Jahre, dass bei Aufbewahrung der Pup-
pen an demselben Orte, die einjährigen der Scrophulariae
und besonders der Thapsiphaga regelmässig erst den Schmet-
terling um die Mitte Juli, die zweijährigen Puppen aber
denselben schon um die Mitte Juni und die wenigen drei-
jährigen ihn meist noch früher lieferten. Ohne Zweifel ge-
schieht dieses auch in der freien Natur, denn man triff't
die Raupen hier auch vorzugsweise in zwei Perioden, ein-
mal um die Mitte August, das andere Mal una die Mitte
Sept. In manchen Jahren sind sie zur ersten, in anderen
373
zur /Uiitcii Zfit l.'äufi^ir, und iili ^^lauhe auch Litriu ein
Veili;illniss zur Aii/nlil «Irr zu llausr lutwickcltcii 1- oder
L'jalirjpiii rnpjuii ^^allrL:t iioimiit'ii zu lialnn. I)ic unfrlciiLie,
«•der ircwisscrniassm /NMiniali^'c Krs(lKinuui:>/.t.Mt dieser
liaiipi'U erklärt sich hieraiis sehr einlach so. «la.^s die iVll-
iieren die Naehkoninicn sind vtiu k^chnietterlingen aus liberjah-
ri^cn Puppen, die späteien dapc^eu von suleheu auH ein
jäliri^'en fitamnien, Jni letzten sehr hcissen und trockenen
Sonnner fand ich auch diese Kaupen. Avie Niele andere, ^^ar
nicht. Die Sclinutterlin^'c aus niehrjiihriL'cn l'iipp« n sind
meisten« etwas hiasser \«in Farhe, als die ans einjähri^'en.
Kürzlich hekaiu ich Ksjjer's Werk zur Ansicht, und
hude, dass derselhe Tom. IV. Tab. I'XXXIX. Xoet. üU,
tig. 2. eine Raupe als zu Verbasei j;ehüri^ abbihlet, wel-
ches liild aber nicht diese, sondern die Kaupe vou Sero
phulariae darstellt. l>er dazu irehöri^'e Sehniclterlin;,' U'^. I.
ist iinzweift lliatt die richtiije Verbasei. leb will daher aui
diesen Irrthuni , der manchen l'alseh ^'eleitet haben ma:r.
aufmerksam machen.
Ripae (Agrotis O. Tr. — II. Seh.)
Darch Hole (Kntomol. Zeit. .1. 1652, S. 384) auf diese
Species anfmorksam gemacht, suchte und fand ich bald auch
die Haupc derselben hier bei Wismar. leb zog sie alsdann
alliiihrlich mit grösserem oder geringerem Erfolg, kann da-
her Alh's, was r>oie dort Über sie sagt, durehsehnittlich
bestätiu'cn und noch Einig«'s hinzufügen.
Die Farbe der Kaupe wechselt in etwas je nach der
(irüsse derselben, der Nahrung und iler Zeit. Am häuligsten
fand ich bei der erwachsenen die (Jrundfari)e schmutzig
gelb ins Grilniiche spielend ndt erd-bräunlieher Zeichnung.
Nach jt'der Hiiiitung, die sehr raseli vor sich geht, erscheint
sie dunkler und schiirfer gczc ichnct. verbleicht aber alsbald
wiedi-r. F.inen ähnlichen Farbenwechscl zeigt sie nach jeder
.Mahlzeit, wo dann der grliiu- 1 ou mehr hervortritt. Xacb-
deiD sie zu tVcssen aofgchürt, bis zur Verwandlung, also im
ganzen Winterlager, ist sie blass ledergelb. Ich fand sie
häutiger nm .\triple\ maritima und Ktimcx maritima, als uro
^alsula Kall. Kakile maritima und amUre IMlanzen. einzeln
sogar um l'olygonum avieulare. llyosevamuH ni;rer, .Sola-
num ni^Tiim u. a. Ks kommt ihr llberlianpl weniger
auf die Art der .Nabrungsptianze . als \ieiniehr auf die
BeschatTenheit des liodens an . worauf diese gewachsen.
Derselbe seheint aus reinem Meersande bestehen zu müssen;
denn ^Vlles was dort wächst, frisst sie am liebsten und es
374
bekommt ihr am besten. Sobald aber dieselben Pflanzen
auf humushaltigem Boden stehen, findet man in ihrer Nähe
keine dieser Raupen. Hier sieht man so recht, einen wie
grossen Einfluss der Boden, der die Futterpflanze nährt, auf
das Gedeihen manclier ßaupenarten übt. Ursprünglich aus
Unkunde und in Ermangelung des richtigen Futters, später
der Beobachtung wegen nährte ich diese Raupen zum Theil
mit sehr verschiedenen Pflanzen: Sonchus, Atriplex, Leon-
todon, Alsine media n. a. Arten aus Garten und Feld. Sie
frassen diese mehr oder weniger gerne alle und schienen
auch dabei zu gedeihen; aber dennoch brachte ich auf diese
Weise keine einzige zur Entwickelung, da sie stets, wenn
nicht früher, doch während des Winters starben und schim-
melten. Nur die ganz erwachsen eingesammelten lieferten
die Eule. Ebenso erfolglos waren die Versuche mit ihren
natürlichsten Nahrungspflanzen Rum. maritima, Atripl. mari-
tima etc. von humushaltigeni, oder gar fettem Boden, auf
welchem diese Pflanzen an einzelnen Stellen des Meerstran-
des zuweilen wachsen. Dahingegen erlangte ich immer ein
gutes Resultat der Zucht bei der Fütterung mit Pflanzen,
die im reinen Ufersaude gewachsen, ohne dass deren Spe-
cies in Betracht zu kommen schienen. Ob ihnen auch etwa
der Salzgehalt dieser Äleerstrandspflanzen zum Gedeihen
nöthig ist, konnte ich noch nicht ermitteln, da Pflanzen im
einen Sande hier sonst nirgends vorkommen. Ich möchte
dieses aber glauben, da sonst kein Grund vorhanden warum
nicht diese Raupenart auch in anderen Sandgegenden als
am Meeresstrande gefunden wurde. Im letzten Jahre wurde
mir nun auch noch der Umstand klar, warum man am
Fundorte um manche auch im Sande stehende schöne
Pflanze keine oder doch nur einzelne Raupen findet, wäh-
rend man um eine andere nahe dabei oder gar darnoben
wachsende von derselben Species, mitunter deren 10 — 20
Stück und mehr trift't. Es hat diese Erscheinung wieder
ihren Grund in dem Mitgetheilten, dass nämlich diese Rau-
penart nur bei Nahrung vom reinsten Sandboden gedeiht.
Denn jede der anscheinend im reinen Sande stehenden Pflan-
zen, um welche ich keine Raupe fand, hatte bei näherer
Untersuchung in der Tiefe mehr oder weniger in einer Hu-
musschicht, wenn auch nur von faulendem Seetang, Wurzel
gefasst, während die Raupen ernährenden Expl. derselben
nur im reinen Sande wurzelten. Dazu fressen sie vorzugs-
weise die äussersten Spitzen und Zweige der Pflanzen, be-
.sonders wenn diese ciederhängen, oder sich über den Boden
ausbreiten, scheinbar, weil deren untere Thleile ihnen zu
saftreich sind. Häufig nagen sie auch Theile und ganze
375
Zweiffc der Hlan/.cn al) und arl)citcn die abp:ebif?scncii wie
ln'rabliJtii^^i'iideii nach Art der Toclteuf^rüher tlieilweise oder
fraii/ imti-r den Saud. Dieses Manoiver, das man draussen
mir an eiiizclmii K\|»l. tler I- iitterptlanze. nami-ntlich an
Sals. Kali findet, hat viellrielit einen ludieren Zweek , nüin
lieh den meine ieh. dass die Kanpen instinktmässi^ hei zu
fetten oder sat'treiehen iMlanzen sieh hierdureh dieselben für
die näehsten Abende, wo die \<'iii Stamme ^'etrennten I'heile
etwas jretrneknet. tau^'lieher /ubrreiti-n. Denn zu Hause,
wi» ieh ihnen oft nieht ^aii/. (|ualiti/.irtes i'utter geben konnte,
ist dies Abna^^en eine gewohnliehe Krselieinuiii; und werden
die getrennten Theile am näehsten Abende regelmässig
zuerst verzehrt , l'alls sie nieht etwa zu troeken geworden,
oder ihnen itcsseres Futter vorgelegt war. Die liaupe ist
ein näclitliehes Thier , das sieh am Tage in der Nähe der
Futtei pllauze im Sande verborgen hält, nur des Abends und
Naehts auf Nahrung ausgeht und dann oft aueh ganze
Strecken durehwamlert. In allen ihren Bewegungen ist sie
seboell und kräftig, hat ein seharfes (iebiss und wächst
ziemlieh rasch. Sie hat im I5au und der Zeichnung eine
grosse .Veliniiehkeit mit der gemeinen Kxelamationis, von
der sie sieh nur durch helleres Colorit, und nicht immer
mit Sicherheit, unterscheiden lässt, wenn diese sich, wie es
nieiit selten geschieht, mit ihr zusammen findet. Auch in
der Lebensweise hat sie mit dieser Art vieles gemein. Da
ich diese strenge Auswahl der Nahrung nur bei den mehr
oder weniger erwachsenen Kaujien beobachtet habe, so ist
CS mir /weil'elhaft, ob <lie Mutter schon die grosse Filrsorge
beim .Absetzen der Hier an nur so (pialiticirte IMlanzen
übernimmt, oder ob die Käupchen sich diese früher oder
später erst aufsuchen müs.seu. An Atri|)lex und Kumex sind
sie früher, meistens zu Knde .\ugust bis Mitte Se|iteniber
erwachsen, an Salsula Kali aber erst Knde Se|>temt>er und
im (Ktober, einfaih wohl aus dem (Irunde. weil erstere
IMlanzen einen früheren Nerlaul haben, so dass. wcmi diese
bereilH abgestorben, die Salsula noch kräftig dasteht. Sowie
diese IMlanzen immer nur in dem vom Meere in den letzten
Jahrt-n ausgeworfenen L'fersande. bevor derselbe mit einer
Humusschicht bedeckt und zu wirklichem angeschwemmten
Lande geworden ist, recht eigentlich gedeihen, so ist dieses
auch nur hier mit dieser Raupe der Fall. Jedoch finden
beide sieh nur, wie Hole auch schon bemerkt, an den hoher
gelegenen Stellen, die nur ausnahmsweise ^om Meere be-
spült werden. Das Aufgucben der Üaupen selbst ist nicht
schwierig. .Man findet sie, indem man in der Nähe der au
gefresaeueu Ptlauzcu im Sande rührt. .Auch ihre Zucht ist
376
uicht so schwierig, wenn man die nöthige Kenntniss ihrer
Natur hat und die Mühe nicht scheut, darnach zu handeln.
Zunächst kommt alles darauf an, dass man ihnen nur Futter
vom reinen Sande giebt; oh dieses auch nothwendig vom
Meeresstrande sein muss, weiss ich noch nicht. Dann
müssen sie in einem geräumigen Behälter, der ein paar Fuss
hoch Ufersand enthält, gut gepflegt werden, bis sie sich alle
tief in den Sand für den AVinter eingegraben haben. Der
Sand muss während des Winters mitunter angefeuchtet wer-
den und zwar so viel, dass derselbe unten nie ganz trocken
wird, doch darf er auch wieder nicht zu nass gehalten wer-
den. Besonders nothweudig ist dieses Befeuchten zur Zeit
der Verwandlung im Mai, ^^o die Raupen höher kommen
und sich am liebsten an der Grenze der unteren festen und
der oberen lockeren Schichten des Sandes in einer kleinen
Höhle verpuppen. Ist derselbe dann überall trocken, so
stehen die Wände der Höhle nicht, der Sand überschüttet
sie beständig wieder, bis die Raupe zu Grunde geht oder
eine krüpplige Puppe liefert. Im Herbste graben diese
Raupen sich nämlich , wie ich gesagt und auch Boie ange-
geben, tief in den Sand und liegen hier ruhig den Winter
über in einer kleinen Höhle. Sie gehen alsdann so tief in
den Saud, bis sie denselben hinreichend fest gelagert und
feucht finden. Hatte man diesen nur locker in den Behäl-
ter geschüttet so mögen sie zum Theil 3 — 4 Fuss tief ein-
dringen (S. Boie 1. c.) , drückt man aber die unteren Schich-
ten fest und feuchtet sie hinreichend an, wie ich es jetzt
immer thue, so gehen sie selten tiefer als 1 — 1V> Fuss.
Zur Verwandlung kommen sie, wie gesagt, wieder höher,
doch nur ausnahmsweise — wenn der Sand ganz trocken —
gewissermassen verirrt, nn die Oberfläche, nehmen aber dann
keine Nahrung mehr vn sich. Bei Beobachtung dieser
hauptsächlichsten A'orsichtsmassregelu ziehe ich sie jetzt
stets im Zimmer und mit besserem Erfolg, als wenn ich die
Behälter im Freien Hesse , wo die Raupen häufig durch zu
viel Nässe leiden. In den zur Zucht der Eule bestimmten
Kasten lasse ich bis zum Erscheinen derselben Alles unan-
gerührt. Nimmt man die Puppen aus dem Sande oder stört
die Raupen früher noch, so kommen die meisten um.
Der schiine Schmetterling erscheint im Juli und wird
noch dadurch sehr interessant, dass er mit Ripae Tr.-Plübn.
und H.-Scli., der Devillii Pierr. und der Deserticola Eversm.
eine grosse Aehnlichkeit hat und doch wieder von allen
diesen, wie auch diese unter einander so verschieden ist, dass
es zur Zeit noch zweifelhaft bleibt, ob alle einer Species
angehören und nur als Lokalvarietäten von ihr anzusehen,
Ml
(Klor ver8cliic(ltnc Arten aiml. (iewiss nur ist, dass Ki|iac
Boic mit meiner oiiis ist. Dieser Schmetterling variirt zwar in
F'arbf und Zcitlinunf? von r«in weis<hcm CJ runde mit undeut
IjcImmi Makeln ))\>i /um tlu ilweise ^'(dMidiem mit mehr ndcr
weni^'tr diiitlu-Jnr Zeielinun^-. doch hleiltt er aueh in den
dunkehsten Kxpl von allen jenen leieht unlcrscheidhar. Im
Ganzen hat er viel mehr Wtiss als alle diese Verwandten,
wenn aueh die Zcichnunpsanhi^'e nnt ihnen übereinkommt,
und trseh« iiit daher von dir ^^elhen Desertieola am meisten
verschieden. Aurh ist er an.<ehnlieh ^'rösser als Devillii und
Kipae Hüü KöniL'>her^'. Ikrinj: und andere halten die hie-
sige tllr eine ent.sehieden andere S|»i'cie8. Der.selbe taaftc
sie uaeh deni Namen des alten Mecklenburgischen Volks-
stammes „Ohotritica". Lederer führt alle jene als zusammen-
gehörend und meine als var. Obotritiea Hering auf. H.-Sch..
der durch mich von ihr die verschiedensten Abweiehnngen
be^:t/t. hat sieh meines \\ i.^.sons hicriil)er noch nicht erklärt.
Nie! .Schuld dieser Meinungsverschiedeidieiten trägt die noch
nicht bekannte Xaturgeschichte aller dieser Verwandten und
die Seltenheit derselben in den Samndungcn, dann auch dass
der Hau, der mit vielen andern Agroti.^-.Vrten überein kommt,
keinen Anlialt giebt. Vielleicht tragen diese Mittheilungen zur
weiteren Krl'orsehung und zur endlichen Kntsehciduug bei.
Augur. (Xoctua O.-'ir. — 11. -Seh.)
Obgleich diese Art verbreitet und hier wenigstens häu-
fig ist , so seheint ihre Naturgeschichte dennoch nicht hin-
reichend bekannt. Die Beschreibung ihrer Kauj^e, welche Tr.
nacbOelis. (V. 1. 111 u. 11l?i lielert, lässt mich in Zweifel, ob
sie von einer wahren Augur entnommen ist. Auch ist ihre Le-
bensweise daselbst nicht ^nnz richtig angegeben. Daher
wird eine neue Besehreibung (iieser mir sehr bekannten I<äu-
penart und ihr«' Lebensweise hier nicht übertlilssig sein.
Dieselbe wird über 1« . 1' Zoll lang, hat einen hell-
bräunlichen Kopf mit zwei nach \orn couNergirendcn dunk
leren Struhen. Dt r Körper wird vom Iten (iliede an nach
vorne beträchtlich dünner, nach hinten allmählig ein wenig
dicker. Die Grundfarbe des.selben ist oi)cn dunkclziegclstein
farbig, unten etwas heller röthlieh. Beide Hälften werden
«lureh eine helle gisäumte nnti abge.«*et/te Linie, in welcher
die weisslichen Lultlöeher stehen, deutlieh getrennt. Oben
18t «las erste (ilicd dunkler als «Icr übrige (irund un«l tlihrt
ein kleines ebenso gerärbtes Naekenschil«!. Auf dem vorletz
ten Gliede zeigt sich eine ans zwei kurzen, dicken, hinten
zusammeDbiDgenden, schwärzlichen Schrägstrichen hesteheDdc
378
Zeichnung, wie sie sich ähnlich bei manchen anderen Rau-
pen: Triangulum, Rhomboidea, Typica u. a. lindet Auf dem
10. Gliede ist eine ebensolche schwächere vorhanden, und
auf allen übrigen bis zum 4. deuten verloschene Schräg-
stücke dieselbe ebenfalls an, lieber den Rücken läuft eine
feine hellere Längslinie und seitwärts von dieser zeichnen
auf jedem Gliede drei gelblichweisse, im Dreieck stehende
Pünktchen diese Raupe noch besonders aus. Jedoch ist
von ihnen oft nur das vordere grössere allein vorhanden,
oder deutlich sichtbar. Bei einer selteneren sonst ebenso
gezeichneten Varietät ist die Grundfarbe verloschen moos-
grün.
Im April findet man sie noch klein bis halb erwach-
sen, immer aber ist sie, besonders durch die weissen
Punkte, leicht kenntlich. Gegen Ende des Mai tritt sie
ihre Verwandlung in der Erde an. Am Tage hält sie sich
zwischen dürrem Laube, im Moose, hinter loser Rinde der
Baumstämme , in deren Furchen und Spalten u. s. w. ver-
borgen nnd ersteigt Abends mit Leichtigkeit verschiedene
Gesträuche und Bäume, deren Knospen und junge Blätter
ihre liebste Nahrung sind. Am häufigsten fand ich sie an
jungen Erlen, Pappeln und Weiden. Niedere Pflanzen frisst
sie zwar im ersten Frühlinge, später nur im äussersten
Nothfalle. Sie ist sehr kräftig und schnell und kann sich
nach Art der Riudenraupen in verhältnissmässig engem Räu-
me, platt und zusammengedrückt erscheinend verbergen.
Der Schmetterling erscheint im Juni, auch noch im Juli,
und hält sich gleichfalls am Tage sehr versteckt.
Nigricans (Mamestra O.-Tr. — Abjecta (Polia H.-Sch.)
Die noch unbekannte Raupe dieser Art fand ich ein-
zelne Male und zog aus ihr den Schmetterling. Ich habe
aber von ihr keine Beschreibung genommen , auch keine
ausgeblasen und suchte sie in dieser Zeit vergebens. Daher
kann ich nur so viel über sie sagen, dass sie eine dunkle,
schmutzige Farbe, Wärzchen auf dem Körper, ein scharfes
Gebiss, und wenn ich nicht irre, ein dunkles Nacken- und
Afterschild besitzt, und dass sie mehr oder weniger Aehn«
lichkeit mit der Raupe von der gemeinen Polyodon hat.
Sie lebt im Mai bis Mitte Juni an Graswurzeln, verwandelt
sich in der Erde und liefert die Eule im Juli, die sich hier
nicht eben selten, doch meistens nur beschädigt findet. Die-
selbe hält sich am Tage sehr versteckt. In der Farbe va-
riirt sie häufig. Die Raupe fand ich durch Aufziehen von
Gras an Chausseen und Wegen, auch unter Steinen.
37«
Ophiof;rainma lApanica O. Tr. — Polia II. Seh. i
Die ehcntalls noch iinhfschriibcnc Ilaupc dioser Eule,
die ieh ;:era(l«' in oinicri'u lehendfii Kxpl. vor mir habe,
wird etwa einen /oll lan^'. ist nach vorn und hinten etwas
verdünnt, hat einen kleinen trliinzenden , hellhraumn Kopf
und ein dunkelhraunes Naeken- und Aftersehild. Mit blossen
Anpen betrachtet, erseheint di»* ( »bcrseite des Körpers gleich-
mässii: selnnutzij: Heisehtarlun. durch die I.oupc aber sieht
man aut derst Iben im HUckenli-lde I, wie gewühnlieh ge-
stellte, sehr kleine Wär/ehen und ."> 4 ebensohlu' um die
Lnftlöeher. aut welehen allen ein feines llärehcn steht. Die
Unterseite ist heller als die obere schmutzig weiss.
Sie hat l»ei obertliiehlieher Hetraehtunf? in ihrem Habi-
tns. und in der Lebensweise eini;:e .\ehnliehkeit mit der jUn-
pereu Kaupe der Fieueostipma . und ist daher Anfanirs von
mir mit dieser verwechselt worden.
Sie lebt im Mai in den jungi-n Schosslinpen des j;e-
meinen Hohrs, der Olyeeria sp«et;ii)ilis. der Ins pseudac.
besonders aber der Phalaris arundinaeea und wahrschein
lieh noch in anderen Pflanzen. Sie napt sieh nahe über
dem Wur/elstoeke dieser Pflanzen in die Halme, frisst das
Mark derselben einen bis zwei Zoll ho<h aus und geht dann
seitwärts aus demselben in einen andern. Sie erscheint
sehr bald, nachdem die Pflanzen aus der Krde hervor ge-
kommen, frisst viel, wächst sehr schnell, und hat daher einen
öfteren Wechsel der Futterpflanze nöthig. Die so auspe-
fressenen Pflanzen werden an der .'Spitze trocken, und da
die Kanpe meistens alsdann schon dieselben verlassen hat, so
findet man 'Stellenweise wrdil viele Halme, worin sie gewesen,
selten und mühsam ai»er die Haupe selbst Sie hält sich an
Rolehrn Stellen auf, wo in Sümpfen und Mooren die genannten
Pflanzen an erhabenem Orten — (Jrabenufern u. d. gl. —
ausserhalb des NN'assers stehen. Zu Knde Mai oder früher
ist sie erwachsen und geht zur N'crwandlung in die Krde.
Die braune schlanke Puppe mit einer feinen Kndspitze liegt
hier in einer kleinen Höhle und liefert den Schmetterling zu
Ende Juni und im .luli. Dieser fliegt Abends in Sumpfge-
genden und anderen Orten und findet sich am Tage hier
oder dort frei sitzend, meistens aber mehr oder weniger vor-
steckt nnd im (ranzen nicht häutig.
Melanaria iZercnc O.-Tr. — H.-Sch.'>
Anch die Kaupe dieses schönen Spanners ist meines
Wissens noch nicht beschrieben. Sic w ird bis 1 • ; Zoll lang
380
hat einen walzenförmigen nach hinten ein wenig dicker wer-
denden Körper und kommt in Form desselben, sowie auch
in Farbe und Zeichnung der von Ulmaria ziemlich nahe.
Der Kopf und die Füsse sind röthlich gelb, über die
Mitte des Rückens läuft eine feine dunkelblaue Linie, zu
beiden Seiten derselben eine feine gelbe; dann folgen 3 noch
feinere blaue und gelbe abwechselnd, und hierauf in jeder
Seite ein pomeranzgelbes Band von zwei sehr feinen blauen
Linien durchzogen. Längs des Bauches läuft ein schmäleres,
blasser gelbes Band, und der Raum zwischen diesem und
dem Seitenbande ist durch ein breites blaues Band, w^elches
von einer feinen gelben Linie durchschnitten wird, ausge-
füllt. Kacli der letzten Häutung finden sich noch auf dem
Rücken zur Seite der Mittellinie, vom 4. oder 5. bis 10. oder
IL Gelenke auf jedem Gliede ein länglich viereckiger, dun-
kelblauer Fleck, der dadurch gebildet wird, dass au diesen
Stellen die gelben Zwischenlinien verschwinden. Der Kopf
ist ziemlich in das erste Gelenk eingeschoben, und auf die-
sem beginnen die dunklen Rückenlinien breiter, so dass sie
hier als ein dunkler, gelb punktirter Querstrich über das
Nackenschildchen hervortreten.
Ich fand sie ausschliesslich in Heidemooren auf Vac-
cinium uliginosum, und zwar zumeist auf den älteren zum
Theil vertrocknet erscheinenden Pflanzen in der zweiten
Hälfte des Mai, frühstens bis Mitte Juni. Obgleich sie sich
manchmal in ganzer Anzahl beisammen auf einer Pflanze
findet, und diese ganz entblättert, so lebt sie doch nicht ei-
gentlich gesellig. Sie hält sich fast immer oben auf den Pflan-
zen, an den dürren Zweigen sitzend auf, frisst viel und wächst
schnell, daher wohl traf ich sie so selten völlig erwachsen.
Ihre Zucht gelang nicht immer, da ich ihnen nicht oft ge-
nug frisches Futter vorlegen konnte, und erhielt ich durch
dieselbe durchgehends kleinere Schmetterlinge, als durch
den Fang. Nach einem Surrogate der Futterpflanze suchte
ich vergebens, und dennoch muss die Raupe einzeln auch
von anderen Pflanzen leben, da der Schmetterling, obgleich
selten, sich an anderen Orten und selbst hier in der Stadt
findet, wo erst in einer Entfernung von 2 Meilen das Vac-
cinium wächst.
Zur Verwandlung geht die Raupe in die Erde oder
ins Moos und wird in einem einfachen Lager nach wenig
Tagen zu einer brauneu , hinten schlank zulaufenden und
mit einer starken Endspitze versebenen Puppe.
Der Schmetterling erscheint von Ende Juni bis Mitte
Juli und zeichnet sich vor seinen nächsten Verwandten be-
sonders dadurch aus, dass er sehr scheu und flüchtig, über-
981
hanpt am Tage einer der gewandtesten Flici,'er unter den
Spannern ist. Denn viilirend sich rimaria und Grossnlaria
in der F'reiheit bei Taee, meistens auf einem lilatte «»der
sonst Wit sitzend, rnhi^' mit der Nadel durchstechen las-^^n,
oder eich alsdann oft par todt stellen, lässt Molanaria am
Tage sich selten so nahe kommen , dass man sie mit dem
Ketscher erreichen kann, sundern lliept vielmehr schon in
einiper Kntfernnnp meist aus dem Geblisch Kchnell hervor.
ÜÄ2n pellt sie zuplcieh hoch in die Lul't und so weit l'ort,
dass eine Verfolgung zwecklos ist. Vor einigen Jahren war
dieser Spanner in einem Moore so häufig, dass stellenweise
ans jedem Busch ein halbes bis ganzes Dutzend zum Vor-
schein kam. und dennoch war ich nicht im Stande, in eini-
gen Stunden über ein paar Dutzend zu fangen, und diese
waren dazu meist Irisch ausgekrochene und im Fliegen
noch ungewandte Hxemplare.
üoborsicht drr in den Verein. Staaten von Nord-
Amerika einheimischen Chrysomclen.
Von F. W, noKcr«.
Mit Zusation von Schnlr. I)r. MnfTrlnn.
(Fort«, \. S. 276 und Schlnw.)
C.
Mit dieser Abtheilunp dc^ Vts. betrinnfii die Karnpäiscben
Chrysomelen - Formf'n der N«»Tdnnierikanischen Kafcrfauna, tiod
zwar enthalt dir näi'hstfolpcndc die. meiner 17- (Jrtippe (Chry$o-
melae ralcaradie ; 'romoctena Redt.) entsprechenden Arten. Axoe-
rika bietet von denselben nur eine überaus ^rerinRo Anzahl dai",
und davon i>t viellfiehl nur ein*- «inzi^'c diesem Krdlhede eigen-
thtimlicb.
r.'. Ohr. rufipes. Oblongo-ovata terruginea «ubtun
nigra, capite nigro (»re antennisr|Ue rufi«. thorace profunde
pnnetatii basi bimaculato , clvtrii» macalis quioqac nigria.
Ung. o'".
382
De Geer Jns. 5. 295. tab. 8. fig. 5. Suffr. Linn. Ent.
vol. 5, 211.
Phytodecta rußpes Kirby Fauna Bor. Amer. 213.
Vom Obersee.
Halsschild und Flügeldecken ändern in der Zeichnung
ausserordentlich ab; bei einigen Stücken ist dieselbe sehr
schwach, und fehlt bei anderen ganz. Ich habe noch keine
Gelegenheit gehabt, den hiesigen Käfer mit dem Europäi-
schen zu vergleichen und gebe sie daher auch nur auf
Kirby's Autorität als identisch.
Die Identität beider unterliegt nach meinem ßedünken einem
begründeten Zweifel nicht,
20. Chr. arctica. Oblongo - ovata elongata ferrugi-
nea, capite nigro, thorace profunde punctato, basi maculis
duabus nigris plerumque confluentibus , scutello maculis 5
elytrorum femoribusque nigris. Long. 3'".
Goniocteva arctica Mann. Bull. Mosc. 1853.
Gonioctena affinis Mann. Bull. Mose. 1852. 2, 369.
Im Russischen Amerika.
Der Käfer ändert, wie auch Alannerheims Beschreibung
zeigt, ungemein in der Färbung ab,- dieselbe thut zugleich
dar, dass derselbe der Europäischen Chr. nivosa nahe ver-
wandt ist.
Gr. Mannerheim hatte den, nach seiner Angabe auf der
Halbinsel Kenai häufigen Käfer zuerst (Zweiter Nachtrag etc. 1852.
S. 87. n. 172) für Chr. affinis erklärt, hat diese Ansicht aber
später im dritten Nachtrage etc. (1853. S 165. n. 250) zurückge-
nommen, und unter Abänderung der früher gegebenen Beschrei-
bung darin eine neue, mehr der Chr. nivosa ähnliche Art zu er-
kennen geglaubt. Die Beschreibung weiset indess alle wesentlichen
Merkmale der Chr. nivosa nach, namentlich die zugespitzten Vor-
derecken und die etwas zugerundeten Seiten des Halsschilds, und
auch der Autor selbst giebt weiter keine Abweichungen von der
genannten Art, als ein etwas weniger breites Halsschild, und
Punktstreifen, die sich hinter der Schulterbeule und vor der Spitze
hier und da ein wenig verwirrren. Letzteres findet sich indess
(vergl. meine Beschreibung der Chr. nivosa in der Linn. Ent. V.
222. n. 154) auch zuweilen bei dieser Art vor, und die Verschie-
denheit der il/anncrAeim' sehen Art von der genannten ist mir des-
halb mehr als zweifelhaft. Uebrigens habe ich bereits a. a. 0.
dai'auf hingewiesen, dass möglicherweise auch Chr. nivosa nur eine
durch den Einfluss des Kltma's und der Gegend hervorgebrachte
Alpenlorm der Chr. affinis sein möge, und wenn dies sich be-
S8S
<^tAtipcn frnlJt«». ^0 wiirdo das Za«iATnTnrnfallcn d»". .^fann^r heim' fachen
Käfers mit bei»lon ntx h wcniper einem Hodonken untorlicacn.
Noch eine dritto hierher eehftriffe, dem Verf. aber unbekannt
gcbhebono Art habe ich von Horm Riehl zur Ansicht erhalten.
Dieselbe gehört wepen der nnpespomten Vorderschienen in die
3. Abtheilune meiner 17. Rotte, nnd ist durch die stärkeren Spo-
ren der Mittelschienen zunächst un>-erer f'hr. ."ipunctota Fah. ver-
wandt, aber von ihr verschieden durch merklich gerinpere GrÖJ'se,
reine hellknochcnpelbe Färbung ohne alle Heimischunp von Roth
bei fast geschwärzter oberer Ftlhlerbftlfte. dichter und derber pank-
»irte Mitte des Halsschilds, und etwas feinen- Punkt.streifen der
viel rtarher gewölbten I)eck»>childe. von denen der H. und 7. mit
ihren gröberen und unregelmässic verdoppelten Hinterenden sich
etwa.s in einander wirren. Auch «ind die oberen Zwischenräume
etwas flacher, und hier und da mit einem vereinzelten Pünktchen
besetzt. Der hintere Nahtwinkel ist in eine schwache Spitze aus-
gezogen, und (ii\s letzte Segment des einzigen vorliegenden Stük-
kes seicht quer niedergodrtlckt, da.sselbe daher vermuthlich ein ö'.
Man kann diese .\rt , die ich einstweilen <'hr. sxmpltx nen-
nen will , bezeichnen als
20b. Chr. simplex m. Klongata suboon\exa tcstacca an-
fenni« apice nigricantibns , elytris profunde pnnctato-striatis , tibiis
anticis muticis, medii< fortius calcarati". lA>ng. 2'".
\x\^ Sordamfrika ohne nähere Angabe des Fundorts.
Mos. Rifhl.
D.
Eine atn Käfern von sehr verschiedenem HabitU'v künstlich
gebildete CIruppe, deren .\rten nur in dem aufgeworfenen Rande
des }Ials««childs übereinkommen. Ks wird deshalb bei jeder Art
die Gruppe , der sie angehört , besonders bezeichnet werden,
2\. f'hr. sabgnlcala Oblongo - ovata aptera ob-
firnrc nipro-\Hridi« . thoraclH niarpine valde incrassato «ubti-
liter jiunctato, elytri«« convexi« connatis iatcribus rotnndati»
pnnctatu • nnlcatis . antcnnis pedibns corpore subtas obsctire
roemlco-vireseentibu.'». I^on^r. .1» ,'"
Mannfrh. Bllll. Mose. 1 Hf)."?.
IiU*$ifl>- •■•"•riilw.
IHeser Nom «u. .\fannfrh4nin m dem 3. Nacht r. (ISSS. 162.
n. 247) beschriebene Käfer gehört zu meiner 6. Gruppe (Chry-
somela* nnlcicoUet Linn. Ent, V. 118) and nrar m der AbtheiJang
384
mit gefurcht - punktstreifigen , durch die stark erhöhten Zwischen-
räume längsrippigen Deckschilden, welche in Nordasien durch eine
grössere Artenreihe (Chr. subcostata Man. , süvatica Gebl. u. A.)
vertreten ist, und zu welcher unsere Chr. ru/o-aenea Dej. aus
Stidfrankreich und Spanien den üebergang bildet.
22. Chr. cribraria. Oblongo - ovata aeneo - nigra,
thoracis margine valde iocrassato parce profunde punctato,
elytris obscure aeneo-nigris profunde irregulariter punctatis,
pedibus et corpore subtus nigris. Long. 4','''.
Südliche Staaten.
Mit Sicherheit kenne ich die&en Käfer aus eigener An-
schauung nicht, glaube jedoch nicht zu irren, wenn ich eine in
der Germar'scheu Sammlung ohne Benennung vorfindliche, in meine
erste Gruppe (Chr. subglobosae Linn. Ent. V. S. 5) gehörende
Art auf ihn deute. Dieselbe erreicht eine Länge von 3 3/4'", und
gleicht im Habitus ungemein der nächstfolgenden, ist aber bei nur
wenig grösserer Länge merklich schmaler, besonders nach vorn
verschmälert, und dadurch mehr unserer Chr. crassimargo ent-
sprechend. Auch ist die Punktirung auf der Scheibe des Hals-
schilds feiner, mehr zerstreut, und letzteres liinterwärts mit einer
feinen eingeschnittenen Längslinic bezeichnet. Die unordentlichen
Doppelreihen aus den Decksclülden sind deutlicher, als bei der
folgenden Art, die Zwischenräume aber eben so mit feineren Punk-
ten von verschiedener Grösse bestreut. Die Erzfarbe der Ober-
seite ist etwas düsterer, und die Unterseite mit den Beinen ist
schwarz.
23. ehr inornata. Oblongo -ovata aenea, thoracis
lateribus incrassatis sparsim profunde punctatis, elytris
nigro-aeneis, pedibus et corpore subtus obscure coeruleis.
Long. 25/6'-.
Westliche Staaten.
Die Art ist der Chr. cribraria nahe verwandt, aber
abweichend durch die Färbung von Halsschild und Deck-
schilden, die stärkere Punktirung des ersteren, und die tie-
feren Eindrücke an dessen Seiten.
Die vorstehende Beschreibung gedenkt keiner Verschieden-
heit der Grösse zwischen dieser und der vorhergehenden Art; ich
vermuthe daher in der Grössenaugabe (Length 25 = 2^6'")
einen Schreib- oder Druckfehler für 35 (= 4'") und dann würde
Beschreibung cnd Grösse sehr gut zu einer nordamerikanischen
Art passen, die ich vor mehreren Jahren ohne Namen von Herrn
Richter (Hofgärtner im Luisium bei Dessau) erhalten habe. Dieselbe
S86
L.'ilifirt nut dt-r vorlif-rceheiideii m i-iiu- uinl dio«.olh)e (m<'ine erste)
drupp»», und hat mit dersrlhon auch j^ou'^l rxx'h manche Aehnlkh-
keit , iNt aU-r an (iestalt und Cinriss mohr rini-r (rro^^en Chr.
fiurpuratc^nt (Län«»' M-j'") irlrich. Auf dem Halssrhildo i^t der
breiu? Seitonrand darrh einen ebcn-o breiten, ihn haJhmondftjrmig
befrleitenden Kiiidruik ah^jeset/t. weJrher -«ich na<h dem Mittelfelde
zü aUniähliff verliert, und dieser Kindnick mit Tereinzelten >n"Öbe-
ren Tunkten b<»treut : auf dem .Seitenrande selbst mid der flarhen
Seheibe Inmerkt man nur eine äusserst feine nnd zerstreute Punk-
tiruna bei eln-n «»o fein tfennrbtem. daher nur matt metallisch
M.hinimemdem Zwischentfniiide . der auf der Mitte eine schwache
AndeotunR eiuer nicht pnnktirten I.&n^linie erkennen Iflut. Di«
KlüBeldecken zeieen Iftncs dem Rande ein paar ziemlich re«^l-
m;L■.^5i^^• runktreiheii. >ind aber Ubriuen«. mit vereinzelten ?r/jberea
und dichter eestellten feineren l*unkten bestreut, deren erstere
«ich stellt nweiNe elt iohfails zu einzelnen und ee[»aarten schlecht
ircordiM ten und deshalb von dem Verf. nicht erkannten Punktrei-
hen zusanunenNchieben . während sie sich hinterwärts immer mehr
abschwüchen. Die FArbung der Oberseite ist matt broncebrtim,
Ton l'nterseite und Reinen Mhwärzlich blau, die Schenkt! mit
den unteren Knblerelie<lfni mehr in ein s<h«(nes. lichtes Stahlbla«
•berspielend.
24. eil r SU ho pa ca. Oblougo ovata nigro - aeoea
subvirepceng . thorai'is laterihus incrasRatis parce punctati«,
elytris substriati.s - punctulatis antenni» obscnre coerulcis
apicc pijogjg. Long" 2^','".
Slittlerf Staat tti.
Hal8<«child spargauier. die DeckHchilde feiner punktirt
und weniger schimmernd als lifj Chr ,f,..rr,.,-.i die Punkte
reihenweise jfcordnet.
Von ilieser Art habe ich eben «o wenig wie von den betden
vor' l«n , t'in mit voller Sicherheit bestimmte« Fxemplar
erb 1 neu. I>if AiignlM-n de» Vt-rf«. pa»»en j»>d<M h im (ian-
zen aot einen Käfer, welcher unter dem Namen Chr. purpurta
Knoch im Mus. Herd, al« ein nordameri konisches Thier Torhan-
dn, nnd ohne Zweifel von Afelßheim^r . dem Vater, an Knock
■llfMbeilt worden ist. r>er'>elbo mu'-- • 7. (rnippe CAry-
temila» avruUnrar iJnn. Knt. V. «"l • worden. t«t im
llabitm zunächst dfTen Llnplichen , «
Arten (Chr. ctrealit, mrlanaria, potitu •■
denselben namentlich auch dadurch, da-sv der den %•
tcnrand den Hakschikh absetiende F.indnirk in 6fT miü« otm h
eine flache, nach vom and hinten leicht verlaufende QuerbiQcke
untMteocban ist, durch welche )eo«r MhmI ait 4m MitMfcUt
386
zusammenhängt. Die Farbe der Oberseite ist ein tiefes, ins Pur-
purviolette fallende Bronce-Schwarz ; Unterseite und Beine violett,
wie bei unserer Chr. cerealis ; Kopf und Halsschild fein punktirt,
letzteres in den Seiteneindrücken, besonders in den Hinterwinkeln
und vor den Querbrücken mit einigen gröberen Punkten besetzt.
Die Punktirung auf den Flügeldecken ist zwiefach, eine gröbere,
sehr weitläuftig in ziemlich regelmässige Längsreihen geordnet,
und eine auf den breiten, flachen Zwischenräumen zerstreute, aber
nicht über die letzte Seitenreihe hinausreichende, welche eben so
weitläuftig gestellt ist, aber in der Grösse einzelner Punkte die
der Längsreihenpunkte erreicht, imd von dieser bis zum kaum
Sichtbaren herabsinkt. Ausserdem ist der ganze Zwischengrund
äusserst fein genarbt, und dadurch die Oberfläche nur matt seidig
schimmernd, ohne eigentlichen Glanz.
Von der Beschreibung des Verfs. weicht dieser Käfer (des-
sen Länge 22/3'") sonach nur ab dadurch, dass die Oberseite
nicht ins Grünliche sondern ins Purpurviolette schimmert, Unter-
seite und Beine nicht metallisch schwarz sondern stahlblau sind,
und auf den Zwischenräumen der Deckschilde eine feinere Punkti-
rung vorhanden ist, deren der Verf. bei seiner Chr. subopaca
nicht gedenkt. Jene Farbenabweichungen halte ich indess nur für
individuell, und die feinere Punktirung der Zwischenräume mag
der Verf. eben so absichtslos übergangen haben, wie er dies un-
mittelbar darauf bei Chr. auripennis gethan hat. Ich glaube hier-
nach in der Bestimmung der Art nicht geirrt zu haben.
25. Chr. auripennis. Ovato-oblonga violacea, tho-
race lateribus incrassato parce punctulato, elytris splendide
aureo cupreis substriato-punctatis. Long. 32/3 — 51/3"'.
Say J. Acad. 3, 452.
Westliche Staaten , Nebraska , Neu-Mexico und Texas.
Die Art ändert ausserordentlich in der Färbung- ab,
zwei Stücke aus Neu-Mexico sind ganz blau, und bei einem
aus Texas die Deckschilde glänzend grün.
Unter den Amerikanischen Alten dieser Gattung ist die vor-
liegende unzweifelhaft die schönste, und an die Farbenvertheilung
unseres Carabus hispanus erinnernd. Sie ist nämlich veilchenblau,
die Deckschilde bei der Normalform feuergolden, und von dieser
Färbung aus bei den Abänderungen einerseits ins kupfriggoldene,
andrerseits in Messinggelb (wie bei Chr. bi/rons Fab.), goldgrtin,
spangrün und erzgrün übergehend; ja das Mus. Berol. besitzt so-
gar (aus Texas) ein trüb - bronceschwärzliches, nur noch an den
Fühlern einen Rest stahlblauen Anfluges zeigendes Exemplar. Ein-
farbig blaue Stücke, wie deren der Verf. erwähnt, habe ich nicht
gesehen, zweifle aber an deren Vorkommen nicht. Die Punkti-
387
rvng der Deck&childo i>( grub uixi ftiäl grübchoniirtig , <>€hr weit-
lAuflig gestellt, und zu vlrntLs anngLlniiLssigon Doppelreihen geurd-
net ; auf deu ZwLscheiiraumen fiiideu sirh eben so vereinzelte
.\usM'r>;l feine I'unktclien. Im Habitus lüsst »«ich da-s Thier, wcl-
che.s meiner zweiten <inijiiic (('hry»omtliie yenuiuae Linn. Knt. V.
13) angehurt, aui beizten rail unserer Chr. »laphytata vergleichen;
es ist jedoch nuf dem Kücken )-twa!> Huclicr, und daher auch seit-
lich weniger zu^anlmeuged^Ucku Die mir vorliegenden Stücke
schwanken in der (Jrössr zwischen S«,','" und 4'','"; eins dersel-
ben (im Mus. litehl) stanuut aus M'xtc».
20. Chr. V i (1 u a. Ohlcm^'u-ovata nigra Icviler aeoe-
•cen», tliorace latcribus iDcras.sato profunde punctato, clytri.s
aeuesceuti-Digris punctato-striatis. antcnnit} pedibuM corpore
subtus nipris. Long. 3'".
Orfjirt. auj (!ol. MrCall gesammelt.
Ich kenne diese .\rt nicht . und kami aus der vorstchcndeo
Diagnose nur entnehmen , dass dieselbe der Chr. subopaca nahe
verwandt int, sich aber von ihr tlurcli ein gröber punktirte? Ilals-
schild und regelmässigere Punktreihen der Deckschildo unterschei-
det Sie mag daher in meine /weite, vielleicht auch in die erste
üruppt» geh/^ren.
27. Chr. fla V «» 111 H rg i u a t a. Ublonga nigra, tho-
race lateribuH incrassato et pinictato. elytriä punctato Htria-
tis sparsim punctulatis, limbt» llavo. L'>ug. 2',i — 3'',"'.
Say J. Acrtd 3, \b'2.
Kan*a*.
Dicsr Axt gehört ui meine 5. Gnijtpe (Cfir. ru/o-Umbatae
Linn. Knt V. S. (il), und hteht in der nächsten Verwandtschaft
mit unserer ('Ar. margxnata Lin. , von der sie haupLsarhli< h nur
durch einen vom mehr vcrschmll«^rten, hinterwjlrts starker bucke-
lig aufgewulbten KörjKT , schwächeren MetaJNrhimm»'! der Ober-
seite, etwas deatlich*'re l'unktirung der II cheibc, und
weniger deutlichem llervtirtrcten dt-r Doppelr ion Deck-
schilden hei etwas nadelrissig panktirten Zwi < rschie-
den ist Die von mir vcrßüchencu Jstuckc ""J ■;-••!
E.
Die Arten dieser Abthiilong gebArco timmtikfa seiner 14.
Gruppe (Chry*omtla0 galUrucoidtae LuiiL Lnt a. a. 0. S. 190)
aa, aod entsprechen durchweg nach K&rbuog and HahitM
388
ten Europäischen Arten, deren eine (Chr. lapponiea L. s. unten)
von Gr. Mannerheim auch noch als Amerikanische Art aufgeführt,
aber von unserm Verf., weil ihm nicht zu Gesichte gekommen,
übergangen wird.
28. Chr. interrupta. ObloDgo-elougata nigra, tho-
racis margine incrassato flavo, elytris pallide flavis punctis
6 magis minusve eonfluentibus, pedibus coeruleo-nigris tibiis
ferrugineis. Long. 2^/o — 4'".
Fab. El. 1, 438. Oliv. Ins. 91, 558. tab. 8. fig. 119.
Mittlere und südliche Staaten, Nebraska, Oregon, und am
Obersee.
Die Art ändert sehr ab in der Farbenvertheilung; die
Stücke, welche ich untersucht habe, lassen sich unter fol-
gende, durch Uebergänge verbundene Formen bringen:
a. Die Flecke gepaart, die hinteren zu einer breiten
Querbinde vereinigt; Beine blausehv^-arz mit rostrothen Schie-
nen, Unterseite blauschv^arz.
b. Die beiden Vorderflecke in Hufeisengestalt verbun-
den, die mittleren getrennt, die hinteren verbunden, aber
diese Binde schmaler als bei a.
c. Alle Flecke getrennt; Beine blauschwarz mit bleich-
gelben Schienen, die vier hinteren Bauchringe fein gelb ge-
zeichnet.
d. Die Flecke bis auf die beiden mittleren geschwun-
den, die Beine blauschwarz mit röthlichen Schienen, die
Unterseite schwarz.
e. Die Vorderflecke verbunden, die mittleren getrennt,
die hinteren verbunden; Beine und Unterseite röthlich, nur
die Seiten der Brust schwarz.
f. Alle Flecke getrennt, Beine röthlich, Unterseite
des Halsschilds schwarz.
Die verschiedeneu Formen dieser überaus verä}iderhchen Art
sind hier wenig übersichtlich geordnet, und es ist daher sowohl
deren Anordnung, als ihre Diagnose, einer Ergänzung bedürftig.
Der gelbe Rand des Halsschilds zeigt in der Mitte einen dunkeln
Punkt, welcher manchmal mit dem dunkeln Mittelfelde zusammen-
hängt, aber eben so oft, wie bei Chr. obsoleta und unserer Chr.
collaris getrennt steht, und nur in sehr seltenen Fällen gänzlich
mangelt. Die Färbung von Unterseite imd Beinen steht mit der
Zeichnung der Deckschilde in keinem Zusammenhange; sie ist der
Regel nach metallisch - schwarzgrün , der mittlere Theil der Schie-
nen röthhch gelb , meist noch mit metallisch grünlichen Kanten :
bei dem entgegengesetzten Extreme sind Unterseiten (diese mit
geschwärzten Seiten der Brust) und Beine gelb, und dazwischen
liegen Stücke mit gelben, nur in «icr Mitte der Schenkel dunkle-
ren Beinen, ganz sclnvarzKrilnon Schenkeln, mit gelbem Hinter-
leibe, oder doch solcher FürbunK des letzteren, dass die vorderen
Ringp in der Mitto blau, an den Rändern verwaschen röthlich
gesfliunt <;ind , der letzte aber rüthlich und mit zwei vereinzelten
oder zu<amnH'nstossenden Flecken gezeichnet ist. Auf den Flügel-
decken, deren Naht bei ilcn gruss gefleckten Stocken — bis auf
den schmalen vorderen Theil , hinter dem .Schildchcn — schwarz-
blau gesüumt ist, stehen eigentlich nicht 0, sondern 7 hlaue Flecke,
drei Paar nob«n ( iii.inder, nnd hinter dem dritten, aus den klein-
sten Flecken gebildeten Paare noch ein vereinzelter Querfleck,
welcher bei tlein Zu-ammenfliessen des dritten Paares sich aus-
wärts mit demselben zu einem nn(h iler Naht zu offenen >[ond-
fleck \ erbindet , bis bei dunkler pcfleckten Stücken auch dessen
innerer Raum sich vollständig ausfüllt. Auch die beiden vorderen
Fleckenpaare fliessen bald einzeln, bald gleichzeitig zu Querbinden
zusammen ; die vordere derselben bleibt aber stets auf ihrer Flü-
geblerke vereinzelt , während, da di r innere Mittelfleck sich meist
an die Naht anlehnt, die Mittelbinden <ladurch zu einer, beiden
Flügelde<ken gemeinsamen Qnerbinde sich ausbilden. In gleicher
Weise ist auch die Ilinterbinde, wenn vollständig ausgebildet, eine
gemeinsame, reicht aber eben so wenig wie die mittlere bis auf
ilen schwielig aufgeworfenen Seitenrnnd der Deckschildc hinaus.
Die Färbung «Irr Flecke ist gewöhnlich metalli«;chblangrün, seltener
mit dunkler kupfrigem Anfluge, wie derselbe aueh zuweilen bei
t>stsibirischen Stücken der (lir. lupponica gefunden wird. Die
Stöcke mit fehlenden Vorder- uml llinterflecken, deren der Verf.
unter sein» r var. d. gedenkt , machen auf den ersten Blick einen
eigenthQmlichen Kindruck, und waren deshalb auch von Knoch
fnr eine eigene Art (Chr. iputiclnta Kn. im Mils. Tierol.) gehal-
ten worden : sie zeigen jedoch ausser der Färbung keinen weiteren
Unterschied , und die Richtigkeit der von dem Verf. vorgenomme-
nen Verbindung mit Chr. interrupta ist wohl um so weniger zu
bezweifeln, als bekanntlich auch ('Ar. lapponica in ahnlicher Weise
und sogar mit ganz ungefleckten Deckschilden abändert. Uebri-
gens sind bei beiden Arten die Sttlcke mit wenig o<ler gar nicht
gefleckten Deckschililen durchweg die kleineren, und mögen daher
vorzugsweise (f sein.
l".>. f'hr scripta. Oldonf:«) elonpnta nipra. thoraci«
margine inorassato flavo, clytrin Hpar^im prot\iude punctatis
flavis, lincoÜH septcm nigria. Long. 3 — 4'".
Fob. Kl. 1. lilS. nlir.'y, .'rV "'-. Kne. Meth. 5,
119?
In ileu mitilfrtn unU südlichtn ^taateti, .\ebratca and am
Obertfe.
2C
390
Bei zwei Stücken ist das Halsschild düsterroth mit
gelbem Rande, und die Unterseite schwarz mit rothen
Beinen.
Auch bei dieser, in der Zeichnung im Ganzen sehr bestän-
digen Art bleibt der Diagnose des Verf., aus der ich nur die
speciellen Angaben über die Stellung und Gestalt der Flecke weg-
gelassen habe, noch Einiges hinzuzusetzen. Der gelbe Rand des
Halsschilds zeigt denselben dunkeln Punkt, wie bei der vorherge-
henden; auf den Deckschilden ist auch die Naht stets metallisch
schwarz gesäumt, dagegen sind die Schenkelwurzeln, die Schienen
und die Seiten der Bauchringe rostroth, woraus sich bei den letz-
teren manchmal ein zusammenhängenden rother Saum des ganzen
Hinterleibes entwickelt. Von Varietäten kenne ich nur eine ein-
zige nicht selten vorkommende, bei welcher aus dem Nahtsaum
vor der Spitze jederseits ein feiner Querzipfel hervortritt, der sich
der gebogenen äusseren Hinterlinie entgegenstreckt und zuweilen
mit dieser zusammentrifft, wie es auch die von dem Verf. nicht
citirte, zu der Beschreibung bei Oliv. Ent. V. 559. n. 88. gehö-
rende Abbildung tab. 8. fig. 120 sehr gut ausdrückt. Die von
dem Verf. angefühlte Form mit trübrothem Halsschilde ist auch
im Mus. Berol. vorhanden; die Scheibe desselben zeigt einen, nur
stellenweise sich zu einem grünhchen Schimmer verdichtenden
schwach metallischen Anflug, die Flecke der Deckschilde sind
kleiner , schlechter begrenzt , die mittleren am Aussenrande nur
kurze, triibe Wische, die Beine rothgelb, und alle Theile der
Unterseite an den Rändern mehr oder weniger breit verwaschen
geröthet. Ich vermag darin jedoch keine Varietät, sondern nur
eine nicht zu vollständiger Ausfärbung gelangte Entwickelungsstufe
des Thiers zu erkennen. Ob ein von Herrn Mühleri'pfordt mir
zur Ansicht mitgetheiltei- Mexicanischer Käfer (Chr. depressa Müh-
lenpf. in litt.) mit grob gerunzelter Oberseite und schmutzig ver-
waschener bräunlich grüner, aber nur auf der Mitte der Deck-
schilde deutlicher, längs Rand und Spitze unklar zusammenfliessender
Zeichnung, auch ziemlich einfarbigem, schmutzig bräunlichgrünem
Halsschilde wirklich eine eigene Art, oder nur eine durch Störung
in Ausbildung und Ausfärbnng monströs gewordene Form der
Chr. scripta sei, wage icli nach einem vereinzelten Stücke nicht
zu entscheiden.
Uebrigens scheint der Käfer, welcher unserer Chr. 20punc-
tata eben so entspricht, wie die vorhergehende Art der Chr. lap-
ponica in Nord-Amerika eine sehr weite Verbreitung zu besitzen,
denn das Mus, Germar enthält ausser den zum Thcil von Say und
Hentz mitgetheilten Exemplaren aus dem ü. St. deren auch aus
Mexico, die von den ersteren in keiner Weise verschieden sind.
391
30. Chr. conflucns. OMon^o ovata ni^ra, tliorace
late Havo- uiargiiiuto, elytris sparsiiii piuictnlatis bruiiueo-
uigriH, niaculis quatuor ohluiigis femiginei!*. Long. 3'V"-
Ori-jort , ein Exemplar.
Selir nahe tler ful^'entk'ii verwandt, aber von ihr ab-
weichend durch den vcrhältnissniässi^' breitcreu Körper nud
die feinere rnnktirnn:: der Dcckschildc
It li ki'iiiu' diese Art nicht , halte es aber nicht ftir unmög-
Jicb, dass >ie nur eine durch Zusanunenfliessen der dunkeln Flecke
auf den l>cck->child»'n entälandcnc lurin der (.'/ir. niterruj,iu bil-
den möge.
31. Chr. iib.soleta. Obhini^o ovata. oapite thuraee-
que virescente, hoc margiuc incra.'ssato flavo puncto uigro,
clytris punctatis brunneo-nigris , marjxino lineisquc dorsali-
bus pallidis. IA)UJ5^ 3' «'",
Utlodea obsolela Say J. Acad. 3, 435.
Wentlichf Staaten.
Von der vorhergehenden verschieden durch den hinge-
reu und schmaleren Körper und ilie ijröbere und dichtere
Puuktirung der I)eck8childe.
Nach Habitus und Grösse ist diese Art der Chr. scripta
sehr ähnUch, gleicht aber in der F'ürbung nulir unserer Chr. col-
lanx L. und zwar der von Fabridus unt«'r dem Namen Chr. Sa-
licis beschriebenen Form. Die Färbung ist also ein ins Purjmr-
rötblichc fallendes Schwarzhl.iu . der breit abgeset/te Seitenrand
des Halsschilds und der ebenfalls abgesetzte schwielige I<;ind der
Deckschilde ntb^t drni Seitenrande diT beiden letzten Rauchringe
rostrofh. r)ir trlibrölldichen Flecken der FhJgeldecken erkennt
man in der Kecel nur, wenn man die letzteren anfeuchtet; auch
finde it h dieselben keincswegcs stets linienförniig , Rontlern mehr
wisrhartiff. gewöhnlich einen an der Wurzel zunächst neben dem
Schihhhen, und weiter hinterwftrt.s in deren Verl.lngerung eine Art
von Fortsetzung diests Wisches; einen zweiten innerseit-s der
Schulter!»eule . und hinter der Mitte, neben der Naht, noch eine
srhwarhe Andeutung eines in der Richtung des ersten liegenden
dritten Flecks . sowie noch hinten der Aussenrand di« lit vor der
Naht mit einem kurzen Zipfel in die dunkle Grundfarbe der Flü-
geldecken hineintritt. Der Käfer selbst gehört in unseren Samra-
laugcu zu den sehr seltenen.
20*
392
F.
32. Chr. californica. Oblongo-ovata obscure vi-
reiis autennis pedibusqne nigvis, thorace sparsim elytris
profunde punctatis. Long. 2'".
Von Herrn Motschulsky unter dem Namen Plagiodera
californica mitgetheilt , als aus Cali/omien stammend. Eine
Beschreibung davon ist mir nicht bekannt geworden.
Von dieser anscheinend sehr seltenen Art habe ich ein
Exemjjlar, aus dem nördlichen Californien und wahrscheinlich von
Herrn v. Motschulsky selbst herstammend, aus dem Mus. v. Hey-
den (von Hrn. v. Manderstjerna mitgetheilt) zum Vergleiche er-
halten. Hiernach hat, wie schon die Bezeichnung des Umrisses
mit „oblong oval" vermuthen liess, der Käfer mit unserer Chr.
armoraciae nichts zu thun; er gehört vielmehr, wie die Arten der
vorhergehenden Gr>:ppe E., zu meiner 14. Gruppe, und zwar zu
der Abtheilung mit nichtaufgew^orfeuen Seitenrändern des Hals-
schilds, welche bei uns nur durch Chr. aenea L. vertreten wird,
während in Nordamerika bis dahin noch kein Vertreter derselben
aufgefunden worden war. Mit unserer Chr. aenea steht daher die
vorliegende Art auch in der nächsten Verwandtschaft; sie unter-
scheidet sich jedoch von jener durch noch merklich geringere
Grösse, flachere Wölbung, gleichmässig tief schwarzgrüne, kaum
metallischglänzende Körperfärbung, und einen kürzeren Eindruck
innerseits der Schulterbeulen , die deshalb auch weniger eckig
heraustreten als bei unserer Europäischen Art. Taster und Un-
terrand der Oberlippe fallen ins Pechbräunliche, die kurzen Fühler
sind dagegen einfarbig schwarz, das dritte Glied derselben fast
doppelt länger aber merklich dünner als das zweite. Auf dem
Halsschilde hinten eine deutliche Längsrinne, vor und seitlich der-
selben einige seichte uiiregelmässige Eindrücke ; dabei ist die Ober-
fläche fein runzlig genarbt, nach den Seiten hin zugleich dicht
und fein punktirt, die Seiten selbst nicht verdickt, breit zugerun-
det, mit stumpfen Vorder- und abgerundeten Hinterecken. Die
gleichfalls rundlichen Schulterheukn durch einen vorn sehr breiten,
aber hinterwärts bald erlöschenden Eindruck abgesetzt: die Deck-
schilde selbst sehr flach gewölbt, hinterwärts verbreitert, die
Punktirung dicht und kräftig, stellenweise zu Längsreihen geord-
net, zwischen denen schwache erhöhte Längslinien sichtbar wer-
den ; der Zwischengrund fein genarbt , mit schwach metallischem
Glänze; auch die Seiten punktirt, und daher ohne den glatten er-
höhten Rand der verwandten Arten. Unterseite und Beine sch^\ärz-
lich, die Kniee. Schienenenden und Krallcnhükcben gelblichbraun
durchscheinend.
393
X\. Chr. t r i V ii t .'i t a. OI»l<»npa mcruk-o -nipra, thn.
racr hparsiin iMinctato latfrilms (lavo - marpinatc» , olytris
piiiutato 8triatis inarpinc latoraii \itta(|uc juxta »uturam
flavis, tibiis fcrruginci». Lonj,'. P«".
llelodtt tririttala Say J. Acatl. 5, 289.
An8 den miUlrren Staaten und vnni Obmte.
Au> ilii \<>n drill \erf. pcpi hcin ii , ^ehr lang gcrathciicn
I)iapiu)>o habt' iih Allrs ftir da> Krkonn«n des Käfers Kntbchrlichc
entfernt, und trace de>halb bicr daraus naih, dass die Stirn mit
einer vom ge>i»alteneu (das KopfvehiUI beinilnzendcn ) Linie durch-
zogen '\^\, der gelbe Seitenrand des llaUsdiüds sieh in der Mitte
durch einen aus der duiikehi Seheibe hervortretenden Quer/ipfel
verengt, und da^ Idztc Hinterleibsscgineiit ruthlieh gesiiuint ist.
Die Angaben des Verfs. t»bcr die Färbung der Flügeldecken
..eli/tra - - futural marijin yelloir, vitta on th« middlf not reO'
chinj the tij', and exterior edge hhir black"'} sind mir unverständ-
lich und vermuthlich durch S<hreibfehler entstellt, auch wenn, wie
wahrscheinlich, e«t die Absicht des Verfs. war, da.« (Jelb der Flft-
peldecken als (»nin«lf:»rbo. und das Schwarz als deren Zeichnung
zu betrachten. Hichti-rer aber verfahrt man, wie au<"h b«M unse-
ren der vorliegenden ganz nahe verwandten .\rten Chr. margineUa
und hannorrrana zu gesehehen pflegt (mit beiden gehört das Thier
in dieselbe, meine 22. (inippe: Chrysnmclne ripariae Linn. Eni.
V. S. 264). in umgekehrter Weise, und hiernach habe ich die
IHagnosc geändert. Sonach theilt «ich die gelbe r.irbnng des
HaK-rhildsrandes da, wo sie an der Sclitiltereeke auf die F'lngel-
derke übertritt, in zwei .\nne, deren einer den Seitenrand der
Flügeldecke bis znr Spit/e umzieht nml hier von der Naht nur
dun h einen -chmalen dunkeln Nahtsauin getrennt wird : der andere
durchschneidet in schriger Richtung gegen die Naht hin drei Zwi-
««chenrtkume (den .*>., 1. und 3., ron der Naht an gezahlt! und zieht
dann, den panzen zweiten Zwischenraum einnehmend . auf diesem
bis zu sriner Vr-' Sritenrande nebi-n dem Naht-
winkel fort. IM« •t sieh dadurch ganz wie bei
unserer ^'Ar. hannortrana , and von dieser unterscheidet sich die
vorliegende .Vrt M gleicher (Jrösv (P, — 2"') eigentlich nur
durch den Hocheren bcs^onders hinterwArt* weniger buckeligen
Kftrpcr. die dunklere bei fein runzliger Punktining der flacheren
Zwi.schenraunie zujjleu h mattere FArbunp der Oberseite, und durch
die feineren au> \U'\ ■' <'«-chobenen Punkten gebil-
det« n Punktsireifen, \ r 0. .luf dem gelben Sei-
ten: .»nde voll-tAndiff aostfebildei ist, l»ie \on dem Verf. er\\.ihntc
Stimlinic fehlt eben so oft, ah sie vorhanden i*t , und die Schic-
394
nen finde ich bei den vorliegenden Stücken nicht roth, sondern
-wie die Schenkel schwarz, und nur die Unterenden auf der Innen-
seite gebräunt. Aeussere Geschlechtskennzeichen habe ich nicht
wahrgenommen.
34. Chr. vitellinae. Oblonga subovata cnpreo-
violacea antenuis basi rufis, tborace parce piinctulato, ely-
tris punctato-striatis, interstitiis indistincte punctulatis, sub-
tus aeneonigra pedibiis nigris, prinio tarsorum articiilo riifo.
Long. Vk-2'".
Phytodecta vitellinae Kirby Fauna Bor. Amer. 216.
Aus den mittleren und westlichen Staaten, und vom
Obersee.
Bei einem Stücke vom Obersee sind die Flügeldecken
schwarz.
Die in des Verf. Diagnose enthaltene Angabe, dass nur die
beiden ersten Fühlerglieder röthlich seien, berührt nur eine indi-
viduelle Eigenthümlichkeit , und nur auf einer solchen beruht auch
ohne Zweifel die Notiz von der rothen Färbung des ersten Fuss-
gliedes, die ich bei keinem der mir vorliegenden Stücke bestätigt
finde. Bei diesen Allen sind vielmehi* die Fussglieder schwärzlich,
am Rande verwaschen pechbraun , das dritte manchmal auf der
ganzen imteren Hälfte gebräunt. Uebrigens ist Kirby's und des
Verfs. Bestimmung der Art unrichtig; der Nordamerikanische Kä-
fer, der auch von mir selbst in der Linn. Ent. V. 262 eben so
unrichtig zu Chr. vitellinae gezogen worden ist, gehört zu Chr.
vulgatissima Linn., wie dies die vorliegenden Exemplare aus Penn-
silvanien im Mus. Berol. (sowohl blau mit purpurröthlichem An-
fluge besonders des Halsschilds, als auch ein ganz kupfrig-purpur-
farbiges Stück, wie es mir unter den Europäischen noch niemals
vorgekommen ist) darthun: damit stimmt auch die Angabe des
Verfs. über die Punktirung der Zwischenräume, und nicht weniger
Kirby's Angabe über die Körperform („bo'^^y oblong'^)., die Grösse
C2^W^i und über die von diesem Autor sogar als Gattungsmerk-
mal benutzte Gleichheit des 2. und 3. Fühlergliedes. Ueber die
Synonjmie der Art, welche meiner 21. Gruppe (Chrysomelae sa-
licivorae Linn. Ent. V. S. 257) angehört, ist deren Beschreibung
(Linn. Ent. a. a. 0. 258. n. 176) nachzusehen, und daselbst das
Kirby'schQ Synonym nachzutragen.
H.
35. Chr. viridis. Rotundata obscure viridis, an-
teunis scutello pedibus corporeque subtus nigricantibus, fronte
395
Unea impressA, thoraic spargim poQctulato. clytriH suhtiitter
poDctato 8triatis, Btriis rcmotis. Loop. l'j — l*j .
CioMtropAyta rtniits Melfh. 3, 175.
Mutiert Staatnt.
Die einzicr Art nifinrr 20. (inippo (Chr. globulotae. Linn.
Knt. V. S. 243». wdrlic zur Kunde «Irv Ycrfs. gelangt ist, ob-
wohl deren nicht b!o««s Mexico, sondern auch das Gebiet der Ver-
einigten Staaten noch mehrere nahe verwandte, and in Grösse
und Kftrhnnp unseren Enropäf«chen Artrn i)o<h nähor kommende
aufzuwei-ion hat. Die vorlieponde gehört znr dritten Abtheiinng
jener Gruppe: die «.chmale F'rhöhnnp, uciche die Vordrrhüften
trennt, i>t jedoch nur »»ehr «chwach pf kielt, die (»berseite des
Körpers dagegen wiel starker gewölbt als bei irgend einer unserer
hierher gehörender Arten, so dass dieselbe nach dem Habito':
(and nicht weniger nach der Grösse) vielmehr mit den Arten der
ersten Abtheilimp, namentlich mit unsorcr Chr. earnioUra ver-
plichcn werden kann. I)ie Punktstreifen siml äusserst fein and
sehr regelmässip, aus etwas in die Länge pezopenen Punkten pe-
hildet, hinterwärts nicht schwächer, die Zwischenräume sehr breit,
flach, äusserst fein und dicht quer nadelriäsig , daher die Ober-
fläche nar matt metallisch schimmernd. Der äosserste Punki^treifen
ist aus sehr vereinzelten, nur eine Strecke hinter dem Vorder-
und <lann wieder am llinterrande einanticr näher gerückten Punk-
ten gebildet, der Rand der Mittelbru^t in einem sehr flachen, in
der Mitte leicht uinkelipen Bogen ausgeschnitten, die Querleiste
zwischen den Mittelhiiften gerade. Die Farbe des Schildchens finde
ich nicht eben dunkler, als die übrige Oberseite.
Aosser der penannten enthalt daN (iebiet der U. St. nur
jedenfalls noch mindestens eine hierher gehörende Art, dir
ich aus dem Mu«. Herol. unter dem Namen Chr. afrugmota Knoch
zur Ansicht erhalten habe. Sie gehört mit Chr. rtndi» in die-
selbe (dritte) .Vbtheilung der (Jruppe. ist aber kleiner (höchsten«-
1 • ,'"), bei pleichialls etwas au<«gezupcner Spitze der Deckscbilde
flacher, die Farbe ein tmbes F.r/bmuu . wie bei unserer Chr.
pyriti)»a. nur die I '.'he f.illend. I'i-
Punktiranp des Koj: dicht und kr..' tu.
des IIaK«childs zerstreut, in der Mitte lenier, seitwärts derber
und etwas dichter, gegen den Rand >'" «'..1er fast ganz ver-
schwindend. Die Punktstreifen sehr : .', aus deutlicheD.
einander ziemlich nahe - ' etwas stärkeren
Punkten ^vbiM-t: die Pu:. erst eine Str- . kc
hinter der Schulter bcginocnU ». • i* der Spitze zu ^f-
nähtrt. Die breiten flachen Zv ume nicht qucmiailig.
396
Bondern gleichmässig äusserst fein genarbt; hierin, wie in der
zerstreuteren Punktirung des Ilalsschilds und der abweichenden
Färbung besteht eigentlich der wesentliche Unterschied von Chr.
viridis. Der Brustrand ist in leichtem Bogen gekrümmt, die Leiste
zwischen den Mittelhüften nur in ihrem mittleren Theile gerade.
Ausserdem findet sich im Mus. Berol. noch ein von Herrn
Zimmermann eingesandter Pennsilvanischer Käfer, den ich, wenn
die vorhandenen Abweichungen nicht etwa sexueller Natur sind,
mit dem eben beschriebenen nicht füglich vereinigen kann. Er
ist bei gleicher Färbung und im Ganzen gleichem Habitus noch
kleiner (etwa V") und mit der Spitze der Flügeldecken noch et-
was mehr ausgezogen, die Sculptur des Kopfes und der Zwischen-
räume wie bei jenem, die des Halsschilds aber zerstreuter, etwas
stärker, gleichmässiger verbreitet, und in der Mitte kaum schwä-
cher als nach den Seiten hin; die Punktstreifen hinterwärts kräf-
tiger, von der Mitte ab und die seitlichen in ihrer ganzen Aus-
dehnung in leichte Furchen eingedrückt, die Punkte des 9. noch
etwas mehr vereinzelt. Zur Unterscheidung dieser drei Arten
muss auch die Diagnose der Chr. viridis etwas geändert werden.
35. Chr. viridis Melsh. Subrotunda convexa viridis,
thorace crebre punctulato, elytris subtihter punctato-striatis, inter-
stitiis transversim rugulosis. Long, l^a — IVö'"-
35b. Chr. aeruginosa Knoch. Subrotunda convexi-
uscula obscure aenea, thorace sparsim disco subtilius punctulato,
elytris punctato-striatis, interstitiis subtilissime cicatricosis. Long.
1V4-IV3'".
35 c. Chr. n. sp. ? Subrotunda convexiuscula obscure
aenea, thorace sparsim punctulato, elytris punctato-striatis inter-
stitiis subtilissime cicatricosis lateribus et postice convexiusculis.
Long. 1'".
Ich enthalte mich jedoch, diese dritte Art mit einem eigenen
Namen zu belegen, da es immerhin möglich ist, dass sie nur das
d* der vorhergehenden bildet. Das Nähere darüber Averden Beob-
achtungen an Ort und Stelle ergeben müssen.
L
Die folgenden Arten gehören, soweit dieselben mir bekannt
geworden, sämmtlich meiner 18. Gruppe (Chr. subdentatae Linn.
Ent. V. S. 237) an und sind zum Theil mit Europäischen Arten
identisch, übrigens von einander sehr schwer zu unterscheiden,
und daher bei einigen derselben die Selbstständigkeit nocb etwas
zweifelhaft.
897
•Vi. flir. (liHßiniilis. Ohlonpo-ovata acnco-rocru
loa ant virirlis. antoniiis podibiis rr.qioro subtus nipris. ca-
pitr intrr antciinas impresso, thoracc convcxn latorihn« ro-
tuDclato. aiipiilis |)08ticis «iblUKis, muIcIIm inipnnctato, clytris
(Tchrc ponctatis. I.oiig. 2*'«"'.
Say J. Aea.l. ;{. 1;')!.
.\tt>ntgcit.
In der FärtuMiK veränderlich, uianehiual dnukelpinpur
tarbij; oder aueh ^liin/end prltn, mehr oder weniger bläu-
lich sehillernfl, besonders zunächst an der Naht.
Uei dem Kafcr, den Ilr. Trof. Schaum als Ckr. iiis»tmiht
Saif aiiN Nordamerika mitj;rhraeht hat , und dessen Beslimniung
dalier wohl als znverlilssin anpenonimen werden darf, ist da.-^
Schildchen keine^wt j;ps ohnr Punktirun^', sondern in der Mitte
bis znm Vorden-andc« hin mit allerdinL's sehr vcreinzcjicn Punkten
bestreut, tcbriirens stinunt dtiselht. nani< ntlich in der sehr cha-
raclerislist hen rcKulmassipen Zurundunp der Halssehildsseiten , de-
ren grössto Breite dadurch in die Mute f/Ult, und der gleichmässig
dichten uml derben Punktinni!; der Decksehilde so mit der Bc-
schreibune dis Verf'«. üherein. dass ich auch nicht zweifle, da.s
von ihm gemeinte Tliier wirklidi vor mir zu haben. Ich fuge
deshalb seinen An;:ahen nur hinzu, dass die Pnnktirung de^ Ilals-
vchilds fa>t eben ^o dicht, aber etwas feiner i^t als die der Dcck-
schUde, dass unter einem gewissen Winkel sich auf jenem eine
schwache Spur einer kielig erhöhten Lftngslinie zeigt und von die-
ser ab die Ilals'.childstlache nach bei<li n Seiten zu regelmäsMg in
sehr tlachf-r Krummuim abfallt, und d.iss , wie auch bei den ver-
wandten .\rten, die >eiteiirrtnd' r der Deckschihle sich unten etwa-
einwftrt* biegen . so da»-» über du^ser Umbiegung sich eine An
stumpfer IiUig>linie bemerkbar macht. In Amerika selbst scheinen
mit dieser Art auch verwan<lte Arten vcnnengl zu werden; so er-
hielt Hr. fkif/il aus Maryland die unten folgende ihr. cyanta
Mflth. unter dem Namen (fir. ditsuntU» mitgetheilt.
.■>T. Chr. eacsia. Oblonpoüvata acncoviridi» nitida,
pcdibns et corpore »ubtns nipro • virescentibn», eapitc tho
raceqiie crebrc ])Uue(atis angulis posticis obtnsi». elytns
punctniatis I.ong. 2»'i — ^'/j**'-
i'nhjorutfn , bci San I'rnnci'rn.
Das HalsHchiid i»t nierkli<h tu hmalcr al^ die Pcck-
achilde, und der Kr»rpcr lHn;,'er und gewölbter, als bei den
folgenden Kiu Stllck ist «lehwarz.
398
Ich kenne diese Art nicht; nach der Diagnose miisste die
Hauptabweichung von der vorhergehenden und folgenden darin be-
Bteheu, dass die Punktirung der Deckschilde feiner wäre, als die
des Kopfes und Halsschilds.
38. Chr. cyanea. Oblongo-ovata purpurascens cre-
hrc punctata, antennis pedibus corpore subtus purpuraseenti-
nigris. Long. 2'/;/".
Gastrophym cyanea Melsh. Procecd. Acad. 3, 175.
Mittlere und südliche Staaten.
Der vorhergehenden Art nahe verwandt, aber abwei-
chend durch breiteres Halsschid und längeren, verhältniss-
mässig schmaleren Körper.
Die vorstehende Diagnose und Beschreibung reicht nicht hin,
den Käfer von Chr. dissimilis, mit welcher derselbe überhaupt
nicht verglichen worden ist, zu unterscheiden. Beide gleichen ein-
ander ausserordentlich, aber bei der vorliegenden Art ist die
Punktirung etwas feiner, auch nicht ganz so dicht gedrängt, da-
her der Zwischengrund glänzender; der Hauptunterschied aber
zeigt sich in dem Baue des Halsschilds, dessen Seiten bei Chr.
cyanea nicht, wie bei jener, gleichraässig zugerundet, sondern von
den Hinterecken aus bis zum ersten Drittel fast geradlinig diver-
girend , und dann nach den stumpfen , aber mehr vortretenden
nicht so breit abgerundeten Vorderecken zu kurz umgebogen sind,
so dass die grösstc Breite weit vor die Mitte fällt. Die Sculptur
des Schildchens ist eben so veränderlich als bei jener, denn ich
habe Stücke mit und ohne Punktirung desselben vor mir; ebenso
wandelbar ist die Färbung, letztere im Allgemeinen lichter blau
als bei Chr. dissimilis, mit stellenweise verbreitetem, manchmal
nur die Schultcrbeulen einnehmendem grünlichem oder purpurröth-
lichem Anfluge ; seltener ist der ganze Käfer goldgrün , unserer
Chr. raphani ähnlich, aber von dieser leicht an der viel feineren
Punktirung zu unterscheiden.
39. Chr. polygoni. Oblongo-ovata aeneo-coerulea
nitida, antennis nigris basi rufescentibus , thorace sparsim
pnnctulato, auo pedibnsque rufis tarsis nigris, elytris crebre
punctatis. Long. 2"'.
Linn. Fn. Suec. 520; Syst. Nat. 2, 589. 24. Harris
Insects 118 (2d. edit.)
C. coeruleipennis Say J. Acad. 5, 296.
Phaedon polygoni Kirby Fn. Bor. Am. 216.
Südliche und mittlere Staaten.
3J>9
Die DonUmcniuuuMrhPu Kxrm|»larc stimmen mit <ion iitiHripen
auf das (niiauo'»!» ubt*r»iii. I>rin Vorf. wliriiicn deren nur hlauc
2U (»f">i(hl«' ßekommiM) /u sein ; mir liont ji'do«'h aus verschiodtiicti
Sanimlunp<ii ein»" uncleich grossere Zahl von M'h<>n prlln<n als
blaoen runi Vi-rnloicho vur. Nach Unm* loht die Art in Ame-
rika ebtn so, wif bei un». auf l'ohjgonum avicufare Linii. l'ebcr
die Synonymie dersellnMi vgl. länn. KiiL V. S. 237. n. KU.
4'». Chr. r(»rinosa. ( »hlongo-ovata convcxa viridi
auroR sulitiis \iolacoa jiro|un<lo pimotata, tliorari.H aiifrulis
pttsticis ohuisis, scutilK» fivtrnrum^'ur sntiira piirpuraKcen-
tibns, limbo cxtcriorc rocriilcu, autonnis palpis tlljümque
nijfris. Lonp. 2 ".
Say J. Acad. 3. 451.
Kntifat und Santa Fr.
Na» li dieser Diagnose s«heini dii- .\rt, welche ich nicht ge-
f«ehen , iin^« rer (V,r. raphatn Fal-. silir nahe verwandt vn sein,
uiid ist vielleithi von «ierselben gar nicht einmal bpccirisch vcr-
Mrbiedeo , da auch Chr. raphani von Ktrhij aJs Nordamerikanische
Art aufgeführt wird. Ohne den Vergleich authcntischtr Kxmiplare
lAttt sich darüber freilich nichts Sicheres bestimmen.
Verzciihniss d(>r mir nicht zu (Jcsicht gekommenen
Arten:
Chr. viniinalis f.inn. Mann. linij. Mose. Isö.S. Kus-
sJHches Amerika.
Chr. lapponica M ii n. .Mann. Mull. Mose. 1^03. Ras-
^isrhe« Amerika.
I'hratora inlcrstitialis Mann. Bull. Mnsr. \^.\.
Chr. h H s i I a r i H Say .1. .Vcad. 3. 4ö 1 .
Chr. adouidiü Fabr. Kl. 1, 431. IMiardon adonidis
Kirby F. H. A. 21«.
(rftstrophysa acnca Mels. IV. .\cad .{. IT;').
(iaRlrophyna raphani Fabr. Kirby F. H. .\. 21rt
-Mle vorstiliend von mir besrhricbrnen Kxem|»lare bc
finden Hi( h in der Sammlung von Dr J. L. I.r Cotiir, wel
rhem ii h ftlr »«ine wertlivoUe rntf^rntllt/unp nml Bein pc
fallipcH I)arlcihen von iKlrlit rn niid K »r rn m<'in«M) aufrich
tigen Dank an.<ulrlleke
Ilimichtlicb der letztgenannten Arten beiirhrflnke ich mich
anf ein paar iJoim-rkungen zu den drei erstgouannton Arten.
1. Chr. \iminalis I.iun. i^t nach (tr. Afiinmrrheim* An-
gäbe (3. Nachtrag etc. S. 1H4. n. 24'.') an dem, in den Morton-
Sund sich crgicsscndcn Flavse Kicichpalh gefangen worden, ood
400
«war ein Stück meiner var. y. Die zu dieser Art gehörenden
Citate s. Linn. Ent. V. S. 211. n. 150.
2. Chr. lapponica Linn. nach demselben Autor (a. a.
0. S. 163. n. 248) auf der Halbinsel Kenai an mehreren Stellen
auf Weiden, und zwar nur Stücke mit vorherrschend bläulichen,
röthlichgelb gezeichneten Deckschilden, wie ich sie in der Linn.
Ent. V. S. 196 n. 138 unter var. ;'. beschrieben habe. Exem-
plare von diesem Fundorte habe ich nicht gesehen; dagegen linden
sich' -im Mus. Berol. drei nordamerikanische, unzweifelhaft hierher
gehörige Stücke ohne nähere Angabc des Fundorts, welche das
Vorhandensein der Art in jenen Gegenden hinreichend feststellen.
Dieselben gleichen in der metallischgrünlichen Färbung des Kör-
pers mehr unserem Europäischen, als dem vorherrschend stahl-
bläulichen üstasiatischen Käfer; ausserdem aber stimmt das erste
Stück (mit einfarbig gelben, nur längs der Naht dunkler gesäum-
ten Deckschilden) auf das Genaueste mit der von mir a. a. 0.
beschriebenen var. a überein. Das 2. und 3. passen mehr zu
der von Gebier (Käf. Westsibir. 357) angeführten var. e („elytris
rtifo-testaceis, Signatur is cijaneis obsoletissmis") ^ die Spitze der
Deckschilde ist bei beiden schwach metallisch angelaufen , und die
hintere Hälfte derselben zeigt bei dem einen einige ganz verlo-
schene Wolkenfleckchen, aus denen nur, wer die Normalform der
Art kennt, Spuren der Mittel- und Hinterbinde herauslesen wird,
während bei dem andern schon eine wenn auch nur verwaschene,
doch deutlicher erkennbare schmutzigbräunliche Mittelbinde vor-
handen ist.
Eine überaus nahe verwandte, von den in der Linnaea Ent.
a. a. 0. angeführten violettschwärzlichen Exemplaren der Chr.
lapponica kaum anders als durch stärker abgeflachten Körper und
fieckenartig zerrissene, aber doch die dunkle Mittelquerbinde unter-
brechende gelbe Zeichnung der Plügeldecken abweichende Art er-
hielt ich ohne Namen als Mexicanischen Käfer aus dem Mus.
Mnhlenp/ordt zur Ansicht.
3. Phratora interstitialis Men. nach Mannerh.
(a. a. 0. 167. n. 251) gleichfalls am Flusse Kwichpakh und an-
scheinend nur in einem einzigen Stück gefunden. Der Käfer soll
der Chr. titellinae (wahrscheinlich ist darunter Chr. vulgatissima
L. verstanden) nahe verwandt sein, sich von ihr aber dadurch
unterscheiden, dass die Dcckschilde mit einer dichten und tiefen
Punktirung bedeckt sind, die sich nur längs der Naht in Punkt-
streifen ordnet. Einen grossen Schrägeindruck jederseits auf dem
Halsschilde ist der Autor geneigt für eine Zufälligkeit zu halten ;
ich möchte daraus überhaupt auf eine regelwidrige Ausbildung
des gefundenen Stückes schliessen, durch welche mir die Selbst-
ständigkeit der auf dasselbe gegründeten Art mehr als zweifelhaft
wird.
401
Dir rurnemiiirn und Klutrriden in ktirlanil und M>laiid.
Mil lic/.iiL'iialiim' ruil riiicii wcni^' hc-kanntcii Artiki-1
\.»ii Eachscholtz.
\'un II. lAatiall.
Aufgefnnlort von drni Prlisidcntcn unseres Vereint»«,
ciuc kleine Arbeit <le.s i. .1. \^'M verstnrhenon Dr. Fr. K^rh-
ßcholtz über die Sprinj:kiifer Livlands zum Wiedorabdruek«;
in die Kntomnl. Zcitnnp ein/unenden, da sie in einer wenig
verbreiteten, kaum Über die Cren/.en der Ostseeprovinzen
hinansjjrehenden. Zeitsebrit't *) i. .1. l'^SO zuerst er.scbitu und
sehr weni^' bekannt /n sein scheint, koninie ieh dieser Auf-
forderung gern nach. /u;;lcieb lasse ieh eine Tebersieht Über
die Kueneniiden und Klateridin in Kurland und Li\lanil
vorausgehen, soweit diesell)en mir dureh eigenes Sammeln unil
durch sonstige Mittheilungen bekannt geworden sind, leber
das Vorkommen der Ksclischoltzsehen Speeies habe ich
einige Amleutungen benutzen krmnen, die von dem Herrn
Professor Dr. H. Asniuss in Dorpat , einem Schüler des
Wrstorbenen, in einer Vorlesung über Livliindiselie Kilfer
i. J. I8r)<» gegeben waren. Tvj)en dieser Käfer mögen
im Besitz des lim. Dr. Asmuss sein. Die ganze Sannnlung
Eschscholtz's aber wurde nach Moskau hin verkauft und
soll dort bedeutend gelitten haben. Ausserdem habe ich
nur hei den seltensten Käfern des Verzeichnisses an^'.'
geben, wo sie sich landen; die Übrigen kommen in Kurland
hie und da und meist auch in I.ivland vor. Die .\nordnung
ist nach v Kiesenwetter in «ler Xaturgeschiehtc der Insee
ten Deutjichlands, begonnen von Erichson, fortgesetzt von
Schaum, Kraatz und Kiesenwetter, Colcoptera 4. li«! , b.
arbeitet von v. Kiesenwettcr. Berlin l^ö^^. S. IT.'I— HH-t. —
1» h t'Uhrc demnach an:
1. EucDemidac.
Lissomus eijuestris Fab. Kurl. Auch bei Riga.
Melasis buprestoides L. IJ>land, Kurl. .'^ehr sollen.
< Uho sphontiyloidcH ijerm. (.Mag. d. Kntoni. III. S 2.'V). N'aeh
•; Vxf Qu»l«>mb«r. ZciUrhrift für nftnir*i»<.rii<.. ImAli. h.>, i».-
■rhichtiicho. phili>io(nsobo, litornri»« h«' n- ' !.« et«-,
uotrr Mit\«irkin)^ Jor KurUntlinchi^n (•■ ,r und
Kunüt h^raiim;' ;;ob«"n von I)r. K. • hr. x. 1 r.>ii:.( t(< t. ^, IM.. 3. Hoft.
Mitaii Ib'MK ^. von S. 13—19. — Von di«»«T Z^nlarhrin omcbienen
üborhaapt nur zwii nänil» Mabr^Ängp).
402
Buttner, der diesen Käfer an einer Espe fand, von
Niemand weiter in Kurland aufgefunden. BUttner'a
einziges Exemplar ging in den Besitz Germar's Über.
Eucnemis capueinus Ahr. Kurl. bei Schleck und Kabillen.
Microrbagus pygmaeus Fb. Füssen ( in Kurland ). Auch
in Livland.
— Sablbergi Mannli. Schleck.
Nematodes filum Fb. Füssen.
Hypocaelus procerulus Mannli. Füssen.
Hyh^chares cruentatus Mannh. Dorpat (Esehscholtz).
Hylobius alni Fb. Füssen. Auch in Livl.
2. Elateridae.
Adelocera fasciata L.
lepidoptera Gyll. Kurl. s. selten.
varia Fb. Livl. s. selten.
conspersa Gyll. s. selten.
Lacon murinus L.
Adrastus limbatus Er.
pallens Fb. Er.
Synaptus tiliformis Fb. zieml. selten.
Melanotus castanipes Pk.
rufipes Hbst.
Agriotes aterrimus L.
lineatus L.
obscurus L. (variabilis Fb.),
sputator L. (lasiopterus 111. j.
ustulatus Schall.
cribrosus Esch. Dorpat.
corallifer Escb. Dorpat. Wiederholentlich gelingen.
Dolopius marginatus L.
Sericosomus brunneus L. ? (fugax Fb. <f).
Corymbites haematodes Fab.
castaneus L.
pectinicornis L.
cupreus Fab.
tesselatus L. (assimilis Gyll.).
affinis Fk.
quercus Gyll. Dorpat (Esch.).
impressus Fab.
metallicus Fk.
melancholicus Fab.
aeneus L.
cruciatus L.
bipustulatus L. selten.
holosericeus Fb.
403
Ctmpylus rubeiH PilKr et Mittorpaclier.
linearis L.
borealis. Mitau. Piissen, s. gelten.
Atliuofl ui^er L. «aterrinais Fb.. I:i«'8us Gerui., birtus et alpi-
UUH Kedtb., var. serulMtur Kciltb.)
rutUH I)o^
Laemurrboiduli8 I-'Ij.
vittatuH Fb. selten.
IunKitt»Ili9 Oliv,
uutlulatiis I)«j.. I*k.
subfuscuh Müll., (iyll.
Liniouius cylindricus.
teuuicuruis (lerni.
Fiater 8an^Miinciis L.
lytbropteru.s Uirn».
»auguinulentu.s Scbrk.
praenstus Fb.
crocatus (icrni. selten.
punioruiii Hlist., Gerui.
clun^'alulii.s Ul.
balteatns L.
tristJH L.
brunnieorni.s Gcrui.
uigrinus Genn.
erytbn»gunns denn.
cinnaberiuus Kscb. niebt bUnlij:, bei Dorpat und K<>-
keubiiscn. 4' j'" I.
erube8ceD.s Fach. iJorpat, ab nnd zu.
ocbroptcrus Dcj. Durpat, sebr selten. Piissiii.
Cn'pbthypnus riparius Fab.
tenuiedniis Kiesenw. (clonK&tuH Kedtb i.
quadriitu.stulatds Fb
pulcbellus L.
C'ardioj)boruft rnficullis L
tnoraeicus Fb
ebeninus (tcmi.
maHcuInfl F>.
aBcIluH Fr. t'n
atranientarinn Fr.
rineren^ Hbst.
cqniseti libst.
rubripes (Jerni. (advena .'*«trni >. Knriand; «eltcu
Fa folge nun die Arbeit von Fxcbschuitz:
404
Die Springkäfer Livlands
unter neuere Gattungen vertheilt.
Es ist von mehreren Entomologen für nothwendig er-
achtet worden, dass die Springkäfer, ebenso wie die Raub-
käfer und Rüsselkäfer, unter mehrere genau zu bezeichnende
Untergattungen vertheilt werden möchten *). Seit einigen
Jahren habe ich vielen Fleiss darauf gewandt, diese Auf-
gabe zu lösen, und im September 1828 sandte ich die erste
Uebersicht an das entomologische Archiv von Thon,
wo sie im ersten Hefte des zweiten Bandes abgedruckt ist.
Ich konnte damals etwas über 200 Arten untersuchen,
welche unter 37 Gattungen vertheilt wurden; aber im vori-
gen Sommer standen mir 500 Arten in der reichen Samm-
lung des Grafen Dejeau zu Gebote , welche ich , dazu auf
gefordert vom Besitzer, alle untersuchte. Es fanden sich
viele neue Formen besonders unter den so seltenen Eucne-
raiden, weshalb nach beendigter Untersuchung die Zahl der
Gattungen auf 59 stieg.
Alle Springkäfer kann man unter zwei giosse sehr
natürliche Abtheilungen bringen: bei den ersten stehen die
Fühler weit auseinander, so dass das Kopfschild nach vorne
zu schmäler wird , diese sind die eigentlichen Elaterides.
In der zweiten Abtheilung sind die Fühler an der Wurzel
einander sehr genähert , so dass das Kopfschild nach vorn
breiter wird; hierher gehören die Eucnemides. Da es hier
meine Absicht ist, nur die in Livland gefundenen Spring-
käfer aufzuzählen, so haben wir es fast ganz allein mit der
ersten Abtheilung zu thun, denn aus der zweiten ist bisher
nur ein einziges Thierchen gefunden worden.
Erste Abtheilung. Eigentliche Elaterides.
Bei der Untersuchung der Springkäfer dieser Abthei-
lung muss man zuerst auf die Beschaffenheit der Fussglie-
der sehen , ob nämlich einige derselben lappenförmige Ver-
längerungen haben, oder ob sie einfach sind. Lappenförmige
Verlängerungen trifft man bei sehr vielen exotischen Spring-
käfern und auch bei zwei Europäischen Gattungen an; da
die letztern aber hier noch nicht gefunden sind, so kann
dieses Merkmal wegbleiben.
*) Dejean Cat. <1. Col. p. VI, Gyllerihal Ins. suec. IV p. 360,
Fleming Philos. of Zool. II. p. 566.
405
Hoi den fJattunpcu mit linfaolicn Fuss^'Iiedcrn imter-
Buclit man mm den Kopf, uiu zu silun. ol) die Muiidlbcile
vorgestreckt sind, oder gegen die Brust hingewandt.
I. Mit vorgestreckten Mundtlieilen.
Auf der Stirn bctindet sieh hei Vielen eine mehr
oder weniger hohe Kante , welch«; von einem Fühler
zum anflern v«'rl:iult, hei andern if^t die Stirn eben.
A. Mit hoher Stirnkante.
Ein fern-f's Merkmal gehi^n die Piedeekungcn der
Schenkel der Hinterbeine; diese Sehenkelplatten sind
entweder sehmal und werden naeli innen /u allmJilig
breiter, oder sie erweitern sieh hier plötzlich.
a. Schenkelplattcn sehmal und nach innen allmalig er-
weitert.
An der untern Seite bemerkt man hei einer (lattung
zwei tiele Furehen . weleln- die Fühler aufnehmen.
l)Agrypnu8. Hiesige Arten sind muriuus L.,
faseiatus L. und eonspcrsus Gyll.
liei allen übrigen flattungcn finden sich solche
Furchen nicht vor. Das erste Fussglied , be-
sonders an den hintrr.sten Füssen, ist bei meh-
reren so lang, als <lie zwei ttdgcndcn zusammen,
bei andern kaum langi r als das f(dgcnile.
t) Erstes Fu.ssglicd so lang als die zwei folgen-
den zusammen.
Einige unter diesen haben einen gerundeten
vorspringenden Fortsatz am vorderen Rande
der untern Seite des Halsschilds, andern man-
gelt ein solcher.
•) Halssehild unten und vorn mit einem gerunde-
ten Fortsatze.
2)Athou8; hirtus Hb., h ac mor rhoid al is F.,
vittatus F., bi faseiatus und subfuscQS
Gvll.
•*; Halsschild unten und vorn gerade abge-
schnitten.
3)Canipylui* Fisch.; livens L. (mit der Varictiit
niesomelas L. ) und linearis L.
ff) Erstes Fussglied wenig langer al.s das fol-
gende.
4)Limonius; cylindricus l'ayk. und tenui-
cor nis (icrmar Sp. I.
b. Schenkelplattcn nach innen plötzlich stark erweitert
t) Hei einer (Gattung ist das Scbildcben bestimmt
herzförmig.
27
406
5) Cardiophorus. Equiseti Hb. uud advena
Panz. (ebeniiuis Zenk.).
ff) Bei den übrigen ist das Schildcben eiförmig.
*j Unter diesen hat eine Gattung sägeförmige
Klauen,
6) M e 1 a n 0 1 u s Megerle ; f u l v i p e s Hb.
**) Die Klauen der übrigen sind einfach.
") Die Selienkelplatte hat bei einer Gattung eine
zahnförmige Ecke.
7) Elater L. Die bekannteste Art ist sanguineus
L. mit einer Furche und schwarzer Behaarung
am Halsschilde , welche aber bisher hier noch
nicht gefunden worden ist. Dagegen sind hier
beobachtet:
1) cinuaberinus m. niger, flavo - pilosus;
thorace profunde punctato, brevi, convexo; ely-
tris lucide rufis, immaculatis, ß'/a Linie. 2)
ochropterus Dej. lat. niger , fusco pilosus ;
thorace subtilissime punctato, convexo, elytris
rufo-ferrugineis , 6 Lin. 3) ephippium F. 4)
exsanguis m. niger, thorace nigro piloso, den-
sissime punctato, longiusculo, lateribus recto;
elytris flavo-ferrugineis, summo apice nigris, flavo
pilosis, 4V2 Ein. 5) erubescens ra., ater, tho-
race subtilissime punctato, planiusculo, aequali,
nigro - piloso ; elytris ochraceis, cinereo - pilosis
(apice coupoloribus vel infuscatis), 4V2 Ein. 6)
elongatulus F. 7) praeustus F. 8) balte-
atus. 9) tristis. 10) erythrogonus Müller
(Germar Mag.) 11) nigrinus Payk.
"") Die Schenkelplatte nach innen abgerundet,
ohne Zahn,
8)Cryptohypnus (Hypolithus m. in Thon's Ar-
chiv) ; r i p a r i u s und p u 1 c h e 1 1 u s.
B. Ohne Stirnkante.
9) E u d i u s Eatr. ; pectiuicornis, aeneus, cru-
ciatus, impressus, assimilis, tessella-
tus, quercus, haematodes, castaneus,
holosericeus.
IE Die Mundtheile gegen die Brust hingewandt; die Stirn
gewölbt, ohne Kante; die Kanten der Fühlerwurzel
vereinigen sich mit der Furche zwischen Kopfschild
und Oberlippe.
A. Die Schenkelplatten im Ganzen gleich breit.
a. Die Fühler fadenförmig.
407
10)Agriote8; ohHcuriis, Hc^'ctis, cribro-
ins m. nigTO-fusfn.s. cincrco pilosus; clytris aii-
tmiiis 1)0(1 iMiisijiK» ft'rrni:iiu'is: thorace brovitisculo,
profniKlf punctato, anticc tuinido et latit»ri: cly-
tris ovati» oliKm^'is. o \Än. rdrall i 1\' r in. nif^ro-
fuscus, ciiHTco -pilosiis; olytris antcnnis pcdiKus
tlioracistpu' inargiiu' antiio tt postico nifo- forrii-
pincis; thorace sulxiuadrato, anticc anguntato,
(Icnse pouctulato, (i(»rs() jribbo, elytris nhlonpis
2' '2 I.in. — und Sputa tor I..
h. Die Kühler siigclVtrnii;^'.
11) Scrii-us; brunnous und lugax.
B. Die Sclicnkclplatte nach aussen schniälor als iuucr-
liall).
a. Die FUlder sägenirmii;.
12) KctioUH; atcrriinus.
li. Die Flllder f:lde^^■|r^liL^
•| Die Sili(Mik(lplalten \\irdcii naeli innen pl«»tz-
lirh breiter.
13) Dolojiius Mefjerl.-; ni arg in a t u s,
*•) Die Sehenkclplatteii werden naeli innen all-
mhlig breiter.
14; Ad rast US Megerle; linibatns.
Zweite Abtheilung. Eucucaiides.
Das vierte Fnssglied ungetlieiit, das lialsscbild nuten
ohne Furchen und die Schenkelpatten schmal.
1.')) Xyl'iphilus Mannerbiini; eruentatus Gyll.
1 ' r. K H c h 8 c h 0 1 1 z.
Zur Bas tu rd frage.
Viiu Pr 11 lliis«-n.
Die Hesprcrhung der Inscrtcn Bastarde hat ein we-
sentlieh reiferes Interesse erwirkt, als ;;chofft werden
duri^e. Innerhalb weuipcr Monate sin<l «larliber in rcrsehie-
denen Zeitschriften Artikel Olr und wider erschienen. Ich
408
habe in der Zwischenzeit mich sorgsam bemüht, neues Ma-
terial aus allen mir zugänglichen Schriften zu sammehi, und
erlaube mir, dasselbe hier zusammenzustellen. Der vor-
treffliche Artikel von Westwood: Description of a Hybrid
Smerinthus, with Kemarks on Hybridism in general Trans.
Entom. Soc. 1842 T. III. p. 195 ist mir erst jetzt zugänglich
geworden.
Eine Schrift des berühmten Physiologen Spallanzani
vom Jahre 1768 fordert besonders zur Erzeugung von Ba-
stardinsecten auf, um auf diese "Weise die Frage über die
Zeugung der Lösung näher zu führen. „Invito a intra-
prendere sperienze, onde averc muletti nel popolo degl'
insetti per tentar di scogliere il gran problcma della gene-
razione". Ich habe diese seltene Schrift, die ich nur bei
Westwood angeführt finde , niclit vergleichen können. In
Bonnets Schriften, besonders in seinem Briefwechsel mit
Malpighi, ist auf die Bastard frage mehrfach eingegangen,
und werden bei späterer genauer Verarbeitung des herge-
hörenden Stoffes die betreffenden Stellen nicht übergangen
werden dürfen. Vorzüglich unbequem erschien die Bastard-
frage dadurch, dass durch selbe möglicher Weise Artrechte
wankend gemacht werden dürften, und durch Missbrauch
ia der Anwendung Unfug entstehen könne. Dass diese
Furcht nicht überall getheilt ist, bezeugt der Ausspruch
einer Autorität, deren Kompetenz allgemein anerkannt ist.
„In unseren Sammlungen, sagt Westwood 1. c. p. 201, befin-
den sich zweifellos viele Insecten, die bis jetzt Unica sind,
und von welchen es jetzt nicht unwahrscheinlich ist, dass
sie das Resultat einer Begattung verwandter Arten sind ;
eine sorgsame Untersuchung würde uns dazu führen, wie
in den angeführten roth und gelb geflügelten Stücken von
Zygaena Ephialtes, dies aufzudecken, so weit wenigstens
als Conjectur dies erlaubt".
Ein besonderes Gewicht ist ferner darauf gelegt, dass
Bastarde durch künstliche Paarung in der Gefangenschaft
erzeugt, nicht beweisend seien, und dass Bastarde im
Freien weder beobachtet noch gefangen worden. Ich ver-
mag bis jetzt folgende derartige Fälle anzuführen, zweifle
aber keineswegs, dass bei weiterer Durchsicht von Gesell-
schaftschriften sich ihre Zahl wesentlich vergrössern wird.
1. Die Raupe von Sphinx Epilobii wurde nach Boisduval
(chenilles d'Europe) im Freien gefunden. S. Epilobii
ist nach Rambur Bastard von S. Vespertilio und Eu-
phorbiae.
2. Die Raupe von Sphinx Vespertilioides wurde nach
Boisduval (ibid.) im Freien gefunden (cfr. Lederer.
409
Wim. MonatshcO 1«')^. p. 2(*)\. Hastard v..n S.
Vrspcrtilio nn<l HippctphacH. Beide Falter wind von
Bnisduval, Harnt'iir niid andern als l'astardc angc-
spr<»(lien.
.'>. f'ojias Xrrionc. als Bastard von C. Ediisa nnd Ilyale
liotrarhtot , ist im Knien pfan'^cn.
•l. nie Hatipen der Bastarde \(»n Satnrnia Spini nnd Car-
jtini wurden naeh I.ed« n r ( I. e. ) in ("»cBtcrreich im
Freien pefiinden.
h. Die Raupe des Ba'-ta'-ds Spli. rhileujihnrhiae wnrde
hei Berlin in melin rcn Stileken im Freien gefunden;
ef. (lorstaeeker Linnaea XII.
♦> Bastarde von Zy^^acna Trifolii nnd Filinendnlac wur
den in P^nprland im Freien pefanpon. cf. Entom. Zeit.
l^iS«*. p. 4L'.
7. Hin Bastard von Lyeaena Adonis und Alexis wurde
von Klo|)seli im Frtien .uelani:en.
^. Ein Bastard von Hippareliia Areania und llcro wurde
von Schummel im Freien gefangen, ct. Entom. Zeit.
1^08. p. 2r,'2.
0. Ein Bastard von Maniola I'amj)hilus und Iphis wurde
von Stein im Freien frefangcn. cf. Entom. Zeit 18n8,
p. 3 in.
K>. Boisduval erhielt von Andercjrg in Bricg ein mcrk-
wtlrdipes Thicr. zugleich Bastard nnd Hermaphrodit;
eine Seite ist Eithosia anrita mas, die andere Litho-
sia ramosa Jcm. Ann. Soe. Entom. Fr. 1*^34. T. III.
Bull. p. V.
11. Bruand sah in der Sammlun:: des Herrn Bevthieu in
Eorle einen B.astard von Vanessa Frticae und .\ta-
lanta. Innerhalb !.'> Jahren waren um Locie drei
solche Bastarde gefangen. Ann. Soc, Entom. Fr. ser.
2 1H44. T. II. Bull. p. VI.
]J. Ee Pelletier de Saint Fargeau spricht in -Observation«
siir raee..uplrment d'Insectes d'espices diffircntes
.\nalyse des travanx de lAcid. Roy. des Seionces ponr
l^bl. I'hysiquc p. r»<) tmd P'.ncychip. Meth. X. p. 7^4
(ich habe beides nicht vergleiehen kennen i von Bcgat
tnnc zwischen Volueclla bombylans und plumata. und
einem Exemplar, welches ein Bastard jener .\rten zu
sein scheint, ef Westwood I. r. p llti^.
Boisduval beuhachtete oft Zygaena Filinendnlac mit
Peneedani. und Z. Tritolii mit Hipporrepidis in Begattung.
Die gelegten Eier kamen zwar nicht aus. doch tilgt er hinzu
gil est possi!)le cependant, (|ue quelqnes uns ecloscnt dans
la natnre". Monogr. Zygaanid. p. n. Von mir nur nach West-
410
wood 1. c. p. 200 angeführt. Allerdings gehört diese An-
gabe strenge genommen nicht her. Doch schien mir bei
der Autorität des Beobachters die Anführung wichtig.
Von den 12 angeführten Fällen ist wenigstens ein
Theil durch so anerkannt tüchtige Autoritäten gestützt, dass
es unbillig scheint, alle ohne Weiteres für Irrthümer zu
halten. Natürlich würde eine neue und genaue Prüfung
jener Fälle durch einen Sachkenner von bedeutendem Werthe
sein. Immerhin werden die Fälle 1. 2. 4. 5, 10. kaum einem
Zweifel unterliegen. Da nun meines Erachtens schon ein
einziger Fall hinreicht, um die Gegenansicht „im Freien
wurden Bastarde nicht angetroffen" zu beseitigen, so scheint
mir dieser Zweifel mehr als genügend widerlegt.
Den durch Paarung verschiedener Arten in der Gefan-
genschaft erzielten Bastarden ist neuerdings jedes Interesse
und jede Beweiskraft abgesprochen. Mich dünkt mit Un-
recht. Abgesehen von dem physiologischen Interesse der-
artiger Ergebnisse scheinen mir derartige Beobachtungen
in doppelter Hinsicht von Werth. Einmal sind sie durchaus
nothwendig, um die im Freien gefangenen Bastarde, deren
Entwickelung doch nie verfolgt sein kann, mit Sicherheit
zu konstatiren. Zweitens sind jene Versuche insofern wich-
tig, als eine in der Gefangenschaft gelungene Bastardzucht,
uns aufmerksam macht, bei denselben Arten im Freien den
Bastarden nachzuspüren. Es ist deshalb schon frühzeitig
von Spallanzani in seiner oben angeführten Schrift, und von
Westwood auf den Werth solcher Beobachtungen aufmerk-
sam gemacht. Eine einschlägige Abhandlung steht in Ro-
ziers Journal de Physique 1774 T. IV. p. 482 von Nicolas.
„Indication sur la maniere d'elever les papillons, les precau-
tions qu'il faut prendre ä l'egard des Chrysalides et sur la
methode de se procurer des Metis en ce genre'^ Ein
Dr. D — s aus Florenz (es wäre mir sehr erwünscht, den
Namen jener Chiffre zu kennen) berichtet in Fuessly Neues
Magaz. Ent. IL p. 366 darüber, dass er die Methode des
Herrn Nicolas ,,Bastard Schmetterlinge von sehr verschiede-
nen Farben zu erhalten ^^ wiederholt habe, die Resultate
aber nichts weniger als günstig ausgefallen seien. Ich habe
übrigens Nicolas Abhandlung nicht vergleichen können.
1. Transact. Entom. Soc. III. p. 193. Nach zehnjährigen
vergeblichen Versuchen erhielt House von Smer. ocel-
latus und populi fünf Brüten Eier von S. ocellatus cf
und populi $ ; und eine Brut von S. populi cf und
ocellatus ?. Nur von den ersten kamen etwa 30 Eier
aus, von welchen 19 Raupen gross gezogen wurden,
und 12 sich schon im selben Jahre in Schmetterlinge
411
vorwAndeltcii. Letzkre Inciteu die Mitte zwibchcn den
Kitern, sind aber unter sich 80 gleieh, wie bei andern
Inscetenarlen. Wäbrend sonst bei Snieriutbns - Arten,
wenn sie bcrlibrt werden, die .Männehen eine weisse,
die \Veib( Iien eine pelbe Flüssigkeit von sich geben,
sonderten dir Hastardr" beide (zuerst weiss dann pelbj
ab. I)ie Kaupen verblieben mit zuirleieh erzogenen
Kanpcn der .Starnniartcn äbnelten bei der Geburt denen
von S. i)onuli, untersehieden sich nach der ersten Häu-
tnng went::, nach der zweiten mehr von ihnen, und
ähnelten zuletzt mehr denen von S. oecllatus. Die Tuppe
differirte nnbr von denen der Kitern, und hielt genauer
die Mitte als die Image.
Der Berieht ist in Stainton Weekly lutelligencer
1858, p. TT wilder abgedruckt.
Westwood hat (I. e. i den liastard Housc's beschrie-
ben und abgebildet Kr sah nur zwei StUekc , die er
flir Manuellen liiell. I)er l inriss der Flügel hält die
.Mitte zwischen beiden Arten, der Aus.sonraiul ähnlieh
S. ocellatus, jedoch gtzäbnt, wenn auch weniger als
bei S. popnli. Die Zeichnung der Vorderllügel oben
kbolicb S. populi, der Aussenrand der dunkeln Mittel-
farbang mehr unregelmässig, mit zwei gewellten Li-
nien, die erste weniger deutlich. Die Zeichnung der
Hinterflügcl oben mehr von S. oeellatns. die Färl»ung
der Basis ähnlicher S. populi; an Stelle des schön
nnd scharf gezeichneten Auges ein verwaschener
schwarzer Fleck mit einem nicht scharf bcgräuzten
Aoge darin. Die ganze l'nterscite war S. ocellatus
Mhnlicher gezeichnet, die Oberseit«; des Th<»rax gleich-
falls. .^Iit .\usnahrae der Oberseite der Vdrderflügel
waren die Thierc also dem Vater S. ocellatUH ähnli-
cher. Westwood bemerkt dabii, dass unter allen be-
kannten ilermaphroditcD Sm. populi am häufigsten, näm-
lich 1» mal vertreten sei , was auf eine besondere
Anlage oder Leichtigkeit zur Verbildung schliessen
lasse.
I'astardc von Sm. oeellalus u. popnli gezogen von Ha-
gue. Kntom. Zeit. 1^.')^. p. 41.
Bastarde von Fl. falcnla und curvatnia gezogen von
Apetz. ibid. p. 231.
Bastarde v»»d Dieranura \innla nnd erminea erzogen
von (inillemot. Von etwa l««» Kier entwickelten sich
|(> Kaupen, die zwischen beiden Arten die Mitte hiel-
ten; die Kuppe glich mehr der von D. vinula. Die
ikbrnettcrlin^'c vereinigten gleiehfall.s die Merkmale
412
beider Arten, 9 waren Männchen, 1 Weibchen, dessen
Eierstock nur 22 atropbirte Eier enthielt. Beschrieben
und abg:ebildet sind diese Bastarde Ann. Soc. Ent.
1856. IV. p. 29. Ich kenne den Fall bis jetzt nur
aus den Mittbeilungen Gerstaeckers in Linnaea XII.
und Bericht pro 1856.
Dieser Fall wird von Menetries Wiener Ent. Monats,
p. 197 als sicher beanstandet, da sich bei Petersburg
ähnliche Varietäten der Schmetterlinge und Raupen
vorfinden.
5. Bastarde von Saturnia spini und carpini, und
6. Bastarde von Saturnia spini und pyri erzog Anker in
Ofen in ziemlicher Anzahl. Die Leiber der Weibchen
enthielten niemals Eier. Lederer Wien. Ent. Monats,
p. 200.
7. Treitschke erhielt aus Begattung von Saturnia Carpini
und spini Eier; die Raupen davon waren denen von
S. carpini ähnlich, grün und schwarz getigert, ver-
wandelten sich aber nicht, cf. Lefebure Ann. Soc.
Ent. L p. 231.
8. Villers Ann. Soc. Ent. IL p. 42K traf Zyg. filipendulae
cT mit Minos 5 in Begattung. Die aus den vom Weib-
chen gelegten Eiern erzogenen Raupen setzte er in
einen isolirten Winkel seines Parkes aus, der keine
Zygaenen beherbergte. Im nächsten Jahie fing er an
jenem Orte our Z. filipendulae. Die Beobachtung ist
selbstverständlich nicht strenge beweisend, überdies
bemerkt Boisduval 1. c. p. 426, Villers habe wahr-
scheinlich eine Z. filipendulae fem. , mit verflossenen
Flecken für Z. Minos gehalten. Es enthält jene
Note noch einige Bemerkungen über Bastarde von
Boisduval, und ein Resume über die geraachten An-
gaben von Brülle 1. c. p. 339. Villers vermuthet, dass
die zahlreichen Varietäten der Nocturnen von Bastard-
eiern herrühren mögen.
In Betreff künstlicher Befruchtung finde ich in Bon-
nets Betrachtungen über die organisirten Körper T. IL
p. 261 die Bemerkung, dass selbe Malpighi bei B. Mori
misslungen sei. Dagegen steht im Stralsundischen
Magazin Stück III. p. 241 eine gelungene Beobach-
tung. Einem sieben Tage alten, in einer Schachtel
allein gehaltenen Weibchen wurde der ausgeschnittene
Eierstock mit der Feuchtigkeit aus den Bläschen
zweier befruchteten weiblichen Falter benetzt; worauf
die Eier sich entwickelten. Der Verfasser bemerkt,
und dies bewegt mich hauptsächlich die Stelle anzu-
413
fuhren. (Ia«s walirschrinlirh auf solclio Wciso iJastardc
am l( ulitcsitn /ti crzi'Uf^on {«cicn. Andere Norsdilüpc
zu einer nastanl/tielit s!« licn noch in Spallan/ani's
pliysikalisclun inxl niatlicjnnti'^elien AMiandlini;.'en
Keip/i;: ITii'.». p. IMO; nanientlirli macht er verseliie-
«lene Vorschliipo, wie man die Miinnehen zur lic-
^'attung ir.it den Weibchen anderer Arten verleiten
kfinne.
Fllr noeh «eniirer Itcweisend, nnd deshalb unnütz an-
penihrt, sin«l die Ik-ispielo eraelitct worden, in welelien
Über die be(d)aehtete I'aarun^ verschiedener Arten berichtet
wird. Ich planbe , das« man zu weit peht , derartigen
Fälleu ohne weiteres jedes Interesse abzusf)reehen nnd selbe
nur als Turiosa in die IJiimpelkammer zu werfen. Ein
Theil derselben, niiiidieh die I'.e^'attnnp sehr nahe ver-
wandtet; Arten, schliesst sieh so nahe an die frllher erwähn-
ten Fälle, dass ihre Mittheilnn;: sieh von selbst reehtt'ertigt.
Aber auch die llbripen dürfen nicht sofort als sieher un-
fruchtbar verworfen werden. An die sogenannten Jumars,
Bastarde \on Hindvieh und Ksel. glaubten Forseher, die
Niemand eines lächerlichen Aberglaubens zeihen wird , un-
bedenklich. Ich meine Spallanzaiii und ]^1nnet. Letzterer
berichtet über die geschehene Zergliederung eines Jumars
zu Lyt»n, bei der sieh (wie Üoiinet früher vorausgesetzt
hatte) der Magen dem des Vaters ähnlieh, d. h. ohne vier
Kammern Vorland. Capt. h'ozier bestätigt neuerdings gleich-
falls die Kxistenz solcher Ha.starde in l'ersien. Der von
Taube beoliaehtete und von Sonniiii erzählte p'all, dass ein
Hahn und eine Knte Junge /engten, ist ähnlicher Categorie.
Muss man nun aller»lings derartige Pralle mit Misstrauen
aufnehmen, s<» seheint es doch zu weit ^regangen , sie ohne
W eitere« für Märchen zu halten, wenn Namen wie Spallan-
zani nn«l Honm t bllrg<n .Mb rdin^'s ist auch hier die I.eicht-
gläubigkeit des l'ublikums nutunter L'rob in Anspruch ge-
oomr.ien, wie der von Ketif de la t^retonne in seinen kleinen
Schriften erzählte Fall beweist, in welchem Mitte vorigen
Jahrhunderts auf I'cfehl eines grossen Monarchen eine Sau
von ein«'m Tagen belegt ein weibliches Junges warf, und
letzteres nach 1 1 Jahren aul ähnliehe Weise ein Junges zur
^^'elt bracht, das schon beinahe ganz enfschweint war!
Cileicher Weise wird <s Niemand einfallen, an die von
Scale» Trans. Knt. Soe, I. Proc p. J^.'t berichtete Paarung
von einer Libelle und Vanc>sa urticae zn glanhen. ha die
Libellen die Schmetterlinge fangen nnd fressen, wird Seales
(iurch einen derartigen Vorgang gefSuscht worden sein.
414
I. Begattung zwischen nahe verwandten Arten.
1. Zygaena Trifolii und Filipendulae, von Weir Ent. Zeit.
1. c. ]). 42.
2. Verschiedene Zygaenen - Arten , von Gerstaecker ibid.
3. Zygaena Ephialtes und Filipendulae.
4. Zygaena Filipendulae und Lonicerae.
5. Zygaena Minos und Peucedani, alle drei von Stein ib.
p. 216.
6. Zygaena Ephialtes cf (gelb) und Filipendulae, häufiger
von Treitschke beobachtet (.5 mal gefangen im Jahre
1817). Er glaubt, dass davon die rothen Ephialtes
stammen, da er niemals rothe und gelbe Ephialtes in
Begattung traf; gleichfalls niemals rothe Ephialtes un-
tereinander, oder rotlie Ephialtes und Filipendulae.
Mitgetheilt von Lefebure Ann. Soc. Ent. 1. 1832.
p. 232.
7. Sph. ligustri (/ und Sp ocellatus von Doubleday. Die
Begattung erfolgte im Brutzvvinger und ist um so
merkwürdiger, als eine Anzahl Thiere beiden Ge-
schlechtes im selben Zwinger vorhanden war. Ento-
mologist. 1842 August, p. 357. und Westwood 1. c.
p. 199.
8. Spilosoma erminea und lubricipeda, von Yates. West*
wood 1. c.
9. Agrion pulchellum und puella, von Hansemann.
10. Libell. depressiuscula und strioiata, von Brauer.
11. Libell. pectoralis und caudalis von Füldner, cf. Ent.
Zeit. 1858. p. 42.
12. Chrysomela menthae und polita, von Müller und Gistl.
ibid. p. 4.H.
13. Chrysomela polita d* und Chr. graminis (menthastri
Suifrian) von Müller, ibid. p. 43.
14. Cassida obsoleta cf mit Cass. lucida 9 Suffrian Ent.
Ztg. 1844. p. 222.
15. Melolontha Hippocastani und vulgaris. Westwood 1. c.
p. 199.
16. Timarcha coriaria und laevigata beobachtete Baran
bei Fontainebleau Ann. Soc, Ent. de France 1853 Bull,
p. 41.
17. Teras emargana cf und eflfractana fand Lefebure in
der Stellung der Begattung ; die Copulatiou wurde
nicht beobachtet. Ann. Soc. Ent. 1. c. p. 232.
Zu erwähnen sind hier noch die Begattungen, bei
welchen sich die Thiere als verschiedene Geschlechter der-
selben Art später herausstellen. Nämlich Pap. Jurtina und
415
.lailira, vi'. Knt. Zti:. I. r. ji. IJ, nml naili LclVImr.' l'nv.
<li8ca i« ■iniiiiactilaiia c;' nn<l rataiia Ann. S<»c. Kiit. 1 v. p. 232,
upIiIh« niich Kisrhcr \uii Hüsslrrstamin Ann. .S<»c. Knl. T. 111.
liiill. p. 40 nur Varietäten von V parnictana sein Kollen.
II. Begattung xwischen nicht nxhe verwandten Arten.
1. Ilihernaria iMo^'iMiiinaria iiixl Cerastis vaccinii.
2. Bomhyx diRjiar nml I'icris hrasHirno. Ann. Sor. Knt.
Her. 111. 1. V. (nach n«rl. Knt. Ziitscli.j.
3. Arpynnis papliia cT on<l Satynis Jnnira, zweimal beob-
a«Iit.t v(in Hlonilcl nn<l Hacriot Ann. Soc. Knt. scr.
I. \ 11. p. .'>4. von Dtiponrlicl howalirhcit«-!.
1. Safynis Jnnira ^ und N'anrssa urticac von rhjrhcl in
«Icn Vopsrn hooii.ichtct ; KitT wurden nirlil j,'olcgt.
ibid. «er. II. II Hüll. p. •'..
('Iirysnni'»la aon^a und Adimonia alni . zweimal von
LiniH' und Mllllcr beobachtet, cf. Kntom. Z<-it. I. c
p. 42.
♦V C'anlharis melanura c' und Klater nicer, von Rossi
be<d»aehtet. ibid. p. 4.'».
7. Donacia simplex c/ und Apoderus coryli von Mlillcr
be«»baehtet ibid. p. 4li.
^. Melo|<»ntha af:ricola cf und Cetonia hirta von Wolf
heobaeljtet ibid )). 44.
0. Topris vaeca. (»vata, nuehitoruis ibid. p. 44.
\(l F.latcr (^ und Ttlephorus Ann. Soc. Knt. 1. c. 'nach
Merl. Knt. Zeitseh.)
11. Otiorhynehus unieolor und (»reina seneeionis. ibid.
12. Chrviiomela und (iallernea na di Mac Keay cf. NVest-
wo(.d 1. c. j>. 1!»7.
].{. f'orcinclja und Chrysomela naeb .Marsham ibid.
14. niap« falidica und Aki« retlexa nach Hopc. ibid.
p. r.'^.
15. I)f»nacia und CrioceriH nach Ilope. ibid.
1(>. liupre^t!M und Klater nach llopo. ihid.
17. Oiimia und rhcloHtonia naeh Shtickard. ibid.
IS. StrophoHomuH coryli und Sciaphilu.i mtiricatuü von Bo
bcman c(. (Jcrstae«ker lUrieht tUr iNxl. p. 1>.
11». Koste«« Bponsa cT und A^rion naja« von nnr beobach-
tet. Kot. Zeil. I. c. p 44.
.Vudonin in Ann Soe, Kni. >.• r. I I p. 2.'{2 berichtet
Über Paarung von Coecin* Ha dinpar mit bipunctata; die ^e-
lepten Kier blieben in »eehs beobachteten Fallen unfrucht-
bar. Ich habe diesen Kall aber nicht angcfllhrt, da nach
416
Schaums brieflicher Mittheilung Mulsanl die Beobachtungen
Audouins als unrichtig nachgewiesen hat. Wo und ob sich
dies auch auf diesen Fall bezieht, weiss ich nicht.
Die practische Seite der Bastardfrage ist ohne Zweifel
die Ermittelung jener Bastarde, die fälschlich als Arten be-
schrieben sind. *) Dass Entomologen ersten Ranges an das
Dasein vieler solcher Arten glauben, beweist der im Ein-
gange angeführte Ausspruch Westwoods. Auch ohne dies,
dünkt mich , beweisen die wohl keiner grössern Sammlung
fehlenden Bastarde Pavonia hybrida major und minor, Sph.
Epilobii und Vespertilioides — die nicht nur in Zwingern
sondern im Freien und nicht selten angetroffen werden —
dass ein Zweifel an dem Vorhandensein und regelmässig
wiederholtem Vorkommen solcher Bastarde, die ich deshalb
Bastardarten nenne, sich füglich nicht aufrecht halten lässt.
Der gütigen Mittheilung des Herrn von Heyden ver-
danke ich die Nachricht, dass sich auch in seiner Biblio-
thek ein kolorirtes Exemplar von Hoefnagels Archetypa be-
findet. Es scheint mit dem von mir erwähnten in allen
Stücken übereinzu?'timmen, und ist ebenso complet.
Die Lepidopteren in Thunberg's „Dieser tationes
Academicae".
Vom Königl. Forstmeister "Vl'ernebarg; in Erfurt.
In einer entomologischen Schrift, wenn ich nicht irre,
in der Stettiner Entomol. Zeitung, doch ist mir augenblick-
lieh nicht erinnerlich an welcher Stelle, wurde vor einiger
Zeit darauf hingewiesen, dass in den von Thunberg heraus-
gegebenen Dissertationen , welche unter dessen Präsidio an
der Universität zu U})sala gehalten worden sind, ein schätz-
bares, noch nicht hinlänglich gewürdigtes Material, die
Entomologie und insbesondere auch die Lepidopterologie
•) Aach dürfte leicht ein oder das andere Ueberleitungs-Exem-
plar dadurch in eine bedenkliche Beweisschwäche verfallen. Red.
417
bctroffcml . cnlliali«'ii «oi. Ks ist mir ^'düngen, ein Kxt-m-
\)\ar der ^^tr^'o(ia^■lltL'^ Tljunber;^'ti(lKii Schrift /.u erwcrbcu
und irli pebe in Nathstolu'udtui das Resultat luciiior I nti;r-
»uchung dos Inlialtts. so weit «r .niidi auf ScIiimttiTlinire
beziehet.
Das Werk ist in .i liandilien in <iro.>s < Ktav erschienen
und fuhrt den Titel:
Dissertationes Acailtniicae I psaliae habitae sub
nraesidio Carol. IVtr. Thunber^ Kquit. Reg. Ord.
\Vasaei cte. Cum Tab. aeneis. (Jottiugae apud.
Jüh. Christ. Dieterich.
Der 1. Rand i»t vom Jahre 17'J9 und hat 5 Tafehi
.\bbildungeu , der L*. Ran«! vom J. 1S<J<) mit .? Tafeln Ab-
bildungen, der .'{. \ou\ J. l>ni mit VJ Tafeln Abbildungen.
Die Abbiklungen Hind in allen '.i Bünden von ziemlich
gleichem Wertlie: rohe Knnstproducte, die virlfach den ge-
meinten (Jcgcnstand nur auniilunui richtig darstellen, die
aber ungeachtet dessen und obgleieh nie auch nicht eolorirt
sind , docii v<»n wesentlichem Nut/AU bei Reurtheilung der
in den Dissertationen abgehandelten Naturkorpcr sind.
Nur der .{. Band enthält Dissertationen, in denen
Schmetterlinge besprochen wenlen. ¥.9 sind dies folgende:
Disiert. de insectis suecicis Pars. 1. I> 11. Dcc. lTs4, Resp.
Job. Borgstrümer.
- 1'. - 10. Dee. IT'.tl. Resp.
IVtcr Kric. J'.ecklin.
- .!. - ;•. .Mai IT'.'L'. Re.sp.
.lac. Ackerman.
r , . • . 4. ., 2.*). Mai ITSI». Res».
Car. Frdr. Sebaldt.
: . 22. Dee. IT'.t-i. Resp.
• Just. Magnus Wenner.
Icber die Abbildungen j>l am Kingange des 3. Ran-
des eine reberisicht gegeben, die aber, wie ich bei den
einzelnen KiÜlcn nacnweisen werde . nicht ganz in l'ebcr-
einstimmung mit den Kupfcrtafeln steht.
So viel im Allgemeinen, wobei nnr noch zu bemerken
bleibt, da.«s es ausser der von mir bei dieser Arbeit be-
nutzten .\nsgabe der Thunberg'schen ..Disscrtationcs" noch
eine andere, mir nicht nälirr bekannte, pebcn mats, da die
Schritten . die ich zu Ratlu" gezogen, nämlich:
Ochsenhcimcr und Treitschke ,,Die Schn)ettcrlinge
Europas", Zettcrntedt „InsccLa Lapponica" und
Herrich Schaffet ,.Systcmatii»ehe Bearbeitung der
Schmetterlinge von Europa".
418
Citate ans Tbiinberg anführen, deren Angaben auf das vor
mir liegende Exemplar dieses Werkes nicht passen.
Bei meinen Erklärungen habe ich für die zu bezeich-
nenden Schmetterlinge diejenigen Namen gewählt, die bis-
her am meisten üblich waren und von denen ich also er-
warten konnte, dass sie die gemeinten Schmetterlinge am
leichtesten allgemein erkennen lassen würden.
T.
Diss6rtatio de insectis suecicis.
Pars. I. 11. De c. 17 84. Joh. Borgstroem,
1. Bombyxdispar pag. 14 = Bomb. monacha9. *)
Da es ausdrücklich heisst: abdomen fusco - albidum,
versus anum purpureum, so muss die Beschreibung, die
auch im Uebrigen besser auf monacha 9, als auf dispar 9
passt, auf erstere bezogen Avcrden.
2. Bombyx grisea pag. 15. = Geometra pomo-
naria H.
Der Text lautet wörtlich: alis incumbentibus cinereo-
ferrugineis: fasciis' duabus fuscis. Habitat in Uplandia.
Magnitudine P. pinguinalis, tota subnuda, cinereo -ferru-
ginea. Antennae duplici ordine pectinatae, fuscescentes.
Thorax antice et lateribus sanguineo-fasciatus. Alae incum-
bentes, tenuissime squamosae, subnudae, diaphanae, cine-
reo - ferrugineae: fasciis duabus nigris, undulatis, una ante
et altera pone medium, alia fascia obsoletissima in medio,
vix ad interiorem marginem exteusa. Subtus omnes alae
pallidiores puncto nigro in medio. Abdomen et femora ci-
nerea, pedibus fusco-annulatis. Femora antice sanguinca.
Die Beschreibung passt genau auf pomonaria, wenn
man annimmt, dass deren orangeroth gefärbte Theile von
■") Wo ich Zetterstedt und Herrich - Schäft'er nicht citire, sind
die betreffenden Species in deren Werken nicht erwähnt. Treitschke
citire ich nicht, weil in dessen Werke nur wenig Species aus den
Thunbergschen Dissertationen erwähnt sind und es mir nach diesen
wenigen Angaben scheint, als habe Treitschke resp. Ochsenheiiner
jene Dissertationen nicht studirt, sondern andern Schriftstellern nach-
geschrieben.
Nach Zetterstedt pag. 928 kommt B. dispar hin und wieder in
Schweden vor.
419
Borpstrociu blutroth ^'cnannt worden siud. — Grisca Ist dir
Hlteste Nauiernir diesen Sehuutterlm|j.
.'J. Noetua |t\rauiidea. pu^'. 1."». Tal). III fif^. .'!.
= \. pyramidea I..
4. Nüctiia evidcns. p. li«. Tal». III. tig. 2. —
\. trilinea. Zett pa^. IM.') Anmerk. Herr. Schttff. Vol. 11.
Index p. .ÖO.
f). \<tctna t ri anpnl ar i s. pa^'. 1»). Tab. III. ti;;'. 1.
— N. cucubali. Zctt. pag. 'SM. Ilerr.-Scbiirt'. Vol. II. Inde\
pag. Ol).
•). Xoctua typliac. pajr. IT. -- N. cannae Tr.
7. (rconietia t b \ ni i :i r i a jia^'. 17. = 0. cytbisa-
ria. S. V. Herr. ScbüfV. V'nl. IM. Index pap. '-''J- Zett. 'p. '.'.'. 1
bintir vcruaria.
8. (leom. enrylaria. pa:;. 1>. = Ci. primaria var.
Zett. pag. 'J,'>.'J fUbrt diese eorylaria als besondere ."^peeies
auf, aber gewiss mit Inrecbt. — Herr.SebäfT. Vnl. III. In-
dex pag. >^.
'.». (ieoni. vespertaria. pa;;. 18. Tab. III. lig. 7.
= Gcom. parallelaria S. V. venpertaria L. Herr.-SebiifT. Vol.
III. Index pag. .'M.
10. Cr com. dentaria. pa;,'. \X I'lat. lacertinaria
L. Zett. p.ig. '.'.')1.'. Herr. Sebiifl'. V..I. II. Index pa-. 17.
11. (J eoin. eultraria. pa^:. \'.\ l'lal. unpnicula
Tr. Zett. pag. i»52. Anmerk. cnitraria ist der illteste, von
P'abr. 177.0 gegebene Name.
12. (ieom. deleataria. pag. 11». niiaria H. ti^.
202. Zett. pap '.»«>;. Anni. Herr. Schaff. III Index p. 9.
Der Text lautet: pee t i n icornia alis viridi albis
fa-Hciia tribu.«« lincolaque intra apicem nigra, Hab. in Hai
landia. P. Osbcck. Magniludo media seu (». Vavariae.
.\ntcnnae pertinatae. fnscae. Alac albo virente«: fa.^eia prima
prope basin nigra, rurva; scconda et tertia in medio, tien
latouudatae. in margine intern« roncnrrentes. Linea ob
liqua nigra in ipso apire. .'^nbtus pallidiores area pnnrti»
tjne nigro.
420
Hier ist unverkennbar iniaria H. pectiiiataria Fuessli
beschrieben. Anch Zett. a. a. 0. zieht deleataria Borgstr.
zu miaria H. sagt aber auffallendcrweise zugleich, dieser
Spanuer sei die echte viridata Linn. F. Suec. 12ö6.
13. Geoiu. pictaria. pag. 10. Tab. III. fig. 6.
Geoiii. lieheuaria Hufu. gauz unzweifelhaft.
Zett. pag. 955 Anin. führt sie als besondere Species
und als identisch mit pictaria Fabr. auf. flerr.-Schäff. p. 69
Pars. III. fuhrt pictaria ebenfalls als besondere Species auf
und citirt dazu, Index: pag. 23., Thunberg. Herrich-Scbäf-
fers pictaria Gurt, ist allerdings eigene Species, aber sehr
verschieden von der Thunberg'schen. Dies ergiebt unzwei-
felhaft eben so deutlieh die Vergleichung der Abbildungen
beider, als Thunbergs Beschrei!)ung. Darin heisst es nament-
lich: Fühler gekämmt (und zwar, wie die Abbildung lehrt,
stark gefiedert, während pictaria Gurt, kaum beim Manne
gewimperte Fühler hat), ferner: Flügel dunkelbraungrau,
mit schwarzen Atomen übersäet: [lictaria Gurt., die ich aus
Herrn Kefersteins Sammlung kenne, hat fast seidengiän-
zende Flügel ohne schwarze Atome.
1'. Geom. fagaria. pag. 20. -^^ Geora. sociaria H.
Bei llerr.-Schätf. als unbekannt bezeichnet.
Der Text lautet: peetinicornis alis cinereis pulverulen-
tis : fasciis duabus dentatis punctoqiie nigris. Habit, in
Hallandia. P. Gsbeek. Magnit. media, tota cinerea seu
albida punctis minutissimis nigris irrorata. Antennae pecti-
natae, cinereae. Alae anticae supra fasciis duabus nigris,
altera prope basin dentata , altera infra marginera , valde
undulata et quasi e punctis nigris concatenata. Punctum
in raedio oblongum. In ipso margine puncta minutissima
vix conspicua nigra. Posticae et omnes subtus fascia postica
et puncto nigro.
Diese Beschreibung wird meine obige Bestimmung
rechtfertigen, zumal sociaria ein mehr dem nördlichen
Deutschland (nach Treitschke) angehöriger, also wohl anch
in Schw^eden vorhandener Spanner ist. Er wird demnach
künftig fagaria zu benennen sein.
15. Geom. scopularia. pag. 20. -=i scabraria Tr.
Bei Herr.-Schäff. als unbekannt bezeichnet.
Der Text lautet: peetinicornis alis albidis: fasciis
quatuor undatis nigris. Magnitudine G. vavariae, tota ci-
uereo-alba. Antennae alterius sexus setaceae. Alae anticae
fasciis quatuor undulatis nigris absque puncto; subtus hae
4Ü
fasciae obsoletioren. Posticiu: pancto faiKiaque unica oigriM.
Sobtii^ onine» an-ii pnnctoqoe nigTW. Puncta marginis ala
ruru nulla.
Auf keinen mir bekannten Spanner tcbcint mir diesf
Hesebreibun^' besser zu passen, als auf seabraria d', doch
luöcbte icb die Bestimmung n<>cb nicbt fUr ganz unzweifel
baft halten.
IH. (reoni. q u ad ri fa h( I aria. pa;:. 21. = plumba-
ria Fabr. Ft'-i H<*rr SrbafT. al»s unbekannt bezeichnet.
17. (ieoiii vittata. paL' -1. (ieoni. rubri' ' i
S. V. \'on Herr. SebätT«'r zu liirnata cezog-en. abt-r ^'' \ -
mit l'nreeht. wie di-r Text bei Thiinberg deutlieb erpicb:
welcher so lautet: (»enm. setirornis alis pnrpurascentibus
vitta pallida Ma^nitudine P. porpuraiis, tota fnsco-purpura<
cens , alis oninilius in medio vitta pallida rerta.
Lignata »oli hih b nur in südlichen Gegenden vur
kommen
IH. (leuui. immaculata. pag. 21. := purriuaria
Schlaeg. Bei Herr.-Sebätf. aU unbekannt aufgcllibrt.
Der Text heisst: !»etieoniis alis omnibus viridibus im
marnlatis. Habit, l'psaliae. Major paullo (). viridata
Antrnnae setaeear , siipra nivcac. snbtus cinereae. Alac
omnes rotundatae . intejrrac, saturate virides, immaculatae
utrinque, sed subtus pallidiores. Thorax et abdonieo supra
viridia. Abdomen subtus et ped»'« eiuerei.
Der Verpleieb mit \iridata (weicbeg jedenfalls die \i
ridata Fahr ist, denn auf Fabr. wird in der ganzen Dis
scrtation stets Bezug genommen; zeigt, da«s nor ein kleiner
Spanner gemeint sein kann. Die Angaben scheinen wir
am B- f <»eom. porrinaria zu pansfu . wrlehrr Span
ner «ii -n (^n«rlini«'n . die ihm «»igen sind, znwcileii
80 wenig f-rkennen lasst . das« man seine Flügel wohl nn
gefleckt grün nennen kann
l'J. (tcom. maculata. pag L'l. lab. III. ti»j. .• ->
uiacularia L. Bei Herr. Sehüflf. nirht erwähnt
2i). Geom. pulvirat». pa- JJ Tab. 111. fi^. 4
^r- divcrsata S. V. — Herr. SchatT Vol. III. lud» x pag. l'ö.
Zeit. pag. ''"'t tlilirt ilicHi- juih.r.'ita üIs lif«.i.n<I«rr .S|>e
cies auf
'JA
422
21. Geoni. brunneata. pag-. 22. = Geom pineta-
ria H. Zett. pag. 957. Anmerk. Herr.-Schäff. Vol. III. Iudex
pag. 5. brunneata ist der älteste Name, wie auch Lederer
schon bemerkt hat.
22. Geom. similata. pag. 22. = Geom. perochrea-
ria F. R. Zett. pag-. 959 bei ochrearia.
Aus dem Citat bei Zett.: Hüb. flg. HO geht hervor,
dass er ochrearia wirklich gemeint hat. Nun möchte die
Beschreibung der similata wohl auf ochrearia (ochreata
Scop.) eben so gut anzuwenden sein, als auf perochrearia.
Allein da die Grösse wie Pyr. purpuralis angegeben ist, so
kann nnr perochrearia gemeint sein.
Herrich - Schäffer citirt similata bei ochrearia W. V.
jedoch als zweifelhaft, wie pag. 29 des Index zu Vol. III.
ergiebt, wo similata mit einem f aufgeführt ist,
23. Geom. flavicata. pag. 23. = luteata Fabr. Tr.
Herr.-Schäff. Vol. III. Index pag. 12.
24. Geom. crenata. pag. 23. r^- rhamnata W. V.
Von Herr.-Schäff. mit ? zu rhamnata gezogen, die Beschrei-
bung passt aber sehr wohl auf diesen Spanner.
25. Geom. cuspidata. pag. 23. Tab. III. fig. 12.
= fulvata W. V. Herr.-Schäff Vol. III. Index pag. 9.
26. Geom. variata. pag. 24. =. russata W. V.
Von Zetterstedt mit Bestimmtheit, von Herr.-Schäff. mit f
dazu gezogen.
Die Beschreibung passt auf gewisse Varietäten der
vielfach abändernden russata ganz gut.
27. Geom. obliqu ata. pag. 24. Tab. III. tig. 11.
=:= lineolata W. \^ Zetterstedt (pag. 954 in der Anmerkung
zu sordidaria) und Herr. Schaff, ziehen obliquata Thunb. zu
lineolata, ich muss aber bemerken, dass sowohl die Be-
schreibung, als noch mehr die Abbildung auch auf Geom.
polygrammata passen.
28. Geom. reticulata. pag. 25. = reticulata \V. V.
Zetterst. pag. 961. Anmerk. hinter A. inciliata Herr.-Schäff.
Vol. III. Index pag. 26,
29. Geom. uebulata. pag. 25. — dilutata W. V.
Zetterst. pag. 961. Anmerk. hinter Acid. inciliata. Herr.-
Schäff. Vol. III. Index pag. 10.
426
.V>. Geoui. (rifasciAta. pag. 25. -• iinpluviata W.
\. Z. i( ist. pup. {'.'»O. hri iinpluviata. Mcrr. ScIiäfT. \n\.
lll. li.:. . pa::. I.').
.... i..iiin. für. .4;... ,..i^ _.,. iai». III. ti;.'. lO. -r
elutata W. V. Wcd.r von Zc'tt. noch von Herr. Schaff, cr-
w-älint. Ittztorer hat Vol. III. Imlex pi, j \:\ fur^ata Thuub.
mit t.'incm r. Walirschcinlich soll das fiinata sein, <la anf
Thiinb. Di8.sert. pa^'. 14. lii/.ui: ^onoinnp-n ist und dicseif»
pa;;ii)a bei (Itoni. tritasciata an;;czo^cn int.
Ifbrigens j)asst licsi-hrtibunt: und die, alicrdiogi«
mangelhafte., .Xbbildunir bei Tbnnher? iran?. sicher auf
Kxcmplare der elutata mit dentlichen (^uerbinden.
32. Geom. violat.i. pa^. Ju. Tal». III. tig. 9 =
decorata \\ . \. Zoltcrst. . pa;:. 908. .Vnnjtrk. hinter remu
tata, .soW(»hl, als Herr. .^häff. ziehen violata Tliuiib. zu or
nata W. V., aber pewis« mit I nrecht. Denn die Worte
der Beschreibung bei Thnnb : .Limbnx marcinis (alarnm)
|)Ostice latf fasciatUH liluri« eontJiientibiis. valde unduIati.H.
ni^« et ferrnj:in» is. inclndcntibu«« tiisciain o maculis cocru-
leis' jjasst «icluT mir anf de« «»rata. Wo hüttc ornata so
auffallende blau«' Fleek«Mi. das«« danach, wi»» von Thuuberj^
geschehen, di ■ l'-enennun;: li"r/nleitPn würe.
33. Geom. oblonpata pa^. 2»). Tab. HI. tip. 9.
«■» centaureata Fabr. Zctterst. pap. 5Mi3. Anmcrk. hinter
hngpiuta. Herr.-Schiiff. \(>l. III pa^. 8 des Index.
'M. (Oeom.) Pyrali« »aeralis. pag. 27. « Geom.
sacraria L.
3.'). Pyr. ocellaris. pag. 27. Tab. III. ti^-. Itj und
17. ^ Pyr. sericcalis 11. Zctt. pap. 912. Annierk. hinter
arcticalis.
36. Pyr. nemoralis. pa^ 28. Tab III flg. \^. —
griscalis H. Zettcrst. pa;:. IHU». Anmerk hinter tcntacnlarift.
37. Pvr. «tordialig. p ~ Tr
\y. V. Der Text lautet: Pyr Nf--
nitudine P. purparalis tota frrrnirin«»o tn«"'«. mtmacti'
.Votcnnae setacea*. Üas rothgelbe liaUiiand der Pyr a* i.^ a
lis hat Thunberg allerdiuc« nieht erwähnt, allein da di«-
Färbung «lesselben sehr leieht verbleicht nnd dann 1< . !it
übersehen wird. ?o halte ich obige P.. stimnüiiig um so u. :,,
424
für richtig, als die Bezeichnung der Grundfarbe gut passt.
Denn in der Dissertation von Borgstroem wird mit ferrugi-
neus eine rothfarbige, also ziemlich gelbbraune Färbung
bezeichnet, so dass fusco - ferrugineus ein gelbliches Grau-
schwarz bedeutet. In Frage könnte allenfalls noch Pyr.
aerealis var. opacalis kommen, doch möchten ganz zeich-
nungslose Exemplare nicht vorkommen. Mir wenigstens
sind dergleichen nicht bekannt.
'ö'
38. Pyr. minialis. pag. 28. = Lith. rosea Tr.
Zetterst. pag. 932 Anmerk.
39. Pyr. sulphuralis. pag. 28. Tab. III. fig. 14.
-= N. sulphurea Tr. Zetterst, pag. 951 Anmerk.
40. Pyr. atralis. pag. 29. Tab. III. fig. 13. -
octomaculata L. Zett. pag. 976.
41. Pyr. nivealis. pag. 29. = prunalis W. V. bei
Zett. pag. 971, Anmerk. hinter numeralis mit Bezug auf
Fabr. und Thunberg als eine unzweifelhafte Species erwähnt.
Herr. - Schaff, citirt Thunberg nicht. Er zieht aber
die nivealis Fabr., auf welche im Thunberg Bezug genom-
men wird, mit einem ? zu umbralis H. Darin irrt er ge-
wiss. Denn einmal hat umbralis vor dem Hinterrande keine
dunkle Zackenlinie, wie sie nivealis Fabr. et Thunb. haben
soll , sondern eine weisse und dann hat umbralis keine
dunkle Oberseite der Hinterflügel, wie sie gleichfalls nivea-
lis haben soll, sondern ganz deutlich eine fast weisse, mit
schwarzgrau am Saume.
Die Beschreibung bei Fabr. — Spec. insect. II. pag.
274 — passt genau auf prunalis H. und nicht minder die
bei Thunberg.
42. Pyr. punctalis. pag. 30. = Pyr. angustalis
W. V. Die Bestimmung ist unzweifelhaft. Bemerkt möge
hier werden, dass Fabr. in Species Insectorum Tom. II.
pag. 275. No. 193 eine Pyr. punctalis aufführt, die = an-
gustalis W. V. ist und von Borgstroem auch citirt wird.
In der Mantisse Tom. II. pag. 222 führt Fabr. unter No. 312
wieder die punctalis = angustalis W. V. — welche letztere
Fabr. sogar citirt — auf und unter 313. curtalis -^ angu-
stalis $ W. V. Treitschke citirt aber Band 7. pag. 46 die
punctalis Fabr. bei seiner angustalis nicht, während er cur-
talis Fabr. erwähnt.
43. Tortr. fagaua. pag. 30. = Tortr. prasinaua L.
Zetterst. pag. 976.
425
43a. Tortr. rnronana pap. 3(). Tab. III. fip. 22.
«7- Tcra.s bnrin;:trana M li^:. 2\(\. Tortr. aus nigris: fascia
obiicjua (Ic-ntata rubra. Ma^'iiitiulo et fariog T. bnraclranae,
fusca tcita. Alae anticac biij)ra nigrae, nitidao, marginc cx-
Icmo et inpriniis postico ciliatÄC. Ante medium fascia oh-
liqna, ferruginca, albo-marginata, antrorfium dcntata, mar-
ginc« non tangcns. Snbtus paJlidirtrcs, nnicolores. Pnsti
cae alac ciliatac, ciiurrac «trinquc.
Fascia alanim cruribns anteriora »pertat et roronam
omnino ritVrt.
Dass es sich um eine Teras handelt, geht aus der
Beschreibung klar her>'or. Herr. • Schaff, bezieht diese co-
runana, Vol. III. Index p. 11. auf scabrana W. V. und reeh-
net dazu auch Buringerana H. 21»')^ wie p. 150 ergiebt.
44 Tort r. pur pu rana. p. M. fimbrialis W. V.
Zotterst. p. 07.'). Zeile 2 erklärt purpurana Thunb. für iden-
tisch mit Pyr. transmissalis die ich nicht kenne, die auch
Herr. - Schaff, nicht erwähnt, während er die purpurana
Vol. IV. Index |K .'>5 zu fimbrialis W. V. rechnet.
4.'). Tortr. niontiniana. p. .'^1. --- Tin. faganella
Tr. Zctterst. p. 1(»03. Anmerk. hinter Westermanella lierr.-
Schäff. Vol. V. Index p. 21«.
46. Tortr. Osbeckiana. p. 31. Tab. III. tip. 21.
abildgaardana Tr. Zctterst. p. OTT. Anmerk. hinter
atropunctata. Herr. -Schaff. Vol. IV. Index p. 31 mit ? zn
abililpaardana gezogen, während sie p. 1. ibid. bei abild-
gaardana als sicher zugch«"»rig erwähnt wird. Die Os-
bcckiana lä.Hst hierüber auch keinen Zweifel, das Bild da-
gegen ist ganz unk'^nntlich.
47. Tortr. Script an a. p. .32. \V(»cberianft W.
V. Zetter»«t. p. '.♦<). Anmerk hinter arcnana. fllhrt scrip-
tana Tliunb. als besondere Snecies oebea Woeberiana auf.
Herr. Schaff. Vol. IV. Index p 4>* bei Woeberiana.
r>ie Hcschreibung der scripta spricht ganz dafür, daas die-
ser Wickler mit Woeberiana identisch sei.
4t<. Tortr scabrana. p 13. «ffraetana H. Zett.
p. 9^. .Vnmerk liint«r stramin^ana . crw;ilint . dass ihm
Pvr. nivoana Fabr. unter dem Namen scabrana Thunb. xa-
gesendet worden sei. F'abricius nivcana soll aber Tortr.
trrncriana Tr. »ein (cf. Stett. Entomol. Zcitnng 1^S4. Kri-
tjsrhr Bemerkungen tlhrr einige Wirklcrarten von SchligerV
426
Herr. - Schaff. Vol. IV. Index p. 39 zieht scabrana
Thunb. zu effractana, erwähnt sie aber p. 14 bei effractana
nicht, sondern nur scabrana Fabr., welche von Borgstroem
zu seiner scabrana citirt wird.
Der Text lautet: „T. scabrana, alis cinereis fusco-
subfasciatis scabrls, margine exteriorc exciso.
Fabr. Sp. ins, p. 284. Magnitiuline T. loeflingianae
supra albido-cinerea, subtus fusca margine omni albo. Alae
anticae minus scabrae, quam in T. litterana, fasciis duabus
fuscis, altera in medio arcuata, eruribus antrorsum spec-
tantibus, altera infra apicem obliqua undulata, abrupta.
Tntra ipsnm marginem fascia tenuissima fusca obsoleta.
Da Borgstroem Fabricius Spec. Ins. verglichen hat,
dort aber unter scabrana nicht treueriana beschrieben sein
kann, einmal weil Vorder- und Hiuterflügel aschgrau ge-
nannt werden und zweitens weil der Vorderrand quasi ex-
cisus sein soll, auch Fabr. in der Mantisse gleichzeitig ni-
veana und scabrana aufführt, so kann die scabrana Thunb.
nicht treueriana sein. Es bleibt daher nur scabrana Fabr.
= effractana H. übrig; cf. torquana Zett.
49.. Tortr. litterana. p. 32. Tab. 111. fig. 20. ---=
literana L. Zett. p. 985. Anmerk. hinter strigulosana. Es
werden im Text 2 Varietäten aufgeführt und dazu squamana
Fabr. und literana Fabr. citirt.
50. Tortr. stroemiaua. p. 33. =- corticaua W. V.
Zetterst. p. 985. Anmerk. hinter strigulosana Herr. - Schaff.
Vol. IV. Index p. 43.
Zetterst. zieht stroemiana Thunb. zu isertana Fabr.
= corticana W. V.
Herr.-Schäff. dagegen zu similana = stroemiana Fabr.
Fabr. sagt bei seiner Stroemiana, Spec. ins. Tom. II. p. 280:
statura praecedentium (solaudriana, udmanniana). Borg-
stroem dagegen sagt (obgleich er stroemiana Fabr. citirt)
von seiner stroemiana: inter minores hujus generis, tota
cinerea, nigro-irrorata. Deshalb, und weil die ganze Be-
schreibung vollkommen auf corticana W. V. passt, ist diese
ohne Zweifel die stroemiana Thunb.
51. Tortr. westriniana. p. 33. Tab. 111. fig. 19. ==
xylosteana W. V. Zett. p. 978. Westriniana, als besondere
Species aufgeführt, jedoch, wie die Anmerkung ergiebt,
mit Zweifeln.
Herr.-Schäff. ist zweifelhaft, ob er diese Westriniana
zu piceana oder zu xylosteana ziehen soll. Cfr. Vol. IV.
4J't
Iudex p. 33 uo<l p. 4>» unUr W. mid X. Borfrslrocro giebl
fol^jende Bcsifirrilitm;;:
Turtr. wrstniuHna: aÜK flaviv: Cascia bifida punctiBqae
duubus ferrngincis. Habitat Ipsaliae et alibi (also nicht
selttuj. MHj;mtud.> cf facirs T. liM-bcanac. Caput villosum
testaceuio. Talpi apit-«' bitidi, xillosi, brcvitisimi. Au
ttunac ft rrugincai' . ruiporc friplo l»r«vior«'tJ. Thorax f»rru-
gineus villoäUh Alae aiitirac obtiiHi.Hhiinac. lutoao, nitidae;
»upra pri*|>e basiii inuriila obUtiiga, in punctiiiu manifestum
terminaLa et mar^'ü ferru^riiicug: iu mcdiu alac a margioc
eiteruo ad angulum ani fa«cia obliqua, lata, vcthus mar-
ginem cxtcrnum tt versus an^ulam ani bifida, in
modio cüujuncta lineola ni^'ra: in ipeo alae apire litura
minima et faseiae aliijiiot t<nuisi<imae, nudulatao, ferru^i-
ncae. Subtu» tubcac mar^-inc luteae. l'usticae fuHcae.
apicc luteseente. Abd<»men et pedes tlavcscente».
Diese Beschreibung pa8e>t nur auf xylnstoana und
zwar aut oulche ExeiubLrc. wu der duukle Wisch auf den
ObcrfiUgcln zwischen der Spitze und der Mituibinde, gegen
den Ilintt rraiHl , \erIogchin ist und als di<" vun Borgstroom
gcüHüUlen fasciae tenuissimae erseheint. Meine Exem-
plare von xvlottcana. vtm Kielienraupen gezogen, sind alle
in der Grundfarbe mehr rotligelb, als die Abbildungen bei
Fischer V. Koslerstamm, Tab. 4f) , die mir gar nicht recht
Kclungcü scheinen, namentlich auch um dowillrn, weil die
Makel am Vorderrandc ganz von der Mittclbinde getrennt
ibt . wahrend sie an meinen Exemplaren damit zusammen
hängt und zwischen beiden nur die kleine schwarze Linie
i«»t, die Bnrgstroem erwühnt. S»> pa*i!-en auch dann die
Worto in obi^r Besehreibung sehr gut, welche die Mitt«l
binde aU zweitbeilig gegen den Vorderrand bezeichnen.
Zettcrstcdt hat sich wt.fd durch die Fischer'schc Abbildung,
durch deren graue Färhmi;: . btstimmen lassen, westriniana
und xylosicana zu tr- nii'ii . iknu gerade in der Färbung
tindel er nur den In;
(iegen pjceana i die Bcscbrcibun;: d.-r Mittel
binde und hauptsüchlicn die der Unterseite.
r>2. Tortr. Gy He nhalian«. p. 34. Tab. 111. fig.
1^ ni " Tr. Zcttcrut p, 0^1. cruciana L.
11..'. V«>1. \\. p. \2 bi'i cruri.in.i I. . im Text,
p. 1^2, l>ci excoeeana bcisst es aber laliana Tbonh.
aiu nicht hierher gehr.ren, weil sie > -uife haben »oll.
Zelterstedt be*chreibt seine eruciaoa ganz Obercin
' mit B'r -' ^ <;yl|rnhaliana and daa ist kein
ilenii. ^>: .hrt, erhielt er den Bor^troem'schen
i
428
SchraetterÜDg selbst von Thunberg. Beide Beschreibungen
passen treffend auf myrtillana. Allein darin wird Zetterst.
wohl irren, dass er diesen Schmetterling für cruciana L.
hält, ich hoffe hierüber später den bestimmten Nachweis
liefern zu können.
Herrich - Schäffer irrt, wenn er cruciana L. zu excoe-
cana F. R. zieht. Er scheint auch seiner Sache nicht ge-
wiss gewesen zu sein, denn er behält den Fischer'-
schen Namen bei; excoecana ist gewiss verschieden von
cruciana L. , wie ich auch bei anderer Gelegenheit hoffe
därthun zu können. Der Name Gyllenhaliana muss also
in Kraft treten.
53. Tortr. retusana. p. 34. - Tin. antennella W.
V. Zetterst. p. 1000. Anmerk. hinter heracleella. Herr.-
Schäff. Vol. V. p. 3.
54. Tortr. ferrugana p. 35. == ferrugana W. V.
Zetterst. p. 979. bei modeeriana. Herr. - Schaff. Vol. IV.
p. 16. ganz irrig zu ministrana gezogen.
Borgstroem beschreibt die Varietät mit rostfarbigen
Oberflügeln mit weissem Mittelpunkt. F. v. R. Tab. 24.
Ob modeeriana L. zu ferrugana zu ziehen sei, wie
Zetterstedt thut, scheint mir noch zweifelhaft, namentlich
wegen der Färbung der Unterflügel. Herr. - Schaff, zieht
modeeriana L. u. Zett. zu rufana W. V. , was ich aber für
ganz unbegründet erachten möchte.
55. Tortr. punctana. p. 35. Tab. 111. fig. 25. =
Tortr. revayana W. V. var. dilutana. Herr. Schaff. Vol. IV.
Index p. 37,
t 56. Tortr. luna na. p. 35. =
Zetterst.
Bei Herr.-Schäff. als unbekannnt bezeichnet.
Der Text lautet: Tortr. luuana: alis cinereis, fasciis
duabus fuscis lunatis, antennis pectinatis. Parva, magni-
tudine T. bergmannianae. Caput, thorax, corpus, pedes et
antennae pectinatae, fnscae. Alae anticae deflexae, obtusae,
cinereae, fdsco tenuissime irroratae, fasciis duabus nigris:
altera in medio alarum, utrinque attenuata, lunata, cruribus
anteriora spectantibus; altera intra apicem, margiue externo
dilatata. Posticae supra fuscae. Alae omnes subtus cine-
reae, nigro-irroratae.
Fast vermuthe ich, dass diese lunaua die vinculana
42^
Tr ist. da ich aber le^zterr weder in natnra, noeh nach
"iner Ahbildnng vprpleichen kann, so mnss ich f^n dabin
ffpstellt sein lass.-u, ob meine Vermothonc cecrttndet i«t.
»Wahrscheinlich war das Exemplar, wo' " be-
schrieben hat. nn^'cspannt. wa* bei 1 Mit-
telbinde von Bedentong ist
57. Tinea Bjei kandrc IIa. p. 36. Tab. III. fig. 23.
24 = Pvr. vibralis Tr. Zetterst p. 974. .\nmerk. hinter
albipunculis. Herr.-Schäff. Vol V. Index p. 4H.
Borgstroem piebl ansfthrlichc Beschreiban« der Kanpe
und des Falters.
\ on den anfgeführten y< Arten sind sonach onbeitimmt
gebheben: 1 Species. Xicht völlig sicher bestimmt blieben:
2 Species. erstere ist mit einem t. leutere sind mit einem
' vor dem N'amen bezeichnet.
(Fortsetzung folgt >
Uebcr die Wirkungen einiger Pflanzensafte,
die durch Verwundung in den Korper der Insekten
gebracht wurden.
Von .t. B<>cker.
Im Bnlletin d.' la Soci^t^ Imperiale de« N'ataraliste«
de M.^cou, ann«^-- 1>'.^7. No. 1, berichtete ich Über die Wir-
kungen den Tabaksat>s. der Blaasiore, de» ChlorwasRers,
der .Salz.*aure, der ätherischen Oele von Artemisia procera,*
Thymus marschalliann» und .Mentha crispa, des kohl,
und conrentrirton dtzind. n \atr«'n«. des Schwel
Salmiak -erst V F- ... ,^^.^^ ^j^^
keit.>n mit .-m - ^ der Insek: .. .
bracht wurden. 1. r die Versuche mit den Säf-
ten vcn..hiedf^n.T [. i pflunzen f, -_- . -t. Von
F'tlanzen nahm uh immer eine Ohertasae % e Blit-
icr. (von urobancho curaana die car. iartlber
kochendes W'asscr nnd lie«« Ha« i - in Im-
rtlhren erkalten. Hei a le irh eine Na-
del entweder in den Sa :,r m den Mith-
««aft einer Pflanze, oder in einen AnfgOM nnd verwundete
430
mit derselben die Thierc immer in die Brust, was ich bei
den nun folgenden Mittheilungen nicht weiter erwähnen
werde.
Mit den Früchten von Solanum persicum und S. nigram
tödtete ich viele Schmetterlinge, Fliegen und Spinnen. Bei
den Schmetterlingen war ein Zucken der Beine noch nach
2 Stunden bemerkbar. Fliegen und Spinnen wurden anfangs
regungslos, nach einigen Sekunden regten sie sich und star-
ben dann. Doch starben auch Stubenfliegen von den Früch-
ten beider Arten augenblicklich.
Unreife Spargelfrüchte betäubten Schmetterlinge und
Fliegen; letztere bewegten sich hinterher und starben.
Brombeerenfrüchte (Rubus caesius) tödteten Tagschmet-
terlinge, Fliegen und Libellen schnell, Heuschrecken und
Käfer langsamer.
Die Frucht von Aristolochia clematitis tödtete langsam
Lycaena circe.
Die Säfte der Aepfel und Birnen wirkten schwach,
doch wurde durch erstere der Tod schneller herbeigeführt.
Von Schlehenfrüchten starben Schmetterlinge und Li-
bellen nicht schnell.
Von reifer Rhamnus cathartica- Frucht bekamen Schmet-
terlinge und Libellen Krämpfe und starben bald.
Die Früchte von Crataegus ambigua tödteten schnell.
Wolfsmilchsaft tödtete ScTimetterlinge, Fliegen und Heu-
schrecken; schneller starben sie von Mulgedium tataricum-
Milchsaft, welcher zäher ist als ersterer. Der Schmetterling
Colias neriene zieht seine Kahrung häufig aus den Blüthen
von Mulpedium tataricum. Der Milchsaft dieser Pflanze in
seinen Körper gebracht tödtet ihn augenblicklich.
Der Milchsaft von Lactuca scariola tödtete schneller als
der Saft von Solanum nigrum-Frucht.
Der Milchsaft von Tragopogon floccosum tödtete fast
augenblicklich Hipparchia eudora.
Der Milchsaft von Taraxacum glaucanthum tödtete Co-
lias rhamni nicht.
Der Milchsaft von Cynanchum sibiricum tödtete Pontia
napi und Libellen nicht schnell.
Von einem Pilze starb Pontia napi bald.
Von Solanum nigrum Blättern starben Botys sticticalis
und Plusia circumflexa nicht. Dagegen starlDen sie von
Solanum persicum -Blättern, bewegten aber noch lange die
Fühler und streckten den Saugrüssel öfters gerade hinaus.
Von Hanfblättern starben Schmetterlinge langsam, auch
Libellen und Fliegen zappelten lange.
Aristolochia clematis-Blätter tödteten schnell Lycaena
481
a-'^ron, fMiiMa ijrrumflcxu und A^rion virgo; llipparchia
.SLiiirlo Hchicii .•lu^TuhlicklicIi mit Kriimjtftn zu sterfun. zap-
pilttn aber nnchlier wiedi'r; (laMnelbc zeigten Ocdipoda-
Art.n.
\ t>ii X.inthium t*lrumariuin gtarl>cn llipparchia »crmic,
l.viaona ac;;()n, Tlusia lircumlk'xa und I^ibL-llcn niiht. Da
pc^tn starlxMi (Mirysups rdictus und audcri- Flii'j,'rn.
Vdii lA'piiiiuni latifuliuni starben weder Fliegen noch
andi-re Tliicre.
Von Ilynsrynmus niper ptarbrn F.nprepla pnlchra. Hip
pan liia s.'nulf', f.ycaena ciroo und Wickler schnell mit star-
ken Kriunplen; ( »cdipoda- Arten bekamen auch Krumpfe,
lebten aber nachher noch lange.
Von Silau'j bcsRcn «tarbrn Für^'m nii'i >rlinM ti« Tlin;;e
nn ht.
Von IJliamnus cathartna Hliittem starben Hipparchia
eudora schnell. Tolias ncriene lanfrsani.
Von Crataegus ambigua lUättern Btarben Hesperia sidae
und Hipparchia eudora schnell: C'olias neriene und l'ontia
napi lHn^.'>am
Von Ar^'uzia nic8t*cr»chniidia [starb Colias ncriene nicht.
Von Ornbanebc cumawa wurden Schmetterlinge ruhig,
htreckten ihren Saugrllsncl weit au» und starben nicht bald;
Fliegen dag« gen starben bald.
Von \ erbascum thapsus starben Schmetterlincc und
Ijhrllen nicht schnell.
Von Convallaria n)njnlis «tarb kein "^chractl' rhng.
Trifft der Stich der vergilteien Nadel »ehr cujpfiodliche
innere Thcüe eine» Insekte«, ho stirbt rs natürlich »ehnelUr
al.H wenn mnHier eninfindliche Theile getroffen weiden. Da»
Leben der spinnen. Fliegen ond Libijlf n ist den niften we-
uit;«r «ideriitandhfahig al« da.n Leben «I» r S«hiii' ' ;e
und Käfer; am meisten Widi rstand zeigt »las I r
Orthopteren, denn voiu stärkxteu (lifte wenbn Mauli.-» «»tler
Oedip».da-.\rten nie augenblicklieh sterben; auch wenn man
ihnen den Kopf abreisst, regen »ie »ich noch nach vielen
Stunden. Daher l.*i»*t sich über die Erprobung d«r (Jifte
auf diese Thiere niehl viel sagen. Wenn man bedenkt,
das» fiie Insekten oft Th;:»' lang an der Na»lel leben, »la*»
aneh <»ft ein fiedrnt«nder Druck auf ihre Hru««t nicht voll-
»lautlic t<'df»t. .Sil niUHH man sich llber di< Wirkun,:
mancher nlanzeujwitle wundern. Dem L..: .gen wird
CS auf seinen Excur«ioiien lieb Hein . inebreK* Mittel in
wissen, wodurch er die Thiere tödten kann, znnial wenn er
432
seinen Tabackssaft vergessen hat. Findet er das eine Ge-
wächs nicht, so wird er leicht das andere finden, oder selbst
schnelltödtende Gewächse ausfindig machen
Sarepta, am 5. März 1858.
Anm. d. Eed. Es ist kürzlich behauptet worden, ein
Stich mit der Kadel vorn in die Brust eines Insekts diago-
nal nach dem Abdomen hinauf führe den fast augenblick-
lichen Tod desselben herbei. Wenn das auch nur bei ein-
zelnen Arten zuträfe, so würde dadurch offenbar der Inhalt
der vorstehenden Beobachtungen wesentlich in Frage gestellt.
C. A. D.
Chemisches Problem,
ansjeregt von JTuI. I*«tieys,
General-Secretair im Ministerium der Justiz in Brüssel.
Aus einem Briefe des Herrn Putzeys vom 11. Juli d. J.
iheile ich folgende Beobachtung mit, um deren Aufklärung
die mit Chemiealien vertrauten Leser dieser Zeitung hiermit
ersucht werden. C. A. Do hm.
Au mois de mai 1856, me trouvant dans les Pyrenees,
et n'omettant de recueillir, ä raison de l'habitat, aucune
espece de Carabiques quelque commune qu'elle füt, je jetais
mes insectes dans une fiole, contenant de la raousse hu-
mectee d'alcool auquel j'avais ajoute quelques gouttes d'ammo-
niac liquide. J'avais remarque que cette preparation tue
immediatement les insectes sans leur laisser le temps de
s'entre-detruire.
Mettant un jour dans ma fiole un Anchomenus al-
bipes, je fut sürpris de voir se degager subitement une
fumee blanche qui remplit le flacon: l'experieuce repetee,
produisit le meme resultat; d'autres Carabiques p. ex. le
Platysma oblongo-punctatum se comporterent de
meme. Ce n'etait pas une vapeur bleuätre comrae celle
que degagent les Aptinus et les Brach inus, mais une
fumee d'un blanc de lait, plus 6paisse et disparaissant beau-
coup plus lentement.
48S
Revenu ä Firuxcllcs, je plongcai dans un liquide sem-
Mable les melius espeees, «t I" A ncli <• menus angusti-
collis, et j'obtins unc exlialation ideDtiqoe d^s riDStant oü
rinsecte t^tait prtsentr h loritico du flaron.
Les va|icur8 uuiinoniaralrs. hc conihinaut avec la liqueur
raustirjue que jcttcnt boauc«»uj) de Carahiqueß, produit-clle
une composition «»u unc drcoinjuisitiMU thiiniquo? quelle est
la nature de laction pruduit«*? «^uelles sunt les circoostances
les plus favurahles pour lobtcnir? Teiles sniit les questions
quf j'aurais voulu tenter de r<^8oudre et qoe je vous livre,
Monsieur le President, convaincu quo fi dies vous paraissent
eu valoir la poine, vous voudrcz bieii les souuicltre a nos
eullC'gues plus eoiupeteus de la societe.
Ueberset/ung:
AU ii b oiirh im Mmi 1856 in dou Pjrcnii«*n befand und aus
Gründen d«>r j<Mjirr»j)hi*( hcu V.'rhroitun;: auch di*« gemeinsten 'ara
bicinen einsamni>>lt«>. warf ich niein»- In<iecteu in <-in Glas mit Moos,
da« irh mit Alkohol benetzt und dicx-m >ini;je Tropfen düs>ii;es Am-
moniak beifeiufuift hatte: nach raeiuer hrtahrun^ tüdtet diese Nmcbuiig
augenblickliih alle lasekten und lÜMt ihnen keine Zeit, sich unter-
einander lu b<*»rhädiffen.
Kine« l'a^es «arf ich einen Anchomenuji albipe^ in mein Glaa
und war Terwund«*rL, daaa ticb tofurt ein weisser C^ualm bildete, der
dies Kläschrhen aust'ülltc. wi«»derhull«* \'ersuche «'r^Mbt^n dasselbe Ke-
sultat; andre < arubiciiieu z. H. Platviima oblon;;u-punctatuni, lieferten
ein gleich«'» Kr^<*l>nii»s. Ks war nicht der bläuliche I'anipf, w «•leben
die Aptinus utiJ l'rii< hinuf^ aushauchen, sondern ein inilchweisiier Rauch,
dicker und '1 -amer verschwindend.
H»M !• kk« hr nach Brüssel tauchte ich dieselben Arten
und den A:. .....^ an^usticuUlK in cleichc Flüssigkeit, und so wie
ich dajt In«<-kt an di<' Mundun;r des Fläschcbeos brachte, erzielte ich
dcoselben l>un<t.
Findet nun hier, wo die Ammoniardüoste mit der kausliscbeo
FlÜMi^keit zusamm<'ntrf(ren, w«dche \ielf> ( 'arabicinen absondern, eiije
chemisch)' Verbindung oder Lösung sUlt? Was ut das Wesentliche
dieses Frocesses' Welche l nminde »ind die ^ün.<>ti;;sten. um ihn
bert'orsumfen? iMes sind die Fragen, die ich gerne gelöst sähe und
die ich Ihnen mittheile, damit, falls Sie es der Mühe werth bnden,
competeotere Vereiosmitglieder da^un Notiz nehineu mögen.
Berichtiguni;.
Da irb ^uOilli^r Weise ^cfnnden habe, dlM mein in
der Mon<>;:ra|»bia Tryplioiiiduin .^ueciac l>C8cbneboer C h o
rinat'us lapp^nieus »cb<>n unter einem anderen Namen,
nämlicb Traohydcrma scahra, in Oravcnhorsta Ichneu
434
raonologia Europaea aufgenommen ist, so beeile ich mich
hiermit diese Mittheilung zu machen, damit der ältere Name
beibehalten werden möge. Die Ursache weshalb ich diesen
Umstand übersehen konnte, liegt darin, dass ich bei der
Aufstellung mit der Charakterisirung der Gattung Chori-
na eus nur die kleineren Arten derselben kannte, welche Gra-
venhorst unter die Gattung Exochu s gestellt hatte. Erst wäh-
rend des Druckes der Monogr. wurde die ausgezeichnete und
stattliche T. scabra in Süd-Lappland gefunden, und ohne
zu ahnen, dass Gravenhorst dieselbe generisch getrennt ha-
ben könnte, z. B. von Exochus funebris, trug ich keinen
Augenblick Bedenken, dieselbe als eine neue Art meiner
Gattung Chorinaeus zu beschreiben. Der Name lappo-
nicus niuss also gegen sc ab er vertauscht werden. Was
dagegen den Namen Trachyderma betrifft, so ist derselbe
nicht nur gleichzeitig für eine Käfer-Gattung, sondern auch
ausserdem für eine Fisch-Gattung gebraucht worden; nach
der Regel also muss er einem neuen das Feld räumen. Der
Name Chorinaeus scheint mir also fest stehen zu müssen,
besonders deswegen, weil die Gattung nun erst hinreichend
charakterisirt wurde.
Zu gleicher Zeit möge es mir erlaubt sein zu erwäh-
nen, dass der Name Cteniscus Curtis älter ist als
Exenterus Hartig, weshalb ein Umtausch zwischen die-
sen nöthig sein wird.
Zu der Synonymie vonEuceros crassicornis füge
ich noch: Tryphon pruinosus Grav. lehn. Europ. II.
189. 124 $ (nex. cT). Gravenhorst hat nämlich dieses Thier
für einen echten Tryphon gehalten, und es wegen der ge-
nitalia occulta für ein Männchen angesehen.
Stockholm, den 20. Juni 1858.
Aug. Emil Holmgröu.
Notiz über Athalia spinarum.
Von Cornelius in Elberfeld.
Zn den Insekten, die bisweilen massenhaft auftreten,
gehört bekanntlich auch die als Verwüsterin der Stoppel-
rübenfelder gefürchtete Larve der Athalia spinarum.
Vor vier Jahren wurden in uusrer Gegend nur einzelne
Felder von ihr verheert, während sie in diesem Herbste die
435
nuMsteu entblUttert hat. Die gleiche KrsebeiuuD^ wird vou
der Mosel^'e;;ci»d her beriehtet, nnd veniiuthli( li map die
^aii/.c Hheinpru\ iiiz oder di»eh ein grosser Tlieil derselbeu
diese unwillkommene Ileimsuebiinp erlitteo haben.
Klberfeld. Knde Ocfober 1S5S.
Colcopterologischc Bemerkungen
Miii Itr. l4rit*rlil»ttiiiiit*r in Mnii>'h<Mi.
Ueber Toxotus (richtiger Toxotes) humeralis and diipar.
(Witz hat im Nuturf. XIX. j». Ti'— 74 [17S3] unter dem
Namen Ceranihyx Quereus ein in Ik'^attuup gefangenes
l'aar KütVr besehriebeu und auf Tab. IV. Kig. ') (/) und <)
{\) abgebildet, woraus man die beut zu Tu;:e unter oben
angefllhrtcn Namen in dtn Samndungcn betindlielien Thit-re
r. cht gut erktunen kann Falirieius stellte in seiner Ent.
svi^t. li. .'I1.5. 'J\* [IT'J.ij das / dieser Art unter <lem Namen
Leptura humeralis als neue Art auf, und aueli in »«inem
Syst. Eleut. II. 300. 20 (ISOI) finden wir nur obige seiue
Knt. syst, eitirt. — Den T. dispar stellte zuerst Tänzer in
seiner Faun. (Jerm. XVII. 1. |tin-a ITI»')) auf; er begiug
jedoch den doppidten Fihbr, dass er denstlb«ii fllr ein <f
ausgab fda doch die kurzen Fllhbr und der dieke Leib
deutlieh ein . erkennen bissen) und als angebliches j des-
selben XVII. 2 ein Thier abbildet, das bei seiner mehr
lang gestreckten Korperform entweder eine ganz dunkle
Varietiit von T. meridianus, oder ein T. Cursor (noctis i mit
unrichtig gezeichneter Flilgelsiiit/.e ist. Letzteres ist aber
deshalb kaiMn anzun«'hnicn, weil di«se .\rt auf der folgenden
lafcl in richtig gezeichneter Abbildung folgt. Den T. hu
meralis tlihrt l'anzor zuerst in seinem ent«»m(d. Taschenbuch
p. *JTo. l.'l [IT'.C)] an. eitirt hier sogar obige Stelle de» Xa
turf., und zwar gerade die pag. 74, wo die Diagnosen bei-
der (Jcsehleehter unmittelbar untereinander stehen, er eitirt
beide Figuren (') und 'o der Tab. IV., ohn»' jedoch die von
Falir. abijesehriebcnc. nur auf das cT passende. ' -e
zu vervollständigen oder das . sonst irgend zu • n.
Als er später in seiner Faun, tienn. XLV. 11 [circa li'.ilj
eine s(dir kenntliche Abbdduug des T humeralis lieferte,
bestdiriinkte er (nach seiner .Abbildung mit Recht) obiges
436
Citat aus dem Naturf. auf das cT. Von spätem Autoren hat
Mulsant in seinen Coleopt. de France I. p. 231 [1839] nur
den dispar aufgeführt und dabei die beiden Irrthümer Pan-
zers in sein Buch aufgenommen, sicher nur, weil es ihm
an Material zur eigenen Untersuchung fehlte, indem diese
Art, wie er sagt, in Frankreich sehr selten sei. ßedten-
bacher (In. Austr, p. 504) citirt auch die beiden Panzer'schen
Figuren bei seinem T. dispar und fügt in einer Note bei,
dass dieser von Einigen für das ^ des humeralis gehalten
werde. Ich glaubte in meiner Uebersicht der Cerambyciden
Münchens [1844] durch Wiederherstellung des Ursprung
liehen Namens und Verweisung auf die betreffende Stelle
im Naturf nebst Anführung der Synonymen von Fabr. und
Pnz. genug gethan zu haben, um der Legitimität der Ehe
zwischen T. humeralis und dispar und zugleich ihren ur-
sprünglichen Familiennamen T. Quercus die gebührende An-
erkennung zu verschaffen, da mir aber selbst der neueste
Stettiner-Katalog das Gegentheil bewies, so fand ich es
nothwendig, die Ehre und das Recht meiner Schutzbefohle-
nen offen zu vertheidigen.
Wer mit der Gruppe der Lepturiden einigermassen
vertraut ist und namentlich die nächsten Verwandten der
fraglichen Art genauer kennt, der wird den Werth der ver-
schiedenen Merkmale zu unterscheiden wissen. Wir finden
nun hier in der kurzen, gedrungenen Körperform (im Ver-
gleich zu Cursor und meridianus), den schief abgestutzten
Flügeldecken mit kurz abgesetzter Spitze am Ende des lu-
nenrandes, dem Verhältniss des 3. Fühlergliedes zum 5.,
der Form des Halsschildes, also Merkmalen von grösster
Wichtigkeit, die vollste Uebereinstimmuug. Die längeren
Fühler, der mehr cylinderische, schmale Hinterleib und die
ebenfalls schmäleren Flügeldecken bilden einen bekannten
geschlechtlichen Unterschied des d. Es bleibt nun über-
haupt kein anderes Unterscheidungsmerkmal, als die ver-
schiedene Farbe, und auch diese weist sich hier als Ge-
schlechtsunterschied aus, indem humeralis mit seinem rothen
Hinterleib und Schulterfleck sich bisher immer als cf, und
dispar mit seinen rothgelben Flügeldecken und schwarzem
Hinterleibe als ? ausgewiesen hat. Da ich von T. cursor
und meridianus auch d^ mit ganz einfarbigen blass braun-
gelben Flügeldecken, von letzterem auch ein d mit schwar-
zem Hinterleib und schwarzen Beineu besitze, so würden
ähnliche Abweichungen in der Farbe dieser Theile bei T.
Quercus eine Trennung ebensowenig rechtfertigen. Mir sind
solche Abweichungen noch nicht vorgekommen, und selbe
487
werden auch bei Uor Seltenheit der Art im All^'omeinen
j;ewis<» auch hüchst »clteu »ein.
Dem von Cloctz un;,'ctuhrten Fall«' wirklich« r raarung
von T. hiuneralis ic^' und ilispar i,) kann ich noch einen
zweiten heini^'eii. indem ich am 12. .Funi IS*))» in der Niihe
\on llrllnwald liei Mllnehen auf diin <iij)fel einer jungen
l'irke ein l'aar in copula fand. Dagegen iHt es noch Nie-
mandem ^elunf^en, auch nur eine der beiden Formen in
beiden Ciesehleehtern naeh/uweiAen.
In dem letzti-n llelt d. r Knf. /tp. paft. 213 bemerkt
Hr. Ffeil über die Lebensweise des Apodcms inter-
medius: ,Ks untcrlie^'t wi>hl keinem Zweifel. dasH das 5
seine Hier auf den Hliittern des C'nmarum palustre ablegt,
da.ss die Larve diese demniiehst /u ihrem Schutze zusam
menrollt ete.*" Da hier keine direeten Heobaehtunpen vor-
liegen, so frlaube ich im Hinblick auf «lie Hiolofjie der ver-
wandten Arten ann«hmen zu milssen, dass auch hier nicht
die Larve, sundern deren .Mutt<r. der ausgebildete KUfer. die
lilattrollen verfertiget. Interessant ist Ubri;:cns das \ orkom
men die.ses Thieres auf einer kratitarti;:en l'Hanze.
Wenn Holitobiup und Bo 1 i tochara, wie ich nicht
zwciric, vi»n H(»IctüR abgeleitet sind, so kann doch nur in Folge
eines Sehreib- oder Druckfehler« statt de« e ein i sich ein-
pcsehliehen heben, und nmn wini «Iah« r Muletnbius und Boleto-
chara (wenn letztere Kndurj;r llberlinnjit /uliinsj^ isti schreiben
mlls^en. Holl Miiders das Noli me tarnen« »'epebener N'amen
nicUt ans Lach, rliche streifen und selbst (Jymnasiasten das
Kecht geben, Ober die phijologisrlien Kenntnisse der Cnto-
mril<.i'en 711 ~Ii"tten
.\nm. d. li« d. zu \«». .'>. Erstens wllrde ct^^ •.
ler ^tiymna.siasten*" oder andrer satyriseher Clymii
um so leichter zu ertragen t>ein . als man von den l'roiancn
am wenigsten erwarten darf, sie wlUhtcu den Werlh eine»^
stabilen Nonienelatur zu schiiLxeu Zweitens aber, um i
den \<>rli Fall auch i on Hrn Dr. Kriccli
baumer , rten all< in.S( . . :■ t'anou der l'biio
29
438
logie zu bleiben, würden Boletobins gleichwie Boletoehara
von den grimmen Zionswächtern der puristischen Unbe-
flecktheit sofort als Voces hybridae stigmatisirt und anabap-
tizirt werden. Und um so richtiger, als ßio/Jn^g eine Art
essbarer Pilze bezeichnet. Ich werde je länger je fester
in der Ansicht bestärkt, dass man durch den Namen des
Autors bei Gattungen und Arten diesen, und nur diesen
per saecula saeculorum für seine grössere oder gerin-
gere Graecität oder Latinität verantwortlich zu machen
hat. Ich glaube durchaus nicht, weder dass Illiger au sei-
nem entomologischen Ruhme Scliadeu leidet, wenn Gymna-
siasten seinen Boletophagus als Vox hybrida unter die kri-
tische Kratzbürste bringen, noch dass Shakespeare zum
Frommen der geographischen Schüler castigirt werden muss,
wenn er in Wiiiters talf eine böhmische Wüste ans Meer
verlegt. C. A. Dohrn.
Literatur.
Die geographische Verbreitung der Schmetterlinge Deutsch-
lands und der Schweiz Nebst Untersuchungen über
die geographischen Verhältnisse der Lepidopterenfauna
dieser Länder überhaupt. Von Dr. Adolf Speyer und
August Speyer. 1. Theil. Die Tagfalter, Schwär-
mer und Spinner. Leipzig. 1858.
Angezeigt von F'r. Sclilägrci'* Diakouus iu Jena.
Schon seit längerer Zeit ist dieses ausgezeichnete Buch
in meinen Händen und hat mich angelegentlich beschäftigt.
Die Herren Verfasser wollen es angesehen wissen „als einen
ersten Versuch, die geographische Seite der Lepidopterolo-
gie, wenn auch nur auf beschränktem Felde, wissenschaft-
lieh zu begründen" (p. XII.) und sprechen es bescheiden
aus, dass es deshalb ..nach allen Richtungen nothwendig
mangelhaft und verbesserungsbedürftig sei.^ Je länger und
klarer ich jedoch das Gegebene überschaute, desto reicher
und voller entfaltete sich vor mir der aus der Tiefe geho-
bene Schatz, und wenn ich anfangs den Gedanken hegte,
eine Anzcipc dieses wertlivollcn Bnche« niUsse sehr leicht
zu geben sein, - iiatürlirh eine Anzeie:e, welche sich kei-
neswegs auf der seichten oherflÄche bewege, sondern iu
den Inhalt und Sinn cinfrehc nnd diesen lebendig vergcgen-
wUrtige. — so hat mich das fortgesetzte Studinni desselben
immer stärker in der rebcrzeiiiriing b«'fi-^tipt, dass es viel
leichter »ei, ein schlechtes als ein wirklich gutes Buch zu
besprechen. In diesem <»ft"cnen (Jeständnisse liegt einmal
der «Jrnnd, weshalb diese Anzeige so spiit erscheint, dann
zagleieh das l'rtheil, was ieh im Allgemeinen Über das vor-
liegende Werk ausspreche. Ks ist ein erfreuliches und dan
kenswerthes Zeugnis« von echt wissenschaftlichem, nnermlid-
lieh ausdauerndem, keine Keschwenle noch Arbeit scheuen
dem. allseitig nnisiclitigem und neue Hahn brechendem
Fleisse. Viele Jahre haben die (Jibrllder Speyer ihre ge
spannte Aufnnrksamkeit auf diesen Zweig der Wisseuschalt
hingelenkt und ihn mit besontlerer Liebe gepflegt Die
ersten Versuche darltber sind in unserer Zeitung vom Jahre
I8f)<> und \^:y2 bereits niedergelegt worden. Von da al)
haben die Gebrllder den IJegenstand beständig mit gleicher
Hingebung im Auge behalten, n<'ue F'rkundigungen eingezo
gen, selbst verschiedene Keiscn antem<»mnien nnd den auf
diesem Wege gesammelten Stoff bieten sie nun in dem
genannten Buche wissenschaftlich geordnet dem Publikum
dar.
Wer ein wahrhaft erschöpfendes l'rtheil mit kritischer
SehHrfe Über das Geleistete geben wollte, der mUs^to noth
wendig sich ebenfalls mit diesem (iegenstande nnii /.war in
gleicher Weise beschiiftitrt haben ; denn man wird auf Be-
trachtungen hingelenkt, die bisher schwerlich in soleher
Ausdehnung und mit solcher Imsicht irgen«! Jemand ange-
stellt hat. Ich wenigstens gestehe es tllr meine Person
offen zu. dass sie mir ganz neu sind. Daher muss ich mich
leider begnügen. eincHtheiK nur hinzuweisen auf «bn reichen
Stoff und Inhalt. anderntheilH auf die Art und Weise der
Verarbeitung desselben, um wenigstens in dieser Beziehung
die Aufmerksamkeit auf ein Werk hinzulenken, das sicher
N'irmand ans der Hand legen wird ohne reichen Gewinn,
und da» alle I.epidopterolni;on den Herren Verfassern /.u in
nigem Danke verpflichtet.
In der Kinleitunc wird 'et welchen
/weck dieses Buch verfolge »th, Verbrei-
tnngsbezirk nnd (irÄnzrn das Nähere i lt. Die An»
drücke Schmetterlinge« zone und S«^hn! _srcgion er
halten ihre KrkiHrung. Leber das Gebiet der Fauna,
beil&nfig ein Areal von 14051 Qoadratmeilen wirH dann ge-
440
sprochen und dasselbe nach der Plastik des Areals in drei
Bezirke getheilt: .-Die grosse nördliche Tiefebene, das
mittel- und süddeutsche Hügel- und Bergland
und das Alp enge biet.'^ Es folgt dann die Erörterung
der klimatischen Verhältnisse. Mit Berücksichtigung der
Hauptregionen, welche die Pflanzengeographie angenommen
hat, folgen die Gebrüder Speyer dabei im Wesentlichen der
Eintheilung 0. Heer's und nehmen folgende 5 Regionen an :
1. die untere Region, welche in die Tiefebene und
Hügelregion zerfällt; 2. die Bergregion; 3. die untere
Alpenregion; 4. die obere Alpenregion und 5. die
untere Schnee region. Nachdem so der Weg zum Ver-
ständniss der Arbeit geebnet worden ist, folgt ein allge-
meiner Theil, dem eine Uebersicht der Lepidopterenfauna
Deutschlands und der Schweiz vorangestellt wird, soweit sie
in dem vorliegenden ersten Bande behandelt ist. Sie schliesst
sich im Allgemeinen dem Systeme Herrich-Schäffers an,
ohne jedoch sich streng an dasselbe zu binden, worüber die
nöthige Aufklärung im Vorworte p. XL gegeben ist.
Die Rhopaloceren und Heteroceren werden nun im All-
gemeinen besprochen und die Resultate über ihr Vorkom-
men, über ihre Verbreitung und Vertheilung innerhalb des
Gebietes mitgetheilt. Die Vertheilung wird durch Zahlen
festgestellt und die Verhältnisse der einzelnen Regionen, wie
sie oben dargelegt wurden, erhalten ihre Würdigung. Was
nun die Verbreitung betrifft, so wird diese erörtert nach
einer zwiefachen Seite hin; die Herren Verfasser geben Auf-
schluss sowohl über die wag erechte (Zone), als über die
senkrechte Verbreitung (Region). Auch hier werden
dann die aus den speciellen Untersuchungen gewonnenen
Resultate numerisch festgestellt. Auf die Wohnplätze wie
auf die Ursachen der Verbreitungsgränzen wird allseitige
Rücksicht genommen und einem jeden Factor, der hierbei
wirksam ist, Rechnung gethan. Diese allseitige, klar ge-
ordnete Durchdringung und Erforschung gewährt iiohes In-
teresse. Weiterhin stellen die Herren Verfasser eine Ver-
gleichung der Fauna des Gebietes mit der von Europa an
und theilen mit, was sie von der Vertheilung der Falter
über diesen Welttheil erforschten, eben so auch, was sie
über die Verbreitung der Falter des Gebietes ausserhalb
Europa ermitteln konnten. Wenn auch hier gerade die
grössten Schwierigkeiten entgegentreten mussten und bei
der noch immer mangelhaften Kenntniss der Lepidoptern in
den übrigen Welttheilen nur Andeutungen gegeben werden
konnten, so ist es doch sicher ein Verdienst, dieser müh-
samen Arbeit sich unterzogen und wenigstens eine Grund-
441
In;:«- 711 spattun I' 'n " ,ti;;tii pc^tiifii /ii hal»cii Kk lol^t
• lann iiorh vux' 1 in:; dts curopai^claii Faltorreicbn
und /.um ^ nllfremi inon TheiU Bemerkungen
über die i - dir Arim.
Der sich ans« idiossende 8|»eciolle Theil p. IM ff. ent-
hält nnn die Grondlai^e. i,dat> rrkundenhucb" für den
er»ten Theil. Wie sie »ich keine Milbe haben verdriessen
lassen und woltho Arbeit es ihnen pekogtet, erpiebt sich ans
dem Verzeiohiiiss «ier t^uellcn. aus \i\ilchen die Verfaaser
•i' und welches sie zum VerKtiindniss der Angaben
N' - iiiken. Ks werden nun die einzelnen Falterartcn
besprochen und die Anpabeo Über das Vorkommen und die
Verbreitung derselben genau dargelegt. In der Vollstiindig
keit, wie hier das Vorkommen der einzelnen Lepidoptem-
arten angegeben ist. wird man es schwerlich bis jetzt in
einem antlrcn NN'erke änden und wer auch vielleicht llir den
all;:emciuen Thiil weniger Interesse haben sollte, was aber
sicher geweckt wird, wt-nn umn in ihn sich hineinzuarbeiten
die Mühe sich nicht verdricsscn lässt. der tindet in diesem
specicilen Tbcile soviel des Wissenswlirdigstcn und Neuen.
dass er das Buch nicht nnbcfriedipt aus der Hand legen wird.
Selbst derjenige, welcher nur aul" Samujcln der Lepidoptern
bedacht ist, kann es flir die l)esprochenen Arten sicher als
den behteu Führer betrachten, der ihn an die Fuu«l«.>rtc lei
tet. und CS wird so den» prakti.«*eheu Inieresse gleichfalls
eio wesentlicher Dienst geleistet .Soviel steht zweifelsohne
fest, das» wir in diesem Buche die erste vollständige und
gesicherte LelKTsicht der Lepidoptemfauna Deutschlands
erhalten haben und es ist nur zu wünschen, dass dasselbe
nicht nur den > erdienten Absatz, sondern auch seine Fort-
setzung baidig>t tiiidcn ni<>ge.
Ks sei nur erlaubt, hier noch eine Bemerkung aozn
sseo, die keineswegs einen Tadel, soodcm vielmehr
(NU II freundlichen ^^ unscb ausspreeben soll, der vielleicht
bei der Fttrtsctzniii: tlis \\ crkes von den Herren Verfassern
r. i te. Sieh« r würde «liese Be-
ri. ^ ' in nnd i-rwllnsrht sein. Da
Uberüier^ aul liie 1 Ha ! ' iiiluug in
Zonen und Kcgioncn i...... . ... _ .. ^ .; . ii«! ge-
wiss mit vollem Bechte, po dttrfie sieb m dieser i
ein Feld der H • - ' *^ ■ '• • . m-
teri ssaot and <^hte.
h.'i .1. - . M-.
Dai.urrh gew der schon ber»«»rgehobe-
neu einen | .■"-.:. .. cb cioe zweite, ich ver
442
kenne die grossen Schwierigkeiten, die hier zu tiberwinden
sind, nicht. Es finden sich in den Schriften der Lepidop-
terologen leider so viele falsche Angaben , dass es oft ge-
radezu unmöglich wird, das AVahre herauszufinden. Die
Botanik wird ganz vernachlässigt von nicht wenigen Ento-
mologen und dennoch bildet sie einen wesentlichen Bestand-
theil der Entomologie. Eine lepidopterologische Botanik und
lepidopterologische Herbarien, wenn ich mich dieser Benen-
nung bedienen darf, sind noch Wünsche, die ihrer Erfüllung
erst entgegensehen. Könnten die geehrten Herren Verf. bei
der Fortsetzung ihr Augenmerk auf diese Seite mit richten
und dieselbe wenigstens anbahnen helfen, so würden sie
sich zu dem bereits errungenen Verdienste nur noch ein
neues anrechnen dürfen, welches ihnen eben so wenig wie
jenes Jemand streitig machen könnte.
Arsilonche (Led.), *) Simyra (Tr.) Büttneri n. Sp.
(Hiebei eine Tafel.)
In der letzten Hälfte des August 1856 fing Herr Lehrer
Büttner auf der sogenannten grünen Wiese bei Grabow eine
kleine weibliche Eule (gegenwärtig in der Sammlung meines
verehrten Freundes Lederer in Wien), die bei oberflächlicher
Betrachtung den kleineren Nonagrien (Tapinostola Led.),
namentlich der Nonagr. Fluxa ähnlich, doch wegen ihres
auffallenden FlUgelschnitts von mir und einigen anderen
sachkundigen Freunden für eine neue Art gehalten ward.
Als wir im vorigen Sommer — 1857 — der uns wegen sei-
ner Trockenheit und Wärme gestattete, solche Stellen auf
den hiesigen Möllenwiesen zu besuchen, die nur in manchen
Jahren betretbar sind, nach Nonagria Nexa und Fluxa
suchten, fing mein Sohn ein zu der oben erwähnten Art ge-
höriges Männchen. Wir gaben uns Mühe, davon mehr
Exemplare zu erbeuten, doch war es theils bei der grossen
Flüchtigkeit, mit welcher dies Thier in der Dämmerung flog,
theils bei seiner offenbaren Seltenheit, bis zur Mitte des
September nur möglich , im Ganzen 9 Exemplare zu erbeu-
ten, worunter 2 d . Zwei Exemplare davon fand ich in den
*) Verffl. die verdienstvolle Mono"Taphie: die Noctuiueu Europa's,
»ystematisch bearbeitet von Julius Leaerer, Wien, bei Manz 1857.
443
NachniiilapBslundon nn firaoHtonf^cln sitzend. Fine MK-hcrc
Spur, wann und an uoIcIkmi l'tlan/.cn «lio Haupo (its Falters
Ifbc. »Tuiittoltin wir nicht: am walirsclirinliclifsten (lllrftc «if
au Spar^anuiin rainosuni und siniplcx /u suchen sein, da
der Falter an hoKhon Stellen sieh zeigte, wo die Pflan/o
wuchs, uud in einem Stengel dersenHü, wenig (Iber der Wur
zel, eine tllr die (irüsse dt-s Falters passende Puppt-nhlllse
gefunden wurde. Herr Staatsrath Kversmann. der mich
diesen iSoninier uiit seinem Iksuch crfn-ute. nn»l dem ich
bei dieser rJelegenheit die Original - Kxemplare vorzeigte,
sagte mir. dass er diesen Falter auch in llussland gefun-
den, sich zwar des ihm gegebenen Namens nicht erinnere,
aber ihn in seinen Xoctuelites de la Hussie, in dem Bulletin
de la Societe imperiale etc. de Moseou l'^öö unter den Leu-
canien anfgeflihrt zu haben glauix'. Ich linde t?ie jedoch
unter den dort besehriebenen Kuhn nicht, und halte mich
daher berechtigt, den «ibigen Namen festzuhalten.
Ich lasse eine nähere Uc^chreibnug der aU Meilagc
zu dieser Zeitung durch die fiUte des Hm Lineke auf Stein
gezeichneten, von Herrn Schultz rolorirten .Vbliildung «les
Falters folgen.
I^iagn.: Arsil. /hittiur,. alis anticis acuminatis pallide flaviü.
atomis subnigri« adspersis, venis gri.-^escentihun.
postieis sul)r(»sco pallidis. venis grisescentibu.«'.
Der Kopf, I'horax und Leib des Männchens sind hell
strobf^eib, Thorax mit langer, glatt gestrichener Behaarung,
der Kopf ohne den verlängerten behaarten Stirnfortsatz. wie
ihn die N<»nagrien Led. zeigen. l'alpen wenig llber die
Stirn \»»rrapen<l. Augen wenig behaart. Ocellen vorhanden.
Fühler \on der l'arbc cle.'' Thorax, kammzähnig; Leib an
deo Kinschnitten matt grau, mit AfterbUscheln Mrsehen. Die
VordertlUgel lan/.etttVirmig, doch minder spitz aN bei Sim.
Nervosa, der Aosscnrand etwas eingciiuehtet, ähnlich wie hei
Lenc. straminea. Innenwinkel abgerundet, Farbe wie beim
Thorax, mehlig Instäubt. in iler .Mitte am dunkelsten, mit
vielen schwärzlichen Atomen, «lereu .'5 auf den mittleren
Adern der \ «»nlertlUgel etwa.n her>Mrtreten. Adern nithlich.
zwischen denselben dunklere Längshlrcifen. Franzen kurz
sehr blans Hintertltlgel mit «enig eingebuchtetem Aussen
rande. grau, mit breiten, röthlich weinseo, strahlenförmig
auslaufenden Aden). Fran/en, wie bei den Vorderflllgein.
Gai 7 frinchc Kxemplare i'r.>*chcinen rosenrnth bednftct. wie
sic'i dies oft bei Nonag .Sparganii ., wenn sie ganz frisch
ist. zeigt. — Die Interseite i>t hell .•strohgelb, glän/epd. mit
gel'liehem Vo-''errande. aber FiHgcl . Wurr.elo und Adern
daiikler bestäubt. i.:it zablrcichcu »chwärzlichcn Atomen, die
444
jedoch matter als auf der Oberseite hervortreten. Der
Mondfleck ist auf den Ober- und Unterflügeln angedeutet.
Beim Weibchen sind die fadenförmigen Fühler schwach
behaart, die Oberflügel etwas gestreckter, doch mit weniger
hervortretender Spitze, die schwärzlichen Atomen feiner, das
Uebrige wie beim c^. Die Unterfinge] haben einen etwas
mehr aiisgeschwungenen Anssenrand, sind heller, mit brei-
teren, mattröthlichen Adern und breiterem Anssenrande, als
beim cf*. Auf der Unterseite fehlt fast die graue Bestäubung
der Adern.
Hering.
Atsspriich auf Priorität.
In No. 7 — 9, Juli bis Sept. dieser Zeitschrift betindet
sich p. 300 eine Receusion der II. Lieferung des Catalogs
der Lepid. de la Collect, de l'Academie de St. Petersb.
Herr Dr. Gerstäcker, von anerkennungswerthem Eifer
für die Wissenschaft beseelt, beeilt sich die Fehler dieses
Werkes in der erwähnten Recension aufzudecken. Aber ich
selbst habe bereits dieselben Fehler verbessert in einem
Schreiben vom 4. Mai. im Bullet, de la Soc. des Nat. de
Mose. 1858 1 Part, gegen Ende iMai herausgegeben, Fehler
welche lediglich daraus entstanden sind, dass mir das Werk
des Herrn Walker zu spät in die Hände kam. Indem ich
also hiermit die Priorität dieser Correcturen in Anspruch
nehme, so ejscheint der Artikel des Herrn Dr. Gerstäcker
beinahe unnütz.*) Ich sage beinahe, denn die einzige Spe-
cies, welche ich nicht erwähnt habe, Castnia Godarti m.,
müsste bei Herrn Walker doch gar zu schlecht beschrieben
sein (was doch nicht anzunehmen ist), wenn er damit unsere
Art gemeint hat. Daher halte ich es tür besser, eine gute
",) Anm. der Ked. Abgesehen von der Frage, ob und wie
lange einKriliker, welchem da.s zu recensirende Buch vorliegt, warten
muss, um zu wissen, ob und wo der Autor begangene Versehen selber
rer-tiliciren wird, darf es für den vorliegenden Fall genügen, zu wissen,
dass das Heft.der Bulletins de Moscou, welches die Note des Herrn
E. Menetries enthält, von Moskau in der zweiten Hälfte dos Monats
Juni expedirt worden ist, mithin hier im AVege des Buchhandels erst
Ende Septembers eintraf, als der Artikel des Plerrn Dr. Gerstaecker
länfxfrt ppdruckt war.
44fi
Ahhildun;:. hrpiriirt von cin<T prnanon lirKrhroihmi^. rn
\ t'rJ'fftiitlichcn . al<» rwri Thirre auf» I'ubpstimmtr riihain-
inrn TAX worOn.
St. I'.-t-rs'.iir-, i\ru 1^ SrpU-mbcr I«f>«.
E. M<^n<^tri^8.
A 11 r y I o n y » li a r ii ^' i p c n n i « Schau fu* n.
Zu der in floni voripen Hefte pecebenen Beschreibung
(liosrr Art JRt noch zu ertrÄnzen : e collectionc Hillci.
Hl r. Orrw^tn: Krirflirhr ^lillliriliiiiff
• l»'» HTrti S. \it'tn*'r in Kjiiiil>f<(l<lv Covlon
über eine springende Ameise.
KanilMMUle, 2»>. August 1858.
Wcrthcr Herrl
Anliegend »ende i<h Ihnen 3 Speeies Anieigen. die mir
int»res«*ant scheinen und deren Namen ich gern erHlhre.
I>ic gnisstc und kloinst«' Art hcwfdincn die (iebirge
.S— r>(Xn>' Höhe; beide sind ni<dit ganz gemein: Nester habe
ich nie gefunden, die grJJsnere indess gel. gentlich in Frd-
Iftchem. in die sie f^eCallen Wfu", angetrvffcn, die kleinere
an Baumstiimnien. Auch ha!»e ich stets nur das vorliegende
<icschhelit anL'etr«tfTeii und die geflllgeltrn Individuen nie
gesehen.
Die anliegende inittelgrüiittti: Art mit ubiou^quadrati
schein Kopf und langen vurMteheml« n Mandiheln . ist die
iVUher von mir erwähnte ««pringend» Ameise Sie lebt
in kltfiiien <Ve]*el Im- haften unter Steinen, HlonK-nU>pfeii lU dgl.
und ist sehr g« mein im Tietlande der Insel; über 30^ ' im
frehirge ist si«» «elten. Pas Springen, wenn es s«» prnannt
werden kann, p'srbieht nicht \ennitt.lxt der Hi-
wie bei andern Insekten, mmhUtii \< rmitti-Ul der ^i n,
durch die sich das Thier 1-1? Z<dl \m it fortschnellt. Kin
heftiges ZusamtnenschlagiMi tier Mandiboln gegen ein Stein-
ehen oder dergl. und eine gleichteitige Bewegung des Kör-
pers hrincni dir SehnHInng (Sprung) honor Ich hahc <!i«
446
Thiere oft anf einem Teller genau beobachtet. Sie sprin-
gen leicht, sobald sie mit einem Steinchen, Holz oder dergl.
alarrairt werden. Die Species ist ganz gemein und gewiss
schon beschrieben.
Vor kurzem entdeckte ich einen Stylops in einer
Ameise; ich habe die betreffenden Thiere und meine Be-
obachtungen an Westwood in London gesandt, und werden
Sie in dem Journal der London entomol. society das Weitere
darüber finden.
J. Nietner.
Die beiden von Herrn Xietner mir gesandten Gebirgs-
Ameisen, d. h. die grösstc, welche in Erdlöchern wohnt,
und die kleinste, welche auf Baumstämmen angetroffen ist,
gehören beide in die Gattung Ponera Latr. Die mittlere
Art mit oblong-quadratischem Kopfe und langen vorstehenden
Mandibeln, welche springen kann, ist ein Od ou tomachus
Latr. Die von Herrn Nietner gemachte Beobachtung über
das Springen dieser Species erscheint mir neu und halte
ich deshalb die Publication des beiliegenden Briefes für
gerechtfertigt.
October 1858.
Chr. Drewsen.
Vereins - Angelegenheiten
Aiifgenommen als Mitglieder:
In der Sitzung am 19. August:
Herr Stadtgerichts-Secretair Scheffler in Blankenbnrg.
In der Sitzung am 9. September:
Herr Missar Gottfr. Schreitter in Pinkau (Steiermark).
In der Sitzung am 7. October:
Herr Apotheker Boll in Bremgaiten.
Herr Lehrer Wullschlegel in Oftringen.
Herr Dr. Adolph Schmidt, pract. Arzt in Frankfurt a. M.
Fnr die Bibliothek ging ein.
Tbe natarml historv* renew. VoL V. \o. 2 — 3. L«ir,
doo. 1858.
The tr ■ tv ol* Loodoo.
Vol. IV. part. ... - . .: .. „don. 1S56.
Enthalt :
OiMenraüoa» uo the Hanit:« ot the CHpleitms Genas
Conops. Bj S- S. Saander«
Sjnopsis of the Genns Elachista. Bv H. T. Stainloo.
M^moires d'Entomolofrie pnbli^e» par la societ^ ent«-
m"iogi.-ie des Pay»-Baß. Tome I. La Haye. l-ö-.
Remarques critiqae? «nr diverses especes d'Ichneamoos
de la coHectioD de fen Gravenhorst saivies d'un
court appendice ichneam- . Pai. C. Wesmael.
Verfaaodian^CD des zoolo^ach botaai8<rbeD Vereins in
Wien. Band VII. Jahrg. l-^öT. Mit II Tafeln.
Enthält:
.Srhiner Dipierologische Fragmente and Diptera
aastriaca III. Die örtreichischen Svrphiden.
Fnvaldiky: Drei neue Grottenkäfer aas Ungarn.
Braner: Beitrag zur Verwandlan:r der Neuropteren.
Teber C
l'eber k . . einiger Periiden
Lo*w ; Nachricht öKer syrische Diptem.
Die bis jetrt bekäoolm Arten Scenopinu«.
Ihf t>an>päisohen Arten der Gattung Cbeiioaia.
Kollar: Geographische Verbrettaair MMi Haaahah 4m
Callioiim raMicva.
Beitrag zur Natnrgeachickfce de« Bsctritkw
carrideuK
f^ograpbische Verbreitnog de» Agnotyp«»
armatus.
Personen^, Orts- and Sach-Rerrstrr der Sttnoftberiekte
and .\hbandlnncen des wiener ' vboC&aiKkei Vet-
448
Vierteljahrsschiift der Naturforschenden Gesellschaft
in Zürich. 2. Jahrg. 1.— 4. Heft. 3. Jahrg. l.— 2. Heft.
Zürich. 1857.
Enthält:
Mühlig und Frey : Beiträge zur Naturgeschichte der
Coleophoren.
Verhandlungen und Mittheilungen des naturwissen-
schaftlichen Vereins von Siebenbürgen zu Hermannstadt.
8. Jahrg. No. 7—12. 18.57.
Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzogthum
Nassau. 12. Heft. Wiesbaden. 1857.
Enthält:
Beschreibung der in Nassau aufgefundenen Grab-
wespen von A. Schenck, Prof. in Weilburg. Mit 2
Tafeln,
Beiträge zur Naturgeschichte einiger Lepidopteren
von Dr. Rössler.
Ueber Acidalia straminaria Tr. und oloraria n. sp.
Von Demselben.
»D«<3<3
Intelligenz.
Für Lepidopterologen. fc-_:a
Die Schmetterlings-Sammlung des im April 1. J. ver
storbenen Steuerraths Vigelius zu Wiesbaden ist zu ver-
kaufen. Dieselbe enthält die europäischen Arten in vielen
und guten Exemplaren fast vollständig und eine beträcht-
liche Anzahl Exoten aus Java und dem Himalaja. Sie ist
besonders ausgezeichnet durch die zahlreichen Microlepidop-
teren der hiesigen Gegend, wie dieselben in dem von ihm
verfassten Verzeichnisse in dem 6. Heft der Jahrbücher des
Vereins für Naturkunde im Herzogthum Nassau aufgezählt
sind, zu welchem sie die Belege bilden.
Nähere Auskunft auf Anfragen ertheilt Dr. Rössler in
Wiesbaden.
449
Fiir (olroptrrolo^en. CZ3
Dil' sie 1)1' Ute stark voriiiehrlc Antla^'c des ( 'ataln^'ua
('nlet)pteroriiin Kiirüpae ist für :') Sgr. vom Verein zu be-
/ielieii.
Die vom verst. Prof. Keidi liiiiterlasseue Käfersamm-
lim^' ist 7.11 verkanten. Näheres bei Herrn SanitUtsratli
Dr. Heieh, .Marki,'rateiistr. "J'^ l'erliii.
Errata.
hl »lern .Vnlsatze: „lieber Xf>ctQa (Cueiillia) lactuca»' WV."
von Dr. A. Speyer,
S. 83 fgg. des laufenUeo Jahri,'ang:8 dieftcr Zeitung.
S. y^4 Z. lt"> V. o. statt: ausi^estatteten lies: auszustattenden
Liinj^sreifen I. Längsreihen
ir, 1. Zelle 1 b
Versalader 1. Dorsaladcr
fanden I. linden
!••. 1. Zelle I b
Lonelius I. Sonelius
blau;,'rau I. dunkel braungrau
ir, 1. Zelle 1 b
spceirlle 1. sexuelle
V. '. 1. V. b
fllr 8«'lileclitc I. fllr eine schlechte
in der Arbeit von (\ Stil, Hber sibirisch.' Hemipt.ra
181 Z. 10 statt: brevior lies: breviore
canitc I. capiti
nulla 1. Quilo
lobo I. lobt»
rngniot^us 1. rugulosum
gi io i pi;it I. g il V ipe H
secundus I. 8e<Mindo
thnrace I. thoraci
Intitudine I latitudini
cnleoptroto I. e nie opt rata
So
If, V.
u.
87 -
M
4 v
12
II.
KK
K» -
i>
- ir, v
u
90 ■
12 -
11
91
4
18 v.
,,
02
- 'Jl -
12 v.
11.
J, tut tJ
• 181 •
21)
- 183 -
12
- 184 -
It;
- 184 -
21
- 187 -
34
- 188 ■
2
- 188 -
17
- 189 -
4<»
• 197 -
25
450
In der Arbeit von Snffrian über Rogers araerikan.
Chrysomelen.
S. 239 Z. 12 V. 0. statt: Chrysomela lies: Chrysomelae
- 240 - 6 - - - Polygramma 1. Polygramma,
- „ - 18 - - - (rheinländisches 1. (rheiuländisches)
- 242 -. 2 - - - aus 1. auf
1^ 244 - 7 - - - vom 1. im
- j, - 6 V. u. - Cheor. 1. Cbevr
- 245 - 13 v. 0. - Cbr. 1. zu Gbr
- „ - 12 v. u. - gemina l. genuina
- 246 - 12 v. 0. - gellowisb 1. vellowisb
- 247 - 22 - - - aus 1. auf
- „ - 1 V. u. - braun 1. kaum
- 248 - 9 - - - ; aeneo-nigro 1. aeneo-uigra
- 249 - 5 V. 0. - Nebresca 1. Nebrasea
- „ - 20 - - - in 1. im
- „ - 12 V. u. - vorweggestellten 1. vorweggestellte
- 250 - 16 V. 0. - allen 1. alten
- „ - 23 - - - Zeben 1. Zähne
- „ - 30 - - - Zeben 1. Zahne
- „ - 32 - - - dinnt l. dünnt
- 251 - 10 - - - einzelnen 1. einzelne
- 252 - 7 V. u. - des. 1. des
- 253 - 13 - - - gekrümmter Reibe 1. gekrümmten
Reiben
- 254 - 17 V. 0. - am 1. an
- „ - 10 V. u. - gekannt 1. gefunden
- „ - 9 - - - tortussa 1. tortuosa
- 255 - 2 - - - Abschweifung 1. Abschwächung
- „ - 23 - - - einnehmen 1. einnehme
- „ - 2 V. u. - fallender 1. fallenden
- „ - 1 - - - gedämpfter 1. gedämpften
- 256 - 1 V. 0. - es 1. sie
- „ - 11 - - - letzteren 1. letztere
- „ - 12 - - - mexieava 1. mexicana
- „ - 23 - - - Stücke 1. Stände
- 257 - 20 - - - denn 1. dann
- 260 - 22 - - - üebersetzung 1. Uebersetzung)
- 261 - 3 - - - Längslinie 1. Längslinien
- 265 - 1 V. u. - Ausfärbung 1. Aushärtung
- 267 - 8 - - - beiden 1. Binden
451
AI,
»liaiirtisrlics Ki*;;istrr.
A^a«Kiz nibli<)f;r]i|iliia :iÖA
A^otfs « ribrosn}». curnHiter 407
Ajjrotiü ripa»' 373
Aevrt»»5 iiihnijirr. . 222
AliBUtii.« iiij^^rriniii'* l.ai\"'. 68
Alydos ornaticrps . 178
Ainei»»'». siiriu^fiid»' 44^»
Aiiipediis i'|>liii>|'iiini ..... (iO
Aiiapuü Kirst liftiunni . . 189
AnrWouvrha ni;;ipenniji 318, 445
Apioii surbi 220
Apofleru«. iiit««rnu'diii-. .ili. 437
Arsilonche IMttncri 442
.Aspilittes -•.puriiiria 312
AHtiMUiiia .Mrils:iiifi 164
Athalia spinaniiii ....... 434
Afopa r»»rviiin. «mii^t»':! . 58
B.
lU^ou. 213
Ba.stardc 41, 230. 316, 407
Heml.idien 196, i?97
Klopharida rlioiN, iiietiiiilosa
Mtnlida, vin^iiiica 240
Bryocuris inu^coriiin. l&l
Büch<Tverzeirhni8)«'» • . . .i8. 417
c.
l.alliu'rapli:i.. . . ib'i
L'ainpyhiH hontali.H 65
Captus autiriia, piliconiu... 229
Carabu* Aduoi» 73
piirpuraaceu» 64
timrginalu. ... 211, 2L5
»Atnia (jodärti 444
-L'atoplatuii auriculatus 2<Ü0
(.eratocombiM luuHi.'oruni. 164
Chiünnhaü. 3(.6
Okonoaeai« lappoiiioua .... 433
Ch - ' • im. . 179
Cl. -ri.-« •. 2S7
tb:. , ;.4 218
.<iralariN, phil««
d«»lplürn 2.'"i6
•er)JVDUna, iiirxi<
cana. 2.'»'^
dislocat« 25b
torUio»», phil.-»-
delp: . 259
deci; .260
:, Hills "Irty
■■■"•■ -1 i.«'»» • «it^''
( hrvNouipla verrucosa 2üt)
exclamationis. . 208
oasta. 269
I uujuncta. .... 270
ttulatn, dUruiiUi 271
bvbridtt,pulcner-
rima, Itiaata. . . 272
iocua 27^
puUlira 274
sitniiU. . . 275
praucelüix , ele-
ffaus 276
lestiva 277
p ruäpe« . .... 381
arclica, atTinis . 382
p ■»inipU'x, subüul-
rata. ......... 383
cribraria, ioor-
iiata 384
siihnpaca 385
auripenuis 386
, vidua, flavoinar-
■riuaXa 3.S7
iDtemipta. ... 388
, .scripta 389
conniu'n.s, ubso-
leta . 391
, califomica 392
trivittata 393
vitellinae, \ iridis 394
H»Tui^inosM.. 395
diMiiiiili.s, caesia 307
cyaiifu, polvi^oui,
cooruli'ipennis . 398
formoiw , vimi-
tialii 399
lapponica, inter-
Mtttiali' . . 400
Cjcadvn.. . ll^, 316
Cirind<*U aiouat.' 210
CioM'x cinrta«. ... 228
tamatu« 228
'Crainbu* trichuslomaa 313
,, labrsdonMui« — 314
' tcniü« IM . 434
i'ullia lartiica«. 83
«erbaaci, ncrophu-
lahae, ibap^ipoai^ 370
l'ynec«>ri<» »•quf'itn« . .. 182
D.
I'fipbax lu 191
Ü«ho.epb»l 193
HfraeuCon» ■ri»:i:iij|HtO«. . 183
452
Deraeocoris nigronasutus. . . 184
„ illotus 184
„ approximatus. . 185
„ brachialis 135
„ mutans 186
„ simulans 186
Dermestes domesticus Larve 66
Diplacus albooruatus 183
Donacia fenuica, Mali-
nowskyi 214, 217
Doryphora juncta 243
„ 10 lineata 244
„ rubiginosa 245
„ Haldemani 246
„ litigiosa, chlori-
zans, libatrix, tri-
maculata , clivi-
coUis 248
E.
Elater cinnaberinus, ochrop-
terus, exsanguis, eru-
bescens 406
Elateriden 402
Euacanthus nigroüavus 197
Euceros crassicornis 434
Eucoeniiden 401
Euprepia matronula ...... 94
Eurynierocoris üaveolus ... 189
„ obscuriceps. . 190
Exenterus. 434
Eysarcoris Sahlbergi 177
F.
cüFilarien 326
G.
Galeruca viburni 67
Gastropacha franconica, .... 345
Gonioctena • . 381
H.
Helophorus tuberculatu.';.. . . 211
Hess, Nekrolog .• . • 315
Hoplia minuta, pollinosa ... 212
Labops Burmeisteri. 189
Leptonieroeoris prolixiis- . . . 187
„ gilvipes. . . 187
„ sericans. . . 188
„ mundulu.s . . 188
•-Eeucania elyiui 362
9': „ fluxa 365
Lichenobia fei-ruginea 163
Lina lapponica 215
'Mamestra nigricans 378
Menetries CataL Lep.. 300, 444
Miris longicornis, megatonia 228
Monanthia sinnata 229
Monstrositaet 65
N.
Nenropteren Russlauds 110
Noctua augur 377
„ cerasina 105
„ lactucae :f,nm; 83
„ neglecta ^i 109
Nonagria ulvae 353
„ uexa 365
„ ueurica 367
Nysius eximius 180
0.
Odonaten, russische. 96
Odontomachus. 446
Orgyia n. sp. Rossii? 310
„ ericae 349
Oxycaraenus viduus . 181
P.
Pachymerus mitellatus. ... 229
Pentatoma roseipenne- 2Si8
Pieronierus fuscoannulatus . 176
Pleretes matronula 94
Polyomniatus Franklini 309
Ponera 440
Prostemma carduelis 229
Pterotmetus crassicornis . . . 229
Pyrrhocoris fuscopunctatus . 182
Reduvius pallidus , tabidus
thoracicus, pallipes 229
Rhinosimus ruficeps 96
Rhyparochromus con^-ivus . . 180
,, ibericus . . . 229
Rondani, C, Werke ,.': V/ HS ''278
_ • .no'xji' *•'
W- .'ju'üiK/i.^
Salda sericans j;.vjiiioi91
„ oblonga. . .... jua^.. . . 191
Simyra dubiosa^v. .i; jLrVi. . . . 350
,", Büttueri.. . . .' 442
Speyer, Verbreitung der
Schmetterlinge .... 438
Sphinx nerii 226
Stenotarsus coUaris, pallens 228
Strachia picturata 178
T.
Tafeln, Erklärung der 323
Thamnotettix notaticeps. . . . 193
,, fascifrons 194
„ sordidipennis . 194
ThumrK^fpttix linrafifron« 19Ä Tvphlorvh« rofnmi««iirsiü ''»^
Timarrh« intri''at», inf»»rtextn 'ift\
Toxotui^ haniprali», dinpHr.
V
feueren« . . 435 Vereinii)»ibliothpk. . .. .V, 447
1 rachvf1»'rma «rMhr« . ... 43?
z
rvp"hlo< yta piiri\ . . . 19.') '/.-v-Of mehiDaria. .379
Trvphon ]>^uino^U(l 434
iiriifolw. . . . l'.H^ Zv.'t>;Frniiim» . 266
Inhalts -Verzeichniss.
Jannar- niäri. NiujalnjJiKnt llc. - Mitglieder- VirzcichniH«.
— I>'»liiii: Ivtdi' zur .'<fitt iiiigNÜ-itT. — X'rreinsaiipolr-
pcnhoiteu ' iJililiotliek . Haften: Hastard Kr/.cugiinp
bei Insi'eteii. — W'e r u e Im r ^: Selmietterlin^c Älterer
Autoren. - Siiffrian: Synon. .Miseellaneen. — Frey:
Literatur (Staintmi TiniMiia'. — ."^ehanni: Brief. —
Kawall: Kntom. Nuti/.en. — IIeyd»'ii: N'aehtrag
.\l»ln(lri) . -- Cliaintoir: liri<tiich«- .>fittli»ilnn{;. —
Sprver: l elierwintmidi- S<limettirlin;;e. -- ."Speyer:
Voetua (riieiilliai Lactiicae und damit viTweehscIte
.\rten. Kr/.i/: Krzielmn;; \<»n Knpr>-|>ia .Matronula.
— Hose; Khinosiiiiiis rutieeps. Fiaj:en: Knssiselic
Odonuttu \'ereinsan;:elepenheiten. — Rtciinung'*-
U'fun:; — Iiitrlli;:en/
April— Jani- .*^pey.•r: Xortua cerasina Ha;,'rn liu>s-
lands Xeuroptera, — Ilagen: Sinfr-Cieadi-n. Znsät/e.
— .Menetrien .\ntikritik. - \Ve rne Im r j;: Lepi
doptera in ."seopoli Ent<Hn. Carniol. — .\nton Dohrn:
Heiniptfndc>::i.'<elic'< — * \eujahr^u'edanken /.nr^SyiiD-
nyrnic und N'onienelatur - * Kpii«»:; dar.n - St4I:
Zur lleniijit-rciiiauna SiltiriciiH und Nord .Vinerikas. —
Dohrn L'idxr aiUTalli iid'- Na<hlÄssi;:kciteu. — Ha;^oo:
ApaHsir, Hild. Zou|. — Pfeil: ORipreti««. Küfer. —
Cornelin««: HntwirkrUm;:« (4^■^ehiehten. - Kntom
Voti/en — Miller: \'( Hp.Ttilio ^^aHtronomu«. Klotz:
Spliinx uerii. .Vni"ii hohrn: Synon. Hiiinrkungcn,
Prosteninia «'urduili.«« Ila;:<n: In>«(trn Hastarde ;
Imbibition — .StÄI: .Mstemat, Kintlieilnup der Ho-
mopf-rn. - \Vrein«»Änpe|f jjj,-iiiieiten. Intelligenz
Joll September. Suffrian: R<«gern rchen«leht der in den
vcreini^'Un Staatm v*»n X«»rd Anierik« einheimischen
C lirvHomeU'n. — C a m i M o K o n d a n i Chronologische*
Verzeiehnio« meiner entomolngivrhrn Schriften. — Wer-
ne burc: Teher ojnitr«" Abbildungen in C. riork':»
Jrones in«prtnrnni rte. — .Sehanm Ober einice
454
Bembidien. — Gerstäcker: Literatur. — Hagen:
Die beiden Hoefaagel, die ersten deutscheu Entomolo-
gen und Insectensammler im 16. Jahrhundert. —
H. Christoph: Bemerliungen zu einigen in Labrador
vorkommenden Schmetterlingen. — ^ H e yd e n : Nekro-
log. — Dr. H. Hagen: Miscellanea. — Schaufuss:
Ancylonycha rngipenuis. — Vereins-Angelegenheiten.
— Erklärung der Tafeln. — Intelligenz.
October—December. ('. Xh. v. Siebold: l'cbcr die Faden-
vvürmer der lusecten. — Seh m id t : Zur Naturgeschichte
einiger Lc))idopteren. — Rogers: fTebersicht der in
den Verein. Staaten von Nord -Amerika (einheimischen
Chrysomelen. (Fortsetzung und Schluss.) — Kawall:
Die Eucnemiden und Elateriden in Kurland und Liv-
land. — Dr. H. Hagen: Zur BastardtVage, — Wer-
neburg: Die Lepi<loptereu in Thunberg's ,,Disser-
tatioues Academicae.'' — A. Recker: lieber die Wir-
kungen einiger Ptlanzensäfte, die durch Verwundung
in den Körper der Inseeteu gebracht wurden. —
Jul. Putzeys: Chemisclies Problem. — [lolmgren:
Berichtigung. — Cornelius: Notiz über Athalia spina-
rum. — Dr. K riech bäum er :.Coleopterologische Be
merkuni;:en. — Schläger: Literatur. — Hering:
Arsilonche <(Led.), Simyra (Tr.) ßüttiieri n. Sp. —
E. Men<^tries: Anspruch auf Priorität. -- Ancylo-
nycha rngipenuis Schaufuss. -- D r e w s e n : J. Nietuers
briefliciie Mittheiluug über eine springende Ameise. —
Vereips-Angelegenheiten. — Intelligenz. — Errata. —
Alphabetisches Register.
Inhalt. C. Th. v. Siebold; Ueber die Fadenwüi-mer der
Insecten. — Schmidt: Zur Naturgescbichte einiger Lepidoptereu. —
Rogers: Uebersicht der in den v'f^rein. Staaren %on Nord- Amerika
einheimischen Chrysoineleti. FortseTzung und Sohluss.) — KawaH:
Die Eucnemiden und El.tteriden in Kurlnnd und Livland. — Dr. H. Ha-
fen-Zur ßastardirage. • — Werneburg: Die Lepidonteren in Thun-
ergs ,,Dissertatioües Aoademicae."" — A. Becker: Tcber die Wir-
kungen einiger Pflanzensäfte, die durch Verwundung in den Körper
der Insecten gebracht wurden. — Jnl. Put z e vs: l'hemische.s Problem,
— Holnigren: Berichtigung. — ( ' o r n e 1 i u s : Not iz über Athalia spina-
rura. — Dr. K riech bäum er : ( 'oleopterologi.sche Benierkungeu. —
Schläger: Literatur. — Hering: Arsilonche (Led.), Simyra (Tr.)
Büttneri n. Sp. — E. Menetries: Anspruch auf Priorirät. — Ancvlo-
nycha rugipennis Schaufuss. — Drewsen: J. Nietners briefliche Mit-
tbeilung über eine springende Ameise. — Vereins- Angelegenheiten.
Intelligenz. — Errata. — Alphabet. Register. — Inhalts-Verzeichnisä.
Druck von P. H c s s e a 1 a u d in Stettin.
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